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Gast

  • #1

Welche Chancen hat unsere Tochter?

Liebes Forum,

mein Mann und ich sorgen uns sehr um die Zukunft unserer Tochter, 14 Jahre alt.
Sie ist nicht lernbehindert, tut sich aber in sehr vielen Dingen sehr schwer.
Es ist nicht nachgewiesen, aber wir vermuten, daß ihre Entwicklung Folge des Sauerstoffmangels bei ihrer Geburt (Notkaiserschnitt) ist.

Sie ist motorisch stark entwicklungverzögert, lernte spät laufen, Radfahren, schwimmen. Beim Radfahren hatte sie aufgrund ihrer Gleichgewichtsstörungen jahrelang immer wieder Unfälle, was sich aber durch eine Reittherapie gebessert hat. Sie ist aber auch heute insgesamt noch sehr ungeschickt.
Sie ist emotional stark entwicklungsverzögert, ist auf dem Stand einer 10-jährigen.
Kontakte herzustellen fällt ihr sehr schwer, auch wenn sie nicht desinteressiert ist. Hauptproblem ist, daß Gleichaltrige wenig mit ihr anfangen können. In ihrer Klasse ist sie Außenseiterin. Ihr Verhalten wechselt oft von völliger Schüchternheit zu völliger Albernheit.
Sie besucht eine Gesamtschule, tut sich aber schwer. Sie hat eine ausgeprägte Rechenschwäche. Ihr Lehrer sagte, daß sie in Mathe auf dem Stand einer Viertklässlerin ist. Die Nachhilfe bringt leider kaum Verbesserung.
Sie hat Probleme Texte zu interpretieren und komplexere Zusammenhänge zu erfassen.
Sie hasst Gruppenarbeit und arbeitet lieber für sich allein.

Was wir als Rettungsanker sehen, ist daß sie sprachbegabt ist. Mündlich kann sie sich nicht so gut artikulieren, aber schriftlich kann sie sehr gut formulieren. Sie kann sich auch in kurzer Zeit viel neues Wissen in Fremdsprachen aneignen.

Wenn sie nach ihrem späteren Berufswunsch gefragt wird, sagt sie, daß sie Schriftstellerin werden möchte.
Nur finden mein Mann und ich, daß dies eine sehr unsichere Sache ist.
Nur wissen wir auch nicht so recht, was sie sonst mit ihrer Sprachbegabung anfangen kann. Denn für ein Studium wird es nicht reichen, da sie laut ihrer Lehrer niemals das Abitur schaffen wird.

Habt ihr einen Rat?
 
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Gast

  • #2
Mit ihrer Sprachbegabung könnte sie Fremdsprachenkorrespondentin oder Übersetzerin werden. Mit einem Realschulabschluss könnte sie eine Berufsfachschule für Fremdsprachenkorrespondenten besuchen (Dauer: 2 Jahre), die sie mit dem Abschluss Staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin beendet. Im Anschluss daran könnte sie an einer Fachakademie in weiteren zwei Jahren die Ausbildung zur staatlich geprüften Übersetzerin absolvieren. Bei diesen Ausbildungen benötigt man keine mathematischen Kenntnisse, sondern konzentriert sich ganz auf Sprachen und in geringerem Maße auf ein Fachgebiet (z. B. Wirtschaft, Recht, Technik). Eine gute schriftliche Ausdrucksweise sind besonders wichtig, das Mündliche spielt außer beim Dolmetschen keine besonders große Rolle.
 
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Gast

  • #3
liebe fs,

es gibt beim arbeitsamt eine abteilung, die sind zuständig für die vermittlung von kindern mit (lern-)beeinträchtigungen. deine tochter scheint eine dyskalkulie zu haben und motorische probleme, das dürfte reichen. lass dir doch einen beratungstermin geben, die haben gute eingliederungshilfen.

w
 
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Gast

  • #4
Da ich selbst Lehrerin bin, kenn ich solche Situationen...

Zuerst: du musst dir professionelle Hilfe holen, ganz dringend! In der Schule ist man damit überfordert, die REGELschule ist eben auch nur für durchschnittliche Schüler ausgerichtet, dort kann dir keiner sinnvolle Beratung geben. Wenn sie noch so großen Entwicklungsrückstand hat, seid ihr ja sicher eh bei Psychologen udn Therapeuten verschiedenster Natur? Nur jemand, der sie und ihre Entwicklung kennt (und realistsich einschätzen kann! - tut mirleid, wenn ich das so hart sagen muss: aber wie kann sie sehr gut formulieren, wenn sie Texte und Zusammenhänge nicht versteht?) und professionell con außen beurteilen kann, kann auch realistische Wege aufzeigen! Wir können hier doch nur orakeln!
 
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Gast

  • #5
hi

ich bin der Auffassung, dass egal, ob man eine Voraussetzung mitbringt, wie ihr sie beschrieben habt oder nicht, der wichtigste Grundbaustein zu irgendeinem Erfolg oder einer daraus sich entwickelnden (materiellen) Sicherheit die Motivation ist, die man selbst mitbringt. Wenn sie nun also ein Talent UND den Wunsch hat, Schriftstellerin zu werden, wird das den Anschub und das Sitzfleisch liefern, da auch erfolgreich zu sein.

Ihr vermischt unter Umständen 2 Themen miteinander, den "gesundheitlichen Zustand" eurer Tochter einerseits, wo es sicherlich Beratungen und Fachleute gibt, die darauf spezialisiert sind, und die allgemeine Frage nach "Welcher Beruf ist der beste für mich?" andererseits, was als Fragestellung für alle und jeden gilt..

weiterhin glaube ich, dass meine o.g. "Motivationstheorie" sich auch mit einem konkreteren Berufsbild noch verbinden lässt... wenn sie wie von dem anderen Foristen vorgeschlagen zB. einen "Job mit Sprachen" macht, kann sie in ihrer Freizeit trotzdem Bücher schreiben, und das langsam angehen, und irgendwann nur noch schreiben, wenn sie erfolgreich ist... will sagen, es ist ja nicht alles immer so Schwarz-Weiss / Entweder-Oder....

liebe Grüße
 
G

Gast

  • #6
Aus eigenes Erfahrung kann ich nur sagen, das es mit Sicherheit nicht leicht wird.

Schriftsteller sind meistens Selbstständig, sie bekommen nur Geld wenn sie Erfolg haben.
Das Arbeitsamt hat zwar eine "Spezial" Abteilung, die Vorgehensweise dieser "Fachleute" kann dir jeder Erwachsene mit einer Behinderung schildern.
Erwarte da keine nennenswerte Hilfe.

Die Sprach- und Schreibfähigkeiten deiner Tochter, sollten auf jeden fall gefördert werden.
Allerdings wird sie als Übersetzerin starke Konkurrenz von Menschen mit Studienabschluss habe, die z. b. auch Sprachen Studiert haben.

Mein Rat, und das müsst ihr mit eurer Tochter gemeinsam machen.
Versucht herauszufinden welche Berufe sie noch ausüben könnte, um später ein eigenständiges
erfülltes Leben führen zu können. Aber verlasst euch nicht auf die Sprachfähigkeiten, und schon gar nicht auf das Arbeitsamt oder die Landesversicherungsanstalten.
Den die sagen einem zwar was man nicht kann, und was man nicht darf, bieten aber in den wenigsten fällen Ausweichmöglichkeiten. Die Auskunft die ich und viele anderen bekommen haben ist "Hilf dir selber, dann wird dir geholfen".

Berufe die mir Spontan einfallen.
- Tierpflegerin (für Kleintiere z. b.)
- freiberuflich Nachhilfe für Sprachen (große Konkurrenz durch Studenten)
- Post und Botendienste bei Behörden ( im Email Zeitalter wird das aber schwer)

Versucht Ihre Interessen miteinzubinden, versucht herauszufinden was sie besonders gut kann, und auch gerne macht, und redet auch jetzt schon mit Potentiellen Arbeitsgebern.

Es kann sehr gut sein das euch die "Fachleute" der Reha Abteilung, eurer Tochter einen Ausbildungsplatz besorgen können in einer Behinderten Werkstätte.
Der Verdienst ist zwar gering, aber sie wäre versorgt.
 
G

Gast

  • #7
Warum besucht deine Tochter eine Regelschule? Wie sinnvoll ist es für sie und ihr Selbstwertgefühl, dort mitgezogen zu werden?
Welchen Abschluss soll und kann sie dort machen?
Sie sollte evtl. eher eine gute inklusive Schule besuchen, falls das bei euch im Umkreis möglich ist. Dort kann sie bessere und angemessenere Förderung erhalten.

Schriftstellerin zu werden ist der pure Wahnsinn. Allerdings ist sie 14 und offenbar spät entwickelt, da sind derartige Wünsche normal.

Für die Dyskalkulie braucht sie Förderung, auf gar keinen Fall einfach Mathenachhilfe, da bei Dyskalkulie z.B. ein Nicht-Verständnis von Mengenauffassungen vorliegt, das ein älterer Schüler oder ein Nachhilfeinstitut in dieser Form nicht beheben kann, da braucht es Fachleute.

An eurer Stelle würde ich eine Kinder- und Jugendpsychologin mit ihr aufsuchen, die sie testet und euch dann dementsprechend weiterverweisen kann.
Leider machen zu viele Eltern den gut gemeinten Fehler, ihrem Kind nicht rechtzeitig die nötige Förderung angedeihen zu lassen und an die richtigen Stellen zu bringen (Förderschule, "Lern"therapien...) - und irgendwann ist das Kind erwachsen und passt nicht in den Erwachsenenalltag, aber dann ist es bis zu den entsprechenden Stellen ein weiter und mühsamerer Weg.

Also mein Rat: fachärztlich abklären lassen, gut überprüfen (lassen) ob die aktuelle Schulform die richtige ist und dann erst irgendwann an einen Beruf denken.
 
  • #8
Habe ich die Sache nicht schon mal gelesen?
Schriftsteller ist ein interessanter Beruf, aber es können nur ca. 5% der Autoren in Deutschland tatsächlich vom Schreiben leben. Die anderen sind Lehrer, Lohntexter, Callcentermitarbeiter, Ärzte, Beamte, Hausmann oder -frau oder von den Eltern abhängige Lebenskünstler.
Es werden derzeit zwar so viel Bücher wie nie gedruckt (es kostet ja fast nichts mehr), aber die klassischen Verlage werden in den nächsten Jahren sehr viele Probleme durch den sich entwickelnden eBook-Markt bekommen, der ganz andere Gesetze hat. Insofern würde ich neben dem Wunsch eurer Tochter auf einen Beruf orientieren, der nicht nur auf Selbstausbeutung fußt.
Wenn sie 14 ist und ein Spätentwickler, kann es sein, dass sie einfach noch etwas länger braucht. Deshalb lassen sich auch ganz schlecht jetzt schon Weichen stellen. Ich finde es wichtig, dass ihr sie nicht mit euren (sicher gut gemeinten) Werturteilen beeinflußt und ihr damit auch Entwicklungschancen nehmt.
Ein "Du bist so und so und kannst das und das nicht" wirkt sich leider sehr nachhaltig aus. Ebenso Dramatisierungen ihrer Situation und Overprotection. Bringt sie nicht unter den Druck, exorbitant sein zu müssen und lasst sie erstmal was solides lernen. Und wenn es irgendein stupider Sachbearbeiterjob ist.
 
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Gast

  • #9
# Hier nochmal die 5

Was ich gestern vergessen habe.
Trotz Behinderung, bin ich noch nie von Arbeitgebern gefragt worden, warum ich in einigen Fächern schlechte Noten hatte.
Den Normalerweise, landen meine Bewerbungen wie auch gerade Aktuell direkt im Papierkorb.

In unserer auf Leistung ausgelegten Gesellschaft, wird jede schwäche Rigoros ausgenutzt, und da es heute sehr viele Bewerber für alle möglichen Berufsbereiche gibt reduzieren sich die Chancen massiv überhaupt eine Arbeit zu finden.

Ich will euch nicht Demotivieren, oder euch nicht die Hoffnung nehmen, aber aus eigener Erfahrung weis ich das es sehr schwer ist.
Und im Gegensatz zu den menschen die Schreiben das man sich dort oder dorthin wenden kann, weis ich aus dieser Erfahrung das es kaum etwas bringen wird.
 
G

Gast

  • #10
# Hier nochmal die 5
In unserer auf Leistung ausgelegten Gesellschaft, wird jede schwäche Rigoros ausgenutzt, und da es heute sehr viele Bewerber für alle möglichen Berufsbereiche gibt reduzieren sich die Chancen massiv überhaupt eine Arbeit zu finden.

Quatusch, das Mädel ist 14 und es kommt darauf an, in welchem Bundesland sie wohnt. In den NBL werden Auszubildende hände ringend gesucht und es gibt genug Möglichkeiten, auch solche Spätentwickler, wenn sie wirklich einer ist, beruflich unterzubringen.

Die Schwester meines Kindesvater hat auch so eine Tochter, die ich Einzelhandeskauffrau geworden, ist übernommen worden und macht sich ganz gut.

Was mich irritiert ist folgendes:

Diese Entwicklungsverzögerungen sind ja schon seid der Geburt da. Ist seitdem genug getan wurden, durch Ergotherpeuten, Gymnastik, Sport, Einschaltung von Psychologe, um das Mädel zu fördern? Das Mädel braucht weiterhin gezielte Förderung, denn die Pubertät ist ja auch noch mal ein Meilenstein, der gemeistern werden muss.

Wenn sie jetzt mit 14 Jahren immer noch schwer entwicklungsverzögert ist, hätte ich mich schon längst an eine Beratungsstelle gewendet, wo Fachleute sitzen, die gute Ärzte, Therapeuten usw. kennen, aber nicht an ein Single-Forum.

w 51
 
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Gast

  • #11
Liebe FS
Ich würde dir ebenfalls raten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und ganz rasch über einen Schulwechsel nachzudenken.
Spontan kommt mir da in den Sinn:
- Montesori Schulen
- NLP Schule (neurolinguistisches Lernen)

Die Regelschule ist wie es besagt, eben für Regelschüler und so eine ist deine Tochter nicht. Ich bin aber überzeugt, wenn sie eine Schule besucht, in der ihre Fähigkeiten besonders gefördert werden und Schwächen ausgeglichen werden, sie auch gute Chancen hat.

Schade, dass ihr ein bisschen viel Zeit habt vergehen lassen. Ideal wäre ein Schulwechsel mit 10 Jahren ca. gewesen. Trotzdem auch mit 14 Jahren ist es nicht zu spät, halt vielleicht eine Klasse wiederholen.

Viel viel Glück
 
G

Gast

  • #12
Könntet Ihr Eure Tochter nicht auf eine private Schule schicken oder sie ihren Abschluss in einem anderen Bundesland machen lassen, wo es einfacher ist? Ich frage deshalb, weil es in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis gang und gäbe ist, die Kinder/Jugendlichen die an "normalen, staatlichen" Schulen keinen Abschluss schaffen würden auf eine private Schule zu schicken, wo sie dann eben doch die gewünschten Abschlüsse machen. Wenn sie sprachbegabt ist, kommt vielleicht auch eine Europa-Schule für sie in Frage, da sie in mehreren Sprachen unterrichten und Eure Tochter hierbei Pluspunkte sammeln kann. Wie es dann mit dem Schulabschluss (oder ggf. ohne) weitergeht, wird sich zeigen. Dass sie Schriftstellerin werden will, verstehe ich, das ist halt so ein Traum- bzw. Modeberuf, aber bis sie die Schule beendet hat, wird sie vielleicht noch andere Interessen entwickelt haben. Es gibt eine unglaubliche Vielzahl an Berufen für Menschen unterschiedlichster Neigungen, Begabungen und Einschränkungen, da wird Eure Tochter sicherlich etwas finden.

Ausserdem ging ich bisher davon aus, dass Menschen mit Rechtschreibschwäche bzw. Dyskalkulie nicht in allen Fächern Prüfungen ablegen müssen ... irgendetwas in der Art, genau weiß ich es leider nicht. Ich kenne mehrere Legasthenieker die relativ normal Abitur gemacht und studiert haben. Es gibt auch Legasthenie freundliche Schulen/Hochschulen, ebenso wie Dyskalkulie freundliche Schulen/Hochschulen.

Gut, dass Ihr als Eltern im Internet aktiv seid, da müsstet Ihr viele Information finden.

Alles Gute für Eure Tochter.

w/51
 
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Gast

  • #13
Klingt für mich (Lehrerin) ziemlich nach einer nicht erkannten Lernbehinderung. Wenn eure Tochter emotional wirklich auf dem Stand einer 10-Jährigen ist, dann IST das eine Form von Behinderung. Dass sie in eine "normale" Schule geht, ist sicher gut, allerdings kommt ihr dort ja keinerlei Förderung zu, da sie anscheinend als normales, nicht behindertes Kind mitläuft. Holt euch professionelle Hilfe durch Kinderarzt / Psychologen / Erziehungsberatung etc., ansonsten ist der Schulabschluss eurer Tochter ernsthaft gefährdert und dann fangen die Probleme erst richtig an. Sicherlich kann man eure Tochter fördern und ihr eine Berufsausbildung ermöglichen, aber die Regelschule schert doch mehr oder weniger alle über einen Kamm und lernverzögerte Kinder können dort nicht viel mehr als einen mäßigen Abschluss erlangen oder komplett durchfallen.
Privatschulen würde ich umgehen - dort geht es rein um finanzielle Interessen, egal, was man euch im Gespräch vorgaukelt (habe einen ähnlichen Fall gerade erlebt, echt schlimm).
 
G

Gast

  • #14
Die TE:

Danke für die Antworten.

Vielleicht haben wir zu lange damit gewartet, einen Schulwechsel anzustreben.
Doch unsere Tochter besucht ja eine Gesamtschule, und wir glaubten lange, dass sie die mittlere Reife schaffen wird. Oder eben einen Hauptschulabschluss macht, wenn es für den anderen Abschluss nicht reicht.

Leider haben uns die Lehrkräfte nicht allzu viel Hoffnung gemacht. Sie können nicht mit einer Schülerin umgehen, die in zwei Fächern sehr begabt ist und in den restlichen Fächern so gut wie nichts zustande bringt. In ihren Augen ist unsere Tochter faul und unmotiviert.
Das einzige, was sie bestätigt haben, sind ihre weit unterdurchschnittlichen Fähigkeiten in Mathematik und im räumlich-visuellem Denken.

Bekannte haben uns schon zu einem Wechsel auf eine Förderschule geraten, doch wir glauben, daß sie da unterfordert wäre.

Versucht haben wir einiges.
Unsere Tochter hat bis vor kurzem eine Reittherapie gemacht, was sich recht positiv auf ihre Gleichgewichtsstörungen ausgewirkt hat.
Mit Gymnastik haben wir es auch versucht, doch das wollte sie nach einiger Zeit nicht mehr, da es oft zu Ballspielen kam. Sie hat furchtbare Angst vor Bällen, hat sich beim Volleyballspielen einmal fast die Hand gebrochen.
Mit 11 Jahren waren wir mit ihr beim Psychologen, weil der Klassenlehrerin auffiel, daß unsere Tochter sich nicht in die Gemeinschaft einfügen konnte.
Der Psychologe riet zu einer Gruppentherapie, weil er meinte, dass sich Kinder und Jugendliche in einer Gruppe eher öffnen. Doch unsere Tochter fühlte sich dort unverstanden und ausgelacht.

Sorgen bereitet uns eben auch die Tatsache, dass sie keinen Anschluss an Gleichaltrige findet.
Sie ist sehr kindlich und extrem gutmütig. Sie wird oft ausgenutzt und veräppelt, ohne daß sie es mitbekommt.

Wir wünschen uns sehr, möglichst bald eine befriedigende Lösung zu finden.
Den Besuch einer Privatschule könnten wir uns leider nicht leisten.
 
  • #15
Liebe FS, ich denke auch, dass ich Euch schon einmal auf Eure Frage in einem anderen Thread geantwortet habe:

/www.elitepartner.de/forum/unsere-tochter-findet-nirgendwo-anschluss-was-tun-34668.html

Was hat sich seitdem für Eure Tochter geändert?
Ich fand damals Bäärbels Ratschläge sehr wichtig:

Statt ihr zu suggerieren, daß irgendetwas an ihr nicht optimal ist, zeig ihr lieber, dass ihr sie so liebt, wie sie ist. (Ich war übrigens als Kind genau so.)
Bringt ihr bei, wie sie trotz Gutmütigkeit Grenzen setzen kann und zwingt sie nicht, unter Leute zu gehen. Wenige, aber gute Freunde reichen und solche Freundschaften entwickeln sich oft erst auf einer neuen Schule, vielleicht auch unter Leuten, die ähnlich ticken. Der Wechsel aufs Gymnasium ist für solche Außenseiterkinder oft die Möglichkeit, sich neu aufzustellen.
Zeigt ihr Alternativen der Kommunikation. Brieffreundschaften sind sehr sehr old school, um nicht zu sagen altmodisch, so ein Mensch würde mit den Kontaktmöglichkeiten des Internet richtig aufblühen. Für viele hier ist das Teufelswerk (das verkünden sie dann auch ganz laut in einem Kommunikations-Portal im Netz). Ich habe durch das Netz viele Freunde gefunden.
Mir fällt 1. auf, dass erstmal eine Latte scheinbar schlechter Eigenschaften kommt, wenn ihr sie beschreibt. Bitte, wer hat Bock und Begabung, Gedichte zu interpretieren?
2. Seid ihr sehr schnell qua Beschreibung bei einer Asperger/Autismus-Zuordnung. Vielleicht sehr ihr eure Tochter auch in so einem Filter. Die Inselbegabungen haben nur wenige Leute aus dem Autismusspektrum. Ich konnte mit 10, 12 Jahren auch Texte und Zahlenketten auch nach einmal Lesen auswendig. Das zeigt einfach ein gut funktionierendes, hungriges Gedächtnis. Vielleicht interpretiert sie keine Gedichte, Zahlen dagegen als Farben oder Töne.
3. Schaut, wie ihr sie in ihren Stärken fördern könnt. Laßt sie Schach spielen, malen (der Sohn einer Freundin malte immer Maschinenkonstruktionen), lesen, was ihr Spaß macht. Vielleicht wird sie Mathematikerin, Programmiererin oder ähnliches. Akzeptiert sie so wie sie ist.

Ihre Zurückgezogenheit und Sonderbarkeit und die ständige Botschaft, fremd zu sein, kostet das Mädchen einfach wahnsinnig viel Energie. Befreit sie doch von der Bürde, kontaktfreudig sein zu müssen.
Ich finde es toll, dass ihr den damaligen Reitvorschlag umgesetzt habt.
Wie fand Eure Tochter das Reiten? Hatte sie dabei Anschluss gefunden zu anderen Mädchen?
Im Stall gibt es Oberzicken, die sich ständig beweisen müssen, und eher Introvertierte, die Tiere sehr lieben. Es ist kein Ausdruck von mangelnder sozialer Kompetenz, bei diesen Zickereien nicht einzusteigen, das quasi zu überhören und es gar nicht richtig aufzunehmen. Das ist einfach nur guter Selbstschutz.
Kann sie das Reiten noch weiterführen? Auch in diesem Bereich gibt es Möglichkeiten, später zu arbeiten.
 
G

Gast

  • #16
DSorgen bereitet uns eben auch die Tatsache, dass sie keinen Anschluss an Gleichaltrige findet.
Sie ist sehr kindlich und extrem gutmütig. Sie wird oft ausgenutzt und veräppelt, ohne daß sie es mitbekommt.

Wir wünschen uns sehr, möglichst bald eine befriedigende Lösung zu finden.
Den Besuch einer Privatschule könnten wir uns leider nicht leisten.

Ah, jetzt kann ich mich auch erinnern. Schon damals hatte ich gefragt, warum diese Defizite nicht schon viel früher, im Kleinkindesalter festgestellt und dementsprechend behandelt worden ist.

Die Tochter scheint ja Wahrnehmungsstörungen zu haben. Übrigens war ich in der Schule in Mathe auch sehr schlecht. Heute arbeite ich als Buchhalterin und habe schon mit Millionen gearbeitet. Sehr spät ist bei mir eine sensible Hochbegabung festgestellt worden, die mein Gehirn was Mathe usw. betrifft, im Teenie-Alter blockiert hat. Später löste sich die Blockade und ab dann konnte ich mit Zahlen sehr gut umgehen. Ich habe dazu später auch eine Psychotherapie gemacht, um bei mir einiges in Ordnung zu bringen.

Auch heute rate ich zu Ergotherapie, die Reittherapie ist super, dazu empfehle ich einen Heilpraktiker zu konsultieren, weil man mit Homeöpathie und Schüsslersalze bzw. Bachblüten, solchen seelischen Problemen sehr gut lindern bzw. heilen kann.

Also FS, holt euch endlich prof. Hilfe, denn die Pubertät ist für eure Tochter noch mal zusätzlich anstrengend. Was ist mit Familientherapie?

w
 
  • #17
Leider haben uns die Lehrkräfte nicht allzu viel Hoffnung gemacht. Sie können nicht mit einer Schülerin umgehen, die in zwei Fächern sehr begabt ist und in den restlichen Fächern so gut wie nichts zustande bringt. In ihren Augen ist unsere Tochter faul und unmotiviert.
Das einzige, was sie bestätigt haben, sind ihre weit unterdurchschnittlichen Fähigkeiten in Mathematik und im räumlich-visuellem Denken.

Schon aus so einem Grund würde ich schnell die Schule wechseln.
1. Nicht die Klassenstärke und die Unterrichtsform sondern die Lehrerpersönlichkeit ist für die Förderung, Akzeptanz/Nichtakzeptanz eines Schülers mit am bestimmendsten. Hab ich irgendwo aufgeschnappt. Deckte sich absolut mit meinen Erfahrungen. Wenn die Lehrer deine Tochter abgeschrieben haben, als uninteressant, nicht förderungsfähig und fehl am Platz einstufen, bedingt das eine ganze Kettenreaktion. Bis hin zur Hackordnung in der Klasse.
2. Das 14. Lebensjahr und die 8. Klasse sind ein wichtiger sozialer Wendepunkt im Leben von Jugendlichen. Gelernt wird so gut wie nichts, sondern kräftig pubertiert und die Persönlichkeit entwickelt. Ein Schulwechsel wäre für eure Tochter die Chance, sich von alten Bewertungen und Urteilen über sie herauszukommen und sich neu zu erfinden.
3. Beim Schulwechsel würde ich mich beraten lassen. Eine Förderschule hat den Vorteil von Erfolgserlebnissen, aber oft viele Schüler aus sozial benachteiligten Milieus, die komplett blockiert haben. Könnte sein, dass sich das leider egalisiert.

Vor meinem inneren Auge einsteht immer das Bild eines dicklichen, verdrucksten, etwas ungeschickten Mädchens, das nicht so ganz helle erscheint und von den Eltern extrem behütet, aber schon aus Liebe nicht so richtig gefordert wird. Stimmt das oder reproduziere ich ein Klischee?
Ich kenne einige Leute, die ungern Kontakt zu anderen Menschen haben und schwere blinde Flecken in der Intelligenz und Handicaps besitzen. (Bis hin zu jemandem, der es trotz ADS, LSR, Asperger-Syndrom und Taubheit bis zum Magister geschafft hat. Er ist seit Jahren mit seinen Netz-Texten über Deutschland hinaus bekannt.) Die Leute schlagen sich meist ganz wacker, wenn sie sich erstmal abgenabelt haben, ihre Stärken entwickeln können und nicht ständig mit der Nase auf das gestoßen werde, was sie nicht können.
 
G

Gast

  • #18
Den Besuch einer Privatschule könnten wir uns leider nicht leisten.

Privat-Schulen, oder ev. oder kath. Schulen sind oft nicht so teuer, wie man denkt. Das Schulgeld wird nach dem Einkommen der Eltern berechnet, das Jugendamt kann auch teilweise Kosten übernehmen. Eine Bekannt zahlt bei einer sehr guten christlichen Schule mtl. 60,00 Euro, dass sollte für die FS doch zu stemmen sein, hm?

w
 
G

Gast

  • #19
Hier nochmals die Nr. 10:
Ich schliesse mich Bäärbel und Vorrednern nochmals an. Wenn euch schon gesagt wird, dass Hauptabschluss schwierig wird, dann unbedingt die REISSLEINE BALD ZIEHEN. Unbedingt verschiedene Beratungen zuziehen, in verschiedenen Bereichen mit Psychologe etc. aktiv werden. Ihr habt keine Zeit mehr zu verlieren, finde ich.

Nach meinem Wissen funktionieren die Montessorischulen zb. nach dem Prinzip Einkommen. Danach richtet sich das Schulgeld. Was bei uns in der Schweiz dazu führt, dass das Schulgeld zwischen fast nichts bis sehr viel beträgt. Ich würde mich unbedingt erkundigen.

Und wie auch schon in einem Beitrag erwähnt: Deine Tochter nicht mit zuviel Liebe "beschützen" wollen. Auch wenn sie sich bei irgendwas nicht gerade besonders wohlfühlt, "Augen zu und durch". Ist hart, ich weiss. Die Pubertät wird noch andere Situationen bringen, wo du mit deiner Tochter, wo alle Eltern mit ihren Kindern mitleiden, allerdings eher im stillen, bitte !
 
M

Mooseba

  • #20
Sehr schade, dass es bei eurer Tochter so schlimm ist. Ich denke, ihr solltet auch einen Psychiater oder Neurologen zu Rate ziehen, ohne euch gleich Medis aufschwatzen zu müssen. Ihr seid auf keinen Fall die einzigen. In den Zeiten des Internets kann man sich gut austauschen, schnell seriöse Adressen finden und Kontakt zu Leidensgenossen aufnehmen. Auf keinen Fall würde ich mich allein auf das Urteil der Lehrer verlassen, auch wenn manche sicher viel Erfahrung haben.
 
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G

Gast

  • #21
Liebe FS,

Ich bin Asperger-Autistin und finde mich in all Deinen Beschreibungen wieder!
Bitte mache nicht den Fehler, Dein Kind in soziale Kontakte zu drücken, wenn es ihm absolut nicht behagt! Kontakte zu anderen schlauchen mich regelrecht und rauben mir die Kraft; es ist einfach erschöpfend und bewirkt in mir einen Overflow, von dem ich mich einen ganzen Tag lang erholen muss.

Als Kind bin ich auch von den Lehrern quasi "abgeschrieben" worden, weil mich keine Schulfächer außer Mathematik, Englisch und technisches Zeichnen interessiert haben. Was mich nicht interessierte, machte ich auch nicht. Nicht, weil ich faul war, sondern weil nichts hängenblieb. Ich habe Sätze 5 mal gelesen und wusste anschließend nicht mehr, worum es ging.

Aus mir ist trotzdem etwas geworden und den genormten Menschen gibt es nicht. Ohne Kontakte und ganz allein vor mich hinwerkelnd an meinem Arbeitsplatz fühle ich mich am wohlsten, man muss nicht zwangsweise "Teamplayer" sein (wie ich das Wort alleine schon hasse...). Deine Tochter kann durchaus einen schönen Beruf finden, als Archivarin oder Übersetzerin, Laborantin, irgendetwas, wo sie für sich Höchstleistungen vollbringen kann, ohne im Schatten von anderen zu stehen. Habe Mut und Vertrauen, alles wird bestimmt gut. Eine Umschulung wäre ideal, Privatschulen kosten nicht die Welt, und Du kannst Deinem Kind einen guten Start ins Leben geben, auf jeden Fall eher als in staatlichen Masseninstitutionen, wo man untergeht, wenn man anders ist. Sobald man von einem Lehrer nicht mehr ernstgenommen und gefördert wird, wird man auch von seinen Mitschülern nicht mehr respektiert, das habe ich alles selber durch...

Alles Gute!
 
G

Gast

  • #22
Deine Tochter ist 14 und ist emotional, motorisch und kognitiv deutlich hinter Gleichaltrigen! Auf dem Stand einer 10jährigen! Und deine Sorge gilt einem Job?!? Es ist hochste Zeit mit verschiedenen (!) Therapien zu beginnen, hier muss einiges getan werden. Mehrfach wochentliche Therapiebesuche sind unumgänglich. frag nicht hier im Forum- da müssen spezialisierte Ärzte ran- wie sollen Lehrer da helfen, wenn die eigenen Eltern überfordert sind?
Dein hoffendes Anwarten mag zwar gut gemeint sein, aber jede Woche, in der deinen
Tochter nicht professionell gefördert wird, ist nicht mehr aufzuholen!
Dass sie in einer Klasse mit Pubertierenden keinen Anschluss findet, wenn sie auf dem Stand einer 10jährigen ist, ist kein Wunder, oder? Werdet dringend aktiv und wartet nicht auf ein Wunder!
 
G

Gast

  • #23
Deine Tochter ist 14 und ist emotional, motorisch und kognitiv deutlich hinter Gleichaltrigen! Auf dem Stand einer 10jährigen! Und deine Sorge gilt einem Job?!? Es ist hochste Zeit mit verschiedenen (!) Therapien zu beginnen, hier muss einiges getan werden.
Dem schließe ich mich total an.
Der Job kommt dann, wenn ein gesundes Fundament dafür gelegt ist. Die seelische und körperliche Gesundheit ist sowieso die Basis für alles andere: für Glück, Lebensfreude und Erfolg (wie auch immer man Erfolg definiert). Ein "normales" Leben durchzuhalten, wenn die innere Basis dafür fehlt, kann in eine wahre Tortur ausarten.
Deine Tochter braucht Hilfe um ihre innere Basis/ihre Mitte sozusagen zu stärken...nicht mit dem Ziel der Perfektion, sondern "nur" der Verbesserung (so weit wie es halt möglich ist).
Was den Berufswunsch Schriftstellerin anbelangt:
Ist das Schreiben ihr Traum oder eher eine Flucht vor dem "normalen" Arbeitsleben? Schreiben ist eine Berufung, und man sollte diese Tätigkeit nur dann als Hauptberuf ergreifen, wenn man den ständigen, unbändigen Drang zum Schreiben, Outlinen und Ideen sammeln in sich verspürt.
Alles Gute für Euch!
w,35
 
G

Gast

  • #24
Mit 14 entwicklungsverzögert sagt noch nicht viel aus. Man kann sich noch bis ins Erwachsenenalter und darüber hinaus ausreifen und weiterentwickeln. Ich z.B. war bis zum 16. Lebensjahr total schlecht in der Schule und hab als sogenannter Spätzünder auf einmal einen Entwicklungsschub vollzogen.

Mit einer Sprachbegabung kann sie nachher auch Berufe lernen, wo man nicht studieren muss. Es gibt z.B. Fachschulen für Dolmetscherberufe, Europasekretärin und solche Berufe, wo man sich sprachlich ausleben kann. Auch bei manchen Behördenberufen kann das funktionieren, dass man mehr mit Schrift und Sprache jonglieren kann.

Manche brauchen nur länger Zeit, um sich zu entwickeln. Vielleicht kann sie nachher auch eine Sprache studieren, da braucht man kein Mathe. Ich kenne eine richtige Matheniete, der mit seinem Germanistikstudium sehr zufrieden und sehr gut ist.

bei vielen Privatschulen richten sich Schulgebühren nach dem Einkommen. Wer wenig verdient, zahlt auch wenig, z.B. bei Waldorf und manchen anderen freien Schulen.

ich bin ja ein Fan der dänischen Schulen hier und würde dort ein Kind einschulen, hab aber leider keines, da mir der Mann fehlt.
 
G

Gast

  • #25
Hier noch mal die TE.

Danke für die vielen weiteren Antworten!

Da bei der Tochter einer Bekannten ADS diagnostiziert wurde, habe ich mich auch mit dieser Thematik auseinandergesetzt und mich viel im Internet informiert.
Am Dienstag hatten wir endlich einen Termin bei einem Psychiater, der u.a. auf ADS spezialisiert ist.
Nachdem ich die Probleme meiner Tochter geschildert hatte, war er erst einmal entsetzt, dass bisher noch nie ein EEG gemacht worden ist.
Schon am Donnerstag hatte sie dann einen Termin für diese Untersuchung, dessen Auswertung er noch am gleichen Tag mit uns besprach. Das EEG zeigte keinerlei Auffälligkeiten, wie sie oft bei ADS-Kindern anzutreffen sind. Eine Epilepsie konnte er auch ausschließen. Allerdings zeigte das EEG Auffälligkeiten, die er als Hinweis auf eine frühe Hirnschädigung versteht.
Wenn wir das näher abklären lassen wollten, empfehle er uns, ein MRT in einer Uniklinik durchführen zu lassen.

Mein Mann und ich sind im Moment noch ziemlich geschockt.
Denn jetzt ist es für uns nicht mehr so abwegig, dass unsere Tochter eventuell doch eine unerkannte Lernbehinderung haben könnte, wie hier im Forum schon vermutet wurde.
Jetzt müssen wir erst einmal abwarten, was das MRT in drei Wochen ergibt.

Ich mache uns und auch den Lehrern Vorwürfe, die unsere Tochter nur als dumm und faul abgestempelt haben. Wir als Eltern hatten ja auch oft das Gefühl, dass sie einfach nur mehr Motivation aufbringen müsse.
Die Entwicklungsverzögerung haben wir auch mit dem Gedanken versucht zu beschönigen, dass sie halt ein Spätzünder ist und vielleicht alles in ein paar Jahren aufgeholt hat. Dem scheint ja jetzt leider nicht so zu sein.
 
G

Gast

  • #26
Alles Gute für euch und eure Tochter!
Nur macht euch bis zum Termin, wo das MRT gemacht wird, bitte nicht verrückt.
Auffälligkeiten im EEG müssen nicht unbedingt auf eine Hirnschädigung hindeuten.

Vielleicht liegt ja doch ADS vor.
Bei meiner Tochter (12) zeigten sich im EEG auch Auffälligkeiten.
Sie hat ähnliche Probleme wie eure Tochter, und letztendlich brachte man sie mit ADS in Verbindung.
 
G

Gast

  • #27
Wichtig ist erstmal, dass ihr als Eltern nicht die Träume der Tochter zerschlagt und auch nicht an irgendwelchen Berufswünschen zweifelt (wie viele Eltern das nämlich so machen und ihren Kindern damit alles verbauen. Wenn berufliche Ziele nicht klappen, dann sind fast die Einschränkungen der Eltern schuld, weil sie ihren Kindern nichts zutrauen). Sie muss ihren eigenen Weg finden, eigene Fehler machen und eigene Herausforderungen antreten und im Zweifelsfall kann sich dann immer noch von ihrem Höhenflug herunter kommen und etwas anderes machen.

Als Schriftstellerin kann man heutzutage zudem sehr wohl Geld verdienen, weil es über das Internet einfacher ist, Kontakte zu schaffen. Man findet viele Aufträge. Es gibt überall Firmen, die Leute brauchen, die gut texten können und das wird auch attraktiv entlöhnt.

Eure Tochter hat es sicher nicht einfach und wird einen alternativen Weg einschlagen müssen im Gegensatz zu anderen Gleichaltrigen, ich sehe da aber kein Problem.

Mobbing ist relativ normal. Auch normale Menschen werden in der Schule auffällig häufig gehänselt, gemobbt und als Außenseiter hingestellt. Kaum ein Schüler ist nicht davon betroffen. Daran sollte es also nicht liegen. Ihr solltet eure Tochter lieber stärkern und ihr in jeder Sache hinter ihr stehen und zeigen, dass sie eine ganz eigene Persönlichkeit ist und vieles erreichen kann, auch wenn es nicht einfach ist . Und nicht soviel Zweifeln, sonst stuft ihre euer Kind eigenständig zurück.
 
G

Gast

  • #28
Allerdings zeigte das EEG Auffälligkeiten, die er als Hinweis auf eine frühe Hirnschädigung versteht.

Mein Mann und ich sind im Moment noch ziemlich geschockt.
Denn jetzt ist es für uns nicht mehr so abwegig, dass unsere Tochter eventuell doch eine unerkannte Lernbehinderung haben könnte, wie hier im Forum schon vermutet wurde.
Jetzt müssen wir erst einmal abwarten, was das MRT in drei Wochen ergibt.

Ich mache uns und auch den Lehrern Vorwürfe, die unsere Tochter nur als dumm und faul abgestempelt haben. Wir als Eltern hatten ja auch oft das Gefühl, dass sie einfach nur mehr Motivation aufbringen müsse.
Die Entwicklungsverzögerung haben wir auch mit dem Gedanken versucht zu beschönigen, dass sie halt ein Spätzünder ist und vielleicht alles in ein paar Jahren aufgeholt hat. Dem scheint ja jetzt leider nicht so zu sein.

Liebe FS,

super, dass ihr jetzt endlich reagiert habt. Diese Untersuchungen hätten aber schon in den ersten 6 Lebensjahren gemacht werden müssen. Ich kann nicht nachvollziehen, dass diese Defizite nicht schon im Kindergarten der Tochter, wenn sie einen besucht hat, aufgefallen sind. In meinem Kindergarten gab es nach jedem Jahr ein Elterngespräch, wo man als Elternteil eine "Beurteilung" des Kindes erhielt und miteinander besprochen wurde, welche Förderung, wenn notwendig, möglich und angeraten ist. Spätzünder gibt es, aber die müssen gut beobachtet werden und schnell eine Förderung erhalten.

Auch euer Kinder-Arzt hätte bei den regelmässigen U-Untersuchungen doch feststellen müssen, dass mit euer Tochter was nicht stimmt.

Ich bin selber Mutter und mein Kind, nun fast volljährig, was nichts hat, ist regelmässig im Rahmen von Kita-Gesprächen, Einschulungsgesprächen, Gesprächen in der Grundschule, beim Übergang auf das Gymnasium (alles staatliche Einrichtungen) und beim Kinder-Jugendarzt auf div. Entwicklungsprobleme abgescheckt wurden. Ich fühlte mich da immer gut betreut.


w
 
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Gast

  • #29
Liebe Fragesteller-Eltern,
entschuldigung - aber dieses Forum ist nicht der richtige Weg für Euch. Ihr als kompetente Laien gebt hier Informationen rein, die kompetente Laien kommenteiren. Nur - das führt nicht zum Ziel.
Es ist Quatsch, wenn ihr eure Tochter in der Idee bestärkt, Schriftstellerin zu werden. Schriftsteller, also Autorin fiktiver Texte sind die Menschen, die etwas zu sagen haben. Beispielsweise Der Schreiber der "Blechtrommel", den ich als Autor nicht mag. Als Mensch übrigens auch nicht und als Politiker auch nicht. Aber - er IST ein guter Autor, hat der Sprache viel neues gegeben, hat eine neue "Schreibe" entwickelt. Oder Menschen, die etwas spüren, die Gesellschaft unbewußt analysieren und das dann scheiben. Beispiel Boris Pasternak mit den Sätzen, die Lara zur Philosophie sagt. Wenn er nur dies geschrieben hätte, hätte er schon die ganzen Bonzen der KPDSU gegen sich aufgebraucht. Für den Beruf Schriftstellerin der tatsächlich ein rosaroter Kleinmädchentraum ist hat eure Tochter nicht nur Null voraussetzungen sonder Negative voraussetzungen. Derzeit ist es ein Ausbildungsweg der Schriftsteller in Deutchland, dass sie studieren ! Sorry - ich will mich nicht damit beschäftigen wer und wo, aber ich glaube Judit Zeh ist eine derjenigen, die aus der Leipziger "Schriftstellerschmiede" kommt. So - ich habe jetzt einfach ein paar Namen erwähnt - und ich gehe schlicht davon aus, dass eure Tochterr nicht in der Lage ist mit einem dieser Namen "etwas anzufangen". Schrifteller - auch die sogenannten einfachen - lesen übrigens 25 Stunden am Tage, sie schreiben nicht einfach einen Text- die schreiben einen Text und schreiben diesen 500 mal um, feilen an Worten, an Bilder and Charakterern. Und natürlich können sie Figuren erst beschreiben, wenn sie die Dimensieon einer Romanfigur auch analysieren können, also das können, was Psycholanalytiker von sich behaupten.
Meine Meinung zu einem Punkt- dem Berufswunsch. Ihr müsst euch irgendwo ein Forum für Eltern mit behinderten Kindern suchen, da könnt ihr fundierte Informationen erhalten. Oder eine Gruppe von Eltern m it behinderten Kindern. Die könne etwas zu eurem Problem sagen.
 
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