• #1

Wenn die Kinder flügge werden - fehlen der Zweisamkeit die Themen?

Hallo,
ich möchte fragen, wie es bei euch war, als die Kinder auf einmal "groß" waren und ihre eigenen Wege gingen. Seid ihr da in ein Loch gefallen, bzw. gingen euch die Gesprächsthemen aus? Man hat ja ab einem gewissen Alter einen Trott im Alltag und es kommt kaum Neues dazu. Unternehmungen hat man immer gemeinsam geplant, meistens im Sinne der Kinder und auf einmal ist alles anders. Wie habt ihr es geschafft, nicht zum freundschaftlichen Langweilerpaar zu werden? Hier gibt es ja auch noch Unterschiede, die von den finanziellen Möglichkeiten und den örtlichen Gegebenheiten abhängen.
 
  • #2
Mit den Finanzen und den örtlichen Begebenheiten hat das sicher nichts zu tun. Als Paar spannend zu bleiben, ist als Eltern nicht immer einfach.
Nun habt Ihr aber doch Zeit und Ruhe. Verhüten muss Frau in dem Alter oft auch nicht mehr. Nun könnt Ihr die Unternehmungen nachholen, die Ihr wegen der Kinder habt ausfallen lassen. Kurztrips in die Natur, in kleine Hotels, Tanzkurs, Wellness, Sport, Kinoabende, Kuschelabende auf der Couch mit einem Film aus alten Zeiten usw., usf. Man muss nicht zum Langweilerpaar mutieren, das lediglich noch Freundschaft verbindet. Wenn Ihr vielseitig interessierte Menschen seid, geht Euch der Gesprächsstoff doch nicht aus. Hattet Ihr bisher wenig oder gar keine Hobbys, sucht Euch welche. Seht über den Tellerrand und genießt Euer Leben! Ihr gehört noch nicht zum alten Eisen und es gibt ein Leben nach den Kindern. Also, los gehts! Bald kommen die Enkelkinder auf die Welt und dann werdet Ihr zum Bespaßen dieser eingeplant. Ist sicher auch schön, aber vergesst Euch dabei als Paar nie.
 
  • #3
Hätte ich eine solche eingeschlafene und langweilige Beziehung, ich würde mich trennen da mein Leben mir mehr bedeutet, als nur noch zweckorientiert zusammen zu bleiben. Ich weiß und sage, wo die Luft draußen ist, geht nichts mehr und sie ist bei euch längst draußen! Nur die Kinder haben bis jetzt euch zusammen gehalten, das ist absolut keine Option! Hart aber wahr!
 
G

Gast

  • #4
Ich glaube, dass Paare, die so ein Problem haben, sich auseinandergelebt haben oder nie gemeinsame Themen außer "die Kinder" hatten. Das Problem, dass man nicht zusammen passt, wird aufgeschoben, bis die Kinder aus dem Haus sind.
Manchmal wirkt es auch so, dass die Nesthäkchen nur gekommen sind, um die Beziehung "zu retten", also das Problem rauszögern, dass man nichts mit sich anzufangen weiß.

Eine Bekannte von mir konzentriert alles auf ihren kleinen Sohn, der ihr nach eigener Aussage alles gibt, was sie emotional braucht und was der Partner nicht macht: zuhören, sich sorgen, wenn es ihr schlecht geht usw. Wenn der mal aus dem Haus ist, hat sie wieder das gleiche Problem, es sei denn, sie bekäme wieder ein Kind. Dafür ist sie aber zu alt.

Also entweder entdeckt man sich als Paar neu, wenn die Kinder nicht mehr "der Kitt" sind, oder man entdeckt, dass man sich die ganze Zeit was vorgemacht hat. Ich glaube, man muss dem anderen noch mal völlig fremd begegnen und gucken, wer das da eigentlich ist, mit dem man zusammen lebt. Wenn einer das nicht will, hat man ein Problem, weil er sich abgefunden hat, dass es keine gemeinsamen Themen gibt, und sich längst ausgeklinkt hat. Dann kann er höchstens noch zu einem Tanzkurs überredet werden. Nur bringt das auch nichts, wenn man sich innerlich nichts mehr gibt.
 
M

Mooseba

  • #5
Hast du keinen Beruf? Jetzt wäre es mal an der Zeit, beruflich durchzustarten.
 
  • #6
Was ich nicht verstehen kann: Wieso sind die Kinder 'plötzlich' weg ?
Aus Kinder werden Jugendliche, die brauchen schon viel weniger Betreuung als kleine Kinder. Dann junge Erwachsene, die gehen dann zum Studium weg, in den ersten Jahren sind sie noch viel zuhause (die alten Freunde treffen).
Also so war es bei uns.
Meine Eltern haben seit sie uns allein lassen konnten (also als ich 12 war) auch allein gelassen. Erst nur eine Nacht und dann immer mehr.
Seit ich 16 war (ich habe noch einen jüngeren Bruder) sind meine Eltern jedes Jahr im Februar 2 Wochen zum Skilaufen gefahren.
Klar waren meine Eltern auch wehmütig als der Kleine dann mit 25 auch auszog aber sie hatten immer auch ihr eigenes Leben. Und wir Kinder haben die Zeit allein zuhause auch sehr genossen.
 
G

Gast

  • #7
Das langsame Ausgleiten ist in #5 schön beschrieben, das waren wohl auch Eltern, die ihre Kinder flügge werden ließen.
Bloß: nicht alle Eltern können das, die haben auch vorher schon harmonisch miteinander gekonnt, und dennoch: wie geht es ihnen denn wirklich nun miteinander? Ich konnte meine Tochter (im Gegensatz zu meiner Frau) auch leicht loslassen, einfach weil ich ihr vertraut habe - meine Frau nagt nach 15 Jahren immer noch dran, weiß mit uns und mit sich selbst nicht viel anzufangen.
Aber nach außen sind wir seeeehr harmonisch....
 
G

Gast

  • #8
Trott hat man immer, wenn man es nicht schafft, sein Leben interessant zu gestalten. Mit 18, 30, oder 60. Warum brauchen manche Menschen nichts anderes als Arbeit, Computer, Essen und Fernsehen? Das ist einfach kein Lifestyle für moderne Leute und auch kein Lifestyle für später, wenn man nicht nur wie blöd die Wand anstarren will.
Ich kenne 40 jährige, die, wenn sie mal 2 Wochen Urlaub im Jahr haben, nutzlos wie Heu sind und zu nichts zu gebrauchen sind. Sie gehen dann in ihrem Urlaub jeden Tag zur Arbeit, weil sie sich nicht mit sich alleine beschäftigen können.

Kinder werden heute auch selten unter 20 oder 25 oder gar 30 flügge. Bis dahin bist du 60+ (heute eher noch älter, wenn man mit über 30 Kinder bekommt). Also kommt da nicht mehr viel für jene Spätzünder, die es nicht geschafft haben, ein vollwertiges Leben zu kreieren, das auch noch im Alter ohne Kinder und Verpflichtungen Spaß macht.

Aber ich kenne nicht wenig 50 und 60 jährige, die noch in die Disko gehen und mehr Energie als manch 25 jährige haben. Ist halt eine Frage, wie fit man sich gehalten hat oder ob man eher der grießgrämige Spießer ist, mit dem man nichts zu tun haben will.

Was sollen wir dir jetzt raten? Alle Hobbys aufzählen? Du kannst in jedem Alter noch eine Sportart erlernen, du kannst dich geistig jederzeit weiterbilden um Demenz vorzubeugen, du kannst ein Hobby in der Natur anfangen. Lesen, malen, schreiben. Noch nichts davon gehört? Alles kann man lernen. Und das Beste daran: fast alles kostet nichts. Es gibt immer Möglichkeiten, ohne Geld voranzukommen und was schönes zu machen. Nur wenn man nicht will, findet man Ausreden.
 
G

Gast

  • #9
....ich musste schmunzeln, als ich gelesen habe, dass Deine Kinder "auf einmal groß waren und ihre eigenen Wege gingen"... Das klingt, als kam das für Dich "so plötzlich und unerwartet" wie Weihnachten jedes Jahr :)))
Vermutlich habt Ihr Euch nur als Eltern wahrgenommen, die Paarbeziehung wurde von Euch bewusst oder unbewusst (das könnt nur Ihr sagen) vernachlässigt.
Wenn Ihr das wirklich wollt, dann könnt Ihr Euch ja "jetzt" aufeinander konzentrieren, Euch füreinander schick machen, die Liebe neu entdecken. Findet heraus, was Ihr noch füreinander empfindet und baut darauf auf. Es ist Euer Leben, gestaltet es, die Welt steht Euch offen.