• #91
Deine Weltsicht ist bi-polar, schwarz und weiss, entweder - oder. Solang du nicht die grau-werte dazwischen erkennen kannst, und aus deinem sozialen Unvermögen nicht heraus kommst, wirst du dich nciht weiter entwickeln.
Du lebst in deiner eigenen, etwas skurillen, selbstgestrickten Welt. Darin bleibst du noch die nächsten 50 Jahre, und zwar ganz bequem. Wenn du aber hinaus willst, mußt du sehr viel tun, sehr viel Arbeit leisten. Entweder du willst, oder du willst nicht.
Ende mit Jammern und Selbstmitleid. Tun oder nicht tun. Deine Entscheidung.
 
  • #92
Es ist schon verständlich, irgendwelche Schlüsse aus dem Begehrtsein beim anderen Geschlecht zu ziehen. Allerdings "müsste" ja irgendwann der Prozess einsetzen, dass man mit schönen Fassaden allein nichts anfangen kann, was wiederum bewirkt, dass man sich selber auch nicht mehr auf das Äußere reduzieren lassen will. Das bedeutet nicht, dass man nicht auf sich achtet oder an seiner Oberfläche arbeitet, aber man macht das nicht, um anderen zu gefallen, sondern um sich zu gefallen - und ja, man gefällt sich vielleicht mehr, wenn man Beifall von anderen bekommt als Honorar für die Mühe. Aber es reicht auch, wenn man sich selber schön findet und an seinem Charakter arbeitet, so dass man auch hier Sicherheit durch eigene Wertemaßstäbe bekommt.

Seit ich meine Kollegin nicht mehr "bewusst haben will", verpasst mir sie mir mit ihrer permanenten Aufmerksamkeit einen riesigen Push.
Warum verpasst es Dir einen Push, wenn Du merkst, dass es gar nicht aus Interesse an Dir ist, sondern, weil Du Dich abweisend verhältst? Sobald Du wieder einlenkst, siehst Du doch, was wirklich los ist.
Dann bin ich wieder ehrlich zu mir und habe niemanden mehr, der mich motiviert, der beste Mann zu sein, der ich sein kann. Denn eins steht fest: Ich bin seit einigen Tagen ein völlig anderer Mensch, in positiver Hinsicht. Ich arbeite wie verrückt, bin eloquent, "frech", selbstbewusst, männlicher und und und...
Du selbst solltest Dich dazu motivieren, nicht irgendeine Frau. Ich kann das schon verstehen, dass dieses "sieh her, was du haben könntest" eine Motivation sein kann. Aber letztendlich ist es Theater, was Dich unbefriedigt zurücklässt, weil unterm Strich nichts rauskommt, denn selbst wenn Du noch besser wirst, kriegst Du die Frau ja nicht, dh. all Deine Mühen lassen Dich trotzdem als Verlierer rausgehen und das sendet das falsche Signal an Deine Motivation ("hat ja doch keinen Sinn"). Wenn Du aber der beste Mann, der Du sein kannst, aus Dir heraus und für Dich bist, dann strahlst Du doch automatisch das aus, was Du möchtest, selbst wenn es nur ums Abschleppen von Bardamen geht.

Ich habe den Eindruck, Du siehst Frauen nicht als andere Menschen und mögliche Partner an, sondern eher als Schmuckstück, für das Du reichst oder nicht und das Dir Bestätigung geben soll. Das, was Du suchst, kannst Du aber nur in Dir finden.
 
  • #93
@Pfauenauge
Da legst Du mir etwas in den Mund. Ich sagte ich hatte mal was mit einem "Model". Und die fiktive Barista diente mir nur als Beispiel für "Frau von der Strasse".
Doch selbst wenn - sind es nicht gerade extrovertierte, selbstbewusste Menschen, die erst durch eine Masse an inneren Werten in diesen Rollen überzeugen?

Meine Kollegin ist ein Mensch voller innerer Werte, doch sie ordnet die meisten der Realität unter. Zwischendurch blitzt es hervor. Und ja, wem sie ihr wahres Ich zeigt, das berechnet sie vermutlich schon. Da gibt sie Kollegen aus dem Off Tipps zu Arzneimitteln. Oder sie bringt Kuchen mit, wenn ein Kollege, der ihr beim Umzug helfen wird, Geburtstag hat. Sie spricht einen darauf an, ob alles in Ordnung ist, wenn man sehr schlecht geschlafen hat und kaputt aussieht. Sie spielt sich nie hervor, sondern taucht dann auf, wenn man sie braucht und nicht damit rechnet. All solche Dinge.
Ich bin ihr nicht "verfallen" weil sie irgendwann mit leicht geöffnetem Mund vor meinem Tisch gestanden und "du siehst heute wirklich gut aus" gesagt hätte. Im Gegenteil, sie sagte einmal am Anfang "also mit dem Frauenproblem kann ich dir auch nicht helfen". Das war sicher keine Schmeichelei... Ich bin ihr "verfallen" weil sie das Gegenteil von dem zu sein scheint, was ich 9,5 Jahre lang angenommen hatte.

Trotzdem muss ich am Montag wohl einen erneuten Versuch unternehmen, ihre Kontaktaufnahmen zu sabotieren.
Mein bester Freund (seit 12 Jahren glücklich verheiratet, erfolgreicher Frauenversteher) sagte gestern "lass es doch einfach laufen - du entscheidest eh nicht, was passiert oder nicht passiert, das entscheiden immer die Frauen!".
Aber (und damit bediene ich vermutlich @Lily321 ) ich brauche wohl tatsächlich mein schwarz-weiss. Ich brauche ein "du, ich hab echt kein Interesse, warum sollten wir dann so nah miteinander sein" oder ein "ich will morgen mit dir schlafen" bzw. ein "ich werde meinen Freund verlassen".
Aber "es laufen lassen" und einfach mein Leben leben, während eine attraktive, weibliche Person in meiner direkten Nähe mich emotional berührt - das scheine ich wirklich nicht hinzubekommen.

In meinem ersten oder einem meiner ersten Postings habe ich es gesagt: Ich fühle, dass ich allein bleiben werde. Weil ich keine Hard Facts zu bieten habe und auch nicht die Alternative Soft Skills. Und so wird es wohl auch sein.
 
  • #94
Aber "es laufen lassen" und einfach mein Leben leben, während eine attraktive, weibliche Person in meiner direkten Nähe mich emotional berührt - das scheine ich wirklich nicht hinzubekommen.
Da gibt dir dein Freund auch einen wirklich schlechten Rat. Dieses Kindertheater im Büro abzuziehen, vor Kollegen, ist wirklich nicht niveauvoll, ganz abgesehen daß du dafür wie der Thread und deine Selbsterkenntnis zeigt, wirklich völlig ungeeignet bist.
 
  • #95
Komme nicht mehr mit und merke, dass ich langsam die Geduld verliere. Deine Kollegin spielt sich also nie hervor?
Und was ist mit den Mails, mit denen sie dich gleich morgens zutextet?
Und eine Barista ist also eine Frau von der Strasse, die muss doch wenigstens zum Abschleppen drin sein?
Gut, dann sei weiter deiner Kollegin verfallen und bleib allein.
Auf dein Beuteschema gehst du gar nicht ein. Eine Frau mit einem ähnlichen Attraktivitäts/Ausstrahlungslevel wie du kommt also nicht in Frage. Warum eigentlich nicht?
Ich nehme an, da werden deine Chancen bedeutend höher sein und du musst auch nicht ständig Theater spielen. Aber nein, die Frau muss irgendwie toller sein, um dich aufzuwerten. Oder unter dir stehen, wie die Barista, als Frau von der Strasse.
Danke, das sagt doch schon alles.
 
  • #96
@Pfauenauge
Es scheint Du möchtest mich mit der Strassen-Sache missverstehen. Mit "Frau von der Strasse" meine ich eben genau diese "Durchschnittsfrau", zu der Du mir raten würdest. Ich hätte auch "Mädchen von nebenan" als gängigere Floskel nehmen können.

Wie auch immer: Am Montag muss ich in den sauren Apfel beissen und meiner Kollegin irgendwas in der Art von "ich habe momentan zu viel zu tun zum Mailen" beibringen und dafür sorgen, dass diese Gewohnheit endet. Und damit endet dann hoffentlich auch die ganze Geschichte.
 
N

nachdenkliche

  • #97
Lieber Niklas, so langsam beschleicht mich das Gefühl, dass Du Dein Spiel hier im Forum fortsetzt? Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie sich das an Deinem Arbeitsplatz abspielt. Du scheinst grundsätzlich gerne zu SCHREIBEN, es ist wie ein Spiel für Dich und irgendwie eine "Ersatzbeziehung" ...mich erinnert das ganze hier auch ganz minimal an diesen Roman "Gut gegen Nordwind" So ähnlich heißt er. Eine kuriose Liebesgeschichte per E Mail.
Nur irgendwann kommen die beiden Protagonisten aber mal zu Potte und treffen sich....
Lieber Niklas, wende Dich Deiner Arbeit zu, egal, was Du darunter verstehst...:)
 
  • #98
Meine Kollegin ist ein Mensch voller innerer Werte, doch sie ordnet die meisten der Realität unter.
Scheinbar nur ihrer eigenen Realität. Mich wundert nicht, dass sie in der anderen Abteilung gemobbt und abgelehnt wurde, da sie sehr übergriffig ist. Sie redet ihren Partner in einer Tour schlecht, braucht ihre Psychostreicheleinheiten von einem Kollegen, rafft es nicht, sich einfach mal zurückzunehmen, zu reflektieren. Mag ja sein, dass Du auf sowas abfährst....

Und Dich finde ich auch etwas eigenartig, wenn Du Angst vor Deinem eigentlichen Ich hast und die momentane Rolle genießt. Mag zwar gut für Dein Ego sein, allerdings ist authentisch anders. Das wird der Grund sein, warum es mit der Partnersuche nicht so gut klappt.
 
E

EarlyWinter

  • #99
Wenn zwei Opferpersönlichkeiten aufeinander treffen, die diese Rolle für sich selbst gewählt und diese so richtig perfektioniert haben, sich in dieser Rolle auch sehr gut gefallen, sie regelrecht zelebrieren und mit der antrainierten Eloquenz diese immer und immer wieder begründen und verteidigen, dann kommt genau das dabei raus. Du willst es eigentlich gar nicht anders haben, dafür sorgst du schon selbst, dass dir nichts anderes, handfestes widerfährt, du findest eine Milliarde Gründe, warum etwas anderes auf keinem Fall möglich ist. Würdest du die Energie, die du in die Verteidigung deiner Opferrolle steckst, darauf verwenden, dich für eine andere Lebensweise zu entscheiden, wärest du schon ein ganzes Stück weiter. Sie ist genau wie du, gefällt sich in der Rolle der Gemobbten, in ihrer (selbstgewählten!) mittelmäßigen Beziehung und den virtuellen Streicheleinheiten eines Kollegen.

Ihr passt gut zusammen und du genießt das auch. Das sieht man an der enthusiastischen Art und Weise, in der du darüber berichtest und wie du damit kokettierst. Solange jemand etwas nicht ändert ist es schlicht und ergreifend nicht schlimm genug.

Menschen wie dich habe ich im Laufe der Jahre aus meinem Leben entfernt, das sind Energie-Vampire, die immer nur labern aber nichts ändern wollen. 20 Jahre später sind die immer noch da, wo sie vor 20 Jahren waren, was sich ändert ist nur das Publikum denn alle, die das Spiel irgendwann durchschauen, sind weg und neue Zuhörer müssen her. Du hast jetzt hier das Forum entdeckt und wenn das irgendwann "ausgelutsch" ist, ziehst du weiter.
Gute Reise.
 
  • #100
Für die, die "der Abschlussbericht" noch interessiert: Es gab eine Aussprache, die zutage gefördert hat, dass meine Kollegin mich wegen einer Vielzahl von Gemeinsamkeiten, eines sehr ähnlichen Lebensweges und meiner sehr "warmen Persönlichkeit" nach ihren Worten sehr ins Herz geschlossen und mich gedanklich als eine Art "zweitbesten Freund" neben ihrem langjährigen besten Freund kategorisiert hat.

Körperliche Annäherungen gehören bei ihr zum Standard"repertoire" bei guten Freunden, auch solche, die über kurze Umarmungen hinausgehen etc. Sie war ausserdem sehr glücklich und dankbar, endlich einen fairen, freundlichen und gut gelaunten Kollegen gefunden zu haben, zu dem sie sich dann und wann gedanklich flüchten kann.

Im Endeffekt musste ich ihr aber nun doch sagen, dass ich mir eine allzu nahe und intensive Freundschaft (zuletzt zog sich unser Kontakt über den gesamten Tag) mit einer Frau "von der ich was will" nicht vorstellen kann und das mich das kurz- oder auch mittelfristig zu sehr belastet, da es den für mich nicht realitätsnahen Wunsch nach einer Partnerin immer wieder aufreibt und mich dadurch unglücklich / unzufrieden werden lässt.

Ich hoffe nun, ab kommendem Montag eine ganz normale und professionelle Kollegin vorzufinden.