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  • #1

Wenn Freunde keine Zeit mehr haben

Passiert es euch auch, dass Freunde wenn sie eine Beziehung haben, keine Zeit mehr haben?

Aktueller Fall ist eine Freundin von mir, mit der ich die letzten Jahre intensiv verbracht habe. Da sie eine schwere Scheidung hatte und Alkoholabhängig war, stand ich ihr in dieser Zeit bei, war immer für sie da. Wirklich immer, da sie beinahe gestorben wäre, hätte sie mit dem Alkohol weitergemacht.Seit einigen Monaten geht es ihr wieder sehr gut und hat einen Freund und findet keine Zeit mehr für gemeinsame Unternehmungen.

Auch der Vorschlag wir könnten zu viert etwas unternehmen, nimmt sie nicht wahr. Ihre Worte keine Lust dazu.

Bei einer anderen Freundin von mir ist es ähnlich, als sie Single war, war ich die erste Adresse wenn sie etwas Unternehmen wollte oder sie wem brauchte zum reden, auch sie hat seit einiger Zeit einen Freund und keine Zeit mehr.

Ein Freund von mir, hatte nach 21 Jahren die Scheidung, ich war für ihn da, hatte ihm geholfen beim Wohnungseinrichten, zeigte ihm wie man kocht und wäsche wascht. Er war sehr unselbstständig, wußte nicht einmal wie man einen Erlagschein aufgibt. Fazit, als er seine Freundin kennenlernte, war ich als Freund nicht mehr gefragt, kein Anruf mehr, kein Mail mehr. Er hat einfach die Freundschaft abgebrochen.

Momentan bin ich echt traurig darüber, dass meine Freundschaft anscheinend nur dann aktuell ist, wenn es meinen Freunden schlecht geht.

Ich habe selber einen Freund, nehme mir aber trotzdem die Zeit um Freundschaften zu pflegen.

Hat ihr auch so ähnliche Erfahrungen und wie verhaltet Ihr euch dann?

W46
 
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  • #2
Liebe FS


ich war früher auch immer der seelische Mülleimer für andere. Helfersyndrom inklusive.
Eine echte Freundschaft belastet dich nie mehr als der andere dir zurückgeben kann.
Es gibt viele Pseudo-Freundschaften: man hat eine Weile ganz eng Kontakt, aber kaum ändert sich eine Variable kracht alles zusammen. Viele nutzen dich auch als Ersatz wenn mal einer abspringt: das ist aber kein Glücksgefühl. Manche Frau hat Angst als Single und klettet sich an die "gute XY". Kaum ist sie wieder im Männermarkt angelangt kennt sie deine Telefonnummer nicht mehr. Du warst nur der dumme Stellvertreter, weil sie sich nicht mal ein Wochenende allein gestalten kann.


Ich habe mich von allen getrennt die mir nur ihre Sorgen hinterlassen wollten ohne mit ihr ihre freudigen Momente zu teilen. Auch von Verwandten die sich nur für mich interessierten wenn sie Hilfe brauchten. Mein Adressbuch ist nun viel übersichtlicher geworden ! Es blieben genau 2 gute Freunde übrig.
 
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  • #3
Ich habe das leider mit zwei - wie ich dachte - sehr guten und langjährigen Freundinnen ähnlich erlebt. Nur kann man ja nichts erzwingen. Eine Zeitlang habe ich jeweils versucht, die Freundschaft am Leben zu erhalten, aber wenn von der anderen Seite immer fast gar nichts oder überhaupt nichts mehr kam, habe ich es irgendwann aufgegeben. Man muss halt auch loslassen können, auch wenn es schwer fällt und weh tut.

w48
 
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  • #4
Hat ihr auch so ähnliche Erfahrungen und wie verhaltet Ihr euch dann?

W46

Ich habe genau die gleichen Erfahrungen machen müssen, es schmerzt mich immer noch. Jetzt habe ich verstanden, dass ich meine Hilfe nicht mehr freiwillig anbiete, wenn es jemanden schlecht geht! Das ist nicht egoistisch! Du hattest Freunde, welche Deine Hilfe annahmen, als es ihnen schlecht ging....du warst die Starke sie die Schwachen.....wenn das Problem gelöst ist, brauchen sie Deine Stärke nicht mehr und schiessen dich ab! Lösung: Suche dir Freunde, die nicht schwach oder hilfsbedürftig sind, sondern genauso wie Du mit ihrem Leben klarkommen. Haben sie Probleme, müssen sie um Hilfe bitten, biete keine mehr von dir aus an und ganz wichtig ! verlange auch von ihnen Hilfe in anderen Dingen, so bleibt es ausgeglichen in der Freundschaft. Schlage auch mal eine Bitte ab, selbst wenn du helfen könntest! Du bist nicht die Caritas und kein Psychologe oder Mutter Theresa! Viel Glück w34
 
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  • #5
Liebe FS,
merk Dir das und schar nicht die Schwachen um Dich, die sind nicht dankbar für Deine Unterstützung, sondern wegen ihrer Schwäche beschämt und ziehen sich deswegen zurück, wenn die Probleme gelöst sind. Für viele liegt die Lösung von Problemen tatsächlich in einer Partnerschaft.

Such Dir gleichstarke Freunde, die an Dir persönlich interessiert sind, nicht an Deiner Hilfsbereitschaft. Ich habe früher auch mehr über Taten/Hilfsbereitschaft kommuniziert, statt über meine Persönlichkeit und das gleiche erlebt. War enttäuscht und merkte, dass ich Dankbarkeit forderte. Das ist dann eine sehr ungleiche Freundschaft und das fu ktioniert nicht.
Ichnhabe aberbauch keinerlei Schwierigkeiten, Leute, die sich so verhalten haben, beim nächsten Hilfegesuch konsequent zurückzuweisen und mich mit angenehmeren Kontakten zu befassen.
w, 50
 
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  • #6
Ich bin deswegen gerade total frustriert, ich sehe sogar gerade alleine Fussball. Ab und zu nimmt sich mal jemand die Zeit für mich, aber leider viel zu selten. Und die Initiative kommt eigentlich immer von mir. Wenn ich meinen Freunden dann sage, nur die Nachbarn würden am Geruch merken, wenn ich seit 2 Wochen tot in der Wohnung liege, heisst es immer, das wäre ja gar nicht so, und ich solle mich doch einfach melden. Ich habe aber keine Lust mehr, ständig Absagen zu bekommen,

Nicht mal die Freundin, die ich unzählige Male in der Psychiatrie besucht habe, die immer wieder meinte, wie schön es wäre, dass wir uns nach ihrem langjährigen Berlinaufenthalt wieder so gefunden haben, hat Zeit. Nein, sie verbringe gerade ihre gesamte Zeit mit ihrem Freund, sorry... Sie ist momentan arbeitsunfähig, ihr Freund hat einen Job. Danke sehr!

Der letzte Singlefreund hat jetzt auch seine Liebe gefunden, ich durfte den Freund immerhin kennen lernen. Und dann natürlich Funkstille.

Ich habe beschlossen, dass ich dringend neue Freunde brauche. Wo lernt man die kennen? In einer Singleselbsthilfegruppe? Vielleicht sollte ich eine Anzeige aufgeben, für einen Singlestammtisch.
Ich bin schon in zwei Vereinen engagiert, Beschäftigung habe ich. Was mir fehlt sind echte zwischenmenschliche Beziehungen.

w37
 
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  • #7
Passiert es euch auch, dass Freunde wenn sie eine Beziehung haben, keine Zeit mehr haben?

Aktueller Fall ist eine Freundin von mir, mit der ich die letzten Jahre intensiv verbracht habe. Da sie eine schwere Scheidung hatte und Alkoholabhängig war, stand ich ihr in dieser Zeit bei, war immer für sie da. Wirklich immer, da sie beinahe gestorben wäre, hätte sie mit dem Alkohol weitergemacht.Seit einigen Monaten geht es ihr wieder sehr gut und hat einen Freund und findet keine Zeit mehr für gemeinsame Unternehmungen.

W46

Wenn Freunde keine Zeit mehr haben, wird`s Zeit dir ein neuen Freundeskreis zu suchen, oder für dich eine andere Beschäftigung. Sie ist dir sicher DANKBAR aber zu nichts verpflichtet!
W/54
 
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  • #8
Klingt vielleicht komisch:
Such dir viele! Leute mit denen du oberflächlichere Kontakte pflegst und Sachen machst, die speziell sind:
- Kultur Ereignisse wahrnehmen mit X
- wandern mit Y und Z
- Spiele spielen ( Karten, Schach ... Oder Puzzle spielen) mit A und B
- Sport treiben mit D
Solltest du mit den Vorschlägen so gar nichts anfangen können:
Widerstrebt es dir jemanden wenn nicht ganz zu erfassen, Probleme bewältigen und wälzen zu können?
Herzlichen Glückwunsch entweder willst du in einer Freundschaft einer Partnerersatz ( Nähe Intimität ( seelische) oder du
Leidest unter einem handfesten Helfersyndrom
In beiden Fällen rate ich dir zu einem guten Therapeuten. Da werden deine Muster aufgedeckt, sonst ziehst du immer wieder und wieder und wieder so etwas an
( bei mir: meine Mutter berichtet seit 30!!! Jahren regelmäßig von solchen Geschichten
Auch meine Tante )
 
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  • #9
Was mir fehlt sind echte zwischenmenschliche Beziehungen.

w37

Ich ergänze, echte gute positive ausbalancierte zwischenmenschliche Beziehungen. Da viele menschen keine gesunde Beziehung zu sich selbst haben, können sie somit keine gesunde Beziehung, die auf nehmen und geben basiert, aufbauen. Damit ist nicht die FS gemeint, sondern die Menschen, die sie bisher begegnet sind.

Von psyisch kranken Menschen lasse ich die Finger, die können nur nehmen. Da m.E. da draussen viele unerkannte psyisch kranke Menschen rum laufen, die nur an sich denken, wir sind übrigens eine egozentrische Gesellschaft, haben die Menschen es sehr schwer, die nicht egozentrisch sind.

Ich habe eine Anzeige aufgesetzt, die von vielen Frauen gelesen wurde, einige haben geschrieben, darunter waren viele, die schon ihre Probleme in der ersten Mail schilderten, mit drei Frauen habe ich mich getroffen, eine machte viel Wind, wie sehr sie endlich jemand gefunden hat, mit dem man sich tiefer gehend unterhalten kann, wir hatten ähnliche Interessen, war nach langer Kinderzeit wieder frei. Himmelfahrt wollten wir einen Ausflug machen, sie lies mich sitzen, für einen Mann, denn sie einen Tag vorher im Internet kennengelernt hat. Tja, was soll man da sagen.

Die anderen beiden Frauen, die eine kann nicht alleine sein, bekommt Herzrasen, die andere ruft immer spontan an, verabredet sich, sagt dann spontan wieder ab, das geht gar nicht.

Schade, aber ich werde weiter suchen.

w
 
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  • #10
Was ist eigentlich dabei, mal allein zu sein (beispielsweise Fußball zu schauen)?
Ich bin in der umgekehrten Situation: Habe einen sehr stressigen Job mit vielen Menschen und bin einfach nur froh, wenn ich mich zurückziehen kann, allein wandern, ausschlafen, usw. ...
Jetzt gibt es in meinem Leben aber jemanden, der am liebsten ständig Dauerbespaßung hätte, zumindest empfinde ich es so. Kneipe hier, Fußball schauen dort, Kino ... und immer drängelnde Anfragen. Und beleidigtes Schweigen, wenn ich sage, ich bin ausgelaugt, ich habe etwas anderes vor usw. ... Das belastet derart, dass ich anfange mich zurückzuziehen. Entweder man ist gerne mit einem Menschen zusammen oder nicht, dann wird es zur Verpflichtung und erzeugt Druck.Das geht auf Dauer nie gut.
Und was erwarten einige? Ein Gast schrieb: Die Freundin sagt ab, weil sie etwas mit ihrem Partner unternehmen wollte. Ist das jetzt ein Grund ihr zu grollen?
Mein Tipp: Ein Hobby suchen, neue Aufgabenfelder, den Freundeskreis erweitern oder auch einfach mal lernen, mit sich selbst allein auszukommen. Nörgelnde Besitzansprüche an Freunde und stilles Grollen ist doch Blödsinn. Was soll das bringen?
 
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  • #11
Liebe Fs,

ich bin mir fast zu 100% sicher, dass Du ein sehr empathischer Mensch bist....du hast wahrscheinlich unglaublich viel Verständnis für alle und jeden. Das ist eine ganz ganz tolle Eigenschaft und die solltest Du Dir für Leute aufsparen, die diese Empathie verdienen! Ich lerne ganz ganz viele Menschen kennen, die gleich von ihren Problemen erzählen, und ich frag mich immer warum sie so offen mit einem Fremden über ihre intimsten Dinge reden....ich selber würde das nie machen. Das "Problem" ist dass Du damit genau dieses "Problemfälle" magisch anziehst....Alkoholiker, psychisch Gestörte, Psychopathen, Narzisten.....usw. Merkst Du, dass alle diese Menschen Dir gar keine Aufmerksamkeit geben können, weil sie viel zu tief in ihren eigenen Problemem feststecken. Sie müssen damit selbst fertig werden, genauso wie Du versuchst mit Deinen eigenen fertig zu werden! Und Probleme hat jeder! Mensch, aber wie sie damit umgehen ist verschieden. Sehr schwache Menschen versuchen sich immer an starke Partner heranzuhängen, weil sie hoffen, dass er sie trägt, allerdings akzeptieren sie keinerlei Schwäche an dem anderen. Bleibst Du immer die Starke wirst Du irgendwann ein Burnout bekommen. Viele Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Altenpfleger machen Supervision um sich auszutauschen, eigene Schwächen zu erkennen und ihre Grenzen festzustecken. Als empathischer Mensch hast Du die Aufgabe, Deine Empathie nur denen zu zeigen, die auch zu geben gelernt haben oder versuchen, aus eigenen Stücken aus ihrem Schlamassel herauszukommen.
Tipp: Meide Kontakte, die sofort anfangen über Probleme zu reden! Probleme kann man nach einem bestimmten Zeitraum ansprechen, nicht gleich zu Beginn eines Kontaktes, das ist nicht gesund und führt gleich wieder in die Helferrolle.Du kannst bei Problemfällen sofort eine Grenze setzen, allerdings werden diese Kontakte sich schnell zurückziehen, weil du nicht zur Verfügung stehst...das ist auch gut so! Sollen sie jemand anderes volllabern! Mach Dich auch auf aggressive Angriffe gefasst, wenn Du nicht mehr zur Verfügung stehst, seh sie eher als Deinen Fortschritt an, gut mit Dir umzugehen. Alles Gute und viele interessante Kontakte wünsch ich Dir! W34
 
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  • #12
Hallo!

W, 47, ich kenne das auch, aber niemals so extrem!!!

Vielleicht möchte sie einfach gar keinen Kontakt meh rmit dir?
Hört sich für mich so an. Oder sie hat Angst, dass du ihr dne Typ weg schnappst?
 
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  • #13
Hallo FS,
ja, das kenn ich auch, solche Leute, und daher habe ich mein Verhalten denen gegenüber geändert. Ich schaue erstmal etwas länger und genauer hin, besonders bei Freunden, die ich erst kurz kenne. Da würde ich nicht hundert Prozent als Seelentröster investieren. Ich sag dann auch mal, ich hab keine Zeit. Ab und zu ok. für Unternehmungen, die mir auch Spaß machen, aber als Mülleimer zum Zutexten und wenn dann nicht mal gefragt wird, wie es mir geht, nicht mehr.

Ich selbst habe es immer so gehalten, dass ich meine Freundschaften behalten habe, auch wenn ich einen festen Partner habe und ich musste das gegenüber dem Partner sogar oft verteidigen und durchsetzen. So habe ich auch meine männlichen Freunde über die Jahre behalten.

Für meine besten Freunde und für meine beste Freundin, die ich seit der 1. Klasse habe, würde ich schon alles tun. Aber da weiß ich auch, dass es umgekehrt genauso ist.

Für dich wäre es gut, es so zu halten, dass Geben und Nehmen in etwa ausgeglichen sind. Wenn du gute Freunde findest, dann geben die dich auch nicht auf, wenn sie einen Partner kennenlernen, das wäre unreifes Verhalten und lässt auf einen wankelmütigen Charakter schließen. Das sind die Leute, die nach dem Ende ihrer total symbiotischen Beziehung dann auch wieder ganz allein in ein tiefes Loch fallen, weil sie ihre guten Freunde vergrault haben..
 
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  • #14
Ich kenne das. Geht mir leider auch so. Ich habe durch meinen Sport relativ viele Bekanntschaften. Man siehgt sich tägl., quatscht, geht mal zusammen weg. Als ich nach 9 Jahren weggezogen bin, brachen alle Kontakte ab.
Am neuen Wohnort bekam ich auch recht schnell wieder Kontakte, man sieht sich tägl., quatscht, unternimmt das gemeinsam. Dann zogen ein paar der Bekannten weg, dann ich. Wieder ohne Kontakt. Jetzt am neuen Wohnort, hab ich zwar wieder Kontakt, aber auserhalb meiner SPortart nicht.
Ich sag mir mittlerweile, ok, die wollen mich nicht. Also bleib ich eben mit meinem Partner alleine. Traurig, aber nicht zu ändern. Um nicht völlig auf meinen Partner fixiert zu sein, unternehm ich auch mal was alleine oder mit Bekannten.
Meine besten Freundinnen wohnen 500 und 3000 km weit weg!
 
  • #15
Halte dich von fern von negativen Menschen!
Die eine war alkoholkrank, dann der Getrennte, der nicht mal die Waschmaschine bedienen kann... Merkst du was? Du hast dich einfach missbrauchen lassen und jetzt, wo es diesen Menschen wieder gut geht, brauchen sie dich nicht mehr und wollen nicht mehr an ihre schlechte Zeit erinnert werden. DU erinnerst sie aber daran, also meiden sie dich. Das alles kann keine Basis für Freundschaft sein.

Freundschaft entsteht in positiven Momenten. Menschen entdecken gemeinsame Interessen, ähnlichen Humor und ähnliche Sicht auf die Welt. Man kann stundenlang zusammen sitzen, sich unterhalten, lachen, hat ähnliche Gedanken und spürt Verbundenheit. Freundschaft ist eine Art Partnerschaft, nur eben ohne Sex. In der Freundschaft hat man keine Erwartungen, keine Ansprüche, es gibt keine Eifersucht und keinen Neid. Freunde können monatelang, sogar jahrelang nichts von einander hören und beim ersten Wiedertreffen ist es, als ob man sich vor einem Tag zuletzt gesehen hat. Erst wenn eine Freundschaft gefestigt ist, ist es auch möglich schwere Momente gemeinsam durchzustehen, für den Freund/ die Freundin da zu sein, ihn/sie zu unterstützen, die Schwächen zu akzeptieren.

Du hast diesen Menschen geholfen, was dich ehren mag, doch jetzt stellst du die Rechnung. Sie sollen sich bitte um dich kümmern. Das geht nicht. Ich habe mich immer von solchen Menschen abgewendet, denn ich mag es weder in Partnerschaft noch in Freundschaft wenn ich das Gefühl habe, da gibt es Erwartungen, die ich nicht erfüllen kann und nicht erfüllen will.

Was mich erstaunt, ist die Tatsache, dass du in deinem Alter keine langjährige Freundin hast. Meine Freundschaften bestehen teilweise noch aus der Schulzeit, sind alle (es handelt sich hier um 5 Freundschaften) aber schon mehr als 10 Jahre alt. Die einen sehe ich sehr regelmässig, mindestens einmal die Woche, andere nur alle paar Monate. Es sind auch ganz unterschiedliche Menschen, die sich untereinander mal nicht weiter kennen. Ich erzähle dir das, um dich ein bisschen ans Nachdenken zu bringen und nicht um dir zu zeigen, was ich für super Freunde habe. Ich möchte dich nur dazu bringen, Freundschaften als zunächst etwas lockeres, positives und entspanntes zu sehen.

Als mein Lebensgefährte vor ein paar Jahren starb, haben sich flüchtige Bekannte um mich bemüht. Ich fand das sehr sympathisch, aber ich hatte deren Engagement ncht gefordert und nicht benötigt. Ich bin mal mit diesen Leuten was trinken gegangen, aber irgendwann verlief das ganze im Sand. Obwohl es mir in dieser Zeit sehr mies ging, waren sie es, die mich mehr brauchten als ich sie. Es waren negative und schwache Menschen, die sich unbewusst an meinem Elend ergötzten, im Sinne: Hier ist jemand, dem es noch schlechter geht als mir, also, kann ich mal die Starke sein. Ich will keine solche Menschen um mich haben.

Ich wünsche dir, dass du Menschen kennen lernst, die dir Schönes geben und nicht nur ihre Probleme!

Hannah, 47
 
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  • #16
Hallo liebe FS!

Das habe ich auch erlebt, das ist der Lauf der Dinge. Sagen wir mal so, wenn jemand wieder eine Partnerschaft hat, dann hat er eben nicht mehr so Zeit. Aber ab und zu mal treffen, oder telefonieren sollte schon drin sein. Überhaupt wenn man nicht weit weg wohnt. Ich kenne es aber auch so, ich hatte auf einmal einen Freund, sehr sexy, aber faul, meine Freundin, langjährige Beziehung, Luft draußen, sie wollte heiraten, er nicht die Bohne, dann hat sie immer an meinem neuen Freund rum gestänkert, so nach dem Motto "der ist nichts gescheites, der meint es nicht ernst" dann ist sie so nicht weiter gekommen dann hat sie gesagt ich würde es nicht ernst nehmen. Egal wie, das geht sie gar nichts an. Ich habe mich dann zurückgezogen, sie hat nur noch rum gemotzt und gestänkert, auch über Frisur und Klamotten. Das ging einfach zu weit, die hat ihren Frust an mir ausgelassen. Das ging so weit, sie sagt zu mir färb mal deine Haare rot, ich nein, ich färbe meine Haare nicht rot, sie, ach, heißt das ich habe blöde Haare (weil sie rote hatte). Was ich damit sagen will, egal was ich gemacht, oder gesagt hätte, wäre falsch gewesen. Habe genug Stress, so einen Blödsinn braucht kein Mensch.
Such dir einen vernünftigen Partner und alles andere, mein Gott, genieße es solange es geht.
 
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  • #17
Ja, das kenne ich auch.
Über die Jahre wurden dann entsprechende "Freundinnen" auch aussortiert.
Die, welche übrig blieben, sehe ich heute als meine wirklichen Freundinnen an.

In der ersten Frisch-verliebt-Phase ist es normal, dass man/frau plötzlich nur noch Zeit zu zweit verbringen möchte. Da haben Andere auch gar keine Lust auf Unternehmungen mit dem soweiso nur rumknutschenden und turtelnden Paar.
Aber diese Phase dauert nicht ewig, und sobald in eine neue Beziehung etwas "Normalität" eingekehrt ist, wenn die überschießenden Hormone sich beruhigt haben, dann sollte man sich auch mal wieder an die Menschen erinnern, die sonst auch immer für einen da waren.

Für mich war das immer normal, dass ich mich nach ein paar Wochen "Wolkenflug" auch wieder bei meinen Freundinnen gemeldet habe und mich mit denen alleine getroffen, wie früher.
Oder man hat wieder etwas unternommen mit mehreren, wo man sich als Paar dann eben mal zurück genommen hat, Man kann später zuhause immer noch ausgiebig turteln.
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass man Freunde plötzlich überhaupt nicht mehr braucht, weil man ja nun einen Partner hat.

Am Schlimmsten sind dann diejenigen, welche sich aber prompt wieder an einen erinnern, wenn die Beziehung nach ein paar Monaten oder auch Jahren plötzlich scheitert und sie jemanden brauchen um sich auszuheulen.
Solchen "Freundinnen" stehe ich inzwischen dann auch nicht mehr zur Verfügung, habe auch keine Skrupel ihnen offen und ehrlich zu sagen, dass ich mir zu Schade bin nun wieder für geraume Zeit den Pausenclown zu spielen bis sie einen Neuen gefunden hat.
So etwas passiert mir bei einer "Freundin" immer nur einmal.

w, 45
 
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