• #61
Ich denke, dass man immer noch mit und für die Gemeinschaft lebt. Auch heute noch.
Ja, ich habe sehr oft Sachen gemacht, um meine Familie und auch meine Eltern glücklich zu machen. Ich denke, es ist nicht das verkehrteste.
Natürlich lebt man mit und für die Gesellschaft. Aber es gibt Grenzen und da gehört eine Hochzeit dazu. Und es tut mir für dich leid, wenn du sehr oft Sachen gemacht hast um Familie und Eltern glücklich zu machen. Ich hoffe nicht, dass meine Kinder in den wirklich wichtigen Lebensfragen so handeln werden - es macht mich mit glücklich, wenn sie glücklich sind mit ihren Entscheidungen. Und umgekehrt genauso. Eine gesunde Abgrenzung ist nicht verkehrt.
 
  • #62
Ich denke, dass man immer noch mit und für die Gemeinschaft lebt. Auch heute noch. Das siehst du jeden Monat wenn du deinen Gehaltzettel siehst. Niemand kann isoliert von anderen überleben. Weder in Europa noch woanders auf der Welt.
Ja, ich habe sehr oft Sachen gemacht, um meine Familie und auch meine Eltern glücklich zu machen. Ich denke, es ist nicht das verkehrteste.
Ja. Bei Dingen, die die Gemeinschaft was angehen. Sozialsystem etc. Wie man den Tag feiert, an dem man seinem Partner das Leben zu teilen verspricht, gehört für mich nicht dazu. Denn die tragen dann auch nichts zur Ehe bei. Die besteht zwischen zwei Leuten. Die anderen dürfen sich mitfreuen. Gern auch bei kleineren Sachen mitreden. Aber kirchlich heiraten oder nicht sollte auf jeden Fall das Paar entscheiden; das würde Gott sonst als Heuchelei empfinden (wenn es ihn gibt).
Ich kenne viele Leute aus dem asiatischen Kulturkreis, die ihre Eltern glücklich machen sollen. Die leiden sehr drunter. In Gesellschaften wie Japan und Korea, wo die Gesellschaft über dem Individuum steht, sind die Selbstmordraten extrem viel höher. In wieder anderen Gesellschaften herrscht der Ehre-Begriff. Da kann man auch nichts gegen den Willen der Familie machen. Für mich und für die meisten anderen hier ist das nicht so erstrebenswert. Und meine Familie ist sehr glücklich miteinander und sehr eng emotional. Bei meinem Freund, wo die Eltern ständig Druck ausüben und Erwartungen haben, ist das Gegenteil der Fall.
 
  • #63
Ja, ich habe sehr oft Sachen gemacht, um meine Familie und auch meine Eltern glücklich zu machen

Das habe ich auch versucht, die Vorgaben waren ja da.
Es war nur nie gut genug, nie ausreichend , und ich hätte immer noch mehr tun können. Die 1- hat ein Minus ...
Geliebt haben sie mich trotzdem nie, mein Vater hat mich ab einen Zeitpunkt gehasst, und ich habe mich über Jahrzehnte abgestrampelt, bis ich das realisiert habe, nur um endlich mal wenigstens Anerkennung zu bekommen.

Nein, ich bin ganz bei @Tulaya, meine Kinder sollen zufriedene, glückliche Menschen werden, ihren Weg gehen.
Dass wir gegenseitig füreinander da stehen, füreinander einstehen, das ist das Wichtigste.
Und wir tun oft genug dem jeweils anderen etwas zu liebe, weil es ihm eine Freude macht, wichtig ist. Etwas bedeutet.
Ohne Druck, ohne Zwang .
Ich finde es immer noch total anrührend, wenn mein absolut unkonventioneller Großer sich am Muttertag (der mir überhaupt nicht wichtig ist) meldet, um Danke zu sagen und zu gratulieren.

Aber bei solchen Grundsatzfragen muss jeder selbst entscheiden.
Ich lebe mein Leben, meine Kinder Ihres, und es gibt die Berührungspunkte, Schnittmengen, aber nicht mehr.

Die einzige Erwartung, die ich an meine Kinder habe , dass sie ihren persönlichen Weg finden, mit dem sie zufrieden sind , und der für sie stimmig ist.
Und dass sie den Lebensweg des jeweils anderen akzeptieren.
Wenn sie mich brauchen, bin ich für sie da - schließlich habe ich mich entschieden, sie in die Welt zu setzen.
Aber nicht, um Forderungen zu stellen und Erwartungen...
 
  • #64

Guten Morgen,

es geht um die Balance Geben und Nehmen, das Vermögen eben beides zu können. Eine Freude zu bereiten, wenn man es nicht gerade zähneknirschend macht, macht auch glücklich, es ist nicht einseitig.
Unabhängig davon, bemisst das jeder anders und hängt von der Intensität der Nähe, des Verhältnisses ab, ebenso von den eigenen Werten, Herzensbildung....
Es geht nicht darum, dass man Folge leistet, weil die Eltern ihre Vorstellungen durchdrücken wollen, sondern gekonnt, verbal, nonverbal, empathisch, einvernehmlich alles unter einen Hut zu bekommen und die Absichten und Beweggründe zu deuten weiß. Dazu gehören alle.
 
  • #65
Leute, ich denke wir reden wieder mal aneinander vorbei. Selbstverständlich bin ich genauso wie Ihr auch für ein Selbstbestimmendes Leben und zwar für mich und auch für meine Kinder. Die Frage ist jedoch, ob eine kirchliche Trauung ein signifikant wichtiger und entscheidender Schritt in meinem Leben darstellt oder nicht. Ehrlich gesagt, ich lass mich lieber von einem Pfarrer und in der Kirche trauen als in einem nichtssagenden Raum im Standesamt und von einem Mann, der eigentlich nur nebenberuflich Trauungen durchführt. Ich gebe es zu, ich mag es pompös und für mich soll s rote Rosen regnen....
 
  • #66
. Ich gebe es zu, ich mag es pompös und für mich soll s rote Rosen regnen....

Siehst Du, dann sind wir ja d' accord .

Du würdest von mir als Mutter, wenn Du dies wolltest, die roten Rosen bekommen...
Und wenn Dir das Kirchliche nicht zusagt, und Du still und leise standesamtlich heiraten magst , dann bekämst Du genau dies. Ohne Wertung, weil es reine Geschmackssache ist und andererseits hier auch noch religiöse Aspekte hinzukommen.

Aber was würdest Du sagen, wenn Dir Deine Eltern sagen würden, diesen Kitsch wollen wir nicht, eine Kirche betrete ich aus Prinzip nicht, niemandem zuliebe? In der Verwandtschaft erlebt, von einem Vater bei der Hochzeit der Tochter? (Das fand ich absolut inakzeptabel, er war stolz darauf)

Es ist die Balance in Familien, was und wieviel macht man mit, für diese Gemeinschaft, diesen Verbund, und wo darf bzw. muss man egoistisch sein.
Spätestens bei Glaubensangelegenheiten ist eine Grenze erreicht.

Aber man kann miteinander reden - und solche Anlässe zeigen immer sehr gut , wie eine Familienstruktur funktioniert. Kommunikation, Toleranz, Akzeptanz.
Auch das Bewusstsein, dass die "Kinder" irgendwann erwachsen sind und eigene Vorstellungen haben. Da geht es dann um Konsensfindung auf Augenhöhe .

Und - es gibt nicht ohne Grund den Begriff "bucklige" Verwandtschaft.

Die FS hat es doch hinbekommen, das Wichtige, den Konsens mit ihrem Liebsten, und jetzt das offene Gespräch mit den Eltern.
 
  • #67
Leute, ich denke wir reden wieder mal aneinander vorbei

...ich habe einige Male das Gefühl, dass es hier um die noch nicht vollzogenen Abnabelungen von den Eltern geht und seien sie auch schon unter der Erde, oder zu sehr um das aufgeblähte ICH.
ICH + DU, IHR = WIR gehört für mich nicht nur in einer Zweierbeziehung, sondern grundsätzlich in einem Gemeinschaftsgefüge, wie gute Freundschaften, Familie, Sport, Arbeit etc.....dazu.
Für mich geht es auch nicht um Forderungen und Erwartungen, in welcher Postion auch immer, sondern um Selbstverständlichkeiten, die eines großen Theaters auch nicht bedürfen. Diese Selbstverständlichkeiten erwachsen aus dem Gefühl
*ICH und DU = WIR.*, einer entsprechenden Geisteshaltung..... ich habe es schon alles aufgezählt und s, Beispiel Tom.
Die Eltern werden sicher irgendwann auch mal, der Liebe und des Verständnisses wegen, einmal mehr die Enkelkinder betreuen, auch wenn sie eigentlich was anderes vorhaben. Diese werden auch nicht verkünden, wir machen unser Ding, respektiert das.
Auch der richtige Umgang miteinander, der richtige Ton, können durchaus Grenzen setzen, die akzeptiert werden, ohne dass es zum Eklat kommen muss.
Dass bei uns gesellschaftlich ganz schön etwas in eine Schieflage geraten ist, erkennt man daran, dass ältere Menschen, Mütter, Väter, oft schon panisch reagieren und immer wieder versichern, lebt euer Leben, kümmert euch nicht um uns, wir wollen euch nicht zur Last fallen. Sie werden zu Zaungästen degradiert, dürfen aber jederzeit, gerne und immer wieder einspringen und helfend zur Seite stehen. Traurig so etwas.......

Ich kenne durchaus Eltern und auch ich, die sehr großzügig, tolerant machen lassen und sich dem Gegebenen anpassen. Gar nicht so selten, wird das von den Kindern als nicht so angenehm empfunden. Die richtige Dosis von Geben und nehmen macht auch hier das Gift.
 
  • #68
Ich finde es immer noch total anrührend, wenn mein absolut unkonventioneller Großer sich am Muttertag (der mir überhaupt nicht wichtig ist) meldet, um Danke zu sagen und zu gratulieren.

Ich werde gerade ein wenig Sentimental wenn ich das lese. Denn es erinnert mich daran, dass mein Sohn seit seiner jünsten Kindheit, zuerst mit der Mama und etwas später schon alleine, jedes Jahr zum Vatertag voller Stolz einen selbstgebackenen Kuchen zum Morgen präsentierte.
Das macht er noch heute mit 24 Jahren und noch so lange, wie ich lebe. Hoffentlich. Nein ganz bestimmt wird es das machen.
Das war und bleibt das Highlight des Jahres für mich.

Hm.... schön das wir heute Abend wieder auf einem Familienfest zusammen sein werden, fern ab von der Arbeit.

m47
 
  • #69
Ehrlich gesagt, ich lass mich lieber von einem Pfarrer und in der Kirche trauen als in einem nichtssagenden Raum im Standesamt und von einem Mann, der eigentlich nur nebenberuflich Trauungen durchführt. Ich gebe es zu, ich mag es pompös und für mich soll s rote Rosen regnen....

Das ist deine Einstellung und die soll dir keiner nehmen. Ich würde auch kirchlich heiraten, kann aber auch jedes Paar verstehen, das das nicht tun will. Ich habe auch schon wunderbare standesamtliche Hochzeiten erlebt. Es liegt immer am Paar, was man daran macht. Wenn man schon von vornherein hingeht und sagt, dass das nur Fließbandabfertigung ist und das minimalst mögliche macht, wird man auch genau das bekommen. Ich habe im Gegenzug auch schon kirchliche Trauungen zum Davonlaufen erlebt, wenn es nur noch um die Show geht.

Es ist immer eine Entscheidung des Paares. Ich würde schon schauen, dass man da die Vorstellungen der Familien mit einbezieht und berücksichtigt. Aber was nicht geht, das geht eben nicht. Basta, aus. Ich würde keine Show abziehen, nur weil irgendwer irgendwas erwartet. Und wenn mir jemand mit der Drohung eines Kontaktabbruchs käme, dann würde ich das ganze laufen lassen und mal schauen, was passiert. Es gibt Dinge, auf die muss man nicht nur nicht eingehen, sondern sollte es auch nicht.

Ich sehe es nebenbei als den größten Fehler im meinem Leben an, solche Dinge immer akzeptiert zu haben, in der Annahme, dann würde sich das ändern und man würde meine Vorstellungen auch akzeptieren oder zumindest respektieren. Genau das passiert nicht. Ganz im Gegenteil. Die Vorstellungen solcher Herrschaften, wie andere sich zu verhalten haben, werden immer abstruser. Hauptsache man bekommt seine Idee / Vorstellung verwirklicht. Der Rest zählt immer weniger.

Ich bin kein Freund von einem Familienkrach. Aber Grenzen gehören gesetzt und was sein muss, muss leider sein. Aussitzen löst das Problem nicht, sondern verschärft es kontinuierlich.
 
  • #70
Für mich ist die Kirchliche Trauung eine schöne Tradition. Es gibt rund um die Erde und das finde ich schön. Es ist für mich nicht etwas, was mein Leben komplett eine andere Richtung geben würde.....
 
  • #71
. Und wenn mir jemand mit der Drohung eines Kontaktabbruchs käme, dann würde ich das ganze laufen lassen und mal schauen, was passiert. Es gibt Dinge, auf die muss man nicht nur nicht eingehen, sondern sollte es auch nicht.
Richtig: den das Ganze läuft dann auf Erpressung raus und wenn man das durchgehen lässt, steht die nächste Forderung vor der Tür, wieder mit einer Drohung verbunden.
Es ist überhaupt nichts gegen Kompromisse einzuwenden. Geht die eine Seitung mit einer Drohung in die Verhandlungen, bekommt das Wort Kompromiss einen schalen Geschmack, ich würd hier eher von emotionaler Erpressung reden.
 
  • #72
Neulich hatten wir auch eine ähnliche Diskussion wegen einer Party und ich hätte es bezahlt, ich würde es viel schöner für meinen Sohn gestalten wollen aber er wollte es so haben wie er es wollte und es kam immer wieder das Kommentar, Mama du musst loslassen lernen. Ok, ich habe mir eine Zeitlang alles angeschaut und sein Vater war auch auf seiner Seite. Letztendlich musste ich einschreiten und wenn ich es nicht gemacht hätte, wäre alles nicht so schön geworden. Das habe ich für ihn gemacht damit er glücklich ist und es wäre alles viel schöner geworden, wenn er auf mich gehört hätte.
Fazit: Die Eltern wollen immer das Beste für ihre Kinder und manchmal sollte man einfach auf seine Eltern hören. Besonders wenn es um Partygestaltung geht :).
 
  • #73
Für mich ist die Kirchliche Trauung eine schöne Tradition. Es gibt rund um die Erde und das finde ich schön. Es ist für mich nicht etwas, was mein Leben komplett eine andere Richtung geben würde.....

Ja; für dich. Aber wenn jemand das als Heuchelei empfindet, soll er das der Familie zuliebe machen? Was wär, wenn es andersrum wäre? Die Familie trifft sich heimlich um zu überlegen, wie sie das Brautpaar dazu bringen, nur standesamtlich zu heiraten und drohen mit Kontaktabbruch, wenn das Paar trotzdem in die Kirche will? Fändest du dann auch, das Brautpaar sollte das der Familie zuliebe machen? Glaube ich irgendwie nicht. Dich beeinflusst doch deine persönliche Meinung dazu, oder?

Als Atheist wie ich kann man das außerdem nicht ohne Heuchelei machen, egal, ob es eine schöne Tradition ist, da es ständig um Gott geht bei den Reden. Also; Traditionen, die dem zuwider laufen, was man will oder glaubt, sollte man ablegen. Übrigens habe ich meiner Oma zuliebe aber sogar die Konfirmation mitgemacht; weil sie sonst traurig gewesen wäre. Freiwillig. Aber hätte sie mich dazu zwingen wollen oder gedroht, den Kontakt abzubrechen, hätte ich das niemals gemacht um zu zeigen, dass Zwang falsch ist.
 
  • #74
Das habe ich für ihn gemacht damit er glücklich ist

Das hast Du gemacht, damit DU glücklich bist, nicht für ihn.
Er wäre glücklicher, wenn DU auf ihn hören würdest, er sagt es Dir sehr deutlich, sein Vater sagt es deutlich, und Du ihn loslassen würdest, und in seine Erfahrungen machen lassen würdest.
Da gäbe es von mir als Tochter einmal Stopp, wenn ich nicht explizit um Unterstützung bitte, und beim nächsten Mal wärst Du nicht dabei.

Parties sind Geschmackssache, und die allgemeine Lebensplanung erst recht persönlich und individuell.

Dieser Post ist ein Musterbeispiel für Übergriffigkeit von Eltern, sorry, @Lavieestbelle.
Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht.

Kinder müssen ihren Weg suchen dürfen , ihre Fehler machen dürfen, ihre Erfahrungen, daraus lernen sie. Man muss ihnen etwas zutrauen, ihnen vertrauen, deswegen kann man immer noch jederzeit da sein, wenn sie einem um Rat und Unterstützung bitten.
Und dann vor allem ohne den vorwurfsvollen Unterton...
 
  • #75
Fazit: Die Eltern wollen immer das Beste für ihre Kinder und manchmal sollte man einfach auf seine Eltern hören. Besonders wenn es um Partygestaltung geht
Das mag ja sein, aber Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen machen, ihre Fehler. Gute Eltern zeigen sich, wenn sie im richtigen Moment loslassen und wenn es schief geht nicht sagen: Siehste, habe ich Dir doch gesagt, selbst Schuld. Als Kind reicht es wenn Du weißt es ist so.
Warum soll man als Eltern mit Scheinchen locken, dann klingt das alles nicht mehr so uneigennützig.
 
  • #76
Letztendlich musste ich einschreiten und wenn ich es nicht gemacht hätte, wäre alles nicht so schön geworden. Das habe ich für ihn gemacht damit er glücklich ist und es wäre alles viel schöner geworden, wenn er auf mich gehört hätte.
Das ist dein Empfinden, dass dann alles nicht so schön geworden wäre. Kannst du auch gerne denken - solche Gedanken habe ich bei meinen Kindern auch öfter. "Kannst du so machen, aber dann wird es scheisse." Tja, in Wahrheit finden meine Kinder ihre eigenen Planungen und Gestaltungen viel cooler - auch wenn nicht alles perfekt ist. Und sie lernen aus eigener Erfahrung und machen Dinge in Zukunft vielleicht anders. Mein Sohn hat einen Freund, der eine ähnlich gestrickte Mutter hat, wie du zu sein scheinst. Sie versuchen es ihn nicht spüren zu lassen, aber er und Mama werden ganz schön belächelt und eine Party gibt es dort nur am Geburtstag - alle (einschließlich dem Sohn) feiern lieber woanders. Du machst dein Kind doch zum unbelbständigen Mamasöhnchen... Gruselig
 
  • #77
Letztendlich musste ich einschreiten und wenn ich es nicht gemacht hätte, wäre alles nicht so schön geworden. Das habe ich für ihn gemacht damit er glücklich ist und es wäre alles viel schöner geworden, wenn er auf mich gehört hätte.
Viel schöner für ihn oder für Dich? Was für mich schöner ist, muss es nicht für jemand anderen sein... Auch wenn ich weiß, dass es immer gut gemeint ist, wenn meine Mutter sich einmischen will, nervt es mich einfach, wenn ich signalisiert habe, dass ich es nicht möchte. Das ist Bevormundung, ganz egal ob es am Ende besser ist oder nicht (was sowieso im Auge des Betrachters liegt und keine absolute Wahrheit ist).
 
  • #78
Für mich ist die Kirchliche Trauung eine schöne Tradition. Es gibt rund um die Erde und das finde ich schön. Es ist für mich nicht etwas, was mein Leben komplett eine andere Richtung geben würde.....
Sei dir ja auch gegönnt .....
Allerdings wurde diese Tradition sehr oft mehr oder weniger zwanghaft ausgeübt. Du würdest es freiwillig so wollen, mir wäre es zuwider. Ich würde mich entweder kaufen lassen .... oder es für diese Frau hinnehmen. Andere lehnen das komplett ab.
Jeder wie er will. Du würdest es geniessen, ich würde dem Pfarrer erklären: Beeile dich gefälligst, ich habe Durst.
Würdest du dir vorschreiben lassen wollen: Du darfst nicht in der Kirche heiraten?
 
  • #79
Angenommen ich würde heiraten und meine Eltern hätten einen Wunsch, würde ich versuchen deren Wunsch in meiner Planung zu berücksichtigen. Natürlich würden auch meine Eltern nie mich zu etwas zwingen. Das haben sie niemals gemacht. Vielleicht reagiere ich auch so, weil ich dankbar bin für die Liebe und Unterstützung, die meine Eltern mir gegeben haben.
Persönlich hatte ich bei meiner Hochzeit mehrere Hochzeiten gefeiert, damit alle glücklich waren. Es war mir wichtig und heute würde ich es vielleicht eher die Wünsche meinen Eltern zuerst berücksichtigen. Denn sie waren immer für mich da gewesen.
 
  • #80
Ich war dieses Wochenende zu einer wunderschönen Hochzeit eingeladen. Nicht kirchlich, "nur" standesamtlich, trotzdem in einer kleinen aber feinen Kapelle, mit verzierten Wänden & alten Glasfenstern.
Statt einem Pfarrer, hat eben die Standesbeamtin gesprochen.
Das Brautpaar war auch ganz froh, dass die Trauung selbst, so nicht so lange gedauert hat, wie eine kirchliche Heirat eben dauern würde & wir alle hinterher mehr Zeit hatten mit ihnen zu feiern. Die Band des Bräutigams hat dazu auf Gitarre gespielt & gesungen, so wie das Brautpaar es wollte.
Könnte ich mir auch gut vorstellen, es war sehr rührend & alle haben sich gefreut dabei sein zu dürfen. (Merke, die Leute freuen sich dabei sein zu dürfen & sind nicht beleidigt, weil ihr persönlicher Geschmack nicht getroffen wurde)
Liebe Fs, vielleicht ist das etwas für euch?

Ansonsten:
Für Vorschläge ist man sicher immer offen, aber im Endeffekt ist es meine Party/Hochzeit & da muss mir meine Mutter definitiv nicht erzählen, wie ich es machen muss, damit SIE es schöner findet... Zwischen den Generationen gibt es ja oft einen riesigen Unterschied, was man als schön empfindet.
Man ist ja auch ein selbstständiger Mensch, mit eigenen Ideen & Wünschen, die man umsetzen möchte, eigenen Erfahrungen, die man machen möchte & muss. Keiner will sich ewig wie ein kleines Kind fühlen, weil Mama meint, sie weiß immer noch alles besser.
(Nicht böse gemeint, aber wenn man seinen Kindern langfristig zu viel vorschreiben will, ist man im schlimmsten Fall irgendwann wirklich NICHT mehr dabei..)
 
  • #81
Das habe ich für ihn gemacht damit er glücklich ist und es wäre alles viel schöner geworden, wenn er auf mich gehört hätte.
Ich war noch nicht auf sehr vielen Hochzeiten, alles in allem, in 51 Jahren vielleicht 20 mal.
Die meisten waren bieder, so wie man sich eine Hochzeit klischeehaft vorstellt.
Einmal war ich auf einer türkischen Hochzeit, die war in diesem Kontext sicher auch bieder, aber für mich eben exotisch und daher schön.

Und einmal war ich auf einer Party.
Meine unkonventionelle Kusine war die ziemlich reife Braut, damals schon ca. 40. Der Mann noch älter und AE mit Teeny-Sohn.
Sie heirateten in einer ...weiß nicht mehr, Burg oder sowas, Außenstelle des Standesamts, sie hatte ein Walle-Kleid aus weinroter Seide an und eine ihrer Freundinnen spielte auf der Bratsche zum Heulen schön.

Danach fuhren wir zu einer Grillhütte und da gab es ein normales Grillfest. Getanzt wurde nicht, aber es gab Rockmusik vom Band. Und außer Gegrilltem gab es das, was die Gäste in Schüsseln mitgebracht hatten.
Einige hatten sich viel Mühe gegeben und was besonders gemacht.
Und weil viele Gäste da waren, gab es ganz viel unterschiedliches Essen.
Geregnet hat's dann auch noch, was nicht so super war...rote Seide im Matsch, naja.

Du hättest bestimmt gesagt, dass das furchtbar war und sie hätten mal auf dich hören sollen und du hättest 'was schönes' ja auch bezahlt.
Aber weißt du was ? Die fanden das schön, die wollten das, kannst du dir das vorstellen ?
Weißt du was ? Ich fand das auch schön, eher schon perfekt.
Ich würde sagen, die beste Hochzeit, auf der ich je war.
Die Geschmäcker sind verschieden.

Meine Tochter ist erst 23, aber schon bald fünf Jahre mit ihrer Freundin zusammen und beim letzten Besuch haben sie schon mal ein bisschen rumgesponnen, wie sie gerne heiraten würden.
Tja, da hat die alt68er-Mutter etwas schlucken müssen, denn die stellen sich was richtig Biederes vor.
Ok, Kirche kommt nicht in Frage, weil sie zwei Frauen sind, aber meine Tochter hat tatsächlich was von einem weißen Kleid gesagt und Hochsteckfrisur mit Perlen drin und Schlösschen und weißen Walletischdecken und Band und Tanzen und weißem Auto mit Blumen drauf.
Ich habe mir aber NICHTS anmerken lassen, nicht gelacht, gefeixt, die Augenbrauen hochgezogen... Ich habe Wohlgefallen geheuchelt. Weil ich will, dass SIE glücklich ist.
Ich werde das alles bezahlen und mich nicht in die Planung einbringen und nichts kommentieren.
Nicht vorher, nicht währenddessen und nicht hinterher.

w 51
 
  • #82
Was man vielleicht bei dieser Frage berücksichtigen sollte, ist, ob man plant, seine Eltern dann quasi selbstverständlich auch für die Aufsicht der Nachkommen heranziehen zu wollen. Wenn man sich auf den Standpunkt "unsere Hochzeit geht nur uns zwei was an" stellt, aber gleichzeitig annimmt, die Mutter oder die Schwiegermutter selbstverständlich als Kinderaufsichtsperson heranziehen zu wollen, ist dass dann vielleicht doch etwas zu kurz gedacht. Wenn ich den Familienverband dann auch für meine Zwecke ausnutzen will, sollte man die Bedürfnisse der engsten Familienmitglieder auch auf dem Radar haben.

Wenn man jedoch der Meinung ist, sowieso alles selber wuppen zu können und zu wollen, dann sollte man auch die Hochzeit so ausrichten können, wie es eben nur dem Brautpaar gefällt.
 
  • #83
unsere Hochzeit geht nur uns zwei was an" stellt, aber gleichzeitig annimmt, die Mutter oder die Schwiegermutter selbstverständlich als Kinderaufsichtsperson heranziehen zu wollen, ist dass dann vielleicht doch etwas zu kurz gedacht. Wenn ich den Familienverband dann auch für meine Zwecke ausnutzen will, sollte man die Bedürfnisse der engsten Familienmitglieder auch auf dem Radar haben.

Ausgenutzt wird der, der sich ausnutzen lässt. Und man muss sich ausgenutzt fühlen.
Falls ich irgendwann in diese Situation komme, dass es mal Enkel gibt, dann hängt sehr viel vom Verhältnis ab. Und wie man miteinander redet.
Aber - ich habe 2 Kinder großgezogen , und will keine weiteren großziehen. Das halte ich für selbstverständlich. Das wissen meine Kinder.
Mich fest zu verplanen, lehne ich ab. Ich habe mein Leben, meine Interessen, und dann wird es die Zeit zeigen, wie ich mich engagieren möchte - Notsituationen ausgenommen.
Tagesmutter werde ich ganz sicher nicht.

Von ausnutzen würde ich aber da nicht reden wollen, dann stimmt im Familienverbund etwas nicht.
Ich sehe hier die unterschiedlichsten Großeltern, und nehme keine wahr, die sich ausgenutzt fühlt, sondern die, die sich gerne engagieren aber genauso selbstverständlich ihre Grenzen setzen, nein sagen ...
Großeltern, die sich über die Enkel freuen, weil es sie aktiv und jung hält, weil es nochmal etwas ganz eigenes ist.

Es gbt andere Beziehungen, klar, mein Vater war als Vater ein Versager und als Großvater ein Totalausfall.

Aber bei meinen Großeltern habe ich erfahren dürfen, wie es sich anfühlt , geliebt zu werden und willkommen zu sein.
Ich freue mich auf den Tag, Oma sein zu dürfen, ohne "Ausnutzen"
Nicht erziehen müssen :), Zeit haben. ..

Und finde diese Analogie @Laubsk ,
Hochzeit - Kinderbetreuung sehr schräg und sehr seltsam.

Von einem ausgeglichenen Geben und Nehmen gehe ich aus, aber das hat nichts mit Anpassungen von Lebensvorstellungen an die Erwartungen der Anderen zu tun.
 
  • #84
Für mich war eine kirchliche Trauung von Anfang an unwichtig und egal. Es kommt für meinen Freund nicht in Frage, ihn kriegen wohl keine zehn Pferde vor dem Pastor um das Ehegelöbnis zu sprechen.

Wir sind soweit, dass das wichtigste Anliegen unserer beiden Eltern, die Verwandschaft, die im restlichen Europa verteilt ist, auf alle Fälle eingeladen wird, zu erfüllen. Wir können in unserer Schloss-Standesamt-Aussenstelle samstags heiraten und feiern dann ab nachmittags eine Art Polterhochzeit. Trotzdem wird mein Kleid smaragdgrün sein, ich liebe diese Farbe.
 
  • #85
meine Eltern hätten einen Wunsch, würde ich versuchen deren Wunsch in meiner Planung zu berücksichtigen. Natürlich würden auch meine Eltern nie mich zu etwas zwingen. Das haben sie

....so verstehe ich Miteinander und ich verstehe hier nicht den zementierten Aufriss, den man darum macht, indem man gegen etwas ankämpfen muss, weil man Eltern grundsätzlich unterstellt, immer alles durchsetzen wollen, ohne ihre Beweggründe auch nur ansatzweise zu hinterfragen.

Dein Post liebe @Lavieestbelle zeigt das, was man unter emotionaler Intelligenz, gepaart mit Empathie versteht. Du hast das richtige Maß, die richtige Balance gefunden, um Wertschätzung, Respekt, Toleranz, geben und nehmen in Einklang zu bringen...
@-->-->-
 
  • #86
Angenommen ich würde heiraten und meine Eltern hätten einen Wunsch, würde ich versuchen deren Wunsch in meiner Planung zu berücksichtigen. Natürlich würden auch meine Eltern nie mich zu etwas zwingen. Das haben sie niemals gemacht. Vielleicht reagiere ich auch so, weil ich dankbar bin für die Liebe und Unterstützung, die meine Eltern mir gegeben haben.
Persönlich hatte ich bei meiner Hochzeit mehrere Hochzeiten gefeiert, damit alle glücklich waren. Es war mir wichtig und heute würde ich es vielleicht eher die Wünsche meinen Eltern zuerst berücksichtigen. Denn sie waren immer für mich da gewesen.
Ich verstehe dich schon - ich würde auch nicht die Wünsche meiner Eltern total ignorieren. Könnte ich auch nicht ......
Das heisst aber auch wieder nicht, dass ich gegen meine Überzeugung handeln würde. Denn damit würde ich sogar die gesamte Erziehung, die ich genossen habe, verraten.
Und meine Eltern verlangen sowieso nichts, von dem sie wissen, dass das einen ihrer Söhne in Schwierigkeiten bringen würde. Bei 2 Hochzeiten meines Bruders habe ich das genau gesehen.
 
  • #87
....so verstehe ich Miteinander und ich verstehe hier nicht den zementierten Aufriss, den man darum macht, indem man gegen etwas ankämpfen muss, weil man Eltern grundsätzlich unterstellt, immer alles durchsetzen wollen, ohne ihre Beweggründe auch nur ansatzweise zu hinterfragen.

Dein Post liebe @Lavieestbelle zeigt das, was man unter emotionaler Intelligenz, gepaart mit Empathie versteht. Du hast das richtige Maß, die richtige Balance gefunden, um Wertschätzung, Respekt, Toleranz, geben und nehmen in Einklang zu bringen...
@-->-->-
Danke liebe Pia, das Kompliment kann ich nur zurückgeben. Schade, dass wir uns niemals sehen werden. Ich denke wir würden uns gut verstehen....
Ich bin zum Beispiel in einer WA-Gruppe mit meinen Tanten und meinen Geschwistern und meiner Mutter. Ehrlich gesagt, schreibe ich nicht sehr oft und lese auch nicht, was sie alle schreiben aber manchmal ruft mich meine Mutter mich an und sagt mir, dass ich auch etwas schreiben soll. Das mache ich dann um sie glücklich zu machen. Ich rufe sie mindestens einmal die Woche an und lasse sie plaudern, sich auskotzen über alles mögliche und als ich verlassen wurde hat meine Mutter die ganze Nacht meine Geheule am Telefon anhören müssen oder als ich meine Kinder bekam, konnte ich auf ihre Hilfe zählen. Ich verdanke meinen Eltern sehr viel und habe generell eine andere Haltung zu der älteren Generation. Es mag sein, dass ich spießig rüber komme, aber wie du auch schreibst, es ist immer ein geben und nehmen. Es ist sehr wertvoll....
 
  • #88
Letztendlich musste ich einschreiten und wenn ich es nicht gemacht hätte, wäre alles nicht so schön geworden. Das habe ich für ihn gemacht damit er glücklich ist und es wäre alles viel schöner geworden, wenn er auf mich gehört hätte.

Nicht so schön? Für wen? Für deinen Sohn? Oder für dich, damit du vor deinen Freundinnen auch mal so richtig auf die Pauke hauen konntest?

Und woher nimmt du die Beurteilung, dass es mit deinem Eingreifen viel schöner geworden ist? Hat dir dein Sohn das so gesagt? War er ehrlich? Oder nimmst du das an?

Meinst du nicht, dein Sohn ist erwachsen genug, um zu wissen, was er will und was nicht?

Mag ja sein, dass ich da etwas vorbelastet bin. Aber dieses "gutgemeinte" ungefragte an sich ziehen von Dingen, bewirkt oft das pure Gegenteil. Vorschläge gerne, aber dieses "wenn ich das nicht mache, dann wird das nichts" kann mir gerne erspart bleiben.
 
  • #89
so verstehe ich Miteinander und ich verstehe hier nicht den zementierten Aufriss, den man darum macht, indem man gegen etwas ankämpfen muss, weil man Eltern grundsätzlich unterstellt, immer alles durchsetzen wollen, ohne ihre Beweggründe auch nur ansatzweise zu hinterfragen.
Hmm diesen Aufriss versteh ich gut. @ Lavieestbelle
ist eine Foristin, die ihren Sohn fragen musste ob er es toll findet, dass Papi nach seinem Ausritt wieder die Annehmlichkeiten bei Mami haben möchte. Und die Foristin hat ertragen, ertragen und noch mehr ertragen. Hat nicht gefruchtet. Es tut mir wirklich leid für sie, noch mehr für den Sohn.
 
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