• #91
Ich bin ja auch in einer Zeit aufgewachsen, in der eine monogame Ehe das eher "Normale" war. Egal wie man persönlich dazu steht, es ist doch gut, dass das jeder für sich entscheiden darf. Menschen, die keine sexuelle Treue versprechen möchten, werden doch wie man sieht problemlos fündig. Erfordert halt Reife auf beiden Seiten.

In allen Beziehungen, die ich geführt habe, schafften die Männer es kaum, die eine oder andere Ex oder gar ihre Mutter außen vor zu lassen - "die hat das aber immer so gemacht!" Ich will gar nicht wissen wie's dann zugeht wenn noch Bettgespielen bzw. -gespielinnen zur Debatte stehen:).

Auch in jungen Familien gibt es sicher Zündstoff wenn nicht nur diskutiert wird wer die Kinder hütet, damit der andere zum Sport oder ins Kino darf, sondern zum aushäusig Vögeln...

Mir persönlich gefallen natürlich auch mal andere Männer als der eigene, aber um mit ihnen ins Bett zu wollen, brauche ich dann schon mehr. Die Sicherheit, dass ich nicht fremdgehe war meinen Expartnern durchaus wichtig. Das betrifft nicht nur die "alten Schachteln". Viele Menschen legen Wert darauf.

An die FS: Menschen abzuwerten, in deren Lebenssituation man (noch) nicht war, ist nicht cool, sondern unreif. Man glaubt als junge Frau gerne, dass man später gaaanz anders sein wird und all die anderen Frauen einfach nur zu faul und dumm sind, sich und ihre Körper instand zu halten. Aber sprich bitte nicht so respektlos über den Brunnen, aus dem du nicht trinkst. Die Mütter, die ich kenne, sind durch die Kinder nicht großartig anders geworden - wer vorher attraktiv war, ist es auch danach bzw. wird es wieder.
 
  • #92
Ich gebe @Tini_HH zu 100% Recht. Es ist für eine hübsche Frau JEDEN ALTERS ein Leichtes Hunderte Männer nur für Sex abzuschleppen. Nichts leichter als das.

Ich habe nach meiner 20-jährigen Ehe auch eine wilde Zeit gehabt, in der ich mich sexuell ausgelebt habe. Glücklich hat es mich aber nicht gemacht.
Erst als ich meinen jetzigen Partner kennengelernt habe mit dem es auch eine Liebesbeziehung gibt, bin ich wieder glücklich.

Meine zwei besten Freundinnen sind auch beide Ü50 und attraktiv und könnten genauso wie ich reihenweise beim Tanzen Männer abschleppen.

Aber was soll das bringen? Kurze sexuelle Vergnügungenund danach hohle Leere?

Nein danke.
 
  • #93

Untreue bedeutet für mich: Nicht mehr an jemandes Seite stehen, illoyal werden, ihn anlügen, ihn betrügen, ihn im Stich lassen.

Jeder Geschlechtspartner bringt neuen Schwung ins Leben, und man lernt immer etwas neues

Das sehe ich völlig anders. Es gibt sehr viele Männer, die schlecht im Bett sind. Das weiß ich hauptsächlich aus Erzählungen. Ich selbst war extrem selektiv bei der Auswahl, daher waren das nicht viele (unter 5), aber bei keinem einzigen hatte ich ein negatives Erlebnis.

Es gibt anspruchslose Leute, denen es wohl mit fast jedem gefällt, und es gibt anspruchsvolle, sensible Leute - und die müssen auf sich aufpassen, selektiv sein.
Qualität vor Quantität.

Was Treue/ Untreue betrifft nach meiner obigen Definition - Lügen bedeutet Untreue. Man darf alles, sofern es vorher offen und ehrlich abgesprochen wurde. Beschließt man z.B. eine offene Beziehung, dann muss man das gemeinsam tun. Lügen macht eine Partnerschaft sinnlos.
Daher sage ich: Treue ist eine berechtigte Forderung, die auch erfüllbar ist. Das heißt aber nicht unbedingt in jedem Fall, dass man nie mehr mit einem anderen Menschen Sex haben darf.
 
  • #94
Lieber godot,

vielen Dank für die ausführliche und ehrliche Antwort. Ich hab jetzt eine Weile drüber nachgedacht, wie ich meine Gedanken am griffigsten formulieren könnte. Du musst ja eine für eine Beziehung wesentliche Ansicht Deinerseits weglassen, weil Du denkst, Deine Ansicht wird nicht akzeptiert. Ich hab immer als "sich ganz einlassen auf einen Menschen" empfunden, dass man seine Ansichten vielleicht nicht geteilt, aber zumindest respektiert findet beim Partner, um sich mit ihm verbunden zu fühlen, und ihm auch vertraut, dass man seine Grundansichten auch sagen darf, ohne dass er sich entsetzt abwendet. Deswegen glaube ich, dass jemand mit Deiner Ansicht sich nicht wirklich einlässt auf die Partnerschaft. Man lässt einfach alles weg, was stört und damit den anderen auch nicht dicht an sich ran. (man sieht so auch mehr wie ein Traumpartner aus) Es gibt Schweigethemen in der Beziehung, die aber für die Beziehung wichtig sind. Ich denke auch, dass man es irgendwie spürt. Bei einer Zweitbez. denke ich auch, dass man bei Störungen in der einen Bez. sich die emotionale Geborgenheit gut in der anderen holen kann, also weniger arbeitet an der Bez. mit den Problemen. Nur ne Vermutung.
Ich hab auch drüber nachgedacht, ob die allumfassende Verbindung nicht nur ein Märchen ist. Aber ich denke, es gibt wirklich Paare, die sich blind vertrauen können und richtig zueinander passen. Die Kompromisse, die beide machen müssen für die Bez., belasten sie nicht. Das ist auch ne Charakterfrage, wieviel ungewöhnliche Eigenwege einer gehen will in seinem Leben. Wer "Bez." als das wichtigste empfindet, wird eher hierfür alles tun, als für eine berufliche Ambition. Wer sex. Abwechslung braucht oder Sex braucht, um andere Menschen zu erfahren, der geht einen Sonderweg. Mal davon abgesehen, dass es in Langzeitbez. auch Überdruss an immer demselben Sex o. lange keinen Sex geben kann, hier wiederum abgesehen davon, dass sich generell sex. inkompatible Partner gefunden haben könnten.

Dieser andere Mensch bin ich doch nur im schwarz-weiss Licht dieser Diskussion
Naja, die Frauen täuschen sich ja sicher in Dir, wenn sie von Treue ausgehen. Also Du bist schon ein anderer Mensch, als sie denken, und: Du weißt es. Das ist das, was ich meinte mit "kannst du du selbst sein, wenn du weißt, du musst über dich lügen". (oder verschweigen). Ich glaube aber, dem kann man zuvorkommen, indem man denkt, man muss lügen, weil die Partnerin noch "an den Weihnachtsmann glauben will". Damit aber hält man sie auf eine Weise für rückschrittlich, naiv, dumm etc.und hofft drauf, dass sie es bleibt, damit sich nichts für einen ändert. Das ist mE nicht Augenhöhe und Respekt.
 
  • #95
Liebe FS,
was Treue ist, in welchen Bereichen sie relevant ist, entscheidet jedes Paar zusammen, in jeweiliger persönlicher Freiheit, d.h. ohne Druck des Partners. Jede einseitige nachträgliche Änderung schafft Probleme.

Für mich gehört zur Treue neben vielem anderen auch die serielle Monogamie, aber es stört mich in keiner Weise, wenn andere Paare das anders handhaben miteinander.
Ich möchte mit Promiskuität und riskantem sexuellen Verhalten nicht in Kontakt kommen, auch nicht indirekt weil der Partner fremdgeht. Verletzt der Partner diese gegenseitige Vereinbarung, dann fühle auch ich mich nicht mehr zur Treue verpflichtet, was nicht meint, dass ich nun aus Rache fremdp*****. Ich darf in jeder Weise seine Grenzen verletzen, die ihm wichtig sind.

er könnte mit einer anderen schlafen, ich möchte davon nur nichts wissen und er soll ein Kondom benutzen.
Einnmal mehr, die von Dir bisher nicht beantwortete Frage: Warum willst Du das denn nicht wissen? Da schwankt das fragile Ego wohl auf wackeligen Spaghettibeinchen und kann die Wahrheit nicht aushalten.
Tut mir Leid, aber dieses "nicht wissen wollen" verlangt ja nach belügen, betrügen, verschweigen und das hat, wie heutzutage jeder weiß massive Auswirkungen auf die psychische Integrität, Bindungsfähigkeit etc. Wenn jemand Dch belügen muss, weil Du es nicht wissen willst, benutzt er auch kein Kondom, denn so ausgestanzt funktionieren Ehrlichkeit und Verlässlichkeit nicht.

Für mich hat diese postulierte Offenheit nur Wert, wenn sie entsprechend gelebt wird, d.h. der 3.,4. oder sonstwas Mann jederzeit bei Dir auftauchen kann und es Deinem Partner egal ist, wenn Du mit ihm in seiner Anwesenheit ins Bettt gehst oder ihm sagst, "keine Zeit heute für dich, ich will mit xyz p***".

die Männerwelt ist für mich noch ein "all-you-can-eat-Buffet", ich genieße es, aus der Vielfalt zu schöpfen
Jedem das seine. "All-you-can-eat" ist für mich zu minderwertig, denn wäre es hochwertig, wäre es nicht all-you-can.
Exklusivität, gute Qualität sind in der Kumsumwelt eher selten gegenüber Massenware und haben ihren Preis. Daher liegen sie eben nicht auf dem all-you-can-eat-Buffet rum und warten, dass sich jemand ihrer erbarmt - gilt für Lebensmittel genauso wie für Männer.

Keine Frau im echten Leben da draußen würde ihren Mann verlassen und die Familie aufgeben, wenn dieser einmal fremdgegangen ist, man würde ihr den Vogel zeigen.
Im echten Leben geben serienweise Frauen wegen Fremdgehen des Mannes ihre langjährigen Ehen auf und niemand zeigt Dir dafür einen Vogel, sondern im Gegenteil Du bekommst höchstens ein verständnisvolles "ach so" zu hören weil jeder weiß, dass ein fremdgehender Mann noch viele andere Defizite hat.
Ich mutmaße nicht, ich weiß es.
 
  • #96
Es spricht für die Selbstachtung der Frau, ihre Grenzen zu definieren . Wenn sie Treue wünscht, dazu zu stehen und nötigenfalls die Konsequenzen zu ziehen. - Dem Mann vorrauseilend einen Freibrief auszustellen und nichts davon wissen zu wollen, was er so treibt, da Männer ja eh nicht treu sein können, finde ich eher nicht selbstbewusst.
 
  • #97
ich habe mir jetzt nicht alle Antworten durchgelesen, aber muss leider meinen Senf dazu geben .
Also 1. nein, ich möchte nicht mein Ego puschen, wenn ich sage, dass immer wieder diese soliden Ehemänner zu mir ankommen und mich "verführen" wollen (ich stehe sowieso nicht auf Ältere als Sexualpartner oder ähnliches). ich wollte lediglich zum Ausdruck geben, dass die meisten Männer sexuell sehr unzufrieden sind, und sich bei mir ausheulen, und ich erst mitkriege wie schlimm das Sexleben in dieser Ehe sein muss. Durch Öffnung der Beziehung / Ehe würde das alles funktionieren, oder gemeinsame Swinger Parties etc. quasi "Legales" Fremdgehen. In diesem Zusammenhang wollte ich wissen, wieso gerade Frauen sich dem so sehr verschließen - auf Monogamie pochen - und die Männer das dann immer heimlich machen müssen. Und sorry wenn ich das sage, sie tun es. Auch wenn ihr es ihnen niemals zutraut.

2. nein, ich habe keine tiefenpsychologische Leere in mir und auch keine Bindungsängste. Wie gesagt, ich habe schon monogame Beziehungen geführt, doch es gefällt mir einfach nicht und spätestens nach 3-4 Jahren wird es nunmal langweilig und dann muss neuen Schwung rein. Was nicht heißt, dass ich meine emotionale Treue / Loyalität zu meinem Partner verliere. Ich bin ein Beziehungsmensch, der einen Mann mit vollen Herzen lieben kann, ich brauche aber nunmal sexuelle Abwechslung, sonst schläft mein Körper und Geist ein. Und Männer freuen sich meistens auch über neuen sexuellen Schwung.

3. warum ich das nicht wissen will, wenn mein Partner auf z.B. Malle fremdgeht: weil ich finde, man muss seinen Partner das nicht so unter die Nase binden. Wenn man gemeinsam im Swingerclub ist, ist es was anderes. Ich sehe die Frau, mit der er schläft usw. wenn ich nicht dabei bin, weiß ich nicht was ablief, und dann möchte ich nicht darüber nachdenken und mein Partner soll ein einfach machen ohne es mir zu erzählen.

Mod: Bitte halten Sie sich an die Zeichenbegrenzung. Mehrteiler werden nicht veröffentlicht.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #98
Hallo @void und alle interessierte Mitleser,
Grundeinstellungen und das Mitteilen / Diskutieren von Grundeinstellungen sind für mich zwei Paar Schuhe. Meine Grundeinstellung ist, dass es mir und meiner Frau gut gehen soll. Um dies zu erreichen muss nicht alles auf dem Tisch kommen.
Wie ich schon schrieb, waren die meisten Frauen mit denen ich Affairen hatte verheiratet bzw, in festen Partnerschaften. Fast alle diese Frauen haben mir versichert, dass sie soetwas ja eigentlich nicht tuen, aber ... Diese Frauen hatten also die allgemeingültige Standardeinstellung zum Thema 'sexuelle Treue'. Trotzdem sind sie mit mir im Hotelbett gelandet. Sicher haben die Frauen ihre Grundeinstellung auch gegen über ihren Männer, Freundinnen oder auch in einem Internetforum vertreten.
Also ich bin nur ehrlich wenn ich hier meine Einstellung vertrete. Für mich gilt dann halt der Satz: 'Die Welt will betrogen werden'.
Ich hatte einen viel längeren Beitrag geschrieben, der leider nicht veröffentlich wurde. Leider kann ich mich hier auf Grund der Zeilenbegrenzung nur holzschnitthaft mitteilen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #99
Also 1. nein, ich möchte nicht mein Ego puschen, wenn ich sage, dass immer wieder diese soliden Ehemänner zu mir ankommen und mich "verführen" wollen (ich stehe sowieso nicht auf Ältere als Sexualpartner oder ähnliches). ich wollte lediglich zum Ausdruck geben, dass die meisten Männer sexuell sehr unzufrieden sind, und sich bei mir ausheulen, und ich erst mitkriege wie schlimm das Sexleben in dieser Ehe sein muss.
Oh, FS, du bist noch sehr jung und unerfahren ...

Die Männer machen das deshalb, weil diese Jammermasche bei Frauen gut ankommt. Und nicht deshalb, weil ihre Ehe so unerträglich schrecklich ist.

Und sie machen es bei dir, weil du Signale aussendest, dass bei dir etwas geht. Und nicht deshalb, weil sie von deiner Attraktivität überwältigt sind. Ich kann mir das gut vorstellen, wenn du solche Reden wie hier auch im realen Leben schwingst, dann wirkst du auf Männer leicht zu haben. Und dann testen die potentiellen Fremdgeher mal bei dir an.

Liebe FS, dir fehlt einfach noch einiges an Lebenserfahrung, darum denkst du, dass du das Rad neu erfunden hast. In ein paar Jahren wirst auch du voraussichtlich die Sache etwas anders sehen, dann nämlich, wenn du vielleicht an Kinder denkst oder schon welche hast. Dann ist schon allein nicht mehr genug Zeit und Energie übrig für ein ausschweifendes Sexleben mit mehreren Partnern.

Ist nicht böse gemeint, wir alle waren mal jung und haben einiges anders gesehen.

w/44
 
  • #100
Was ich bei der ganzen Diskussion eigentlich jedes Mal nicht verstehen kann, ist:
- Frauen und Männer, die hier total eloquent ihre Ansichten vertreten, auf persönlicher Ebene - und nur diese zählt bei diesem Thema in meinen Augen - so argumentieren, dass selbst ich als Verfechter der sexuellen Freiheit mir überlegen würde, ob ich dieser Frau zuliebe (wenn ich denn mit ihr liiert wäre) auf meinen Spass verzichten würde. Irgendwie gehen aber selbst diese Frauen zu einem grossen Teil davon aus, dass ihre Ansicht von sexueller Exklusivität automatisch von Männern geteilt werden müsste. Ohne Worte. Ich als Mann spreche unmissverständlich davon, dass es passieren könnte, dass auch mal eine andere Frau in meinem Bettchen landet. Oder ich in ihrem. Warum sprechen die Frauen, denen sexuelle Exklusivität aus pers. Gründen wichtig ist, dies nicht ebenso an ?
Komischerweise erzählen die Moralapostel und Konsorten ungefragt Jedem, der es nicht hören mag, von ihrer "Moralischen Überlegenheit". Was wohl nicht nur mir auf den Keks geht. Wenn diese schweigen, die Frauen (und Männer), die ein wirkliches, persönliches Anliegen namens sexuelle Exklusivität haben, ab und zu den Mund aufmachen würden, dann wäre die Welt besser.
Die Sprache wurde uns gegeben, um uns zu verständigen. Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass das Grunzen der Schweine, das Brummen der Bären oder das Bellen der Hunde effektiver ist.
Denn alle, die hier mitlesen, sollten inzwischen eines wissen - die eine einzige Definition von "Treue" gibt es nicht.
 
  • #101
dass die meisten Männer sexuell sehr unzufrieden sind,

Stimmt so nicht. Die allermeisten Menschen, auch Männer (;-)) sind zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihrem Sexualleben. Die meisten befinden sich auch in einer monogamen Beziehung. Merkst Du einen Zusammenhang?

Ein "Öffnen der Beziehung", Gehen in Swinger Clubs, wie Du vorschlägst, hat in "Problem-Beziehungen" noch nie eine positive Lösung erbracht. Im Gegenteil: die Schwierigkeiten verstärken sich dadurch.
 
  • #102
ich habe mir jetzt nicht alle Antworten durchgelesen, aber muss leider meinen Senf dazu geben .
Wenn du einen Thread veröffentlichst, finde ich es unhöflich, die Antworten nicht zu lesen. Wir schreiben ja für dich und zu deinem Thema.
Also ich bin nur ehrlich wenn ich hier meine Einstellung vertrete. Für mich gilt dann halt der Satz: 'Die Welt will betrogen werden'.
Nun, ich finde trotzdem, man sollte sich ab und zu die Chance geben, ob nicht die wirkliche, ehrliche Version von einem selbst auch ankommt. Vielleicht auch ehrlicherweise die polyamore, oder promiske, oder fremdgeherische.. Den Rest der Welt kann man ja dann getrost betrügen.
 
  • #103
und ich erst mitkriege wie schlimm das Sexleben in dieser Ehe sein muss
Ich war als junges Mädchen auch so naiv, diesen Männern ihr Leid zu glauben. Das ist natürlich größtenteils Quatsch, und die Männer lieben ihre Frauen, möchten sie auch nicht verlassen. Dahinter kommt man übrigens recht schnell, wenn man mit diesen Männern mal über andere Dinge als Sex spricht.

Warum tun sie das? Kann ich als Frau natürlich nur marginal beantworten. Ich denke, Frauen wie du versprechen ein geheimes kleines Abenteuer. Du kommst daher, redest von Squirten und Swingern und wirkst 1.) billig zu haben und 2.) als würdest du als Polyamore keine weiteren Schwierigkeiten machen, dich womöglich verlieben und Ansprüche stellen.
Da kommt bei manchem Mann natürlich der Gedanke auf, mal ein klein wenig, völlig risikofrei, aus seinem Alltag auszubrechen. Wieder mal so richtig wild und frei zu sein, wie damals in Jugendtagen.

Diese Männer verführen dich nicht. Das Wort "Verführen" kommt daher, dass man dazu gebracht wird, etwas Unvernünftiges gegen seinen eigentlichen Willen und seine Ratio zu tun. Diese Männer brauchen dich nicht zu verführen, da du dich ihnen direkt vor die Füße wirfst.

Ich kann deine Motivlage durchaus verstehen, befand mich in einer sehr frustranen Single-Periode in einer ähnlichen Situation und hatte etwas mit einem verheirateten Mann, worauf ich heute nicht stolz bin. Natürlich ist es ein erhebendes Gefühl, mit Komplimenten überschüttet zu werden. Dass man so viel geiler ist als die Ehefrau - welche Frau hört so etwas nicht gern?
Irgendwann kam er direkt von der Arbeit zu mir und wollte natürlich gleich Sex. Ungewaschen und - sorry für das eklige Detail - im Intimbereich nicht sonderlich frisch. Du kannst glauben, dass ich so etwas nicht unter "Verführung" subsummieren kann. Es ist einfach nur respektlos und hat mir klar gemacht, wie billig ich mich ihm eigentlich verkauft habe, dass er sich nicht mal mehr die Mühe gab, sich vor dem Besuch bei mir zu reinigen.
Zum Glück hab ich mich emotional immer von ihm fern gehalten, aber wir hatten - zumindest aus meiner Sicht - durchaus etwas wie eine Freundschaft aufgebaut. Dachte ich. Als ich meinen Partner fand und die Sextreffen aufgab, habe ich nicht ein Wort mehr von ihm gehört. Soviel zum zwischenmenschlichen Kontakt. Ich hatte null Wert für ihn, außer wenn ich ihm meinen Körper anbot.

Das ist es, was dir blüht, wenn du dich verhältst, wie du es tust. Diese Männer sehen in dir nichts als ein Werkzeug zu ihrer Befriedigung. Wenn du Selbstwert hättest, und dir etwas an einem respektvollen Umgang mit dir gelegen wäre, würdest du das erkennen. Aber natürlich kannst du dir weiterhin deinen - ja, doch - Egopush abholen und dir einbilden, du seiest irgendwas Besonderes. Im Grunde genommen benutzt ihr euch gegenseitig - er dich für Sex und du ihn für deine Selbstbestätigung. Ich weiß gar nicht, was ich schlimmer finde.
 
  • #104
... Du bekommst höchstens ein verständnisvolles "ach so" zu hören weil jeder weiß, dass ein fremdgehender Mann noch viele andere Defizite hat.

Jedem erwachsenen Menschen ist klar, dass am Scheitern einer Beziehung zwei Menschen beteiligt sind und dass es nur wenige Menschen gibt, die aus Prinzip fremdgehen. Ich denke daher, Deine Interpretation des „ach so“ ist wenig allgemeingültig.

Zurück bleibt beim Fremdgehen doch immer ein sehr gekränkter Mensch. Und irgendwie auch ein erstmal gescheiterter und nicht mehr begehrter, während Partnerin oder Partner mindestens kurzzeitig „erfolgreicher“ sind.

Es interessiert den Fremdgehenden wohl eher nicht viel, was für moralische Vorwürfe kommen. Jeder Fremdgehende hat ja einen Grund dafür und oft dürfte es ein Defizit des Betrogenen sein, dem wenig mehr bleibt, als die Moralkeule zu schwingen.
In einer funktionierenden Beziehung halten sich sexuelle Aktivität und Treue die Waage. Der moralische Zeigefinger ersetzt keinen Sex.
Ich bin grundsätzlich treu. Wenn meine Partnerin keinen Sex mehr möchte, akzeptiere ich das mehr oder weniger lange. Dass es bedeutet, dass ich auch keinen Sex mehr habe, akzeptiere ich nicht. Warum auch? Sexuelle Exklusivität beruht auf einer freiwilligen Entscheidung von zwei Menschen, nicht auf der Forderung eines Menschen.
Wir lesen hier immer wieder, dass in Beziehungen die Sexualität einseitig beendet wird. Es gibt keinen vernünftigen Grund, dann treu zu bleiben.
 
  • #105

Und das ist generell in Beziehungen das Problem.
Man redet nicht, man interpretiert und erwartet.

Warum kann man als Erwachsener Mensch nicht klar seine Vorstellungen äußern?
Man redet vielleicht darüber, ob man lieber Pauschalurlaub auf Malle macht oder die Rucksacktour durch die Anden - aber indet die Basis einer Beziehungen?
Anscheinend hofft man. Und das sind die vielen Irrtümer, die hier zu ungezählten Threads führt.
Ob sexuelle Treue, ob Sexualität an sich, ob Nähe - Distanz Bedürfnisse, Haltungen zu Exen, Privatsphäre Rollenverteilung, Finanzen....

Da geht man blauäugig rein und hofft, der / die andere teilt die eigene Vorstellungen - oder man kann ihn/ sie ändern.
Oder man täuscht von vornherein, wie @godot.

Warum kann man nicht ehrlich und offen zu seiner Meinung stehen und sich den adäquaten Partner suchen, es gibt sie doch.
Ist zwar komplizierter. Und dann ist man evtl. länger Single aber dann vielleicht langfristig zufriedener?

Nun, und wenn sich grundlegende Bedürfnisse ändern oder andere Gegebenheiten, ganz normal, dann muss man halt mal wieder reden.
Und notfalls die Partnerschaft auf neue Prämissen setzen - oder wenn nicht möglich, beenden.

Aber das geht dann nicht, weil Single mag man ja nicht sein.

@ godit, es wird nicht richtiger durch die dauernde Wiederholung. Es führt Menschen, die ehrlich zu ihren Überzeugungen stehen und diese auch leben.
Es hat seine Gründe, warum Du diesen eher selten begegnest.
 
  • #106
Warum sprechen die Frauen, denen sexuelle Exklusivität aus pers. Gründen wichtig ist, dies nicht ebenso an ?
Das finde ich einfach zu begründen.
1. Geschichtlich: Früher war Ehebruch strafbar, wie Stehlen, was ja auch niemand extra sagen würde, dass er den Partner nicht bestiehlt. Dann war es nur noch was gesellschaftlich Böses. Also ist "das Gute" die sexuelle Treue. Bei Frauen galt sex. Untreue auch als was noch Böseres als bei Männern.
Will ein Mann ein Kind aufziehen als Vater, von dem er nicht genau weiß, ob es seins ist? Ich denke, nicht. Auch heute nicht. Selbst wenn es nicht mehr um Kinder geht, denkt doch keiner, der gesellschaftlich geprägt ist, um in Sachen "sexueller Treue".

2. Frauen trennen Liebe und Sex meist nicht, wobei die fremdgehende Hälfte in Beziehungen das ja doch macht. Also wenn sie den "Einzigwahren" gefunden hat, dann ist alles exklusiv. Und natürlich denkt sie, dass er sie so liebt wie sie ihn. Und sie eben seine Göttin ist, wie er ihr Gott. Dass da noch andere Frauen begehrenswert gefunden werden und eine Stelle einnehmen, die sie von ihrer Seite aus nur dem geliebten Mann geben will, fällt ihr nicht ein. Und sie hat 1. auf ihrer Seite, die Gesellschaftsansicht, was das "Gute" ist. Wenn viel mehr Männer sagen würden, dass es mit ihnen keinen Monogamsex geben wird, bliebe der Frau ja irgendwann nichts anderes übrig, als sich mit dem Gedanken anzufreunden, wenn sie einen Partner haben will. Und sie entdeckt vielleicht, dass sie das auch kann, Sex und Liebe trennen. Aber da es Männer nicht sagen oder es vielleicht wirklich nicht alle Männer so sehen, dass sie jedem Impuls auch nachgeben, nur weil die Ehefrau gerade nicht hinguckt, denkt die Frau halt weiterhin, auch für den Mann ist sexuelle Treue das Wahre, wenn er nicht ein... Lotterbube ist.

Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass das Grunzen der Schweine, das Brummen der Bären oder das Bellen der Hunde effektiver ist.
Haha, klar ist das effektiver. Da wird doch nur gesagt, was nötig ist und das ohne Manipulation und verschwurbelte Formulierungen.
 
  • #107
Och, es gibt sowohl Männer als auch Frauen, die ansprechen, dass ihnen Treue wichtig ist, oder eben nicht wichtig.
Sollte ein Mann auf seiner sexuellen Unverbindlichkeit bestehen und das auch äussern, finde ich das sehr gut und fair. Dann kann ich für mich entscheiden, dass ich dann weg bin von diesem Mann.
Diese Haltung ist transparent, im Gegensatz zu der von Godot, der das ganze heimlich durchzieht und dadurch seiner Partnerin keine Wahlmöglichkeit gibt.
 
  • #108
ich wollte lediglich zum Ausdruck geben, dass die meisten Männer sexuell sehr unzufrieden sind, und sich bei mir ausheulen, und ich erst mitkriege wie schlimm das Sexleben in dieser Ehe sein muss.

Ich habe ja manchmal Kontakt zu gebundenen Männern, der dann auch recht intensiv werden kann. Mehr als einmal habe ich erlebt, dass Männer mir was von ihrer lustlosen Frau, der schlechten Beziehung, kaum stattfindendem Sex, usw. erzählt haben. Wenn ich dann gesagt habe, dass ich in solchen Fällen keinen weiteren Kontakt wünsche, da ich mit keinem Mann zusammensein will, der in unglücklichen Beziehungen verweilt, stellte sich die Sache dann oftmals noch ganz anders dar.
Und mehr als einmal wurde dann auch erklärt, dass man "sowas" nur sage, weil der Mann davon ausgegangen ist, dass er nur dann ne Chance bei mir hätte - d.h. die Realität wird so dargestellt, wie der Darstellende zu Erfüllung seiner Wünschen zu benötigen meint.
Bei mir zieht das nicht, weil ich Ehrlichkeit gut finde und Leute, die Dinge so darstellen, wie sie vermeintlich gehört werden wollen, in keinem Fall mehr glaubhaft finde.

Mein Tipp, liebe FS, falls Dir wieder einer der "meisten Männer" (Nachbarn, Passanten, Kollegen, Leute im Supermarkt und auf der Strasse, usw.) Dir die Ohren über sein mieses Sexleben vollheult, sag' ihm einfach, dass Du das traurig und unerotisch findet, wenn ein Mann nicht mal sein eigenes Sexleben zufriedenstellend regeln kann. (Stichwort Bedürftigkeit) Wirst sehen, die Geschichte wandelt sich umgehend:)
 
  • #109
Kann ja zum Glück jeder halten, wie er möchte. Von Wichtigkeit ist doch nur, dass der Partner diesbezüglich die gleichen Vorstellungen hat. Was die anderen machen, ist doch egal.

Für mich ist Treue ein Grundpfeiler einer Partnerschaft.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #110
1. Geschichtlich: Früher war Ehebruch strafbar, wie Stehlen, was ja auch niemand extra sagen würde, dass er den Partner nicht bestiehlt. Dann war es nur noch was gesellschaftlich Böses. Also ist "das Gute" die sexuelle Treue.

Was war früher nicht alles strafbar. Wohnungen an nicht verheiratete Paare vermieten ebenso wie arbeiten gehen ohne Zustimmung des Mannes. Und das noch viel später als Ehebruch. Ich finde nicht, dass irgendwelche historischen Regelungen da relevant sind.

2. Frauen trennen Liebe und Sex meist nicht, wobei die fremdgehende Hälfte in Beziehungen das ja doch macht. Also wenn sie den "Einzigwahren" gefunden hat, dann ist alles exklusiv.

Männer trennen es meist eher. Es gibt keinen stichhaltigen Grund, da die Sichtweise der Frauen als gegeben hinzunehmen. Aber einen, zu reden und sich innerhalb einer Beziehung darüber abzustimmen. Der Mann kann nicht annehmen, dass Treue nicht wichtig ist, die Frau nicht, dass sie wichtig ist. Es gehört angesprochen, da hat Tom völlig Recht. Wir haben ja hier auch Frauen, die offene Beziehungen leben und damit nicht treu sind. In Beziehungen muss man regeln, wie man leben möchte, sonst scheitern sie an unterschiedlichen Vorstellungen.
 
  • #111
Hallo @void und alle interessierte Mitleser.

Deinen Punkt 1 kann ich sofort unterschreiben. Leider schmeisst du bei deinem Punkt 2. alle Erkenntnis wieder über Bord.

2. Frauen trennen Liebe und Sex meist nicht, wobei die fremdgehende Hälfte in Beziehungen das ja doch macht.

Auch heute noch ist es für eine Frau schwer zu sagen, sie möchte einfach nur Sex. Bis vor 50 Jahren wurde Frauen keine eigene Sexualität zugesprochen. Frau machte Sex nur aus Liebe. Reste dieser Vorstellung spucken noch immer in unseren Köpfen. Ein Mann darf auch einfach mal Nur-Sex haben, der Mann ist dann zwar nicht dass beste Partnerschaftsmaterial, aber so sind Männer nun mal. Eine Frau die nur Sex will ist auch heute noch für viele eine Schlampe, sie ist die Firmen-, Vereinsmatratze. Diese Verurteilung erfolgt meist durch andere Frauen.
Also 'muss' Frau den Seitensprung aus Liebe, bzw. Verliebheit machen, Vernachlässigung durch den Mann geht auch noch gerade so.
Ich will hier nicht in Abrede stellen, dass es viele Frauen gibt die Sex und Liebe nicht trennen können. Eine 20zigjährige mit wenig Erfahrung hängt da sicher noch ihren Mädchenträumen nach. Eine Frau Mitte 40, die das Sexualleben mit ihrem geliebten Mann als 'lustloses Gestochere' (der Begriff taucht im Nebenthread auf) empfindet ist sicher auch mal offen für leidenschaftlichen Nur-Sex mit einem attraktiven Mann. Aus den oben genannten Gründen kann sie es aber nicht zugeben. Ja, sie kann es nicht mal vor sich selbst zugeben.
Wir haben hier doch auch immer wieder Beiträge von Frauen die eine Affaire haben / hatten. Meist beginnt der Text dann mit 'eigentlich mache ich so etwas nicht', 'eigentlich ist es gegen meine Grundsätze' oder sogar 'ich weiss nicht wie das passieren konnte'.
Mir ist völlig klar, dass ich hier hier grob vereinfache.

Und dann wirst du leider unsachlich:
Aber da es Männer nicht sagen oder es vielleicht wirklich nicht alle Männer so sehen, dass sie jedem Impuls auch nachgeben, nur weil die Ehefrau gerade nicht hinguckt,
Nur weil an Mann (ich spreche jetzt in erster Linie von mir) auch mal Sex mit einer anderen Frau hat, heisst das noch lange nicht, dass er mit Jeder ins Bett springt. Auch ich habe mehr oder weniger direkte Angebote von Frauen abgelehnt, bzw. übersehen wenn mir die Frau einfach nicht gefallen hat. Auch habe ich mich zurückgezogen wenn ich den Verdacht hatte das sie sich verlieben könnte.
Ich verbleibe in der Hoffnung, dass wir weiterhin sachlich weiterdiskutieren können.
 
  • #112
Mich stört dieses dogmatische, ideologische Beharren auf "sexueller Exklusivität" als eine Art Grundrecht. Ist Vertrauen wirklich nur und ausschliesslich daran zu messen?

Was ich allerdings gar nicht abkann - die Forderung nach sexueller Exklusivität als Recht zu sehen, wenn möglich noch mit der Begründung, das wäre moralisch, politisch korrekt und alle anderen Menschen würden das auch so sehen. Da wäre bei mir die Faszination der selbstbewussten Frau ganz einfach weg. Für mich wäre das sehr bedürftig - kämen die o.g. Begründungen dazu, ist diese Frau weder meine Liga noch ernstzunehmen.
Ich denke nicht, dass Menschen die sexuelle Exklusivität als ihr Recht anschauen. Ich glaube hier werden Äpfel mit Birnen vermischt. Dieses Recht kann man rechtlich/juristisch nicht durchsetzen!

Bei der sexuellen Exklusivität geht es um etwas ganz anderes! Es geht um die Gefühle und die Bedeutung der Sexualität in einer Liebesbeziehung. Menschen, die wirklich ineinander so stark verliebt sind haben überhaupt kein Bedürfnis mit anderen Sex zu haben. Verliebte Menschen nehmen die anderen gar nicht mehr wahr, die Welt um sie herum scheint nicht zu existieren, sie sind nur beide 100% aufeinander fokussiert. Es gibt nur diese einzige Zweisamkeit in jeder Hinsicht: in emotionaler und in sexueller.

Jeder Mensch der verliebt ist und eine neue Beziehung beginnt, will nur mit dem geliebten Menschen schlafen. Wie lange diese Phase andauert ist von Paar zu Paar ist unterschiedlich. Irgendwann später gibt es die ersten Probleme in der Beziehung und die erste Leidenschaft lässt nach. Das alles geschieht von alleine ohne eine moralische Fordeung oder gar Recht dahinter.

Es geht nur um die menschlichen Bedürfnisse, die jeder in einer Beziehung erfüllt haben möchte - unter anderem auch die sexuellen. Ich schätze 90 % der Menschen betrachten die Sexualität nicht nur als reinen Trieb, sondern auch als der intimste Ausdruck ihrer Gefühle zum anderen.
 
  • #113
Ich finde nicht, dass irgendwelche historischen Regelungen da relevant sind.
Du kannst doch aber nicht ignorieren, dass diese x-tausend Jahre alte "Vorschrift" und das damit verbundende Sicherheitsbedürfnis, dass der Nachwuchs versorgt ist und auch von einem selbst ist (vom Vater aus gesehen), nicht durch 50 Jahre sexuelle Befreiung aus den Köpfen entfernt werden kann.

Sicher haben die Frauen ihre Grundeinstellung auch gegen über ihren Männer, Freundinnen oder auch in einem Internetforum vertreten.
Ja, das ist die übliche Heuchelei. Bei denen hast Du recht - die wollen belogen werden und belügen selbst. "Alle tun es, nur redet keiner darüber", "nur wer sich erwischen lässt, ist der Dumme"...

Für mich gilt dann halt der Satz: 'Die Welt will betrogen werden'.
Nur ein Teil der Welt, wie Deine Bettgespielinnen. Es gibt auch die anderen, aber ich denke, diese Menschen sind rarer gesät. Und im Grunde macht diese Einstellung "die Welt will betrogen werden" auch sehr einsam, finde ich. Denn so jemand müsste ja eigentlich automatisch davon ausgehen, dass er im Fall der Fälle hängen gelassen wird und am Ende jeder sein Feind werden kann, der wegen eines persönlichen Vorteils ihn hintergeht. Ich denke, wer sexuell diese Meinung vertritt, dem kann ich in anderen Dingen auch nicht trauen, weil er am Ende immer nur nach seinem Vorteil gucken wird und mir auch nicht vertraut, dass ich fair wäre. Die Einstellung hat auch was sehr Resigniertes, was Sicht auf Menschen angeht. Weil - die Ausnahmen findest du ja gar nicht mehr, wenn gleich alle im Topf landen "potentieller mich-Betrüger".
Die andere Variante ist schwieriger und macht auch einsam, wenn man keine Menschen findet, die loyal sind. Aber man hat immer die Wahl, welchen Teil der Welt man in seine eigene Welt lässt und wie man sich selbst verhält. Nicht vom moralischen Standpunkt aus, sondern... wie soll man das nennen? mir fällt nur das Wort "vom seelisch-hygienischen Standpunkt" ein. Mich würden bewusste Vorteilslügen mit Berechnung vergiften innerlich. Mich würde es belasten, wenn ich wüsste, dass ich den Menschen, den ich liebe, belügen muss, um weiter mit ihm zusammenzusein. Ich bin gerade mal an der Schwelle, bei Menschen, die mich mal sehr verletzt haben, zumindest nicht alle meine Wahrheiten preiszugeben, wenn es ihnen einen Vorteil bringt (Es geht um was Harmloses, ich wurde von einer Frau, die mir mal mit Genuss einen Tritt verpasst hat und mir danach ein paar geschmissene Spitzen präsentierte, gefragt, welchen Sport ich mache, weil sie ihre Figur in Schuss bringen will. Und ich hab nur einen Teil erzählt, den Sport, den sie auch macht.). Aber es fühlt sich skrupellos und "kalt" an.
 
  • #114
Och, es gibt sowohl Männer als auch Frauen, die ansprechen, dass ihnen Treue wichtig ist, oder eben nicht wichtig.
Bestimmt. Aber ich könnte mir vorstellen, dass der Anteil derer die ansprechen das Treue ihnen nicht so Wichtig ist, deutlich oder sogar sehr sehr gering ist. Weil halt den meisten der Aspekt Treue sehr Wichtig ist.(Erstmal).
Ich frage mich auch wie würde das aussehen? Man trifft einen netten Menschen und ist ernsthaft interessiert. Kennt seine Treuegedanken noch gar nicht. Was sagt man dann wenn man es halt nicht Wichtig findet. "Hey du bist echt eine sehr nette und umwerfend schöne Frau und könnte mir mit dir wirklich eine schöne Beziehung vorstellen. Aber von Treue halte ich nicht viel und bin da Leidenschaftslos."???
Ich denke die das solche Gespräche immer erst später innerhalb der Beziehung zum Vorschein kommen. Nämlich dann, wenn mind. einer unzufrieden wird. Oder es wird heimlich gemacht, wie die Mehrheit es dann macht.
m47
 
  • #115
Die FS hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Glückwunsch! Mehr Frauen wie sie braucht das Land. Das zeigen nicht zuletzt die Antworten hier.

Der Mensch ist nicht monogam. Da lässt die Anthropologie keinen Zweifel. Alle höheren Primaten sind nicht monogam. In weiten Teilen der Bevölkerung wird aber die körplich ausschließliche Monogambeziehung idealisiert und alles andere abgewertet.

Finde den Fehler!

Vor diesem Hintergrund ist es keineswegs verwunderlich, dass allein hier im Forum pro Woche geschätzt 3 bis 4 Beiträge aufgemacht werden, die mit erlebter Untreue zu tun haben.

Meine letzte "feste Beziehung" sagte gleich eingangs, ich könne auch mal eine andere Frau haben, wenn mir danach ist. Ich solle nur Bescheid sagen. Sie selbst ist in ihren zurücklegenden Ehen immer wieder sporadisch fremd gegangen und hat sich das auch nicht nehmen lassen. Eher hat sie Ehekrach ausgehalten.

Also, ich als Biologin nochmal: Das ist zwar richtig; aber da wird immer was ausgelassen, wie ich an anderer Stelle schon mal schrieb: Der Mensch lebt nicht in einem Harem mit einem Oberaffen, wo die anderen Affen nicht zum Fortpflanzen kommen (oder wärst du dafür), er lebt wie andere Arten quasi monogam (manche Vögel etc.). Auch diese Arten gehen fremd, um die Weitergabe der Gene zu sichern. Aber auch hier gibt es Eifersucht und keiner von den Partnern will, dass der jeweils andere fremdgeht. Ein Meisenmännchen kümmert sich nicht mehr gut um die Jungen, wenn es merkt, dass das Weibchen "fremdgevögelt" hat. Die Eifersucht und der Versuch, dass der Partner eben NICHT fremdgeht, ist bei allen Arten, die in sogenannten monogamen Partnerschaften leben, auch überlebenswichtig. Man kann dann also nicht sagen, freie Liebe, aber Eifersucht darf es nicht geben. Bitte wenn man sich auf die Biologie beruft, das nicht einfach weglassen; das ist so sonst sehr vereinfacht und nicht korrekt.
Wenn du dich immer auf die Affen beziehst, ist das auf jeden Fall nicht korrekt, da wir nicht mehr in so einer Art hierarchischer Gruppe leben, wo der Hauptteil der Männchen am Fortpflanzen gehindert wird. Bitte mit dem Thema weitergehend beschäftigen, anstatt das immer als Freifahrtschein zu benutzen. (Und wenn du dein Verhalten an die Tierwelt anpassen willst, dann dürftest du nicht verhüten, denn um die Fortpflanzung und Weitergabe der Gene geht es bei den Tieren ja ebenfalls. Als ob der Mensch nicht noch das Bewusstsein hätte und die Möglichkeiten, über die Folgen seiner Handlungen nachzudenken...)

Im übrigen meckert hier kaum jemand darüber, dass Leute eine offene Beziehung haben, wenn es ABGESPROCHEN ist mit dem Partner. Das ist doch jedem seine eigene Sache! Es geht um die Verletzung, wenn es eben NICHT abgesprochen ist und wenn einer sich etwas herausnimmt, das beim anderen aber nicht dulden würde (was wieder dem biologischen Instinkt entspricht)...
 
  • #116
@godot
Lieber Godot, ich hoffe sehr sehr sehr, dass ich nie an jemanden wie dich gerate als Partner. Wenn mein Partner später einmal vorschlägt, sexuelle Abenteuer mit anderen zu haben und ich das ebenso sehe, dann bin ich vielleicht auch bereit dazu, das zuzulassen. Momentan kann ich es mir nicht vorstellen, aber ich verurteile niemanden, der nicht treu sein kann oder will. Neulich ist ein Freund von mir ebenfalls fremdgegangen und hat ein riesiges schlechtes Gewissen vor seiner Freundin und wird es ihr nicht sagen, aber er fühlt sich schlecht, weil er das andersrum auch schlimm fände. Den verurteile ich auch nicht, auch wenn ich hoffe, dass die Freundin das dann nicht auf anderem Wege erfährt. Aber jemand, der noch stolz darauf ist, die Partnerin zu bescheißen, ihr also etwas ganz anderes vorgaukelt, ist für mich ein Hochstapler und unecht und ganz und gar nicht authentisch in einer Beziehung. Das wäre für mich das schlimmste, wenn ich an so jemanden gerate. Würde ich dann Jahre später erfahren, dass der Partner so eine Einstellung hat, würde ich mich sehr getäuscht fühlen. Und da ich auch mit vielen Männern befreundet bin und die ehrlich mit mir reden (sind auch welche aus offenen Beziehungen dabei, oder welche, die immer wieder eine neue Partnerin suchen, oder welche mit vielen Affären - aber keinen Beziehungen - gleichzeitig), kann ich sagen, es gibt auf jeden Fall genug Männer, die nicht so denken wie du. Ein Seitensprung oder eine Affäre kann vorkommen, und ich würde auch nicht gleich eine lange Beziehung beenden, nehme ich an. Aber die emotionalen Verletzungen, wenn so etwas rauskommt, das habe ich schon erlebt von beiden Seiten, das macht so viel innerlich kaputt, dass ich sowas nicht okay finden kann. Tut mir leid. Noch stolz darauf zu sein, dass man seinen Partner, der einen liebt, total in die Irre führt, ist einfach schrecklich für mich. Im Übrigen ist die Definition von Treue aber auch etwas, was ich mit jedem Partner immer gleich am Anfang geklärt habe. Aber wenn man stillschweigend annimmt, der andere hält einen für treu, wobei man das gar nicht ist.. dann ist man auch ein Lügner. Dann lieber jemand, der sich gar nicht fest binden will und bei dem ich weiß, woran ich bin, oder eine abgesprochene offene Beziehung.
 
  • #117
Nochmal eine Sache (die hier vllt nicht veröffentlicht wurde): ich bin nicht das Luder vom Dienst, was mit tiefen Ausschnitt oder besonders viel Make Up oder sexuellen Meldungen irgendwelche Signale ausstrahlt. Ich habe NIEMALS mit einem verheirateten Mann mit Kindern geschlafen und auch so habe ich gewissen Ansprüche was meine Sexualpartner betrifft. Ich höre mir lediglich deren Gejammer an, weil ich einfach wirklich Mitleid habe, und probiere denen dann meine Sicht und Einstellung von Monogamie zu schildern, damit sie etwas ändern können. In erster Linie das Sexleben aufpumpen mit der Frau, oder die Ehe öffnen oder was weiss ich. Für Seitensprünge suche ich mir ganz andere Männer aus (jung, dynamisch, attraktiv, experimentierfreudig und selbstverständlich unverheiratet, weil ich mich niemals in eine Ehe einmischen würde, wo die Frau nicht explizit dem Mann fremdgehen erlaubt - was bisher noch nie vorkam). Auch im Freundeskreis schlafe ich definitiv mit niemanden. Wieso sollte ich in einem "all-you-can-eta-buffett" an Männern, vom dem Teller meiner Sitznachbarin klauen oder minderwertiges Essen nehmen, wenn ich doch die volle Auswahl habe?
 
  • #118
Ich war als junges Mädchen auch so naiv, diesen Männern ihr Leid zu glauben. Das ist natürlich größtenteils Quatsch, und die Männer lieben ihre Frauen, möchten sie auch nicht verlassen. Dahinter kommt man übrigens recht schnell, wenn man mit diesen Männern mal über andere Dinge als Sex spricht.

Warum tun sie das? Kann ich als Frau natürlich nur marginal beantworten. Ich denke, Frauen wie du versprechen ein geheimes kleines Abenteuer. Du kommst daher, redest von Squirten und Swingern und wirkst 1.) billig zu haben und 2.) als würdest du als Polyamore keine weiteren Schwierigkeiten machen, dich womöglich verlieben und Ansprüche stellen.
Da kommt bei manchem Mann natürlich der Gedanke auf, mal ein klein wenig, völlig risikofrei, aus seinem Alltag auszubrechen. Wieder mal so richtig wild und frei zu sein, wie damals in Jugendtagen.

Diese Männer verführen dich nicht. Das Wort "Verführen" kommt daher, dass man dazu gebracht wird, etwas Unvernünftiges gegen seinen eigentlichen Willen und seine Ratio zu tun. Diese Männer brauchen dich nicht zu verführen, da du dich ihnen direkt vor die Füße wirfst.

Ich kann deine Motivlage durchaus verstehen, befand mich in einer sehr frustranen Single-Periode in einer ähnlichen Situation und hatte etwas mit einem verheirateten Mann, worauf ich heute nicht stolz bin. Natürlich ist es ein erhebendes Gefühl, mit Komplimenten überschüttet zu werden. Dass man so viel geiler ist als die Ehefrau - welche Frau hört so etwas nicht gern?

Das ist es, was dir blüht, wenn du dich verhältst, wie du es tust. Diese Männer sehen in dir nichts als ein Werkzeug zu ihrer Befriedigung. Wenn du Selbstwert hättest, und dir etwas an einem respektvollen Umgang mit dir gelegen wäre, würdest du das erkennen. Aber natürlich kannst du dir weiterhin deinen - ja, doch - Egopush abholen und dir einbilden, du seiest irgendwas Besonderes. Im Grunde genommen benutzt ihr euch gegenseitig - er dich für Sex und du ihn für deine Selbstbestätigung. Ich weiß gar nicht, was ich schlimmer finde.

Mir ist an Ihren Beiträgen aufgefallen, dass Sie die Sexualität von Frauen außerhalb einer Beziehung stets mit "billig" titulieren. Ich denke, dies hängt ganz von den beteiligten Personen und deren Niveau ab. Einen ungewaschenen Mann an sich ranzulassen geht dabei gar nicht. Dem Affärenpartner müssen natürlich hohe Auflagen erteilt werden, damit ein gleichberechtigtes Verhältnis möglich ist. Dann muss sich auch niemand billig verkaufen. Sie degradieren Frauen zu armen, unfähigen Opfern, die nicht in der Lage sind, über ihre Sexualität frei zu bestimmen. Der Mann muss in Ihren Augen mit einer Beziehung oder gar Ehe für den Sex teuer bezahlen. Solche mittelalterlichen Einstellungen sollten wir langsam hinter uns lassen und Männern und Frauen gleiches "Recht" auf selbstbestimmte Sexualität einräumen.
w(26)
 
  • #119
Auch heute noch ist es für eine Frau schwer zu sagen, sie möchte einfach nur Sex.
So wirklich glaube ich das nicht. Aber ich weiß es nicht. Ich denke, es können mehr Frauen so sagen, als man meint.

Also 'muss' Frau den Seitensprung aus Liebe, bzw. Verliebheit machen, Vernachlässigung durch den Mann geht auch noch gerade so.
Hm. Ich frage mich, wie die Fremdgeherinnen das sehen, also welche Gründe sie haben. Ich denke, es ist auch bei denen so, dass sie überlegen, was sie verlieren, wenn sie gehen, vielleicht auch meinen, sie seien ein gutes Team mit dem Partner und sexuellen Spaß holen sie sich woanders. Kalte Berechnung sozusagen.
Mir ist völlig klar, dass ich hier hier grob vereinfache.
Ich seh das schon so wie Du. "Eigentlich mach ich sowas nicht, aber". Das Selbstbild korreliert in dem Punkt nicht mit dem, was wirklich da ist. Ich kann mir auch vorstellen, dass Frauen da eher noch über sich lügen müssen, gesellschaftlich gefordert. Ich trenn das aber nicht geschlechtlich, also das mit sich-was-Vormachen, was das Selbstbild angeht. Das ist für mich ne Frage des Selbstbewusstseins, ob man sich erkennt oder nicht. Ich denke, dass jeder sich irgendwo was vormachen muss, aber hier liegt ja der Beweis nun offen, Seitensprung ist Seitensprung, Betrug ist Betrug, egal mit welcher Erklärung. Und das ist nicht mal moralisch gemeint, sondern von der Begrifflichkeit her.
Ich denke, die, die am lautesten verurteilen, müssen es sich selbst sehr verbieten.

Nur weil an Mann (ich spreche jetzt in erster Linie von mir) auch mal Sex mit einer anderen Frau hat, heisst das noch lange nicht, dass er mit Jeder ins Bett springt.
Ich hatte es nicht auf Dich bezogen. Ich kann es einfach nicht unterscheiden - ich meine, woher soll ich wissen, bei welcher Frau der fiktive Mann untreu wird und bei welcher nicht? Der Punkt ist, DASS er es werden kann. Soll heißen, ob es nun eine Frau ist oder zehn, ist mir dann egal. Vielleicht ist EINE auch noch schlimmer, weil die ja aussagt, dass es nicht einfach nur Sex beliebiger Art ist, sondern die Frau irgendwie besonders war, dass alle Grundsätze über den Haufen geworfen werden mussten (nach Partnerinnensicht) und die Verletzung, die ich als Partnerin dadurch erfahre, wenn es rauskommt, es wert war.
Ich verbleibe in der Hoffnung, dass wir weiterhin sachlich weiterdiskutieren können.
Ich hab mich nicht als unsachlich empfunden. Ich will mit meinen Beiträgen nie jemandem zu nahe treten oder ihn angreifen und schreibe nur meine Sicht auf das Thema.
 
  • #120
Es geht um die Gefühle und die Bedeutung der Sexualität in einer Liebesbeziehung.

Wenn das der Regelfall wäre, würden weniger Frauen und Männer den Sex einstellen und Treue wäre selbstverständlicher.

Du kannst doch aber nicht ignorieren, dass diese x-tausend Jahre alte "Vorschrift" und das damit verbundende Sicherheitsbedürfnis, dass der Nachwuchs versorgt ist und auch von einem selbst ist (vom Vater aus gesehen), nicht durch 50 Jahre sexuelle Befreiung aus den Köpfen entfernt werden kann.

Damit stellst Du die komplette Gleichberechtigung und Emanzipation in Frage, denn die verlangt genau das von mir. Warum sollte man das für Frauen angenehme behalten, das unangenehme abschaffen? Für mich ist das Rosinenpickerei. Wir Männer sollen uns ändern, ihr Frauen aber nicht?
 
Top