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Griet

Gast
  • #31
Ein Beruf ist häufig, aber nicht immer, Ausdruck der Persönlichkeit, der Intelligenz und dem Bildungsniveau, und lässt daher auch Rückschlüsse auf das Leben und Umfeld des Menschen schließen.
Aufgrund der zeitlichen Intensität von zumeist 40 Stunden oder mehr pro Arbeitswoche, ist er ziemlich sicher auch ein Gradmesser was Zufriedenheit angeht, - und damit, ob ich lächelnd nach Feierabend nach Hause zu meinem Partner komme, oder unzufrieden und genervt.
Durststrecken gibt's, wie im restlichen Leben ja auch, in jedem Beruf mal. Wenn der Job einen dauerhaft nicht ausfüllt, tut man gut daran sich seine Herausforderungen in der Freizeit zu suchen. Wer vermeintlich dauerhaft unzufrieden bleiben wird, kann eventuell intern wechseln, einen Arbeitsplatzwechsel in Betracht ziehen, oder vielleicht auch nur seinen Blickwinkel darauf verändern.
Da Männer sich grundsätzlich mehr & sehr über den Beruf definieren, ist mir der Beruf meines Partners sehr wichtig, ja. Auch, weil in gewissen Kreisen einfach auch gewisse Umgangsformen herrschen auf die ich nunmal Wert lege.
Wer nicht aufs Heiraten erpicht ist und keine Familie gründen möchte, dem darf unterm Strich das Einkommen des Partner aber völlig gleichgültig sein.
 
  • #32
Das der Beruf auf den Charakter schließt ist für mich Blödsinn.

Ich kenne Männer wie Frauen, welche in "sicheren" Beamtenjobs sind und diese nur wegen der Sicherheit ausüben, aber nicht, weil sie darin aufgehen oder ihr Traum ist.

Die meisten Menschen sind in Berufen, die ihnen evtl. ein gutes Gehalt liefern, aber innerlich sind sie nicht dabei.

Das erlebe ich täglich, somit ist es der Schein aber nicht der Charakter welcher hinter dem Beruf steckt.

Ein Beruf mag "öffentlich" spießig und langweilig aber gut bezahlt sein, dahinter steckt ein kreativer, fast künstlerischer Mensch, der privat genau das Gegenteil ist. Den Spießerjob hat er um seine privaten Träume finanzieren zu können, aber er ist kein Spießer.

Andere üben Berufe aus, welche ihnen die Familie, die Familientradition, die Eltern, die Lehrer, das Umfeld raten, aber sie tun es nicht mit Überzeugung.

Also für mich sagt der Beruf über den Menschen als Wesen nicht viel aus.
 
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Gast

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  • #33
Da Männer sich grundsätzlich mehr & sehr über den Beruf definieren, ist mir der Beruf meines Partners sehr wichtig
Ich glaube das nicht. Aber wenn das so wäre, gäbe es das nächste Problem. So ein Partner ist sehr anstrengend, weil er den Wert eines anderen auch nicht am Menschen selber misst, sondern an Leistung oder sonstwas.
Menschen, die sich sehr über ihren Beruf definieren, sind z.B. manche Dozenten, die ich kenne, und die auch in "normalen" Gesprächen nur dozieren, belehren, Wissen vermitteln, egal, ob es ihr Thema betrifft oder nicht. Sie müssen sich immer über irgendwas unterhalten, wo sie einen belehren können. Lockere Gespräche und Witze sind selten möglich. Das degradiert den anderen immer zum Schüler.
Es gehört manchmal viel Krise dazu, um zu sehen, dass man nicht sein Beruf IST, und das was übrig bleibt, wenn man diesbezüglich "alles" verliert, der wahre Kern, der geliebt wird, nicht der Berufsmensch.
Von daher bringt es mehr, nach dem Menschen zu gucken und nicht danach, welchen Beruf er ausübt. Auch wenn es sich manchmal in Einklang befindet und der Mann sich und sein Ego doch nicht so sehr über seinen Beruf definiert, sondern ihn einfach gern ausübt, aber ansonsten keine Folgen seiner Tätigkeit mit in die Beziehung schleppt.
 
  • #34
Ich finde es sehr interessant, was allein aus einem Beruf so alles hergeleitet wird. Das sagt doch wenig aus. Bildung kann sehr einseitig sein. Mir ist ein vielseitig interessierter gescheiter Gesprächspartner wesentlich wichtiger.

Ich kenne etliche Leute, die gehen heute Berufen nach, die nichts mit ihrer Ausbildung mehr zu tun haben. An Erfahrungsschatz und Vielseitigkeit sind sie nur schwer zu überbieten.
 
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Gast

Gast
  • #35
Selbstverständlich schließe ich vom Beruf auf das Bildungsniveau, die Interessen und bestimmte Charaktereigenschaften.

Multi-Kulti-Typen mit sichtbaren Tatoos sind selten Spitzenbanker - und Männer in maßgeschneiderten Anzügen noch seltener Sozialarbeiter.

Darüber hinaus sind AkademikerInnen im Durchschnitt intelligenter, kritischer und gebildeter als NichtakademikerInnen, weshalb ich letztere bei der Partnerwahl ausschließe.

Auf einen bestimmten Beruf bin ich allerdings nicht fixiert - Volkswirt, Tierarzt oder Ingenieur -könnte ich alles akzeptieren.

Schwer denkbar sind aber bildungsferne Berufe wie z.B. der Heizungstechniker aus dem Nachbarthread. Völlig ausgeschlossen sind unmoralische Berufe wie Viehbauer oder Metzger!

Das ist ausgesprochen kurz gedacht.

Ich weiß von Akademikern, die sich mit gering geschätzen Aushilfsjobs behelfen müssen (Putzfrau, Lastenträger) und von Menschen aus der Führungsebene, die es irgendwann satt hatten und aus Interesse und Lebensfreude auf die Sozialschine oder in andere "einfachere" Arbeitsbereiche, gewechselt haben. Und ich kenn tatsächlich einen Monteur, er schreibt als Privatgelehrter Bücher. Ein anderer Handwerker ist zusätzlich Künstler, ein dritter hat vier Lehrberufe und ist eine angesehene Kapazität auf seinem Gebiet.

Achtung! Man muss sehr aufpassen um nicht dem Klischeedenken zu verfallen. Zum Glück überrascht einen das Leben immer wieder.
 
  • #36
Mich interessieren am Beruf eines Mannes folgende vier Dinge:

1. Mag er seine Arbeit (zumindest meistens)? Einen dauerunzufriedenen Partner, der lieber nörgelt, anstatt die Dinge zu ändern, hätte ich nicht gewollt.

2. Kann er von seiner Arbeit so leben, dass er damit zufrieden ist? Wenn er sich keinen Urlaub leisten könnte, würde ich eben für uns beide eine günstigere Reise buchen. Aber ich würde mir kein Gejammer über seinen schlechten Verdienst anhören wollen.

3. Sind die Arbeitsbedingungen so, dass sie eine Beziehung ermöglichen? So wären häufige lange Abwesenheiten (z.B. bei Bundeswehrleuten im Auslandseinsatz) oder überlange Arbeitszeiten (Wirtschaftsprüfer mit 70-Stunden-Woche) für mich extrem problematisch.
Mein Liebster ist zwar auch unter der Woche fast immer dienstlich unterwegs, aber wir haben die Wochenenden komplett für uns.

4. Hängt dieser Beruf eng mit einer Weltanschauung o.ä. zusammen, die ich persönlich ablehne? Hier brauche ich ein Mindestmaß an Harmonie, ich hätte sicher Probleme mit esoterisch angehauchten Tätigkeiten, Berufsrevolutionären und einigen anderen Gruppen.
 
A

Ars_Vivendi

Gast
  • #37
Mich interessieren am Beruf eines Mannes folgende vier Dinge:

Das ist schön zusammengefasst. Allerdings ist mir mittlerweile wichtig, dass ich beim Lebensstil keine größeren Abstriche mehr machen muss (Nr. 2), weil die Frau sich beruflich nicht vorangearbeitet hat.

Ich weiß von Akademikern, die sich mit gering geschätzen Aushilfsjobs behelfen müssen (Putzfrau, Lastenträger)

Eben, "müssen".

Es wird auch niemand ernsthaft behaupten, dass Nichtakademiker nicht genauso einen ausfüllenden und interessanten Beruf haben können, wunderbare Qualitäten haben oder dass man ohne viel Geld nicht auch glücklich sein kann. Oder dass es nicht auch Nichtakademiker gibt, die viel Geld verdienen.

Und doch bin ich ehrlich: ich habe eine qualifizierte Ausbildung und einen guten Job, weil ich finanziell einigermaßen sorgenfrei leben möchte und mir gewisse Dinge leisten möchte. Das kann jemand mit 1000 Euro netto auch. Aber eben nicht meinen Vorstellungen entsprechend. Damit kommt sie dann als Partnerin nicht in Frage, weil sie nicht zu meinen Lebensvorstellungen passt und weil sie meine Einstellung auch nicht verstehen, aber natürlich ihren Lebensstandard gerne anpassen wird.
Viele, denen Geld nicht wichtig ist, sehen das nur so, solange sie mehr dafür arbeiten müssten. Ausgeben, wenn es da ist, tun sie es alle gerne.
 
  • #38
Ich bin Fachärztin. Für mich kommen nur Männer mit mindestens Abitur, besser Studium in Frage. Mit Bildungsabschlüssen darunter musste habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, die Männer fühlten sich schnell unterlegen und wurden aggressiv oder sie haben mangels Ehrgeiz privat wie beruflich nichts auf die Reihe gebracht und sahen mich als Mutterersatz, der ihr armseliges Leben zum Guten wenden soll.

Alss Beruf schließe ich nur Lehrer kategorisch aus, da ich nicht innerhalb der Schulferien Urlaub machen will. Auch komme ich mit deren Besserwisserei, Hypochondrie und Jammerei über ihre schreckliche Arbeitsbelastung nicht klar.
 
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