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  • #1

Weihnachtsmann, Christkind, oder ganz ohne Illusionen?

Als unsere Kinder klein waren, kam das Chriskind am Hl. Abend. Inzwischen bekommt es wohl Konkurrenz vom Weihnachtsmann.
Wie halten es heute junge Familien bei diesem Thema?
 
  • #2
Ich wurde aufgeklärt erzogen. Mir wurden keine Lügengeschichten aufgetischt und auch kein anachronistischer Glauben nahegelegt, sondern auf Vernunft und Wahrheit wert gelegt.

Nichtsdestotrotz habe ich Weihnachtsmärchen im Theater oder Nikolaus im Kindergarten und natürlich die Bescherung zuhause ganz genauso genossen. Jedes Kind kann begreifen, dass das Show ist und es trotzdem unendlich genießen und sich davon im Herzen berühren lassen. Ich wusste, dass ich meine Geschenke von meinen Eltern bekomme und habe mich wahnsinnig gefreut. Der geschmückte Tannenbaum, die Lichter, Düfte, die besondere weihnachtliche Herzensgüte haben bis heute nicht ihre Faszination für mich verloren. Weihnachten war und ist für mich das größte Fest im Jahr und berührt mich immer wieder.

Ich werde das bei meinen Kindern ganz genauso halten: Mit Gefühlen und mit Werten, aber ohne Lügen und Glauben.

Zu Deiner Detailfrage: In Norddeutschland kennt man nur den Weihnachtsmann -- von "Christkindern" im Sinne von Geschenkebringern ist hier nicht die Rede. Die kennt man allenfalls dem Worte nach aus manchen Liedern und Geschichten.
 
  • #3
Frederika, als "Lügen" würde ich diese Illusion nicht bezeichnen.
Sie ist die Möglichkeit, ein kleines Kind für einige Zeit in eine Märchenwelt zu versetzen. Ich persönlich meine, dass wir ihm diesen Zauber nicht vorenthalten müssen.
 
  • #4
Angela, ich versichere Dir, dass die Märchenillusion ganz genauso funktioniert, wenn man die Kinder nicht über die Wahrheit täuscht.

Genau wie normale Kindermärchen oder Weihnachtstheater genossen werden, ohne daran wirklich zu glaube, so kann auch die Weihnachtsstimmung genossen werden, ohne an einen "Weihnachtsmann" zu glauben.

Glaube mir, Weihnachten war auch so immer wunderschön und wäre mit Täuschung auf gar keinen Fall schöner gewesen. Ich war auch so gespannt, was ich geschenkt kriegen würde, habe auch so der Bescherung entgegengefiebert, habe auch so die Lichter, Düfte und Gefühle gespürt.
 
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  • #6
Ich wurde aufgeklärt erzogen. Mir wurden keine Lügengeschichten aufgetischt und auch kein anachronistischer Glauben nahegelegt, sondern auf Vernunft und Wahrheit wert gelegt.

Das tut mir aber leid für dich. Du hast etwas versäumt, obwohl du es zum Glück ja nicht weist, denn man kann nur vermissen, was man kennt.
Ich erinnere mich immer noch gerne an die Spannung am Hl. Abend, als wir Kinder nicht ins Wohnzimmer durften, durch die Milchglastüre aber Licht und Schatten zu sehen waren und wir uns ausgemalt haben, was da vorsich geht. Als dann das Christkind ein Glöckchen geläutet hat und wir mit großen Augen den Baum sahen.
Natürlich wussten wir auch sehr bald, dass die Geschenke von den Eltern kamen - aber wir wollten die Illusion aufrecht erhalten und so kam das Christkind auch noch als wir schon 10 oder 12 Jahre alt waren. Es war einfach romantisch und schön.
Bei meinen Kindern habe ich es ebenso erlebt und meine Tochter hat inzwischen ein Baby und möchte es ebenso machen.
Kinder sind nicht blöd, die wissen, dass es kein Christkind gibt aber lieben es, daran zu glauben. Aber leider geht das immer mehr verloren.
Es gibt keinen logischen Grund, auf dieses Brauchtum zu verzichten.
 
  • #7
Ich erinnere mich immer noch gerne an die Spannung am Hl. Abend, als wir Kinder nicht ins Wohnzimmer durften, durch die Milchglastüre aber Licht und Schatten zu sehen waren und wir uns ausgemalt haben, was da vorsich geht. Als dann das Christkind ein Glöckchen geläutet hat und wir mit großen Augen den Baum sahen.
Du wirst es wahrscheinlich nicht glauben können, aber genau so war es bei mir auch. Inklusive Tür, Licht und Schatten, .... nur ohne Christkind, stattdessen mit Eltern. War keinen Deut schlechter.

Es gibt keinen logischen Grund, auf dieses Brauchtum zu verzichten.
Doch, denn so ein Quatsch macht Kinder anfällig für Religiosität und Esoterik und andere Formen von Gläubigkeit. Das verfolgt sie ihr Leben lang, wie man ja an den schrecklich vielen Erwachsenen sieht, die auf immer neue Prediger, Heiler und Betrüger reinfallen.
 
  • #8
Doch, denn so ein Quatsch macht Kinder anfällig für Religiosität und Esoterik und andere Formen von Gläubigkeit. Das verfolgt sie ihr Leben lang, wie man ja an den schrecklich vielen Erwachsenen sieht, die auf immer neue Prediger, Heiler und Betrüger reinfallen.
Das ist eine gewagte These, durch nichts bewiesen! Schon seit vielen Generationen wird die oben erwähnte Illusion liebevoll gepflegt, bei fast 100 Prozent aller kleinen Kinder. Gläubige, welcher Art auch immer, hat es zu allen Zeiten, in allen Ländern und Kulturen gegeben. Auch da, wo es kein Christkind gibt.

<MOD: Damit ist dieses Nebenthema beendet. Bitte zurück zum Titelthema!>
 
  • #9
Bei uns kommt natürlich der Weihnachtsmann. Wir schreiben auch einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann und habe von ihm auch schon Post bekommen (Dank an die fleißigen ehrenamtlichen Helfer in dem jeweiligen Dorf). Ungefähr im Alter von 6-8 begreifen die Kinder üblicherweise von alleine, daß der Weihnachtsmann nur ein Märchen ist und die Geschenke von den Eltern kommen.
Ich sehe es als Volksbrauchtum christlichen Ursprungs. Ich hatte als religionslos Erzogene erst spät begriffen, daß die christlichen Kirchen irgendwie auch noch ein Anrecht auf das Datum haben...
 
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  • #10
Doch, denn so ein Quatsch macht Kinder anfällig für Religiosität und Esoterik und andere Formen von Gläubigkeit. Das verfolgt sie ihr Leben lang, wie man ja an den schrecklich vielen Erwachsenen sieht, die auf immer neue Prediger, Heiler und Betrüger reinfallen.

Nein, so kann man das nicht sagen. Als Kind kam auch zu uns das Christkind und ich fand es immer schön, diese besondere Stimmung an Weihnachten, als die Wohnzimmertüre zu war und ich glaubte, das Christkind wäre jetzt im Wohnzimmer und bringt uns die Geschenke. Irgendwann wusste ich natürlich, ich glaube, so mit 9 Jahren, dass die Eltern die Geschenke kaufen und es kein Christkind oder Nikolaus gibt. Einen Schaden trug ich nicht davon und ich fühlte mich auch nicht belogen und es hatte keine Auswirkung auf meine Religiosität, ich bin nicht gläubig und mit der Kirche habe ich nichts am Hut.

w
 
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  • #11
Bei uns kommen die Geschenke ganz offen von den Eltern etc. Dass wir damit die Geburt Jesu feiern, der ein weiser Mann war, weiss meine Tochter jedoch inzwischen auch. Und die Geschichte, dass das Christkind Geschenke bringt, stammt sicher nicht von Jesus. Ich bezweifle, dass das in seinem Sinn gewesen wäre.
Meinem Kind ein "Lügenmärchen" aufzutischen, kann ich nicht mit meinen Grundsätzen vereinbaren. Wie würde es ihr gehen, wenn sie irgendwann versteht, dass ich sie ausgetrickst habe? Ich, die zunächst die wichtigste Vertrauenperson bin? Das kommt überhaupt nicht in Frage.
Ich finde, auch den ganz kleinen Kindern gegenüber muss man 100% aufrichtig sein. Sonst saugen sie schon mit der Muttermilch auf, dass es richtig wäre, jemandem etwas für etwas zu verkaufen, was es nicht ist (Womöglich schreiben gerade diese Kinder dann später hier die Threads "Warum macht er einen Rückzieher?" oder werden die knallharten Abzocker unter den BWLern?!).

Trotzdem ist Weihnachten bei uns ganz feierlich! Es ist ein Fest der Sinne und der Familie, mit geschmücktem Baum, Festmahl, Selbstgebackenem und Geschenken.
 
  • #12
Ich habe noch keine Kinder, aber ich würde es bei ihnen so handhaben, wie ich es selber erlebt habe, und das heißt: In ganz jungen Jahren darf man daran glauben, dass das Christkind die Geschenke bringt (der Weihnachtsmann kam bei uns nicht vor).
Kinder unterscheiden in bestimmten Altersphasen ohnehin noch nicht streng zwischen Realität und Phantasie. Dass es sich um eine Geschichte und um Brauchtum handelt, würde ich spätestens klarstellen, wenn das Kind in die Schule käme. Denn dann nimmt der Anteil der anderen Kinder ringsum zu, die nicht (mehr) an Christkind oder Weihnachtsmann glauben, und dann soll mein Kind nicht blöd daneben stehen und auch noch das Gefühl haben, dass ich es irgendwie belüge.
 
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  • #13
Meine Tochter (9) erklärte mir gestern sehr ernst, sie wisse ja jetzt dass es den Weihnachtsmann nicht gäbe, und wir Eltern Geschenke machen. Aber was ist mit dem Christkind, fragte sie etwas unsicher.
Meine Tochter schreibt auch immer noch Wunschzettel, die auf die Fensterbank gelegt werden, damit der Engel sie zum Christkind bringen kann.

Ich habe damit überhaupt kein Problem, finde es eher etwas schade für Menschen, die das Prickeln des Ungewissen nicht erleben durften.

Das es einem Kind schadet, oder gar in die Arme von Heilern geworfen wird, durch derartige Brauchtümer, ist völliger Unfug!
 
  • #14
Was ist denn das Christkind? Das scheint nur was für religiöse Leute zu sein. Meine Familie ist seit 4 Generationen nicht mehr in der Kirche.
Als meine Tochter klein war, kam bei uns der Weinhachtsmann. Der natürlich mein Bruder war. Es war herrlich! Als sie dann fast 4 Jahre alt war, haben wir das Licht runtergedimmt, daß sie es nicht merkt. Sie schaute aber recht skeptisch und meinte hinterher: "Ich gkaube, der Weihnachtsmann ist Onkel H..."
 
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  • #15
#1 Wie feiert man denn Weihnachten ohne Glaube? Was feiert man da überhaupt?
Ich dachte immer, es handelt sich bei Weihnachten um ein christliches Fest (ok, historisch stimmt dieser Geburtstermin nicht, aber darum geht es jetzt ja nicht).
Ich bin kein Kirchgänger und bestimmt nicht besonders religiös, aber wenn ich Atheist wäre, würde ich Weihnachten überhaupt nicht feiern. Sonst ist das Fest doch völlig sinnbefreit und dient, wie bei vielen sowieso, nur dem Konsum.
Übrigens sind die meisten Kinder nicht so blöd, wie hier einige Erwachsene zu denken scheinen. Die meisten durchschauen ziemlich schnell, dass es das Christkind oder den Weihnachtsmann nicht gibt. Trotzdem lieben sie die Vorstellung davon.
 
  • #16
#1 Wie feiert man denn Weihnachten ohne Glaube? Was feiert man da überhaupt?
Ich dachte immer, es handelt sich bei Weihnachten um ein christliches Fest (ok, historisch stimmt dieser Geburtstermin nicht, aber darum geht es jetzt ja nicht).
Wo siehst Du das Problem? Weihnachten wurde nachträglich auf christlich umgewidmet -- wie man eben unter anderem auch an dem absurden Termin sieht. All die Bräuche mit Tanne, Feuer und Kerzen, Geschenken sind überhaupt nicht von christlichen Ursprung oder frühchristlicher Tradition -- ganz im Gegenteil.

Wir feiern Weihnachten wie alle anderen auch: Mit Tannenbaum, Kerzen, Geschenken, Düften, Speisen, Plätzchen, Kuchen, Liebe, Familie. Nichts davon ist urchristlich, alles nur adaptiert. Einzig die typischen Weihnachtslieder sind stets christlich verbrämt, aber damit leben wir ganz gut. Klingt trotzdem schön.

Sonst ist das Fest doch völlig sinnbefreit und dient, wie bei vielen sowieso, nur dem Konsum.
Sinn sehe ich so oder so keinen besonderen darin. Es ist Tradition, es ist ein Fest, es berührt das Herz. Besonderer Konsum ist in meiner Familie nicht damit verbunden.

Übrigens sind die meisten Kinder nicht so blöd, wie hier einige Erwachsene zu denken scheinen. Die meisten durchschauen ziemlich schnell, dass es das Christkind oder den Weihnachtsmann nicht gibt. Trotzdem lieben sie die Vorstellung davon.
Eben, ich liebte die Vorstellung von Weihnachtsmärchen und Bescherung auch ohne mich dafür täuschen zu lassen. Genau wie bei all den anderen Kindermärchen, die ich auch geliebt und immer wieder gerne gehört habe. Das Magische für die Kinderseele ist doch eher das ganze Brimborium, Düfte, Lichter und Geschenke in Kombination mit dem Wünschen, der Vorfreude, der Ungewissheit, was erfüllt wird.
 
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  • #17
Also Frederika! Das sind keine Lügen! Das ist der Zauber von Weihnachten! Kinder WOLLEN an den Weihnachtsmann oder das Christkind glauben. Sie finden es schön, ans Fenster zu rennen und zu sehen, ob sie noch die Flügel vom Christkind sehen oder den Rentierschlitten von Weihnachtsmann.
Natürlich kommt irgendwann die "Wahrheit" ans Licht, aber geschadet hat es noch keinem Kind.
Es ist schön, wenn Kinder ihre Wunschzettel ans Christkind oder den Weihnachtsmann schreiben.
Geschenke einfach unter den Baum zu legen und zu sagen: "Das ist von Papa und das von Mama" nimmt den halben Spaß am Fest.
Meine Kinder hören die Weihnachtsgeschichte im Kindergottesdienst und dann kommt das Christkind.
Aber sie glauben auch an den Weihnachtsmann! Ich finde, man beraubt sie da einer schönen Geschichte und einer ganz besonderen Stimmung zu Weihnachten, wenn man ihnen den Weihnachtsmann oder das Christkind wegnimmt.
Das wäre so, wie wenn man die Kleinkinder gleich mit 3 sexuell aufklärt, wie das mit dem Kindermachen so ist. Ich habs meinem Sohn mit 5,5J. kindgerecht erläutert, wie sein kleiner Bruder so theoretisch entstanden ist - danach schaute er mich nachdenklich an und sagte: "Aber MICH hat doch noch der Storch gebracht, oder Mama!?" - Er ist jetzt 6, kennt die wahre Story und will aber trotzdem lieber die Sache mit dem Storch erzählen.

w, 39
 
  • #18
Kinder WOLLEN an den Weihnachtsmann oder das Christkind glauben. Sie finden es schön, ans Fenster zu rennen und zu sehen, ob sie noch die Flügel vom Christkind sehen oder den Rentierschlitten von Weihnachtsmann.
Oh Mann, mir wird schlecht. Nein, das ist doch extrem anachronistisch und albern. So sollte man Kinder heutzutage nicht mehr erziehen. "Flügel vom Christkind"... ist das denn ein Engel oder hat Jesus Flügel oder was? Ich komme da nicht mehr mit...

Meine Kinder hören die Weihnachtsgeschichte im Kindergottesdienst und dann kommt das Christkind.
Kindergottesdienst... na, Prost Mahlzeit. Jeder wie er will und wenn Du sie indoktrinieren lassen möchtest, dann steht Dir das natürlich frei. Ich persönlich finde das entsetzlich.

Ich finde, man beraubt sie [...] einer ganz besonderen Stimmung zu Weihnachten, wenn man ihnen den Weihnachtsmann oder das Christkind wegnimmt.
Nein, ich hatte als Kind und habe auch noch heute eine ganz besondere Stimmung zu Weihnachten. Der Zauber geht nicht verloren, wenn man diesen Mumpitz weglässt. Ganz im Gegenteil, ich versichere es Dir!

Er ist jetzt 6, kennt die wahre Story und will aber trotzdem lieber die Sache mit dem Storch erzählen.
Da geht so einiges schief in Deiner Erziehung, fürchte ich. Sexuelle Aufklärung sollte altersgerecht und inhaltlich korrekt sein. Das bedeutet nicht, dass man schärfste Tatsache auspacken muss. Kinder fragen das, was sie verstehen.
 
  • #19
Also in Süddeutschland kommt natürlich das Christkind und jedes Kind weiß, dass der Weihnachsmann eine Erfindung der Coca-Cola Werbung ist...

Ein paar Märchen und Mythen kann man ihmo auch als unreligiöser den Kleinkindern auftischen. Hab ich jedenfalls gemacht und es ist trotzdem was aus ihnen geworden. Am schönsten finde ich die Zeit so zwischen 5 und 9, wenn sie erst anfangen zu zweifeln, dann glauben, sie wüßten es besser als die Eltern, dann mit der Oma unter einer Decke stecken, dann begreifen, dass es physikalisch unmöglich ist, dass ein einziges Christkind alle Geschenk in einer Nacht auf der ganzen Welt verteilt und schließlich das Spiel mitspielen und dabei lernen, was Ironie ist, was ein Märchen ist und wie es Spaß macht, das Ganze ein bisschen mit Mythen aufzuladen. Noch heute bekomme ich Wünsche mitgeteilt - natürlich per facebook - mit dem Kommentar versehen "ich glaube, damit kann das Christkind arbeiten"...

Warum feiern wir überhaupt Weihnachten? Ein bisschen Mythos und Zauber darf schon dabei sein, finde ich.
 
  • #20
Also in Süddeutschland kommt natürlich das Christkind und jedes Kind weiß, dass der Weihnachsmann eine Erfindung der Coca-Cola Werbung ist...
Was genau ist denn das Christkind? Wirklich Klein-Jesus? Warum dann Flügel? Also das ist doch alles Mumpitz.

Im übrigen ist der Weihnachtsmann keine Erfindung von Coca-Cola, sondern bereits auf Postkarten des 19. Jahrhunderts in typischer Form dargestellt (siehe Wikipedia). In evangelischen und nordischen Gebieten ist es halt der Weihnachtsmann, der die Mythen in Gange hält. Keine Wertung.

Ein paar Märchen und Mythen kann man ihmo auch als unreligiöser den Kleinkindern auftischen. Hab ich jedenfalls gemacht
Finde ich grauslich -- denn mit Märchen und Mythen kann man auch verzaubern, ohne sie als Wahrheit zu verlügen. Alleine die Illusion wirkt doch schon. Genau wie moderne Zaubershows, bei denen man weiß, dass es Tricks sind, die aber dennoch wie magisch wirken.

Warum feiern wir überhaupt Weihnachten? Ein bisschen Mythos und Zauber darf schon dabei sein, finde ich.
Das wiederum ist richtig.

Aber für meinen Teil genügt es, wenn der Zauber durch die eigenen Gefühle entsteht. Durch weihnachtliche Stimmung, Liebe, Frieden, Familie. Das ist wirklich Zauber und Magie genug -- und dann noch all die Düfte, Lichter und Klänge. Zauber hat Weihnachten auch für mich mehr als genug!
 
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  • #21
#Frederika:
Natürlich ist alles lug und trug. Und warum feiern wir denn als unreligiöse Menschen überhaupt noch Weihnachten.
Sollten eigentlich nicht alle, die aus der Kirche ausgetreten sind oder noch nie Mitglied der Kirche waren auf ihr Weihnachtsgeld vom AG verzichten und auch alle kirchlichen Feiertage boykottieren. Dies wäre in meinen Augen konsequent. Denk mal darüber nach
 
  • #22
Und warum feiern wir denn als unreligiöse Menschen überhaupt noch Weihnachten.
Zugegeben, aus Tradition, aus dem Zauber heraus, den diese Traditionen in uns erwecken und die in der Tat zumindest neuzeitlich in christlicher Aufmachung daherkommen. Mir ist diese Diskrepanz duchaus bewusst, obwohl ich sagen muss, dass in meiner Familie alle ungläubig sind, wir noch nie eine Christmette besucht haben und uns von jeglicher Heuchlerei diesbezüglich fernhalten und dennoch Tannenbaum, Lichter, Düfte, Kuchen etc. genießen. Wie dies übrigens auch zunehmend nicht-christliche Immigranten tun.

Kurz gesagt: Natürlich darf man feiern wann und wie man will. Natürlich muss man sich nicht gegen die Gesellschaft stellen. Ich sehe wirklich keinen Grund, warum man sich nicht an jenen Facetten erfreuen soll, die für einen in Ordnung sind. Ich spreche ja auch niemandem ab, sein Kind religös zu erziehen. Ich würde es selbst bloß auf keinen Fall tun.

Sollten eigentlich nicht alle, die aus der Kirche ausgetreten sind oder noch nie Mitglied der Kirche waren auf ihr Weihnachtsgeld vom AG verzichten
Das Weihnachtsgeld wird ja erstens als tarifliche Gratifikation als Bestandteil des Jahresgehalts gezahlt und ist kein Äquivalent für die Mitgliedschaft in einer Glaubensgemeinschaft, sondern rein kalendarisch. Es heißt ja nicht einmal Weihnachtsgeld -- außer in der Umgangssprache.

Zweitens vereinbaren ab einer bestimmten Ebene die meisten Angestellten ja auch Bruttojahresgehälter, die in irgendwelchen Anteilen gezahlt werden. Ich zum Beispiel habe tatsächlich darauf bestanden, 12/12 zu erhalten. Aber aus anderen Gründen.

und auch alle kirchlichen Feiertage boykottieren. Dies wäre in meinen Augen konsequent.
Ja, darüber habe ich schon oft nachgedacht. Du hast recht. Konsequent wäre in der Tat, wenn jeder Bundesbürger in jedem Bundesland gleich viele Feiertage zuerkannt bekommen würde und sie nach den eigenen Überzeugungen beliebig legen darf -- vorangekündigt zu Jahresbeginn, damit der Arbeitgeber planen kann. Das wäre in der Tat ein Schritt in Richtung Säkularisierung der Bundesrepublik. Es gibt keinen sinnvollen Grund, dass Moslems, Juden und Atheisten unbedingt an christlichen Feiertagen Zwangspause haben, aber eventuelle eigene Feiertage nicht entsprechend begehen können.

Ich wäre gespannt, wie viele sogenannte Christen dann noch an irgendwelchen Buß- und Bettagen oder so frei haben wollen würden. Die würde ihre Tage bestimmt anders einsetzen, als es die Kirche erwartet! Einzig Weihnachten würde sich bei fast allen Bürgern weiterhin gleichermaßen der Beliebtheit erfreuen, da bin ich mir sicher -- ganz egal ob gläubig oder nicht.
 
  • #23
Frederika, wir sind nicht so weit auseinander, wie es vielleicht aussehen mag. Der Schlüssel ist dein Ausdruck "als Wahrheit verlügen". Wenn man das läßt, finde ich es ok, wenn es passiert, wird es kritisch.
Letztlich ist es nämlich so, dass die Kinder überhaupt erst fragen, wo die Geschenke herkommen, wenn sie von überall her die Story mit dem Christkind gehört haben und gleichzeitig alt genug sind, zu merken, dass da was nicht ganz stimmt. Vorher ist es ihnen eh egal und zumindest ich hab da auch nichts aktiv erzählt. Geschenke waren eben einfach da. Und später ( mit ca. 5) ging es etwa so:

"Papa wer bringt denn die Geschenke?" "Sohn, was für eine Frage, das Christkind natüürlich, was glaubst Du denn???" Entsetztes Augenrollen bei mir ob des unbotmäßigen Zweifelns, "Papa, du lügst doch, als sag schon, wer?" Und schon sind wir da, wo es dem Kind durchaus bewußt ist, dass sich hier eine schöne Gechichte abspielt.

Im übrigen und völlig unabhängig von Weihnachten finde ich es durchaus interessant, den Kindern mitunter Blödsinn zu erzählen, wenn sie die Chance haben diesen als solchen zu erkennen und die elterliche Allwissenheit entsprechend in Zweifel zu ziehen. Aber das ist vielleicht eine andere Geschichte.
 
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  • #24
Mir ist diese Diskrepanz duchaus bewusst, obwohl ich sagen muss, dass in meiner Familie alle ungläubig sind, wir noch nie eine Christmette besucht haben und uns von jeglicher Heuchlerei diesbezüglich fernhalten und dennoch Tannenbaum, Lichter, Düfte, Kuchen etc. genießen.
Warum gehst du eigentlich davon aus, dass alle Menschen die eine Kirche besuchen einer Heuchlerei unterliegen? Da schwingt eine Menge Intoleranz mit.

Es gibt keinen sinnvollen Grund, dass Moslems, Juden und Atheisten unbedingt an christlichen Feiertagen Zwangspause haben, aber eventuell eigene Feiertage nicht entsprechend begehen können.

Du hast das Prinzip von Feiertagen noch nicht wirklich verstanden oder???? Wenn ich in einem anderen Land leben habe ich vielleicht auch Zwangspause wenn in diesem Land gerade Feiertag ist. Andere Länder, andere Sitten.

Vielleicht erklärst du mir ja mal warum du Weihnachten feierst, Lichter, Düfte und Kuchen kann man ja auch das ganze Jahr haben, muss ja nicht gerade am 24.12. sein oder??
 
  • #25
Es gibt keinen sinnvollen Grund, dass Moslems, Juden und Atheisten unbedingt an christlichen Feiertagen Zwangspause haben, aber eventuelle eigene Feiertage nicht entsprechend begehen können.
Fürwahr fürwahr! Es gibt auch keinen Grund, dass die Ferien im Frühjahr immer genau an Ostern sein sollen und nicht jedes Jahr z.B. Ende März, wenn man mit den Kindern schön Skifahren gehen könnte. Aber irgendwo leben wir hier in einer christlich geprägten Tradition und die dominiert halt die Regeln. Da könnte man sich lang drüber austauschen...

Aber zurück zum Thema Weihnachtsmann: Interessant finde ich in dem Zusammenhang, dass es den Spruch gibt "Du glaubst wohl noch an den Weihnachtsmann", während ich vom denkbaren süddeutschen Pendant "Du glaubst wohl noch ans Christkind" noch nie gehört hab.
 
  • #26
Warum gehst du eigentlich davon aus, dass alle Menschen die eine Kirche besuchen einer Heuchlerei unterliegen?
Sorry, das ist ein Missverständnis. Ich meinte damit ausschließlich, dass wir als Nichtgläubige nicht heucheln -- was wir täten, wenn wir daran teilnähmen. Auch das geschieht nämlich oft.

Das aufrichtig Gläubige aufrichtig in ihre Kirche gehen können, ist natürlich unbestritten.

Heucheln bedeutet, moralisches Handeln vorzugeben, obwohl man es in Wahrheit nicht lebt und fühlt. Dies möchte ich nicht pauschal unterstellen, obwohl auch sicherlich dies für etliche weihnachtliche Kirchenbesucher zutreffen mag. Manche machen das nur aus Gewohnheit oder weil "man es tut" oder "man dabei gesehen werden muss".

Du hast das Prinzip von Feiertagen noch nicht wirklich verstanden oder? Wenn ich in einem anderen Land leben habe ich vielleicht auch Zwangspause wenn in diesem Land gerade Feiertag ist. Andere Länder, andere Sitten.
Ich habe das Prinzip durchaus verstanden, halte es für einen säkularen Staat aber für falsch. Es sind nur noch etwa 50% Mitglied eine Kirche, schätzungsweise nur noch 20-30% wirklich gläubig im Sinne all der doch ziemlich anachronistischen Vorstellungen. Warum sollte man an diesem Prinzip nichts ändern?
 
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  • #27
Sorry, das ist ein Missverständnis. Ich meinte damit ausschließlich, dass wir als Nichtgläubige nicht heucheln -- was wir täten, wenn wir daran teilnähmen. Auch das geschieht nämlich oft.

Das aufrichtig Gläubige aufrichtig in ihre Kirche gehen können, ist natürlich unbestritten.

Heucheln bedeutet, moralisches Handeln vorzugeben, obwohl man es in Wahrheit nicht lebt und fühlt. Dies möchte ich nicht pauschal unterstellen, obwohl auch sicherlich dies für etliche weihnachtliche Kirchenbesucher zutreffen mag. Manche machen das nur aus Gewohnheit oder weil "man es tut" oder "man dabei gesehen werden muss".

Da war es schon wieder, immer dieses latente Sticheln.


Ich habe das Prinzip durchaus verstanden, halte es für einen säkularen Staat aber für falsch. Es sind nur noch etwa 50% Mitglied eine Kirche, schätzungsweise nur noch 20-30% wirklich gläubig im Sinne all der doch ziemlich anachronistischen Vorstellungen. Warum sollte man an diesem Prinzip nichts ändern?

Ganz einfach Frederika, wenn du an Feiertagen nicht frei haben willst, geh ins Büro. Sag deinem Chef du glaubst nicht an den ganzen religiösen Quatsch, vielleicht glaubt er dir das dann und du kannst die Stunden als Überstunden abrechnen.

Im übrigen gibt es viele Menschen die durchaus gläubig sind und trotzdem aus der Kirche ausgetreten sind. Die Gründe dürften ja bekannt sein. Ich glaube auch an Gott, gehe aber trotzdem nicht in die Kirche. Kann aber anders denkende guten Gewissens leben lassen.
 
  • #28
Sag deinem Chef du glaubst nicht an den ganzen religiösen Quatsch, vielleicht glaubt er dir das dann und du kannst die Stunden als Überstunden abrechnen.

Was interessiert das dem Chef? (Fast) Keiner hat was gegen Feiertage. Einen sinnvollen alternativen Grund frei zu bekommen, wird sich schon finden lassen. Aber dass sie heutzutage mit einer Religion in Verbindung stehen ist nicht nachvollziehbar. Warum darf eine Partei den Namen "Christilich" führen? Warum gibt es eine Kirchensteuer und warum keine Mitgliedsbeiträge, wie bei jedem anderen Verbund? Wo ist da die Trennung zwischen Staat und Religion? Wenn es keine richtige Trennung gibt: Wann wird die Moscheesteuer eingeführt?

Zum Thema: Bei uns kommt meistens der Weihnachtsmann, wenn kleinere Kinder dabei sind, desweiteren gibt es einen Weihnachtsbaum, Lichter am Fenster, kleine Geschenke, selbstgebackene Plätzchen und im Wohnzimmer sorgen Nussknacker, Räuchermann und Co. für die richtige Stimmung.
 
  • #29
Jeder Mensch glaubt doch an irgendetwas nach seinen Vorstellungen.
Ich als Atheisten glaube halt, dass der Mensch Gott erschaffen hat und nicht wie die Christen es sehen Gott den Menschen schuf.
Des weiteren glaube ich auch,dass Weihnachten immer mehr von der Konsumgesellschaft missbraucht wird um den Umsatz zu steigern. In meiner Kindheit in den 60 er war es ausreichend ein Geschenk für ein paar Mark zu bekommen und heute gehen die Geschenke in den 3 – 4 stelligen Euro-Bereich
Demzufolge bin ich auch so konsequent und weigere mich an den albernen hin und her verschenken zu Weihnachten teilzunehmen.
Für Kaffee,Düfte und Kuchen mit Freunden zu teilen, benötigt man auch keinen Tag wie Weihnachten, sondern man kann dies auch an einen anderen Tag durchführen.
Mich nervt es direkt diese alljährlichen dummen Fragen wie Was machst Du zu Weihnachten oder zu Silvester zu beantworten. Wir bewegen uns zwar im 21.Jahrhundert, aber zu einer gewissen Jahreszeit haben wir uns wieder in die 50 er zurückversetzt.
Man kann einen geliebten Menschen auch etwas am 7.2, 5.6, usw. etwas schenken. Dazu braucht man keinen festen Termin.
Dieser Brauch zu Weihnachten ist genauso absurd wie der Muttertag wo man 1 Tag seine Mutter ehrt und 364 Tage sie dann wieder vergisst.
 
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  • #30
An die Atheisten hier. In unserer Gemeinde ist der Kindergottesdienst um 16.00 Uhr natürlich sehr voll. Mein Mann ist Atheist, wohingegen ich katholisch bin. Unsere Tochter wurde auch katholisch getauft. Heiligabend kommt mein Mann auf Wunsch unserer Tochter mit in die Kirche. Und spätestens, wenn die Aufforderung kommt einander die Hand zu geben, als Zeichen des Friedens, meine Tochter und die anderen, die um ihn herum sind, ihm die Hand geben, und Frieden sei mit dir sagen, merkt man, dass er dem Zauber der Situation schon erlegen ist. Es geht bei ihm nicht um Glauben, aber die Einstimmung in das Fest des Friedens gelingt ihm dadurch immer sehr gut.

Während vor dem Kirchgang noch alles etwas hektisch ist, laufen wir nach der Kirche in einer anderen Stimmung nach Hause.

Den Begriff Christkind nicht zu kennen überrascht mich über die Maßen. Auch die Vehemenz mit der hier Rituale und Traditionen als Übles dargestellt werden.
 
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