• #31
Ich kann mich @Hanna_17 nur anschließen. Du trägst mit der Pflege deiner Eltern und voller Berufstätigkeit viel zu viel. Dazu noch dein Onkel. Da bleibt ja keine Zeit und Kraft mehr übrig für dich. Auch mir fiel als erstes ein Burnout mit Zeichen einer ernstzunehmenden Depression ein. Kein Wunder bei deinem täglichen Pensum an vermeindlichen Pflichten. Auch wenn es deine Eltern sind- Es ist nicht deine Aufgabe ihr Leben zu regeln, sie müssen selbst nach Lösungen suchen, wenn sie allein etwas nicht mehr schaffen bzw. müssen sich rechtzeitig Gedanken darüber machen. Sag ihnen, dass du die Pflege schon jetzt kaum mehr leisten kannst und lass dir kein schlechtes Gewissen machen.

Diese Verliebtheit hat kurzzeitig Glückshormone freigesetzt, dir Hoffnung und Kraft gegeben. Ein kurzer Traum, der dich daran erinnert, wie schön das Leben sein kann. Nimm dies als Weckruf, auf dich selbst zu achten, Verantwortung und Pflege zu deligieren, zu teilen, um so wieder Freiräume und Kraftreserven für dein Leben zu nutzen. Dann wirst du merken, dass es viele Glücksquellen gibt. Was hat dir früher richtig Freude bereitet? Was wünschst du dir, wenn du mal tief in dich reinhörst? Wann warst du zum letzten Mal auf einem Livekonzert, einer Bergwanderung oder ausgelassen Feiern und Tanzen mit Freunden? Oder einfach mal in Ruhe in einer schönen Altstadt schlendern, shoppen und einen großen Milchkaffee trinken, ohne an deine Aufgaben und Terminliste zu denken? Schon ne Weile her- Richtig? Dann wird es aber Zeit:)
 
  • #32
Liebe Ulrike,
ich bin bei Hanna_17 Post 27, Du bist in die Pflege und Alltag eingebunden, und der Mann versüßt Dir mit seiner Aufmerksamkeit und Nachrichten zwar die Tage, Du bist verliebt und das schenkt erstmal einem Energie und Kraft die Tage durchzuhalten, doch löst nicht deine Probleme. Der Höhenflug ist kurzzeitig. Wenn die Nachrichten nicht ausreichend oder gewohnt liebevoll sind, wird man unruhig, zweifelt, das Kopfkino springt an, man leidet, ist unglücklich, wird noch mehr unzufrieden...das zehrt mehr an deiner Kraft, kostet mehr an Energie, als das es Dir hilft.
Der Mann ist keine Unterstützung, eher eine Krücke.
Du musst darauf schauen, wo wirklich Deine Probleme liegen und diese für Dich selbst lösen, mit Dir, mit deinem Mann und mit der Entlastung bei der Pflege. Nur Du musst Dich mit Dir zufrieden fühlen und innerlich stark, was will ich, was schaffe ich, wo sind meine Grenzen.
Das jemand an Dich denkt, sind nur Worte, nicht Reales, Du bist immer noch mit deinen Gedanken, Gefühlen, Leben und Verpflichtungen allein (gelassen).
Liebe kann beflügeln, doch in einer Affäre, mit den Einschränkungen in einer Warteschleife, tut sie dann doch nur weh. Liebeskummer, Hingehalten werden, Sehnsucht, Gedankenkreisen um den anderen, schlagen negativ aufs Gemüt.
 
  • #33
Du steckst ziemlich fest beim Kümmern um andere und beim "Ertragen" der Ehe. Ich verstehe, was Dir der andere Mann bedeutet, aber das ist leider nur eine Art Gaukler, für den Du leichte Beute bist, weil Du so durstig bist nach was anderem als dem Leben, in dem es nie um Dich zu gehen scheint, insbesondere bei Dir selbst nicht, das aber nicht aus Güte und Menschlichkeit, sondern aus Angst vor Veränderung. Wobei Du ja für Dich dann doch das Ganze tust, Du fütterst Deine Angst damit.
Bei der Pflege von Verwandten würde ich auch versuchen, Änderung zu vermeiden. Aber die Beziehung sollte einen aufladen mit positiver Energie, nicht ein Punkt sein, der einen deprimiert.
Mich wundert, dass Dein Mann so leger über Dein Seitensprungangebot hinwegging mit "wäre zu stressig". An seiner Stelle hätte ich gedacht "wie kommt sie darauf, dass ich fremdgehen will?" oder "will sie fremdgehen?"

Ich glaube, Dein Mann weiß schon ewig, was los ist, und mag nicht dran rühren. Ich meine nicht die virtuelle Affäre, aber er wird wissen, dass es Dir nicht gut geht mit allem, dass Du viel vermisst.

Meiner Erfahrung nach sind Sinnlosigkeitsgedanken und Depressionen ua. Folge von verleugneten Bedürfnissen, die man wegschieben will, damit das vertraute Leben funktioniert. Du kannst Dir nicht ausreden, dass das Leben so, wie es ist, nicht das ist, was Du Dir wünschst.
Also Fazit für mich: 1.Viele Menschen sind auf Dich angewiesen, die Dir nichts für Dich adäquates Gewünschtes zurückgeben können. Du kümmerst Dich, aber sie können sich nicht um Dich kümmern, z.B. mit Lebensrat oder Geschichten aus dem Leben, die Dich weiterbringen. Aber Du hast selbst in der Bez. keinen Ausgleich.
2.Du tust vor Dir selbst so, als könntest Du mit einem Mann wie Deinem Mann glücklich sein, dabei vermisst Du Elementares und müsstest Dich eigentlich seelisch dran stoßen, dass ihm das scheinbar egal ist. Ich denke, er hat auch Angst, dass an das Thema gerührt wird und es Trennung nach sich ziehen könnte, deswegen ignoriert er das Problem und hofft, dass Du es auch tust. Hauptsache, Du bleibst.

Angst macht immer egoistisch bzw. der ängstliche Egoist lässt nach Möglichkeit nicht zu, dass ihm das, wovor er Angst hat, passiert. Er schiebt Probleme weg und baut darauf, dass der andere das auch tut. Nur geht der dabei kaputt, aber das findet der andere in Ordnung. Hauptsache, für ihn ändert sich das Leben nicht.

Ich denke schon, dass auch Liebe dabei sein kann, aber diese emotionalen Abhängigkeiten sind was sehr Destruktives. Vielleicht sieht es sogar in ihm ähnlich aus: Er ist mit einer Frau zusammen, die ihm dauerhaft das Gefühl geben muss, er genüge nicht in einem entscheidenden Bez.bereich.

Vielleicht kannst Du Dir Hilfe holen von einem Psychologen? Der zumindest sollte ja für Dich da sein und Deine Probleme ernst nehmen in der wöchentlichen Stunde. Jemand zum Reden, nicht jemand, für den Du funktionierst.
 
  • #34
Hallo Ulrike, ich kann das, was Dir passiert ist, gut nachvollziehen! Auch wenn man verheiratet ist, kann es einem passieren, dass da jemand kommt, der das Herz berührt.Deshalb ist man kein Dummy und schon gar keine treulose Tomate.Ich kann sehr gut verstehen, dass man einen Partner,mit dem man viele Jahre seines Lebens verbracht hat, nicht einfach hängen lässt. Du hast wirklich ein wahnsinns Pensum und Du solltest aufpassen, dabei nicht unter die Räder zu kommen.Denn bei aller Zuneigung und Pflichtgefühl hast auch Du ein Leben, Wünsche, Erwartungen und Sehnsüchte.Dieser Mann wird diese nicht erfüllen-er hat kalte Füße bekommen ! Ich finde,dass hast Du nicht verdient, aber vermutlich hat die Abwägung dessen, was er aufgibt versus dessen, was Ihn erwartet, zu dieser Entscheidung geführt.Da bleiben viele lieber im Ihnen bekannten Umfeld. Jemand Kluges hat mir gesagt: verzeihe ihm, was er getan hat.Für Deinen eigenen Seelenfrieden, um für Dich abzuschließen.Nicht, weil Du ihm Absolution erteilen willst,sondern für Dich.
Vielleicht nimmst Du Dir Zeit, etwas nur für Dich zu tun und darüber nachzudenken, was Dich glücklich macht.Es gibt ein sehr schönes Buch zu diesem Thema, es heisst: Das 6-Minuten Tagebuch und ist sehr lesenswert! Ich drücke Dich und wünsche Dir alles Gute !
 
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