• #31
Ich bin bemüht, die neue Rechtschreibung anzuwenden mit wechselndem Erfolg.

Vieles davon finde ich auch besser und gut nachvollziebar. Mein einigem bin ich mir aber gar nicht sicher und bin dann immer sehr dankbar, dass durch diese Durcheinander der Regeln kaum ein Mensch wirklich genau weiß, was richtig ist.
Sehe ich selbst einmal bei anderen eine andere Schreibweise, als meine, dann bin ich überzeugt: "Bestimmt ist das die neue RS" und hoffe, dass es vielen anderen bei meiner Schreibweise genau so geht. Deshalb also:

Ein Hoch der neuen RS, weil kaum jemand wirklich durchblickt und deshalb Fehler alltäglich sind!
 
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  • #32
Mir ist egal, ob jemand alte oder neue Rechtschreibung benutzt oder eine Mischung daraus. Ich selbst verwende die ARS und dies bewußt, weil ich die NRS wegen mangelnder Logik und Konqsequenz ablehne.
Beim Doppel-S scheinen viele NRS-Schreiber davon auszugehen, daß es gänzlich abgeschafft wurde. Zusammen- und Getrenntschreiben entbehren teils der Logik und führen zur Sprachverwirrung. Neukreationen wie "aufwändig" tun mir in den Augen weh, zumal man weiterhin nicht einvernähmlich oder angäblich schreibt, hier also weiterhin das Adjektiv vom Verb abgeleitet wird und nicht vom Substantiv, wie bei der NRS und Aufwand. Die Verstümmelung von Fremdworten durch übermäßige Eindeutschung finde ich eine Beleidigung sowohl der alten Griechen, als auch meiner Augen. Rytmus -AUA!
Ich bin also NRS-Verweigerer, da ich aber weiß, daß jeder das anders handhabt, werte ich eine Person nicht abhängig davon, was er gebraucht (oder auch bei einer Mischung von beidem).
Nur muß man in den meisten Profilen ja noch nicht mal nach ARS/NRS suchen, sondern es springen einem in 75% der Profile ganz gravierende Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler entgegen. Die Hitliste

TolLeranz/ IntolLeranz/ tolLerant (schreibt etwa die Hälfte in den Profilen falsch)
meißtens
währe
gesammt
das statt daß (dass)
Artzt /Ärtztin

Aus solchen Fehlern schließe ich in der Altersklasse Ü40 schlicht auf mangelnde Bildung und der Kandidat wird für mich uninteressant. Insbesondere, wenn solche Fehler in Vollakademiker-Profilen auftauchen, unterstelle ich sogar ein gefaketes Profil bezüglich der Berufsangabe.

Durchgehende Kleinschreibung empfinde ich (ebenfalls in meiner Altersklasse, da hier untypisch) als sehr unhöflich und faul. Der Schreiber teilt mir mit "ist mir doch egal, ob du das schlechter lesen kannst, Hauptsache ich kann schneller und müheloser tippen..."

Wenn jemand gut mit Sprache umgehen kann, mit ihr "spielt", grammatikalisch witzige Konstruktionen verwendet, dann macht ihn das für mich sofort sehr interessant. Gelungene Metaphern (die haben jetzt nichts mit Rechtsschreibung zu tun) finde ich faszinierend. Diese Menschen können sich meist nicht nur schriftlich, sondern auch im Gespräch gut ausdrücken und so jemanden würde ich bevorzugen.
 
  • #33
zur kleinschreibung: ich schreibe liebend gern alles klein, weil ich mal auf einem fernschreiber das 10-finger-schreiben lernte.
damals wurde auf fernschreibern alles klein geschrieben.
mir fällt es schwer, auf groß/klein zu wechseln. ich bin dann am ende des textes nur am korrigieren, da ich etliche wörter trotzdem klein geschrieben habe.

war es eine zeitlang nicht auch im internet angesagt, alles klein zu schreiben?
 
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dauersingle-m

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  • #34
am liebsten die alte Rechtschreibung, eigener stil, daran angelehnt, groß- und kleinschreibung muß nicht dauerhaft durchgehalten werdne

GROSSBUCHSTABEN WIRKEN NÄMLICH ALS BRÜLLE MAN

das ist die eigentliche Rechtschreibregel im Netz, weltweit.
 
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  • #35
@24 (von 11)
> "Noch eine Frage dazu in die Runde: irre ich und mein Rechtschreibprogramm oder manche Schreiber hier? Das "dreierles-s" ergo ß ist doch nicht komplett gestrichen, oder?"
Nein, da hat man ganz radikal angefangen und dann irgendwo auf halben Weg aufgehört. Es gibt noch irgendwelche ß, die laut NRS erlaubt sind, aber ich behaupte mal, nicht einmal 5% können Dir erklären wo und warum.
Die einzige Stelle, von der vermutlich fast jeder weiss, ist das "dass" anstelle des "daß". Und die ist darum so bekannt, weil die Änderung dort völlig unnütz ist und nur noch eine Fehlermöglichkeit mehr geschaffen hat.
Ich bleibe dabei: Die NRS war eine Machtdemonstration einer winzigen Politikergruppe, die zeigen musste, dass sie der Bevölkerung beliebigen Schwachsinn diskussionslos (als das Thema in die Presse kam war ja alles in tollen Gremien schon beschlossen) aufoktroyieren kann und die bei der Gelegenheit ein paar Verlegern Geld in die Taschen spülen wollten.
Ein paar wenige sinnvolle Dinge davon werden überleben, den Rest wird die Sprache wieder auseitern.
 
  • #36
@#23 an mich: Sorry, hanjo58, da liegst du falsch. Der Konjunktiv Perfekt in #1 in "als wollte jemand kaschieren" ist korrekt, da es sich nicht um indirekte Rede handelt.

@#34: Die Regel für das Doppel-S ist doch ganz einfach: Steht ein kurzgesprochener Vokal davor, wird Doppel-S geschrieben, sonst ß. Siehe zum Beispiele: Spaß, Fuß, groß sowie Fass, Biss und Sprosse.
 
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  • #37
Als Übersetzer weiß ich über die Rechtschreibung ziemlich gut Bescheid. Ob ich das nun ausgerechnet einsetze, um Partneranfragen zu bewerten, ist eine andere Geschichte.

Letztendlich interessiert doch, ob sich die Interessentin bei der Partneranfrage Mühe gibt und versucht, ihren Brief gut aussehen zu lassen. Nach der neuen Rechtschreibung geht das genauso gut wie nach der alten.

Wer so schreibt, dass er bei mir den Eindruck erweckt, er würde sich keine Mühe geben - der kassiert Minuspunkte. Das geht genauso gut mit Kleinschreiben aller Wörter wie mit dem Verwenden kryptischer, unleserlicher Abkürzungen. Auf die quisquilienhaften Details, wie ob Phantasie mit PH oder mit F geschrieben wird (beides geht übrigens nach der Rechtschreibreform) kommt es überhaupt nicht an.
 
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  • #38
@35
Genau sowas meinte ich ja: Spass/Spaß vs. Fass. Dass das a in Fass kurz geprochen wird, darüber sind wir uns einig, aber die Dauer des a in Spass/Spaß wage ich niemandem vorzuschreiben. Aber ich bin ja auch nicht Kultusminister...
 
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  • #39
@37:
Das a in Spaß kurz zu sprechen, ist Dialekt! Im Hochdeutschen wird Spaß eindeutig mit langem a gesprochen! Aber wenn man Dialekt nicht von Hochdeutsch unterscheiden kann ... dann gibt es natürlich mannigfache Irritationen in der Rechtschreibung!

w42
 
  • #40
@34: In der Schweiz hat es nie ein ß gegeben und die entsprechenden Regeln sind bei uns völlig unbekannt. Deshalb verwende ich nie ß, und meine Landsleute, die hier schreiben, wohl auch nicht. Das erklärt vielleicht Deine Beobachtung ("ist doch nicht komplett gestrichen, oder?").

Ich teile Deine Vorbehalte gegen die NRS und v.a. gegen die Art und Weise, wie sie zustande gekommen ist und im Laufe der Jahre von politischer Seite verwässert wurde, im Kern. Trotzdem muss ich anfügen, dass die Sache wohl doch etwas komplexer ist als von Dir dargestellt. Bist Du sicher, dass sich Dein Unmut wirklich gegen die amtlichen Regeln und nicht gegen den Duden richtet? Wie ich bereits #7 geschrieben habe, sind amtliche Regeln nicht = Duden, obwohl der Löwenanteil der deutschsprachigen Bevölkerung dies meint und - schlimmer! - die Duden-Redaktion (die ebenfalls NICHT identisch ist mit der wissenschaftlichen Gruppe, die die amtlichen Regeln ausgearbeitet hat) dies mit Erfolg suggeriert. Mit Wahrig (= Wörterbuch) und mit Heuer (= Regelsammlung) ist man m.E. viel besser bedient als mit Duden.

Wahrscheinlich haben sich irgendwelche linken Politiker, die sich dank verwässerten Rechtschreiberegeln mehr Chancengleichheit für die Unterschichten erhoffen, mit den Leuten vom Duden zu einer unheiligen kommunistisch-kapitalistischen Allianz konspiriert...! :) (ACHTUNG IRONIE)
 
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  • #41
@Peter: ich hab mich immer schon gewundert, wie Schweizer ganz ohne ß auskommen. Bei einem Wort finde ich es besonders verblüffend, wie ihr das auseinanderhalten könnt, das ist Masse (=Gewicht) und Masse (=Größe, Plural von Maß).

Wie wißt ihr in solchen Sätzen z.B., was gemeint ist?

Bestimmen sie die Masse und errechnen sie daraus die Masse des kugelförmigen Hohlkörpers.

Alkohol in Massen genossen kann schädlich sein (ist hier viel oder wenig Alkohol gemeint)?

Ich persönlich empfand in der alten Rechtschreibung viele Worte anhand des ß leichter und schneller lesbar. Ein *muß* oder *daß* im Satz springt viel mehr ins Auge, als ein *muss* oder *dass*, insebsondere, wenn es klein gedruckt ist.
 
  • #42
Nun denn, lasset uns Busse tun allen denen ich mit meinem offensictlich falschem Grammatikalischen Beispiel Schmerz zugefügt haben sollte. Ich ziehe es hiermit zurück nd bitte um gnädigste Vergebung.

Ungeachtet dessen vetrete ich dennoch die Meinung daß Gross/Kleinschreibung zu unserem unverzichtbaren Kulturgut gehört und ich es ablehne alles klein zu schreiben.

An #31, Ist es Ihnen möglicherweise in den Sinn gekommen daß so mancher Vollakademiker Naturwissenschftler sein könnte und daher die Feinheiten der Sprache nicht jedem vertraut sind? Ich liebe die Sprache, gehe aber dennoch etwas unverkrampft damit um. Und leider sind mir die Regeln nicht immer derart geläufig.

Zum guten Schluss noch an #25
Es ist möglicherweise aufgefallen, nirgendwo kann man sich leichter und besser verstellen als beim geschriebenen Wort. Ich komme nicht umhin den Ausdruck "alten, geilen Bock mit Bierbauch" als unschicklich zu empfinden. Derlei würde meiner Person niemals einfallen. Ich verübele ihnen das jedoch nicht, Sie haben dies doch treffend erkannt. Ich bin ein Mitglied des untersten Prekariats (habe nur die Personalverantwortung für 20 MA), bewege mich nicht jeden Tag (das bisschen Marathon laufen ist diesbezüglich zu vernachlässigen), habe mit wissenschaftlich gemessenen 12% Körperfett in der Tat ein wenig zuviel Fett um die Mitte und am übelsten von allem- ich nehme mich selbst nicht zu Ernst. Und solche Kleinigkeiten wie die korrekte Orthographie nach neuester Schreibart auch nicht.

Ja, ich bin ein gar schrecklicher Mensch

Noch Fragen?
 
  • #43
@ Kalle (#41):

Bravo, genau das finde ich auch: unverkrampfter Umgang mit der ganzen Sache ist wichtig! Wir brauchen mündige Bürger, die sich bei der Anwendung der Rechtschreiberegeln etwas überlegen und nicht einfach 1:1 nachäffen, was uns vorgegeben wird. (Damit meine ich aber natürlich nicht, dass man "Vater" auch mit "F-" schreiben können solle, ja! ;-))

Wie ich schon #17 geschrieben habe: ich kenne einen der Germanistikprofessoren, die für die Erarbeitung der amtlichen Regeln verantwortlich waren, persönlich recht gut, und er plädiert genau für das, was Du #41 schreibst: korrekt anwenden ja - aber unverkrampft damit umgehen!

@ Frederika (#26):

Von "Proleten-F" zu sprechen, finde ich nun doch etwas übertrieben. Es gibt nämlich aus wissenschaftlicher Sicht durchaus Argumente für die "f"-Schreibung des griechischen "ph": Der altgriechische Buchstabe "phi" wurde nämlich spätestens seit Beginn der Kaiserzeit, möglicherweise aber auch schon früher nicht mehr als aspiriertes "p", sondern als Frikative ausgesprochen. Und das griechische "phi" ist ja ein einzelner Buchstabe, keine Buchstabenkombination. So gesehen, liesse sich durchaus argumentieren, dass der griechische Buchstabe "phi" phonetisch ganz einfach mit unserem "f" identisch ist bzw. dass eben beide phonetisch eine stimmlose Frikative (das wäre dann die wissenschaftliche Bezeichnung...) repräsentieren.

Was mich im Deutschen stört, ist die uneinheitliche Handhabung. Und da ich ein konservativer Mensch bin, schreibe ich lieber "Elephant" statt "Elefant" usw. Aber wie gesagt, wissenschaftlich/linguistisch lässt sich auch die "f"-Schreibung begründen/rechtfertigen.

Im Italienischen schreibt man ja durchgängig "f". Zwar ist es für das Auge gewöhnungsbedürftig, Dinge wie "filosofia" zu lesen, aber wenigstens ist die Handhabung dort konsequent/einheitlich.

m., 32, auph Partnersuche
 
  • #44
@40 :
..die FS:

Dein Plädoyer für das "ß" finde ich phantastisch !

Und auch all die anderen Überlegungen zur Rechtschreibung - ich persönlich finde es durchaus wichtig hierzu einen Standpunkt einzunehmen , wie auch immer dieser aussieht.

Während ich diese Zeilen schreibe, bemerke ich:
Ich bin ganz durcheinander , kontrolliere alles.
 
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  • #45
@41
ich denke, #25 hatte den "alten geilen Bock" aus deinem Beispieltext herausgelesen, hat aber sehr wohl erkannt, dass das nicht Deine Worte waren. Also war auch ihre Einschätzung nicht auf Dich gemünzt sondern auf den fiktiven Sprecher deines Beispiels.
 
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