G

Gast

Gast
  • #1

Welche Kompromisse fallen euch leicht/schwer?

Mich (w) würde interessieren, welche Kompromisse euch in einer Beziehung leicht fallen und womit ihr Probleme habt. Damit meine ich keine "schwerwiegenden" Kompromisse, die darüber entscheiden, ob man überhaupt zusammenpasst, sondern eher Kompromisse, die sich beispielsweise durch Zusammenwohnen oder gmeinsame Zukunftsgestaltung ergeben.
Mir fällt auf, dass ich nach einigen Jahren Singlezeit etwas eigen geworden bin und es mein neuer Partner wohl nicht so leicht mit mir hat.
 
G

Gast

Gast
  • #2
Kompromisse meint ja, das man sich in der Mitte trifft. Von daher eigentlich für mich alles machbar. Wenn etwas nicht machbar ist, ist es ja ein NoGo und Beziehungs-KO-Kriterium.

Oder ist Kompromiss in diesem Fall "so lange diskutieren bis ich recht habe"?
 
G

Gast

Gast
  • #3
Ja, als Single ist man gewohnt, über die eigene Zeit nach Lust und Laune zu verfügen. Plötzlich muss man - und will ja auch - diese kostbare Gut teilen... Ich denke, dass man sich auch wieder umgewöhnen kann. Idealerweise hat man ähnliche Vorstellungen über das Maß an allein und gemeinsam verbrachter Zeit - mit manchen Menschen wird man sich darüber fast ohne Worte einig. Muss man in diesen Fragen der gemeinsamen Planung zu viel kämpfen und diskutieren, darf man ernsthaft darüber nachdenken, ob man dauerhaft auf einen gemeinsamen Nenner kommt.
Mein Erfahrungswert ist, wenn man beginnt, eigene Grenzen zu überschreiten nur dem Partner zuliebe, ist das der Anfang vom Ende.
Nur Du kannst einschätzen, wie weit Du bereits begonnen hast, Deine Bedürfnisse zu ignorieren, wichtige freundschaftliche Beziehungen zu vernachlässigen, Du Verhaltensweisen an Deinem neuen Partner EIGENTLICH intolerabel findest, aber Hoffnung hast, er könne sich für Dich ändern...
Meines Erachtens bringen nur offene, aber faire Kommunikation und das Wissen um eigene Grenzen wirklich weiter - sei es zum unvermeidlichen Ende oder zu neuen Einsichten, auf denen aufbauend Ihr Eure Beziehung neu gestalten könnt.
 
  • #4
Das sehe ich wie #1. Ein Kompromiss verlangt von beiden, dass man sich aus der Komfortzone bewegt.
Ich könnte nicht einmal ad hoc aufzählen, wo ich Kompromisse mache. Eine Partnerschaft verändert ein Leben doch ohnehin tiefgreifend. Alles andere ist "wasch mich, aber mach mich nicht nass".
Wir haben uns angenähert, was die Urlaubsgestaltung betrifft. Ich fahre ihm zuliebe mit nach Osteuropa statt nach Spanien und er nimmt mir zuliebe das Auto, statt Fahrrad und Zug. Wir fahren in den Schulferien statt im Winter in der Nebensaison, weil sein Urlaub nicht anders liegt.
Ansonsten haben wir das Leben ziemlich stark in Kompetenzzonen aufgeteilt und stehen uns deshalb nicht auf den Füßen. Die Küche ist mein Reich, er verwaltet das Geld, ich die Schränke mit Inhalt, er das Wohneigentum, ich bestimme, welcher Tisch angeschafft wird, er entscheidet über das Sofa (natürlich hat der andere ein Vetorecht) etc. Wir haben auch Zimmer, in denen entweder der eine oder der andere schalten und walten kann, wie er will.
Das einzige, wo ich ich über meine Intention hinweggehen musste war, dass mein Verlobter nicht möchte, dass ich mit einem anderen Mann in die Oper gehe, als mit ihm. Für mich ist ein Opernbesuch ein halbes Jobereignis, das habe ich während des Studiums dreimal im Monat gemacht. Für ihn ist es eine große emotionale und romantische Geschichte. Seis drum, da überwinde ich mich, wenn auch nicht gern. Mit einem Kompromiss hat das aber nichts zu tun.
 
G

Gast

Gast
  • #5
Es kommst darauf an, wie man den Kompromiss empfindet.
Ist es nur ein Nachgeben, um Ärger aus dem Wege zu gehen, oder ist es ein gegenseitiges Entgegenkommen.
Sicher hat man sich als Single eingerichtet, hat es sich gemütlich gemacht und über alles alleine entschieden.
Aber seien wir doch mal ehrlich. Wer ist schon gerne alleine?
Ist es nicht schöner, das Leben gemeinsam zu planen, Ideen des Partners mit zu tragen und anders herum auch?
Nicht richtig ist es, wenn man nur sein eigenes Ding dreht und der andere hat sich danach zu richten.
Nicht richtig ist es, nur sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse zu sehen und damit die Bedürfnisse des anderen nicht zu akzeptieren.
Wenn man lange Single war und dann wieder in einer Partnerschaft lebt, dann muß man neu lernen, mit welchen Kompromissen man leben kann und mit welchen nicht.
Wichtig ist dabei, dass man selbst entscheidet, womit man leben kann.
Und immer locker bleiben!
w
 
G

Gast

Gast
  • #6
Worin ich keine Kompromisse mache als Frau (aus Erfahrung):

- wann ich wo hin gehe (auch als gebundener Partner möchte ich am Wochenende in die Disko, Bar oder Club gehen. Zerstreuung ist wichtig, sonst fällt einem daheim in den eigenen vier Wänden die Decke auf den Kopf. Ich möchte nicht daheim sitzen, sondern was erleben und tu das auch. Der Partner kann mitkommen, wenn er möchte oder daheim bleiben und schlafen.)

- wofür ich mein Geld ausgebe. Das kann sein, wenn ich Lust habe, mir Stiefel für 200 Euro zu kaufen oder wenn man spontan auf irgendwas Lust hat. Da hat der Partner kein Mitbestimmungsrecht. Er kann seine Meinung äußern, aber hat nichts zu fordern.

Wenn der Mann mir was verbietet, mach ich es trotzem. Andersrum bei Männern wäre es doch genauso.

Auch als Partner, ist man immer noch ein eigenständiger Mensch. Andersrum akzeptiere und toleriere ich eigentlich auch alles am Partner. Extremitäten wie spezielle sexuelle Vorlieben müsste man dann eben gegebenfalls rechtzeitig absprechen.

Die Devise heißt immer noch: leben und leben lassen, und alles tolerieren, so fährt man am Besten.
 
Top