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  • #1

Was tun, wenn die Zukunftspläne nicht zusammenpassen?

Ich bin seit etwas über einem Jahr mit meiner Freundin zusammen.
Sie ist 22, ich 25.
Ich habe über den zweiten Bildungsweg Abitur gemacht und wir haben gleichzeitig ein Studium angefangen. Kennegelernt haben wir uns in kurz vor dem Studium, da wir beide aus der gleichen Gegend kommen was auch nicht weit von unserem jetztigen Studienort entfernt liegt. Dass wir beide hier studieren war aber Zufall.
Jetzt zu meinem Problem. Sie hat sehr genaue Vorstellungen was ihre Zukunft angeht. Sie studiert Lehramt und will nach Abschluss des Studiums wieder in ihren Heimatort (ca. 400 Einwohner) ziehen und später am liebsten ein Haus neben Ihrem Elternhaus bauen sowie an ihrer alten Schule unterrichten. Sie lässt sich da auch auf keinen Kompromiss ein (ihr Kompromiss waren höchstens 20 km Entfernung, was für mich keiner ist), da sie unbedingt in der Nähe ihrer Eltern wohnen will. Überhaupt ist sie sehr abhängig von ihren Eltern, speziell von Ihrer Mutter (fragt wegen allem Ihre Mutter, trifft nie eigene Entscheidungen, verbringt jede freie Minute mit ihr, nutzt jeden studienfreien Tag um nach Hause zu fahren, lässt sich auch mit 22 noch Dinge von ihr verbieten).
Das Problem ist, dass ich BWL studiere. Ich habe das Studium nach meiner Ausbildung und anschließendem Abitur angefangen, weil der damalige Job mir nicht zusagte, langweilig war und ich mich "zu höherem berufen fühlte". Ich weiß aber, dass ich nach meinem Studium nicht zwangsläufig einen gutbezahlten Job finden werde der mir auch Spaß macht. Es wird wohl nötig sein, jede Chance zu ergreifen und dazu gehört eben auch, dass ich notfalls weit von zuhause wegziehe. Für mich stellt das auch kein Problem da, das war ja einer der Gründe warum ich das Studium angefangen habe, ich will noch was erreichen im Leben. Sie wäre aber unter gar keinen Umständen bereit mit mir wegzugehen (wie gesagt nicht mal mehr als 20 km).
Dann wirft sie mir auch noch vor egoistisch zu sein, da ich nicht bereit wäre weit zu pendeln, sie aber weit fahren müsste um ihre Eltern zu besuchen (arbeiten muss ich jeden Tag, bei dieser Aussage kann ich mir schon vorstellen wie oft sie später ihre Eltern besuchen will)
Ich liebe sie, aber ich fürchte das wird auf Dauer nicht gutgehen.
Da wir so unterschiedliche Einstellungen haben, wir wohl einer von uns beiden immer unglücklich bleiben...
Oder übersehe ich vielleicht eine Lösung? Sie meint halt sie müsse sich sicher sein, auch Ihre Zukunft mit mir verbringen zu können.
 
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  • #2
Immer langsam mit den jungen Pferden. Wenn sie direkt nach der Schule mit dem Studium angefangen hat, könnte sie jetzt dann knapp mit Grund- oder Hauptschule fertig sein. Aber vermutlich braucht es noch Zeit, oder?

Zudem: ich weiß ja nicht, in welchem Bundesland ihr seid. Aber zumindest in Bayern - je nach Schulart, Fächern usw. - wird deine Freundin sich nicht frei entscheiden können, wo sie ihr Referendariat macht und auch nicht, wo sie anschließend arbeitet! Der Freistaat teilt die Stellen zu. (Und selbst wenn sie gern ins Allgäu möchte, kommt sie evtl. trotzdem an die hessische Grenze - da, wo eben wer gebraucht wird!)
Das heißt aber auch, wenn du später bundesweit suchst und sie verbeamtet ist, geht das nicht wirklich so einfach mit einem Bundeslandwechsel (--> z.B. Lehreraustauschverfahren).
Über sowas solltet ihr euch im Fall eines Falles durchaus auch informieren.

Zum Kernproblem: Sie müsste flexibler werden. Wenn sie sich auf gar keinen Kompromiss einlässt, sehe ich persönlich da keine Möglichkeit. Beide Partner müssen sich entfalten können.
Mir kommt es aber so vor, als hätte sie Angst - und zudem ist sie noch recht jung, da kann sich ja noch viel ändern!
 
  • #3
wenn du "Dorfleben" toll findest und IHRE Eltern auch so sehr liebst, dann wird das was für dich. Glesenkirchener Tuntenbarock im Wohnzimmer und 2 mal im Jahr Pauschalreisen nach Teneriffa oder Alicante.. sind deine Vorstellungen von einem Aufregendem Leben: : hier ist ihr Herzblatt..

Für alles andere : lauf Forrest, LAUF!
 
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  • #4

Die Lösung, DEINE LÖSUNG, für die nächsten 10 Jahre ist es im HIER und JETZT, also in der Gegenwart zu leben. Mach du bloss nicht den Fehler dich von ihren Vorstellungen und Wünschen versklaven zu lassen. Mit 35 ist es für einen Mann noch früh genug sein Leben zu überdenken, seine Gedanken neu zu orden, und in Richtung Partnerschaft, Familie, Kinder, und Zukunft zu planen.

Deine Freundin muss sich selber klar darüber werden, entweder sie möchte an deiner Seite leben, oder eben nicht, das ist zu jedem Zeitpunkt ihre Entscheidung. Entweder du bist DER Mann in ihrem Leben, oder du bist es nicht - diese Entscheidung liegt nicht bei dir. Du kannst sie nur von ganzem Herzen lieben, das ist alles, und auf ihre kleinen Spielchen und Prüfungen mit Gelassenheit und einem Lächeln reagieren.

m
 
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  • #5
Beziehung ruhen lassen, oder mal fragen, wo die Eltern in 40 Jahren sind und wer dann noch da ist oder sein könnte...
Du musst es so drehen, dass Sie von allein die Beziehung wieder aufnehmen will, sonst hängst du ewig hinter der Schwiegermutter fest.
Klappt das nicht in annehmbarer Zeit, dann trennen.
 
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  • #6
Die Frau muss sehr jung sein und keine Ahnung haben, wie das mit der Arbeitsplatzvergabe bei Lehramt ist.

Fakt ist - wenn sie irgendwann in ein paar Jahren - nach Studium und Referendariat fertig ist, wirst du dir wohl fast deinen Arbeitsplatz nach ihr ausrichten müssen, oder ihr habt eine Fernbeziehung.

Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass sie ihren Wunscharbeitsplatz genau da bekommt, wo sie ihn haben will - den Rest mit Haus in ihrem Dorf kann sie sich damit wohl auch im Hinterstübchen behalten, aber flexibel sein.
Bis sie fertig ist, sollte sie eher froh sein, wenn sie überhaußt eine Anstellung bekommt und nicht als Krankenvertretung schuljahresweise überall mögliches eingesetzt wird. (ich spreche da aus Erfahrung)


Mal abgesehen davon finde ich das in eurem Alter und Ausbildungsstadium etwas übereilt, da schon solche Pläne zu schmieden und sich festlegen zu wollen.
Man kann zwar Traumschlösser in die Luft bauen, aber drauf zu pochen und das für bare Münze zu nehmen ist schon etwas heftig. Da kann noch so viel unvorhergesehenes passieren ...
 
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