Was tun, wenn ein Kind sich von seinen Eltern trennen möchte?

Jetzt bräuchte ich auch mal Eure Gedanken oder Einschätzungen.
Es geht um die Freundin unseres jüngeren Zwillingsohnes.
Sie ist eine wundervolle junge Frau, die wir alle sehr in unser Herz geschlossen haben.
Von Anfang an haben wir mitbekommen, dass das Verhältnis zu ihren Eltern sehr ambivalent ist.
Mittlerweile ist sie so weit , dass sie den Kontakt nach Studienabschluss abbrechen will. Sie hat Termine bei einer Psychologin, die ihre Eltern als narzisstisch einschätzt.
Wir haben die Eltern einmal persönlich getroffen und mehrfach telefoniert. Nicht unangenehm; sehr ruhige Menschen. Beide gehören dem Buddhismus an, sind gebürtige Deutsche. Die Unterstützung der Tochter beschränkt sich auf die Kosten des Studiums. Alles andere, z.B. Bewerbung für Praktika, Kleidung oder auch Urlaub, zahlen mein Mann und ich. Sie wohnt umsonst in der Wohnung unseres Sohnes.
Einmal die Woche telefoniert sie mit den Eltern. Das letzte Mal haben sich die drei Anfang Dezember gesehen.
Über unseren Sohn sprechen die Eltern immer sehr positiv.
Wir haben versucht, auch die Konsequenzen des Kontaktabbruchs aufzuzeigen. Sie möchte daran festhalten.
Ich kann jetzt natürlich nicht die ganzen Umstände schildern; das würde das Gerät sprengen. Gerne schreibe ich aber mehr, wenn es Fragen geben sollte.
Nur frage ich mich, ob man ihre Einstellung unterstützen sollte, dagegen argumentieren sollte oder sich ganz heraushalten sollte.
Unser Sohn plädiert übrigens auch für den Kontaktabbruch. Momentan bin ich tatsächlich unsicher; so eine Situation hatte ich noch nicht im Leben.
Ich freue mich auf Eure Gedanken!
 
Nur frage ich mich, ob man ihre Einstellung unterstützen sollte, dagegen argumentieren sollte oder sich ganz heraushalten sollte.
Unser Sohn plädiert übrigens auch für den Kontaktabbruch. Momentan bin ich tatsächlich unsicher; so eine Situation hatte ich noch nicht im Leben.

Ich würde mich heraus halten, denn es wird gute Gründe geben für die junge Frau.
Außenstehende sehen nicht alles.

Nun, mein jüngerer Sohn hat den Kontakt mit seinem leiblichen Vater abgebrochen, sich von seinem Stiefvater adoptieren lassen, und trägt heute dessen Namen.
Es war seine Entscheidung, ich verstehe es gut.

Mir tut die junge Frau leid, da wird einiges ungut sein, Deinen Gegenwind braucht sie definitiv nicht.
Erst recht, wenn ihr Partner, Dein Sohn dies versteht, sie unterstützt, dann solltest Du nicht dagegen arbeiten.

W, 51
 
Gerne schreibe ich aber mehr, wenn es Fragen geben sollte.
was genau ist denn der Grund für den Kontaktabbruch? Hat sie das gesagt?
Normalerweise macht das kein Mensch leichtfertig. Wenn ihre Eltern für sie so eine Belastung darstellen, sollte sie es wirklich machen.
In wie weit du dich da einmischen solltest. Hm. Gar nicht ;))
Meine Liebe zu meinem Vater ist vor allem deshalb so groß, weil er mir das Gefühl gibt und gab, schon das Richtige zu machen.
Und weil er mir aufrichtig zuhört.
Jemanden etwas Ein- oder Auszureden ist eine heikle Sache. Bleib bei dir. Stelle viele Fragen, wenn du es aushältst Mitwisser zu sein und nicht tratschen zu dürfen. Vieles klärt sich für LEute im Gespräch. Je mehr du eine Stellung beziehst, desto mehr ist der andere geneigt die Gegenseite zu beziehen woder sich erst recht etwas einzureden um konform zu gehen...

Also keine Stellung beziehen. Bleib bei dir. Hör zu und hilf wenn DU willst.
 
Ich würde weder dazu Raten noch abraten. Die junge Frau durchlebt gerade durch ihr Studium eine anstrengende Zeit und das ist ja auch nicht ungewöhnlich. Sobald sie das Studium beendet hat wird sehr viel Stress von ihr abfallen und die Situation anders beurteilen. Damit nimmst Du ihr auch erst mal diesen Druck eine schwerwiegende Entscheidung zu fällen, denn das wird sie im Alltag bewusst oder unbewusst mit sich herumschleppen.
 
Inwiefern würdet ihr denn Unterstützung geben? Wenn sie euch jetzt bittet, in eurem Auto Sachen aus der elterlichen Wohnung zu holen, ist das ja nur Umzugshilfe z.B..

Also ich würde mich nicht reinhängen in den Konflikt, sondern konkrete Hilfe"anweisungen" ausführen.
Du stellst Dich damit ja nicht auf eine Seite, sondern machst das, was sie sich wünscht.

Was anderes ist die Psychologin. Die stellt sich ja auf ihre Seite und diagnostiziert den Eltern Narzissmus. Das ist nun ihr Job, was zu analysieren, aber Deiner ja nicht. Von daher kannst Du ihre Entscheidung bedauern oder nicht gut finden, aber nicht Stellung beziehen, denn Du bist ja nicht ihr Elternteil.

Schwer zu beschreiben, aber wenn Du z.B. Umzugshilfe verweigern würdest, würdest Du ja gegen ihren Willen handeln und damit auf der Seite "du sollst noch Kontakt haben" stehen. Die Verantwortung für die Entscheidung liegt bei ihr und Du machst das, was sie sich wünscht, ohne es zu bewerten.
 
Momentan bin ich tatsächlich unsicher; so eine Situation hatte ich noch nicht im Leben.
Ich freue mich auf Eure Gedanken!
Ich habe einige Freundinnen, die den Kontakt zu den Eltern abgebrochen haben.

Meiner Meinung nach macht so etwas kein Kind leichtfertig, sie sind alle schliesslich durch "bedingungslose" Liebe an ihre Elten gebunden.
Das heisst, die Freundin wird mit Sicherheit ihre Gründe haben, warum sie den Kontakt abbricht nd das nicht erst seit gestern. Wenn sie sogar in Therapie ist, wird es ihr dementsprechend schlecht gehen. Narzistische Eltern sind die Hölle für Kinder.

Ich würde mich da an eurer Stelle gar nicht einmischen, aber sie bei ihrer Entscheidung unterstützen, ausser sie fragt konkret nach Rat. Mich hatte eine Freundin auch um Rat gebeten, wir haben lange geredet und es kam raus, dass sie nur ein Problem mit dem Vater hat, weil das Verhältnis zur Mutter aber gut war, fiel ihr der Kontaktabbruch so schwer. Ich sagte ihr, dass sie Ihre Mutter zu zweit treffen solle und ihr ihre Sichtweise darlegen und zu ihr den Kontakt beibehalten, nur zum Vater abbrechen.

Das tat sie auch, und das tat ihr sehr gut!

Eine andere brach den Kontakt zu den Eltern auch nur über ein paar Jahre ab. Sie sagte Ihnen, sie will ihre Ruhe, bis sie sich wieder bei ihnen melden wird.

Was man nicht verachten sollte, ist, dass Eltern das nicht einfach akzeptieren normalerweise. Selbst wenn Kinder nicht "ghosten"; sondern richtigerweise sagen "Ich will keinen Kontakt", werden viele Eltern Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um den Kontakt wieder aufzunehmen, das heisst, sie werden wohl auch euch kontaktieren.
 
Was sagt das Mädchen, warum sie Kontakt abbrechen will und was sind die Themen, die zwischen ihr und ihren Eltern auftauchen?
 
Ehrliche Meinung- Raushalten!

Ich bin übrigens so ein Kind und habe den Kontakt rigeros abgebrochen, die Gründe sind vielfältig, das Hauptproblem ist die Sichtweise meiner Mutter auf Frauen und wie/was diese zu Denken und machen haben.

Was mich an der von dir beschriebenen Ausgangslage stört:

Das Geld nimmt die junge Dame aber mit- find ich persönlich eher hässlich als Charakterzug- man kann sein Studium auch anders wuppen!

Sie nimmt euer Geld- auch hier: warum arbeitet sie nicht?

Machen Millionen Studenten, ein Studium ist nunmal auch mit Verzicht verbunden, dass weiss man vorher!

Find ich ebenfalls schwer unsympathisch.

Und dann- was passiert eigentlich wen sich die Wege eures Sohnes und ihr trennen?

Ich bin Weißgott nicht geizig, die Freunde oder Freundin meines Sohnes ist hier gern willkommen, da wird ganz sicher nicht Erbsenzählerei betrieben, aber deren Leben würde ich nicht finanzieren!
 
Sie ist kein Kind mehr. Sie ist eine - seit LANGEM - erwachsene Frau! Ich bin mit 18 ausgezogen, noch mitten im Abitur. Habe ALLES selbst finanziert, sogar eine eigene Wohnung, noch während meinem Studium.

Es ist vielleicht löblich von Deinem Mann und Dir, sie finanziell zu unterstützen, irgendwie kommt sie mir dadurch aber von Dir/ Euch bevormundet und entmündigt vor.

Mein Tipp an Dich: Lass sie in Ruhe! Verlange ruhig etwas Wohngeld, jeder kann neben seinem Studium, 100, 200 E dazu verdienen. Sie ist eine erwachsene Frau. Ich hätte mir mit 18 schon nicht mehr in mein Leben reinreden lassen, schon gar nicht von der Mutter meines Freundes. Was diese Gott sei dank auch NIE gemacht hat! Hatte auch mal, als ich 18 war, für vier Monate bei meinem ersten Freund und dessen Mutter in der Wohnung mitleben dürfen.
 
Ich würde mich komplett heraus halten und nur bei Nachfrage meine Meinung kundtun oder beraten.
Jeder Mensch hat doch seine Gründe, warum er dies oder jenes tut, oder auch nicht. Und ob die jeweilige Entscheidung richtig oder falsch war, stellt sich doch sowieso meist erst viel später heraus.
 
Nur frage ich mich, ob man ihre Einstellung unterstützen sollte, dagegen argumentieren sollte oder sich ganz heraushalten sollte.
Raushalten. Sie ist erwachsen und sollte wissen was sie tut. Sie hat sich als fachkompetente externe Beraterin eine Therapeutin hinzugezogen. Mehr braucht sie nicht.

Du kannst also nur Probleme machen, wenn Du Dich da reinhängst und wenn Du Pech hast, dann bist Du mit einem Mal das Feindbild für alle.
 
Ganz ehrlich Chris, es ist nicht Deine Tochter. Es ist die Freundin Deines Sohnes.
Wenn Kinder keinen Kontakt zu ihren Eltern mehr halten wollen, passiert das nicht grundlos. Hier im Forum liest man das häufiger, im RL ist mir nur ein einziger Fall bekannt und die Person hatte auch ihren Grund.
Warum will sie bis zum Ende ihres Studiums warten? Warum nicht sofort?
Ich würde mich an Deiner Stelle raushalten. Du hast die Eltern nur ein einziges Mal gesehen und kannst es nicht beurteilen.
Kleine Frage am Rande, warum zahlt Ihr ihre Klamotten und ihren Urlaub? Wäre mir damals peinlich gewesen.
Die Eltern zahlen das Studium ( was auch immer das beinhaltet), sie wohnt umsonst in der Wohnung, den Rest könnte sie sich doch eigentlich selbst erarbeiten. Finanziell würde ich mich da ganz rauszuhalten.
Aber gut der Eine spendet, der Andere finanziert die Klamotten und den Urlaub der Freundin des Sohnes. Jedem das Seine.
In meinen Augen geht es Dich nichts an und Du hängst Dich eh schon ziemlich rein. Morgen kann die Liebe schon zu Ende sein und dann?
Bloss, weil die Eltern 34 Jahre zusammen sind, muss das bei der nächsten Generation nicht ebenso laufen.
Unser Sohn plädiert übrigens auch für den Kontaktabbruch
Dann solltest Du Dich raushalten, musst ja nicht dafür plädieren, wenn Du anderer Meinung bist.
W,56
 
Nicht böse gemeint aber: raushalten

Fragt sie nach Rat...geben
Fragt sie nicht: Gibt es das Thema nicht

Nicht euer Problem auch wenn es sich hart anhört
 
Nur frage ich mich, ob man ihre Einstellung unterstützen sollte, dagegen argumentieren sollte oder sich ganz heraushalten sollte.
Unser Sohn plädiert übrigens auch für den Kontaktabbruch.
Ich würde mich da raus halten. Es ist die Entscheidung von der Freundin eures Sohnes und von ihm. Ihr könnt ja weiterhin den Kontakt aufrecht erhalten.
Alles andere, z.B. Bewerbung für Praktika, Kleidung oder auch Urlaub, zahlen mein Mann und ich.
Das verstehe ich jetzt nicht. Ihr bezahlt also fast alles für die Freundin. Mir wäre das ehrlich gesagt unangenehm wenn meine Eltern bzw meine Schwiegereltern das alles für mich bezahlen würden.
 
Am Ende ist es IMMER die Angelegenheit der Betroffenen.
Es muss schon etwas vorfallen, wenn Kinder sich entscheiden, den Kontakt mit ihren Eltern zu beenden.
Ich selber stamme aus einem schwierigen Elternhaus, habe es aber immer vorgezogen um einen guten Kontakt zu meinen Eltern zu kämpfen.
Vor 2 Jahren war aber auch mein Maß voll. Ich habe den Kontakt zu meinem Vater abgebrochen. Ich hätte nie gedacht, wie gut mir das tut. ABER ich muss sagen und halte das für absolut Wichtig: ich habe meine Beziehung zu ihm hinter den Kulissen gründlich aufgearbeitet. Ich hege also keinen Groll gegen ihn.
Unaufgearbeitet den Kontakt abzubrechen, heilt keine Wunden!
Ich habe einfach erkannt, dass ich es nicht mehr zulassen möchte, das er durch meinen emotionalen Garten trampelt, wie der Elefant im Porzellanladen. Da ich ihn nicht ändern kann, er nicht Reflexionsbereit ist, war es die einzig gangbare Konsequenz. Manchmal ist Selbstschutz nötig!
 
Ich würde keine Ratschläge geben und das auch klar kommunizieren, aber trotzdem signalisieren, dass du sie unterstützt und für sie da bist, egal wie die Entscheidung fällt.
 
Vielen Dank erst einmal für Eure Antworten.
Ich sehe die Tendenz und werde das auch sicher beherzigen.
Tja, wo soll ich anfangen?
Die Eltern kannten sich drei Monate, als die Mutter mit ihr schwanger wurde. Die Mutter befand sich da noch in einer Ehe.
Sie hat über Jahre allein mit ihrer Mutter gelebt (ist ein Einzelkind); der Vater hat im Ausland gearbeitet. Die Mutter war schon zu diesem Zeitpunkt berufsunfähig und nur daheim.
Ihre Unzufriedenheit hat sie wohl immer an der Tochter ausgelassen.
Das Verhältnis ist sehr distanziert. Da ist gar keine Herzlichkeit. Zu Beginn hat sie uns mal gesagt, dass sie bei uns zum ersten Mal richtiges Familienleben kennenlernt, wo sie ernst genommen wird und ihre Meinung sagen darf!
Ihre Mutter hat sich viel Materielles gegönnt. Für die Tochter gab es nur wenig. Am Geld liegt es wohl nicht.
Die Eltern suchen wenig den Kontakt zu ihr.
Sind wenig interessiert an ihrem Werdegang.
Dafür sind sie sehr an sich interessiert.
Vielleicht gibt das noch ein bisschen Einblick.

Und noch etwas : Ab 01.05. gibt es eine Hiwi-Stelle an der Uni; und Mietzuschuss;).
 
Sie ist eine wundervolle junge Frau, die wir alle sehr in unser Herz geschlossen haben.
Schön. Was sollte sich an dieser Beurteilung dann ändern, wenn sie den Kontakt abbricht?
Von Anfang an haben wir mitbekommen, dass das Verhältnis zu ihren Eltern sehr ambivalent ist.
Mittlerweile ist sie so weit , dass sie den Kontakt nach Studienabschluss abbrechen will. Sie hat Termine bei einer Psychologin, die ihre Eltern als narzisstisch einschätzt.
Das scheint ja dann eine sehr überlegte Entscheidung zu sein, die sicher Gründe hat.
Nur frage ich mich, ob man ihre Einstellung unterstützen sollte, dagegen argumentieren sollte oder sich ganz heraushalten sollte.
Heraushalten. Was sonst? Ich hatte übrigens auch längere Kontaktabbrüche. Ohne Grund machtvdas niemand und Dich betrifft es nicht.
 
Vielen Dank erst einmal für Eure Antworten.
Ich sehe die Tendenz und werde das auch sicher beherzigen.
Tja, wo soll ich anfangen?
Die Eltern kannten sich drei Monate, als die Mutter mit ihr schwanger wurde. Die Mutter befand sich da noch in einer Ehe.
Sie hat über Jahre allein mit ihrer Mutter gelebt (ist ein Einzelkind); der Vater hat im Ausland gearbeitet. Die Mutter war schon zu diesem Zeitpunkt berufsunfähig und nur daheim.
Ihre Unzufriedenheit hat sie wohl immer an der Tochter ausgelassen.
Das Verhältnis ist sehr distanziert. Da ist gar keine Herzlichkeit. Zu Beginn hat sie uns mal gesagt, dass sie bei uns zum ersten Mal richtiges Familienleben kennenlernt, wo sie ernst genommen wird und ihre Meinung sagen darf!
Ihre Mutter hat sich viel Materielles gegönnt. Für die Tochter gab es nur wenig. Am Geld liegt es wohl nicht.
Die Eltern suchen wenig den Kontakt zu ihr.
Sind wenig interessiert an ihrem Werdegang.
Dafür sind sie sehr an sich interessiert.
Vielleicht gibt das noch ein bisschen Einblick.

Klingt nach einem "sehr netten" Elternhaus.
Nimm es ernst,, wenn sie sagt, richtiges Familienleben bei Euch.

Nimm es als Kompliment, und verstehe bitte, das ist nicht selbstverständlich.
Nicht alle Mütter lieben ihre Kinder, nicht alle Väter, hinter genug Fanilienfassaden gibt es traurige bis destruktive Geschichten.

Ich weiß, dass Menschen, die das nicht kennen, es sich auch nur schwer vorstellen können.
Glaube es.

Und es gibt nichts Besch*** als ein Elternhaus, in dem es keine Liebe gibt.
Es gibt nur noch Abstufungen, Nichtbeachtung, Vernachlässigung, ständige Abwertung, Manipulationen, körperliche Gewalt...

Es hinterlässt bei jedem Kind Spuren.

W, 51
 
Sie hat Termine bei einer Psychologin, die ihre Eltern als narzisstisch einschätzt.

Dann wird da schon etwas in dieser Richtung sein.

Wir haben versucht, auch die Konsequenzen des Kontaktabbruchs aufzuzeigen. Sie möchte daran festhalten.

Und damit gut, denke ich.
Mischt euch da nicht ein, das ist nicht euer Part.
Sie ist alt genug sich vom Elternhaus abzunabeln. Dann auch so konsequent wie Du es nennst.

Nur frage ich mich, ob man ihre Einstellung unterstützen sollte, dagegen argumentieren sollte oder sich ganz heraushalten sollte.
Unser Sohn plädiert übrigens auch für den Kontaktabbruch.

Der Sohn ist natürlich näher dran und empfindet es ähnlich. Also haltet ihr euch da einfach raus.

Wenn sie den Kontakt zu den Eltern komplett abbrechen will, dann tut sie es weil es sich für sie halt einfach besser änfühlt. Sie kann den Kontakt ja jederzeit wieder aufbauen.
 
Das Verhältnis ist sehr distanziert. Da ist gar keine Herzlichkeit. Zu Beginn hat sie uns mal gesagt, dass sie bei uns zum ersten Mal richtiges Familienleben kennenlernt, wo sie ernst genommen wird und ihre Meinung sagen darf!

Na da ist ja mal was Konkretes von Dir. Den Rest kann man sich dazu ausmalen.

Bei euch findet sie das, was sie zu Hause nicht oder selten vorgefunden hat. Liebe. Emotion. Da ist ein bißchen was kaputt gegangen.

Die wird euch vielleicht ein bißchen "adoptieren", vielleicht?

Die Eltern suchen wenig den Kontakt zu ihr.
Sind wenig interessiert an ihrem Werdegang.

Ich weiß ja nicht, wie gut & intensiv der Kontakt zwischen euch ist, aber ihr werdet womöglich immer etwas mehr sein als Schwiegereltern.
 
Klingt nach einem "sehr netten" Elternhaus.
Nimm es ernst,, wenn sie sagt, richtiges Familienleben bei Euch.

Nimm es als Kompliment, und verstehe bitte, das ist nicht selbstverständlich.
Nicht alle Mütter lieben ihre Kinder, nicht alle Väter, hinter genug Fanilienfassaden gibt es traurige bis destruktive Geschichten.

Ich weiß, dass Menschen, die das nicht kennen, es sich auch nur schwer vorstellen können.
Glaube es.

Und es gibt nichts Besch*** als ein Elternhaus, in dem es keine Liebe gibt.
Es gibt nur noch Abstufungen, Nichtbeachtung, Vernachlässigung, ständige Abwertung, Manipulationen, körperliche Gewalt...

Es hinterlässt bei jedem Kind Spuren.

W, 51
Ja, Du hast Recht. Ich bzw. wir möchten ihr ja auch gerne das gute Gefühl eines liebevollen Elternhaus geben.
Die Spuren sind evident da.
 
Na da ist ja mal was Konkretes von Dir. Den Rest kann man sich dazu ausmalen.

Bei euch findet sie das, was sie zu Hause nicht oder selten vorgefunden hat. Liebe. Emotion. Da ist ein bißchen was kaputt gegangen.

Die wird euch vielleicht ein bißchen "adoptieren", vielleicht?



Ich weiß ja nicht, wie gut & intensiv der Kontakt zwischen euch ist, aber ihr werdet womöglich immer etwas mehr sein als Schwiegereltern.
Da mit den "Adoptieren" hast Du nett ausgedrückt. Und Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.
Sie sucht auch immer körperlichen Kontakt; umarmt z.B. meinen Mann und mich sehr gerne.
Wir hatten mal einen Tisch im Restaurant auf unseren Namen reserviert; da hat sie gleich gesagt, dass sie ja auch zur Familie gehöre .
Da waren unser Sohn und sie vielleicht 6 Monate zusammen.
 
Behandelt die junge Frau so, wie ihr eure eigenen Kinder behandelt. Hört ihr zu - aber gebt keine Ratschläge. Bezieht sie in eure Ohnehin-Aktivitäten (Feiertage, Alltag usw.) mit ein - aber all das ohne Extra-Benefits (Gelder, größere Geschenke usw.).
Sie ist erwachsenen, kann selbst erkennen, was ihr guttut und was nicht. Zuneigung erfährt sie von eurem Sohn - und eurer Gesamtfamilie. Sie wird sich davon nehmen, was sie braucht.

Erwachsene Kinder müssen lernen, eigene Entscheidungen (für oder gegen die Eltern) zu treffen. Das kann schmerzlich sein, aber es ist ihre Entscheidung und ihr Schmerz. Ihr könnt sie still dabei begleiten, indem ihr für sie da seid. Ersetzen könnt ihr die Eltern nicht, nur ergänzen.
 
Meiner Meinung nach macht so etwas kein Kind leichtfertig, sie sind alle schliesslich durch "bedingungslose" Liebe an ihre Elten gebunden.
Das heisst, die Freundin wird mit Sicherheit ihre Gründe haben, warum sie den Kontakt abbricht nd das nicht erst seit gestern. Wenn sie sogar in Therapie ist, wird es ihr dementsprechend schlecht gehen. Narzistische Eltern sind die Hölle für Kinder.
Den schließe ich mich an. Ich verstehe nicht, warum du als Mutter des Partners dich da einmischt. Wenn sogar dein Sohn dafür ist, sind da wohl Dinge in Busch, die du gar nicht weißt. Niemand den ich kenne, hat den Kontakt zu den Eltern leichtfertig abgebrochen. Wenn mein Freund das zB tun würde, dann würde ich das gut verstehen und wenn meine Eltern, die da viel weiter entfernt sind, ihn vom Gegenteil überzeugen wollten, wäre ich ziemlich sauer. Fände ich übergriffig.
Die einzige andere Variante: das Kind hat schwerwiegende psychische Probleme, und sieht die Eltern ohne Grund als die bösen an. Aber wenn die Psychologin des Mädchens das empfiehlt, wird das wohl nicht der Fall sein.
w, 37
 
Ich bzw. wir möchten ihr ja auch gerne das gute Gefühl eines liebevollen Elternhaus geben.
Pass auf, dass du deinen Sohn nicht vernachlässigst!
Meine Eltern habe ihre 'Schwiegertöchter' immer mit offenen Armen aufgenommen. Meine Eltern hätten gerne eine Tochter gehabt, es gab zwei Söhne. So wurden unsere Freundinnen gerne 'adoptiert'. Insbesondere meine ersten beiden Freundinnen, beide ohne Vater aufgewachsen, hatten bei meinem Vater einen Stein im Brett. Ich hatte nicht das beste Verhältnis zu meinem Vater.
Es gab Zeiten, wenn ich mit meiner Freundin zuhause war, da habe ich mich recht überflüssig gefühlt.
 
Behandelt die junge Frau so, wie ihr eure eigenen Kinder behandelt. Hört ihr zu - aber gebt keine Ratschläge. Bezieht sie in eure Ohnehin-Aktivitäten (Feiertage, Alltag usw.) mit ein - aber all das ohne Extra-Benefits (Gelder, größere Geschenke usw.).
Sie ist erwachsenen, kann selbst erkennen, was ihr guttut und was nicht. Zuneigung erfährt sie von eurem Sohn - und eurer Gesamtfamilie. Sie wird sich davon nehmen, was sie braucht.

Erwachsene Kinder müssen lernen, eigene Entscheidungen (für oder gegen die Eltern) zu treffen. Das kann schmerzlich sein, aber es ist ihre Entscheidung und ihr Schmerz. Ihr könnt sie still dabei begleiten, indem ihr für sie da seid. Ersetzen könnt ihr die Eltern nicht, nur ergänzen.
Deine Antwort hilft mir sehr; so werde ich es machen.
 
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