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  • #1

Was steckt hinter einer On/Off-Beziehung?

Warum trennen sich Menschen von einem "Partner" regelmäßig, stürzen sich in eine mehrwöchige Kurzbeziehung und kehren dann wieder zurück und das über viele Jahre hinweg? Was treibt solche Menschen zu solchen Verhaltensweisen und welcher "Partner" nimmt diese zurück? Ist es solchen On-Off Geschädigten überhaupt möglich - danach - eine normale Beziehung zu führen?
 
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  • #2
Das Phänomen ist in der Psychiatrie als sogenannte "Narzisstische Beziehungsschaukel" bekannt. Wenn sich 2 Personen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung zusammen finden, ergibt sich dieses Verhalten. Das kann jahrelang so gehen, bis Einer oder Beide eine entsprechende Therapie machen.

Die genauen psychischen Abläufe bei der "narzisstischen Beziehungsschaukel" kannst Du sicher googlen.
 
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  • #3
das gebe ich #1 recht, das sind menschen die narzisstisch veranlagt sind, oder boderline haben
 
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  • #4
Der FS
Danke. D.h., nachdem ich ein wenig informierte, dass Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung gerne jemanden mit einer Komplementärstörung als Beziehung bevorzugen, sozusagen das fehlende, ergänzende Teilstück. D.h. ich verstehe unter Schaukel etwas, das durch Schwungholen erfolgt, durch Bewegungen oder durch Abstoßen. Möglicherweise schaukeln sich zwei Narzissten durch Bewegungen hoch (ohne mich jetzt wirklich damit auszukennen, denn offenbar können auch Boderliner narzisstische Verhaltensweisen aufweisen als auch Narzissten Verhaltensweisen von Borderlinern), aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Je stärker die zwei Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung in einer Komplementärstörung zueinanderpassen und sich zugleich abstoßen, umso mehr schaukeln sie sich auf. Wenn die Schaukel eine emotionale Grenze überschritten hat, so wird es für eine Persönlichkeit schwer damit klarzukommen, sie zieht sich zurück und geht aus der Beziehung heraus, aber nur vermeintlich und nicht ganz, denn er/sie sitzt/steht immer noch irgendwie in der Schaukel. Gleichzeitig besteht auch ein enormes Abhängigkeitsverhältnis, deswegen kommen diese auch wieder zurück in die On-Off Beziehung.
 
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  • #5
Aber was steckt hinter einer Beziehung, wenn man sich trennt andere Partner hat und zwischenzeitlich oder letztendlcih doch immer wieder beim selben landet. Also im Ansatz schon eine on/off Beziehung aber nicht so häufige schnelle Trennungen sondern auf über 10Jahre verteilt und zwischenzeitlichen zwei guten und festen Jahren Beziehung ... gibt es eine psychologische Erklärung, dass man immerwieder zu seinem ursprünglichen Partner zurück kehrt auch wenn keine Kinder da sind ... wieso hegt man immer wieder die Hoffnung mit der nächsten Chance würde alles für immer harmonisch bleiben ... braucht man vll die Trennung inzwischen weil man sich daran gewöhnt hat und dadurch neuen Pep in die "immer-wieder-Beziehung" bringen kann ... eventuell auf einfach eine ungesunde Mischung aus Abhängigkeit, Sehnsucht, Faszination und wahren Liebe
 
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  • #6
Dahinter steckt eine tiefe Bindungsstörung und wie bereits erwähnt, es sind zumeist narzisstisch veranlagte Menschen, die sich so verhalten. Nur eine Therapie bringt - wenn überhaupt - Abhilfe. Das Verhalten ist ungesund und zeugt von vielen nicht verarbeiteten Konflikten.
 
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  • #7
Bei so viel "Borderline" Beschreibungen traut man sich ja kaum noch schreiben.

Ich hatte auch schon eine lange und sehr harmonische Beziehung, die nach 5 Jahren aufgrund von privaten Veränderungen friedlich auseinander ging.

On- Off kam danach 5 Jahre.
Ich wusste vorher nicht ob ich je heiraten oder Kinder haben möchte, ich sah ihn und er war es - es war Liebe auf den ersten Blick.

Er hatte viele Eigenschaften auf die ich wirklich wert lege.
Er war auch ein extremer Einzelgänger.
Er war mit meiner offenen Art und meiner selbstständigen Art mehr als nur überfordert.

Ich bin nicht der Meinung, dass man Menschen verändern sollte, nachdem ich es einmalig im normalen Ton mit ihm durchspreche, schweige ich, wenn mir etwas immer und immer wieder gegen den Strich geht- wozu streiten.
Wenn es für mich unerträglich wurde, seine Art mich zu ignorieren oder zu bestrafen, machte ich Schluss.

Das hieß nicht dass ich ihn nicht mehr von Herzen liebte, das hieß nur, dass ich es mit ihm nicht aushalte.

Leider ist der "Markt an Singleware" enorm ernüchternd und der verlassene Part versucht ja den Partner zurück zu gewinnen. Aufgrund der großen Gefühle ist man dumm genug, immer wieder mal auf Nachrichten zu antworten. Es folgen Enttäuschungen von anderen und man flüchtet in das "bekannte" Dilemma. Man weiß es wird vermutlich schief laufen, aber die Art wie man seinen Körper fühlt, wenn der andere da ist, übertrifft einfach jede Vernunft. Es gibt ja auch bei jedem sehr viele sehr schöne Erinnerungen. Es folgen die alt bekannten Probleme, der psychische Stress baut sich wieder auf- es folgt das Off..... Reihenfolge von vorn...

Warum man den Partner zurück nimmt- in den Zeiten in denen man nicht zusammen ist, kann man den anderen logischerweise nicht betrügen.

Keine Ahnung wie lange so etwas läuft, ich vermute mal bis einer von beiden jemanden findet, der sein Herz berührt.

Ich würde nicht sagen, dass diese Menschen von Natur aus beziehungsunfähig sind, aber eine gewisse Zeit nachdem Off auf alle Fälle. Umso öfter sich dies wiederholt umso langweiliger wird das ganze für alle Beteiligten, man weiß wie es endet und nimmt sich und den ON OFF Partner nicht mehr ernst.

Bin übrigens seit nem Jahr clean- und das ohne Therapie- Menschenverstand und die Überwindung diesen auch einzusetzen reichen vollkommen.

w 30
 
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  • #8
tja und hier bin ich, offenbar komplett persönlichkeitsgestört und beziehungsunfähig. fragt mich, denn ich lebe seit 7 jahren so eine beziehung.

warum man das macht ? ich für meinen teil, weil ich nie in meinem leben zuvor und danach einen mann getroffen habe, der mich derartig berührt hat, der meine gefühle in wallung gebracht hat, mit dem ich derartig mental auf einer wellenlänge lang und mit dem ich so fantastischen sex hatte. ganz klar: ich bin süchtig nach ihm - wie ein junkie nach seiner droge.

weil es tage gibt, an denen mein verstand völlig ausgeschalten ist und ich mich nur von meinen gefühlen treiben lasse - das sind die tage, wo ich ihn dann doch wieder treffe, obwohl ich ihm keine 2 tage zuvor gesagt habe, dass ich ihn hasse. und ich hab ihn 2 tage zuvor wirklich gehasst !

und dann sind diese gefühle des hasses und der wut und enttäuschung plötzlich wieder weg, abgeflacht... die sonne scheint, es ist ein herrlicher tag und er fragt, ob man mit baden kommt. er ist freundlich, nett, zuvorkommend, charmant, liebevoll, gefühlvoll... und man findet wirklich keinen grund, nicht mitgehen zu wollen, mit dem mann, mit dem einfach alles schöner ist als mit jedem anderen. der rücksichtslose egoist von vor 2 tagen ... war das nicht nur mein gefühl aufgrund meiner miesen stimmung oder pms ??

aber es ist keine einseitige abhängigkeit. es geht ihm genauso. er sagte mir schon von jahren, er sei süchtig nach mir ...

was ich ihm schon alles an den kopf geworfen habe, was ich ihn beschimpft habe... ich glaube sogar ich - diejenige, die sich solche höllenqualen gibt - wöllte mit jemanden, der mich so beschimpft nichts mehr zu tun haben.

psychologische hintergründe? ich hab vieles gelesen, vieles verstanden, über ihn, über mich... angst vor nähe ist wohl beiderseits das hauptthema... narzistische persönlichkeitsstörung und co-abhängigkeit ... mit allen kindheitsbedingten ursachen ... mein verstand weiss das alles, aber das macht alles nicht leichter sondern eher noch schlimmer.

eine therapie wäre vielleicht eine lösung... wären da nicht meine anderen angststörungen, wie die vor ärzten oder die angst, dann, wenn man wirklich mal körperlich krank ist, als psycho-simulant belächelt zu werden...

ich denke, alles hat einen sinn im leben. auch solche begegnungen. und erst wenn man wirklich verstanden hat, was man daraus lernen soll, kann man loslassen, weitergehen.
 
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  • #9
Ich lebe auch so eine Beziehung.

Meine Partnerin spielt dieses Spiel auch. Wir führen über Tage oder Wochen eine normale Beziehung in der sie ununterbrochen versucht, die Oberhand zu behalten und mich dazu zwingt, alktiv oder passiv Widerstand zu leisten und dann ist sie plötzlich wie ausgewechselt und stellt die Beziehung (jetzt fast 4 Jahre) total infrage.

Es ist bei Frauen verbreitetes Missverständnis, ich will einfach nicht jede Sache tot oder ausdiskutieren.

Wir haben ein Kind... ich kann deshalb nicht einfach Schluss machen
 
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  • #10
Auch ich frage mich, warum sich Menschen bloß sowas antun können? Wie leidensfähig muss man für so eine ewige on/off-Geschichte denn sein? Die Lösung liegt doch auf der Hand - Trennung, basta, aus. On/off zeigt doch schon, dass ein Paar nicht wirklich zusammen passt! Warum bleiben Menschen trotzdem?

*Abhängigkeit (die sehr gerne und oft mit Liebe verwechselt wird)
*Co-Abhängigkeit
*Angst vor dem Alleinsein
*Angst, keinen Partner mehr zu finden (meist völlig unberechtigt)
*Gewohnheit
*Beziehungsunfähigkeit
*Bindungsangst

Also als "gesund" würde ich eine off/off-Geschichte, die schon über Jahre andauert, nicht bezeichnen sorry. Gesund ist was anderes! Die meisten on/off-Beziehungen enden übrigens irgendwann, früher oder später mit einem endgültigen "off"; sei dies, weil sich einer andersweitig verliebt, die Nase voll hat, eine Therapie macht und sich endlich loslösen kann oder einfach die Nerven verliert und nicht mehr kann.

Ich wage stark zu bezweifeln, dass solche Geschichten eine solide Zukunft haben.

w, 38
 
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