• #1

Welche Aufteilung des Arbeitslebens finden sie am sinnvollsten?

Wie sollte eine Familie hinsichtlich "Broterwerb" am besten organisiert sein oder womit haben sie die besten Erfahrungen gesammelt? Sollten beide oder nur einer der Partner berufstätig sein und wie organisiert man hier am besten eine Familie mit Kindern?
 
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  • #2
Heutzutage, wo die "Hausfrauenehe" abgeschafft ist, ist es am vernünftigsten, wenn beide Partner ihrem Beruf nachgehen und sich die Kinderbetreuung so gut es geht teilen (mit Unterstützung von Kitas und/oder Tagesmüttern). Überhaupt, ich würde nur ein Kind in die Welt setzen, wenn ich wüsste, dass ich es (finanziell) auch allein großziehen könnte (ohne Sozialhilfe etc.). Wenn mein Partner dann seine Midlife Crisis bekommt ...
 
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  • #3
Vielleicht liegt es an meinem Alter, aber ich finde die gemäßigt klassische Rollenverteilung ideal.
Beide haben eine gute Ausbildung, man gründet eine Familie und derjenige, der entweder weniger verdient oder leichter Aussetzen kann, setzt für 3 Jahre aus um das Kind zu betreuen, bevor es in den Kindergarten kommt. Bei mehreren Kindern natürlich länger.
Ich halte es für nicht gut, Kleinstkinder unter 3 Jahre schon in eine Betreuung zu geben, wenn es nicht unbedingt sein muss. Ab 3 dann auf jeden Fall.
Da ein Kita-Kind immer noch viel Zeit braucht, finde ich es angemessen, wenn der betreuende Elternteil dann erstmal ca. 1/2 arbeitet, ab Grundschule dann 3/4 und ab ca. 10 Jahre dann ruhig Vollzeit.
Entsprechend der Berufstätigkeit sollte dann natürlich auch die Hausarbeit geteilt werden.
 
  • #4
Für mich selbst wünsche ich mir diese Gestaltung:

+ Jeder eine Volltagsstelle, solange keine Kinder da sind.

+ Sobald ein Kind da ist, möchte ich das schon gerne selbst betreuen, mindestens drei Jahre, vielleicht auch fünf. Je nach Möglichkeiten hoffe ich darauf, dass ich zumindest nach einiger Zeit halbtags oder dritteltags weiterarbeiten kann, vielleicht als Homeoffice-Lösung.

+ Der Mann sollte seine Volltagsstelle behalten und uns alle versorgen. Ich finde Männer, die Elternzeit nehmen schrecklich unmännlich.
 
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Bazhosh

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  • #5
Ich (m27) halte an sich die klassische Rollenverteilung auch ideal, also das ein Elternteil zuhause bleibt. Das kann aber auch gerne der Mann sein. Kenne selbst mehrere Männer, welche Elternzeit genommen haben.

Ich selbst arbeite als Freiberufler und bin sowieso die meißte Zeit zuhause bzw. kann mir die Zeit so einteilen, wie es nötrig wäre. Am liebsten hätte ich eine Frau, welche auch selbstständig ist. Eine Journalistin oder so. So könnte man sich immer gemeinsam um die Kinder kümmern.
 
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  • #6
Falls ich mal mit meiner Freundin ein Kind bekommen werde, nehme ich aufjeden Fall auch ein Teil der Elternzeit. Auch wenn ich der bin der besser verdient (100k€ + Bonus p.a.). Was das mit "unmänlich" zutun hat, erschliesst sich mir aber nicht.
 
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  • #7
Ideal, falls finanzierbar:
Einer bleibt zu Hause, bis das Kind in den Kindergarten kommt bzw. alle vorhandenen Kinder im Kindergarten sind. Anschließend arbeiten beide Partner so, dass max. ein Nachmittag in der Woche Fremdbetreuung nötig ist. Wochenenden sollten weitgehend frei sein.

Wer zu Hause bleibt ist mir weitgehend egal, ich hätte aber sehr gern meinen Anteil daran, fände es aber auch super, wenn mein etwaiger Mann ebenso Elternzeit nimmt. Am Schönsten wäre wirklich eine Art 50:50-Aufteilung aller häuslichen Arbeit, wie das dann im Einzelfall geregelt ist, muss man dann sehen.
Ich möchte auf jeden Fall arbeiten, aber glücklicherweise habe ich mir einen Beruf ausgesucht, in dem es gut möglich ist, Teilzeit zu arbeiten - und das mit sinnvoller, familienfreundlicher Zeiteinteilung.

w30
 
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  • #8
Ich kann mit Männern, die Elternzeit nehmen, auch nichts anfangen, es sei denn, die Frau verdient deutlich mehr als er, dann ist es natürlich sinnvoll, wenn sie in ihrem Job nicht pausiert. Aber in den meisten Fällen verdient der Mann mehr als die Frau.
Ich würde auch am liebsten mindestens 2 Jahre zu Hause bleiben, je nach Beruf kann man in dieser Zeit von zu Hause aus arbeiten, in vielen Jobs ist das aber organisatorisch nicht möglich, leider.
Ab dem dritten Lebensjahr des Kindes würde ich halbtags arbeiten gehen, auf Dauer zu Hause zu bleiben, wäre mir zu langweilig und vor allem finanziell zu riskant.
 
  • #9
@#3, Frederika: Heute würde ich es GENAU SO machen, wie du es beschreibst!
 
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  • #10
Männer die in Elternzeit gehen, kann ich auch nichts anfangen!
 
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  • #11
Ich würde auch die "gemässigt" klassische Rollenverteilung wählen. Am liebsten drei Jahre zuhause das Kind betreuen und danach einer Teilzeittätigkeit nachgehen, bis das Kind größer und schon selbstständiger ist, wieder in Vollzeit. Ich halte wenig davon, gleich nach ein paar Monaten wieder Vollzeit arbeiten zu gehen und das Kleine fremdbetreuen lassen.

Ich finde Männer, die Elternzeit nehmen, auch etwas unmännlich, es sei denn, die Frau verdient wesentlich mehr, aber das kommt wohl sehr selten vor.

w
 
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  • #12
Die "Hausfrauenehe" ist nicht "abgeschafft, sie wird weiterhin praktiziert, auch wenn dies der Politik nicht gefällt und sie kurzerhand für "abgeschafft" erklärt hat (was aber niemand akzeptieren muss). Kein Wunder: Wenn beide Eltern arbeiten gehen, fallen mehr Steuern ins Staatssäckel - dazu noch die Steuern von den Leuten, die als Tagesmutter oder Erzieherin in der Kita arbeiten. Kein Wunder also, dass der Staat Mütter lieber komplett in der Vollberufstätigkeit sehen würden!

Aber wozu dann Kinder, wenn man sie fremdbetreut? Ich glaube nicht, dass dies "artgerecht" ist, ehrlich!

Ich habe einen großen Freundeskreis und muss sagen, dass das Familienklima in den Familien am entspanntesten ist, wo einer das Geld nachhause bringt, und der andere sich um die Kinder kümmert. Ob dies nun Vater oder Mutter ist, das ist egal. Ich kenne zwei Hausmannsfamilien, da klappt das wunderbar. Und dieser ganze Stress ist einfach nicht da - einer kümmert sich um die Kinder, bereitet die Speisen zu und hält das Haus sauber, der andere schafft die "Kohle ran" und muss sich nicht noch abends nach Feierabend völlig k.o. hinstellen und Essen kochen!

Ich kenne solche Verbindungen auch aus Frankreich, und muß sagen, dass mir aufgefallen ist, dass dies die glücklichsten Kinder sind - vorausgesetzt natürlich, den Eltern macht ihr Tun auch Freude. Ich habe es ebenfalls so gehalten und bin zuhause geblieben bis zur Einschulung. Wir lebten mit Lebensqualität und "wurden nicht gelebt". Aus unseren Kindern wurden trotzdem soziale und sehr liebenswerte Wesen - vielleicht auch gerade deswegen.
 
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  • #13
Hier merkt man(n) doch wieder Recht deutlich für was ein Mann dienen soll, als Samenspender und Versorger. Aber wehe, er würde auf die Idee kommen, sich auch mal die Elternzeit zu gönnen.
 
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  • #14
Nichts finde ich schrecklicher als klassische Rollenverteilung. Und die Männer, die das toll finden, sind genau die , die nach gescheiterter Ehe über den Unterhalt jammern, die sie Frau und Kindern zu zahlen haben.

Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es für eine intelligente und gebildete Frau nicht unerträglich ist, zu Hause zu versauern, während ihr Mann langsam aber sicher etwas mit seiner Sekretärin anfängt. Ein Großteil der weiblichen Alkoholikerinnen sind übrigens Hausfrauen.
 
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  • #15
@11 hat in ihrem Beitrag den Nagel auf den Kopf getroffen!

Zum Glück wurde die Hausfrauenehe nicht abgeschafft sondern nur als abgeschafft erklärt - natürlich kreiert das Jobs, wenn Frauen sich zwingen lassen/gezwungen werden, ihre Kinder möglichst früh fremdbetreuen zu lassen und es bringt dem Staat Steuern.

Dafür aber bekomme ich keine Kinder - um sie wie ein Gegenstand mal eben woanders parken zu müssen!

Ich habe beide Modelle gelebt (leben müssen): in der ehemaligen DDR war ich gezwungen, arbeiten gehen zu müssen, auch mit einem Kleinstkind - mein Kind hat mir später gesagt, es hätte seine Mutter nicht richtig gekannt. Wie denn auch - wenn Kind nach einem vollen Arbeitstag aus der Aufbewahrung geholt wird, ist sein Tag länger als der Arbeitstag der Eltern. Da bleiben nur noch Abendessen und Vorbereitung aufs Schlafen. Das reißt ein Wochenende nicht raus - das man dann dazu braucht, um über die Woche aufgeschobene Dinge zu erledigen. Das reißt auch ein Urlaub nicht raus.

Mein Kind übrigens, inzwischen erwachsen, ermöglicht es seiner Frau, mit der kleinen Tochter zu Hause bleiben zu können. Er (und seine Frau) möchten dem Kind die Erfahrungen ersparen, die er selbst gezwungen war, zu machen.

Ich habe spät noch einmal ein Kind bekommen und auf Karriere verzichtet, mit den sich aus weniger Geld ergebenden Einsparungen kommen wir prima zurecht. Ich kann reagieren, wenn es meinem Kind nicht gut geht - muß es nicht auf Teufel komm raus in eine Einrichtung geben, nur weil ein Arbeitgeber sonst mault. Mein Kind erhält Musikunterricht und Turnen, um seine Fähigkeiten zu fördern - beides INDIVIDUELL auf das Kind zugeschnitten und nicht im Rahmen einer Gruppenbetreuung, die auf den Einzelnen gar nicht eingehen kann.
Dies wäre natürlich nicht möglich, wenn ich wie politisch gewollt, mein Kind möglichst früh fremdbetreuen lassen würde.

Die Doppelbelastung, die sich aus Muttersein und voll berufstätig, mit Karriere ergibt, läßt, alle auf der Strecke bleiben und hinterläßt auch ganz persönliche Spuren bei den Beteiligten.

Wenn man, so wie strahlende Politikerinnen uns das vormachen wollen, Kind und Karriere scheinbar mühelos unter einen Hut bringt, weil man über genügend Geld verfügt, um sein Kind nicht in einer Massenbetreuung parken zu müssen, sondern ganz individuell, dann bleibt die Entscheidung - in welchem Umfang man selbst an der Entwicklung seines Kindes teilnehmen möchte oder sich eben über Fortschritte von Betreuungspersonen unterrichten läßt.
Die weitaus meisten Menschen haben aber diese Wahl gar nicht.

Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen: vor der Einschulung des jüngsten Kindes käme es nicht mehr für mich in Frage, arbeiten zu gehen - und auch dann nur halbtags.

Allerdings muß man einen Partner haben, der dies genau so sieht.
 
  • #16
Als Paar ohne Kinder kann ich mir folgende Modelle vorstellen:

+ Beide arbeiten Vollzeit.
+ Einer arbeitet Vollzeit (im Zweifel weit mehr als 40 Stunden) und der andere Teilzeit, dafür übernimmt er den allergrößten Teil oder die gesamte Arbeit im Haushalt und privaten Umfeld.

Ich lebe die erste Variante und werde das wohl auch beibehalten.

Will ein Paar Kinder und diese im Modell "Versorgerehe" (Frau bleibt lange daheim und versorgt Haushalt und Kinder, arbeitet ggf. später Teilzeit; Mann bringt die Kohle heim) großziehen, dann wünsche ich den Beteiligten viel Glück, dass die Beziehung/Ehe auch wirklich hält. Mir wäre das eindeutig zu riskant. Gerade Akademikerinnen riskieren durch lange Auszeiten Nachteile im Beruf - und zwar bis zur Rente. Das wird heute auch nicht mehr komfortabel abgefedert, da das aktuelle Unterhaltsrecht (m.E. zu recht) die Eigenverantwortung stärker betont.

Ich halte es für absolut sinnvoll, wenn eine Frau nach der Geburt eines Kindes nur für einen überschaubaren Zeitraum aus dem Job aussteigt (z.B. 1 Jahr) und dann zumindest wieder in Teilzeit arbeitet. Wenn es für das Paar passt, kann natürlich auch der Mann die Elternzeit nehmen. In meinem Umfeld gibt es mehrere Paare, die das so praktizieren. Dort ist es auch üblich, dass der Mann zumindest einen Teil der Elternzeit nimmt. Nach meinem persönlichen Eindruck haben die Paare das durchaus als positiv und beziehungsförderlich wahrgenommen.

Wirklich wichtig finde ich, dass beide Partner nicht nur einer Arbeit nachgehen, sondern - gern auch mit unterschiedlichen Anteilen - an der Hausarbeit und Kindererziehung mitwirken. Das hilft sehr dabei, den Blick für das "Leben" des anderen nicht zu verlieren, seine Probleme besser zu verstehen und nicht dauernd zu denken, dass das Gras auf der anderen Seite des Zaunes soviel grüner ist.
 
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  • #17
@ # 14

Zum Glück wurde die Hausfrauenehe nicht abgeschafft ...Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen: vor der Einschulung des jüngsten Kindes käme es nicht mehr für mich in Frage, arbeiten zu gehen - und auch dann nur halbtags.

Allerdings muß man einen Partner haben, der dies genau so sieht.

Das Problem ist weniger, dass die Frau einen Mann finden muss, der das genau so sieht.

Das Problem ist viel mehr, dass ein Mann, der sich dazu breitschlagen lässt, eine Hausfrau zu versorgen dadurch sehr erpressbar und (finanziell) verwundbar wird. Die Hausfrau kann sich vom Mann so lange versorgen lassen, wie sie möchte - auch über das Ende er Ehe hinaus.

Wenn die Hausfrau eines Tages mal andere Vorstellungen entwickelt, kann sie sich problemlos scheiden lassen. Und danach wird eben die Hand aufgehalten, zwecks Ausgleichs des "ehebedingten Karrierenachteils" - und das lebenslang!

Jetzt ist die Preisfrage: Warum wollen Männer das nicht mitmachen?
Warum schwärmen Frauen hier dermaßen vom Hausfrauendasein?

m (45)
 
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  • #18
bravo 16 - genau so ist es. Diese Ungerechtigkeit wollen die zukünftigen Frauchen aber nicht wahr haben, weil sie selbst davon noch profitieren möchten. Selbst wenn jetzt gleich groß getönt wird: Aber jeder muss nach der Scheidung für sich selbst sorgen - 1. wenn es denn wahr wäre, und 2. der angeblich karrierebedingte Nachteil, der Zugewinnausgleich, der Versorgungsausgleich etc. reichen dann doch oftmals schon aus, um besser als der Exmann leben zu können.

w/42
 
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  • #19
@16 Es gibt Männer, die diesen Vorschlag SELBST machen :) Etwas ältere, wie meiner und junge, Mitte 20, wie mein erwachsener Sohn.

Es scheint Männer zu geben, die ihre Prioritäten nicht nach Deinen Maßstäben setzen ;-)

Ich habe einen Partner, dem das Wohl unseres Kindes genau das wert ist - er fühlt sich auch gar nicht erpessbar.
Im Falle des Scheiterns unserer Beziehung habe auch ich Nachteile durch diese Entscheidung. Das ist mir bewußt und die nehme ich in Kauf - da ich einen Beruf habe, in dem ich auch später noch relativ lange Geld verdienen kann.
 
  • #20
Ich würde es auch so halten wie #11 wie oder wie es Frederika vorschlägt.

Die Aufgabe einer erziehenden Haushaltsmanagerin ist weit anspruchsvoller als manche wahrhaben möchten. Es geistert doch immer noch das Bild der völlig "verblödeten", nagellackierenden Hausfrau herum, die den ganzen Tag "nichts" zu tun hätte. Ich kenne genügend Ehefrauen mit ausgezeichneter Ausbildung/Bildung, die einen abwechselungsreicheren Alltag erleben als so manche Berufstätige.
 
  • #21
Das Problem ist weniger, dass die Frau einen Mann finden muss, der das genau so sieht.
Genau, denn sehr viele Männer und Frauen favorisieren diese Aufgabenteilung auch heute noch. Es fühltr sich einfach natürlich und richtig an, dass sich eine Frau um ihre Säuglinge und Kleinkinder selbst kümmert.

Das Problem ist viel mehr, dass ein Mann, der sich dazu breitschlagen lässt, eine Hausfrau zu versorgen dadurch sehr erpressbar und (finanziell) verwundbar wird. Die Hausfrau kann sich vom Mann so lange versorgen lassen, wie sie möchte - auch über das Ende er Ehe hinaus.
Erpressbar sicherlich im engeren Sinne nicht, finanziell verwundbar leider schon. Die Scheidungsgesetze sind relativ weltfremd und setzen nicht gerade auf Eigenverantwortung und Leistunsgbereitschaft, sondern auf Versorgung und das leider einseitig zugunsten der Frau. Nichtsdestotrotz werden solche Entscheidungen für das Modell ja zu Zeiten getroffen, in denen alles stimmt in der Beziehung...

Wenn die Hausfrau eines Tages mal andere Vorstellungen entwickelt, kann sie sich problemlos scheiden lassen. Und danach wird eben die Hand aufgehalten, zwecks Ausgleichs des "ehebedingten Karrierenachteils" - und das lebenslang!
Leider wahr.

Jetzt ist die Preisfrage: Warum wollen Männer das nicht mitmachen? Warum schwärmen Frauen hier dermaßen vom Hausfrauendasein?
Du sagst es oben doch selbst: Genug Mänenr wollen das genau so und machen es mit. Dein Problem ist konstruiert.

Es gibt viel mehr Männer, die Karrierefrauen ablehnen als Männer, die die Aufgabenteilung ablehnen!
 
  • #22
Diese Ungerechtigkeit wollen die zukünftigen Frauchen aber nicht wahr haben, weil sie selbst davon noch profitieren möchten.
Mit Verlaub, Du wirst einfach nur beleidigend mit Deinem "Frauchen" -- die allermeisten modernen Frauen sehen die Ungerechtigkeit der Scheidungsgesetzt durchaus. Leider ist die Lobby der sich aushalten lassenden Frauen aber nach wie vor sehr groß.
 
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  • #23
Wie sollte eine Familie hinsichtlich "Broterwerb" am besten organisiert sein oder womit haben sie die besten Erfahrungen gesammelt? Sollten beide oder nur einer der Partner berufstätig sein und wie organisiert man hier am besten eine Familie mit Kindern?

Ich habe mit 19 Stunden angefangen zu arbeiten, da war mein Kind 9 Monate alt, konnte zum Glück von 10.00-14.00 Uhr arbeiten, später habe ich auch 25 h/Woche aufstocken können und arbeite heute 30h/Woche und bin absolut zufrieden damit. Dazu habe ich noch Abends einen Job, den ich von zu Hause aus machen kann, so dass ich genug Freiraum habe, um mich ordentlich um mein Kind und auch um mich zu kümmern. Dazu habe ich einen sehr kurzen Arbeitsweg. Zeit ist bei mir Luxus. Bin seid langen Jahren glückliche Single-Mama und mein Kind ist auch gut geraten. Später werde ich wieder Vollzeit arbeiten müssen.

Beide Partner sollten berufstätig sein und alle Möglichkeiten nutzen, um Teilzeit zu arbeiten und lieber zum Wohle des Kindes/er auf Luxus und übermäßigen Konsum verzichten.

w 48
 
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  • #24
Wir bevorzugen das Modell, dass beide berufstätig sind und sich beide um Familie kümmern. Es fällt uns auch sicherlich leichter, da wir beide selbständig sind und uns Arbeitszeit und -ort etwas freier einteilen können.

Weder ich möchte auf meine Arbeit verzichten noch möchte mein Partner dies. Er suchte und fand ganz bewußt keine Frau, die die klassische Rollenverteilung leben will. Für ihn wäre das ein Graus.

Ein Mann mit klassischer Rollenverteilung wäre für mich auch nie in Frage gekommen. Ich habe soviel Energie in den Aufbau meines Unternehmens gesteckt, ich würde hier niemals jahrelang aussteigen.

Und leider kenne ich einige Fälle, in denen die Frau zu Hause blieb - auch auf besonderem Wunsch des Mannes hin - er trennte sich und die Frau kann nun sehen, wie sie wieder in den Beruf einsteigt. Ist ja nicht immer so, dass die Frauen gehen und die Männer finanziell bluten lassen - genau soviele Männer verlassen ihre Frauen und es ist ihnen völlig egal, wie diese dann über die Runden kommen. Mich nervt langsam das Gerede von den ach so bösen Frauen - unfaires Verhalten ist nicht geschlechterspezifisch.
 
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  • #25
#20 was ich wirklich erstaunlich finde, genau die Vorstellungen die bei Dir bezüglich Aufteilung Arbeitsleben und Kinderbetreuung sind, finden sich im Scheidungsrecht wieder.
Wenn Du dir vorstellst, dein Ehemann geht fremd, wenn Euer Kind 2 Jahre alt ist. Du bist nicht berufstätig. Ihr hattet Euer Modell abgesprochen. Willst Du sagen, die Weltfremdheit des deutschen Scheidungsrechts liegt darin, dass dir nicht zugemutet wird, bis das Kind 3 Jahre alt ist arbeiten zu gehen und danach anhand der Bedürfnisse des Kindes langsam aufgestockt wird?

Euch jungen Frauen, die dieses Modell leben wollt, was ich völlig nachvollziehen kann. Ihr seid gut beraten einen Ehevertrag zu machen, wo dieses Modell festgelegt wird, damit ihr nicht ab Vollendung des 3. Lebensjahres Euer Kind in die Kita abschieben müsst um Vollzeit arbeiten zu gehen.

Es wundert mich sehr, dass gerade die Menschen, die die ursprüngliche Rollenverteilung wünschen, auf dem deutschen Scheidungsrecht rumhacken.

Stellt Euch doch mal vor, eine junge Frau, gerade im Berufsanfang, bekommt mit ihrem Mann ihr erstes Kind, nach 3 Jahren ihr 2. Kind. Nach 10 Jahren trennt sich der Ehemann. Wollt ihr mir jetzt sagen, dass die Frau durch das gemeinsam gewollte gelebte Modell keine Nachteile hat?

Mir persönlich und ich habe selber Kinder, finde die Aufteilung, beide gehen arbeiten, beide kümmern sich um die Kinder und Haushalt am erfreulichsten. Die Beziehung bleibt so spannend und ereignisreich mit vielen Gemeinsamkeiten.
 
  • #26
Es wundert mich sehr, dass gerade die Menschen, die die ursprüngliche Rollenverteilung wünschen, auf dem deutschen Scheidungsrecht rumhacken.
...weil ich gerecht und gut finden soll, was mich ungerechtfertigterweise begünstigt? Ne, so platt denke ich nicht.

Mir persönlich und ich habe selber Kinder, finde die Aufteilung, beide gehen arbeiten, beide kümmern sich um die Kinder und Haushalt am erfreulichsten. Die Beziehung bleibt so spannend und ereignisreich mit vielen Gemeinsamkeiten.
Wie macht Ihr das? Das endet bei zwei berufstätigen Eltern doch eher bei "keiner kümmert sich um die Kinder", oder? Ihr redet Euch das schön oder Ihr habt eine Lösung gefunden, die ich mir nicht vorstellen kann.
 
  • #27
Wollt ihr mir jetzt sagen, dass die Frau durch das gemeinsam gewollte gelebte Modell keine Nachteile hat?
So ähnlich, ja, das will ich in der Tat sagen. Hier wird nämlich extrem einseitig gedacht. Alles im Leben hat Vorteile und Nachteile und wenn ich mich freiwillig und aus eigenem Antrieb als Frau und Mutter für einen bestimmten Weg entscheide, dann kann ich nicht die Vorteile abgreifen und genießen und mir nachehelich dann auch noch die eventuellen Nachteile ausgleichen lassen. Das ist einfach etwas, das man mit "die Fresse nicht vollkriegen können" oder mit "unrealistischer Prinzessinnenhaltung" umschreiben könnte.

Sehen wir es doch mal pragmatisch und realistisch. Die Vorteile während der aufgabenteiligen Phase liegen auf der Hand:

+ Ich kann mein Kind großwerden sehen und es betreuen. Das muss natürlich in allererster Linie wirklich mein Herzenswunsch sein, sonst würde ich dieses Modell nicht wählen. Wenn es aber mein Wunsch ist, dann ist die Erfüllung dieses Wunsches ein überaus großer Vorteil.

+ Lebenhaltung, Haushaltsführung, Freizeitgestaltung, Urlaube, Zweitwagen, Kinderausstattung und alles weitere, was zum Leben gehört, bezahlt ausschließlich der Mann. Er trägt also während dieser Phase große Kosten, nimmt eine drastisch geringere Sparquote in Kauf und finanziert das Leben von Dreien. Er bezahlt also schon während der ehelichen Zeit!

+ Haushaltsführung und Kinderbetreuung sind realistisch gesehen ein angenehmer Job mit wesentlich weniger Arbeit als eine Volltagsstelle inkl. Fahrzeit -- sonst würden Mütter mit Volltagsstelle es ja auch nicht zusätzlich schaffen, die Kinder in der restlichen Zeit zu betreuen, und was eine Hausfrau zusätzlich leistet, ist ja nur die Differenz zu dem, was eine berufstätige Frau ohnehin leisten würde. Wäsche, nächtliche Kotzerei der Kleinen, Vorlesen, zu Bett bringen, abends Essen machen, Putzen etc. fallen ja so oder so an, die Wochenenden auch. Man darf hier nur die Differenz betrachten: Was macht man als aufgabenteilige Frau zuhause zusätzlich, was man als berufstätige Frau nicht machen müsste? Das ist ein ganz fairer Tausch, denke ich.
 
  • #28
Nun die Nachteile:

+ Man ist aus seinem Beruf raus und nimmt nicht mehr an der Karriere teil. Ja, aber wieviele Personen machen wirklich Karriere? Hier wird oft so getan, als ob 100% der Frauen aufgestiegen wären, obwohl in Wahrheit die Karriere-Pyramide steil ist. Zweidrittel bleiben etwa ganz normale Arbeitskräfte, nur wenige steigen über Teamleiter (20%), Gruppenleiter (5-10%), Abteilungsleiter (<5%), Regionalleiter (1%) auf. Da darf man sich nichts einreden und in sehr vielen Berufen kommt man heutzutage nach Erziehungsurlaub immerhin auf seine alte Stelle oder zumindest Stufe zurück. Wer wirklich nach 3-5 Jahren spätestens wieder halbtags einsteigt, bleibt up-to-date und kann jederzeit in seinen Job zurück.

Im übrigen ist es nicht so, dass nicht auch die Ehemänner entsprechende Karrierenachteile in Kauf nähmen. Ich kenne persönlich mehrere Fälle, in denen Männer auf Beförderungen in andere Städte oder Länder verzichtet haben, weil sie bei ihrer Familie bleiben wollten -- und das, obwohl es signifikante hierarchische und finanzielle Sprünge gewesen wären. Von solchen ehelichen Nachteilen spricht seltsamerweise nie jemand.

Egal ob sich Frau oder Mann für etwas entscheiden, es ist ihre Entscheidung und sie müssen mit den Konsequenzen leben.

Der Mann, der der Familie zuliebe auf den Sprung nach Brüssel verzichtet ebenso wie die Frau, die gerne ihre Kinder großziehen wollte. Jeder muss seine eigenen Entscheidungen treffen und dann damit leben. Das kann niemand anders im nachhinein ausgleichen müssen.

Jeder muss sein Leben selbst leben und verantworten.
 
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  • #29
...weil ich gerecht und gut finden soll, was mich ungerechtfertigterweise begünstigt? Ne, so platt denke ich nicht.


Wie macht Ihr das? Das endet bei zwei berufstätigen Eltern doch eher bei "keiner kümmert sich um die Kinder", oder? Ihr redet Euch das schön oder Ihr habt eine Lösung gefunden, die ich mir nicht vorstellen kann.

<MOD: Gekürzt.> Wieso kümmert sich keiner um die Kinder, wenn beide Eltern berufstätig sind? Man merkt an Deinen Äußerungen immer, dass Du keine Kinder hast. Wir haben uns so aufteilen können, dass wir abwechselnd zu Hause sein können, wenn das Kind von der Schule kommt. Vorher konnte ich häufig im Homeoffice arbeiten. Wenn mein Mann nach Hause kam, konnte ich die Telefonat etc. erledigen. Wir reden uns nichts schön, sondern haben eine sehr harmonische Beziehung gelebt.

Außerdem wird immer davon ausgegangen, dass die Mutter die freiwillig wegen der Kinder zu Hause geblieben ist, ja sofort wieder in ihrem Job einsteigen kann. Bei diesen Müttern ist das Scheidungsrecht im übrigen auch sehr gerecht! Die kriegen dann ja auch nix. Oft rutschen diese Mütter aber in Hartz IV, weil der Arbeitsmarkt eben nicht Vollzeitstellen zur Verfügung hat, für diejenigen. Ich finde ihr macht es euch sehr einfach, wenn ihr Frauen dafür verurteilt, dass sie Unterhalt bekommen. Die Frauen, die nach dem Erziehungsurlaub eine gleichwertige Teilzeitstellt bekommen haben, kenne ich höchstens aus dem öffentlichen Dienst. Viele wurden nachdem Ihnen die Vollzeitstelle angeboten wurde( wozu der AG rechtlich verpflichtet ist), diese jedoch nicht gewollt war, nicht in Teilzeit beschäftigt.

Außerdem gehst Du immer von sehr jungen Frauen aus. Was ist mit einer 55 jährigen, die von ihrem Mann verlassen wird, 4 Kinder groß gezogen hat und nicht mehr in ihren Beruf der 20 Jahre her ist, zurückkann? Aber klar, die kann ja einen 5 Euro Job machen, hauptsache der Geschäftsführer der Firma des Mannes, die er in den 20 Jahren aufgebaut hat, muss keinen Unterhalt zahlen. Er hatte ja sehr viele Nachteile aus der Ehe.
 
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  • #30
Das stimmt, die wenigsten Frauen machen eine "wirkliche" Karriere, die Mehrzahl der Frauen arbeitet in maximal mittleren Positionen auf einer Bank, in der Verwaltung/ bei einer Versicherung oder irgendwo im Einzelhandel. Wahrscheinlich nicht die Frauen hier in diesem Forum, aber die große Mehrheit außerhalb.
Ich kenne eine Frau, die wirklich Karriere gemacht hat, sie ist Medizinprofessorin an der Uni und Vorsitzende einer ganzen Fakultät. Sie hat trotzdem Kinder, sagt aber ganz ehrlich, dass sie sich oft aufreibt und nahe an nem Nervenzusammenbruch ist. Beruflich kürzertreten will sie nicht, da ja dann die ganzen Anstrengungen von früher umsonst gewesen wären.
 
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