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  • #1

Was passiert bei einer stationären Behandlung von Depressionen?

Ich war gestern in einer psychatrischen Klinik weil ich die Trennung von meiner Partnerin nach über 10 Jahren nicht verkrafte. Das ganze ist jetzt drei Monate her und ich habe alles getan was man in so einer Situation machen kann. Ich war viel unterwegs, mit Freunden weg, habe mich um meine Hobbys gekümmert. Nichts hilft ich werde immer verzweifelter. Ich kann langsam nicht mehr und weiß wirklich nicht mehr weiter. Ich möchte endlich mal wieder zur Ruhe kommen und zumindest ab und zu etwas Freude haben. Der Arzt sagte mir dann gestern ich hätte eine mittelschwere Depression. In einer Woche begebe ich mich deshalb freiwillig in eine stationäre Behandlung. Ich habe aber auch Angst davor. Was passiert da genau? Ich hoffe einfach dass das mir hilft. Ich möchte endlich wieder glücklich sein.
 
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  • #2
Erst einmal lieber FS möchte ich dich loben.Du hast den richtigen Weg gewählt.Ich kann dir leider nicht sagen, wie es dort sein wird außer, dass du dort auch an deine Grenzen stoßen wirst. Du wirst dort nicht nur über deine ehmalige Beziehung sprechen müssen, sondern auch über deine Kindheit. Die Ärzte werde dir auch unangehme Fragen stellen und ggf. wirst du auch Antidepressiva erhalten. Eine Therapie zu machen ist eine gute Entscheidung, weil irgendwann wirst du wieder lachen und glücklich sein können. Aber es wird nicht von heute auf morgen gehen. Das dauert und vor allem hast du einiges zuverarbeiten. Du darst nie den Mut aufgeben und du mußt an dich glauben. Mittelschwerde Depressionen haben viele Menschen doch nicht alle unternehmen etwas dagegen.
Ich wünsche dir so viel Glück,Kraft und das du anschließend wieder glücklich sein kannst!
w
 
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  • #3
Du hast eine sehr gute Entscheidung getroffen,e leiden mehr Menschen unter Depressionen als man denkt.Du wirst dort viel Gruppen-u.Einzelgesprächstherapie haben.Du wirst in der Gruppentherapie efahren,daß du nicht alleine bist mit deinen Sorgen,du wirst aufgefangen wenn du traurig bist,es darf geweint und auch viel gelacht werden.Das ist meine Erfahrung und die liegt erst ca.3Wochen zurück.Du wirst aber auch noch andere Sachen von deinem Therapeuten verordnet kriegen wie z.B.Sport.Du wirst dich aber auch viel mit anderen Patienten austauschen und viel Ruhe und Entspannung erleben.Nutze die Zeit und versuche es zu geniessen.Du wirst auf jeden Fall zur Ruhe kommen.Viel Glück

w39
 
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  • #4
Warum begibst du dich in eine stationäre Behandlung, ohne zu wissen, was dich dort erwartet?
Du solltest dir die Klinik vorher ansehen, ein paar Gespräche führen und deine Fragen stellen.
 
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  • #5
Also die Frauen die ich (m) am Telefon hatte und die berichteten daß sie mal stationär waren waren alle in meinen Augen schwache Menschen, denen der Kern der Persönlichkeit (jedenfalls nach meiner Meinung) wegtherapiert wurde. Eine fühlte sich "gut eingestellt" und es sei ja nichts besonderes dran, daß sie mal dieses stimmungsverändernde Mittelchen nehme ...

Sorry aber ich möchte jemand mit Stimmungsschwankungen, denn das gehört dazu und kein halbkrankes, mit Medikamenten vollgestopftes Wesen und hoffe, daß Du auch insoweit Dir klar bist, daß es eben Leute gibt, die länger leiden und solche die sagen "ach was solls wenn sie weg geht"

Vielleicht bist ja normaler als Du denkst. Natürlich gibt es Depressionen, aber gehören Höhen und Tiefen im Leben nicht dazu ? Ich hatte auch Selbstmordgedanken und bin da ohne Medikamente raus gekommen.

Sicher ist es leicht zu sagen "Depression" aber der gute Therapeut will ja auch sein Geld verdienen und die wenigsten sagen "Ach seien sie stark, da müssen Sie durch das schaffen Sie schon wenn sie die Pobacken zusammen drücken"
 
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  • #6
Nr1@3 Ich glaube das hat er, er möchte einfach nur unsere Erfahrungen wissen.Und das ist doch verständlich.Das was die Ärzte erzählen ist zwar gut und schön, aber andere Meinungen sich zu holen komplett normal.
 
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  • #7
Warum gehst du gleich in eine Klinik? Wahrscheinlich erlebst du eine Trennung das erste Mal. Als ich meine erste Trennung (nach 14 Jahre) erlebte, fiel ich auch ein unendliches Loch und konnte damit nicht umgehen. Ich vertraute mich seinerzeit meinem Hausarzt an. Wenn du den Schmerz zulässt - ja, es dauert und dauert, aber man schafft es. Ich nahm Beruhigungsmittel auf pflanzlicher Basis. Also dieser Klinikaufenthalt klingt für mich zu krass! Glaube mir, man(n) schafft es auch mit eigener Kraft oder einige Stunden beim Therapeuten. Wichtig sind hier auch Freunde mit denen du darüber reden kannst, danach geht es einem wieder ein Stück besser. Gerne würde ich mit dir reden! Jedenfalls wünsche ich dir, dass du die richtige Entscheidung triffst, um wieder in die Reihe zu kommen. Nach gegebener Zeit war ich auch richtig stolz auf mich, wieder Freude am Leben zu haben.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen
Liebe Grüße / w
 
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  • #8
Das geht hier etwas zu weit, einem Therapiewilligen seine Therapiepläne auszureden.

Jeder hat mal ein Tief, sicher.
Dennoch sind andauernde Depressionen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Nicht jede Depression benötigt eine stationäre Aufnahme, das ist richtig. Aber wie es in diesem Fall ist, kann außenstehender und Nichtpsychiater am PC ferndiagnostisch überhaupt nicht beurteilen udn sollte es darum auch lassen.

Es ist für den FS völlig irrelevant, ob andere hier ihre Trauer und ihr Unglücklichsein mit sich selber ausgemacht haben und das auch konnten oder ihren Hausarzt, der sich sicher wie verrückt darüber gefreut hat, mit Liebeskummer erfolgreich zugetextet haben und nun drüber weg sind.

Der FS schreibt, dass er sich zu einer Behandlung entschieden hat, mit der Hoffnung einen weiteren Progress seines Gemütszustandes aufhalten zu können. Ob seine Depression alleine durch Trauer oder Trennungstrauma bedingt ist oder auch hirnorganische Ursachen hat, wird man im Rahmen des statioären Aufenthalts klären und nicht hier.

Ich denke alle hier, die bemüht sind, auch wenn es gut gemeint sein sollte, ihm seine Therapie auszureden, haben auf der anderen Seite kein Interesse Verantwortung dafür zu übernehmen, wenn es im weiteren Verlauf im worst case zu einem Suizid käme, wenn mit der hier vorgeschlagenen Methode von Abwarten, Aushalten und "Selbstheilung kommt dann schon" keine Besserung eintritt.

Ich bin Arzt (kein Psychiater), gehöre zu den Charakteren, die sich alleine aus Tiefs wieder herausholen und für mich käme so eine Entscheidung selber auch nicht in Frage.
Aber wenn man Patienten kennen gelernt hat, die nur zu retten waren, indem sie professionell vor sich selber geschützt wurden, teils auch medikamentös, korrigiert man seine Meinung irgendwann vernünftigerweise doch.
 
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  • #9
Hier nochmals1@FS Lass dich nicht verunsichern! Mach diese Therapie! Sie wird dir gut tun und was andere darüber denken soll dir bitte egal sein!
 
  • #10
Du kannst ja schon lesen, was da passiert. Wichtig ist dabei, dass man Dir nur dann am Besten helfen kann, wenn Du absolut offen und ehrlich bist, insbesondere gegenüber den Profis. Wenn Du zum Arzt gehst mit Kopfschmerzen und von Bauchschmerzen erzählst, wirst Du nicht die richtige Therapie erhalten. Das ist keine Garantie, aber die beste Chance.
 
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  • #11
Guten Tag,

Sie machen das absolut richtig. Den schwierigsten Teil - nämlich zu erkennen, dass es ohne Hilfe nicht mehr weiter geht - haben Sie geschafft.

Sie müssen sich keinesfalls für Ihre Situation schämen. Seien Sie stolz auf sich, dass Sie sich nicht verkriechen und allmählich an der Trennung kapput gehen. Seien Sie stolz auf sich, dass sie den Weg zum Arzt gegangen sind!

In Rahmen einer stationären Behandlung lernen Sie, sich vor Alltagssituationen nicht zu verstecken. Sie erlernen Techniken, wie Sie mit den Gedanken an die Ex umgehen, damit die Gedanken Sie nicht nach unten ziehen. Wenn Sie die gebotene Hilfe annehmen, geht es mit Ihnen bald wieder bergauf.

Ich wünsche Ihnen viel Glück.

M, 50
 
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  • #12
Wer noch nie selber eine echte Deperssion (nicht nur Stimmungstief!) hatte, sollte nicht mit Ratschlägen um sich werfen wie zB. "Kopf hoch, den Hintern zusammen kneiffen, nimm keine ADs, etc."

Fs. Kannst du dir eine "Auszeit leisten" zB. im Job? Bei mittelschweren Depressionen helfen oft auch nur wöchentliche Therapie-Sitzungen und Antidepressivas.

Unternimm etwas, wenn es nicht mehr geht (Klinik, Therapie, ADs)! In einigen Wochen bis Monaten wirst du dich wieder bedeutend besser fühlen, garantiert! Depressionen sind der Horror - sie gehen früher od. später wieder vorbei. m, 42
 
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  • #13
Also ich selbst leide auch noch an Depressionen, allerdings klingen sie immer mehr ab. Ich habe mir eine Therapeutin gesucht, mit der ich auch wirklich klar komme, eine mit der ich reden kann und mich nicht gleich als psychisch gestört hinstellt, nur wenn ich mal etwas äußere, was viele anderen nicht verstehen. Viele MEINER Probleme fußen schlicht darauf, dass ich anders und weitreichender denke, als die breite Masse. Ich komme inzwischen mit mehreren Menschen besser klar, nachdem ich gelernt habe ausführlicher zu formulieren was ich meine bzw. warum ich diese oder jene Meinung habe. Ich nehme zwar Mittelchen, aber nur homöopatische Produkte. Wer Depris hat, muss sich im klaren sein, dass eine Genesung nur dann statt finden wird, wenn er den/die richtigen Therapeuten/Arzt für sich selbst hat! Klar, jeder muss sehen wo er bleibt, und deshalb wollen auch Ärzte ihr eigenes Einkommen sichern, aber ob auch wirklich jeder Arzt die wirklichen Probleme erkennt bzw. anerkennen kann/will, ist wieder eine ganz andere Sache. In meinem speziellen Fall liegt das "Problem" an meiner Hochbegabung! Ein Außenstehender kann das eben einfach nicht sehen, und so entstehen durch Vorverurteilungen sehr viele Probleme. In einer Welt, in der viele andere einfache nur am liebsten in Schubladen stecken wollen, wird auch sehr schnell durch mangelnde Kommunikation die wahre Ursache schlicht verkannt. In einer Klinik bleibt für dich als Mensch kaum Zeit, denn da wird überwiegend an den Symptomen herumgedocktert. Antidepressiva, in der Regel wöchentlich Gesprächstherapie, Lichttherapie, Schlafentzug und in extremen Fällen Elektrokrampftherapie. Du kannst dich selbst auch besser informieren, wenn du dich auf die Homepage der jeweiligen Klinik begibst. Für dich FS also mein Rat, suche dir einen Therapeuten oder Arzt, zu dem du wirklich vertrauen aufbauen kannst. Solltest du ein schlechtes Bauchgefühl haben, dann schau dir lieber noch ein paar weitere Ärzte an. Ein paar mal ausprobieren zahlt auch die Krankenkasse, frag da allerdings bei deiner Kasse mal noch nach. Und du solltest auch wissen, dass es ein relativ langer Prozess sein wird, bis du dich wieder erheblich besser fühlst, bei mir z.B. schon rund ein Jahr. Ich wünsche dir nur alles Gute, und versuch nicht zwanghaft dich abzulenken, sondern lieber dass zu tun, wonach dir grad so ist und du dich wirklich für interessierst. Gute Besserung :)
 
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  • #14
Wenn du nicht mehr weiter weißt, wird dir der Aufenthalt in einer Klinik helfen, besser mit deiner Verzweiflung klar zu kommen.

Du wirst dich
1. körperlich erholen, weil du Methoden erlernst, dich zu entspannen und abzuschalten, und
2. in Therapiegesprächen dein Problem besser einordnen kannst und dabei lernst, weniger zerstörerisch mit diesem umzugehen.

Es wird dir besser gehen danach, mit einem positiverem Blick in die Zukunft.Die Trauer wird sich jedoch nicht in Luft auflösen. Dafür brauchst du Geduld und Zeit. - Manchmal auch Medikamente.

Lass dich einfach beraten und vertraue den Fachleuten in diese Klinik.
 
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  • #15
Hallo FS,

es ist der richtige Weg in eine Klinik zu gehen. Was ich nicht verstehe, warum du erst 10 Jahre gewartet hast und nicht schon viel früher eine Psychotherapie gemacht hast?

Ich glaube auch, dass das Forum hier nicht so geeignet ist, dir deine Frage zu beantworten. Dazu gibt es spezielle Formen bzw. deine Frage hätte man auch bei Gesprächen in der Klinik schon beantworten können.

Den Beitrag von #12 finde ich sehr gut, weil er auch die Zeit umfasst, wenn du wieder aus der Klinik bist.

Mach dich jedenfalls darauf gefasst, dass du einen langen Weg vor dir hast und das der Therapieaufenthalt in der Klinik nicht von heute auf morgen dich heilen wird. Schade, dass du so viele Jahre hast verstreichen lassen, bevor du dir Hilfe gesucht hast.

Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem neuen Weg.

w (46)
 
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  • #16
Fragesteller - wenn Du erwartest (von Dir), eine Beziehung von 10 Jahren in drei Monaten zu verkraften - dann bist Du realitätsfremd.

Selbst beim besten 'Ablenkungsprogramm' kann das nicht gehen. So etwas braucht viel mehr Zeit - in etwa 1 bis 3 Jahre, je nach Mensch und Typ.

Vor allen Dingen brauchst Du da keine stationäre Therapie - sondern kannst Dir ambulant begleitende Hilfe holen.

Dein Wunsch nach einer stationären Therapie kommt mir ein bischen wie weglaufen vor dem Schmerz vor - ein paar Mittelchen einnehmen und man fühlt den Schmerz nicht mehr so .....


Noch einmal: drei Monate nach einer so langen Beziehung ist noch gar nichts!
 
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  • #17
Lieber FS
ich habe den Eindruck, dass Du Dich selbst unter Druck setzt und Deiner Trauer und Verzweiflung nicht wirklich die Zeit gibst, die Du brauchst. Wie kannst Du nach 3 Monaten erwarten wieder glücklich sein zu wollen.
Auch halte ich nicht viel von all den Ratschlägen, wie ablenken usw. Wir Menschen brauchen Trost und Anteilnahme in solchen Trennungsphasen und vor allem ein Fühlen und liebevolles Annehmen der eigenen Schmerzen usw.
Merkwürdig finde ich, dass Du Dich nicht informierst a) über Kliniken und b) über Trennungsphasen.
Und noch ein kleiner Hinweis: Erwarte nicht zuviel von der Klinik. Es kann dir helfen, muss aber nicht. Ich spreche aus Erfahrung
 
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  • #18
Lieber FS, ich habe eine Weile als Ärztin in einer Klinik für Psychiatrie gearbeitet.

Wenn Du dort ankommst, wird Dir erst einaml Dein Zimmer gezeigt. Dann erwartet Dich wahrscheinlich die tägliche Visite mit Arzt, Krankenschwester/-pfleger, evtl Kunsttherapeuten...Du wirst oft die gleichen Fragen gestellt bekommen: Wie lange fühlst Du Dich schon niedergeschlagen? Gab es einen Auslöser? Gab es Suizidgedanken? Suizidversuche in der Vergangenheit? Schlafstörungen, Essstörungen etc...

Das wichtigste ist der individuelle Wochenplan für Deine Therapie und die Medikamente. Du wirst mit Sicherheit auf Antidepressiva eingestellt, es dauert ca 4 Wochen, bis sie wirken. Dann wirst Du hoffentlich eine Steigerunge des Antriebs verspüren, etwas später wird sich auch Deine Stimmung aufhellen.

Alles in allem wirst Du stationär nach Richtlinien behandelt. Manchmal schlägt das erste Medikament nicht an, dann wird umgestellt auf ein anderes.

Mein Tipp:

Arbeite aktiv mit, nutze jede Hilfe und sobald Du Dich besser fühlst und sicher, geh nach Hause.
Und sollten Dir Antidepressiva verschrieben werden und sie helfen, dann nimm sie mindestens 1 Jahr. In der Regel werden sie sehr gut vertragen.

Such Dir einen ambulanten Psychotherapeuten und lass Dich auf eine gezielte Psychotherapie ein.

Jede Sitzung sollte Dir gut tun und Dich einen kleinen Schritt weiter bringen.

Die größte Gefahr ist die Chronizität.

Du schaffst das. Es klingt sehr kraftvoll und voller Leben wie Du schreibst.

Alles Gute

w45
 
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  • #19
zu #4 Du hast keine Ahnung davon, wass Du hier schreibst.

Ich kenne eine Frau, die ist Anfang 30, traumhaft schön ist und unglaublich attaktiv.

Doch: Sie ist (durch ein einschneidendes Erlebnis) krank und weiss selbst, das sie überhaupt nur dann zu ertragen ist, wenn sie ihre stimmungsbildverändernden Medikamente nimmt
und auch, dass eine längefriste Beziehung nur schwer zustande kommen kann.

Ich bin ein sehr umgänglicher Mensch (hätte früher vielleicht etwas ähnliches geschrieben wie Du und gelgaubt, auch auf diesen Topf passt ein Deckel) ... aber nein, es gibt eben geistige Krankheiten bzw. Depressionen, die können wir als normale Menschen (ich habe sie einfach nur im Bekanntenkreis) kennengelernt, in ihren Auswirkungen nicht verstehen oder begreifen.

Ich habe wirklich dazulernen müssen, dass gewisse Verhaltensweisen einer psychisch kranken Person für einen normalen Partner kaum auszuhalten sind und diese deshalb leider als beziehungsunfähig gelten musste.

Desahalb an FS:
Mache die Therapie; versuche Mut zu haben, und versuche auch, Deine Mitte neu zu finden.
m - 36
 
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  • #20
Lieber FS, wenn man eine Depression hat, ist man üblicherweise viel stärker verletzt durch Reaktionen, von denen man sich unverstanden fühlt oder durch die man denkt: "ich mache was falsch." Deswegen beachte die Dich aufbauenden, ermutigenden Beiträge im Forum!
Dass das Ende einer über zehnjährigen Beziehung Dich zutiefst schmerzt, ist in Ordnung. Es zeigt doch auch, welch hohe Bedeutung sie für Dich hatte. Dass Du trotz besten Bemühungen in die Depression gerutscht bist, ist nichts, wofür Du mit Dir selbst hadern müsstest. So verrückt es vielleicht klingt: es ist die Möglichkeit, die Deine Psyche "gewählt" hat, damit umzugehen. Selbstverständlich wünschst Du Dir anderes, aber auch Schlimmeres wäre noch denkbar. Also akzeptiere Dich jetzt so, wie Du bist; Du bist deswegen kein Versager, sondern trotzdem ein ganz kostbarer Mensch, weil sensibel und verletzlich (und überhaupt, es gibt bestimmt viele Qualitäten, die Du hast, auch wenn sie Dir im Moment so unwirklich und weit weg vorkommen).
Nimm die Auszeit als Chance, viel Glück dabei!
Wenn ich ein Buch empfehlen darf: "Mark Williams, John Teasdale u.a.: Der achtsame Weg durch die Depression".
Absolut beeindruckend, wie dort die Depression erklärt wird und Wege aus ihr heraus aufgezeigt werden. Und auch wenn es im Moment zu mühsam ist, es richtig durchzuarbeiten: schon einige Blicke hinein können Augen öffnen.
Alles Gute!
 
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  • #21
Hallo lieber FS,
ich war wegen Essstörungen, Selbstverletzungen, Suizidgedanken und Depression in einer Klinik und bin jetzt gerade am Ende der ambulanten Therapie. Ich würde für mich beanspruchen, dass meine Persönlichkeit keineswegs "wegtherapiert" wurde. Und diesen Eindruck hatte ich in der Klinik auch von keinem meiner Mitpatienten... soviel zu dem, was #4schreibt...
Dass du Angst hast, ist meiner Meinung nach völlig normal. Immerhin ist das eine völlig neue Situation. Und du gehst dahin, um deine Probleme zu bewältigen, du stellst dich also dem Unangenehmen, Traurigen in deinem Leben. Da geht man natürlich nicht gerade freudestrahlend ran, sondern auch mit einer großen Portion Bauchweh. Ich denke, das geht den allermeisten so. Mir auf jeden Fall...

Ein Klinikaufenthalt ist vor allem deshalb gut und sinnvoll, weil er dich aus deiner normalen Umwelt rausholt und so räumlich schon mal eine Distanz zu dem schafft, was dir Probleme bereitet. Wenn du dir die Klinik schon mal angesehen hast, weißt du ja schon mal, wo es hingeht. Wenn du dort ankommst, wirst du begrüßt, rumgeführt, hast Gespräche mit den zuständigen Ärzten und Therapeuten. Bei mir war es so, dass ich eine Patin bekommen hab, eine Mitpatientin, die schon zwei, drei Wochen da war, sich auskannte und mich rumgeführt hat - Therapieräume, gerade auch den Raum der Therapiegruppe der ich zugeordnet war, Speisesaal usw. Der Gemeinschaft, der ich zugeordnet war, wurde ich ebenfalls vorgestellt, bzw. habe mich vorgestellt, ebenso wie die anderen, die mit mir neu waren. Mit meiner Therapeutin habe ich den Therapieplan besprochen, also die verschiedenen Angebote und Therapien. Und eine Ärztin hat den medizinischen Teil übernommen.
Wenn du in der KLinik bist, wirst du wohl auf jeden Fall Therapiesitzungen haben - bei mir waren es wenige Einzel- und v.a. Gruppentherapiesitzungen. Da wurden eben verschiedene problematische Punkte angesprochen. Und auf der anderen Seite geht es darum, zu schauen, wie man sein Leben angeht, wenn man wieder aus der Klinik draußen ist. Denn der Klinikaufenthalt ist ja in der Regel "nur" (aber ein großer und wichtiger Schritt) der Anfang.
Also: lass dich nicht verunsichern, wenn dir jemand sagt, dass eine Klinik nicht nötig wäre oder ähnliches. Du bist in einer schwierigen Lebenssituation, hast Depressionen und es ist völlig egal, was andere da denken, wie andere das angehen würden.
Du willst die Depressionen in den Griff kriegen, willst wieder gesund werden. Ein Klinikaufenthalt ist da ein sehr guter Weg. Und was du auch machen kannst, ist, deine Ängste zu formulieren, wenn du dort bist. Du darfst (uns sollst sogar :) in der Therapie über deine Ängste, Sorgen und Probleme sprechen. Vielleicht hilft es dir, wenn du die Ängste einfach mal aussprichst.
Ach ja, was ich dir noch gerne sagen würde: Du bist als Patient der, um den es in der Therapie geht. Der Therapeut gibt dir Impulse, er hilft dir, hat das nötige Fachwissen. Aber du bist der Spezialist für dich selbst. Und als solcher begegnest du dem Therapeuten eigentlich auf gleicher Ebene. Ihr seid beide Spezialisten für je eigenen Bereiche und arbeitet zusammen, um deine Probleme zu lösen. Mir hat dieser Gedanke sehr geholfen, weil ich mich damit nicht als der schwache Kranke gefühlt habe, der zu einem allwissenden Therapeuten aufblickt, der quasi immer recht hat. Denn ob die Ideen des Therapeuten für mich so genau stimmen, das kann nur ich selbst entscheiden. Wenn ich das Gefühl habe, dass das so nicht passt, dann formuliere ich das, versuche mit meinem Therapeuten herauszufinden, was bei mir passt. Schließlich ist kein Mensch wie der andere und es bringt wenig, sich in ein Schema pressen zu lassen, das für einen selbst eben nicht oder nur bedingt stimmig ist.
Und was Psychopharmaka angeht: Sie sollen und können den therapeutischen Prozess unterstützen. Ich nehme selbst SSRI, die mich psychisch sehr stabilisieren. Stimmungsschwankungen habe ich immer noch - aber im normalen Bereich und nicht mehr so extrem, dass sie mich ernsthaft beeinträchtigen. Aber da wirst du sicher professionellen Rat bekommen. Und eine gute Klinik, stellt ihre Patienten nicht nur mit Medikamenten ruhig. Eine gute Psychotherapie besteht nicht nur aus Medikamenten, aber Medis können eine Psychotherapie durchaus unterstützen.
Alles Gute!
 
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  • #22
@ FS:
In der Klinik wirst du am ehesten mit Antidepressiva behandelt (also eingestellt und meist müssen diese auch über einen längeren Zeitraum nach Entlassung genommen werden; genaueres wird dir aber die behandelnde Ärztin bzw. Arzt sagen). Zusätzlich gibt es Psychotherapie, Ergo- und Sporttherapie. Die Psychotherapie als alleinige Therapieform ist bei einer mittelschweren Depression nicht möglich, aber zusätzlich zur medikamentösen Therapie auf jeden Fall wichtig.
Und hör nicht auf Menschen, die behaupten man wäre schwach etc. Die haben keine Ahnung von Depressionen.
Den ersten Schritt zur Genesung hast du allerdings schon geschafft, weil du selbst die Therapie willst.
Alles Gute und gute Besserung
 
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  • #23
Viele Menschen haben Nierenprobleme, andere schwere Gelenkschsmerzen und wiederum andere Depressionen. Nur letztere schämen sich häufig ihres Leidens. Doch Fakt ist, dass gerade unter den letzteren Selbstmorde stattfinden und nur selten bei organischen Problemen.

Einige Poster massen sich diletantische Ratschläge an.
Nur ein(e) professioneller Psychiater(in) oder Psychotherapeut(in) sollte hier Empfehlungen abgeben.

Ich finde den Schritt gut. Und Du musst nichts machen (Therapieformen, Arzneimittel etc.), die Du nicht möchtest.

Was die mögliche Verschreibung von Antidepressiva angeht, so hat diese nix mit den Neuroleptika zu tun (z.B. bei psychotischen Störungen).
Die Persönlichkeit wird in keinster Art und Weise verändert. Auch körperlich hast Du fast keine Symptome (nur etwas am Anfang bzlg. Verdauung) - und später eine etwas verminderte Errektion. Das kleine Problem lässt sich allerdings durch das einmalige Aussetzen der Medis beheben und es bleiben auch keine bleibenden Potenzprobleme (im Gegenteil).
Antidepressiva verhindert lediglich die "Grübel-Spirale der Gedanken", welche den Betroffenen lahmlegen kann. Freude, Trauer, Ärger etc. All diese Gefühle erlebst Du gleich intensiv.

Die Gesprächstherapie kann Dir aufzeigen, warum die erwähnte Trennung Dich dermassen "herunter zieht". Bei einigen Menschen kann da eine alte Verletzung, Verunsicherung etc. vorliegen, welche sie seit Jahren geprägt hatte...aber das soll der Therapeut zusammen mit Dir herausfinden.

Alles Gute und weiterhin viele schöne Momente im Leben

m(45)
 
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  • #24
Mich würde interessieren was aus dir geworden ist, und ob dir die Therapie weitergeholfen hat!
 
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  • #25
für eine mittelschwere Depression musste ich keinesfalls stationär aufgenommen werden. Was dich aber erwartet sind Medikamente. Die Phase eingestellt zu werden dauert einige Wochen und ich habe das nicht vertragen, hat also nicht geklappt. Es hat mir geschadet. Egal, was Tablettenverliebte Ärzte meinen, ich weigere mich. Und das ist gut so. Sagt auch die Therapeutin. Was du auf jeden Fall tun solltest ist natürlich dir einen netten Therapeuthen auszusuchen. Du bekommst mehrere Probestunden um diesen zu finden. Das geht natürlich auch alles nicht schnell und dauert einige Zeit, aber es hilft wirklich. Stationär gegen deinen Willen aufgenommen wirst du allerdings, wenn du Selbstmordgedanken deutlich äußerst und dich dann beratungsresistent zeigst. Dann wird dein Hausarzt für die Stationäre Aufnahme sorgen. Das muss er dann auch zu deinem Besten. Er kann das dann nicht mehr verantworten. So habe ich es z. B. bei einer Freundin gesehen.
 
  • #26
Liebe FS, nach all den Beiträgen hier bist du wahrscheinlich erst Recht verunsichert, aber ich kann dich beruhigen:

Du musst im Vorfeld eines solchen Klinikaufenthaltest gar nichts machen! Lass dich einfach fallen und vertraue darauf, dass dir geholfen wird, Punkt.

Du wirst dort freundlich aufgenommen, darfst erst mal in dein Zimmer gehen und deine Sachen auspacken. Danach lernst du (d)einen Arzt kennen, der dich untersucht und mit dir deine Probleme bespricht und dir einen Therapieplan gibt, der genau auf dich zugeschnitten ist. Gruppengespräche und Einzelgespräche mit Therapeuten gehören dazu, Entspannungsübungen und/oder sportliche Aktivitäten, dazu Angebote zu kreativem Gestalten. So bekommst du eine Art Stundenplan, der deinen Tag bestimmt.

Medikamente werden nicht automatisch gegeben!! Möglicherweise geht es bei dir auch ohne, es kommt darauf an, wie tief du bereits in der Depression drin steckst. Ich könnte mir vorstellen, dass dir schon die Therapieangebote aus dem Loch heraus helfen, in das du gefallen bist. Aber dies alles wird ein Arzt mit dir besprechen, und wenn du für eine gewisse Zeit Medikamente nehmen solltest, dann kannst du es ruhig tun.

Geh also bitte nicht mit Zweifeln oder Kampfgeist in diese Klinik, sondern mit Zuversicht, dass du super unterstützt wirst in deinem Wunsch, wieder Boden unter die Füße zu bekommen. "Glücklich", wie du es dir wünschst, verlässt du die Klinik natürlich nicht, aber du bekommst konkrete Hilfen mit auf den Weg, dass du wieder ein normales Leben führen kannst.

Alles Gute für dich!
 
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  • #27
Eine stationäre Behandlung ist vielleicht für dich jetzt gerade das Beste.
Oftmals ist es ja gerade bei Männern so, dass sie nach einer Trennung ganz allein dastehen. Sie haben niemanden, mit dem sie sprechen können, obwohl sie das so dringend bräuchten.
Dort in der Klinik gibt es Therapeuten, die zuhören. In den Gruppengesprächen siehst du, dass nicht nur du Probleme hast. Wenn du von den Problemen der anderen erfährst, lenkt dich das vielleicht mehr von deinen eigenen ab. Es ist wichtig, in einer Trennungsphase nicht allein zu sein. Die Therapeuten und die Gruppe werden dich auffangen. Deine Schmerzen und Probleme wirst du wahrscheinlich nicht vollständig heilen können, aber solch eine Therapie wird dich sicherlich einen Schritt weiter bringen und dir neue Lösungswege aufzeigen.
 
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  • #28
Depressionen wegen Trennung ist für mich nicht nachvollziehbar, aber jeder ist eben anders.
Ich kenne einige, die wegen mittelgardiger Depressionen stationär - auch teilweise medikamentös - behandelt wurden.

Ob dies im Ergebnis dazu führt, daß Sie wieder glücklich sein werden, steht auf einem anderen Blatt, denn das eine hat mit dem andern nichts zu tun.
Viel Erfolg.

m, 50
 
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  • #29
Oh mann, wenn man die Antworten hier liest, hat man das Gefühl, dass die Hälfte eben psychisch total krank ist...

Aber als ich deine Zeilen gelesen haben, dachte ich gleich: Was erwartest du? Du warst 10 Jahre in einer Beziehung und meinst, dass nach 3 Monaten alles wieder im Lot ist?
Ich habe mich vor 2 Jahren getrennt. 8 Jahre Ehe, 2 kleine Kinder.
Ich stand mit unserem Baby da, weil mein Mann lieber ne rockige junge Geliebte wollte.
Nach 3 Monaten fängst du ja erst so langsam an zu realisieren, dass du wohl wirklich getrennt bist. Bei mir hat das sogar fast 1 Jahr gedauert, bis ich das so richtig geschluckt habe. Davor dachte ich immer mal wieder: "Vielleicht wirds ja doch noch was...irgendwie..."
Ablenkung ist manchmal gut, aber was wirklich hilft ist, irgendwann eine neue Perspektive zu haben, neue Pläne, Dinge, auf die man sich freut, wie z.B. ein Urlaub (nicht alleine!!).

Ich habe auch 2 Psychotherapeutinnen gehabt, muss aber sagen, dass es mir nicht guttut, wenn ich teilweise relativ "stark" dort hingegangen bin und dann nach 10min wieder geheult habe, wie ein Schlosshund. Ich hatte übrigens auch eine Depression inkl. ANtriebslosigkeit, Trauer, Schlaflosigkeit, Angstzuständen, usw.
Meine Freundin hat sich auch nach 10 Jahren Ehe getrennt und ist nach 3 Jahren so langsam darüber hinweg, dass sie nicht mehr glaubt, dass es nochmal was werden könnte mit ihrem Exmann und den Kindern.
Also 3 Monate sind gar nichts!

Ob man wirklich stationär sein muss, weiss ich nicht. Mir hätte das nichts gebracht, weil ich nicht krank sein wollte und mich von morgens bis abends nur mit mir beschäftigen wollte.
Aber vielleicht ist es für manche auch tröstlich zu wissen. "Ich bin krank und es ist normal, dass ich so antriebslos bin und keine Kraft für irgendetwas habe."
 
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  • #30
Hallo ,

ich kann euch nur die Stationäre Therapie empfehlen,weil ihr dort 6 Wochen jeden Tag therapie habt.
Ich selber habe auch erst eine Ambulante therapie gemacht ,alle 4 Wochen eine stunde.Das ganze hat mir nicht wirklich was gebracht, mir ging es immer schlechter bis ich alles abgebrochen habe und die nächsten 3 Jahre wenn es mir schlecht ging Frustsaufen gegmacht habe.Alls ich dann merkte das ich mich immer mehr isollierte und nur noch die Arbeit hatte um meine Kosten und den Unterhalt für die Kinder zu sichern,sagte ich mir das kann nicht so weiter gehen.Ich ging also vom 2.8.-25.9.2012 in die Klinik und muss echt sagen das niemand davor Angst haben muss.Ich habe mich dort sehr gut erholt durch geziehlte Tagespläne.Sicherlich bin ich an grenzen der gefühle gekommen wo ich nicht wusste ob ich Kotzen , etwas zertstören sollte oder weinend zerbrechen soll.Dafür macht ihr das, ihr seht euch auch in bestimmten Situationen völlig anderst,das hatt alles einen Sinn und ist vom Therapeuten gewollt.Das wichtigste an der sache ist, ihr seit dort nie allein . Alles liebe alles Gute für euch
 
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