G

Gast

  • #1

Weihnachten mit den Eltern, eigenen Kindern oder mit dem Partner?

Mein Partner hat keine Kinder, wir wohnen nicht zusammen. Er fährt über Weihnachten seit Jahren zu seinen Eltern, die schon im hohen Alter sind. Ich bin durch meine Kinder, meine Arbeit hier an den Feiertagen gebunden. Jetzt stellt sich mir langsam die Frage, ob ich es erwarten kann, dass wir Heilig Abend zusammen verbringen (mein Partner und ich), da meine Kinder dieses Jahr bei seinem Vater sind. Hab das Gefühl, er lebt sein Leben wie immer und hat eine Beziehung nebenbei, die sich anpassen lässt, aber keine oberste Priorität besitzt. Ich unterstütze ihn sehr in den Kontakten zu seinen Eltern, mag sie auch , war auch mehrmals dort, würde mir aber wünschen eigene kleine "Familie" mit meinem Partner sein zu können. Er könnte auch am 1.Weihnachtstag nach Hause fahren. Das sieht er natürlich anders, da seine Eltern möglicherweise nicht mehr viele Weihnachten vor sich haben. Ich verstehe alles und möchte ihn nicht in Gewissensbisse bringen, traurig bin ich aber schon. Ich versuche meinem Partner , meinen Kindern und den Arbeitsdiensten gerecht zu werden, er fährt einfach nach Hause und ich dürfte mit, oder an einem der Weihnachtstage dazu kommen. Irgendwie stimmt die Balance nicht, oder sehe ich nur noch "schwarz" und "weiß" ?
 
  • #2
Wie wäre es denn, wenn seine Eltern zu euch kommen? Da muss er nicht allein hinfahren und ihr könnt zusammen feiern...
 
G

Gast

  • #3
Weihnachten ist vermutlich nicht allen Menschen gleich wichtig. Ich habe in den beiden Jahren, in denen meine jetzige Frau noch meine "Geliebte" war, zwei Weihnachten mit Ehefrau und Kind ausgehalten. Beide Male mußte ich am zweiten Weihnachtstag wegen körperlicher Beschwerden zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus. Meine Therpeutin, die ich glücklicherweise eine Weile später gefunden habe, hat mir klar gemacht, dass meine Psyche nicht mitgemacht hat. Wem Weihnachten etwas bedeutet, der sollte mit den Menschen zusammen sein, die er liebt. Warum keine Weihnachtsfeier mit dem geliebten Menschen, den Eltern des Partners und den eigenen Kindern?
 
G

Gast

  • #4
FS

Für meinen Partner hat Weihnachten rein traditionelle Bedeutung, ohne religiösen Wert. Wie ein Ritual, der sich sein 30 Jahren wiederholt : er fährt nach Hause.
Meine Kinder sind dieses Jahr Heilig Abend bein Vater, am 1. Weihnachtstag bei mir. Seine Eltern kennen meine Kindern noch nicht - mehrere Hundert Kilometer Entfernung.
Mich stört einfach die Tatsache, dass er es nicht mal in Betracht zieht, mit mir Heilig Abend zu verbringen und erst am 1. Weihnachtstag zu seinen Eltern zu fahren. Ist es Gedankenlosigkeit, Egoismus, oder stelle ich mich zickig an ???
Wenn ich nicht versuche mich zu zerreissen, sehen wir uns Weihnachten gar nicht.

beide 48
 
  • #5
Der Kompromiß wäre, dass du mitfährst zu den Eltern. Oder hast du dich Weihnachten "freigemacht", um das Ritual "Solo Elternfahrt" zu brechen und willst ein Weihnachten zu zweit? Das wird nach hinten losgehen.
 
  • #6
Naja ich würde es auch nie in Betracht ziehen den heiligen Abend ohne meinen Sohn zu verbringen also kann ich deinen Freund schon verstehen. Aber du hast auch recht, in einer intakten Partnerschaft würde man einen weg finden, dass alle Menschen die man um sich haben will, auch gemeinsam Weihnachten feiern können, egal wie und wo. da euch dies scheinbar seit Jahren nicht gelingt, denke ich auch an deinem Gefühl, eure Partnerschaft ist eher Freizeitbeschäftigung statt ernsthafte Beziehung ist wohl was dran.
 
  • #7
Aus genau diesem Grund - dieses ewige "Wer-feiert-wo"-Gedöns und dem Beleidigtsein derjenigen, bei denen man Weihnachten dieses mal nicht ist - aus genau dem Grund gibt es bei mir nur eines: Über Weihnachten wegfahren - weit weit weg, ins Warme. Wenn man sich überlegt, wieviel Geld man wieder nur ausgibt, um alle zufrieden zu stellen; wieviel Arbeit diese ganze Esserei macht - und am Ende hängt der Haussegen nur wieder schief, von diesem Geld und den ganzen zermürbten Nerven kann man sich ebensogut ein paar schöne Tage im warmen Gran Canaria gönnen :) ... und seine Nerven schonen!
Weihnachten feiert doch sowieso kaum noch einer wegen der "Besinnlichkeit", sondern es ist ein Fest des Konsumterrors und der Zwänge geworden...
 
G

Gast

  • #8
Bei mir ist es auch so ähnlich. Mein Freund hätte gerne, dass ich Weihnachten mit ihm verbringe. Er hat keine Kinder und auch keine Eltern mehr. Ich habe eine 25jährige Tochter und einen Vater mit 87 Jahren, der alleine lebt.
Seit meine Mutter vor 4 Jahren gestorben ist, verbringe ich zumindest den 23. und 24. Dez. bei meinem Vater. Meine Tochter kommt alle 2 Jahre mit. Mir ist das wichtig, nicht weil mir Weihnachten wichtig ist oder ich so an Konventionen hänge. Aber ich weiß nicht, wie lange mein Vater noch lebt und ich weiß, dass es für meinen Vater sehr, sehr wichtig ist. Das möchte ich ihm gönnen.
Für meinen Freund ist das auch in Ordnung, er verbringt diese Tage eben alleine, dafür machen wir dann anschließend unser gemeinsames Weihnachtsfest.
 
  • #9
Die Eltern deines Freundes sind in der Tat alt und legen vermutlich einen großen Wert darauf, ihren Sohn an diesen Tagen zu sehen (was sie wahrscheinlich ohnehin nicht so oft tun).

Insofern kann ich den Mann verstehen. Irgendwann sind sie eben tot und bedauert man alles, was man nicht getan hat.

Das ganze Elend an Weihnachten ist meines Erachtens eben nicht sosehr der Konsum und das Gedöns ums Essen usw., als vielmehr die entsetzliche Langeweile, die sich an diesen Tagen sehr schnell breitmacht. Zweieinhalb Tage lang nicht einkaufen gehen können, nicht ins Konsumieren flüchten können (höchstens online), kaum Leute sehen.... das ist eine echte Zumutung.

Kommt dann noch dazu, dass einem überall nahegelegt wird, man solle sich ob seiner Oberflächlichkeit schämen, wenn Weihnachten für einen selbst keine religiöse Bedeutung hat.

Gerade ohne religiösen Hintergrund werden aber Tage wie Weihnachten erst dann zu einer regelrechten Qual, wenn man ihnen insgeheim eine symbolische Bedeutung beimisst ("Fest der Liebe") und die Erwartungen nicht erfüllt werden.

Da du mit den Kindern wohl nirgendwohin flüchten kannst (hast du selbst keine Eltern mehr?), gibt es m. E. nur eine Möglichkeit: Geduld üben. Die Tage gehen auch vorbei, und zwar schneller, als man denkt.

Alternativ könnte man auch darüber nachdenken, ob es für einen selbst sinnvoll wäre, an diesen Tagen beispielsweise Obdachlosen zu helfen, zu sich nach Hause einzuladen oder sich in einer entsprechenden Hilfsorganisation nützlich zu machen. Ich bin sicher, du wirst dich nicht mehr grämen über deinen Freund.
 
G

Gast

  • #10
FS

Danke für die Antworten.
hab mich entschieden am Heilig Abend zu arbeiten (Dienst) und meinen Schützlingen ein wunderschönes Fest zuzubereiten. Am 1. Weihnachtstag sind die Kinder bei mir, am 2. fahre ich dann zu meinem Partner und seinen Eltern.
Ich würde wahrscheinlich nie ernsthaft in Erwägung ziehen, ihm die Pistole auf die Brust zu setzen , damit er sich entscheiden muss. Wenn dies das letzte Fest mit einem der Eltern sein sollte, könnte ich es mir nicht verzeihen. Schon der Gedanke hilft mir ungemein , meine rein egoistischen Wünsche und Kapriolen zur Seite zu legen und das Weihnachtsfest harmonisch für alle stattfinden zu lassen. Übrigens lege ich einen sehr großen Wert auf ein besinnliches, ruhiges, bescheidenes Fest. Weihnachten ist für mehr, als nur shoppen und Plätzchen backen, da ich an Gott glaube. Vielleicht deshalb ist es mir nicht egal, ob mein Partner dabei ist. Aber da es auf die Herzenseinstellung ankommt, was das Fest und die Liebe zum Partner anbetrifft, nehme ich mich gerne zurück.
Liebe ist bekanntlich das Einzige was sich vermehrt, wenn man sie verschenkt. Wünsche allen Lesern ein liebevolles Fest.
 
G

Gast

  • #11
Aus genau diesem Grund - dieses ewige "Wer-feiert-wo"-Gedöns und dem Beleidigtsein derjenigen, bei denen man Weihnachten dieses mal nicht ist - aus genau dem Grund gibt es bei mir nur eines: Über Weihnachten wegfahren - weit weit weg, ins Warme. Wenn man sich überlegt, wieviel Geld man wieder nur ausgibt, um alle zufrieden zu stellen; wieviel Arbeit diese ganze Esserei macht - und am Ende hängt der Haussegen nur wieder schief, von diesem Geld und den ganzen zermürbten Nerven kann man sich ebensogut ein paar schöne Tage im warmen Gran Canaria gönnen :) ... und seine Nerven schonen!
Weihnachten feiert doch sowieso kaum noch einer wegen der "Besinnlichkeit", sondern es ist ein Fest des Konsumterrors und der Zwänge geworden...
Mich nervt es zwar auch manchmal, aber es ist doch manchmal etwas egoistisch gedacht, wenn man sich einfach durch Urlaub aus der Affaire zieht. Ich könnte es meiner Mutter nie antun, sie an Weihnachten alleine zu lassen. Ich bin Einzelkind und sie würde ohne mich alleine vor dem TV sitzen. Sie sagt zwar immer "wenn du meinst, kannst ruhig fahren", aber ich bringe es nicht übers Herz. Ich sehe doch, wie sehr sie sich freut, wenn ich komme.
Ich war einmal ziemlich krank und musste alleine zu Hause bleiben, hatte damals keinen Freund und meine Kinder waren damals gerade beim Vater (alle 2 Jahre). Ich habe kein Problem, alleine ein verlängertes WE zu verbringen, aber Weihnachten ist schon etwas Besonderes. Da kann man nicht einfach mal eine Freundin anrufen und quatschen, man kann nicht einkaufen, man sitzt zu Hause rum. Im TV kommt nichts anderes als schmalzige Weihnachtssendungen. Nein, da kann ich mir sehr gut vorstellen, wie es alten Leuten so ganz alleine geht. Das möchte ich nicht. An Weihnachten verreisen kann ich, wenn meine Mutter mal gestorben ist.
 
  • #12
@Gast 10: DAS ist eben der Unterschied - Deine Mutter läßt Dir die Wahl und freut sich ehrlich, wenn Du kommst zu Weihnachten :) Du kommst freiwillig, weil Du gerne kommst - und sie eine sehr liebe Frau zu sein scheint. Das hat eben leider nicht jeder...
 
G

Gast

  • #13
Egal welche Konstellation vorherrscht - ein Partner gehört dazu. Ich würde den Mann den ich liebe und der zu mir gehört nicht sitzen lassen oder in den Schnee schicken.
Ebenso wichtig wäre das auch ich ihm von Herzen willkommen bin und nicht nur aus Verpflichtung oder Mitgefühl mitgeschleift werde. Würde ich dies bemerken, würde ich wohl genauer prüfen ob die Beziehung noch stimmt.
 
G

Gast

  • #14
Weihnachten eindeutig mit dem Partner und wenn möglich, mit den (minderjährigen) Kindern, von beiden Seiten. Wenn nicht, dann sollten aber die minderjährigen Kinder beim Ex / bei der Ex sein. und das Paar fliegt zu Zweit in Urlaub. Schluss mit dem Hin- und Hergezerre der alten Eltern, die meinen, ihr Kind bleibt ewig Kind. Wenn die eigenen Kinder ausziehen, dann leben sie ihr eigenes Leben, genau so wie man als Eltern bzw. Paar das eigene Leben leben sollte. Dann muss man allen Parteien auch zugestehen, Weihnachten so zu feiern, wie sie es wollen - ohne Groll, ohne Anschuldigungen und ohne Erwartungshaltungen. Wen man sich dann trifft, ok. Wenn nicht, ebenso ok. w/43