• #1

Wenn man die Wahl des zukünftigen Kindsvaters für Liebe hält?

Hallo,

ich liebte meine letzte Partnerin mit der vollen Überzeugung, ihr alles geben und mit ihr glücklich sein zu wollen, einschließlich der Familiengründung. Problem ist nur: bei ihr (jetzt Anfang 40) beruhten diese Gefühle offenbar nie auf Gegenseitigkeit, ja nicht einmal die Vorstellung davon.

Ihre oberste Priorität, sich überhaupt an einen Partner zu binden, war scheinbar ihr großer Kinderwunsch (die biologische Uhr!). Liebe oder sexuelle Bedürfnisse spielen für sie scheinbar nur insofern eine Rolle, als daß diese Dinge der Bewahrung einer Partnerharmonie dienen, zumindest deuteten ihre gelebten Vorstellungen von Liebe dies an. Sie war der festen Überzeugung, daß in einer Beziehung spätestens nach einigen Monaten jegliches Verlangen nach Romantik oder Intimität weitestgehend zum Erliegen kommt.

Liebe Gesten und Aufmerksamkeiten waren zwar da und auch sehr schön, aber sie waren die Ausnahme und schienen ihr auf lange Sicht sehr viel Mühe zu bereiten. Sie schien so etwas (wie auch den Sex) mehr aus Pflichtbewußtsein zu machen.

Gefühle, wie ich sie ihr immer wieder ausdrückte und entgegenbrachte, schienen sie eher zu irritieren oder in Unbehagen zu stürzen ("Ich brauch gerade keine grundlose Umarmung!")

Auch die grundlegende Idee von Uneigennützigkeit schien sich ihr nie oder nie restlos zu erschließen. Sie konnte einfach nicht verstehen, warum jemand etwas aus Eigenantrieb tat, um dem anderen etwas zu geben. Dem anderen mühelos(!) Freude zu schenken, egal ob emotional oder sexuell, einzig und allein, weil es den anderen glücklich machte, das war für sie fast ausschließlich harte Arbeit.

Aufgrund dieses Verhaltens, hab ich sie bei ihrem schon sehr früh und dann wiederholt vorgetragenen Wunsch der Familiengründung immer wieder vertröstet. Dabei wünschte ich mir selber nichts sehnlicher, als mit ihr glücklich sein zu können und Kinder mit ihr zu haben.

Ganz unabhängig davon, halte ich ihre Verengung in der Suche nach einem Partner auf dessen einzig bedeutende Rolle als Vater ihrer Kinder für verheerend.

Viele ihrer Äußerungen schon seit Beginn unserer Beziehung ließen darauf schließen, daß sie eine evtl. Trennung und ihr Zurückbleiben als dann ggfs. alleinerziehende Mutter sehr billigend in Kauf genommen hätte, etwa nach einem Verhütungsunfall oder nachdem wir irgendwann MIT Kind festgestellt hätten, wir passten nicht zusammen.

Ich finde es erstaunlich bis erschreckend, wie der Kinderwunsch ALLES andere überdecken kann, selbst jegliche vielleicht ja doch nur verschüttete Fähigkeit, Nähe und Zweisamkeit mit einem Menschen zuzulassen und dies nicht nur aus Pflichtbewußtsein zu tun.

Grüße,
ElPart
 
P

Papillon

  • #2
Und was ist jetzt deine Frage? Vielleicht konfrontierst du deine Freundin mit dem was du hier schreibst und triffst dann deine Entscheidung. Allerdings scheint sie hier schon getroffen zu sein. Manchmal drückt die Natur schon heftig durch, allerdings war das bei mir eher mit 30 als jetzt mit 37 Jahren. Ich fühle mich total tiefenentspannt, da drängelt eher mein Freund.
 
  • #3
Ich selber bin kinderlos - eher gewollt weil ich das Thema irgendwie "verschlafen" habe und mit meinen Tausend Anforderungen an den Kindsvater niemand gut genug war, um der Vater meines Kindes zu werden.

ABER: Es soll viele Frauen geben, die einfach ein Baby wollen, koste es was es wolle, vor allem wenn sie älter werden und wenig Zeit übrig bleibt. Ist so. Weibliche Biologie.

Natürlich kann sich eine gutverdienende Frau leisten zur Not auch als AE zu leben. Hätte ich ein Baby, dann würde ich es auch durchbringen, wenn es mein Wunschkind wäre.

Daß jemand "aus Versehen" schwanger wird ist eine Charakterfrage. Aber wenn die Frau Eile hat und der Mann trödelt dann schreitet sie zur Tat. Machen Männer doch im Berufsleben auch. Klar ist es egoistisch aber wir leben im 21. Jahrhundert und da holen sich Frauen doch häufig das was sie wollen, wann sie wollen, von wem sie wollen.

Du schreibst nichts über diese Frau - wie ist sie aufgewachsen? In einer Großfamilie? Religiös geprägt? Hat sie sonst nicht so viele Ziele/Karriere und braucht das Kind als Lebensmittelpunkt? Fehlte ihr immer Familienwärme und will sie das mit einem Kind nachholen? Das sind alles wichtige Infos.
 
  • #4
Lieber FS,

So wie du das schreibst, ist sie deine Ex. Wo genau ist also das Problem? Dass du denkst, sie hätte dich benutzen wollen?

Ihr habt erkannt, ihr passt nicht zusammen. Offenbar habt/hattet ihr ein unterschiedliches Nähe-Distanz-Bedürfnis. Ich würde das Problem also nicht allein auf ihren Kinderwunsch reduzieren. Zumal du ja auch Kinder willst.

Dass sie es mit 40 eilig hat, schwanger zu werden, wenn sie einen Kinderwunsch hat, hättest du dir auch denken können. Stell dir vor, das wäre dein letztes Jahr, in dem du noch Kinder bekommen kannst und vielleicht klappt es auch schon nicht mehr. Das Problem hast du nicht. Sei froh darum. Insofern kann ich deine Wahrnehmung, du als der von ihr Verletzte, nicht teilen. Das Risiko, dass es nicht passt, tragen beide und für beide ist es hart, wenn es so ist.

Ich weiß zwar nicht, wie lange du sie "vertröstet" hast und wie lange sie dir deiner Meinung nach schon nicht genug Nähe gegeben hat. Aber es wäre wahrscheinlich auch besser gewesen du hättest die eigentlichen Probleme (Nähe-Distanz) früher angesprochen statt sie einfach nur wegen Kindern zu vertrösten und abzuwarten. Dann hätte sich vermutlich schneller gezeigt, dass es nicht passt. (Aus ihrer Sicht gab es ja, so wie du es schreibst, kein Problem, insofern hätte sie es nicht ansprechen können). Insofern könnte sie eher noch verletzt sein, weil du ihr unter Umständen die letzte Chance genommen hast, noch welche zu bekommen, weil ihr die Zeit ausgeht.
 
  • #5
Und jetzt? Ihr habt kein Kind und deine Partnerin ist offensichtlich auch nicht schwanger. Also was hält dich noch, wenn du eh so negativ von deiner Partnerin denkst?
 
  • #6
Was ist Deine Frage?

Für Liebe wird sie es nicht halten.
Und es gibt analog auch Männer, die die der Kinderwunsch das einzig relevante ist.
Findet sich hier im Forum als Beispiel.

Wenn die / derjenige nicht darunter leidet, wird er / sie an dieser Einstellung nichts ändern. Ob Therapiebedarf? Muss auch der/ diejenige entscheiden.
Wer mir leid tut, sind die Kinder, die so ein Elternteil haben.

Du als Partner hattest die Chance, es zu realisieren und Dich für eine Trennung entschieden.
Hast also gut für Dich gesorgt.

Sei froh darum, andere realisieren es nicht.
 
  • #7
Lieber ElPart. Du bist derjenige, der überschwenglich lieben möchte, der in einer liebevollen überschwenglichen warmherzigen Beziehung leben möchte.

Und was ist mir ihr: bei ihr dient alles irgendeinem Zweck, da gibt es keine nutzlosen Umarmungen oder anderen Schnickschnack. Sie wünscht sich Kinder und nimmt auch billigend in Kauf, ggf. sogar alleinerziehend sein zu müssen, sprich: the worsest case.

Ich befürchte, da ist ganz schön was bei ihr schiefgelaufen. Sie hat ein Verhaltensmuster, das mir zeigt, dass bei ihrer Sozialisation gründlich was auf der Strecke geblieben ist. Schreib mir bitte was über ihr Elternhaus, waren die Eltern etwa sogar getrennt? War man dort sparsam mit Liebesbeweisen, kalt oder gar abweisend?

Liebe und Beziehung muß man nämlich lernen. Und dabei kann eine Menge schief gehen. Man lernt leider das, was einem vorgelebt wurde. Bei ihr sehe ich prinzipiell sogar ein mangelndes Urvertrauen, so, als ließe sie ihre Gefühle nicht von der Leine, weil sie ja jederzeit damit rechnen muß, dass sie dann alleine dasteht. Das hat sie so gelernt. Das typische Verhalten des unsicheren vermeidenden Bindungsstils. Was sagst Du dazu? Weißt Du was darüber?
 
  • #8
Hallo @ElPart

Nach eigener Aussage, hast du sehr früh festgestellt, dass du ihr vorwiegend als Samenspender dienen sollst.
Du Armer, nicht verzagen, dagegen gibt es eine schnelle und effektive Lösung: Beziehung beenden

Das ist defintiv besser als sich ewig zu grämen, bis man kein gutes Haar mehr an der (ehemaligen) Geliebten finden kann, um dann einen Thread ohne konkrete Frage zu eröffnen.

Alles Gute

W, 25
 
  • #9
Lieber FS,

"Ich brauch gerade keine grundlose Umarmung!")
ich vermute, dass deine Liebste nicht fähig ist, Liebe zu geben und auch annehmen zu können. Sie wird sicherlich nicht nur, weil ihre biologische Uhr tickt, dich benutzen wollen. Wenn du Potential siehst, dann wirst du sie an die Hand nehmen müssen und gemeinsam Hilfe suchen. Denn, wenn sie ein Kind möchte, ist es wichtig, das dieses Kind in Liebe aufwachsen kann und auch Liebe erfährt.
Inwieweit hast du dieses sensible Thema mal angesprochen und wie hat sie reagiert?
 
  • #10
Was ist nun Dein Problem? Sie ist Deine Ex, ihr habt kein Kind. Da sollte man annehmen, dass aus Deiner Sicht alles nochmal gutgegangen ist.

Du hast rechtzeitig gemerkt, dass sie Dir nicht das gleiche Ausmass an Zuneigung entgegen bringt wie Du ihr und dass Du so einen kühle Zweckbeziehung nicht aushalten kannst. Daher hast Du mir ihr eine Familiengründung verweigert. Das war eine kluge Wahl.

Ich finde es erstaunlich bis erschreckend, wie der Kinderwunsch ALLES andere überdecken kann, selbst jegliche vielleicht ja doch nur verschüttete Fähigkeit, Nähe und Zweisamkeit mit einem Menschen zuzulassen und dies nicht nur aus Pflichtbewußtsein zu tun.
Erschreckend finde ich die Stärke des Kinderwunsches nicht sondern zutiefst natürlich - haben manche Frauen und dann versuchen sie es, egal mit wem.

Ich sehe auch nicht, dass der Kinderwunsch die Fähigkeit zu Nähe und Zweisamkeit überdeckt hat. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie Dich einfach nicht liebte und Dir daher nicht die Gefühle und Zärtlichkeiten entgegen bringen könnte, die Du Dir wünschtest und die Du für sie hattest.

Ob sie grundsätzlich keine Nähe zulassen kann, siehst Du eher an ihrem Umgang mit anderen Menschen als mit Dir. Wenn sie es grundsätzlich nicht kann, dann wird das seine Gründe haben und diese kannst Du nicht ändern. Die Gründe können in unerfreulichen Beziehungen/Begegnungen mit Männern gelegen haben, in einer lieblosen Familie aber auch Persönlichkeitsbedingt sein (z.B. schwache Asperger-Auspraegung) oder Ausdrucksform einer psychischen Erkrankung sein - nichts, was Du hättest positiv beeinflussen können.

Wie auch immer, in so einer Situation ist eine Trennung der richtige Schritt, zumal ihr irgendwann sicherlich in einem unangenehmen Spannungsverhältnis wart, welches beiden das Leben verleidet: sie will Familie mit Dir gründen ohne Liebe und Du willst ohne Liebe keine Familie mit ihr. So ein Zielkonflikt macht das Leben miteinander doch unangenehm und führt zu gegenseitigen permanenten Dauerenttäuschung.

Was ich weniger verstehen kann, warum sie sich überhaupt die Beziehung mit Dir angetan hat, wenn ihr Nähe so lästig ist und sie ohnehin schon als AE plante.
Da ist es doch einfacher und sicherer sich den Kinderwunsch in Dänemark mit einer Samenspende zu erfüllen als sich mit einem ungeliebten Mann ergebnislos an dem Thema abzukaspern bis sich das Zeitfenster für die Familiengründung geschlossen hat.

Guck' nach vorn und nicht zurück. Als Mann kannst Du mit einer anderen Frau bis zum Sankt Nimmerleinstag eine Familie gründen.
 
  • #11
Die Frage erschließt sich mir nicht.
Alle "arglistig" will ich deine Freundin nicht hinstellen. Sie scheint immer so gewesen zu sein und klar zu kommunizieren.
Es ist nicht deine Art (und von ganz vielen ,zum Glück, nicht) aber Ihre Art.
Z.B eine Freundin von mir ist leicht Autistisch. Sie würde auch immer zuerst ihre Belangen sehen und Gefühlsausbrüche überfordern sie. Ich wurde als Jugentliche von einem Familienmitglied missbraucht, ich rücke entweder extrem nahe ran oder man kann mich überhaupt nicht berühren.
Oft gibt es also Gründe, weshalb jemand so oder so ist. Am Ende zählt doch auch nur, das Sie und du ehrlich seid.
Wenn Sie klar kommuniziert, dass Sie ein Kinderwunsch hat und den über alles stellt und Männer/Du nicht Priorität eins bei ihr seid/bist. Dann ist es zwar nicht schön in deinen Ohren, aber ehrlich. Was bringt es dir, wenn Sie dir sagt, du bist der Mann ihrer Träume und nachdem Sie schwanger ist, fällt das falsche Interesse von Ihr.
Da so einige Menschen sind, sei froh, dass du selbst entscheiden kannst/könntest ob du das möchtest.
 
  • #12
Lieber FS,
pardon, dass ich nicht aufmerksam genug gelesen habe. Deine Beziehung besteht nicht mehr.
Viele Fragen können sich für dich nicht mehr erschließen, um verarbeiten zu können? Hast du noch Hoffnung, ist eure Trennung noch sehr frisch?

Wir als Foristen können zwar wild spekulieren, aber nicht in das Herz eines Menschen schauen, ohne jegliche Hintergründe auch nur ansatzweise zu kennen.
 
  • #13
Ich verstehe Dich vollkommen lieber FS.

Ich habe mich mit meinem Ex auch nach 10 Jahren unserer Beziehung beim Wachwerden umgearmt und geküsst und beim Händchenhalten sind wir eingeschlafen. Schade nur, dass es zwischen uns einen sehr großen Altersunterschied gab und er bereits Kinder hatte, womit ich nicht klar kam. Denn genau so stelle ich mir auch eine Beziehung vor. Und nur bei solcher emotionalen Nähe und Liebe möchte ich mit meinem Zukünftigen ein Kind auf die Welt bringen. Denn das soll die Krönung unserer Liebe sein und nicht meines Egoismus.

Ich weiß nicht wie man mit einem Mann, denn man vermutlich gar nicht liebt ein Kind zeugen will. Das Kind wird man doch sein Leben lang vor Augen haben müssen. Dann würde ich schon lieber eine anonyme Samenbank bevorzugen.

Lass Dich bitte auf nichts ein. Am Ende muss Du womöglich auch noch Unterhalt zahlen und Dein Kind wenn überhaupt nur eingeschränkt sehen können.

Ich drücke Dir die Daumen und wünsche Dir viel Kraft für die Bearbeitung dieser Enttäuschung.

Zwar tickt bei den Herren bezüglich der Kinderzeugung auch die biologische Uhr, jedoch nicht so schnell wie bei den Damen.

Daher nimm Dir die Zeit und mach es nur mit der Frau, die Dich und dieses Glücks wert ist.

Schöne Grüße
Kati
 
  • #14
Ich finde es erstaunlich bis erschreckend, wie der Kinderwunsch ALLES andere überdecken kann, selbst jegliche vielleicht ja doch nur verschüttete Fähigkeit, Nähe und Zweisamkeit mit einem Menschen zuzulassen und dies nicht nur aus Pflichtbewußtsein zu tun.
Lieber ElPart
Ja, das finde ich auch. Mir scheint das jetzt im Fall deiner Ex aber vielleicht auch altersbedingt? Du könntest als Mann durchaus ihre "letzte Chance" auf Familiengründung gewesen sein, da sie Anfang 40 ist. Da kann man als Frau ja nicht noch jahrelang "mal schauen" und sich solche Dinge entwickeln lassen, sondern braucht recht zeitnah ein klares Statement vom Partner. Oder gibt den Kinderwunsch dann ganz auf.
Die Dynamik eurer Beziehung scheint mir insgesamt tragisch. Sie verweigerte dir Liebe und Zärtlichkeit, du schobst im Gegenzug die Familiengründung immer wieder hinaus und somit hatte sie auch kein klares Nein, was ihr jetzt vielleicht auch Zeit gekostet hat und ihren späten Kinderwunsch noch mehr erschwert.Das sind beachtliche emotionale Kosten für euch beide, so zu sagen.
Dem anderen mühelos(!) Freude zu schenken, egal ob emotional oder sexuell, einzig und allein, weil es den anderen glücklich machte, das war für sie fast ausschließlich harte Arbeit.
So, wie du eure Beziehung beschreibst, finde ich es klug von dir, dass du keine Familie mit ihr gegründet hast. Ich wünsche dir, dass du mit jemand anderem glücklicher wirst.
 
  • #15
Hallo nochmal,

vielen Dank für all Eure Antworten. Ich will auf keinen Fall wichtige Informationen zurückhalten. Ich hab schon einige Posts nachgeschoben, die aber (noch?) nicht freigegeben wurden. Dort beantworte ich eigentlich alle offenen Fragen, soweit ich sie jetzt überschaue, und ich schreibe dort noch einiges, was im ersten Post der Zeichenbeschränkung zum Opfer gefallen ist. Ich kann nur warten, bis EP das alles freischaltet. Vielleicht taucht es ja bald hier auf.

Grüße,
ElPart
 
  • #16
Sorry, lieber FS, aber auch ich verstehe deine Frage nicht. »... wenn man die Wahl des künftigen Kindsvaters für Liebe hält«, heißt was? Dein darauf folgender Text spricht ja eine andere Sprache, nämlich die, dass deine Freundin nicht »Liebe als Auswahlkriterium« gewählt hat, sondern, unmissverständlich, einen Samenspender für ihr Kind suchte. Du hast das gemerkt, wenn vielleicht auch etwas spät (aber nicht zu spät) und hast dich getrennt. Richtige Entscheidung, wenn dir die Rolle als Samenspender nicht ausreicht.

Okay, du leidest, weil du dir anderes vorgestellt hast. Aber das kommt überall mal vor, wichtig ist alleine, dass du die Konsequenz gezogen hast. Alt genug bist du wohl - mit Anfang vierzig - dazu.

Also: Enttäuschung zulassen, verkraften ... und auf zu neuen Ufern!
 
  • #17
Ich habe im Freundeskreis so viele Beispiele, in denen Beziehungen durch den gemeinsamen Kinderwunsch aufrecht erhalten werden. Es hinterlässt bei mir das Gefühl, das diese Paare so eine stillschweigende Vereinbarung haben. Die Leute haben Angst, weil sie glauben sie bekommen nichts besseres. Bei anderen habe ich das Gefühl, sie wollen zwar das Konstrukt einer Familie, brauchen aber das Gefühl der Kontrolle über ihre Gefühle?! Das geht nicht wenn man schwer verliebt ist. Deine Freundin hört sich, so wie du sie Beschreibst so an. Dabei hat sie keine Ahnung was Schwangerschaft und Mutterschaft mit ihr macht. Eltern werden stellt die Weichen im Leben völlig neu. Plötzlich sind die Dinge nicht mehr so berechenbar. Du hast keine Kontrolle mehr, weil die Kinder Taktgeber und Spiegel der Beziehung und eigenen Persönlichkeit sind. Ich finde es richtig, wenn du die Verantwortung für dich und eventuelle Kinder übernimmst und bei diesem Spiel nicht mitspielst. Du kannst noch immer Vater werden. aber bitte mit eine Frau, die Liebesfähig ist. Wenn du das überhaupt aushalten kannst. Schließlich hast du die Beziehung trotz dieser Erkenntnis ja aufrecht erhalten. Bitte denkt an die Kinder. Es ist eine große Bürde die sie auferlegt bekommen, wenn Paare nur wegen ihnen zusammen bleiben. Eine Scheidung ist auch immer ein großer Einschnitt. Alles Gefahren, die ohne hin schon lauern und die man nicht sehenden Auges eingehen sollte. Oder ihr tickt beide gleich und könnt darauf eine Beziehung aufbauen. Dann habt ihr ein Geschäftsmodell, das manchmal zuverlässiger Funktioniert als eine Liebesbeziehung.
 
  • #18
Hallo, ich kenne Eure Situation aus eigener Erfahrung.
Du fühlst Dich nicht genug geliebt, Deine Partnerin setzt andere Prioritäten. Sie wünscht sich ein Kind, für sie ist es ein unerfüllter Lebenstraum, Ihre Zeit läuft ab. Sie lebt mit der Angst für immer kinderlos zu bleiben. Sie hat sogar Angst Dich zu enttäuschen, wenn es nicht mehr klappt.
Wenn Du als Partner in dieser schweren Zeit für sie da sein möchtest, dann versuche sie zu unterstützen und zeige Ihr weiterhin Deine Liebe. Rede mit ihr, auch über Lebensmodelle ohne Kind. Zeige ihr, dass Du sie auch ohne Kind weiterhin lieben würdest. Das ist es was sie jetzt von Dir braucht.
w(47 J)
 
  • #19
Nur nochmal als Einschub zu einigen Rückfragen, da EP meine Posts immer noch nicht freigeschaltet hat. Sollte das auch zukünftig nicht geschehen, werd ich diesen Thread aber nicht nochmal in der Art bearbeiten. Wenn in den Augen von EP der Umfang meines aufwändigen Geschriebs mein "Vergehen" ist, werde ich das wohl akzeptieren müssen. Aber kürzerfassen geht bei der Tiefe der Problematik leider nicht, zumindest nicht für mich und wenn doch recht viele Fragen unbeantwortet bleiben müssten.

Der Threadtitel sollte keine Frage sein, sondern eine Überschrift. Mir war nicht klar, daß EP daraus eine Frage macht. Alternativ hätte ich auch schreiben können: "Können Menschen die Wahl des potentiellen Vaters wirklich für Liebe halten?". Meine Partnerin ist scheinbar die Antwort darauf.

Meine Ex-Partnerin war/ist sehr wohl ein Mensch, der zumindest gegenüber ihrer Familie und Freunden zur Liebe fähig ist bzw. zu sein scheint - eine Eigenschaft, die u.a. auch ein Grund für meine Gefühle für sie war. Ihre Herzensgüte für Kinder und auch ihre Hilfsbereitschaft für ihr Umfeld waren ebenfalls solche Gründe. Nichts war für sie stärker als der Bindung zu ihrer Familie, auch nachweislich stärker als zu mir oder jedem anderem Partner, den sie jemals hatte. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß dies alles gespielt war - auch wenn sie mal sagte, daß viel ihrer Energie im Umgang mit Freunden, Kollegen und Familie aus dem großen Bedürfnis herrührt, für diese da zu sein und ihren vermeintlichen(!) Erwartungshaltungen zu entsprechen. Bei mir müsse sie das nicht, sagte sie einmal, und deshalb könne sie an einem Abend mit mir ja auch um 9 ins Bett gehen. Sie bräuchte sich bei mir ja nicht zu verstellen, wenn sie müde, kaputt und übelgelaunt sei. Letzteres war und wurde in meiner Gegenwart auf die Art aber leider zum häufigsten Zustand unserer Beziehung.
Ich würde also schon sagen, sie ist zu Liebe (für ihre Familie) fähig, und auch zu erheblich mehr, als sie mir scheinbar geben konnte oder wollte, auch auf rein zwischenmenschlicher Ebene. Die Schieflage bestand meines Erachtens einzig und allein, daß sie diese Liebe mir konsequent vorenthielt und ich von ihr eher lieblos behandelt wurde. Ob krankhaftes Misstrauen die Ursache dafür ist, weil sie dachte, sie könne sich meiner Verbindlichkeit nicht sicher sein, solange ich mit ihr kein Kind gezeugt hätte (anders als bei ihrer Familie, die immer ein Fixpunkt für sie bleiben wird, komme was da wolle), das wird wohl niemand (mehr) beantworten können. Ich wage zu bezweifeln, daß sich an unserem Miteinander wirklich etwas geändert hätte, sobald ihr Traum in Erfüllung gegangen wäre. Sie hätte mich nicht mehr aus eigener Entscheidung verlassen - das wäre aber auch schon alles gewesen.

Mod: Bitte halten Sie sich an die Zeichenbegrenzung. Mehrteiler werden nicht veröffentlicht.
 
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  • #20
@ElPart
Deine Freundin hat völlig andere Bedürfnisse als du. Du willst ihr "emotional und sexuell Freude schenken, uneigennützig". Alles klar. Hat ihr denn der Sex mit dir Spass gemacht? Ich würde einmal vermuten: Nein. Sie will und erwartet offensichtlich etwas ganz anderes in einer Beziehung?! Materielles wie ein schönes Haus mit Garten, eine schicke Inneneinrichtung, ein leckeres Abendessen, Sauberkeit und Hygiene, humorvolle und geistreiche Gespräche und kleine Überraschungen im Alltag, Hilfe und Unterstützung, Fürsorge, finanzielle Kompetenzen etc.? Eine Beziehung sollte nicht nur auf Umarmungen, Sex, körperlicher Nähe basieren. Deine Freundin war offensichtlich extrem genervt von deinen körperlichen Annäherungen. Wann fanden diese Umarmungen denn statt? Hast du sie bei ihrer Hausarbeit gestört? Ich muss dir ehrlich sagen... Ich bin ein super sinnlicher Mensch und guter Sex kommt für mich an erster Stelle... Aber du wirkst auf mich in deinem Wortschwall extrem unmännlich. Und mich würden deine ständigen "Umarmungsversuche" über den Tag verteilt, überspitzt gesagt, völlig entnerven. In jeder Beziehung hat ich klasse Sex, oft zu wenig Zärtlichkeiten, aber so eine "devote Anhänglichkeit" würde mich in nur 1 Tag aus der Wohnung treiben! Ich hatte eine enge Tochter-Mutter-Bindung, wir kuschelte den ganzen Tag. Nur vergass sie dabei Ihre Pflichten wie gesundes Kochen, das Bett wöchentlich überziehen, die Kinderzimmer reinigen etc.
 
  • #21
Lieber FS,

ich glaube nun erst recht nicht mehr, dass sie dir etwas vorgespielt hat. Sie hat dir ja eigentlich klar gesagt, wie es aussieht. Sie ist genervt, dass alle von ihr (ob wirklich oder nur in ihren Gedanken) erwarten, dass sie sich verstellt und eine Person ist, die sie nun mal nicht ist oder zumindest nicht ständig sein kann, ohne sich zu verleugnen. Dürfte auch wenige Menschen geben, die immer gut gelaunt/liebevoll etc. sind. Das hat ihre Energiereserven aufgebraucht. Sie kommt nach Hause, freut sich, dass sie sich endlich ausruhen kann und nicht mehr verstellen muss. Und sie glaubt, dass du sie so akzeptierst und fühlt sich deswegen wohl. Was du aber nicht machst. Sondern du hast dich in das verliebt, was alle anderen scheinbar von ihr erwarten und bist enttäuscht, dass du es nicht bekommst. Eigentlich solltest du Verständnis haben, dass einem da irgendwann die Energie ausgehen muss, wenn man sich konstant verstellt.

Klar, wäre es besser gewesen, sie hätte gegenüber allen ihre Maske abgelegt. Dann wäre sie dir gegenüber vermutlich auch anders gewesen. Aber vielleicht mag sie es auch einfach allgemein nicht, die Liebevolle sein zu müssen und spielt alles davon. Das weiß nur sie. Dass sie dich verlassen hat, musste so kommen. Sie halten wollen, aber ihre Wünsche missachten und sie verändern wollen, klappt eben nur bedingt.

Es gibt Menschen, die nur bedingt Nähe zulassen können und wollen. Es gibt Menschen, die sehr viel Nähe brauchen. Das heißt noch lange nicht, dass einer von beiden weniger liebt. Sie lieben nur anders. Beide zusammen bilden aber kein gutes Team. Akzeptiere, dass sie so ist und dass es nicht passt. Sie war sicher auch enttäuscht, dass du nicht so warst, wie sie dachte. Du musst dich von ihr und von deinem Traum eines Lebens mit ihr lösen, wenn du wieder glücklich werden willst und für dich herausfinden, wie viel Nähe/Wärme... du dir wünschst und wer dir das wirklich geben kann und will. Bei allem anderen müsste sich einer/eine verbiegen.
 
  • #22
Ok, also EP bestätigt es. Meine anderen Posts wurden einfach gelöscht. Na gut, dann kommt jetzt hiermit zumindest noch Teil 2 (und morgen ggfs. Teil 3) meines "unmännlichen Wortschwalls", damit einige der Fragen nicht unbeantwortet bleiben:

Diese Ambivalenz, Liebe auf der einen Seite und durch unbegründetes Misstrauen ausgelöste Gefühlskälte auf der anderen Seite (bei gleichzeitiger Überzeugung, mich zu lieben), ist das, was mich im Rückblick umtreibt.

Ich kann ihren großen Wunsch nach einem Kind absolut nachvollziehen. Das darf hier bitte niemand mißverstehen. Für sie gehört der richtige Partner durchaus mit dazu, aber halt nicht primär und als Voraussetzung, was sich natürlich mit dem alles überdeckenden Kinderwunsch erklären ließe. Ihr ist klar, daß es wichtig für das Kind ist, einen Vater zu haben, der sich um das Kind kümmert. Sie hätte mir das Kind ja sonst auch gegen meinen Willen unterjubeln können (Arglist kann und will ich ihr also nicht unterstellen), auch wenn es Hinweise darauf gibt, daß sie irgendwann mal mit wenig glaubwürdigen Begründungen die Kontrolle über unsere Verhütung zuerst nicht aus der Hand geben wollte, bevor wir dann doch aus anderen Gründen von Pille auf Kondom umgestiegen sind.
Inwiefern purer Egoismus eine Rolle spielt, daß sie "notfalls" das Kind ohne Vater haben wollte (anstatt komplett drauf zu verzichten), da maße ich mir kein Urteil über sie an. Ich persönlich würde zum Wohle des Kindes dann lieber darauf verzichten, und das obwohl ich selber einen starken Kinderwunsch habe. Aber dieser ist halt ganz eng an meinen Wunsch nach einer Partnerin gebunden, und zwar als Grundvoraussetzung - einer Partnerin, die ich so liebe, daß das Kind hoffentlich Zeit seines Lebens Eltern hat, die sich nicht nur ein Besuchsrecht teilen - einfach um dem Kind auch ein harmonisches Elternhaus bieten zu können, in seinem Interesse und dem der Eltern. Ich bin mitnichten der Ansicht, daß man die Möglichkeit einer Patchwork-Familie von vornherein "einpreisen" sollte, so wie das meine Ex-Partnerin nachweislich tat. Wenn es nicht anders geht, sollte man sich natürlich auch dort um Harmonie bemühen, koste es, was es wolle. Aber als Normalfall will ich das nicht akzeptieren.
Meine Partnerin sah das, wie gesagt, schon sehr früh sehr viel anders. Die Option, kinderlos zu bleiben, kam für sie bisher nicht in Frage - nur wenn tatsächlich biologisch nichts mehr geht, und das ist aber wohl noch nicht so weit. Ich bin mir natürlich nicht sicher, wofür sie sich jetzt entscheidet, aber die Option "Dänemark" hatte sie bereits vor unserer Beziehung in Erwägung gezogen. Mit Sicherheit ist das jetzt nicht viel anders, zumal sie soweit sein könnte, keine weitere Zeit mehr in die Partnersuche und kein weiteres "Bemühen" in die ja trotzdem unsichere "Partnerpflege" (so würde sie es sehen) investieren zu wollen, um auf "regulärem" Weg ein Kind zu bekommen.
 
  • #23
Wenn in den Augen von EP der Umfang meines aufwändigen Geschriebs mein "Vergehen" ist, werde ich das wohl akzeptieren müssen. Aber kürzerfassen geht bei der Tiefe der Problematik leider nicht, zumindest nicht für mich und wenn doch recht viele Fragen unbeantwortet bleiben müssten.
Puh, also ganz ehrlich, frag dich mal, warum du dich wissentlich auf eine Frau einlässt, die dich nicht liebt, und warum du das so lange mitmachst. Ganz gesund ist so ein Bindungsverhalten ja auch nicht, oder? Und so umständlich wie du hier rüber kommst, machst du auf mich eher den Eindruck eines zerstreuten Professors...
 
  • #24
viel ihrer Energie im Umgang mit Freunden, Kollegen und Familie aus dem großen Bedürfnis herrührt, für diese da zu sein und ihren vermeintlichen(!) Erwartungshaltungen zu entsprechen. Bei mir müsse sie das nicht, sagte sie einmal
Du hast dir die Antwort für ihre vermeintliche Lieblosigkeit dir gegenüber doch schon selbst gegeben.
Gegenüber anderen Menschen hatte sie immer das Gefühl, besonders viel leisten zu müssen, um gewertschätzt zu werden. Dort blieb ein Großteil ihrer täglichen "Batterieladung", die sie zur Verfügung hatte.

Bei dir hat sie sich offenbar nicht derart unter Druck gesetzt gefühlt. Hat sich mehr gegeben, wie sie wirklich war: ein Mensch, der nicht viel Nähe braucht, eigentlich auch nicht viel in eine Beziehung investieren möchte, es einfach laufen lassen will. Ihr hat das wohl gereicht, viel Zärtlichkeit und Romantik benötigte sie nicht, und sie war sich sicher, dass du sie so liebst, wie sie ist.
Das ist zunächst einmal ein Vertrauensbeweis an dich.
Unzweifelhaft geht so ein extremes Verhalten natürlich nicht - auch und besonders der Partner hat ein Anrecht darauf, dass ihm ein Teil der Energie zugute kommt. Ein Partner ist ja kein Mülleimer.

Dass es irgendwas mit dem Kinderkriegen zu tun hat, sehe ich aus deinen Ausführungen nicht. Es widerspräche sich auch - wenn sie einen so großen Kinderwunsch hätte, und die biologische Uhr tickte, würde sie doch dich viel mehr gepampert haben als alle anderen, um sich diesen Wunsch möglichst zu erfüllen.

Sie hatte offenbar ein anderes Bild von Beziehung im Kopf als du, und ihr beide ein unterschiedliches Nähe-Distanz-Bedürfnis.
 
  • #25
Entschuldigt, daß ich über eine für mich mental sehr aufwühlende Beziehung vielleicht mehr mitzuteilen habe als nur einen Dreizeiler - besonders auf explizite Rückfragen. Ich dachte, dies sei der richtige Ort dafür. Es soll ja tatsächlich, besonders in DISKUSSIONSforen über Liebe und Partnerschaft, Menschen geben, die sich über ihr Empfinden Gedanken machen und es in Worte fassen und denen ihre Gefühle nach einer Trennung auch ein paar Überlegungen und Formulierungen wert sind, die über "Andere Mütter haben ja auch schöne Töchter" hinausgehen. Tut mir leid, wenn ich dieses Forum falsch eingeschätzt habe.

Falls sich Diskussionsteilnehmer mit wirklich relevanten Beiträgen auch noch fragen: Nein, natürlich hab ich mit ihr nicht in dieser Art über unsere Probleme gesprochen. Wenn überhaupt hab ich ab einem bestimmten Zeitpunkt darauf gewartet, daß SIE sich mitteilt und mir sagt, was sie so bedrückt, daß es ihr im Wege steht, ihr noch bis kurz vor der Trennung erneuertes "Ich liebe Dich" auch spürbar und hörbar mit Leben zu füllen, anstatt mich nur meistens ihre schlechten Launen und Impulsivitäten spüren zu lassen. Ich wollte nicht von ihr, daß sie sich für mich verstellt. Sie würde das Wort "verstellen" in Bezug auf ihre Familie vehement von sich weisen. In keiner anderen Gesellschaft blühte sie derart auf und war sichtlich glücklich. Aber ich hielt eine irgendwann von Nähe zu mir (an 2 Tagen pro Woche) nur noch überforderte und mich wegstoßende Partnerin nicht für die beste Basis, eine eigene Familie zu gründen - so sehr setzte mir das zu. Denn natürlich war unser Kennenlernen und die ersten(!) Monate ganz klar davon geprägt, daß sie SAGTE, sie liebe mich und fände es toll, zum ersten Mal in ihrem Leben sich einem Mann körperlich und mental so nah, vertraut und verbunden zu fühlen. Weitere Spekulationen über mein vermeintlich dysfuntionales Bindungsverhalten erübrigen sich.
Für alle, denen ich mit ganzen Sätzen nicht zu viel zumute und wen es noch interessiert, hier der letzte noch fehlende Absatz.

Das Thema, das mich mit diesem Thread beschäftigte, war nicht die vermeintliche Verwerflichkeit ihrer Prioritäten, sondern vielmehr das Phänomen, daß ein Mensch seine Fähigkeiten zum Empfinden für einen Partner augenscheinlich so eklatant anders bewertet und dabei aber gar nicht an sich heranlässt, wie widersprüchlich sie sich dabei verhält, diese Liebe mit mehr zu füllen als nur emotionaler Distanziertheit. Ich habe mich ja immer gefühlt, als wollte ich einer Blinden die Farbe Rot erklären, wenn ich ihr vermitteln wollte, was mir eigentlich fehlt. Ich sage nicht, daß ihre Vorstellungen falsch oder ungenügend waren. Sie hingen nur an völlig anderen Dingen und waren somit komplett anders als meine. Genau das haben wir beide und füreinander mitterweile auch akzeptiert. Aber das war auch nicht Gegenstand dieses Threads.

Mod: Bitte halten Sie sich an die Zeichenbegrenzung. Mehrteiler werden nicht veröffentlicht.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #26
Lieber ElPart,

Auch ich möchte immer wieder gerne verstehen - warum denken, handeln, fühlen Menschen so. Vor allem wenn sie mir emotional nahe sind und wenn es so völlig konträr zu meinem eigenen Denken, Fühlen, etc. Geht.
Manchmal bekomme ich sogar Antworten, und lerne zu verstehen manchmal verändert es auch meine Sichtweisen.
Dann ist es positiv, ein Gewinn.

Aber, jetzt kommt das Aber.
Ich kann nicht alles verstehen, genug bleibt mir fremd und dann soll es so sein.
Egal wieviel Engagement ich hinein stecke - ich werde nicht verstehen und ich werde mich auch nicht verständlich machen.
Das kostet nur Energie, verunsichert evtl., kann bis zu Verletzungen führen.

Also lerne ich zu akzeptieren - die Welt ist bunt, jeder Mensch ist anders, ich mag nicht jeden und verstehe nicht jeden.

Und was aber genauso wichtig ist - was macht es mit mir, wenn ich in einer wie auch immer gearteten Beziehung mit einem Menschen bin, der so ganz anders ist und dies mich tangiert? Durch sein Verhalten mir gegenüber, etc.?
Gerade bei einem Partner?

Dann sind meine Grenzen wichtig, dann hat meine Denkweise, meine Art mein Leben zu gestalten, Vorrang.
Dann kann ich mit so einem Menschen nicht leben, das macht mich kaputt.

Er ist nicht weniger wert als ich, aber ich bin mir dann mehr wert.
Und retten kann ich niemanden, ein weiterer Aspekt.

Prüfe für Dich, warum es Dich beschäftigt, Dich so zweifeln lässt?
Warum kannst Du nicht stehenlassen, dass diese Frau sicher für Dich positive Seiten hat, aber Facetten, und zwar essentielle, die Dich sprachlos machen und Du nicht tolerieren magst und kannst.

Ziehe auch innerlich Deinen Schlussstrich, und erlaube Dir, dass Deine Entscheidung für Dich die absolut richtige war.

Und wenn Du Dich diesbezüglich sortiert hast, dann überlege Dir, was Dir wichtig ist. Was tut Dir gut, was bereichert Dein Leben, was macht für Dich eine gute Partnerschaft aus, was sind für Dich gute Eltern / Väter / Mütter. Etc.
 
  • #27
Mh, ok, vergiss meine Theorie. Das klingt leider eher so, als ob sie dich vielleicht doch nicht so sehr geliebt hat und dich zwar lieben wollte, weil es keinen anderen gab/sie dich gerne als Kindsvater gehabt hätte und daher lieben wollte, aber nicht konnte. Und weil sie es doch nicht konnte, hat sie sich dann dir gegenüber ablehnend verhalten. Aber das ist auch nur wieder eine Theorie. Eigentlich kann nur sie dir da eine ehrliche Antwort geben.

Allerdings gab es hier ein anderes grundsätzliches Missverständnis. Hier im Forum funktioniert das eigentlich immer nach Schema-F. Eine(r) fragt was, andere antworten. Daher haben sich jetzt alle gewundert, was eigentlich deine Frage ist und versucht, es irgendwie aus deinem Beitrag herauszulesen. Dass du einfach nur reden magst, darauf wäre ich nicht gekommen. Auch wenn man das bei einem Forum tatsächlich erwarten müsste ;).

Ich kann dein Bedürfnis, nach so einer Beziehung darüber reden zu wollen, durchaus verstehen. Normalerweise macht man das aber mit seinen Freunden. Ich nehme an, dass du das schon gemacht hast und jetzt mit Menschen, die mehr Distanz zur Situation haben, machen möchtest. Das Problem hier wird nur zum einen die Zeichenbegrenzung, wie du ja schon mehrfach gemerkt hast. Und zum anderen wird hier tatsächlich immer nur sehr begrenzt über ein Thema diskutiert. Daher würde ich an deiner Stelle eher in ein anderes Forum gehen, in dem lange über ein Thema geredet wird (sieht man ja sofort an der Zeitspanne und Länge anderer Threads) oder in einen Chatraum gehen. Eigentlich sind Frauen ja durchaus gesprächig. Letzteres hat natürlich den Nachteil, dass es eine Weile dauern könnte, bis du den/die passende Gesprächspartner/in gefunden hast. Aber ich habe das früher öfter gemacht und hatte viele positivie Erfahrungen. Mit Menschen, die sich wirklich Zeit nehmen und Verständnis zeigen. Und auch mit "E-Mail-Freundschaften" ist ein längerer Gedankenaustausch leichter. Ob das hier im Forum funktioniert, da habe ich meine Zweifel. Aber vielleicht ändert es sich ja mit deinem Beitrag.
 
  • #28
Lieber ElPart,
ergänzend noch ein paar Gedanken.

Es gibt genügend Menschen, die Nähe, Zärtlichkeit, "grundlose" Berührungen in einer Partnerschaft mögen und brauchen. Es heißt ja nicht permanent, wie es hier in einem Post unterstellt wurde, und Freiräume lässt es trotzdem zu.
Ein liebevolles Miteinander, ein achtsames Geben und Nehmen, das völlig zweckfrei ist.

Es gibt aber auch Menschen, die nur in Rollen leben. Die jeweilige Erwartungen erfüllen, um Anerkennung zu bekommen.
Da kann Fürsorge, Zugewandtheit wie Liebe wirken, ist aber nur eine Rolle.
Dafür spricht bei Deiner Ex, dass sie bei Dir, in ihrer privaten Schutzzone, ganz anders war, die Maske quasi hat fallen lassen.

Und es gibt Menschen, die einen Kinderwunsch so absolut verfolgen, weil sie sich von diesem Kind einen "Nutzen" versprechen - Aufmerksamkeit, Abhängigkeit, Dankbarkeit, "Liebe". Ich hatte so eine Mutter, sie "liebte" Kinder, aber real hatte sie für ihre eigenen nichts übrig, meinen Bruder ignorierte sie vollkommen. Gleichzeitig bedauerte sie bei jeder Gelegenheit, das sie nicht mehr Kinder hatte bekommen können.
Das muss gar nicht bewusst sein, sondern Denkmuster, die irgendwann entstanden sind und ganz tief verinnerlicht.

Nur als Gedanken, ohne Anspruch auf Richtigkeit.

Ich schreibe und rede übrigens bei komplexen Gedanken auch sehr viel...

Aber auch meine Frage, was möchtest Du? Bitte wertfrei verstehen.
Verstehen lernen?
Bestätigung, dass es richtig war, Dich zu trennen?
Hier einfach noch mal reflektieren, was war?

Kann in einem anonymen Forum gelingen, aber wenn Du nicht die Antworten findest, die Du suchst, und Dich das so nachhaltig umtreibt, würde ich solche Fragen mit einem Psychotherapeuten klären.

Mich persönlich gruselt es übrigens bei der Beschreibung Deiner Partnerin, aber ist evtl. meiner persönlichen Geschichte geschuldet.
 
  • #29
"Liebe Gesten und Aufmerksamkeiten ...schienen ihr auf lange Sicht sehr viel Mühe zu bereiten."
Hier hatte ich den Eindruck, es war bei euch eine Konstellation wo die Frau immer mit Zärtlichkeiten kommen soll und der Mann passiv es geniesst. Ich kann (noch) nicht erklären, warum ich dieses Gefühl habe, was ja nicht zu deinem Umarmungsbeispiel passt.

"Ich brauch gerade keine Umarmung"
Könntest du ein, zwei Beispiele nennen? Was ist, wenn es einer ungünstige Situation für sie in dem Moment war?
Auch musste ich kurz dran denken, was ist, wenn du einfach nur ein unsicherer Mann warst/bist und deine Umarmung unbeholfen wirkte und du bei der ersten Körperbewegung denkst, sie mag es nicht?
Bei welcher Gelegenheit sagte sie, aie braucht gerade keine Umarmung? Hattest du sie etwa gefragt, ob sie eine Umarmung braucht?

"Aufgrund dieses Verhaltens, hab ich sie bei ihrem schon sehr früh und dann wiederholt vorgetragenen Wunsch der Familiengründung immer wieder vertröstet."
Das klingt wie eine Bestrafung.
Oder wie ein Dressurversuch, wenn du anders bist, darfst DU ein Kind bekommen. Hier lese ich keinen dringenden Kinderwunsch von dir heraus, obwohl du ihn auch hast.
Natürlich soll es auch mit dem Partner passen, versteh mich nicht falsch.

"Ganz unabhängig davon, halte ich ihre Verengung in der Suche nach einem Partner auf dessen einzig bedeutende Rolle als Vater ihrer Kinder für verheerend."
Hat sie das so gesagt? Ich denke, du hast Frust geschoben, weil sie dich nicht auf einem Silbertablett trug, obwohl du doch ein Mann und für Kinder bereit bist.
Das schreibe ich so, weil ich bei dieser Passage wieder den Eindruck hatte, du siehst euch als Machtgefälle, wo du am längeren Hebel sitzt, sie aber immer noch nicht deswegen IMMER dein von ihr gewünschtes Verhalten zeigt.

"Viele ihrer Äußerungen schon seit Beginn unserer Beziehung ließen darauf schließen, daß sie eine evtl. Trennung und ihr Zurückbleiben als dann ggfs. alleinerziehende Mutter sehr billigend in Kauf genommen hätte, etwa nach einem Verhütungsunfall oder nachdem wir irgendwann MIT Kind festgestellt hätten, wir passten nicht zusammen."
Ist dies nicht eher verantwortungsbewusstes Sicherheitsgerede, was wäre wenn?

"Und deshalb könne sie an einem Abend mit mir ja auch um 9 ins Bett gehen."
War das nicht nur mal ein einmaliger Vorschlag von ihr? Was ist so schlimm dran? Was ist, wenn ihr einfach unterschiedliche Schlafbedürfnisse habt?

"Ich würde also schon sagen, sie ist zu Liebe (für ihre Familie) fähig, und auch zu erheblich mehr ... Schieflage bestand meines Erachtens einzig und allein, daß sie diese Liebe mir konsequent vorenthielt und ich von ihr eher lieblos behandelt wurde."
Beispiele?
 
  • #30
Richtig, für sie war diese Behandlung aber das normalste der Welt. Vermutlich auch ein bißchen eine Frage der Gene oder der Sozialisierung: ihr Vater verhielt sich ihrer Mutter gegenüber genauso, und sie hasste es.

Dass es irgendwas mit dem Kinderkriegen zu tun hat, sehe ich nicht. Es widerspräche sich auch.
Da sie sich mir gegenüber dazu nie wirklich geäußert hat, ist vieles hier Mutmaßung. Aber daß sie sich mit ihrem Verhalten nicht auch selber widerspräche, würde ich bei ihr gar nicht mal ausschließen. Oder wie soll man sonst bewerten, daß jemand zwar bedingungslose Akzeptanz fordert, aber Verständnis (für sie) und die dafür nötige Verständigung rundheraus ablehnt? Vermutlich meinte sie eher "Hinnehmen" als "Akzeptieren".

Daß der Kinderwunsch vordergründig war, war schon allein daran ersichtlich, daß sie trotz meines ihr bewussten Kummers über mangelnde Nähe bis zum Schluss immer wieder nachfragte, wann es losginge mit der Familienplanung. Sie hatte ihr Ziel also auch MIT einem frustierten Partner fest im Blick. Und vielleicht ist es auch gar kein Widerspruch, sollte der Kinderwunsch ihren Entschluss bestärkt haben. Denn sie ist JETZT ihrem Traum wahrscheinlich erheblich näher als MIT mir, Stichwort "Dänemark". Ob ich ein Teil ihres Traums werde, das interessierte sie dann vermutlich nicht mehr so wirklich.


Warum kannst Du nicht stehenlassen, dass diese Frau sicher für Dich positive Seiten hat, aber...
Vielen Dank für Deine Worte. Doch - ich kann das mittlerweile(!) und durch dieses viele "unmännliche" Nachdenken sehr gut stehenlassen. Bis zu diesem Punkt (vor vielleicht 4 Wochen) war mein Denken noch geprägt von Wut und Vorwurf. Mit der Erkenntnis, daß ihr Empfinden für sie aufrichtige Liebe war, sozusagen im Rahmen ihrer(!) Möglichkeiten, konnte ich plötzlich sehr viel entspannter damit umgehen. Allein deshalb war dies hier ja auch nicht als Bitte um Hilfe gedacht, sondern lediglich als Diskussionsanregung über ein Partnerbedürfnis, das mir neu war und sich auch weiterhin nicht mit dem meinen deckt. Allein deshalb bereue ich diese Trennung nicht. Ich hätte niemals so mit einem Menschen zusammen leben wollen.

Normalerweise macht man das aber mit seinen Freunden.
Das hab ich auch schon sehr intensiv gemacht, und ich bekomme sehr viel Zuspruch, allerdings konnte keiner, weder Mann noch Frau, diese Verengung auf den Kinderwunsch UND das gleichzeitige reine Abrackern um einen liebenden Partner inkl. bewusstem Einstellen dieses Bemühens nachvollziehen.

Es gibt aber auch Menschen, die nur in Rollen leben.
Ja, das ist ist eine sehr zutreffende Umschreibung.

Vielen Dank!