• #1

Welche Rolle spielt die Meinung der Kirche zur Sexualität?

Wie kommt es, dass Geistliche, wie Bischöfe oder Kardinäle, so häufig Worte über Sexualität, Homosexualität, den Konsum der Verhütungspille oder das Recht für eine Abtreibung verlieren, obwohl sie aufgrund des Zölibates wenig Ahnung davon haben dürften?

Welche Rolle spielt die Meinung der Kirche zu solchen Themen heutzutage in der Gesellschaft?
 
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  • #2
Ich wäre da etwas vorsichtig, von wegen, "keine Ahnung" haben können wegen Zölibat u.ä.

Unsere westlich-zeitgeistigen Meinungen sind ein Phänomen der letzten 100 Jahre, bestenfalls. In anderen Kulturen... na ja. Die Kirche mag übertreiben (ich nehme übrigens an, hier ist "nur" [?] die katholische gemeint) und verabsolutieren - aber den Kern Wahrheit, der in ihrer Lehre liegt, ist nicht so ohne Weiteres (Folgen...) abzutun.

Man sieht es dann, wenn man einmal die schwarz-weiße Schablone benutzt und das Gegenteil besichtigt.
 
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  • #3
Wie kommt es, dass Geistliche wie Bischöfe oder Kardinäle so häufig über Sexualität, Schwulsein, den Konsum der Verhütungspille oder das Recht für eine Abtreibung verlieren, obwohl sie aufgrund des Zölibates wenig Ahnung davon haben dürften? Welche Rolle spielt die Meinung der Kirche zu solchen Themen heutzutage in der Gesellschaft?
Die praktische Erfahrung des Geistlichen spielt doch keine Rolle. Aus katholischer Sicht ist Sexualität ein zweckgebundenes Instrument, das Gott den Menschen gegeben hat und das nicht missbraucht werden darf. Daher wäre es logischerweise widersinnig, wenn man als gläubiger Katholik Sexualität zum Vergnügen praktizieren dürfte. Folglich ist nicht nur Homosexualität, sondern auch Autosexualität (Selbstbefriedigung) und alle Formen von Schwangerschaftsverhütung nicht im katholischen Sinn.
Ich kann diese Haltung akzeptieren ohne sie zu teilen. Für mich zählt bei der Sexualität ausschließlich das Vergnügen aller Beteiligten, daher ist aus MEINER Sicht alles andere missbräuchlich. Auch der Sex als reine Pflichtübung zum Kinderkriegen.

Es wundert mich, dass manche sich über den katholischen Glauben aufregen, denn er ist ja nicht bindend und niemand wird gezwungen, ihn zu praktizieren.
 
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  • #4
Die Einstellung der Kirchenoberen zum Zölibat und zur Sexualmoral (inkl. gleichgeschlechtliche Ehe, Empfängnisverhütung, etc.) wird in der heutigen Zeit von den Gläubigen zwar schon noch gehört, aber ich glaube nicht, dass sich jüngere Menschen heute noch streng an die Lehren gebunden fühlen.
Ich wünsche mir als Katholikin, dass endlich wichtige Veränderungen in der Kirche stattfinden und dass die Kirche gründlich modernisiert wird. Ich finde es beispielsweise skandalös, dass Frauen noch immer keine wichtigen Kirchenämter ausfüllen und dass Priester nicht heiraten dürfen. Gleiches gilt für die kirchliche Einstellung zur Scheidung, zur gleichgeschlechtlichen Ehe und zur Empfängnisverhütung.
Gleichwohl finde ich, dass die Kirche in vielen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Funktion hat (sie ist u.a. ein wichtiger Arbeitgeber und ein mächtiges Wirtschaftsunternehmen), als mahnende Instanz und als karitative Institution. Aber sie wird sich in Zukunft ihren Aufgaben stellen und sich der Gesellschaft weiter annähern müssen. Auch im Bereich der Sexualmoral.
 
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  • #5
obwohl sie aufgrund des Zölibates wenig Ahnung davon haben dürften?
Die Meinung der Kirche zur Sexualität hatt in unserer Gesellschaft für die meisten Menschen keine Relevanz. Sie lassen sich weder im Bereich der Sexualität noch der Schwangerschaftsverhütung von der Kirche beeinflussen, sondern werden eher mal ungewollt Opfer von kirchlichen Trägern im Bereich der medizinischen Versorgung und Schwangerschaftskrisenberatung, wenn kurzfristig kein anderes Angebot ereichbar ist.

Aber wieso glauben Sie, dass die "Kirche" keine Ahnung von Sexualität hat? Haben Sie die Missbrauchsdiskussionen im kirchlichen Kontext in den letzten Jahren verschlafen? Da ist ja nun viel publik geworden und die Dunkelziffer übertrifft die Menge um ein mehrfaches - insofern ist es tatsächlich ein Massenphänomen. Das ist ein typischer Auswuchs von extrem unterdrückter Sexualität, der vielleicht für die Gesellschaft wenig Relevanz hat, wohl aber für die Opfer.

Dass das Zölibat für viele Priester nur theoretisch existiert, wissen die vielen "Pseudo-Haushälterinnen" (Lebenspartner) der kirchlichen Funktionsträger und deren Kinder. Der aktuelle Stern hat hierzu gerade einen interessanten Leitartikel, in dem sich viele Betroffene wiederfinden.

Keine Ahnung ist insofern eine Fehlannahme.

w, 55
 
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  • #6
Die Meinung der Kirche spielt in den meisten Weltgegenden, wo es Katholiken gibt, eine sehr große Rolle. Die paar dekadenten westlichen Gesellschaften wie Deutschland sind für die katholische Kirche mit ihren 1,5 Mrd. Gläubigen nicht so relevant. Insofern sollten sich die "modernen" Katholiken in Deutschland mal nicht so wichtig nehmen. Ob diese 20 Mio. - und alle davon wollen ja auch viele gar keine "Modernisierung" - die Meinung der Kirche für richtig halten, ist dieser doch ziemlich egal. Daneben spielt die katholische Kirche ja auch für Konservative, die nicht katholisch sind, eine Rolle. Denn welche andere Institution gibt es denn noch, die dem Werterelativismus entgegentritt? Da gelobe ich mir - auch als Nichtkatholik - die katholische Kirche.

m (33)
 
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  • #7
...oder das Recht für eine Abtreibung verlieren, obwohl sie aufgrund des Zölibates wenig Ahnung davon haben dürften?
Muß man wirklich die Erfahrung einer Abtreibung haben, um bei dem Thema mitreden zu dürfen? Und natürlich wissen auch zölibatär lebende Glaubensträger, was Sex ist. Hier geht es einfach nur darum, daß sie ihre Liebe zu Gott und den Menschen nicht mit der Liebe zu genau einem Menschen teilen sollen. Es mag also durchaus sein, daß sie nicht wissen, wie sich die Liebe zu einem einzelnen Menschen anfühlt und können insofern nur schwer eine glaubwürdige Eheberatung leisten. Ihnen in Fragen der Sexualität Ahnungslosigkeit zu unterstellen, nur weil sie sie nicht aktiv praktizieren, ist frech.

Die Kirche ermahnt zur Selbstbeherrschung. Wer sie in guten Zeiten gelernt hat, kann auch mit schlechten Zeiten (z.B. wenn der Partner krank und Sex gestrichen ist) leichter umgehen.
 
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  • #8
Keine Ahnung? Doch, sie ahnen sehr wohl, was sie verpassen oder nur im Verborgenen oder Verdrehten tun können.
Kein Unterrichtsfach war in meiner Schulzeit so sexualisiert wie der Religionsunterricht. Alle Priester in meiner Jugend, ALLE, hatten im Rückblick betrachtet ein sexuelles Problem, sie sprachen über ein Reich, das ihnen verboten bzw. nur in verkrüppelter Form bekannt war, sie kamen nie hinaus über eine schräg gelaufene Pubertät. Dauernden "Aufklärungsunterricht" sehe ich heute als aufdringlich an, eigentlich eine verbale Form des Mißbrauchs. Eigentlich schade, daß die vielen guten Ideen des christlichen Glaubens so verformt wurden. Der Zölibat wurde erfunden, um den Laden zusammenzuhalten, Pfarren wären sonst im Mittelalter vererbt und der Kirche entfremdet worden wie jede Pfründe. Aus diesem schlichten ökonomischen Grund wurde eine angeblich heilige Tradition erfunden, ein hoher Bock, von dem die Kirche nicht mehr herunterkommt ohne Gesichtsverlust. Und: die Kirche wird geführt von Männern, die "es" hintersich haben. Warum sollten sie ihren jüngeren Amtsbrüdern jetzt etwas gönnen, was sie selber jahrzehntelang wegdrücken oder umlenken mußten.
Im übrigen wird das "Problem" entschärft durch die hohe Schwulenquote im Klerus.
 
  • #9
Man sagt zwar: "Ein Vogel muß nichts von Ornithologie verstehen." Aber Menschen, die über Wertmaßstäbe für viele entscheiden und deren Verhalten beraten und reglementieren, sollten wissen worüber sie reden.
Wissen sie meist auch, leben es aber in völliger Verdrängung und Bigotterie. Das ist das Ungute für mich. Ich glaube der Annahme, daß ein überwiegender Teil der katholischen Würdenträger hochentwickelten Ländern ein schwieriges Verhältnis zur Sexualität und deshalb die Kirchenlaufbahn eingeschlagen hat.
Denn Kirchenkarriere ist in Industrieländern nicht unbedingt mehr attraktiv. (Und daran, das das alles überragende Gutmenschen sind, glaube ich auch nicht.) Warum sollte man dafür auf einen großen Anteil vom Lebensglück verzichten? Doch nur, wenn Sex ohnehin problematisch ist oder so unproblematischer zu leben wäre, im Männerbund und als per se Unschuldiger, weil dem Zölibat unterworfener.
Da ich nicht religiös bin, würde ich ich ohnehin aus dieser Richtung auf keine Meinung wert legen. UNd wenn ich mir ansehe, wie Katholiken, die ich kenne, leben, seit Jahrzehnten allesamt im Zustand der Todsünde, mit ihren Ehe-, Verhütungs-, Neupaarungs- und Abtreibungsgeschichten scheint es ihnen ähnlich zu gehen.
 
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  • #10
Du verwechselst die Meinung unserer "Qualitätsmedien" mit der Meinung der Katholiken in aller Welt.
Je weniger Menschen in Deutschland in die Kirche gehen, desto vehementer wird in der Presse posaunt, daß am deutschen Homo-Wesen der Katholizismus genesen soll. Selbst als gestern der erste Papst aus Südamerika verkündet wurde, entblödeten sich die deutschen Fernsehjournalisten nicht, weiterhin Sex, Sex, Sex und Homo-Sex als die wichtigsten Themen aufzuzählen. Von den Hundertausenden Christen, die verfolgt werden, nicht ein Wort.
Die Kardinäle im Konklave haben längst erkannt, daß die Musik in der katholischen Kirche schon lange nicht mehr in Europa, sondern in Südamerika und Afrika spielt. Anscheinend besitzen die Purpurträger eine erheblich größere geistige Beweglichkeit, als so mancher deutsche Qualitätsjournalist.
Kennt eigentlich jemand Mißbrauchszahlen bei der evangelischen Konkurrenz ? Wäre aus wissenschaftlicher Sicht eine interessante Kontrollgruppe. Unsere "Qualitätsmedien" interessiert das ja leider nicht.

m
 
  • #11
Für mich gleich Null. Ich spreche den alten Männern auch das Recht ab, über das Leben und die Lebensentscheidungen von jungen Frauen zu urteilen oder ihnen dahingegend etwas vorzuschreiben.
Man sagt ja allgemein, daß ein Drittel der katholischen Würdenträger schwul ist, eine Drittel habe eine Geliebte und ein weiteres Drittel sei asexuell. Ich warte jetzt erst mal gespannt darauf, ob die Mißbrauchsgeschichten der letzten Jahre gründlich aufgeklärt werden oder ob man wieder "Schwamm drüber" praktiziert. Desgleichen hört man auch, daß die kath. Kirche im Dienstleistungsbereich inzwischen auch Niedriglöhner beschäftigt zu Bedingungen, die der postulierten christlichen Nächstenliebe diametral entgegenstehen.
Für mich ist die kath. Kirche ein traditioneller Machterhaltungsverein alter Männer mit durchaus pittoresken Veranstaltungen, schöner Musik und erhabenen Bauten. Mehr nicht.
 
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  • #12
Die Meinung der katholischen Kirche zur Sexualität spielt bei mir keine Rolle. Im Gegenteil, für mich sind die katholische Kirche und deren "Führer" eine Ansammlung von Sexualverbrechern. m
 
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  • #13
In meiner Kindheit und Jugend war die Kirche allgegenwärtig, man musste mittwochs sein Kreuz abholen, der Religionsunterricht wurde von einem Pastor geleitet. Das prägt, ob man will oder nicht. Die Lehre bestand letztlich darin: "Es ist alles verboten, was Spaß macht." Sowas steckt einem dann im Mantel. In meiner Pubertät war ich Mädchen gegenüber sehr schüchtern, ich hatte ja schon Lust auf sie, aber das war ja verboten. Mit 14 bin ich dann von einem hinreißenden Mädchen verführt worden, was bei mir einerseits Schuldgefühle ausgelöst hat, auf der anderen Seite fand ich es aber so wundervoll, dass ich mir die Frage nach dem Sinn dieser kirchlichen Verbote gestellt habe. Ich kam zu dem Ergebnis, dass ein solcher nicht vorhanden ist. Gleichwohl hat es noch Jahre gedauert, bis ich das auch verinnerlicht hatte und ab dann meine Sexualität völlig frei ausleben konnte.

Wenn ich hier manche Beiträge lese, dann habe ich oft die Vermutung, dass die darin zum Ausdruck gebrachte Prüderie den verinnerlichten Verboten der Kirche geschuldet sind. Was ist z.B. daran schlimm, wenn ;Mann oder Frau sich irgendjemanden ins Bett holen nur um mit ihm/ihr unverbindlichen Spass zu haben? Nach kirchlicher Lesart ist die Frau dann direkt eine Hure, aber die Kirche hat ja auch die Hexen erfunden, damit sie was zum verbrennen hatte.Man könnte mich als männliches Flittchen bezeichnen, weil ich jeder halbwegs attraktiven Frau gerne zur Verfügung stehe, wenn eine Frau dasselbe macht, ist sie dagegen deswegen in einigen Kreisen stigmatisiert, obwohl sie nur selbstbewusst ihre Sexualität auslebt. Auf mich wirken Frauen, die sich nehmen, was sie wollen sehr anziehend und es wäre für mich alles andere als ein Ausschlusskriterium für eine Partnerschaft, wenn ich wüßte, dass die Frau schon Sex mit der halben Stadt hatte.
 
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  • #14
Die Kirche hat nur Macht über eigene Vereinsmitglieder, die sich mit Beitritt verpflichten an die Satzung zu halten, alles andere wäre Sünde, das ist dann aber auch egal, denn wenn wer sündigt dem wird vergegen, solange er immer brav an den verstorbenen Altvorsitzenden Jesus glaubt wird er nach seinem Tod auch zur Wiederauferstehungsparty im Vereinsheim "zum Himmel" eingeladen. Pech nur, dass man keine Möglichkeit hat das Recht auf ewiges Leben einzuklagen falls es doch anders kommt, denn der liebe Gott ist Gesetzgeber, Richter, und Vollstrecker in einer Person, und selbst eine Audienz bei ihm kriegt man nicht ohne weiteres. Super Geschäftsidee. Jede andere Firma würde wegen offensichtlichen Betrugs verurteilt werden.

Nein, die Kirche hat keinen zwingenden Einfluß auf die Sexzualität der Menschen, weil jeder Mensch freiwillig Kirchenmitglied ist. Jeder bestimmt für sich selber wem er glauben will, und wer der Kirche glaubt, darf sich nicht darüber beschweren, dass die Kirche ihm Vorschriften macht, denn alles was die Kirche sagt ist Glaubenssache.

Ansonsten ist die Kirche für mich die erfolgreichste Firma der Welt, mit den meisten Kunden, den meisten Mitarbeitern, weltweit den meisten Niederlassungen, und dem größten Vermögen.

m
 
  • #15
Welche Rolle spielt die Meinung der Kirche zu solchen Themen heutzutage in der Gesellschaft?
In der Deutschen säkulären Gesellschaft- keine
unter den deutschen Katoliken, gemässigt

aber: Weltweit eine ziemlich grosse Rolle. Wir Deutschen sind ja nur ein realtiv kleines Völkchen, in Südamerika, Afrika, Südeuropa ist die Trennung zwischen Kirche und Staat noch längst nicht wirklich durchgesetzt.

Es darf sich auch keiner etwas vormachen, im Endeffekt gehts dabei um Macht. Natürlich ist es im Interesse der Kirche dass Gläubige möglichst viele neue Gläubige in die Welt setzen. Der Islam macht nichts anderes. Da ist natürlich Sex um des Spasses willen nicht produktiv, Verhütung Teufelswerk und Schwuler Sex eine Vergeudung der Samen.
Der historische Hintergrund des Zölibats (was man in der bibel nicht findet) ist ja nicht "das Leben ausschliesslich Gott zu widmen" sondern das nicht geringe Erbe vieler Mönche der Kirche ungeteilt zu erhalten. Kein Sex, keine Kinder die Ansprüche erheben könnten. Dass dann sogar Päpste Kinder hatten war der Kirche dann egal, Sie waren ja inoffiziell und damit nicht Erbberechtigt. Exkommuniziert wird der Priester ja nicht wenn er Sex hat sondern nur wenn er heiratet.

obwohl sie aufgrund des Zölibates wenig Ahnung davon haben dürften?
Guter Witz! Das Zölibat gilt ja erst NACH der Priesterweihe. Davor wird den Theologiestudenten gerne geraten sich noch richtig auszutoben (Hat mir ein Tübinger Student verraten der das in die Tat umgesetzt hat).
Aber klar, zur Familie gute Ratschläge geben ohne die entsprechende Erfahrung ist schwierig. Und wenig glaubwürdig dazu.

Aus katholischer Sicht ist Sexualität ein zweckgebundenes Instrument, das Gott den Menschen gegeben hat und das nicht missbraucht werden darf.
Ja, es muss aber die Frage erlaubt sein: Wieso hat Gott es dann mit derart viel Vergnügen ausgestattet?
 
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  • #16
Ich sehe das so änlich wie mein Vorschreiber(in).

Wenn wir mal die katholische Kirche hernehmen: wie viele Kinder wurden bereits mißhandelt und sexuell bedrängt? Wie viele "vaterlose" Kinder sind von Geistlichen?

Die haben sehr wohl Ahnung von Sex und leben das hinter den Mauern teilweise auch aus. Sicherlich nicht alle, aber einige. Ein Mönch hat mir mal erzählt, dass es ein offenes Geheimnis war, dass in Klöstern wo Nonnen und Mönche nebenher gelebt haben, sich oft für Orgien getroffen haben. Das war früher so und kann ich mir heute auch noch gut vorstellen.

Ich finde es außerdem unverantwortlich von der Kirche, dass sie vom Kondom abrät. Warum sollte hier jeder wissen.

Ich lasse mir von der Kirche nicht dreinreden, ob ich Sex haben darf oder nicht. Ich muss mit mir selbst darüber klar kommen.
 
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  • #17
Es ist schon in mehreren Untersuchungen festgestellt worden, dass bekennende Atheisten durchschnittlich gebildeter und vorallem, in Bezug auf diese Frage, moralischer sind, falls man Verbrechenszahlen als Meßinstrument benutzt.
Dies ist auch bei den Missbrauchszahlen recht eindeutig zu belegen. Woher kommt also die Moral der Kirche? Vielleicht ist es ein Selbstschutz?
Die aktuellen Missbrauchsfälle sind ja auch nicht Neues. Zur Zeiten der Inquisition war jede hübsche Frau praktisch vogelfrei. SM-Neigungen stand die Tür offen.
Der Glaube gibt nicht vor, was die Kirche lebt, sondern die Kirche gibt vor, wie der Glaube gelebt werden soll.
Die tatsächlich blinden Gefolgsleute der Kirche gibt es heute -zum Glück- relativ selten.
 
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  • #18
Die Antworten auf die meisten dieser Fragen sind nicht abhängig von irgendwelchen "Erfahrungen" Geistlicher, sondern schlicht und ergreifend im Wort Gottes (der Bibel) zu finden.

Die Bibel gibt oft (nicht immer) eindeutige Antworten auf viele Themenbereiche (Sexualität, Homosexualität etc.).

Das einzige was also ein Gläubiger machen sollte ist, diese eindeutigen Antworten aus der Bibel auch offen zu vertreten. Und genau das machen die meisten katholischen Geistlichen.
 
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  • #19
Ja, es muss aber die Frage erlaubt sein: Wieso hat Gott es dann mit derart viel Vergnügen ausgestattet?
Es würde doch sonst der Anreiz zur Arterhaltung fehlen. Nüchtern betrachtet wäre das Ganze sonst ja eine höchst unappetitliche Sache.
Außerdem ist es Teil des freien Willens. Wenn Gott keine Versuchungen zulassen würde, wo hätte der Mensch dann die Wahl zum Guten?
Ohne die Wahl zwischen verschiedenen Optionen zu haben, kann ich von Gut und Böse gar nichts wissen. Siehe Adam, Eva und die Schlange im Paradies. Das sind ja nicht nur lustige Geschichtchen, sondern haben schon einen Sinn.

Für MICH aber besteht das Böse in Vielem, aber nicht in der Sexualität zum Vergnügen, sondern wie gesagt, unter anderem eher in der Sexualität ohne Vergnügen. Ich sehe es durchaus als Sünde an, wenn ein Ehepaar nur Sex hat um Kinder zu zeugen und sich dazu womöglich noch überwinden muss, weil es sich gegenseitig gar nicht attraktiv findet.
Oder wenn Sex anderweitig instrumentalisiert wird. Etwa, um Geld, Liebe oder sonstwas dafür zu erhalten.

Man könnte spekulieren, dass es in der Kirche gerade deshalb soviele Missbrauchsfälle gibt, weil bei Katholiken das Vergnügen ein Problem ist.
 
  • #20
Hallo #17
Die Antworten auf die meisten dieser Fragen sind nicht abhängig von irgendwelchen "Erfahrungen" Geistlicher, sondern schlicht und ergreifend im Wort Gottes (der Bibel) zu finden.
Wo finde ich den Bibelabschnitt zum Zölibat nochmal? (brauchst nicht suchen, den gibts nicht)
Neues oder altes Testament? (widersprechen sich oft und gern)
Welche Bibelfassung? die Urbibel oder die zum 18.male redigierte Fassung der katholischen Kirche?
Wo steht da was über Verhütung? (auch hier erübrigt sich die Suche).

Die Kirche interpretiert das Ganze so wie es gerade in die kirchliche Struktur passt, Priester die sich erlauben eine etwas andere interpretation zu haben werden gerne mal exkommuniziert. Früher auch gerne mal als Ketzter verbrannt.

Es ist schon unbestritten dass die Kirche, weniger die Bibel an sich bei Gläubigen eine sehr grosse Rolle spielt. Gerade auch in der Sexualmoral. Ganz schlimm wirds wenn zum Beispiel in Irland die Kirche die Macht hat Abtreibungen bei vergewaltigten Minderjährigen gesetzlich unter Strafe stellen zu lassen. Übrigens auch wenn diese im Ausland vorgenommen wird.

Nur die deutsche Gesellschaft hat sich davon etwas entfernt- wie ich finde nicht zum Schaden der Gesellschaft.
 
G

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  • #21
Ein Freund von mir ist Mönch in einem Benediktinerkloster geworden.
Er gehört zu den vitalsten Menschen, die ich kenne.
Von Leib- und Lebensfeindlichkeit in kath. Lebenswelten will ich so ganz pauschal deshalb nicht reden.
 
M

Mooseba

  • #22
Wie kommt es, dass Geistliche wie Bischöfe oder Kardinäle so häufig über Sexualität, Schwulsein, den Konsum der Verhütungspille oder das Recht für eine Abtreibung verlieren, obwohl sie aufgrund des Zölibates wenig Ahnung davon haben dürften? Welche Rolle spielt die Meinung der Kirche zu solchen Themen heutzutage in der Gesellschaft?
Weil es immer um Macht geht. Der Kirche sowieso. Die katholische Kirche will sich nicht öffnen, weil das als Zeichen der Schwäche angesehen werden kann. Zugleich schwimmen ihr vor allem in der westlichen Welt mehr und mehr die Felle davon, denn die Gesellschaft ist offener geworden. Das beste Beispiel ist die größere (auch sexuelle) Freiheit der Frau. Und über die Frau hat die Männergemeinschaft katholische Kirche sehr gern geherrscht.

(m,30)
 
  • #23
Jeder darf seine Meinung , Thesen und Einstellung haben - auch die Kirchen/Religionen.
Man muß nicht alles praktizieren, um eine Meinung darüber zu haben.
Aber man muß nicht jeder Meinung etc. zuhören, geschweige beachten.

Ich habe meine eigenen Maßstäbe, und brauche Keine von Anderen.
Wer selber denken kann, braucht keine Denkweise von Anderen.
Ich finde, daß es eine weit verbreitete Schwäche ist, die Thesen etc. von Anderen zu übernehmen z.B. einer Religion, anstatt selber zu denken.

Gerade die Einstellung der r-kath. Kirche ist m.E. besonders absurd.
So absurd, daß ich nicht mal darüber diskutieren wolle.
Wer hört Denen bei sowas überhaupt noch zu ? - Wer ihrer Kirchenmitglieder beachtet sowas ?

Die Diskriminierung gesetzlich erlaubter Liebe und Sexualität, die Diskriminierung von Frauen,
das Kondom-Verbot trotz HIV u.a. Krankheiten, das Verhütungsverbot trotz Risiko ungewollter Schwangerschaft bis hin zur Vergewaltigung - und dann auch noch Abtreibungsverbot.
sind Dinge die m.E. nicht mal Gott will.
Sondern von Menschen stammen, mit m.E. egoistischen sowie machthungrigen Gründen.

Ich würde, selbst als Katholik, Jeden auslachen, der mit solchen Thesen käme.
Und seinen IQ auf "unter Zimmertemperatur" schätzen.

Wie unmenschlich ist es, z.B. eine vergewaltigte Frau zu zwingen, das ungewollte Kind vom Täter gezeugt, auch noch austragen und groß ziehen zu müssen ?
Und sie dieses Kind immer an die schreckliche Untat erinnert ?
Das ist m.E. psychische Folter, aber keine christliche Nächstenliebe.

Mich wundert, das die ev. + die r.kath. Kirche überhaupt noch Mitglieder hat - und nicht Alle austreten, und ggf. eine eigene Kirche gründen.
Ich bin sogar aus der ev. Kirche ausgetreten. Und glaube weiter an Gott, aber ich glaube keiner Kirche/Konfession mehr, egal was sie behaupten.

In der Historie wie Gegenwart war es immer von großem Übel, wenn Menschen zuviel Macht über andere Menschen haben. Ob Religionen, weltlichen Herrschern, bis hinunter zu staatl. Ämtern.

Aber Eines beruhigt mich. Wir Alle werden sterben - auch Päpste.
Und dann müssen sich Alle - auch Päpste - vor Gott verantworten, für ihr Tun und ihr Leben. Denn vor Gott sind Alle gleich.
Wenn da über Kirchenmächtige Gericht gehalten wird - will ich nicht ! dabei sein.
Der Zorn Gottes kann sogar Päpste treffen. Auch wenn die sich vielleicht einbilden, sie seien vor Gott was Besseres ?
 
G

Gast

  • #24
Geistliche beschäftigen sich mit dem Privatleben der Menschen. Da spielt Sexualität, Schwulsein, Verhütung und Abtreibung eine größere Rolle als im öffentlichen Leben.
Über Verhütung und Abtreibung reden auch Politiker viel - oft treffen sie drastische Entscheidungen. Der Vorwurf, Geistliche reden so häufig über diese Themen, trifft also nicht zu. Und zum Zölibat möchte ich sagen, evangelische Geistliche, wenn sie verheiratet sind, stellen eine ganz besondere Gruppe bei Scheidungen und Eheproblemen, die Scheidungsrate sind viel höher als bei anderen Berufsgruppen. Das liegt vielleicht daran, dass der Geistliche heute "um jeden Scheiß" kümmern muss. Den Gemeindemitgliedern ist es egal, ob ihr Hirte nach 22:00 Uhr sein Privatleben braucht. So gesehen hat das Zölibat viele Beziehungsprobleme verhindert und hat durchaus Sinn.
Um auf die gestellt Frage zurückzukommen: (die eigentlich durch die Form der Fragestellung schon negativ beantwortet wurde) Die Meinung der Kirche ist sicher nicht die inkompetenteste. Wer kümmert sich denn sonst um solche Fragen? Die Mode, die Werbeindustrie, Showmaster, Stars usw.
 
  • #25
Wo finde ich den Bibelabschnitt zum Zölibat nochmal? (brauchst nicht suchen, den gibts nicht)
Neues oder altes Testament? (widersprechen sich oft und gern)
Welche Bibelfassung? die Urbibel oder die zum 18.male redigierte Fassung der katholischen Kirche?
Wo steht da was über Verhütung? (auch hier erübrigt sich die Suche).
Da zittere ich erst einmal aus Goethes Faust: …. Jeder holt sich das Beste für sich heraus und mit es anschließend mit nach Haus….

Da ja selbst derjenige auf den sich diese biblische Literatur begrenzt verheiratet war und demzufolge keine sexuelle Abstinenz ausübte, war also von Anfang an nie das Wort „Zölibat“ vorgesehen.
Jesus musste verheiratet gewesen sein, da er sonst nach hebräischen Glauben nie als Gelehrter auftreten durfte oder wurde er aus diesen Grund gekreuzigt.
Ich höre jetzt lieber damit auf sonst endet dies noch in Blasphemie.

Welche Rolle die Kirche heutzutage noch spielt?

Phasenweise wie letzte Woche mit der Wahl des neuen Papstes ist das Interesse schon noch hoch und dann versinkt sie wieder in der Versenkung bei vielen. Das könnte man mit der Politik gleichsetzen. Bei Wahlen ist das Interesse vorhanden und dann......

Nach der Theorie,dass die Kirche wegen ihren Zölibat keine Ahnung von Sexualität hätte, könnte ich dies mit der Familienministerin Schröder vergleichen. Dass sie ihr Amtantrat, war sie weder Verheiratet noch Mutter. Dass sie für manche alsungeeignet erschien, lag aber eher an anderen Umständen.

So wie manches bei unseren irdischen Glaubensvertretern…….
 
G

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  • #26
Wo finde ich den Bibelabschnitt zum Zölibat nochmal? (brauchst nicht suchen, den gibts nicht)
Neues oder altes Testament? (widersprechen sich oft und gern)
Welche Bibelfassung? die Urbibel oder die zum 18.male redigierte Fassung der katholischen Kirche?
Wo steht da was über Verhütung? (auch hier erübrigt sich die Suche).
Korrekt, und weil darüber eben nichts in der Bibel steht muss man sich auch nicht daran halten. Für christliche Gläubige ist die Bibel das Mass der Dinge und nicht das was andere darin hineininterpretieren. Für mich persönlich ist eine Aussage ohne entsprechendes Zitat eines Bibelverses der diese Aussage unterstützt nicht bindend.

Zu Sex im Allgemeinen (inkl. Homosexualität) gibt es jedoch eindeutige Antworten in der Bibel. Und genau diese vertreten unter anderem auch katholische Glaubensvertreter. Dafür müssen sie nicht Sex gehabt haben um mitreden zu können, sie geben einfach wieder was in der Bibel steht.

Zu Widersprüchen zwischen AT und NT bitte ich um konkrete Bibelstellen mitsamt deiner persönlichen Interpretation.

Ansonsten muss ich ein eindeutiges Veto abgeben zu deiner Aussage das angeblich mehr die Kirche als die Bibel im Vordergrund von christlichen Gläubigen steht.

Ich bin der festen Ueberzeugung das für die meisten meiner Brüder und Schwester die BIBEL im Vordergrund steht und hier insbesondere das Neue Testament und darin insb. Verhaltensweisen die Jesus uns "mitgeben" wollte - so einfach diese Verhaltensweisen sind, wir Menschen schaffen es jedoch immer wieder uns NICHT daran zu halten - egal ob nun Gläubige oder Nichtgläubige.
 
  • #27
Warum verhüten verboten ist

Gen.38:9
Aber da Onan wußte, daß der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er einging zu seines Bruders Weib, ließ er's auf die Erde fallen und verderbte es, auf daß er seinem Bruder nicht Samen gäbe. 10 Da gefiel dem HERRN übel, was er tat, und er tötete ihn auch.
Das Zölibat ist erst spät aufgekommen und hat etwas mit Reinheit und Gottgefälligkeit zu tun, was man in mehreren Paulusbriefen nachlesen kann:

1.Kor 7:32 ff
32 Ich möchte aber, dass ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn, wie er dem Herrn gefalle. 33 Der Verheiratete aber sorgt sich um die Dinge der Welt, wie er [seiner] Frau gefalle; 34 und [so] ist er gespalten. Auch die unverheiratete Frau und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, dass sie heilig seien an (dem) Leib und an (dem) Geist. Die Verheiratete aber sorgt sich um die Dinge der Welt, wie sie [ihrem] Mann gefalle. 35 Dies sage ich zu eurem eigenen Nutzen, nicht, um euch eine Schlinge überzuwerfen, sondern mit dem Ziel des Anstandes und der Beharrlichkeit dem Herrn gegenüber, ohne Ablenkung. 36 Wenn aber jemand meint, er handele unrecht an seiner Jungfrau, wenn sie "überreif“ ist und es so geschehen muss, so tue er, was er will. Er begeht keine Sünde, sie sollen heiraten. 37 Wer aber in seinem Herzen fest steht und keine Not hat, sondern Gewalt über seinen eigenen Willen besitzt [und] dies in seinem eigenen Herzen beschlossen hat, seine Jungfrau zu bewahren, wird gut handeln. 38 Also, wer seine Jungfrau heiratet, der handelt gut, wer sie aber nicht heiratet, der wird besser handeln.
Was Sex betrifft gibt es wirklich sehr viele stellen, wer mit wem darf oder nicht darf, es ist auch festgehalten, dass Sex spaß machen darf und nicht nur zum Kinderzeugen ist.
Regeln für den so ziemlich alles, kann man im 3. Mose nachlesen unter anderem auch Homosexualität

3.Mose 22
22 Du sollst nicht beim Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein Greuel. (1. Mose 19.5) (Römer 1.27) (1. Korinther 6.9) 23 Du sollst auch bei keinem Tier liegen, daß du mit ihm verunreinigt werdest. Und kein Weib soll mit einem Tier zu schaffen haben; denn es ist ein Greuel. (2. Mose 22.18)
Abtreibung geht aus verschiedensten Gründen nicht, einerseits weil es gegen das Gebot " Du sollst nicht Töten" verstößt andereseit weil an einigen Stellen geschrieben steht, das Schicksal ist vom Mutterleib an bestimmt und auch Gott entscheidet über eine Schwangerschaft, nicht zu vergessen wenn schon Verhütung verboten ist um wieviel mehr ist Abtreibung verboten.

jes.49:1
1Höret mir zu, ihr Inseln, und merket auf, ihr Völker in der Ferne! Der HERR hat mich von Mutterleib an berufen und meines Namens gedacht von Mutterschoß an
Psalm 71:6
6Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib her, du hast für mich gesorgt vom Mutterschoß an, mein Ruhm gilt immer dir
 
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Gast

  • #28
Die Fragestellung lautet nicht, was in irgendwelchen zusammengesuchten Bibelstellen zum Thema Verhütung, Zölibat, Abtreibung steht, sondern welchen Einfluss die Meinung der Kirche zur Sexualität heute hat. Die Bibel inetressiert doch ohnehin kaum noch jemandem. Die Texte wurden vor Jahrhunderten schriftlich niedergelegt und spiegelten den damaligen Zeitgeist, d.h. sind mittlerweile überholt. Dass es das ursprüngliche Wort Gottes war, kann keiner beweisen.

Schon vor 40 Jahren habe ich im erzkatholischen Münsterland festgestellt, dass die katholischen Mädchen zwar regelmässig in die Kirche und zur Beichte gingen, aber dort wohl heuchelten und garnicht daran dachten, ihre Jungenkontakte einzuschränken oder auf Verhütungsmittel zu verzichten. Insofern war der Einfluss der Kriche damals schon ausgesprochen gering, ging nicht über ein schwaches schlechtes Gewissen hinaus und hat seitdem noch deutlich abgenommen.
Ich kenne niemanden, keine Frau, keinen Mann, dessen Konfession auf die gelebte Sexualität irgendeinen Einfluß hat. Die Menschen benutzen Verhütungsmittel, wenn sie keine Kinder oder sich vor Infektionserkrankungen schützen wollen. Keinen interessiert es ansatzweise, dass die Kirche meint: Sexualkontakte nur zur Fortpflanzung und wer schwanger ist, muss das Kind bekommen, egal, wie es empfangen wurde. Wer sowas von sich gibt, dem zeigen 80% der Bevölkerung einen Vogel.

Wir leisten uns als Gesellschaft homosexuelle Politiker sogar in konservativen Parteien und das ist gut so. Der Einfluss der repressiven Kirchenmoral auf die praktizierte Sexualität ist gering. Es gibt andere Wertesysteme, welche effektiver und glaubwürdiger sind.
 
  • #29
@25
Ansonsten muss ich ein eindeutiges Veto abgeben zu deiner Aussage das angeblich mehr die Kirche als die Bibel im Vordergrund von christlichen Gläubigen steht.
Da wurde ich wohl falsch verstanden, es ging um den Einfluss der KIRCHE, nicht um den der gläubigen. Die Kirche ist auf Macht aus. Wie übrigens die meisten Religionsdeuter. Ich achte den Glauben von Gläubigen, was ich nicht achte ist es wenn die Religion als Machtmittel misbraucht wird.

@Thomas
die zitierte Bibelstelle ist ein schönes Beispiel für Interpretation. Das kann man jetzt mit sehr viel Phantasie als Verhütungsverbot deuten, naheliegender ist jedoch dass Gott sich über die Weigerung von Onan seinen Samen seinem Bruder zu geben. Wenn Du also etwas daraus entnehmen kannst ist dass Gott damit die Samenspende gutheissen würde.

Das Zölibat ist erst spät aufgekommen und hat etwas mit Reinheit und Gottgefälligkeit zu tun, was man in mehreren Paulusbriefen nachlesen kann:
Auch diese Stellen sind nur mit sehr viel Phantasie als Aufruf zum Zölibat interpretierbar.

Was Sex betrifft gibt es wirklich sehr viele stellen, wer mit wem darf oder nicht darf, es ist auch festgehalten, dass Sex spaß machen darf und nicht nur zum Kinderzeugen ist.
Ja, eben. Nur werden diese Stellen von Kirchenvertretern gerne übergangen. Hier wird die Sexualität ja gerne verteufelt.

Dass Abtreibung in der Bibel gegeiselt wird hat keiner in Frage gestellt und dass es zur Homosexualität entsprechende Stellen gibt auch nicht.

Wie schlüssig das geiseln der Homosxualität mit den heutigen Erkenntnissen noch ist mag jeder für sich selbst entscheiden. Selbst wenn Gott tatsächlich die Urbibel vermittelt haben sollte haben doch Menschen es aufgeschrieben und vor allem laufend redigiert.
 
G

Gast

  • #30
Die Fragestellung lautet nicht, was in irgendwelchen zusammengesuchten Bibelstellen zum Thema Verhütung, Zölibat, Abtreibung steht, sondern welchen Einfluss die Meinung der Kirche zur Sexualität heute hat. Die Bibel inetressiert doch ohnehin kaum noch jemandem. Die Texte wurden vor Jahrhunderten schriftlich niedergelegt und spiegelten den damaligen Zeitgeist, d.h. sind mittlerweile überholt. Dass es das ursprüngliche Wort Gottes war, kann keiner beweisen.
Nicht ganz korrekt, die eigentliche Fragestellung lautet: "Welche Rolle spielt die Meinung der Kirche zur Sexualität?"

Ich denke mit "Kirche" ist hier die Katholische gemeint, als freikirchlicher Anhänger kann ich jedoch nachwievor sagen: Die Meinung - auch von Glaubensgruppen - zu solchen Themen spielt nachwievor eine Rolle, und im Rahmen eines freien Meinungsbildungsprozesses innerhalb einer Gesellschaft ist das auch gut so.

Die Bibel interessiert christliche Gläubige sehr, ist es doch ihre Grundlage für das Ableiten christlich gewünschter Normen und Werte innerhalb einer Gesellschaft (wie leben wir in welcher Form zusammen, wie sollten wir uns aneinander begegnen etc.). Und genau das wird dann im Meinungsbildungsprozess auch so kundgetan.

Die Inhalte der Bibel sind zeitgemässer denn je, ich empfehle dir mal eine modern verfasste Form wie die "Hoffung für Alle". Insbesondere das NT gibt auch heute noch sehr gute und praktische Empfehlungen (durch Erzählungen und Gleichnisse Jesus Christus) die uns helfen sollen ein zufriedenes, miteinander in Eintracht führendes Leben zu leben.

An die Bibel glauben tun letzten Endes nur die, die ihr Vertrauen voll in Jesus Christus setzen. Deswegen heisst es auch "Glauben" und nicht "Wissen".