• #1

Was tun gegen Beziehungslangweile???

Hallo Ihr Lieben,

der Titel sagt eigentlich alles. Was unternehmt Ihr gemeinsam als Paar? Was tut Ihr gegen Langeweile? Den Januar empfinde ich ohnehim immer extrem schlimm, durch Corona hat sich dieses Gefühl noch verstärkt. Ich alleine kann mich noch einigermaßen beschäftigen, aber mir fällt nichts ein, was ich mit meinem Partner unternehmen könnte. Wir gehen jeden Tag spazieren, dann wird gelesen oder Fernseh geguckt. Und das war´s dann auch schon. Ich gehe seit jeher gerne in die Sauna, aber darauf hat er keine Lust. Ohnehin macht er nie irgendwelche Vorschläge. Im Gegensatz zu mir ist er aber zufrieden und ausgeglichen und hat nicht das Gefühl etwas zu verpassen. Ich hänge dagegen ständig in den Seilen, weil ich das Gefühl habe, mein Leben zieht an mir vorbei. Er versteht gar nicht, was mein Problem ist, denn er hat keins. Er freut sich einfach, mit mir zusammen zu sein. Ich dagegen werde immer gereizter, weil ich das Leben als absolut eintönig empfinde.

Daher meine Frage: wie gestaltet Ihr die Freizeit mit Eurem Partner? Sind Eure Partner eher aktiv oder passiv bei der Gestaltung?

Herzlichen Dank für Eure Antworten!
 
  • #2
Sicher, dass die Grundprobleme nicht noch immer woanders liegen als bei dieser konkreten Frage..? Bei der ganzen Liebesfähigkeitsdebatte, die dich quält? Ich würde sagen, das äußerst sich jetzt nur in dieser neuen Form bei dir.
Aber zum Thema konkret: Ich und mein Mann planen beide Dinge. Auch während Corona. Wir machen Sachen getrennt (jeder seinen Sport, ich geh joggen usw.), und Sachen gemeinsam (spontan ins Café, ins Kino, Restaurant, Badminton spielen, Schlittschuhlaufen, mal aus Spaß Billard oder Bowling oder Bouldern, Tanzkurse online, Ausstellungen, Sprachkurse online über die VHS, Wandern, was besonderes zusammen kochen, Spieleabend mit Freunden, alte Filme aus den 40er schauen, Freunde besuchen, .... das meiste geht doch noch). Ich kann nicht gut ein ganzes Wochenende gar nichts machen, aber mal einen Tag gammeln finde ich entspannend. Unter der Woche arbeiten wir recht lang und machen daher eher nicht so viel. Ich finde es wichtig, dass man da ähnlich tickt vom Aktivitätslevel oder wenn nicht, sich auf jeden Fall so akzeptieren kann gegenseitig, wie man ist. Bei meinen Eltern gibt's da große Unterschiede, weshalb meine Mutter eben viel mit Freunden plant, um beschäftigt zu sein, und mein Vater derweil daheim ein Buch liest. Dann haben sie sich was zu erzählen am Abend.
w, 38
 
  • #3
Daher meine Frage: wie gestaltet Ihr die Freizeit mit Eurem Partner? Sind Eure Partner eher aktiv oder passiv bei der Gestaltung?

Herzlichen Dank für Eure Antworten!
Nun, mein Mann ist jemand, der ständig irgendwas werkeln und tun muss, geht aber total selten weg und trifft sich mit niemandem.

Ich selber bin sehr gesellig und unternehmungslustig, war vor Corona immer unterwegs, ich liebe das Nachtleben, die Dunkelheit, und Freunde. Ich habe aber absolut kein Problem damit, mich während der Corona - Jahre mal einzuschränken, ich gehe grade kaum noch fort, die Freundetreffen sind viel weniger geworden, ich bleibe auch grade viel zu Hause. Ich bin extrem anpassungsfähig an verschiedene widrige Umstände und habe nicht dauernd das Gefühl, das Leben zöge an mir vorbei. Dafür hab ich einfach schon viel zu viel erlebt und gesehen. Und alles das, was ich eventuell verpassen könnte, darauf bin ich nicht mehr neugierig, das nehme ich einfach mit, wenn es mir vor die Füße fällt. Und darauf kann ich auch noch bis zum Ende der Pandemie warten.

Unabhängig davon sind mein Mann und ich völlig unterschiedlich. Das stört uns überhaupt nicht, ich muss meine Erlebnisse doch nicht unbedingt immer mit ihm zusammen haben. Ich erinnere ihm manchmal dran, dass er sich jetzt mal wieder mit blicken lassen könnte, darüber hinaus darf er sehr gerne er selbst sein und tun, was ihm gefällt (und sei es eben zu Hause aufm Sofa). Dann geh ich eben alleine aus, ist doch nicht so schlimm.
 
  • #4
So viele Aktivitäten kann man wegen Corona nicht mehr uneingeschränkt machen aber man könnte ja trotzdem zuhause irgendwas nettes machen:

- zusammen etwas leckeres kochen
- zusammen Sport machen (zB. YouTube Videos)
- gemeinsam joggen gehen
- Brettspiele spielen oder ein Puzzle mit vielen Teilen
- ein Hörbuch zusammen aussuchen und hören oder sich gegenseitig etwas vorlesen
- zusammen baden gehen mit Sekt, Früchten etc.
- Massage

- am Wochenende einen Tag in eine andere Stadt fahren oder eine Sehenswürdigkeit anschauen
- Kino
- Therme (ist aber wohl eher gefährlich, waren erst letztens da mit ungutem Gefühl)
- Tanzkurs online buchen (falls es sowas gibt, quasi online tanzen lernen zusammen)
- frühstücken gehen oder zuhause gemeinsam ganz entspannt frühstücken und in den Tag hinein leben 😍
- schau doch mal was es so in der Gegend gibt zu entdecken
- paar Snacks/Getränk packen und ohne Ziel erstmal in eine Richtung fahren und dann wenn man etwas spannendes sieht wo man noch nicht war (Schildern folgen) dorthin fahren und anschauen

Das ist mir spontan eingefallen.

Ich denke man sollte schon ähnlich unternehmungslustig sein in einer Beziehung damit von beiden Seiten genug Ideen kommen und ich finde es völlig normal und in Ordnung, wenn der Partner etwas nicht mag was man selber vielleicht mag.

Schaue das du Sachen machst die dir gut gefallen und Sachen die euch beiden gut gefallen.

Ich kann zB. auch mal ein ruhiges Wochenende gebrauchen (in der Woche keine Zeit für irgendwelche Unternehmungen etc. zu zweit) aber finde es auch schön wenn man sich bewusst Zeit füreinander nimmt und diese dann genießt 🥰

W 27
 
  • #5
Da würd ich mich auch langweilen. Was wäre es mit Spielen (Brettspiele, Konsole zusammen etc.), Sex, tanzen, Musik hören, reden. Das wären jetzt alles Sachen die man zusammen zu Hause machen kann, weggehen geht ja momentan schlecht.
 
  • #6
Langeweile kenne ich nicht, weder bei mir noch in der Beziehung! Ihr seid nicht kompatibel, fühlt sich alles so anstrengend an, das wird auch nicht besser, das wird mit der Zeit immer schlimmer, bester Tipp: such dir einen Mann, der zu dir passt, Problem gelöst, der passt auch in einem Jahr nicht!
 
  • #8
Wir verbringen den Tag zusammen, wir kuscheln morgens zusammen im Bett, duschen zusammen, machen zusammen Frühstück, unterhalten uns dabei oder hören zusammen einen Podcast und reden darüber, wir gehen zusammen einkaufen und kochen und essen zusammen, probieren neue Rezepte aus, wir gehen zusammen spazieren und reden dabei miteinander (neulich wieder drei Stunden im Wald und keine Sekunde war langweilig!), wir machen zusammen Sport und reden permanent über alles mögliche (Erlebnisse und Themen, die uns interessieren), wir besuchen zusammen Freunde und reparieren und basteln und putzen zusammen und verbessern irgendwas in der Wohnung, wir schauen zusammen Filme und essen dabei leckeres Abendbrot und quatschen miteinander, wir gehen zusammen ins Bett ... Klar, im Sommer sind auch mal ein paar "spektakulärere" Ereignisse dabei, wenn wir zusammen schwimmen gehen oder Radtouren unternehmen oder so was, aber normalerweise verbringen wir einfach unseren Alltag miteinander, viel liebevolle Zärtlichkeit (wir umarmen und küssen uns andauernd zwischendurch) und gute Gespräche. Langweilen tun wir uns nie, aber ich habe mich allgemein noch nie in meinem Leben gelangweilt, es gibt doch so viel Spannendes zu tun!
Wir beide kennen das Gefühl der Langeweile nicht, sondern haben eher zu wenig Zeit für alle unsere Interessen.
Ich alleine kann mich noch einigermaßen beschäftigen, aber mir fällt nichts ein, was ich mit meinem Partner unternehmen könnte.
Du musst doch auch nicht zwangsweise was mit ihm unternehmen. Mein Partner und ich machen ganz oft Dinge getrennt, z.B. studiere und arbeite ich und mache Sport und besuche Freunde und alles mögliche, während er eine Werkstatt baut, Holz einkaufen fährt, tischlert, Backrezepte ausprobiert, seinen Sport macht und seine Termine hat. Und dann erzählen wir uns von unseren Abenteuern.
Wir gehen jeden Tag spazieren, dann wird gelesen oder Fernseh geguckt. Und das war´s dann auch schon.
Ist halt Alltag, die meisten brauchen nicht jeden Tag etwas Besonderes. Aber sonst schlag du doch mal was vor.
Ohnehin macht er nie irgendwelche Vorschläge. Im Gegensatz zu mir ist er aber zufrieden
Daran wird's liegen, er ist zufrieden. Was machst du für Vorschläge außer Sauna?
Ich dagegen werde immer gereizter, weil ich das Leben als absolut eintönig empfinde.
Das ist vor allem dein persönliches Problem und hat nur bedingt etwas mit deinem Partner zu tun. Wie sähe denn ein erfülltes Leben für dich aus? Brauchst du viele externe Reize und besondere Aktivitäten?
w27
 
  • #9
- schlafen/ausschlafen
- zusammen in aller Ruhe die Mahlzeiten einnehmen
- 2 mal in der Woche um die Bonusenkel kümmern
- mit dem Hund lange Spaziergänge/Tagesausflüge machen
- lesen/Filme/Dokus gucken und uns darüber austauschen
- teilweise zusammen Sport treiben
- in Ausstellungen/ins Theater/zu sonstigen Veranstaltungen gehen
- mit Freunden und Verwandten treffen/Videomeetings mit denen die weiter wegwohnen
- verreisen, etliche Freunde wohnen recht verteilt
- und dann das Übliche: Einkäufe für mehrere Familienteile erledigen und dann ausliefern

Nichts, haben wir nicht. Wir können beide so richtig chillen und haben kein Problem damit Ruhe auszuhalten.

Den Januar empfinde ich ohnehim immer extrem schlimm
Ach, wenn man sich Mühe gibt, findet sich an jedem Monat was zu meckern.
Im Moment ist nicht so das Wetter für Tagesausflüge/Bergwanderungen/Radtouren/segeln.
Dann macht man anderes von der Liste oben.

Sind Eure Partner eher aktiv oder passiv bei der Gestaltung?
Bei uns ist das absolut ausgewogen.
Wenn es wärmer wird und die Tage heller machen wir wohl wieder mehr getrennt - er die mörderisch langen Radtouren, ich ebenso ausgiebig segeln.

Wir mögen beide die ruhigen Wintermonate.

ch hänge dagegen ständig in den Seilen, weil ich das Gefühl habe, mein Leben zieht an mir vorbei..... werde immer gereizter, weil ich das Leben als absolut eintönig empfinde.
Wenn er nicht mitzieht weil er nicht das Bedürfnis nach permanenter Beschallung mit neuen Reizen hat, dann mach halt allein was, was Dir lebenswert scheint.
Solange er nicht rummeckert weil er allein ist ist doch alles ok.

Oder hast Du ein Beziehungsverständnis, dass man alles zusammen machen muss und kannst doch nicht so viel mit Dir selber anfangen?
 
  • #10
Sicher, dass die Grundprobleme nicht noch immer woanders liegen als bei dieser konkreten Frage..? Bei der ganzen Liebesfähigkeitsdebatte, die dich quält? Ich würde sagen, das äußerst sich jetzt nur in dieser neuen Form bei dir.
Ja, liebe Mokuyobi, das Thema beschäftigt mich nach wie vor sehr stark und ich habe auch schon vermutet, ob das nicht alles miteinander zusammenhängt. Irgendwie bin ich momentan nur noch am zweifeln.

Herzlichen Dank an Euch alle für Eure Antworten. Da sind einige Tipps dabei, die ich sicher mal ausprobieren werde. Vielleicht schiebe ich auch meinem Partner zu sehr den schwarzen Peter zu. Ich habe aus diversen Gründen zum ersten Mal Zeit in meinem Leben. Die Vergangenheit bestand nur aus arbeiten und Kind und nun stelle ich plötzlich fest, dass ich mit freier Zeit gar nichts mehr anfangen kann und auch keine Leidenschaft für irgendein Hobby habe, d. h. ich weiß gar nicht mehr zu leben. Und da mein Partner wie beschrieben sehr passiv ist, merke ich das jetzt umso stärker. Ich schäme mich echt dafür, aber es macht mich total agressiv, dass er trotzdem total ausgeglichen und zufrieden ist während ich total frustriert bin. Einen Tag zu Hause ertrage ich wegen meiner starken inneren Unruhe überhaupt nicht. Ein Problem ist natürlich auch, dass wir nicht zusammen wohnen, d. h. ich kann mich nicht einfach mal für ein paar Stunden abseilen. Vielleicht muss ich mich aber erst einmal daran gewöhnen, mehr Zeit zu haben.
In Euren Antworten hat sich ja durchaus gezeigt, dass auch ganz unterschieldiche Charaktere miteinander harmonieren. Ich habe nämlich schon an unserer Passung gezweifelt.
Nochmal herzlichen Dank für Eure Antworten!!
 
  • #11
Gehörst du zu den Menschen, die mit sich nichts anfangen können und permanent auf der Achse sein müssen? Die ein Event nach dem anderem brauchen, aber im Prinzip von sich selber weg laufen? Kannst du mal fünf Minuten inne halten, ohne an irgendwas zu denken? Wenn du spazieren gehst, nimmst du die Natur um dich rum wahr? Wenn du ein Buch liest, kannst du da richtig eintauchen, nachempfinden, dich mit den Darstellern identifizieren?
Du klagst über Langeweile, aber kann sein, dass du selber langweilig bist und deswegen bespasst werden musst?
 
  • #12
Wir mögen beide die ruhigen Wintermonate.


Wenn er nicht mitzieht weil er nicht das Bedürfnis nach permanenter Beschallung mit neuen Reizen hat, dann mach halt allein was, was Dir lebenswert scheint.
Solange er nicht rummeckert weil er allein ist ist doch alles ok.

Oder hast Du ein Beziehungsverständnis, dass man alles zusammen machen muss und kannst doch nicht so viel mit Dir selber anfangen?
Vielen Dank für Deine Vorschläge! :)

Mit den ruhigen Wintermonaten habe ich seit jeher große Probleme, mit Ruhe generell. Ich kann Dir nicht erklären warum, aber Ruhe brauche ich nur als Erholung von pesönlichen Kontakten (ich bin introvertiert). Ansonsten empfinde ich Ruhe als etwas negatives, irgendwie als Stillstand, als Ereignislosigkeit.

Ich muss nicht alles mit meinem Partner zusammen machen, aber da wir nicht zusammen wohnen, finde ich es schwierig in der wenigen Zeit etwas getrennt zu unternehmen. Und ich gebe zu, dass ich noch lernen muss, mit meinem mehr an Zeit etwas anzufangen. Ich bin noch auf der Suche nach einem Hobby, das mich ausfüllt.
 
  • #13
Gehörst du zu den Menschen, die mit sich nichts anfangen können und permanent auf der Achse sein müssen? Die ein Event nach dem anderem brauchen, aber im Prinzip von sich selber weg laufen? Kannst du mal fünf Minuten inne halten, ohne an irgendwas zu denken? Wenn du spazieren gehst, nimmst du die Natur um dich rum wahr? Wenn du ein Buch liest, kannst du da richtig eintauchen, nachempfinden, dich mit den Darstellern identifizieren?
Du klagst über Langeweile, aber kann sein, dass du selber langweilig bist und deswegen bespasst werden musst?
Ja, ich muss zugeben, dass ich mit mir nichts anzufangen weiß. Das erste Mal habe ich Freizeit und nun stehe ich da und weiß nicht, wie ich sie sinnvoll ausfüllen kann. Meine Unruhe äußert sich aber nicht so, dass ich ständig auf Achse sein muss. Es ist vielmehr eine innere Unruhe , eine Art Gedankenrasen. Ich kann mich nie auf eine Sache fokussieren, daher nehme ich tatsächlich wesentlich weniger von meiner Umwelt auf, kann in kein Buch wirklich eintauchen und auch einen "flow" hatte ich noch nie. Bespasst werden möchte ich nicht (jedenfalls nicht bewußt), aber ich fände es schon toll, wenn mein Partner bei meinen Vorschlägen mehr Begeisterung zeigen würde.
Ich habe noch nie einen Menschen erlebt, der so in sich ruht und so ausgeglichen mit dieser so bescheidenen Situation (Coronaeinschränkungen) umgeht. Er erscheint mir tatsächlich rundherum glücklich, und ich frage mich dauernd, warum ich das nicht auch so hinbekomme.
 
  • #15
Ich finde es immer schwierig, wenn man von seinem Partner erwartet, er möge einem die Langeweile vertreiben.
Früher war das so. Da konnte ich aber auch nicht sonderlich gut alleine sein. Ich dachte ich hätte Beziehungslangeweile, dabei habe ich es nur nicht gut mit mir selber ausgehalten.
Würde ich heute nicht mehr tun. Ich habe ein interessantes Leben, treffe meine Freunde relativ häufig. Wir gehen essen, kochen zusammen, Kino, Museum, Theater, etc.
Das wären auch Dinge, die ich weiter so machen würde. Gerne mit Partner. Aber wenn das nicht seins ist, dann würde ich auch weiter alleine, bzw. mit meinen Freunden unterwegs sein. Für mich muss eine gewisse Schnittmenge vorhanden sein, aber ich muss lange nicht alles mit ihm unternehmen. Für mein zufriedenes Gefühl ist er nicht zuständig. Das muss ich in mir haben und da muss ich gut für mich selber sorgen. Das habe ich nach meiner Trennung etabliert. Da war dann nämlich nur noch ich, die ich in die Verantwortung nehmen konnte ;-) Das selber wünsche ich dir. Innere Ruhe kann man lernen, wenn man es möchte. Mediation, autogenes Training, etc. und Dinge die man aus sich heraus machen will. Mein bester Freund, malt meditativ diese Erwachsenen Ausmalbilder. Ich werde beim zugucken schon unruhig, aber ihn holt es genau so runter, wie mich meine Meditation.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #16
Dieses ewige Credo, nur langweiligen Menschen ist langweilig, das ist völlig lachhaft. Nur Menschen mit wenig Ressourcen ist nie langweilig. Menschen, die wenig input brauchen sind immer gefordert, das muss jetzt nicht so positiv sein.
 
  • #17
Das ist vor allem dein persönliches Problem und hat nur bedingt etwas mit deinem Partner zu tun. Wie sähe denn ein erfülltes Leben für dich aus? Brauchst du viele externe Reize und besondere Aktivitäten?
w27
Du hast völlig Recht. Das wird mir durch den Thread immer klarer. Ich denke immer ein erfülltes Leben ergibt sich nur durch ganz besondere Aktivitäten und Erlebnisse. Ich habe hier tolle Anregungen erhalten, stelle aber auch fest, dass viele von Euch auch solche Momente und Aktivitäten als bereichernd empfinden, die ich gar nicht als solche wahrnehme und banal empfinde. Zusammen das Leben gestalten mit allem was dazu gehört, empfinde ich z. B. nur als lästiges Übel. Daran muss ich definitv arbeiten.
 
  • #18
Ja gut. Denk an deine nicht einfache Vergangenheit, an deine Shoppingtouren zur Ablenkung- klar, dass Ruhe dich aus dem Konzept bringt.
Wenn keine Ablenkung da ist, bist du stärker mit dir konfrontiert.
Ich wollte es nicht extra erwähnen, aber das bringt es auf den Punkt. Durch die fehlenden Shoppingtouren weiß ich gar nicht, was ich jetzt mit dem Mehr an Zeit anfangen soll und die scheinbar ereignislose Ruhe macht mich echt fertig. Aber da will und muss ich jetzt durch.
 
  • #19
Du hast mal geschrieben dass du nie kochst . Vielleicht möchtet ihr mal zusammen kochen und zu Hause essen . Ich finde das hat eine ganz andere Vertrautheit als im Restaurant zu essen . Von Vertelis gibt es verschiedene Formen von einem Fragespiel , da könnt ihr euch persönliche Fragen stellen und euch besser kennen lernen . Du kannst auch beginnen eine Sprache oder ein Instrument zu lernen . Wenn ihr euch zu oft seht dann seht euch doch seltener . Jeden Tag ist vielleicht auch zu viel .
Ich kann viel mit mir anfangen aber letztens hatte ich ebenfalls das schmerzhafte Verlangen nach leben , aus dem vollen Leben , unbeschwert und glücklich sein . Ich denke das fehlt ganz vielen im Moment . Findest du denn deinen Partner auch langweilig . Ich denke wenn ihr beide im home Office arbeitet ist es schlimmer als wenn ihr normal arbeitet und abends nach Hause kommt . Hast du vielleicht ein Trauma? Traumatisierte Menschen können nicht nichts tun .
 
  • #20
. Ich denke immer ein erfülltes Leben ergibt sich nur durch ganz besondere Aktivitäten und Erlebnisse.
So viel kann man nicht Besonderes machen, wie Du es meinst. Das ist Hetzen von einem zum nächsten, die ewige Suche nach dem nächsten Kick, höher, weiter.
Ein erfülltes Leben ist sich wohlfühlen, zufrieden sein.
Man macht das aus sich heraus, das Besondere kann banal sein.
Ein Sonnentag in den Bergen, der Spaziergang durch die Natur, Dunst über einem Schneefeld.
Der heutige freie Tag, in den Bergen mit den Tourenski.
, weißer Schnee, blauer Himmel, windstill, ein Traum.
Die Musik, in der man versinkt, das Buch, genießen, das da jemand ist, ein Miteinander lachen, zusammen was kochen, essen. Urlaubsträume, Planung.
Der Moment der Ruhe und Muße auf der Couch.
Die Freude darüber, zu leben, zu sein.
 
  • #21
Wenn ich die letzten Monate bei uns beiden betrachte: kochen, auch mal mit Freunden, Freunde oder Familie besuchen, essen gehen, Glühwein trinken gehen, Theater, Spaziergänge, Fernsehen, ausschlafen, im Bett sitzen und philosophieren, reisen, Wellnesswochenende, Sauna, Sex, vorm Kaminofen sitzen, Sport, …
Wir unternehmen immer wieder mal etwas gemeinsam oder auch getrennt.

Eigentlich verstehe ich die Frage nicht. Findet ihr nur keine gemeinsamen Interessen für Unternehmungen? Oder seid ihr einfach als Paar „eingerostet“?
…ausgeglichen mit dieser so bescheidenen Situation (Coronaeinschränkungen) umgeht. Er erscheint mir tatsächlich rundherum glücklich, und ich frage mich dauernd, warum ich das nicht auch so hinbekomme.
Ist „die Situation“ der Grund? Unsicherheit? Corona-Blues? Eine passende Ausrede? Ich empfinde das kaum mehr als große Einschränkung, zum Teil auch als Bereicherung, weil einfach mal ein Wochenende terminfrei ist. Bei mir fehlen nur Fernreisen …
Ich wollte es nicht extra erwähnen, aber das bringt es auf den Punkt. Durch die fehlenden Shoppingtouren weiß ich gar nicht, was ich jetzt mit dem Mehr an Zeit anfangen soll und die scheinbar ereignislose Ruhe macht mich echt fertig. Aber da will und muss ich jetzt durch.
…und Einkaufsbummel, aber die fehlen mir immer weniger. Manche Dinge kaufe ich einfach nicht mehr, viele online. Aber so viel Zeit ist das bei mir nicht, wie viel hast Du eingekauft?

Was kannst Du nicht tun, was Du wirklich tun möchtest?
Ich denke immer ein erfülltes Leben ergibt sich nur durch ganz besondere Aktivitäten und Erlebnisse.
Für mich eher durch Erlebnisse, die ich genieße. Gemeinsame durchaus auch mal banal im Alltag. Vielleicht eine Frage der Wahrnehmung?
 
  • #23
Ich schäme mich echt dafür, aber es macht mich total agressiv, dass er trotzdem total ausgeglichen und zufrieden ist während ich total frustriert bin. Einen Tag zu Hause ertrage ich wegen meiner starken inneren Unruhe überhaupt nicht.
Genauso geht es mir auch manchmal!
Gerade an einem Sonntag, wo er es sich gemütlich macht, und ich aus der Haut fahren könnte vor Unruhe!

Momentan versuche ich, dann einfach allein zu radeln und mich soviel wie möglich draußen abzureagieren. Dann komme ich ganz gut wieder runter. Denn ich weiß ja, dass ICH schuld bin an meiner Wut, ICH bin getrieben. Wenn der andere in sich ruht, hat er doch alles Recht der Welt, sich auszuruhen und auf seine Art zu genießen.
Das hat mit Corona rein gar nichts zu tun!

Und genau die Frage wie du wollte ich vor zwei Wochen auch stellen, was macht man als Paar eigentlich zusammen? Und in der Zwischenzeit habe ich erkannt, dass man nicht zwanghaft dasjenige miteinander machen muss, was man hinterher auch erzählen kann. Also wie die Foristen schreiben: unspektakulär spazieren gehen, zusammen auf der Couch gammeln, er kocht uns ein Käffchen, das ist völlig ok!
Und seit ich wieder entspannter bin, bin ich viel zufriedener. Wir hatten jetzt auch wieder so tolle Gespräche, einer der Gründe, was ich an unserer Beziehung am meisten mag.
Wenn ich ihn jedoch zwinge, _irgend etwas_ zu machen, nur um was zusammen zu machen, wird er entweder sauer, oder wir machen gezwungen irgendwas und da kommen nicht unbedingt schöne Erlebnisse raus.
Ich hoffe, dass du das annehmen kannst und einfach allein deine überschüssige Energie abbaust, dann kommst du kO nach Hause und ihr trinkt einen Tee und macht es euch gemütlich :)

W u40
 
  • #24
So viel kann man nicht Besonderes machen, wie Du es meinst. Das ist Hetzen von einem zum nächsten, die ewige Suche nach dem nächsten Kick, höher, weiter.
Ein erfülltes Leben ist sich wohlfühlen, zufrieden sein.
Man macht das aus sich heraus, das Besondere kann banal sein.
Ein Sonnentag in den Bergen, der Spaziergang durch die Natur, Dunst über einem Schneefeld.
Der heutige freie Tag, in den Bergen mit den Tourenski.
, weißer Schnee, blauer Himmel, windstill, ein Traum.
Die Musik, in der man versinkt, das Buch, genießen, das da jemand ist, ein Miteinander lachen, zusammen was kochen, essen. Urlaubsträume, Planung.
Der Moment der Ruhe und Muße auf der Couch.
Die Freude darüber, zu leben, zu sein.
Das kommt auf den Menschen an. Was du beschreibst, kann fürmanchen die Hölle sein, für manchen das Paradies.
 
  • #25
Für mich eher durch Erlebnisse, die ich genieße. Gemeinsame durchaus auch mal banal im Alltag. Vielleicht eine Frage der Wahrnehmung?
Guter Punkt! Ich habe das Gefühl, dass ich die Dinge einfach nicht genießen kann und was andere Menschen als bereichernd empfinden, dem kann ich nichts abgewinnen. Wenn ich die Antworten lese, bekomme ich durchaus viele Anregungen, aber es werden auch viele Dinge genannt, die ich auch erlebe, aber bei denen ich keine Glücksgefühle empfinde.
Ich war ja ewig lang Single und habe mir eine Beziehung immer total toll vorgestellt. Vielleicht stelle ich jetzt einfach fest, dass ich viel zu viel davon erwartet habe und es meistens einfach nur Alltag ist.
Wenn ich meinem Partner Vorschläge mache, ist er zwar nicht abgeneigt, aber Begeisterung zeigt er auch nicht wirklich. Das bremst mich dann auch wieder aus.
 
  • #26
Das sollte dir genug Beschäftigung beschaffen.
Warum und woher die Unruhe?
Versuche es heraus zu finden.
Und fange an bei dir zu suchen.


Alles Gute
Ruhe ist für mich gleichbedeutend mit Stillstand und Ereignislosigkeit. 20 Jahre bin ich durchs Lebens gehetzt, aufgerieben zwischen Job und Kind. Alle paar Jahre ein Umzug, eine neue Stadt, neue Menschen, neuer Job etc.. Es war kräfteraubend, aber es fühlte sich lebendig an. Jetzt ist das Kind erwachsen, jobbedingt werde ich keinen Ortswechsel mehr vornehmen. Es ist eine ganz neue Situation, in der ich meinen Platz noch nicht gefunden habe. Vielleicht bin ich meinem Partner gegenüber unfair, aber ich beneide ihn so sehr darum, dass er die Ruhe so genießen kann. Manchmal denke ich wir passen nicht zusammen. Andererseits wäre ein so unausgeglichener Mensch wie ich als Partner auch nicht geeigent. Ich weiß, dass er es momentan nicht leicht mit mir hat. Ich versuche mich zusammenzureißen, aber kann die Unzufriedenheit nicht völlig verbergen. Er würde mich aber ohnehin auch nicht verstehen. Er sagt, er ist glücklich. Das ist mir ein absolutes Rätsel. Wie kann man mit so einem Leben glücklich sein?
 
  • #27
Er würde mich aber ohnehin auch nicht verstehen. Er sagt, er ist glücklich. Das ist mir ein absolutes Rätsel. Wie kann man mit so einem Leben glücklich sein?
in dem man in in sich ruht, seine Mitte gefunden hat und mit dem jetzt und hier in Einklang ist. Je zufriedener du mit dir selber bist, desto weniger brauchst du vom Außen.
Wie kommst du darauf, dass er dich nicht versteht? Vielleicht will er sich nur nicht von dir treiben lassen?
Wie gesagt, ich kenne beide Seiten. Bei mir war eine Krankheit und eine Trennung notwendig um mich aus diesem permanenten Getrieben sein zu entschleunigen. Ich wünsche dir, dass Erkenntnis reicht.
 
  • #28
aber ich beneide ihn so sehr darum, dass er die Ruhe so genießen kann.
Ich denke, das ist wirklich einer deiner Punkte. Du kannst es nicht genießen und bist dann sauer, dass er das kann. Du kannst nicht zur Ruhe kommen, sondern hetzt die ganze Zeit und musst immer etwas "schaffen". Ich finde, das klingt nicht gesund; passt ja auch zu der Shopping-Sucht usw. Mir fällt aber auch nur Therapie oder Meditation oder so ein, wie man das angehen könnte...
Manchmal denke ich wir passen nicht zusammen.
Wie gesagt, ich kenne zwei Paare in den 80ern, ihr ganzes Leben lang zusammen, die auch sehr verschieden sind, was die Aktivität angeht. Die Frauen sehr aktiv, viel machen, viel planen, viel rausgehen. Die Männer ruhiger, auch gern für sich und daheim. Und es klappt vor allem bei dem einen Paar trotzdem hervorragend. Weil beide den anderen für das bewundern, was er kann. Wenn du es also schaffen würdest, deinen Partner dafür zu bewundern, dass er mit wenig zufrieden ist, dann wäre ja schon viel geschafft. (Eigentlich ist das ja schon so, wenn du ihn beneidest.) Es würde ja nicht automatisch heißen, dass du genauso sein musst. Aber ist man unterschiedlich, muss man diese Unterschiede am anderen lieben und mögen, sonst ist man frustriert.
aber es werden auch viele Dinge genannt, die ich auch erlebe, aber bei denen ich keine Glücksgefühle empfinde.
Ja, das kann gut sein. Ich bin glücklich, wenn ich mit meinem Mann abends auf der Couch eine Doku schaue. Das reicht mir schon um zufrieden zu sein. Wäre ich Single, würde ich das allein machen, aber mit ihm gemeinsam ist es doch viel schöner, das freut mich. Ich kann mich über jede Umarmung freuen, aber auch über andere kleine Dinge im Alltag; Sonnenschein, einen Buntspecht beim Joggen im Wald, ein leckeres Stück Kuchen am Nachmittag, ein gutes Buch, wenn jemand in der Bahn einen netten Satz zu mir sagt. Komischerweise war das mit 20 noch nicht so. Ob man darauf hinarbeiten kann, diese kleinen Dinge zu sehen? Das macht einen unglaublich zufrieden im Leben.
 
  • #29
Das ist mir ein absolutes Rätsel. Wie kann man mit so einem Leben glücklich sein?
Frage ich mich auch, aber er ist nicht ich.
@Hasendompteur (best nickname ever!), Du schreibst, Du hattest noch nie einen Flow-Zustand. Jetzt frage ich mich, ob Du für irgendetwas eine Leidenschaft hast, für etwas brennst. Was machst Du beruflich, brennst Du für diese Tätigkeit?
Ich habe @Laleia auch mal danach gefragt, die Antwort war sehr aufschlussreich. Vielleicht meldet sie sich ja in diesem Thread und beschreibt es Dir. Es war jedenfalls nicht einer der Klassiker.
ErwinM, 52
 
  • #30
Vielleicht bin ich meinem Partner gegenüber unfair, aber ich beneide ihn so sehr darum, dass er die Ruhe so genießen kann. Manchmal denke ich wir passen nicht zusammen.
Du bist halt ein Suchttyp. Wenn man die Veranlagung zur Sucht hat, hat man es nicht leicht. Man wird nie so ausgeglichen und ruhig sein wie die Menschen ohne. Das ist einfach nicht möglich.
Ich habe jetzt nicht alle deine Threads verfolgt, aber Kaufsucht war ja ein Thema. Gibt es sonst Suchterkrankte in deiner Familie?
Hast du in der Richtung schon mal was unternommen? Therapie? Damit wird man die Unruhe und den Druck nicht los, aber lernt besser damit umzugehen.
Wenn nicht-diagnostiziertes AD(H)S zugrunde liegt, kann dir medikamentöse Therapie helfen.
Als Lektüre kann ich "the molecule of more" empfehlen. Ich fand das sehr erhellend.

Bezüglich Partnerschaft ist es einfach schwer. Mit Menschen die selber unruhig und emotional sind, knallt es immer wieder, da hat man dann schnell eine toxische Dynamik. Oder sie sind nicht alltagstauglich weil zu tief abgestürzt (Alkohol, sonstige Drogen, etc.) Da müsste man einen finden der auch gut durchtherapiert ist. Ist aber schwierig bis unmöglich, ich habe noch keinen Mann (mit Suchtveranlagung/AD(H)S) getroffen der dann nicht gesoffen hätte als "Eigentherapie".

Mit Menschen, die ruhig und ausgeglichen sind und denen das innere Feuer fehlt, langweilt man sich auf Dauer. Dazu kommt, dass die auch nicht verstehen warum man nicht einfach immer entspannt sein kann.
 
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