• #1

Was soll ich nur tun? Trennung oder ist alles nur eine Phase?

Liebe Forum-Mitglieder.
Ich bin zum ersten Mal in einem Forum angemeldet und brauche Unterstützung von "erfahren" Menschen.
Ich (37) bin seit 16 Jahren mit meinem Mann (46) zusammen, seit 13 Jahren sind wir verheiratet.
Vor drei Jahren ist mein Mann mit einem Mann fremdgegangen, wobei er betont, dass es nur um Sex ginge. Das Problem ist, dass ich von dieser Neigung, die er nach dann eigener Angabe schon immer hatte, keine Ahung hatte und mein Mann, als ich ihn kennenlernte auf eine offene Beziehung bestand, ohne Geheimnisse, da er sich nicht mehr verstellen und keine Geheimnisse mehr haben wolle. Ich war zwei Wochen wie benebelt und habe allem noch eine Chance gegeben. Nun weiß ich aber, dass er sich heimlich immer noch ab und zu mit Männern trifft. Dazu kommt, dass wir beide keine gemeinsamen Interessen haben, eher sogar gegenteilige. Mein Mann interessiert sich für nichts und niemanden (außer für mich), hat keine Freunde und keine Hobbies. Meine Freunde toleriert er, kann aber nichts mit ihnen anfangen und zeigt dieses auch. Sex haben wir nur noch alle paar Monate. Zärtlichkeit fehlte schon immer, in dem Maße, in dem ich es mir gewünscht hätte. Nun ist bei mir der Punkt gekommen, wo ich alles in Frage stelle und schon nach einer neuen, eigene Wohnung suche. Aber: es gab auch viele nette, schöne Zeite, gemeinsame Erlebnisse, wir haben viel durchgemacht und ich glaube, eine Trennung bringt ihn in die Depression. Ich bin total überfordert: Was soll ich nur tun? Das andere Probem ist, dass ich selbst nicht wirklich (mit ihm) reden kann. Er ist " stärker" und dreht alles um
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #3
Liebe FS
Ich finde es sehr gut, dass du diese Beziehung einmal grundsätzlich in Frage stellst und dich damit auseinander setzt, ob das für dich so stimmt. Es klingt, als hättest du lange Zeit vieles hingenommen und dich angepasst? Stimmt das?
Dann wird es Zeit, zu überlegen, was DU von einer Beziehung erwartest.
Vermutlich erwartest du mehr, als sexlos zu Hause zu sein, währenddem sich dein Mann mit anderen vergnügt. Oder dass deine Worte im Mund herumgedreht werden und ein Gespräch unmöglich ist. Auszuziehen finde ich gut, wenn ihr wirklich zusammen gehört, findet ihr auch wieder zueinander, trotz unterschiedlicher Adresse.
 
  • #4
Dazu kommt, dass wir beide keine gemeinsamen Interessen haben, eher sogar gegenteilige. Mein Mann interessiert sich für nichts und niemanden (außer für mich), hat keine Freunde und keine Hobbies. Meine Freunde toleriert er, kann aber nichts mit ihnen anfangen und zeigt dieses auch. Sex haben wir nur noch alle paar Monate. Zärtlichkeit fehlte schon immer, in dem Maße, in dem ich es mir gewünscht hätte.

Ich finde du sagst hier etwas ganz wichtiges und elementares: die Ehe ist doch für dich schon lange keine Erfüllung mehr. (War sie das denn je?)
Du steckst zurück, dein Mann zeigt keinerlei Interesse an dir oder den Dingen die dich ausmachen oder dir Spaß machen. Auch auf emotionaler Ebene erreicht er dich nicht. Deine körperlichen Bedürfnisse erfüllt er ebenfalls nicht.
Du solltest dich nicht fragen "wie verhalte ich mich am besten?" sondern, "was kann ich tun, damit ich selbst wieder glücklich werde"?
Dies sollte deine oberste Priorität sein.
 
  • #5
Du bist 37 Jahre alt und nicht 67. Du kannst noch so viel finden - auch Zärtlichkeit und Erfüllung. Getrennte Wohnungen wären der erste Schritt, alles weitere wird sich finden. Sollte er in eine Depression rutschen, könnte man mit C.G. Jungs Worten auch darin einen Sinn sehen: "Die schwarze Tante kommt zu Besuch. Setze dich zu ihr und höre, was sie zu sagen hat." Eine Depression kann auch zu einer Befreiung von falschen Kompromissen führen.
Du solltest aufhören, dir um sein Wohlergehen Sorgen zu machen - deines hat er schon länger aus den Augen verloren.
 
  • #6
'Zärtlichkeit fehlte schon immer in dem Maße, wie ich es mir gewünscht hätte...' Dieser Satz allein genügt. Geh endlich!
Gib ihn frei. Gib vor allen Dingen dich frei.
Finde deinen Seelenparter, dort wird die Liebe nicht fehlen.
Alle anderen Schnörkel, Mäander und Umwege die es sonst noch gibt waren nur weitere Folgeerscheinungen einer unpassenden Be-Ziehung. Du musst nichts analysieren. Du musst deinen bisherigen Ehemann der bi oder homo ist, nicht mal verstehen. Du hast dich gezwungen, viele Jahre bei einem Menschen auszuharren, der dir nie genug Zärtlichkeit geben konnte. Wie grausam warst du zu dir selber.
Gib dich frei. Trenne dich ohne Groll. Sei froh!
 
  • #7
Ich war über 20 Jahre mit einem schwulen Mann verheiratet. Vor 3 Jahren ist er ausgezogen. Zuerst brach eine Welt für mich zusammen. Aber nun bin ich glücklich mit meinem Leben und bereue es, das ICH mich nicht viel eher von ihm getrennt habe.
 
  • #8
Schwierige Situation.
Ich würde mir an Deiner Stelle die Frage stellen, ob ich damit klarkäme, dass mein Mann sich auch ab und zu mit Männern trifft.
Du solltest dich fragen, ob er Dir so wichtig ist, dass du ihn nicht verlieren willst.
Er hat diese Neigung und die kann er nicht abstellen. Scheint er auch gar nicht zu wollen.
Jetzt ist es an Dir, Dich zu fragen, was Du vom Leben willst.
Wenn du für Dich entscheidest, dass es ok ist, dass er Männer trifft, solange er Dir ein guter Partner ist, dann ist das Deine Sache.
Du solltest dann nur mit ihm reden und mal grundsätzlich eine Bestandsaufnahme Eurer Beziehung machen. Liebt er Dich noch?
Oder ist es nur bequem mit Dir?
Wenn du aber feststellst, dass so ein Arrangement ein NO-Go ist, dann trenn dich.
Du lebst nur einmal und auch wenn du dich trennst, hört dein Leben nicht auf. Im Gegenteil.
 
  • #9
Was mich an Eurer Vereinbarung interessiert, hast Du denn die offene Beziehung auch gelebt? Für mich liest sich das wie ein Konstrukt mit dem er seine Homosexualität ausleben kann und nach außen den Heteromann geben kann. Du bist dabei, ich nenne es mal, das graue Mäuschen und bist das Hetero Aushängeschild für die Aussenwelt.
Das wirkt auf mich ganz ganz übel.
Er lässt Dich am ausgestreckten Arm verhungern und macht sein Ding.
Setze Dich unbedingt mit dieser "Ehe" auseinander und suche Dir vielleicht professionelle Hilfe zur Unterstützung.
 
P

proudwoman

Gast
  • #10
Du bist 37 Jahre alt und nicht 67. Du kannst noch so viel finden - auch Zärtlichkeit und Erfüllung. Getrennte Wohnungen wären der erste Schritt, alles weitere wird sich finden. Sollte er in eine Depression rutschen, könnte man mit C.G. Jungs Worten auch darin einen Sinn sehen: "Die schwarze Tante kommt zu Besuch. Setze dich zu ihr und höre, was sie zu sagen hat." Eine Depression kann auch zu einer Befreiung von falschen Kompromissen führen.
Du solltest aufhören, dir um sein Wohlergehen Sorgen zu machen - deines hat er schon länger aus den Augen verloren.
Wie bitte??? Selbst mit 80 würde ich mir das nicht antun und kann noch sooo viel finden! Liebe FS, den hätte ich gar nicht erst geheiratet. Und das machst du schon so lange mit? Das fasse ich gerade nicht. Denkst du eigentlich auch an deine Gesundheit?
Was ist daran Phase? Das ist Dauerzustand. Lass ihn sein Leben leben und trenne Dich. W62
 
  • #11
Du bist extrem leidensfähig.

Er nimmt sich und macht, was er will, und du bleibst auf der Strecke. Hat er wenigstens geschützten Verkehr mit Männern? Gerade homosexueller Geschlechtsverkehr birgt eine Menge Risiken - ich nehme an, du weißt das.

Hat er dich mit seinem Verhalten noch nicht genug verletzt, dass du dir sogar Gedanken machst, er könnte Depressionen bekommen, wenn du endlich die richtige Entscheidung treffen solltest?
 
  • #12
Im Prinzip ist ja die Entscheidung schon gefallen, wenn ich den Beitrag lese.

Wenn man nicht mal miteinander reden kann, ohne dass da einer den andern dominiert, dann kann man an der Situation auch nicht gemeinsam arbeiten.

Welche Gemeinsamkeiten habt Ihr denn?
Kein Sex, kein Kuscheln, keine Hobbies, keine gemeinsamen Freunde, keinen Respekt, kein Vertrauen.

Nebulös wird da von schönen Zeiten gesprochen... Aber wie sahen die denn aus? Was war denn da anders?

Gibt es gemeinsame Kinder?
Gibt es finanzielle Abhängigkeiten?

Was hindert Dich, da klare Grenzen zu setzen?

Irgendwas muss Dich ja all die Zeit in dieser lieblosen Situation gehalten habe. Was war es denn?
 
  • #13
...kennenlernte auf eine offene Beziehung bestand, ohne Geheimnisse, da er sich nicht mehr verstellen und keine Geheimnisse mehr haben wolle.
Problematisch ist es immer, wenn ein Paar eine offene Beziehung vereinbart, aber ein Part nicht dahinter steht. Er wollte eine offene Beziehung, wünschte sich Offenheit für seine "Abenteuer" und wollte keine Lügen. Grundsätzlich ein guter Anzatz,der aber offensichtlich nicht funktioniert hat. Das ist kein Vorwurf, aber ich denke, er wird mit der Zeit gespürt haben, dass mit dir doch nicht jegliche Offenheit möglich ist und dir deshalb auch nichts von seinen Neigungen erzählt haben. Ich habe aus den wenigen Informationen den Eindruck, dass nun vielleicht beide Seiten enttäuscht sind, weil jeder unterschiedliche Erwartungen an das Agreement hatte. Vielleicht ist das auch der Schlüssel zu eurer jetzigen Situation der Sprachlosigkeit und dem Desinteresse? Erwähnenswert ist die Tatsache, dass Zärtlichkeit schon immer fehlte, wohlgemerkt in dem Ausmaß, in dem DU sie dir gewünscht hast. Vielleicht hat er auch da ganz andere Bedürfnisse. Wie dem auch sei, ein Auszug täte dir sicherlich sehr gut, vielleicht kommt ihr nach ein bisschen Abstand auch wieder ins Gespräch und könnt die Beziehung (vermutlich abschließend) klären. Ob er dabei in Depressionen verfällt oder was immer er dann auch tut: er ist ein erwachsener Mann, der für sich selbst verantwortlich ist. Sprich: das ist seine Baustelle, die er alleine oder mit anderweitiger Hilfe bearbeiten muss. Lass dich emotional nicht unter Druck setzen, entscheide, was DU willst und gestalte den Auszug/die Trennung fair. Nur mal als Denkanstoß: Hat er vielleicht schon Anzeichen von einer Depression, wenn er so passiv ist? Wie hat er sich in Bezug auf Interessen und den Umgang mit Menschen im Laufe der Zeit verändert? Auf jeden Fall: Alles Liebe!
 
  • #14
Vielen lieben Dank, für die vielen Meinungen, Anregungen und deutlichen Worte. Tja, warum fällt es mir so schwer zu gehen? Er hat mich damals aus sehr schwierigen familiären Verhältnissen geholt und mir geholfen, mich unterstützt. Kinder haben wir keine, da er nie welche wollte. Finanziell bin ich, wegen Vollzeitarbeit, unabhängig. Wir haben aber gemeinsam eine Wohnung, die Finanzierung läuft noch. Die schönen Momenten waren u.a. im Urlaub, wenn wir viel gelacht haben. Heute bringen mich tatsächlich andere Sachen zum Lachen, auch stören mich plötzlich die Kleinigkeiten. So furchtbar verwirrt bin ich wahrscheinlich auch, weil ich jetzt jemanden kennengelernt habe ( wir haben keine Affäre, er ist ebenfalls verheiratet) , der ähnliche Interessen hat und mit dem ich reden kann und ich Angst habe, dass ich nur (?) darum alles in Frage stelle und eigentlich alles doch gar nicht so schlimm ist, ich es jetzt nur schlimm empfinde. Dann denke ich aber wieder, dass alleine das grundsätzliche Infragestellen ein Zeichen ist. Wenn ich nur wüsste, wie ich ein Gespräch beginnen sollte. Gibt es DEN richtigen Zeitpunkt?
 
  • #15
.. und eigentlich alles doch gar nicht so schlimm ist.
Warte mal. Du willst damit doch nicht etwa sagen, dass man sich nur dann trennen sollte, wenn es wirklich ganz schlimm ist ?

Was erwartest du denn vom Leben ?
Du bist, seitdem du 21 bist, mit einem Mann zusammen, der nie zu dir zärtlich war ( in dem Maße, in dem du es gebraucht hättest ), bei dem du überlegen mußt, wann eigentlich eure schönen Zeiten waren und dann nur die Urlaube anführen kannst, der dir schon zu Anfang die Exklusivität verwehrt hätte, die du möglicherweise lieber gehabt hättest und der dich nun fortwährend betrügt ( ok, das Wort paßt nicht, denn er sagt es dir ja offen, dass er mit anderen schläft ).
Der dir ein paar Krümel in Form von seltenem Sex, während er oft Sex mit anderen hat, hinwirft, die du dankbar am Boden kriechend aufleckst.
Wegen dem du keine Kinder hast, obwohl du welche wolltest ( wolltest du ? )
Mit dem du nichts machst, keine Gespräche führst, keine Unternehmungen, keine Feiern.

Was erwartest du vom Leben ?
Ja, vielleicht ist dein Leben nicht so schlimm, aber mehr auch nicht.
Willst du denn nicht glücklich sein ?

Ihr habt keine Kinder, das ist also schon mal easy.
Ihr habt eine Wohnung, die ihr verkaufen könnt.
Wenn die Schuld getilgt ist, teilt ihr den Rest, auch wenn ihr dann vielleicht lange Gesichter bekommt, weil es wenig ist.
Da gehen ja auch die ganzen Gebühren für die Ablösung des Kredits, den Notar und das Grundbuchamt noch ab, aber was soll's ?
Ich würde das als neues Eigenkapital ansehen und eine neue, winzige 2-Zimmer-Wohnung in guter Lage kaufen und die dann eben abzahlen.
Du hast ja noch 30 Jahre bis zur Rente, das schaffst du doch leicht.
Du arbeitest schon immer Vollzeit. Super ! Dann reicht es jetzt und auch später die Rente.
Ich sehe überhaupt keinen Grund, dich nicht zu trennen.
Oder andersherum: ich sehe keinen Grund, an dieser Ehe festzuhalten.

Dein Grund, weil er, wenn du ihn verläßt, eine Depression bekommt, ist nicht ausreichend, finde ich.
Er schert sich einen Dreck um dich.
Warum kümmerst du dich um ihn ?

w 49
 
  • #16
Dann denke ich aber wieder, dass alleine das grundsätzliche Infragestellen ein Zeichen ist.
Nein das denke ich ganz und gar nicht. Das ist kein Zeichen. Nur eie Reaktion darauf:
So furchtbar verwirrt bin ich wahrscheinlich auch, weil ich jetzt jemanden kennengelernt habe ( wir haben keine Affäre, er ist ebenfalls verheiratet) , der ähnliche Interessen hat und mit dem ich reden kann
Du wirst dadurch vernebelt. Was nicht heißen soll das Grundsätzlich etwas nicht bei Euch stimmt. Aber der andere Kontakt
(noch ist es nur ein Kontakt) lässt dich träumen und verzerrt die Realität, mehr nicht. Du läufst Gefahr vor den Problemen nur zu flüchten. Ich erkenne in deinen Zeilen nichts, was mich persönlich Positiv an einer Beziehung ansprechen würde. Das wurde betrogen, gelogen. Keine wirkliche Nähe und Geborgenheit.Keine Interessen. Da ist Nichts aber Rein gar nichts was einer Liebesbeziehung ähnelt. Und das seit so vielen Jahren. Du/Ihr verplempert wertvolle Lebenszeit mit einem Menschen der Euch rein gar nichts Positives gibt im Leben. Ihr vegetiert vor Euch hin und frustet dahin. Er führt ein Doppelleben weil er scheinbar mehr Homosexuell als Hetero ist, was ja kein Ding ist. Aber das solltet ihr Ernst nehmen und über Sinn und Zweck dieser Beziehung nachdenken. Tut Euch das beide nicht länger an. Klärt eure Dinge ordentlich und geht eigene Wege. Ihr haltet Euch ohne jeden erklärbaren Grund förmlich gefangen. GEBT EUCH FREI.
m46
 
  • #17
Das ist keine Phase und das "verwächst" sich auch nicht. Dein Mann betrügt Dich nicht nur, er übt auch Macht über Dich aus. Du bist 37 Jahre. Willst Du Dich den Rest Deines Lebens von ihm abhängig machen?
Suche Dir einen Anwalt und lass Dich scheiden. Alles Finanzielle lässt sich regeln. Wenn man denn will. Ihr habt keine Kinder, auf die ihr Rücksicht nehmen müsst. Besinne Dich auf Deinen Selbstwert und befreie Dich aus dieser unsäglichen Situation. Du gehst sonst daran kaputt. Viel Kraft!
 
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