• #1

Was versteht ihr unter Spiegelung?

Ich hatte vor einigen Tagen die Situation, dass eine Frau mir gegenüber meinte sie hätte einem Dritten „sein Verhalten gespiegelt“. Ich hatte die Situation zwischen beiden anders wahrgenommen und leider nicht die Möglichkeit eines Gesprächs. Vor gut einem Jahr wurde mir in einem Gespräch gesagt ich hätte „einer anderen Person ihr Verhalten gespielt“. Ich war damals überrascht von dieser Antwort, fand sie sehr passend, fragte mich aber im Nachgang, was die Person damit aber eigentlich meinte. Nun tauchte vor kurzem wieder der Begriff des Spiegelns hier im Forum auf.

Häufig werfen wir im Leben mit eigenschaftstheoretischen Begriffen um uns, ohne eine definierte Bedeutung zu kennen. Jeder sucht für diese Begriffe seine eigene Definition und Verwendung – was für mich völlig legitim ist. Deshalb macht es m.M.n. Spaß und ist zwingend erforderlich Dinge zu hinterfragen, um Menschen und ihre Motive zu verstehen.

Werfe ich einem Zweijährigen einen Ball zu, wird er mich mit großen Augen anschauen und seine Lippen formen das Wort: „Ball“.

Werfe ich einem 22jährigen das Wort „Objektivität“ zu, wird er Schwierigkeiten haben diesen Begriff zu erklären und ihn in seinem persönlichen Maßstab verwenden.

Vor hundert Jahren sprach wahrscheinlich kaum ein Mensch von Akzeptanz, Motiv, Selbstwertschätzung u.ä. Diese wenig haptischen Begriffe wurden geformt und entwickelt. Und wenn der nächste Verhaltensforscher um die Ecke kommt gibt es eine neue Defi.

Was ist Empathie, was emotionale Intelligenz? Wer hat sie und – viel viel wichtiger - nach welchen Maßstäben wird dies gemessen?

Mich hat immer mehr interessiert wie die Menschen die Dinge sehen und beschreiben und wie sie bspw. auch die Bedeutung von von Dritten vordefinierten Wortkreationen verwenden und verstehen.

Ich möchte im Folgenden mit euch keine Definitionen diskutieren, nicht, dass vor einer Antwort im Forum erstmal der Begriff Spiegeln gegoogelt wird, sondern ich möchte gerne lesen, wie ihr diesen Begriff verwendet und versteht.

Meine Frage also an Euch:

Was versteht ihr unter Spiegelung?

(Spieglein, Spieglein an der Wand …)
 
  • #2
Ich verstehe darunter, dass man sich jemandem so gegenüber verhält wie diese Person gegenüber einem selbst, allerdings für MICH negativ konotiert, denn man spiegelt ein negatives Verhalten um dem anderen zu zeigen, dass er sich mies verhält und es ihn spüren zu lassen.
Diese Art Spiegelung ist für MICH ein mieses Spiel, manipulativ, ich möchte direkt KOMMUNIZIEREN, ich mag keine Spielchen, stört mich das Verhalten eines anderen, dann ansprechen, das ist klar, eindeutig und der andere hat die Chance zur Klärung, und ggf zur Korrektur.
Es ist auch zweifelhaft, ob der Andere die Spiegelung tatsächlich als Spiegelung versteht, und weiterer Punkt, wenn ich mieses Verhalten "spiegele", verhalte ICH mich mies, und ICH weiß es, mache es bewusst, was ich vom anderen nicht weiß.
 
  • #3
Ich finde den Hintergrund dieser Frage sehr interessant: Die Definition oder auch der Gehalt von Begriffen mit denen wir hier kommunizieren. Unter einem Begriff verstehen verschiedene Personen jeweils etwas anderes. Es gibt große Überschneidungen aber auch Unterschiede in den Feinheiten. Diese Feinheiten schaukeln sich im Laufe von Diskussionen in meinen Augen sehr schnell auf. Das sieht man gerade im Nachbarfaden, in dem es um Prüderie geht, sehr schön.
Unter Spiegelung würde ich z.B. folgendes Phänomen verstehen: Wenn ich jemanden zurückgrüße, dann relativ häufig mit dem gleichen Gruß. Auf ein „Hallo“ folgt dann oft ein „Hallo“ , statt „Guten Tag“, „Moin“ usw.- so wie es die mythologische Echo tun würde.
Gähnen, Klatschen usw. sind auch ansteckend. Hinter vielen Jugendwörtern wird ein ähnlicher Mechanismus stecken. Grundsätzlich würde ich also das Kopieren bestimmter Verhaltensweisen darunter verstehen.
 
  • #4
Sehr interessante Frage!

Ich spreche von Spiegeln in dem Sinne, dass man mit seinem eigenen Verhalten das Verhalten anderer beeinflussen kann, denn "man spiegelt sich ja!"

Einfach ausgedrückt: Wenn ich nett zu jemandem bin, ist er auch nett zu mir. Ich habe das auch schon hier im Forum bei Beziehungsfragen in diesem Sinne verwendet: Wenn ich mich jemandem öffne, meine Schwächen zeige und zu ihnen stehe, mich aufrichtig für den anderen interessiere und begeistere, ihn positiv bestärke und wertschätzend, respekt- und liebevoll zu ihm bin, dann ist es wahrscheinlich, dass er positiv darauf reagiert, sich ebenfalls öffnet, Sympathie und Zuneigung entwickelt und mich ebenfalls gut und respektvoll behandelt, dann bekomme ich eine Reflexion meines Verhaltens, es wird mir zurückgespiegelt. Damit meine ich nicht, dass der andere sich identisch verhält, sondern dass das, was ich empfange, eng mit dem korreliert, was ich sende. Weil meine Umgebung mir permanent mein eigenes Verhalten spiegelt, habe ich es selbst in der Hand, in was für einer Welt ich lebe, was meine Lebensrealität ist. Bin ich gut gelaunt, nett und fröhlich und habe eine positive Einstellung, wird die Welt es gut mit mir meinen und ich mache viele gute Erfahrungen, die mich wiederum in meinem Verhalten bestätigen.

Ich muss bei der Frage auch sofort an Platons Dialog "Alkibiades 1" denken, wo es u.a. um den Zusammenhang von Liebe und Selbsterkenntnis geht. Demnach muss das Selbst eines Menschen, seine Seele, metaphorisch in einen Spiegel blicken, um sich selbst erkennen zu können, da sich die Seele wie ein Auge selbst nicht sehen kann. Zum besseren Verständnis bringt er das sog. Augen- oder Spiegelgleichnis und fragt danach, wie sich ein Auge selbst sehen kann. Und zwar können zwei Liebende, wenn sie sich ganz nahe sind, ihr eigenes Spiegelbild in der Pupille des anderen sehen, dann blickt ein Auge in ein anderes Auge und sieht dort sich selbst. Es stellt sich nun die Frage, was ein angemessener Spiegel für die Seele wäre. Nach Sokrates bzw. Platon kann sich die Seele eines Menschen in einer anderen Seele spiegeln und dadurch selbst erkennen. Also so wie ein Auge sich selbst in einem anderen Auge sehen kann, so spiegelt sich die Seele in einer anderen Seele und erkennt sich dadurch -- ein Prozess, der nur oder besonders gut zwischen zwei Liebenden gelingen kann. Demnach ist der Weg der Selbsterkenntnis einer, den man zu zweit oder gemeinsam beschreitet, im Dialog mit einem Gegenüber.

Ist ein schöner Gedanke, finde ich.
w28
 
  • #5
Es gibt viele Lebens-Lektionen im laufe des Lebens zu lernen, am besten über den bewussten Spiegeleffekt. Sich dabei selbst immer besser kennen lernen geht so ganz gut, indem man sich selbst beim anderen in seinem Spiegel erkennt. Es gibt viele Menschen, die von einer Beziehung in die nächste Beziehung gehen, ohne sich ernsthaft Gedanken zu machen, was sie als Erbe mit in die Beziehung bringen, ohne zu verstehen, warum immer wieder Beziehungen zerlegt werden und immer wieder ähnliche Partner auftauchen, die zu den gleichen und bekannten Ergebnissen führen! Sobald man erkennt, es einem bewusst ist, dass andere Menschen der Spiegel von einenm sind, kann man Dinge, die man bei anderen gut oder schlecht findet benutzen, um mehr Bewusstsein in sein eigenes Selbst zu bringen. Jeder Mensch ist ein Spiegel von uns. Mit unserem inneren Spiegel ziehen wir auch ganz bestimmte Menschen an! Es werden z. B. einem so lange unehrliche Menschen begegnen, bis man diese Lektion verstanden hat und aufhört, sich selber zu belügen und sich selber ständig etwas vorzumachen, was real überhaupt nicht existent ist! Es ist reines fremd konditioniertes Kopfkino. Menschen tun sich sehr schwer sich zu verändern, solange bestimmte Motive wie Krankheit, Unfall und andere Schicksalschläge es nicht unbedingt notwendig machen. Sie bleiben so lange als möglich, in ihrer Gewohnheit und in ihrer bequemen Komfortzone stecken. Kein Mensch möchte sich ändern, wenn er noch nicht dazu bereit ist, wir verschwenden dadurch sehr viel Lebenszeit und sehr viel Lebensenergie. In den Spiegel schauen und dem Spiegel sagen, was einem nicht gefällt, was man sieht, bringt einen keinen Millimeter weiter! Nur die eigene, aktive und bewusste Persönlichkeitsentwicklung bringt einen weiter! Sich immer besser kennen lernen für ein besseres Selbstbild, ist doch eine starke Selbstmotivation, um mit anderen Menschen besser umzugehen und Rückschläge, Probleme besser zu bewältigen. Kein Mensch war ohne Grund in meinem Leben. Der eine war ein Geschenk und der andere eine wichtige Lektion, um das Nötige zu lernen. Gemachte Fehler sollten einem ganz bewusst werden, um sie nicht zu wiederholen. Jeder Mensch hat also eine ganz bestimmte Aufgabe und hält eine ganz gezielte Information für einen bereit, für den, der bereit ist daraus zu lernen!
 
  • #6
Ich habe es (in der deutschen Sprache) immer als eine Art Erziehungsmassnahme wahrgenommen. Eine negative indirekte Grenze zeigen.
In anderen Sprachen hat es andere Bedeutung. In meiner Muttersprache heißt es sozusagen, jemanden wirklich sehen und sich in dieser Person erkennen. Es ist in meiner Muttersprache sehr positiv.
 
S

skychase

Gast
  • #7
Früher habe ich Menschen oft wiedergespiegelt wenn sie sich mehrfach auf die selbe Art und Weise negativ verhalten haben, um ihnen aufzuzeigen wie bescheiden das ist. Die Konsequenz: Die meisten verstehen das nicht, weil sie ihre eigene Art und Weise selten als negativ wahrnehmen. Darum mache ich das heutzutage nur noch selten. Und: Mittlerweile kommt es mir unhöflich vor und es ist eine Form des "Nachäffens" für mich geworden, also eher kindisch. Aber je nachdem warum jemand Streit sucht, bekommt er die Ladung schon mal wieder reflektiert.
 
  • #8
Ich habe den Begriff zunächst in ganz andwrer Weise kennen gelernt in einer im weitesten Sinne psychologischen Ausbildung, wo es darum ging, im Gespräch dem Gegenüber durch die Kommunikation Deutungsmöglichkeiten seiner Erfahrungen und Erlebnisse anzubieten, also ihm /ihr rückzuspiegeln, was ich gehört habe.
 
  • #9
Ich habe Spiegelung als Methode bzw. Element im Rahmen einer Visionssuche (Vision Quest, angelehnt an die Methode mancher Naturvölker) kennengelernt.

Nach einer mehrtägigen Auszeit allein in der Natur erzählt man im Kreis der Teilnehmer in Kurzform von seinen Erlebnissen. 20 Min Zeit für eine Fülle an Eindrücken. Man ist also angehalten, seien Erlebnisse auf den Espresso einzureduzieren. Die Visionssucheleiter hören aufmerksam zu.

Anschließend spiegeln sie einem das Gehörte zurück, in ihren eigenen Worten, so wie sie es gehört und verstanden haben, aber auch mit der Verwendung der Formulierungen und der Wortwahl der Erzähler.

Ich habe also meine eben selbst erzählte Geschichte zurückerzählt bekommen. Auf mich hatte dies einen starken Effekt. Beim Erzählen waren meine Worte nur so geflossen, verbunden mit vielen Emotionen. Was ich mir vorher zurecht gelegt hatte, kam teils anders raus. Das nun aus einem anderen Mund zu hören, brachte so einige Aha-Momente. Ich konnte vieles erkennen, was mir vorher verborgen war, als ich mit meinen Gedanken quasi alleine in meiner Suppe rührte.

Die Phase hieß auch direkt „Spiegeln“, in dem Sinne von „Ich hörte die Geschichte von einer Frau, die…“

Spiegeln habe ich also ganz unmittelbar in seinem Wortsinn erfahren.
 
  • #10
Was ist Empathie, was emotionale Intelligenz? Wer hat sie und – viel viel wichtiger - nach welchen Maßstäben wird dies gemessen?
Da hab ich mich auch gefragt wie das ein Therapeut messen kann, meine Mutter ist seit einem Jahr in Behandlung und es wurde herausgefunden, dass sie Empathie nicht empfinden kann. Also rückblickend leuchten mit daher manche Situationen mit ihr ein, sie kann möglicherweise nichts dazu, dass sie da so reagiert hat. Aber die Fähigkeit scheint wohl da nur nicht ausgeprägt.


Früher habe ich Menschen oft wiedergespiegelt wenn sie sich mehrfach auf die selbe Art und Weise negativ verhalten haben, um ihnen aufzuzeigen wie bescheiden das ist. Die Konsequenz: Die meisten verstehen das nicht,
Das kenne ich auch. Ich habe eine Zeit lang versucht das Verhalten meines Mannes zu spiegeln, er räumt den Teller nicht in den Geschirrspüler also stellte ich meinen auch davor.. gecheckt, dass ich ihn gespiegelt habe, hat er nicht. Es ist eher so, dass das was mich stört (er lässt den Teller davor stehen) mein Problem ist, denn er hat keines damit, er räumt es später ein als Beispiel. So häufen sich viele Kleinigkeiten und du hast viele Erwartungen an die Person, aber eigentlich ist es dein Problem, dass du es immer ordentlich haben willst, obwohl du vielleicht selber manche Dinge machst die dem anderen ähnlich stören. Weniger Erwartungen und Ansprüche, offene ehrliche und nicht vorwurfsvolle Kommunikation, Akzeptanz dem anderen gegenüber und Probleme lösen sich besser.

W 28
 
  • #11
ich hätte „einer anderen Person ihr Verhalten gespielt“

Es muss natürlich gespiegelt heißen, nicht gespielt.

Es ist auch zweifelhaft, ob der Andere die Spiegelung tatsächlich als Spiegelung versteht, und weiterer Punkt, wenn ich mieses Verhalten "spiegele", verhalte ICH mich mies, und ICH weiß es, mache es bewusst, was ich vom anderen nicht weiß.

Verstehe ich. Jetzt kommst Du dann in eine negative Spirale, weil Du es anders nicht lösen kannst.

Unter einem Begriff verstehen verschiedene Personen jeweils etwas anderes. Es gibt große Überschneidungen aber auch Unterschiede in den Feinheiten. Diese Feinheiten schaukeln sich im Laufe von Diskussionen in meinen Augen sehr schnell auf.

Jaja, deshalb schaukelt sich hier im Forum vieles so unangenehm hoch, was in einem persönlichen Gespräch nicht passieren würde. Deshalb ist dieses Forum für mich so interessant. Wie gehe ich selbst damit um.

Sobald man erkennt, es einem bewusst ist, dass andere Menschen der Spiegel von einenm sind, kann man Dinge, die man bei anderen gut oder schlecht findet benutzen, um mehr Bewusstsein in sein eigenes Selbst zu bringen.

Ich denke, dass dies den meisten Menschen schon bewusst ist, nur kann es nicht jeder mit seinen beschränkten Mitteln umsetzen.
 
  • #12
Ich habe es (in der deutschen Sprache) immer als eine Art Erziehungsmassnahme wahrgenommen. Eine negative indirekte Grenze zeigen.
In anderen Sprachen hat es andere Bedeutung. In meiner Muttersprache heißt es sozusagen, jemanden wirklich sehen und sich in dieser Person erkennen. Es ist in meiner Muttersprache sehr positiv.

Du siehst ja, dass jeder seine eigene Definition von diesem Begriff hat. Das hatte ich so auch erwartet, interessant.

In meiner Muttersprache heißt es sozusagen, jemanden wirklich sehen und sich in dieser Person erkennen.

So ähnlich verstehe ich den Begriff der Spiegelung ursprünglich auch.
Ich habe Menschen um mich herum, die mir das Gefühl geben gesehen zu werden, angenommen zu sein, mich in ihrer Nähe einfach sicher und wohlzufühlen. Ich strahle meine Positivität im Umgang mit diesem Menschen aus und bekomme diese zurück(gespiegelt).

So:

Damit meine ich nicht, dass der andere sich identisch verhält, sondern dass das, was ich empfange, eng mit dem korreliert, was ich sende. Weil meine Umgebung mir permanent mein eigenes Verhalten spiegelt, habe ich es selbst in der Hand, in was für einer Welt ich lebe, was meine Lebensrealität ist. Bin ich gut gelaunt, nett und fröhlich und habe eine positive Einstellung, wird die Welt es gut mit mir meinen und ich mache viele gute Erfahrungen, die mich wiederum in meinem Verhalten bestätigen.

Daraus entsteht meiner Meinung nach auch einen Art Vorbildfunktion an der sich andere Menschen orientieren und daraus lernen können.
 
  • #13
Weniger Erwartungen und Ansprüche, offene ehrliche und nicht vorwurfsvolle Kommunikation, Akzeptanz dem anderen gegenüber und Probleme lösen sich besser.

Ich habe gelernt, dass es oft besser ist nicht gleich impulsiv auf Verärgerung oder fehlende Wertschätzung zu reagieren.
Ist nicht immmer einfach, aber ein konstruktiver Austausch findet dann besser statt, wenn sich die Emotionen auf beiden Seiten gelegt haben.

Ich habe Spiegelung als Methode bzw. Element im Rahmen einer Visionssuche (Vision Quest, angelehnt an die Methode mancher Naturvölker) kennengelernt.

Was Du hier sehr schön beschrieben hast ist die Art Spiegelung, die in der KVT in ähnlicher Form angewendet wird. Dann kann ein bißchen etwas in einem öffnen ...
 
  • #14
Ich kenne den Begriff als eine Manipulationstechnik - NLP.

Diese Methode kannst du sowohl anwenden, um Sympathie zu erzeugen, zu beruhigen, in Verhandlungen einzulullen oder auch in Verhören zu manipulieren ......

Grundzüge sind
- gewisse Worte wie ABER zu vermeiden, negativ gesehene Begriffe auszublenden, ein WIR herzustellen.....
- Sprech und Atemgeschwindigkeit sowie Mimik und Gestik anzupassen, um ein künstliches Wohlfühlklima herzustellen
- irgendwann selbst die Steuerung zu übernehmen

Teilweise funktioniert es - bspw zur Beruhigung von Unfallopfern. Ansonsten meist nur bei emotionalen Personen. Und ja, kannst du es nicht wirklich, geht der Schuss oft nach hinten los.
 
  • #15
So ähnlich verstehe ich den Begriff der Spiegelung ursprünglich auch
Die negative Deutung habe ich oft hier im Forum gelesen, wenn es als Tipp kam, dass man das unerwünschte Verhalten des Anderen spiegeln solle, damit dieser es kapiere.
Verstehe ich. Jetzt kommst Du dann in eine negative Spirale, weil Du es anders nicht lösen kannst
Nun, Spirale nicht, sondern ganz kritisch, ich mag an anderen ein Verhalten nicht, mache dies aber gezielt, um dem anderen zu zeigen, wie ätzend es ist? Da füge ich mir selbst quasi einen Schaden zu,, weil ich gegen meine Überzeugung handele.
Positiv bewusst eingesetzt ist es aber ein toller Weg, funktioniert, das Lächeln, das man aussendet, das freundliche Wort, und die Weiterführung hast Du @Kimi48 und @Inanna* beschrieben.
Ansonsten lernt man natürlich durch die Beobachtung anderer, deren Reaktionen, hinterfragt eigene Wirkungen, usw.
 
  • #16
Grundzüge sind
- gewisse Worte wie ABER zu vermeiden, negativ gesehene Begriffe auszublenden, ein WIR herzustellen.....
- Sprech und Atemgeschwindigkeit sowie Mimik und Gestik anzupassen, um ein künstliches Wohlfühlklima herzustellen
- irgendwann selbst die Steuerung zu übernehmen
Sind Grundlagen der Mitarbeiterführung.
Dazu kommt, Körpersprache einzusetzen.
Habe früher das ein oder andere Seminar dazu mitgenommen.
Mir war das alles zu künstlich, dass war nicht ich und Schauspielerei war nie meines.
Deshalb habe ich es immer so gemacht aus mir heraus. Hat auch gut gegangen.
Eines hatte das ganze. Ich bemerke heute zügig wenn mich Menschen mit Körpersprache anleiten wollen.
Da kontere ich dann heimlich.
Die Kopfbewegung die er/ sie nach wenigen Minuten macht, meistens wähle ich die linke Seite, zeigt mir das ich das Spielchen gewonnen habe 😂
Ich mag es lieber frei heraus und authentisch.
M52
 
  • #17
Mir war das alles zu künstlich, dass war nicht ich und Schauspielerei war nie meines.
Ja, da bist du ähnlich wie ich.

Allerdings haben wirkliche Könner der Methode schon einige verblüffende Ergebnisse geholt. Wie gesagt - bei der Beruhigung von Opfern einer Katastrophe wie Zugunglück hilft das, um überhaupt vernünftige Aussagen zu bekommen. Unter Schock sind Menschen anfällig für die Technik.

Auch bei der Polizei kann es sinnvoll sein. Stark emotionale oder auch dumme Täter lassen sich so immer wieder zu Geständnissen hinreissen.

Merke ich, dass mich jemand so zu manipulieren versucht, dann habe ich einen einfachen Trick..... wir gehen jetzt eine rauchen. Da ich sehr langsam rauche, treibe ich damit sowohl Raucher als auch Nichtraucher oftmals in den Wahnsinn .... lach
 
  • #18
Was ist Empathie, was emotionale Intelligenz? Wer hat sie und – viel viel wichtiger - nach welchen Maßstäben wird dies gemessen?
Tja , das wird man jeweils anhand von bestimmten Verhaltensweisen in bestimmten Situationen messen.

Man sollte nicht so viel auf Modewörter wie "emotionale Intelligenz" oder "Freundschaft plus" ...oder so geben um denen eine ganz genaue Bedeutung aufgeben.
Oft werden soche Worte gerade so genutzt, wie einem selbst es am Besten passt und gerna auch mal so, dass sie genau das Gegenteil von dem ausdrücken, was sie eigentlich aussagen.
 
  • #19
Diese Methode kannst du sowohl anwenden, um Sympathie zu erzeugen, zu beruhigen, in Verhandlungen einzulullen oder auch in Verhören zu manipulieren ......
Manche Vertriebler boah da kriege ich direkt eine Krawatte. Hab auch mit einem zuletzt zutun gehabt, sein Grinsen immer.. ich schon zu meiner Kollegin, pass mal auf dem wird’s vergehen wenn ich mit ihm durch bin. 😅
Ich bleibe immer eiskalt 🥶 mürrisch, keine Euphorie dann denkt der er hat dich und strengt sich nicht mehr an.
Die labbern auch immer ne sch…., „sie haben einen ganz speziellen Vertrag, den hat keiner, wenn das andere wüssten, sie würden sofort auch diese Besonderheit haben wollen, ihr Makler hat ein Verbot damit loszuziehen etc..“ und dieses doofe „lassen sie uns doch leben.“ 🤦‍♀️ Er musste das alles von ganz oben absegnen lassen und eine Lösung finden, das war ja so schwer.
Das erzählt er doch locker jedem.
Ich bin froh keine Vertrieblerin zu sein, glaube das wär nichts für mich. 😁

Manchmal bin ich aber auch kacke, als es um die Aufgabenverteilung in der Abteilung ging hab ich mir erstmal paar „Ja‘s“ abgeholt, „ihr mögt eure Aufgaben.“ „ihr kommt gut zurecht.“ etc.. hab gedacht dann können die gegen das was die sowieso schon machen nichts mehr sagen.. und dann gesagt „es hat ja keiner ein Problem damit wenn ich dann Aufgabe XYZ übernehmen würde, oder?“
War vielleicht nicht so fair von mir. 🫣

Meine Gehaltsverhandlung war sehr kurz, hab dem Inhaber gesagt er weiß ja schon was ich mir vorstelle und warum: mehr Verantwortung, dies und das und wert bin ich das definitiv auch, oder!
So sagte er dann direkt „ja, das sind sie aufjedenfall, gar keine Frage, das machen wir so.“ 🤷‍♀️😂
Mein Chef hatte vorher mal vorgefühlt und eigentlich war ihm das wohl zu viel.

Na ja ich glaube der mag mich jetzt nicht mehr wegen 🤰hat wohl für Stimmung unter den GFs gesorgt wie ich das von der Sekretärin eines GFs so gehört habe, hat sie mir sofort gesteckt.
Ich bin gespannt ob sie versuchen werden den Kollegen der gekündigt hat, dazu zu bekommen zu bleiben und die Stelle zu übernehmen. Der Kollege hat Anfang der Woche noch voll abgelästert über die Firma (keine Wertschätzung, fehlende Kommunikation, die Kurzarbeit wär ja so unnötig und unbegründet gewesen etc.), ich bin gespannt was er machen wird.

Für ihn ist schon jemand eingestellt, das war auch gut.. ich hab noch nie ein Bewerbungsgespräch zuvor geführt in der anderen Rolle mit Bewerbern und dann so wenige Stunden vorher kam dann vom Personalchef die Einladung per Outlook ich dürfte ja das Gespräch gleich mit ihm führen 👌👍 yeah, ich in Leggings und Oversize-Pulli. Solche Gespräche finde ich irgendwie immer künstlich.

W 28
 
  • #20
Unter Spiegelung verstehe ich dem andern zu zeigen, wie sein Verhalten bei mir ankommt (ihm gegenüber genau so agieren wie er mir gegenüber), nachdem alle Kommunikationsversuche um das Problem versagt haben: also "wie Du mir, so ich Dir".

Ich bin nicht Experte für solche Erziehungsmethoden und sie sind mir nicht naturgegeben sondern müssten analysiert und geplant werden. Das aber funktioniert eher selten gut, weil zu wenig dynamisch/interaktiv.

Wenn ich jemanden aufgrund seiner Verhaltensweisen nicht mag, dann erziehe ich ihn nicht um sondern gehe in meine für mich bewährten Strategien: Rückzug und ausweichen, denn niemand kann mich in meinem Privatleben zwingen, mich mit Leuten zu befassen, mit denen die Kommunikatiion nicht passt.
Im Berufsleben wusste ich wie dem beizukommen ist.
 
  • #21
Ich habe es (in der deutschen Sprache) immer als eine Art Erziehungsmassnahme wahrgenommen. Eine negative indirekte Grenze zeigen.
In anderen Sprachen hat es andere Bedeutung. In meiner Muttersprache heißt es sozusagen, jemanden wirklich sehen und sich in dieser Person erkennen. Es ist in meiner Muttersprache sehr positiv.
Im Spanischen gibt es da "reflejar" = reflektieren, hat auch eine ähnliche (andere) Bedeutung.
@Kimi 48 Ich verstehe nicht, was du da diskutieren willst, die Methode des Spiegelns halte ich für recht eindeutig, dem anderen durch Gestik, Mimik und Intonation sein eigenes Verhalten zeigen.

Ist Kindergarten für mich, aber ganz gut, wenn man es grundsätzlich im Repertoire hat und es bei anderen erkennt.

W u40
 
  • #22
Unter Spiegelung verstehe ich dem andern zu zeigen, wie sein Verhalten bei mir ankommt (ihm gegenüber genau so agieren wie er mir gegenüber), nachdem alle Kommunikationsversuche um das Problem versagt haben: also "wie Du mir, so ich Dir".

Ich bin nicht Experte für solche Erziehungsmethoden und sie sind mir nicht naturgegeben sondern müssten analysiert und geplant werden. Das aber funktioniert eher selten gut, weil zu wenig dynamisch/interaktiv.

Wenn ich jemanden aufgrund seiner Verhaltensweisen nicht mag, dann erziehe ich ihn nicht um sondern gehe in meine für mich bewährten Strategien: Rückzug und ausweichen, denn niemand kann mich in meinem Privatleben zwingen, mich mit Leuten zu befassen, mit denen die Kommunikatiion nicht passt.
Im Berufsleben wusste ich wie dem beizukommen ist.
Generell bin ich ähnlich. Ich ziehe mich immer zurück soweit es möglich ist. Manchmal gibt es Situationen, wo man sich nicht zurückziehen kann. In solchen Fällen versuche ich keine Reaktion zu zeigen, aber manchmal verletzt mich auch diese verbale psychische Gewalt. Ja ich nenne es und empfinde es als Gewalt und ich weiß echt nicht wie ich damit umgehen soll. In der letzten Zeit werde ich dadurch sehr traurig und auch erstaunt über dieses Verhalten. Hast Du ein Tipp für mich?
 
  • #24
Alle Menschen spiegeln sich, meist unbewusst, um so sich mehr oder weniger sympathisch zu finden!
 
  • #25
Im Job habe ich nach außen eine Büffelnatur gezeigt - garnicht drauf eingehen weil eh klar war, dass es nicht mir als Person galt sondern dem Ärger über einen Sachverhalt.
Damit, dass ich unnötige persönliche Konflikte auf diese Weise vermieden habe, habe ich Pluspunkte bei denen gesammelt auf die es ankommt, während sich die Streithammel die persönlich wurden in Auseinandersetzungen ins Off befördert haben.

Im Privatleben habe ich den kompletten Rückzug gewählt, hatte nie mehr Zeit für Treffen, gehe nicht ans Telefon wenn eine unliebsame Nummer angezeigt wird, bei zufäliigen Treffen im öffentlichen Raum "sorry, bin in Eile" oder wenn ich mit jemand anderem wo sitze "entschuldige, aber wir führen hier grad ein vertrauliches Gespräch".
Warum soll ich mich mit jemandem befassen und ihn an mich heranlassen, der mir nicht guttut?
Ganz wichtig: di Erkenntnis, dass Du selber jemandem erlaubst, Dich zu verletzen oder es aktiv unterbindest = Selbstwirksamkeit statt Opfer.
 
  • #26
Ganz wichtig: die Erkenntnis, dass Du selber jemandem erlaubst, Dich zu verletzen oder es aktiv unterbindest = Selbstwirksamkeit statt Opfer
So genau.
Ich ergänze, unvermeidbare Kontakte konsequent auf das Nötigste reduzieren, sich innerlich abgrenzen, das Mantra, es hat nichts mit mir zu tun, derA*** ist ein Würstchen und braucht das fürs Ego, und ggf. ziehe ich sehr sachlich und genau überlegt meine Grenze, die wurde dann auch nie mehr ein zweites Mal überschritten.
Privat gehe ich genauso auf Rückzug und Vermeiden, Menschen, die mir nicht gut tun, akzeptiere ich wie @Vikky nicht in meinem Umfeld, aber auch da kann es wenn nötig ein deutliches Stopp geben.
Die Erfahrung, dass man für sich aktiv gut einstehen kann, ist der beste Weg weg davon Opfer zu werden, man strahlt schon anderes aus, mit der ist nicht gut Kirschen essen, kann ein Kompliment sein 🤣
 
  • #27
Ja ich nenne es und empfinde es als Gewalt und ich weiß echt nicht wie ich damit umgehen soll. In der letzten Zeit werde ich dadurch sehr traurig und auch erstaunt über dieses Verhalten. Hast Du ein Tipp für mich?
Der erste Tip - dramatasiere nicht. Also - nenne es nicht Gewalt.

Der zweite Tip - lasse nicht zu, dass deine gute Laune von unwichtigen Leuten gestört wird.

Der dritte Tip - maximale Distanzierung. Konsequent siezen, kein persönliches Wort, ein Nicken ersetzt den Gruss. Möglichst keinerlei Reaktion auf diese Person, konsequent alle beruflichen Dinge per mail erledigen. Allen Aktivitäten mit dieser Person aus dem Weg gehen - also lieber kein Feierabendbier im Kreise der Kollegen, wenn diese Person anwesend ist.

Privat kann auch die aufgesetzte Höflichkeit unter Umständen noch fallen.
 
  • #29
Ich habe noch nicht die andren Beiträge gelesen, finde aber diese Frage der TE sehr spannend. Ich kann dir sagen, was ich unter Spiegelung verstehe.

Jedes Verhalten anderer mir gegenüber, welches mich trifft, also unangenehme Gefühle in mir hervor ruft, spiegelt mich in irgendeiner Art und Weise. Nicht immer 1:1, oft aber auch 1:1.

Ich denke, man muss das eigene, zugrundeliegende negative Gefühl genau anschauen, um zu erkennen, was der auslösende Part mir spiegelt. Es können meine negativen Gedanken generell über andere zu diesem Thema sein. Es können meine negativen Gedanken mir gegenüber zum Thema sein, die mir gespiegelt werden, es kann auch mein eigenes Verhalten dieser oder anderen Personen gegenüber gespiegelt werden.

Jemand, der mich negativ bewertet und es trifft mich unangenehm, der spiegelt mir, dass auch ich über mich oder andre noch bewertende Gedanken habe, umso mehr ich mir dessen bewusst werde, desto weniger werde ich andere bewerten und umso weniger werden mich dann Personen im Außen bewerten müssen bzw. wenn sie es tun, ringt es einem vielleicht nicht mal mehr ein müdes Lächeln ab, weil es einem einfach egal ist...Dann hat man auch nicht mehr das Bedürfnis, sich zu rechtfertigen usw...

Ich habe es früher ab und zu mal probiert bei einfachen Dingen. Zb. die Supermart-Kassiererin, die ich vor mir sehe und spontan als unangenehm empfinde. Ich habe mir dann in der Schlange, bis ich dran war, bewusst überlegt, was ich an dieser Person jetzt gut finden könnte. Ich fand irgendwann dann, dass ihre Haarfarbe mir gefällt, ein schönes rötlich und dachte darüber nach. Tatsächlich, als ich dran war zum kassieren, war diese mir vorher als unangenehm empfundene Person äußerst nett zu mir und unterhielt sich sogar kurz sehr freundlich mit mir.

Ich sage immer, ein jeder Mensch hört einen jeden unserer Gesanken über ihn....also seien wir vorsichtig in dem, was wir über andere denken, denn es wird uns gespiegelt.
 
  • #30
Ich denke, man muss das eigene, zugrundeliegende negative Gefühl genau anschauen, um zu erkennen, was der auslösende Part mir spiegelt. Es können meine negativen Gedanken generell über andere zu diesem Thema sein. Es können meine negativen Gedanken mir gegenüber zum Thema sein, die mir gespiegelt werden, es kann auch mein eigenes Verhalten dieser oder anderen Personen gegenüber gespiegelt werden.

Dazu

https://www.strussundclaussen.de/po...er-uns-selbst-aussagt-wenn-andere-uns-nerven/

Ab Minute zehn, nachdem das Glas fällt 🤣, wird es sehr interessant.

(Ich hoffe ich darf es verlinken 😰)
 
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