• #1

Was sind "Jugendsünden" und inwiefern kann sich ein Mensch ändern?

Jemand hat mir erzählt, dass er mal Mobbingopfer war, in jungen Jahren.

Danach hat ihn das aber so sehr geprägt, das er zum Täter wurde und diverse Leute so sehr fertig gemacht hat, dass sie die Schule gewechselt haben. Das waren wohl mehrere Leute. Nix mit Einzelfall, Ausrutscher und so.

Er meint es war eine Jugendsünde und dass er es gerne rückgängig machen würde. Darauf hin habe ich ihn gefragt, warum er sich denn nicht entschuldigt hat. Er meinte, es wäre ja schon so lange her und und er könnte die Leute nicht finden. Ich habe das mal so stehen lassen, bei den Zeiten von Facebook und Co. Ich hatte den ernsthaften Eindruck, das er es nicht wirklich bereut, weil er es damals gebraucht hat.

Wenn jemand die Stärke finden zum Täter zu werden, dann sollte er doch die Verursacher bekämpfen, finde ich.

Ich kenne seine Situation, doch ich habe mich anders entwickelt. Obwohl ich weiß, dass jeder sich selbst verteidigen sollte... so stehe ich oft auf der Seite der Schwächen, nicht der Masse. Ich kenne nämlich die andere Seite.

Ich will ehrlich sein. Ich habe meine Entscheidung schon getroffen, aber dennoch würde ich gerne eure Erfahrungen und Einschätzungen hören.
 
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  • #2
Jugend"sünden" können alles sein.
Jugendliche machen viel Sch***. Unüberlegtes, Gefährliches, Gemeines. Große Bandbreite.
Die meisten lernen daraus. Man wird erwachsen, vernünftig. Jeder verändert sich im Lauf des Lebens.
Bei Jugendstrafen setzt man aus gutem Grund mehr auf den pädagogischen Effekt.
Was jemand mit 15 angestellt hat, ist irrelevant, wenn er daraus gelernt hat.

Wenn jemand einen Erwachsenen nach seinen "Jugendsünden" verurteilt, sagt es was über diesen Menschen aus.
Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.
Ich werfe keine Steine.

Ich kenne viele, die nicht über soziale Medien zu finden sind. Nicht bei Facebook, Xing, usw.
Junge Menschen sind ganz woanders als bei Facebook.

Du hast Deine Meinung. Die ist klar.
Lass diesen Mann in Ruhe.

M, 56
 
  • #3
Wie sagt man so schön: wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein. Allerdings kann ich dich gut verstehen, das zeugt nicht von Charakter und Standing, da wäre ich auch ganz sicher schnell weg. Warum erzählt er das bloß? Will er dein Verständnis oder deinen Segen? Komisch, ich würde mich in Grund und Boden schämen. Sicher macht der Mensch fehler, jeder, jeder Einzelne, manche sind schlimm, manche nicht so schlimm, aber ich geh doch nicht mit den Leichen aus dem Keller hausieren...
 
  • #4
Ich wurde zu Jugendzeiten auch gehänselt. "Entschuldigt" hat sich niemand (auch rein sprachlich ist das Unsinn), um Entschuldigung gebeten auch keiner. Wenn heute nach Jahrzehnten jemand ankäme, fände ich das eigenartig.

Er hat seine Fehlhandlung erkannt und sich (?) geändert. Alles andere ist nicht Dein Problem.
 
  • #5
Ich verstehe deine Frage nicht wirklich und was du dazu wissen willst. Er hat in seiner Jugend einen Fehler gemacht und bedauert es heute. So habe ich es verstanden. Ist die Frage nun, ob er noch genauso wie in der Jugend sein könnte und er wieder so handeln würde? Da er es bedauert, denke ich, dass er nun reif genug ist, dass das nicht nochmals geschieht. Ich weiß nicht, wie alt ihr seid, aber in meiner Generation gibt es viele Menschen, die in ihren jungen Jahren Fehler gemacht haben und es heute bereuen. Diese Fehler gehören zu dem jeweiligen Menschen und haben mit dafür gesorgt, dass derjenige nun das ist was er/sie ist.
Mein Mann hat knapp unter 20 unter Alkohol einen Autounfall verursacht und damals seinen Führerschein für 6 Monate verloren. Heute sagt er dazu, "was für eine blöde Geschichte und wie unnötig". Ein anderer Bekannter hat einmal eine verheiratete Frau zu einem ONS überredet und es tatsächlich geschafft, sie zu bekommen. Heute spricht er darüber, dass es nicht gerade eine seiner Glanzleistungen darstellt.
Trotzdem sind all diese Personen heute fest im Leben stehend, ihren Taten von damals gegenüber sehr kritisch eingestellt und es ist klar, dass es ihnen nicht nochmals passieren wird, dass sie so agieren.
Bedeutet, natürlich können Menschen sich ändern. Es kommt immer auf dich an, ob du mit dem Wissen darüber gut leben kannst. Ich kann es.

Arvend, w53
 
  • #6
Danach hat ihn das aber so sehr geprägt, das er zum Täter wurde und diverse Leute so sehr fertig gemacht hat, dass sie die Schule gewechselt haben. Das waren wohl mehrere Leute. Nix mit Einzelfall, Ausrutscher und so.
Ok, als Schüler. Wie alt seid ihr jetzt?

Darauf hin habe ich ihn gefragt, warum er sich denn nicht entschuldigt hat. Er meinte, es wäre ja schon so lange her und und er könnte die Leute nicht finden. Ich habe das mal so stehen lassen

Er hat halt nicht den besten Charakter - andere mobben, gerade weil man die Wirkung selber kennt zeugt schon von einer gewissen Bösartigkeit und Empathielosigkeit.
Er hat sich auch später nicht entschuldigt, weil ihm das eben nicht Leid tut was er getan hat und weil er auch heute noch feige ist. Darum ist es ihm auch keinen Aufwand wert, die Leute zu finden.
Er versucht sich nur interessant zu machen, indem er sich ein Mäntelchen von Empfindsamkeit usw umhängt. Täte es ihm wirklich Leid und würde es ihn beschäftigen, dann würde er sich darum kümmern.

Stehen lassen Deinerseits ist komplett falsch. Wenn Du zu etwas eine andere Meinung hast und dabei bist, einen Menschen näher kennenzulernen, dann solltest Du ihm Deine Meinung (Werte) auch sagen, Dir seine Reaktion darauf angucken.
Ich bin kein Freund von feige wegducken - weder bei ihm, noch bei Dir, denn nichts anderes ist Dein "das mal so stehen lassen".

bei den Zeiten von Facebook und Co. Ich hatte den ernsthaften Eindruck, das er es nicht wirklich bereut, weil er es damals gebraucht hat.
Nicht jeder hat Facebook- und Instagrammaccounts - Mobbingopfer, die echten Schaden davongetragen haben schonmal garnicht, denn nirgendwo ist das einfacher fortzuführen als auf solchen Plattformen.
Da hast Du mangels Erfahrungen wohl die falschen Vorstellungen von Mobbing und dessen Nachwirkungen.

Dennoch denke ich, dass Deine Eindruck richtig ist - es bedrückt ihn in keiner Weise (sonst würde er den Aufwand betreiben), wird eher als Senibilitätsumhang im Dating funktional eingesetzt.

Ich will ehrlich sein. Ich habe meine Entscheidung schon getroffen
Du tust gut daran, denn mit der Einstellung die er zeigt, hat er keinen Charakter, den man sich beim Partner wünscht - schon garnicht wenn man selber Mobbungopfer war und lebenslange Sollbruchstellen davongetragen hat.
 
  • #7
Ich glaube jeder Mensch hat seine Themen! Es gibt Täter die bereuen und Opfer die ohne Reue zu Tätern wurden. Jede Seele hat in diesem Leben ihren Weg zu gehen, ihre Lektionen zu lernen. Ich spiele da nicht den Richter oder Kläger! Aber ich halte mich von gewissen Charakteren nach Möglichkeit fern.
Lerne ich neue Menschen kennen, beurteile ich sie nach ihrem Verhalten im Jetzt und Hier. Hat der individuelle Mensch aus seinen Fehlern wirklich gelernt oder sind das nur Lippenbekenntnisse?!
Ob sich ein Täter bei seinen Opfern entschuldigt, lasse ich bei dem Täter. Jeder muss seine Dämonen zu seinen Bedingungen bekämpfen und gucken, wie er mit der eigenen Schuld umgehen will.
Ich achte explizit und sehr genau darauf, wie ein eventueller Partner mit anderen Menschen umgeht. Ich beobachte ihn, wie er z.B Dienstleister behandelt und wie er mit und über andere spricht. Danach urteile ich! "an seinen Taten sollt ihr ihn erkennen" reden kann man viel! Ich respektiere das Menschen Dinge tun, auf die sie später vielleicht nicht stolz sind....das nennt man wohl Lebenserfahrung. Mich interessiert, was der einzelne daraus macht.
 
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  • #8
Ich wurde zu Jugendzeiten auch gehänselt. "Entschuldigt" hat sich niemand (auch rein sprachlich ist das Unsinn), um Entschuldigung gebeten auch keiner. Wenn heute nach Jahrzehnten jemand ankäme, fände ich das eigenartig.
Ach ist das so? Warum zum Teufel nochmal?

Ok- Ja ich fände es es auch ungewöhnlich aber nur deswegen weil jeder auf Erden seine Fehler ignoriert.

Was ist denn daran so schwer sich zu entschuldigen, wenn man selber einsieht, dass man Fehler gemacht hat?
 
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  • #9
Mein Mann hat knapp unter 20 unter Alkohol einen Autounfall verursacht und damals seinen Führerschein für 6 Monate verloren. Heute sagt er dazu, "was für eine blöde Geschichte und wie unnötig". Ein anderer Bekannter hat einmal eine verheiratete Frau zu einem ONS überredet und es tatsächlich geschafft, sie zu bekommen. Heute spricht er darüber, dass es nicht gerade eine seiner Glanzleistungen darstellt.
Trotzdem sind all diese Personen heute fest im Leben stehend, ihren Taten von damals gegenüber sehr kritisch eingestellt und es ist klar, dass es ihnen nicht nochmals passieren wird, dass sie so agieren.
Interessante Beispiele. Vielleicht stimmt die Aussage, das sich Gleiches gerne gesellt. Und ganz ehrlich.... ich habe kein Verständnis dafür.
 
  • #10
Mobbing ist ne Charaktersache, der ändert sich bei einem Menschen nicht.
Hätte er erzählt, das er mal ein Fahrrad gestohlen hat, oder besoffen Auto gefahren ist, wären das für mich Beispiele von "Jugendsünden". Das o.g. ist keine Jugendsünde, sondern sein Charakter. Sei da vorsichtig mit dem Kollegen, wer weiss was Dir dann bei einer Trennung blüht?
 
  • #11
Schwierige Frage. Das fängt schon damit an, was man (noch) unter Jugendsünde versteht und was in Richtung Kriminalität geht.
Ein anderer Bekannter hat einmal eine verheiratete Frau zu einem ONS überredet und es tatsächlich geschafft, sie zu bekommen.
Das fände ich jetzt nicht so schlimm. Schließlich war die Frau erwachsen und auch an der Sache beteiligt. Und wieviel "Überredung" wirklich notwendig war, ist fraglich.
Wenn mir ein Erwachsener erzählt, dass er als Jugendlicher gekifft hat, jetzt aber mit Drogen nichts mehr zu tun hat, hätte ich kein Problem damit. Das ist für mich eine typische "Jugendsünde". Man probiert es aus und irgendwann hat es sich erledigt.
Wenn mir dagegen ein Erwachsenenr erzählt, erhabe mit 14 seine 8jährige Schwester vergewaltigt, wollte ich nichts mit ihm zu tun haben. Da "werfe ich auch nicht den ersten Stein", da halte ich mich komplett fern.
Jugendsünde ist für mich etwas, das man als Jugendlicher, also vor der Volljährigkeit "verbrochen" hat.
Ein Unfall unter Alkoholeinfluss gehört für mich dann nicht mehr dazu, sofern der Fahrer volljährig war. Bei einem Teenie, der den Autoschlüssel der Eltern klaut und eine Spritztour übernimmt, die dann mit einem Unfall endet, wäre es wieder was anderes. Das wäre für mich eine Jugendsünde, bei Personenschaden eine schlimme Jugendsünde.
Ein Teenie, der im Supermarkt einmal ein Snickers mitgehen lässt ... Jugendsünde.
Ein Teenie, der wiederholt klaut, Einbrüche begeht, EC-Karten klaut, Sachbeschädigung begeht etc. ... keine Jugendsünde, sondern krimineller Wiederholungstäter.
 
  • #12
Also ich habe mal kurz nach der Wende bei uns im Westladen gegenüber zwei Überraschungseier und ein Micky-Maus-Heft geklaut. Was sagt das jetzt über meine Persönlichkeit aus?
 
  • #13
Ich will ehrlich sein. Ich habe meine Entscheidung schon getroffen, aber dennoch würde ich gerne eure
Für mich ist alles in Verbindung mit Menschen, eine Frage des Charakters und der steht bei den Menschen relativ schon sehr früh fest, ich möchte mit solchen Menschen nichts zu tun haben, die eine schräge Vergangenheit gelebt haben, denn es sind bleibende Eigenschaften die nicht ausradiert werden können, sie werden immer ein Bestandteil des weiteren Lebens sein!
Für mich stehen der Charakter, die Geisteshaltung, die Einstellung, die Kommunikationsfähigkeit, die "S" Werten, die Aufrichtigkeit und die Authentizität sich selbst gegenüber, mit der stimmigen Kompatibilität ganz weit vornen! Über diesen Weg, bilde ich für mich meine Einstellung über diesen Menschen, so habe ich, seit ich diese umfangreichen Lebenserfahrungen und mit den nötigen reflektierten Lebenserkenntnissen gewonnen habe, ausschließlich nur gute, positive Erfahrungen mit tollen Erlebnissen gemacht! Man zieht letztendlich genau das an, was man in sich selbst trägt!! Wer mit sich selbst Probleme hat, zieht genau die Menschen an, die ebenso Probleme haben! Das sind Naturgesetze, die meist unbewusst ablaufen!! Daher ist es wichtig, an sich zu arbeiten, um diesbezüglich mehr Bewusstsein zu bekommen!
 
  • #14
Du tust gut daran, denn mit der Einstellung die er zeigt, hat er keinen Charakter, den man sich beim Partner wünscht - schon garnicht wenn man selber Mobbungopfer war und lebenslange Sollbruchstellen davongetragen hat.

Genau. Ob er die Geschichte bereut oder nicht, es zeigt einen Charakterzug: er ist schwach und rachsüchtig und neigt dazu, völlig grundlos Schwächere zu quälen, statt sich mit seinem echten Gegner auseinanderzusetzen und die Sache zu klären.

Daraus zieht er Genugtuung.

Auch wenn er es im speziellen Fall bereut oder zumindest so tut, würde ich dennoch davon ausgehen, dass dies eine charakterliche Grundprägung ist, die aus seiner Kindheit und somit von zu wenig Selbstwertgefühl herrührt.

Und ob er das so voll umfassend aufgearbeitet hat, wage ich dann doch zu bezweifeln.

Du kannst ihn ja mal testen und ihm eine Geschichte erzählen, wo du ungerecht behandelt wurdest und ihn um Rat fragen, wie du darauf reagieren solltest (ohne die Lösungsmöglichkeit vorzugeben). An seiner Antwort wirst du sehen ob er sich weiterentwickelt hat.
 
  • #15
so stehe ich oft auf der Seite der Schwächen,
Ich auch und ich habe auch einmal (einziges Mal) eine Lehrerin erlebt, die in ihrer Klasse Courage gezeigt hat. Es gab in der besagten Klasse einen Schüler mit gewissen sozialen Handicaps in Richtung Asperger und es waren auch Kinder, die ihn gemobbt haben. Sie hat dann in einem Elternabend ganz klar sich auf der Seite diesen Jungen gestellt und gesagt, dass sie in ihrer Klasse keine mobbing akzeptiert. Sie hat zwar keinen Namen genannt aber jeder wusste Bescheid um wen es sich handelt und danach hat es aufgehört. Der Junge wurde sogar danach von vielen akzeptiert und aufgenommen und musste die Schule nicht wechseln und soweit ich gehört habe, hat er sich auch dann gut weiterentwickelt. Leider ist so eine Haltung sehr selten. Normalerweise wird alles relativiert nach dem Motto, es ist nun mal so und sowas gibt es überall und Ähnliches.
Ich will ehrlich sein. Ich habe meine Entscheidung schon getroffen, aber dennoch würde ich gerne eure Erfahrungen und Einschätzungen hören.
Hm, ich weiß jetzt nicht was du damit sagen möchtest. Welche Entscheidung denn?
 
  • #16
Stehen lassen Deinerseits ist komplett falsch. Wenn Du zu etwas eine andere Meinung hast und dabei bist, einen Menschen näher kennenzulernen, dann solltest Du ihm Deine Meinung (Werte) auch sagen, Dir seine Reaktion darauf angucken.
Wer sagt, das ich das nicht getan habe? Habe ich nicht oben bereits gesagt, dass ich meine Entscheidung getroffen habe?

Wir haben geredet. Es war ein sehr ehrliches Gespräch. Ich rechne ihm hoch an, dass er ehrlich war. Allerdings gibt es ein Sprichwort: Den einen, besonderen Menschen liebst du mit seinen Schwächen und seinen Stärken.

Das fühle ich nicht.
 
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  • #18
Zur Aufklärung: Nach dem Gespräch ghosten wir uns gegenseitig. Bin ja nicht böse auf ihn.

Es tat gut, ein ehrliches Telefonat zu haben.

Ich kann und will keinem vertrauen, der im nächsten Moment was Schlimmes anstellen könnte. Wie kann ich da ich und ehrlich sein?
 
  • #19
Zur Aufklärung: Nach dem Gespräch ghosten wir uns gegenseitig. Bin ja nicht böse auf ihn.

Es tat gut, ein ehrliches Telefonat zu haben.

Ich kann und will keinem vertrauen, der im nächsten Moment was Schlimmes anstellen könnte. Wie kann ich da ich und ehrlich sein?
Dann ist doch alles geklärt und es ist eine rein akademische Diskussion.
Ansonsten sehe ich das wie @Lebens_Lust :
Wenn heute jemand käme, der mich zu Jugendzeiten doof behandelt hat und jetzt um Entschuldigung bäte, würde ich nicht schlecht staunen. Und Wert würde ich auf eine Entschuldigung auch nicht mehr legen.
Der Drops wäre für mich gelutscht.
Ansonsten sind solche Erzählungen eines Menschen für mich Indiz, aufmerksam und achtsam zu sein.
Käme für als Mensch in meiner näheren Umgebung nicht in Frage.
 
  • #21
Ach ist das so? Warum zum Teufel nochmal?

Was ist denn daran so schwer sich zu entschuldigen, wenn man selber einsieht, dass man Fehler gemacht hat?
Das habe ich ja nicht geschrieben. Ich habe schlicht nicht die Erwartung und sowieso keinerlei Kontakt mehr. Wert darauf legen würde ich auch nicht. Bei mir verschwinden manche Menschen einfach aus meinem Leben, ich trage ihnen nichts nach, aber es ist gut, dass sie verschwunden sind.

Und zum Thema "sich entschuldigen" habe ich ja oben schon geschrieben...
 
  • #23
Ansonsten sehe ich das wie @Lebens_Lust :
Wenn heute jemand käme, der mich zu Jugendzeiten doof behandelt hat und jetzt um Entschuldigung bäte, würde ich nicht schlecht staunen. Und Wert würde ich auf eine Entschuldigung auch nicht mehr legen.
Ist das so? Ja dann tut es mir echt leid, das es dir so wahnsinnig leid tut, die gemobbt worden zu sein.

Auch @Lebens_Lust schließt das nicht aus. Aber hey..... Ihr konntet das nicht erleben, aber vielleicht eure Zieh-Kinder? Nicht das es ich einem wünschen würde...... doch ja. Ich wünsche es ein paar Personen
 
  • #24
Gerade jetzt sehe ich den Unterschied.

Ich werde Böse bei persönlichen Angriffen, während er sich an Unschuldigen ausgelassen hat.

Und falls jemand nach dem ersten Stein fragt: Ich habe ihn und bin bereit zu werfen
 
  • #25
Liebe @Sirella ,

interessante Diskussion, die Du da angeleiert hast 😊 Meiner Meinung nach kommt es immer auf den Ist-Zustand der Person an. Ist sie im Reinen mit sich, hat sie sich selbst verziehen, hat sie wirklich verstanden, was sie anderen Menschen zugefügt hat, ohne sich dabei zu zerfleischen?

Wir alle haben unsere Fehler und unsere dunklen Seiten. Wie gehen wir damit um? Hier ist oft die Rede von "schlimmen" und "weniger schlimmen" Jugendsünden. Wer legt den Maßstab, wer bestimmt die Schwere?

Die Erfahrung hat mich sehr wohl gelehrt, dass Menschen sich ändern können. Und wenn heute jemand auf mich zukäme, um mich um Verzeihung zu bitten, würde ich das als bewegend empfinden, selbst wenn es für mich nichts zu verzeihen gäbe. Immerhin ging diesem Schritt bestimmt einiges an Selbstreflexion und Überwindung voraus.

Ich bin inzwischen vorsichtig in meinen Urteilen über Menschen. Letztendlich muss sich am Ende des Tages jeder selbst in die Augen schauen können. Was nicht heißt, dass ich keine Grenzen für mich ziehe, wenn man mich schlecht behandelt fühle o.ä., aber zum Selbstschutz, nicht, weil ich mich über den Anderen erhebe.

Letztlich versuche ich immer wieder, aus einer liebevollen Haltung heraus zu denken und zu handeln. Dies schließt die Selbstliebe mit ein 🥰 Das gelingt mir natürlich oft so was von gar nicht, aber es tut gut, sich daran zu orientieren 😇
 
  • #26
Ich kann und will keinem vertrauen, der im nächsten Moment was Schlimmes anstellen
Dein gutes Recht.
Wenn du vollumfänglich dahinterstehst, erübrigen sich dann nicht unsere Einschätzungen?

Ich für meinen Teil bin jedenfalls froh, dass die Tradition des teeren und federns schon lange ausgedient hat. Da würde ich nämlich so manchen Kommentator an vorderster Front sehen.

In jedem Menschen ruht eine "dunkle" Seite. Wer das Gegenteil behauptet belügt sich selbst. Deswegen erspare ich mir hier ein Werturteil.

Meine Frage wäre, liebe @Sirella
Worum geht's dir in diesem Thread? Um eine Grundsatzdiskussion oder darum, dass du Zustimmung suchst?

Mein Mann hat vor 30 Jahren mal unter Marihuana-Einfluss sein Fahrzeug geführt. Sollte man heute zu ihm noch "du du du" sagen? Ich glaube wenn niemand mehr mit jemandem eine Beziehung eingehen würde, weil er vor Anno tuck Quatsch gemacht hat, gäbe es sicherlich zahlreiche einsame Menschen auf der Welt.
 
  • #27
Ist das so? Ja dann tut es mir echt leid, das es dir so wahnsinnig leid tut, die gemobbt worden zu sein.

Auch @Lebens_Lust schließt das nicht aus. Aber hey..... Ihr konntet das nicht erleben, aber vielleicht eure Zieh-Kinder? Nicht das es ich einem wünschen würde...... doch ja. Ich wünsche es ein paar Personen

Meinst du nicht dass du damit etwas zu weit gehst? Mir schoss gerade für einen kurzen Moment die Frage durch den Kopf inwiefern du dich mit dieser Aussage nun moralisch besser aufstellst, als jene die du hier verurteilst. Vielleicht finde ich die Antwort noch.
 
  • #28
Wenn du vollumfänglich dahinterstehst, erübrigen sich dann nicht unsere Einschätzungen?
Doch natürlich tut sie das. Ich zweifle nicht an meiner Einschätzung bin nur neugierig wie andere Menschen das sehen.

Da würde ich nämlich so manchen Kommentator an vorderster Front sehen.
Ich stelle mich freiwillig. Ich gebe zu, ich würde den ersten Stein ohne zu zögern werfen, aber ich hab auch nix zu verlieren. Wofür sich und seine Seele aufsparen?
Um eine Grundsatzdiskussion oder darum, dass du Zustimmung suchst?
Darum etwas zu suchen, was mir nicht bestimmt ist: Hoffnung
 
  • #29
zwei Überraschungseier und ein Micky-Maus-Heft geklaut. Was sagt das jetzt über meine Persönlichkeit aus?
Dass du Spiel, Spass und Spannung durchaus zugetan bist, das gerne mit Überraschung kombinierst und die Weltliteratur zu schätzen weisst .......

Im Ernst - ausser Mord verjährt alles. Warum ? Weil Jugendsünden eben irgendwann Vergangenheit sind. Strafe nicht gleich Rache sein soll.

Und was sind schon Sünden ? Ich sehe das sicherlich ganz anders als ein Priester.

Ich sehe es eher als bedenklich an, dass der Typ sich noch immer mit uralten Schandtaten brüsten muss, um interessant zu wirken. Ich hätte da schon Besseres zu bieten ......
 
  • #30
Ist das so? Ja dann tut es mir echt leid, das es dir so wahnsinnig leid tut, die gemobbt worden zu sein.

Auch @Lebens_Lust schließt das nicht aus. Aber hey..... Ihr konntet das nicht erleben, aber vielleicht eure Zieh-Kinder? Nicht das es ich einem wünschen würde...... doch ja. Ich wünsche es ein paar Personen
1. Verstehe ich Deinen ersten Absatz nicht.
2. Solltest Du Deinen aggressiven Tonfall einmal überdenken!
 
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