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Gast

  • #1

Was überwiegt nach Trennung: Gute oder schlechte Erinnerungen?

Normalerweise denkt mann/frau nach der Trennung noch einige kurze Zeit an die/den Verflossene/n, dann ist sie/er abgehakt. Im schlimmsten Fall ärgert man sich noch eine Zeit lang. Das kann zur Folge haben, dass man sich nur noch an das Schlechte in der Beziehung erinnert. So 100 % schrecklich kann keine Beziehung sein, dass nur das Schlechte in Erinnerung bleibt, sonst hätte man sich doch nicht zusammengetan? Sollte man sich nicht viel mehr an die schönen Momente in der Beziehung erinnern? Was sind die Gründe dafür, nur die schlechten Erinnerungen zu behalten? Hat die Dauer der Beziehung etwas damit zu tun, ob eher gute oder eher schlechte Dinge erinnert werden? Denken Männer anders als Frauen? Gefragt wird nach Meinungen jeder Art. M/36
 
  • #2
Das hat mit dem mehr oder weniger physischen aufbau des gehirns zu tun. Das Gehirn reagiert auf alarmzustände intensiver als auf gute dinge, desahlb wälzt man auch immer probleme und nie glücksmomente. Hat natürlich einen sinn, da man dadurch bekannterweise nur einmal auf die heiße herdplatte greift, führt aber leider auch zu einem haufen unnötiger schlcher gedanken ( alarmzuständen ).
 
  • #3
Ich denke nach einer langen Beziehung denkt man erst mal nur an die schlechten Dinge.
Das ist auch gut, man kann es dann besser hinter sich lassen.
Allerdings denkt man nach einiger Zeit auch wieder gerne an die guten Dinge.
Man ist ja nicht umsonst länger mit jemanden zusammen.
 
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Gast

  • #4
Ich, als der "Abgelegte" habe massive Schwierigkeiten an etwas Gutes aus meiner 19 Jahre währenden Beziehung zu denken. Das hängt weniger mit der Tatsache zusammen, dass sie die Trennung wollte, da auch mir nach einiger Zeit klar wurde, dass ich schon lange nicht mehr "glücklich" war. Auch dass sie zum Zeitpunkt der Trennung bereits „Ersatz“ hatte war zwar nicht schön, trifft mich aber nicht mehr.

Viel schlimmer ist ihr Verhalten jetzt. Gnadenloses Abzocken, Verweigerung des Kindesumgangs, jede nur erdenkliche Schikane. Seit ich vor gut 4 Monaten (nach 2-jährigem Singledasein mit Zeit zur Selbstreflektion) wieder jemand kennengelernt habe und nach langer Zeit mal wieder richtig glücklich bin wird das Verhalten meiner Ex nahezu unerträglich. Es hat den Anschein, dass sie einzig das Ziel verfolgt mein Leben zu zerstören.

Vor diesem Hintergrund ist es nahezu unmöglich an irgendwas „Schönes“ aus vergangenen Tagen zu denken.

m44
 
  • #5
Meines Erachtens entscheidet sich die Titelfrage überwiegend an der Art und Ursache der Trennung:

Wer sich trennt, weil man sich auseinandergelebt hat, der wird überwiegend positive Erinnerungen haben. Was im Studium für mich zum Beispiel die große Liebe war, wurde plötzlich unpassend, da man sich in dem Alter einfach extrem entwickelt und verändert. Ich habe an diese Partnerschaft nur gute Erinnerungen, die kurzen Momente der Trennung und Enttäuschung verblassten dagegen schnell.

Wer sich trennt, weil man sich einfach zuviel aneinander reibt, zu vieles im Alltag doch nicht passt, kein gemeinsames Leben mehr wünschenswert erscheint, der sieht oft beides relativ klar: Das, was gepasst hat und liebenswert und begehrenswert am Partner war, und eben auch das, was nicht gepasst und einen immer wieder geärgert hat. Hier verblassen die schlechteren Aspekte meist etwas schneller als die guten, insgesamt bleibt meistens keine Verbitterung zurück, sondern Erfahrung.

Wer sich trennt, weil der andere ihn tief enttäuscht, zum Beispiel durch Fremdgehen oder durch unerwartetes abruptes Trennen aus wenig einsehbaren Gründen, erlebt die Trennung als sehr schmerzhaft und verarbeitet diesen Schmerz auch nur schwer. Hier verblassen die positiven Aspekte der Partnerschaft meist sehr schnell, zurück bleibt die Erinnerung an die brutale Trennung oder deren Anlass. Folge ist oft Fixation auf das Schlechte, oft verbunden mit Verbitterung und Schmerz.

+ Außerdem leidet der passive Partner der Trennung im allgemeinen mehr als derjenige, der die Entscheidung getroffen hat.

+ Wenn man die Beziehung schon länger innerlich in Frage stellt oder unzufrieden ist, dann ist eine Trennung schmerzloser und leichter zu verkraften als ein unerwartetes Ende. Hier kompensiert Erleichterung oft den Trennungsschmerz.

+ Das Verhalten des Partners nach der Trennung beeinflusst ganz wesentlich, wie die Trennung erinnert wird. Waren beide fair und anständig, bleiben meist erheblich bessere Erinenrungen, als wenn die Trennung unfair, unanständig, strittig verläuft.
 
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  • #6
Überwiegend bleiben die schlechten Erinnerungen.
Und natürlich kann eine Beziehung (fast) nur negativ sein.
Der Partern kann einem vor der Beziehung viel vorspielen.
Und dann kommt das böse Erwachen....
 
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  • #7
Da man sich weiterentwickelt, kann man manchmal gar nicht mehr verstehen, mit "wem" man zusammen war. Daher habe ich auch nur schlechte Erinnerungen an meine Ex-Freunde.
w39
 
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  • #8
Kommt darauf an, wer die Beziehung beendet hat und warum. Wenn man kalt abserviert wurde wegen der besten Freundin und nur angelogen wurde fällt einem lange nichts wirklich Positives ein.Sind aber Beide der Meinung, dass sich die Beziehung irgendwie totgelaufen hat, dann glaube ich, vergisst man das Positive auch nicht so schnell.
 
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  • #9
an 5: Wieso "vor der Beziehung viel vorspielen"? Das verstehe ich nicht. Man kann sich doch nur trennen, wenn man eine Beziehung schon hat?
Wenn während der Beziehung der eine dem anderen was vorspielt ist das Lüge und derjenige muß sich nicht wundern, wenn sich der Partner von ihm trennt. Der sich Trennende behält in diesem Fall warhscheinlich negative Erinnerungen an einen Lügner. Und aber doch trotzdem positive an eine schöne Zeit? Nein, ich glaube nicht, dass immer nur alles schlecht ist - man muß es sich eben bewusst machen. Schon deswegen, weil man dann unschöne Trennung besser verarbeiten kann.
 
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  • #10
Im Gegensatz zu #6 habe ich nur gute Erinnerungen an alle meinen Ex-Freunde. Ich habe alle diese Männer selber gewollt und gewählt, ich habe mit denen mich selber kennen lernen können, ich habe sie geliebt, so wie sie mich auch, und ich weiss auch für die Zukunft, dass ich lieben kann und was ich einem Mann zu bieten habe.

Ich kann auf alle Männer, mit denen ich zusammen war, stolz sein - dazu gehören diejenige, die mich verlassen haben (gute Lebensschule: Man kann doch nicht allen gefallen :) ), so wie auch diejenige, die ich verlassen habe ('nein' zu sagen und zu wissen, was man will und was eben nicht, ist eine sehr wertvolle Lektion).

Verbittert zu sein?.. Das Leben ist doch viel zu kurz und viel zu schön dafür!
 
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  • #11
Im Gegensatz zu #6 habe ich nur gute Erinnerungen an alle meinen Ex-Freunde. Ich habe alle diese Männer selber gewollt und gewählt, ich habe mit denen mich selber kennen lernen können, ich habe sie geliebt, so wie sie mich auch, und ich weiss auch für die Zukunft, dass ich lieben kann und was ich einem Mann zu bieten habe.

Ich kann auf alle Männer, mit denen ich zusammen war, stolz sein - dazu gehören diejenige, die mich verlassen haben (gute Lebensschule: Man kann doch nicht allen gefallen :) ), so wie auch diejenige, die ich verlassen habe ('nein' zu sagen und zu wissen, was man will und was eben nicht, ist eine sehr wertvolle Lektion).

Verbittert zu sein?.. Das Leben ist doch viel zu kurz und viel zu schön dafür!

Beneidenswerte Sichtweise. Ich hoffe, da komme ich auch wieder hin. Nach knallharter Trennung bin ich im Moment auf einem anderen Trip
 
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  • #12
Das hängt bei mir davon ab, wie die Beziehung oder Ehe zustande gekommen ist und wie sie geendet hat. An einige meiner Exfreundinnen denke ich noch mit einer gewissen Zärtlichkeit zurück, telefoniere gelegentlich mit ihnen und wäre auch bereit, ihnen beizustehen, wenn sie mich brauchen würden. Bei meiner Exfrau überwiegen nicht nur die schlechten Erinnerungen, sondern auch die Erleichterung, dass die siebzehn Jahre Ehe überstanden und vorbei sind.
 
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  • #13
Schlechte, sonst wäre man ja nicht auseinander gegangen.
 
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  • #14
Das Gute oder Schöne habe ich so gut wie vergessen. Es überwiegen die Schlechten.
Ich denke , es liegt auch daran, warum und wie es auseinander ging.
 
  • #15
Bei mir bleibt nur die Frage hängen: “Mit wem bin ich da über 4 jahren zusammen gewesen?“. Ich denke noch kaum an die Beziehung, Lektion gelernt und eine Erfahrung reicher.
 
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  • #16
Für mich ist im Nachhinein auch nur das Schlechte in Erinnerung geblieben.

Ich denke, es bleibt immer die Erinnernug "Wie es endete". Und vorallendingen das "Warum".
 
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  • #17
Ich sehe das wie #9. Die Partnerinnen habe ich selber gewählt, die Beziehungen waren schön, a er irgendwann hat es nicht mehr gepasst. Ich bin optimistisch geblieben und freue mich auf die nächste Beziehung.

m, 46
 
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  • #18
Die guten Erinnerungen überwiegen. Es war eine wundervolle Liebe, die mich beinahe mein ganzes Erwachsenenleben begleitet hat, ehe wir uns schließlich leider auseinander entwickelten. Das ist schade, ändert aber nichts daran, dass unsere gemeinsame Zeit zumeist sehr schön und erfüllend war. Wäre das anders gewesen, hätte die Beziehung immerhin gar nicht erst so lange gehalten. Würde ich zurückblicken und sagen können, dass er ein z.B. liebloser, überheblicher Egomane mit zweifelhafter Körperhygiene war, würde ich mir selbst ein Armutszeugnis ausstellen und müsste mich fragen, warum ich mich in so einen Mann überhaupt erst verliebt oder zumindest nicht schneller einen Schlussstrich gezogen habe. Da unsere Trennung fair und ohne Streit verlief, kann ich auch auf die glücklichen Zeiten ohne Bitterkeit zurückblicken, und darüber bin ich sehr froh. Ich möchte es nicht bedauern, einen Menschen in mein Leben gelassen zu haben. Das wäre sehr schmerzhaft.

26, w
 
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