• #31
Liebe @Blair,
danke für Deine Zeilen,
sie drücken genau das aus, wie ich auch denke.

Liebe @lena,
ich denke, Du vergleichst da tatsächlich Äpfel mit Birnen.

Wenn die (erste) Verliebtheit nachlässt, bleibt im besten Fall eine tiefe Bindung zurück, Liebe.

Auch ich bin ein Mensch, der sich aus Kribbeln, Verliebtheit etc... nichts macht. Ich finde es wunderschön, aber es strengt mich auch unheimlich an. Die ersten Hürden nehmen, aufkommende Unsicherheiten ausgleichen, nicht wissen, was Morgen ist etc..

Wann immer ich von der Liebe geträumt habe, dann waren es auch immer Träume von Vertrautheit, Verbunden sein, Zusammenhalt und Beständigkeit. Gefühle, die weit über das Kribbeln und die erste Aufregung hinausgehen. Es ist das "Ankommen" das mich am meisten Kickt, zu wissen, dass da ein geliebter Mensch ist, mit dem ich so Viel teilen kann.

Ich bin per se keine schnell entflammbare Frau, ich flirte nicht, mache mir nichts aus Bestätigung und sonstigen Reizen. Es gibt mir einfach gar nichts.

Mein Partner ist übrigens da ganz genau so getaktet, und ich glaube, dass auch dies die Besonderheit bestimmter langjähriger Verbindungen ist. Eine hohe Passung in den Bereichen der Werte- und Lebensvorstellungen und Interessen. Ganz gleich, wie verschieden ein Paar auch von Außen betrachtet, aussehen mag.

Es ist auch diese Vertrautheit, aus der sich für mich das sexuelle Begehren requiriert. Klar, auch mein Partner hatte Attribute, auf die ich sofort angesprungen bin, aber das ist heute "nur" noch Teil des Ganzen. Je länger wir zusammen sind, desto schöner wird es.

Die Frau eines befreundeten Paares, die seit fast 30 Jahren zusammen sind, sagte übrigens das selbe zu mir. Es ist die Vertrautheit, das Gefühl der Verbundenheit, alles, was sie miteinander verbindet, was sich bis heute auch in ihrem Intimleben niederschlägt. Beide haben eine sehr hohe Passung in ihren Werten und Interessen und Beide haben genau das Leben, dass sie sich gewünscht haben.
Das mag zwar von Außen betrachtet, etwas Langweilig wirken, ist es aber nicht, wenn man kein Mensch ist, der ständig neue Reize und Bestätigungen braucht.

Für mich ist Tiefe entscheidend. Mit meinem Freund bin ich heute fest zusammen und je länger wie uns kennen, desto mehr Vertrautheit zwischen uns, wir geniessen dieses Gefühl beide sehr. Es ist wie nach Hause kommen, egal, wo wir uns gerade Treffen, oder aufhalten.
 
  • #32
Du musst in keiner unglücklichen Ehe bleiben.
Aber du hattest hier deinen GeliebtenThread, du schreibst selber du kommst nicht von ihm los, er ist dein Drogen-Kick.
Dadurch wirst du abhängig. Willst du das?
 
L

Lena_34

Gast
  • #33
Danke allen für die Antworten.

@Santosha hat genau verstanden, was ich gemeint habe.

Es geht doch nicht um tiefe Liebe vs. Aufregung des Kennenlernens. Die User, die sich hier beklagen, der Pepp wäre weg, schreiben nicht, dass sie mit ihrem Partner/ihrer Partnerin tiefe Liebe leben, sondern dass der Alltag funktioniert, der Pepp aber weg ist.

Ich würde nie behaupten, dass eine Beziehung, in der tiefe Liebe gelebt wird und die auch Sexualität, die von beiden Seiten gewünscht (und nicht nur hingenommen wird), keinen Pepp hat. Ganz im Gegenteil!

Aber du hattest hier deinen GeliebtenThread, du schreibst selber du kommst nicht von ihm los, er ist dein Drogen-Kick.
Dadurch wirst du abhängig. Willst du das?

Danke, dass du dich erinnerst!

Von dem "Drogenkick" komme ich nicht los, weil ich es wahrscheinlich gar nicht wirklich will. Es geht mir besser, seit ich es akzeptiert habe.
Die Geschichte ist inzwischen ein wenig weitergegangen. Ich habe keine Zweifel mehr an der Gegenseitigkeit. Nur ist ihm das Risiko zu hoch. Deswegen versucht er so zu leben, als bräuchte er das, was ich hier beschreibe nicht. Dafür wirkt er nun frustriert und verbissen. Viel aufgesetzte Coolness. Noch mehr Fokus auf Fitness, kleidet sich noch stylischer (und "jugendlicher") und hat sich nun (ein intelligenter Mann um die 50, in einer ziemlich respektablen Position) die Haare gefärbt...
 
T

Toi et moi

Gast
  • #34
Ich denke genauso. Kribbeln (Schmetterlinge) im Bauch ist nichts anderes als Ausschüttung von Phenylenthylamin (PEA) im Körper. Diese Verbindung sorgt dafür, dass Dopamin und Serotonin im Blut in hohe Konzentration vorhanden sind und wirkt halluzinogen. Nach 2-4 Jahren gewohnt sich der Körper an die hohe Dosis und so kann die Konzentration von Dopamin und Serotonin nicht mehr so hoch gehalten werden und so fliegen die Schmetterlinge weiter. Es gibt auch PEAjunkies (diese sind sehr oft Depressiv), die von einer Affäre in die nächste fliehen. Es gibt Untersuchungen darüber, dass man die Konzentration von PEA regulieren kann durch die Verabreichung von Monoaminoxidase (MAO) und so können diese Menschen stabilere Beziehungen eingehen. Das bedeutet, dass wissenschaftlich gesehen, es absolut nicht möglich ist, lebenslang in einer Beziehung Schmetterlinge im Bauch zu haben. Es gibt viele andere Gründe, warum die Menschen zusammen bleiben: Aus Liebe zu Ehepartner oder zu den Kindern, guter Sex, aus wirtschaftlicher Abhängigkeit, aus religiösen Gründen, aus moralischen und ethischen Gründen oder eine Kombination von verschiedenen o.g. Gründen.
 
M

Michael_123

Gast
  • #35
Meine Theorie dazu ist, dass es an der Wahl des Partners liegt, ob das Kribbeln vergeht oder nicht.

Dieser "Theorie" schließe ich mich an - einen ähnlich gemeinten Satz habe ich im Buch von Bud Spencer "Was ich Euch noch sagen wollte" gelesen - Bud war sein Leben lang mit seiner Maria verheiratet.

Die Partnerwahl ist das A und O und der Schlüssel zu Erfolg oder Mißerfolg einer Beziehung.
 
  • #36
@lena, es geht dir mit deinen Fragen um selbst erlebte Gefühle/Erfahrungen. Dazu kommt augenscheinlich nach Hinweis von Pfauenauge der Hintergrund einer eingeschlafenen Ehe und (un)heimlichen Liebschaft hinzu.

Ich habe mit einem Mann sowohl sehr starke, fast quälende Verliebtheit UND jahrelanges, emotionales und körperliches Begehren im Rahmen einer schönen, vertrauten, aber "stinknormalen" Beziehung mit Haus und Kind erlebt. Und die jahrelange Vertrautheit war definitiv viel schöner und wertvoller als die Verliebtheit.

Verliebt war ich schon mindestens zehn Mal mit immer den gleichen quälenden Symptomen: Ständig an den anderen Denken, nicht mehr richtig essen und schlafen können, eine echt krasse SehnSUCHT. Aber -außer mit dem einen- entstand daraus nie etwas Tragfähiges, zutiefst glücklich bzw. zufrieden Machendes. Und wenn ich den RICHTIGEN gefunden habe, den, den ich als Mann und Mensch äußerlich und innerlich auch nach Jahren nocht attraktiv finde und gern mag, warum sollte dann das Begehren verloren gehen? Es schwankt sicher, in Zeiten von zu viel Stress oder vorübergehend fehlender Dynamik.

Leider ging auch meine Beziehung nach zehn Jahren in einer schwierigen Phase in die Brüche: Durch Dauerüberlastung, fehlende externe Unterstützung, falsche Kommunikation und schließlich respektlosen Streit. Genauso, wie Liebe wachsen kann, kann sie auch wieder eingehen, wenn sie nicht genügend gepflegt wird. Oder kaputt gehen durch starke Erschütterungen - wie Untreue und schwere Respektlosigkeiten. Dann gibt es auch kein Begehren mehr, weder emotional, noch sexuell.
 
  • #37
Sexuelle Passung ist aber genauso ein Punkt wie Passung in der Kommunikation oder Passung darin, wie man Liebe zeigt.
Für mich ist sexuelle Passung nur ein Punkt unter den vielen Punkten, die idealerweise stimmen sollte. Ich kann von mir persönlich nicht sagen, ob die Tatsache, dass ich meinen Mann nicht mehr begehre daran liegt, dass ich eine eventuelle sexuelle Inkompatibilität in den ersten Jahren nicht gemerkt habe, sich eine solche erst im Laufe der Zeit entwickelt hat oder das einfach der ganz normale Lauf der Dinge ist und nichts mit fehlender Passung zu tun hat. Vielleicht liegt es auch einfach nur an mir - ich bemerke auch in Affären, dass meine Lust schnell schwindet, wenn ich jemand länger kenne.
Letztlich ist es auch egal, da es ist wie es ist.

Für mich ist Beziehung ein Gesamtpaket - es kommt auf die Bilanz an. Und die ist in meiner Ehe sehr gut. Und wir haben einen guten Weg gefunden, indem ich mir meine Sexualität woanders "hole". Ich bin der Meinung, dass es keinen Mann auf der Welt gibt, mit dem es insgesamt besser passen würde als mit meinem Mann, und darauf kommt es für mich an - jeder Mann wäre auch ein Gesamtpaket von zu mir passenden und nicht passenden Eigenschaften. Dass es in allen Bereichen ideal passt, halte ich für ausgeschlossen. Und ich persönlich finde es leichter, immer mal jemand zu finden, den ich sexuell begehrenswert finde, als jemand, mit dem ich gut und dauerhaft glücklich leben kann.
Deshalb würde ich nie eine gute Beziehung wegen sich im Laufe der Jahrzehnte entwickeltem Mangel an Begehren wegwerfen - das kann man sich doch leicht woanders dazuholen.
 
  • #38
Ist das mit den Schmetterlingen nicht auch so was wie mit dem Glück? Jeder strebt danach und jeder glaubt auf seine Art ans Ziel zu kommen.

Das große rauschende Glück, das ist doch auch die Ausnahme im Leben. Das erleben wir bei ganz besonderen Anlässen, beispielsweise bei der Hochzeit, der Geburt eines Kindes, bei einer Beförderung, beim Einzug ins eigene Haus oder wobei auch immer.

Und auch dieser große Glücksrausch hält nicht ewig. Was also macht der Mensch, der nicht gelernt hat, auch das stille Glück zu geniessen? Er jagt zum nächsten Kick. Ein noch größeres Auto, eine tollere Wohnung. Er jagt voran, manchmal auch ohne Rücksicht auf (eigene) Verluste in der Hoffnung, wieder diesen Rausch zu erleben. Der Rausch dauert von Mal zu Mal weniger lang und ist mühsamer zu erreichen.

Wie bei Alkoholikern. Und zum Schluss müssen sie einfach nur noch trinken, um sich nicht schlechter zu fühlen, als andere, die keine Drogen benötigen.

Schon mancher wurde von seiner Droge zugrunde gerichtet und seine Umgebung gleich mit. Der ständige Kick, die ständigen Schmetterlinge. Das ist ein Level, der niemals der Normalzustand sein kann, weil es ein unnormaler Zustand ist, der nur durch aussergewöhnliche Stimuli erreicht werden kann. Ein Süchtiger, der einen konstanten Rausch behalten möchte, muß immer größere Mengen seiner Drogen nachlegen, um auf Dauer immer weniger positive Gefühle zu haben. Und zum Schluss geht es ihm noch viel dreckiger, wie den Nichtsüchtigen, trotz Droge.

Ich bin nicht der Ansicht, dass man eine schlechte oder unglückliche Beziehung aushalten soll. Aber ich bin auch nicht der Ansicht, dass eine Beziehung nichts taugt, wenn sie mir keine Schmetterlinge mehr vermittelt. Wohl dem, der das stille Glück erkennen und auch geniessen kann.
 
  • #39
Es war mir nicht bewusst, dass meine Frage evtl. missverständlich war. Mit Kribbeln, Schmetterlingen, Begehren meine ich absolut keine Kalt-heiß-Spielchen, kein Bespassen und nicht mal die Aufregung der Kennenlernzeit.

Was ich meine ist: Ich will meinen Partner als Mann sehen und Sex mit ihm wollen, und zwar mehr als mit jedem anderen. Genauso will ich, dass er mich als Frau sieht und den Sex mit mir mehr will als mit jeder anderen.

Mein Eindruck ist, dass das in den meisten Beziehungen mit der Zeit (dem Alltag und den Belastungen) nicht mehr der Fall ist.

Meine Frage ist also: Ist euch das auch wichtig? Und falls ja, was macht ihr wenn es weg ist? Wie fühlt ihr euch, wenn ihr die Beziehung nicht auflösen wollt (z.B. weil Vertrautheit da ist)?

Ja Lena, mir ist es genauso wichtig. Ich möchte keinen Mann, der mich nicht mehr als Frau sieht.
Wenn ich das immer schon lese (exemplarisch): Meine Ehe ist eigentlich nicht mehr so doll, aber wir sind ein gutes Team und der Alltag klappt super...
Tut mir leid, erstrebenswert klingt so etwas nicht. Vertrautheit ist wichtig, aber die Leidenschaft auch. Auch nach zig Jahren Ehe/Beziehung.

Ich habe mich nach 8 Jahren von meinem Verlobten getrennt, weil eben genau das nicht mehr gegeben war. Wir waren im Alltag ein tolles Team, wussten was der andere denkt, jeder hatte seine Aufgaben, hatten ähnliche Interessen, ich mochte seine Mama ABER in puncto Leidenschaft ging nichts mehr. Ich fühlte mich wie seine beste Freundin aber nicht wie seine künftige Frau...
Viele hätten mir vermutlich geraten, es nicht aufzugeben. Das hat auch nichts mit "wegwerfen" zu tun aber Leidenschaft und Begehren gehören für mich einfach dazu.
 
L

Lena_34

Gast
  • #40
Und auch dieser große Glücksrausch hält nicht ewig.

Wie gesagt, ich meine nicht den Glücksrausch, sondern, dass man sich als Frau vom Mann begehrt fühlt (und umgekehrt) und dass man den Partner/die Partnerin begehrt. Dass da Leidenschaft ist und eben nicht "nur" ein Funktionieren als Team, obwohl das ja auch schon sehr viel wert ist.

Ich kann von mir persönlich nicht sagen, ob die Tatsache, dass ich meinen Mann nicht mehr begehre daran liegt, dass ich eine eventuelle sexuelle Inkompatibilität in den ersten Jahren nicht gemerkt habe, sich eine solche erst im Laufe der Zeit entwickelt hat oder das einfach der ganz normale Lauf der Dinge ist und nichts mit fehlender Passung zu tun hat. Vielleicht liegt es auch einfach nur an mir - ich bemerke auch in Affären, dass meine Lust schnell schwindet, wenn ich jemand länger kenne.
Letztlich ist es auch egal, da es ist wie es ist.

Nicht ganz egal. Es wird ja ständig behauptet, jemand sei daran schuld und es wird dazu aufgerufen, daran zu arbeiten. Das ist, was mich am meisten erstaunt. Ich kann mich da eine umgekehrte Entwicklung nicht mal vorstellen.


Für mich ist Beziehung ein Gesamtpaket - es kommt auf die Bilanz an. Und die ist in meiner Ehe sehr gut. Und wir haben einen guten Weg gefunden, indem ich mir meine Sexualität woanders "hole".

Holt sich dein Mann seine Sexualität auch woanders? Dürfte er das?
Und was wäre, wenn er (wie wohl die meisten Menschen) damit nicht einverstanden gewesen wäre?
Habt ihr Kinder?
 
  • #41
Für mich besteht Verliebtheit aus 2 Komponenten:

1. Die eigentliche Begeisterung für den Menschen. Ihn unheimlich toll zu finden und stundenlang angucken zu können; sich für jede Kleinigkeit zu interessieren. Das Hochgefühl in seiner Gegenwart und beim Gedanken an ihn. Soviel Zeit wie möglich mit ihm verbringen zu wollen. Sich einfach sehr sehr wohl mit ihm zu fühlen.

2. Das eigentliche "Kribbeln" aka "Schmetterlinge im Bauch". Also die ganzen körperlichen Symptome von Aufregung wie Herzklopfen, Schwitzen, weiche Knie.

Und ich muss sagen: auf 2. kann ich dankend verzichten. Mich erinnert dieser Zustand an Lampenfieber vor einer Prüfung und das ist nun nichts, was ich besonders genieße.

Allerdings war ich bisher immer nur einseitig verliebt. Das beeinflusst sicher meine Bewertung dieser körperlichen Symptome. Ich deute sie als Ausdruck von Nervosität, die v.a. dann auftritt, wenn ich mich meinem "Objekt der Begierde" sozusagen "unwürdig" fühle. Ein, zweimal habe ich für einen Mann die unter 1. beschriebene Begeisterung empfunden, aber die Nervosität, also das "Kribbeln" hielt sich sehr in Grenzen....und das habe ich überaus genossen.

Nach 1., also der Begeisterung für einen Menschen, bin ich leider süchtig, fürchte ich. Ich brauche immer jemanden, zu dem ich mich besonders hingezogen fühle, von dem ich träumen kann; sonst fühle ich mich leer. Außer in den kurzen Phasen, in denen irgendein selbstgewähltes spannendes Projekt meine Aufmerksamkeit fesselt. Meine Therapeutin hat es mir mal so erklärt, dass ich quasi zum Dopaminjunkie geworden bin, um meinen chronischen Serotoninmangel zu kompensieren. Zumindest habe ich sie so verstanden.

Ich frage mich immer, ob mein Unterbewusstes spürt, dass ich zu einer festen Beziehung nicht bereit bin; nur verbrannte Erde hinterlassen würde, und es deshalb nie zu beidseitiger Verliebtheit kommt. Andererseits: wie man sich in einer Beziehung fühlen und verhalten würde, kann man ja gar nicht wissen, ohne je eine gehabt zu haben. Angenommen, mir würde wider Erwarten doch irgendwann ein Mann begegnen, mit dem es wirklich passt, der meine Gefühle erwidert und wir würden eine Beziehung eingehen - vielleicht würde mir ja gar nicht langweilig werden?

Die Aufregung in seiner Gegenwart würde vergehen, aber wie gesagt, die finde ich ohnehin nicht erstrebenswert. Und dieses "hach, er ist toll"-Gefühl unter 1. - kann das nicht bleiben, in vielleicht abgeschwächter, aber immer noch ausreichend beglückender Form, wenn man wirklich den richtigen Partner gewählt hat? Sicher wird die anfängliche vollumfängliche Begeisterung wohl immer ein paar Kratzer abbekommen. Aber angenommen, die sind nicht gravierend, weil beide Partner emotional reif sind und sich weitestgehend frei von Projektionen füreinander entschieden haben - können sie dann nicht über längere Zeit voneinander begeistert sein; auf eine Art und Weise, die zwar nicht die Welt auf den Kopf stellt, aber so erfüllend ist, dass kein Wunsch nach Abwechslung aufkommt?
 
  • #42
Wie gesagt, ich meine nicht den Glücksrausch, sondern, dass man sich als Frau vom Mann begehrt fühlt (und umgekehrt) und dass man den Partner/die Partnerin begehrt. Dass da Leidenschaft ist und eben nicht "nur" ein Funktionieren als Team, obwohl das ja auch schon sehr viel wert ist.

Okay, also eigentlich geht es Dir gar nicht um die anfänglichen Schmetterlinge beim Kennenlernen, sondern alleine um die sexuelle Note einer Beziehung?

So richtig nachvollziehen kann ich den Sinn der Frage dann aber nicht. Denn mal ehrlich ...

Meine Frage ist also: Ist euch das auch wichtig?

... wer, außer vielleicht asexuelle Menschen, würde diese Frage verneinen?

Man kann guten Gewissens festhalten, dass sie Zahl der Frauen und Männer, die sich statt einer reinen Zweckgemeinschaft eine sexuell erfüllte Beziehung wünschen, gegen 100 % tendieren wird.

Und diejenigen, bei denen das Begehren mit den Jahren vollkommen abgenommen hat, werden überwiegend aus Vernunftgründen zusammenbleiben. In Anbetracht dessen, was sich manche Menschen in einem Leben gemeinsam aufgebaut haben, kann ich das sogar nachvollziehen.
 
  • #43
Holt sich dein Mann seine Sexualität auch woanders? Dürfte er das?
Und was wäre, wenn er (wie wohl die meisten Menschen) damit nicht einverstanden gewesen wäre?
Habt ihr Kinder?
Ich habe nicht darüber zu entscheiden, was mein Mann "darf", aber ich verstehe, was Du meinst. Ich würde es begrüßen, wenn er sich auch mal anderweitig vergnügen würde, aber er meint, er will es bisher nicht, sondern ich "reiche" ihm. Er kann/will Liebe und Sex nicht trennen.

Schade, weil ich denke, dass er viel verpasst und ich ihm möglichst schöne, vielfältige Erlebnisse gönne und ich eben nur ich sein kann und damit das Spektrum mit mir erlebbarer Dinge logischerweise begrenzt ist - aber ich akzeptiere seine Entscheidung. Und vielleicht ändert sich seine Einstellung ja noch, ich denke an Angeboten dürfte es ihm nicht mangeln. Und vielleicht verlockt ihn doch mal eine tolle andere Frau:)
Ich weiß zwar nicht, was die Frage nach Kindern mit der Beziehung zu tun hat, aber gut:
ich habe einen erwachsenen Sohn (24), den mein Mann vor 22 Jahren adoptiert hat und als sein Kind aufgezogen hat. Weitere Kinder wollte er grundsätzlich nicht und mir war auch wichtig, mich beruflich zu verwirklichen und damit waren weitere Kinder nie Thema.

Die Frage nach dem "was wäre, wenn der Partner auf Monogamie bestehen würde" kann ich nicht beantworten, weil ich da mutmaßen müsste. Vielleicht hätte ich einen solchen Partner nie gewählt, weil insgesamt zu besitzergreifend und über meine Belange bestimmend, oder ich hätte es mit Monogamie versucht und wäre damit zufrieden gewesen oder eben nicht und hätte mich dann doch irgendwann getrennt, oder ich hätte ihn betrogen/belogenen und dann wäre es aufgeflogen und hätte Drama produziert.
Alle Varianten sind denkbar - aber es ist müßig darüber nachzudenken, weil in der Vorstellung immer alles möglich ist , aber die wahrscheinlichste Konstellation ist ja die, die dann eingetreten ist und in der ich mich tatsächlich befinde.
 
L

Lena_34

Gast
  • #44
Okay, also eigentlich geht es Dir gar nicht um die anfänglichen Schmetterlinge beim Kennenlernen, sondern alleine um die sexuelle Note einer Beziehung?

So richtig nachvollziehen kann ich den Sinn der Frage dann aber nicht. Denn mal ehrlich ...



... wer, außer vielleicht asexuelle Menschen, würde diese Frage verneinen?

Man kann guten Gewissens festhalten, dass sie Zahl der Frauen und Männer, die sich statt einer reinen Zweckgemeinschaft eine sexuell erfüllte Beziehung wünschen, gegen 100 % tendieren wird.

Und diejenigen, bei denen das Begehren mit den Jahren vollkommen abgenommen hat, werden überwiegend aus Vernunftgründen zusammenbleiben. In Anbetracht dessen, was sich manche Menschen in einem Leben gemeinsam aufgebaut haben, kann ich das sogar nachvollziehen.

Diese Menschen schreiben hier oft und ihnen wird vorwiegend geraten:
- daran zu arbeiten, als könnte man das zurückbringen
- Stabilität etc. zu schätzen

Daher meine Frage. Kann man es aufrechterhalten oder zurückholen? Und wie geht es denjenigen, die aus rationalen Gründen darauf verzichten?

Ich habe nicht gedacht, dass man das mit dem Kribbeln so wortwörtlich nehmen und auf die ersten Wochen beziehen würde.

@noreia

Ich habe nach Kindern gefragt, weil ich mir kaum vorstellen kann, dass das in einer Familie mit jüngeren Kndern funktionieren würde.
 
  • #45
Ist es jemandem hier gelungen, eine langjährige Ehe/Beziehung (evtl. mit Haus, Kindern und allem drum und dran) zu führen, in der das Kribbeln nie weg war?
Uns ist es gelungen - schon fast zwanzig Jahre lang... allerdings ist das Kribbeln nicht dauerhaft da, quasi 24/7. Aber es gibt immer noch besondere Momente (eigentlich jeden Tag mal wenigstens einen), wo das Kribbeln zu spüren ist. Ein inniger Kuss, manchmal nur ein Blick, aneinanderkuscheln beim Einschlafen und schwupps ist das Gefühl da. Und wir tun das auch beide nach wie vor kund, sind dankbar für diese Momente und wenn sie (wegen Stress, wenig Zeit u.ä.) mal ausbleiben, dann machen wir es uns immer wieder bewusst, wie gut wir es im Grunde miteinander haben und nehmen uns (wenigstens ein bisschen) schöne Paarzeit, wie ein gemeinsames Bad, einen Spaziergang an einem besonderen Ort oder gehen gemeinsam frühstücken, einen Kaffee trinken o.ä. Fairerweise muss ich aber dazu sagen, dass wir von anfang an extrem verliebt ineinander waren und die Liebe inkl. mit allem was dazu gehört gepflegt wurde und immer wuchs.
 
  • #46
@noreia

Ich habe nach Kindern gefragt, weil ich mir kaum vorstellen kann, dass das in einer Familie mit jüngeren Kndern funktionieren würde.

Naja, das hat dann wohl was mit Deiner Vorstellungskraft zu tun, auch mein Sohn war mal jünger.

Aber um Deine eigentlich Frage zu beantworten, die leider erst jetzt deutlich wurde:
Ich kenne keinen Weg, wie sich sexuelle Anziehung dauerhaft erhalten oder zurückholen lässt, sonst würde auch ich monogam leben. Und falls es tatsächlich Beziehungen gibt, in den wirklich beide Partner wahrheitsgemäß behaupten können auch nach Jahren und Jahrzehnten noch geil aufeinander zu sein, um es mal bewusst platt auszudrücken, halte ich das dann doch eher für die Ausnahme.
 
  • #47
Für mich ist sexuelle Passung nur ein Punkt unter den vielen Punkten, die idealerweise stimmen sollte.
Für mich auch, aber ein wichtiger, weil ich ne monogame Beziehung haben will. Ich hatte in meiner Exbeziehung nach 3 Jahren gemerkt, dass es nicht passt sexuell, und dass ich mir noch solche Mühe geben kann zu sagen, was ich mir wünsche - der Mann hätte sich verstellen müssen, er war einfach nicht so. Und ich denke, umgekehrt war es genauso, denn wir haben über alles gesprochen und wollten das Problem lösen. Aber er wollte das irgendwie nicht erkennen, dass ich nicht "hingebogen" werden konnte, also er hat nie losgelassen mit den Veränderungsversuchen.
Es passte einfach nicht, und ich konnte das vorher auch nicht sehen, weil ich diesbezüglich weder drüber nachgedacht hatte (also dass es verschiedene Arten von... ich nenne es einfach mal Sex-Energie gibt, wie es auch unterschiedliche Arten von Kommunikation gibt).

Und wir haben einen guten Weg gefunden, indem ich mir meine Sexualität woanders "hole".
Wenn man sich so einigen kann, finde ich das auch gut. Dann ist dieser Punkt "ausgelagert" und sie können sich trotzdem weiter als Paar in einer Beziehung lieben. Aber das wollen viele nicht als Beziehung.

Und ich persönlich finde es leichter, immer mal jemand zu finden, den ich sexuell begehrenswert finde, als jemand, mit dem ich gut und dauerhaft glücklich leben kann.
Je weniger verlangte Passungspunkte es gibt, umso einfacher ist es ja. Ich treffe wenig Männer, die ich begehre und bin nicht unbedingt scharf auf komplettes Zusammenleben. Aber mit einem charakterlichen Tiefflieger könnte sexuell trotz körperlicher Anziehung auch nichts anfangen.

ich meine nicht den Glücksrausch, sondern, dass man sich als Frau vom Mann begehrt fühlt (und umgekehrt) und dass man den Partner/die Partnerin begehrt. Dass da Leidenschaft ist und eben nicht "nur" ein Funktionieren als Team, obwohl das ja auch schon sehr viel wert ist.
Ich finde das sehr nötig in einer Beziehung, auch wenn das vielleicht nicht mehr jede Woche zweimal Sex geben kann. Es wird hier oft sexuelle Qualität in einer Beziehung gleichgesetzt mit Quantität. Das meine ich gar nicht, wenn beide sich glücklich fühlen mit der Frequenz, kann die sein, wie sie will.

Ich hab schon Männer gesehen, die ich bis ans Lebensende aufregend gefunden hätte so rein von Geruch und Optik her. Aber: Die Anziehung hängt bei mir und sicher allgemein eben auch vom Verhalten ab, und wenn das abtörnend ist, will ich den Körper auch nicht mehr.
 
  • #48
Ich hab schon Männer gesehen, die ich bis ans Lebensende aufregend gefunden hätte so rein von Geruch und Optik her.
Ja? Woher weißt Du das? Ich nehme mal an auch Du kannst nicht in die Zukunft schauen?! Niemand kann beurteilen was gewesen wäre.

Genau das ist ja der springende Punkt in langen Beziehungen, dass man irgendwann an einen Punkt kommt, den man nie und unter keinen Umständen für möglich gehalten hätte. Man hat Erwartungen und Vorstellungen, insbesondere in Hinblick auf die Zukunft, die von der Realität nicht zu erfüllen sind.
Ich vermute mal, dass fast alle Menschen in frischen Beziehungen sich nicht vorstellen können, dass sie diesen Menschen vielleicht irgendwann mal nicht mehr so extrem anziehend finden. Dabei ist das Nachlassens des Begehrens ein normaler Vorgang, was man aber auch erst weiß, wenn man es öfter erlebt hat und sich mit den Ursachen (biochemische Vorgänge im Gehirn) auseinandergesetzt hat. Das sieht man auch hier an den Fragestellungen, es kommt recht oft vor, dass Leute sich fragen, warum der Sex und/oder das Begehren in ihrer Beziehung nachgelassen hat. Diese Menschen sind noch in der Phase, in der nach schlechter Passung und unguten Umständen gefahndet wird, von der eigentlichen Erkenntnis, dass dies ein absolut normaler Vorgang ist, sind sie noch entfernt.

Hätte mich jemand in den ersten Jahren meiner Ehe zum Thema Monogamie gefragt - auch ich wäre eine absolute Verfechterin gewesen - ich war mir sicher niemals wieder einen anderen Mann so zu begehren wie meinen - sonst hätte ich ihn nie geheiratet.
Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
 
  • #49
Ja, diese Bewunderung und dieser Stolz "was für ein schöner, besonderer Mann und er gehört zu mir", das kannst du dir erhalten. Das kann man sich auch erhalten, wenn sich die Beziehung verändert. Auch wenn die Schmetterlinge verfliegen. Und es ist wichtig, dieses Gefühl zu erhalten.

Allerdings weiß ich nicht, wie man sich diese Bewunderung wieder zurück holt
 
L

Lena_34

Gast
  • #50
Hier nochmal die FS.

Danke euch für die Antworten. Nicht einer hat geschrieben, wie man einmal eingeschlafenes Begehrten wieder weckt. Nicht einer halt von diesbezüglichen eigenen Erfahrungen berichtet.

Es hat auch nicht einer geschrieben, wie es ihm/ihr mit dem Verzicht auf diese Komponente in einer Beziehung geht.

Warum wird das aber ständig ratsuchenden Usern geraten?
 
  • #51
Das Leben ist keine Generalprobe und du hast nur eins. Nüchtern betrachtet, habe ich 25 Jahre für diese Erkenntnis aufgebracht. Ich habe mir in all den Jahren, immer mehr was vorgemacht. Der Berg, der Dinge, die ich noch erledigen möchte, in meiner mir noch verbleibenen Lebenszeit wurde so hoch, dass ich raus wollte. Es geht darum, zu wissen was man erfahren haben möchte bevor man in die Kiste steigt. Es gibt alles, auch die Liebe bis zum Tot.
 
  • #52
Lena,

Ich kenne diese Situation aus meinen beiden längeren Beziehungen.

Der Alltag kommt, das System funktioniert irgendwie.
Erst ging die Nähe verloren, gerade in der ersten Beziehung war irgendwann jeder Näheversuch Signal, ich will Sex.
Die positiven Gefühle verschwanden, Kommunikationsversuche scheiterten (auch mit Meditation).

Da blieb sehr zwangsläufig auch das Begehren auf der Strecke. Irgendwann konnte ich beide nicht mehr riechen, damit war es unrettbar.

Unter solchen Prämissen führe ich keine Beziehung, ich habe beide beendet, Verblüffenderweise waren beide Partner vollständig überrascht, obwohl ich oft genug sagte, dass es anders werden müsse, obwohl (kurz und viel zu oberflächlich) Paartherapie stattfand.

Fazit allerdings,
Die Grundlage des Scheiterns lag eigentlich schon am Anfang.
Meine Beziehungsmuster, die Wahl des Partners, die rosa Brille, der viel zu starke Wunsch, die Sehnsucht nach Partnerschaft, endlich Familie.
Bis die Realität kam, und ich feststellte, dass viele Elementarfaktoren nicht passten - Kommunikation, nicht nur die Art, wir haben uns nicht verstanden, Umgang mit Nähe, Aktivität / Passivität, Sexualität generell, teilweise Werte.
Bei beiden Männern geriet ich in die Rolle der Macherin, Organisatorin, ob Urlaub, Freizeit, Finanzen, alle Bereiche. Irgendwann war ich nicht nur alleine, sondern einsam in der Beziehung.

Bei meinem 1. Mann kam Eifersucht dazu, eine zunehmend gepflegte Abneigung gegen Akademiker mit entsprechenden Äußerungen und betontem Verhalten, und zunehmendem Propagieren wie Frau zu sein hat. Die Problematik von Ausbildungs- / Einkommensgefälle und Altersunterschied hatte ich ignoriert, nicht wahr haben wollen.

Da sind nicht Schmetterlinge verflogen, da sind bei mir Partnerschaften auf Sand gebaut worden, mit ungenügendem Fundament - und es verschwand zunehmend allles.
Auch wenn wir in der 2. Ehe bedeutend harmonischer waren, die Basis im Äußeren (Beruf, Alter, Herkunft) passte, wurde es eine WG, mit getrennten Zimmern. Es passte im Wesentlichen nicht.

Was aber die eigentliche Lernaufgabe war.
Ich musste mit mir eine Beziehung eingehen, mich kennenlernen, mir selbst wirklich Partner sein.
Meine gesamten Muster hinterfragen - Verhaltens-, Denkmuster. Ängste, Sehnsüchte, Bedürfnisse.
Das Wichtigste, ich musste erst lernen, mich selbst wert zu schätzen, zu mögen, zu lieben.

Ich denke, heute kann ich Beziehung ganz anders, aber ich schaue darauf, dass wirklich eine gute Basis vorhanden ist. Und dann gehört der bewusste Umgang mit der Partnerschaft, die Wertschätzung der Partnerschaft dazu.
Ich denke, die Schmetterlinge bleiben in einem gewissen Maß, vielleicht verändert, wenn die Partnerschaft, der Partner nicht als selbstverständlich gesehen wird.
Wenn sie in dieser Form verschwinden, bleibt wohl nur Trennung.
 
  • #53
Nicht einer hat geschrieben, wie man einmal eingeschlafenes Begehrten wieder weckt.
Ich denke, sowas funktioniert nur dann, wenn das Begehren wirklich da war und nur von Nichtbeachtung gekillt wurde. Und ich denke auch, dass es Menschen gibt, die wirklich nach einer gewissen Weile gelangweilt sind und neue körperliche Erfahrungen machen wollen. Jetzt mal abgesehen von festgestellter Unpassung oder durch den Alltag und den dadurch möglichen Frust entstandene Desillusionierung oder die Übersättigung durch die Nähe, wobei ich die "heilbar" halten würde, indem man sich wieder mehr um sich kümmert, und damit wieder anziehender wird für den Partner.

Ich hatte eine Schulfreundin, die mal leicht angewidert erzählte, dass sie früher von der Schule nach Hause gekommen war und ihre Eltern gerade aus dem verwühlten Schlafzimmer kamen. Meine Freundin meinte dazu, die wären wie die Siebzehnjährigen gewesen, also albern, verliebt, sich neckend. Als Teenager so ein Verhalten zu erleben, ist einem ja meist ultrapeinlich.
Anscheinend gibt es Paare, die noch wie frisch verliebt Sex haben können und schon über 20 Jahre verheiratet sind. Da ist das Begehren anscheinend nicht eingeschlafen. Hier haben doch auch schon einige davon berichtet. Deswegen denke ich, dass man dazu einfach den richtigen Partner finden muss, es sei denn - wie oben geschrieben - man ist einfach nicht der Typ. Es gibt ja Menschen, die nach einer gewissen Zeit nach einem Kick suchen und mit "Routine" nichts anfangen können, was nicht negativ gemeint ist. Das muss man rausfinden, wie man tickt.


Ich nehme mal an auch Du kannst nicht in die Zukunft schauen?!
Aber ich kenne mich, ich kenne solche Männer (mit denen ich zwar nicht zusammen war, die ich aber gut kennengelernt habe. Die Anziehung ging nicht weg, wie auch, der Geruch ist noch derselbe, das Gesicht und die Art sind auch noch dieselben geblieben, allerdings ist der Beziehungswunsch weg gewesen). Ich denke nicht, dass auf Biegen und Brechen eine sexuelle Aufgeregtheit absichtlich erhalten werden kann, wenn es nicht passt oder man einfach nicht der beständige Typ ist, aber gibt es doch auch einige Mitglieder, die das von ihren Beziehungen schrieben.
 
  • #54
Danke euch für die Antworten. Nicht einer hat geschrieben, wie man einmal eingeschlafenes Begehrten wieder weckt. Nicht einer halt von diesbezüglichen eigenen Erfahrungen berichtet.

Es hat auch nicht einer geschrieben, wie es ihm/ihr mit dem Verzicht auf diese Komponente in einer Beziehung geht.

Warum wird das aber ständig ratsuchenden Usern geraten?

Worauf willst du denn hinaus? Was man rational, objektiv machen würde und was man in der konkreten Situation emotional, subjektiv für richtig hält, ist ganz anders.

Wenn die Schmetterlinge weg sind, dann sind sie weg. Und ich meine damit auch nicht die Verliebtheitsphase sondern das sich gegenseitig umeinander bemühen.
 
  • #55
Lena,

Ich kenne diese Situation aus meinen beiden längeren Beziehungen.

Das hätte Wort für Wort von mir geschrieben sein können, denn diesen Weg bin ich auch gegangen, letztlich mit identischen Erkenntnissen.

Mir kommt es vor, dass die FS nach einem Patentrezept für ihre Fragestellung/Problematik sucht.
Ich denke jedoch nicht, dass es diese Tatsächlich auch gibt.
Beziehungen zwischen Menschen sind einfach oftmals viel zu Variabel, um sich Allesamt auf einen Nenner bringen zu lassen, die Prioritäten die jeder Einzelne, wie auch die Paare als Solches haben, sind dazu viel zu Individuell.

Während dem Einen Paar bestimmte Dinge wichtig sein könne, sind es bei einem Anderem wiederum andere Dinge, auf welche sie grossen Wert legen.
Das ist doch bei einem einzelnen Menschen nicht anders.

Ich kann da nur aus eigener Erfahrung sagen, dass wenn es an der Basis nicht schon Stimmig ist, man es sehr schwer haben wird, etwas gemeinsames und Verbindliches aufzubauen, woraus dann auch entsprechende Gefühle resultieren.

Das gilt beim Individuum genau so, wie als Paar.
 
L

Lena_34

Gast
  • #56
Worauf willst du denn hinaus? Was man rational, objektiv machen würde und was man in der konkreten Situation emotional, subjektiv für richtig hält, ist ganz anders.

Wenn die Schmetterlinge weg sind, dann sind sie weg. Und ich meine damit auch nicht die Verliebtheitsphase sondern das sich gegenseitig umeinander bemühen.

Worauf ich hinaus will? Mich interessiert das Thema allgemein und auch persönlich, erstens weil ich das natürlich erlebt habe und zweitens, weil der Mann, den ich liebe, in einer solchen langen Beziehung ohne Schmetterlinge (aber mit viel Verantwortung sowie sicherlich auch Stabilität, Gewohnheit etc.) lebt und sich entschlossen hat, dass er das ("Schmetterlinge" im weitesten Sinne, Begehren inklusive) für sich nicht mehr braucht (offensichtlich war ihm das Dilemma Schmetterlinge vs. Vollkaskosicherheit zu viel).

Und natürlich finde ich den Widerspruch zu den sonstigen Kommentaren spanned. Wenn ich diesen Thread zusammenfasse, komme ich auf folgendes (wobei ich hier unter "Schmetterlingen" nicht die Aufregung des Anfangs verstehe, sondern dass man den Partner sexuell will bzw. sich von ihm gewollt fühlt):

1. Niemand möchte darauf verzichten. Viele sagen, dass sie eine "eingeschlafene" Beziehung beenden würden oder die Schmetterlinge "outsourcen".

2. Es gibt einige Paare, denen es gelungen ist, über viele Jahre eine (auch sexuell) schöne und befriedigende Beziehung zu leben.

3. Niemand hat erzählt, wie er die Schmetterlinge (im Sinne von Begehren) zurückgebracht hat und viele sagen, dass es unmöglich ist.

Vergleich das mal mit dem, was Fragestellern, von denen ich in meinem ersten Post schrieb, geraten wird ... totaler Widerspruch.
 
  • #57
Im Eheseminar habe ich das Bild gelernt, das ich gut finde:

Die Ehe ist wie teure Champagner-Gläser oder eine teure Porzellan-Tee-Kanne. Du musst darauf aufpassen, dass sie nicht kaputt gehen. Und wenn das Glas oder die Kanne einen Sprung hat, kann man sie vielleicht noch weiter nutzen, vielleicht kann man den Schaden auch reparieren. Wenn aber zuviel zerbrochen ist, kannst Du das nicht mehr reparieren.

Deshalb vorsichtig und achtsam miteinander umgehen. Es kommt sicher darauf an, warum der Wunsch nach Sex verloren gegangen ist. Manchmal will das Paar zwar keinen gemeinsamen Sex, ist aber ansonsten sehr herzlich und innig und vertraut miteinander (z.B. im hohen Alter). Manchmal sind es äußere Faktoren, manchmal hat sich ein Partner negativ verändert. Manchmal gehen tiefe Verletzungen (Betrug, Gewalt etc) voraus.
Dashalb macht es keinen Sinn, hier irgendwelche Tipps zu schreiben.
 
  • #58
Vergleich das mal mit dem, was Fragestellern, von denen ich in meinem ersten Post schrieb, geraten wird ... totaler Widerspruch.
Nicht ganz. Wenn manche Fragesteller hier ihre Beziehung beschreiben, ist der Rat, sich doch mal endlich über das Problem zu unterhalten, einfach eine Chance. Denn wenn die Kommunikation schon nicht stattfindet und stattdessen ohne Diskussion die Beziehung beendet wird, geht man doch auch in die nächste Beziehung, ohne gelernt zu haben, dass man seine Wünsche ansprechen muss, wenn sie nicht einfach so erfüllt werden. Inwieweit die Partner dann trotzdem nicht passen, weil wenn man was sagen muss, muss der andere sich ja eventuell "verbiegen", um diese Wünsche zu erfüllen, ist noch nicht gesagt. Aber es gibt eine Chance.

WENN aber schon drüber geredet wurde, ist für mich die Sache ganz klar: Man sollte den anderen schon ernstnehmen in seinen Aussagen. Wenn mein Partner mir sagen würde, dass er auf "Schmetterlinge", also Begehren und Begehrtwerden in unserer Beziehung keinen Wert mehr legte, so hieße das für mich: Ich begehre dich nicht mehr, du musst mich auch nicht begehren, Sex, falls er doch stattfindet, ist Selbstbefriedigung am anderen. Aber wir sind ein gutes Team. Was auch immer "Team" meint, ich ertrage ganz gut, mit dir zusammenzuleben, ich könnte es mir nicht leisten, die Beziehung zu beenden, ich finde sowieso nie eine Frau, die ich auf lange Zeit begehre, also kann ich gleich bei dir bleiben.
Ich würde vermuten, dass diese klare Ansage mit dem Verzicht auf Begehren und Begehrtwerden bedeutet, ich solle ihn mit Sexwünschen in Ruhe lassen. Und dann würde ich mich möglicherweise fragen, ob er sich anderweitig verliebt hat und entweder dort B&BW erfährt oder aber sich die Frage gestellt hat, ob er lieber treu und ohne B&BW mit mir zusammen ist oder ob er mit mir Schluss macht, weil B&BW doch wichtig sind in seinem Leben, und zu dem Schluss kam, sich für die B&BW-lose Beziehung zu entscheiden.
 
T

Toi et moi

Gast
  • #59
Worauf ich hinaus will? Mich interessiert das Thema allgemein und auch persönlich, erstens weil ich das natürlich erlebt habe und zweitens, weil der Mann, den ich liebe, in einer solchen langen Beziehung ohne Schmetterlinge (aber mit viel Verantwortung sowie sicherlich auch Stabilität, Gewohnheit etc.) lebt und sich entschlossen hat, dass er das ("Schmetterlinge" im weitesten Sinne, Begehren inklusive) für sich nicht mehr braucht (offensichtlich war ihm das Dilemma Schmetterlinge vs. Vollkaskosicherheit zu viel).

Und natürlich finde ich den Widerspruch zu den sonstigen Kommentaren spanned. Wenn ich diesen Thread zusammenfasse, komme ich auf folgendes (wobei ich hier unter "Schmetterlingen" nicht die Aufregung des Anfangs verstehe, sondern dass man den Partner sexuell will bzw. sich von ihm gewollt fühlt):

1. Niemand möchte darauf verzichten. Viele sagen, dass sie eine "eingeschlafene" Beziehung beenden würden oder die Schmetterlinge "outsourcen".

2. Es gibt einige Paare, denen es gelungen ist, über viele Jahre eine (auch sexuell) schöne und befriedigende Beziehung zu leben.

3. Niemand hat erzählt, wie er die Schmetterlinge (im Sinne von Begehren) zurückgebracht hat und viele sagen, dass es unmöglich ist.

Vergleich das mal mit dem, was Fragestellern, von denen ich in meinem ersten Post schrieb, geraten wird ... totaler Widerspruch.
Verliebtheit, Schmetterlinge und Kribbeln in einer Beziehung müssen beidseitig sein. Eine Beziehung ist keine Einbahnstraße und die Beziehungen sind sehr vielfältig. Es geht nicht nur um das Wort mit drei Buchstaben, es gehört viel mehr dazu. Es mag sein, dass der Mann, den Du liebst, zwar keine Schmetterlinge mehr mit seiner Frau spürt und zwischen Euch beiden auch eine seelische Verbindung entstanden war aber es reicht nicht um ein komplettes Leben umzukrempeln. Ich kann dich verstehen aber denkst Du nicht, dass Du vielleicht dir etwas vormachst? Du liebst ihn aber liebt er dich auch? Ich denke nicht so sehr wie er seine Frau liebt, sonst würde er sie verlassen und mit dir zusammen sein. Wahrscheinlich wäre er auch finanziell in der Lage das Ganze zu stemmen. Nein, er will nicht, er hat zwar mit seiner Frau keine Schmetterlinge mehr aber mit dir auch nicht liebe Lena, sonst würde er bei dir sein. Sonst würde er die Beziehung öffnen und mit dir mehr Zeit verbringen.
Die Männer und Frau lieben nicht gleich. Sie können Liebe und Sex leichter trennen und das macht alles für sie einfacher.
 
L

Lena_34

Gast
  • #60
@Toi et moi

Die Geschichte ist zu lang, um sie hier im Detail zu beschreiben. Ich habe nicht von ihm verlangt, sein Leben umzukrempeln. Es gab auch keinen Sex zwischen uns. Er hat zwar alles daran gesetzt, aber in letzter Sekunde gekniffen. Die Angst vor dem Auffliegen (und den Folgen) war zu groß. Er hat danach noch etliche Monate gebraucht, um mir zu sagen, was wirklich Sache ist.

Die Beziehung zu seiner Frau ist kaputt. Möglicherweise liegt das daran, dass sie nur sehr kurz einfach ein Liebespaar waren. Sie waren quasi sofort Eltern. Die Kinder werden langsam flügge und sie stellen fest, dass sie eigentlich nur durch die Kinder und den gemeinsamen Besitz verbunden sind.

Er war auf dem besten Weg, die Schmetterlinge "outzusourcen". Sprang aber in der allerletzten Sekunde ab. Danach fiel er in ein tiefes Loch. Grenzte sich von allen ab und war nicht mal für seine besten Freunde zu erreichen.

Nun hat er sich mit der Situation arrangiert, sagt, dass er für sich mit den "Schmetterlingen" abgeschlossen hat. Dafür arbeitet er umso mehr, hat sich neuerdings die grauen Haare gefärbt und sich zum Marathon angemeldet.


Ich kann dich verstehen aber denkst Du nicht, dass Du vielleicht dir etwas vormachst?

Nein, ich mache mir nichts vor. Ich habe keine Ahnung, wen er liebt. Ich schätze mal höchstens sich selber.

Aber auch ganz von meinem Fall abgesehen, ist deine Sichtweise hier ein wenig naiv. Ein Partner kann seine Beziehung nicht einfach "öffnen". Hier gibt es einen Paralleltheread, in dem du eine Reihe Damen findest, die selber mit unterschiedlichen Männern schlafen, von ihrem Hauptpartner aber Monogamie erwarten. Etliche Männer sehen das auch so.
Sicherlich sollten die Finanzen allein nie ein Grund sein, in einer unglücklichen Beziehung zu verharren und hungern muss hier auch niemand. Aber es ist doch noch so viel mehr... Durch eine Scheidung verliert man an Ansehen (erst recht wenn man der/die Schuldige ist), der Kontakt zu den Kindern kann sich verschlechtern, wie reagiert der Freudeskreis?, in einigen Fällen (besonders bei erfolgreichen Sebstständigen, die was aufgebaut haben) kann einem eine Scheidung auch beruflich den Hals brechen und so weiter und so fort.

Zwischen uns war emotional sehr viel. Die Anziehung war schon beinahe mit Händen greifbar, und das vom ersten Treffen an. Haben wohl sogar andere gespürt. Daran hat sich nichts geändert. Er hat mehrere Monate gebraucht, um eine Entscheidung zu treffen. Ich gehe davon aus, dass sie rational und wohl überlegt ist und dass ihm damit ernst ist.

Dennoch frage ich mich, wie es einem wohl damit geht, wenn man auf das, was man sich so gewünscht hat (in dem Fall nicht nur das Wort mit 3 Buchstaben, sondern als Mann angenommen und gewollt zu werden) verzichtet.
 
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