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  • #1

wenn man lange zusammen war,

dann ist es schwer sich zu trennen. Man hängt aneinander und auch an alten Gewohnheiten.
Man gibt ein Stück seines Lebens auf. Was findet man danach?
Ist die Liebe weg oder erkennt man sie nicht (im Alltag), sieht man die Gewohnheiten zu negativ?

Was treibt zur Trennung aus einer eigentlich harmonischen, aber in gewisser Weise langweiligen, Partnerschaft?

Habe ein Buch zum Thema Trennung gelesen und es stellen sich mir diese Fragen!

Wie lange habt ihr auch ohne Streit, ohne die Beteiligung einer dritten Person gebraucht, die Trennung tatsächlich durchzuführen? Ich glaube, auch der Trennungswillige ist hin- und hergerissen.
Glaubt er nicht zwischendurch doch, den alten Partner noch zu lieben? Wieviel davon ist eigenes Belügen, Feigheit, nicht Verletzen wollen? Kann man den Liebesschwüren glauben, wenn sie gleichzeitig mit anderen Lügen einhergehen? Weiß der sich Trennende nicht, was er will?
Mich interessiert, wer hat, warum, wie lange gezaudert?

Frage aus gegebenen Anlass, bin mir nicht mehr sicher, was ich glauben kann und mache dadurch wohl alles noch schlimmer (man merkt es mir halt an).

Danke
w50
 
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  • #2
Ich beantworte mal deine Kernfrage, einige von deinen Drumherum-Sätzen verstehe ich nicht so recht.
Ich habe fünf Jahre gebraucht, bis ich sagen konnte: Es hat keinen Sinn mehr; ich möchte, dass du ausziehst. Ich habe viel hin und her überlegt vorher: die Kinder, die Familie, das Haus, die Freunde. Bis ich es nicht mehr ausgehalten habe. Das war dann genau der richtige Zeitpunkt, jeder andere vorher hätte sich falsch angefühlt.
Langweile allein, finde ich, genügt als Trennungsgrund nicht - denn dazu, dass es langweilig ist, tragen ja vielleicht beide bei? Es ist wichtig, dem anderen deutlich zu sagen, dass man in der Beziehung nicht zufrieden ist und dass man gern etwas ändern würde. Wenn der andere weder gesprächsbereit noch bereit zu Veränderungen ist, kann man immer noch seine Konsequenzen ziehen.

Dir viel Glück!
w, 49
 
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  • #3
Ich war 20 Jahre verheiratet. Hatte einen tollen Mann, doch seine Eifersucht machte mich fertig. Anfangs fand ich es noch schön, doch dann wurde es krankhaft. Als der erste Gedanke bei mir kam, schob ich ihn immer wieder beiseite, so ging es 3 Jahre. Dann konnte ich nicht mehr, trennte mich von dem Vater meiner 2 Kinder.....Fühlte mich danach gut und erholte mich von allem. Nach weiteren 3 Jahren lernte ich einen Mann kennen und war wieder bereit für ihn. Nach 6 Jahren musste ich gehen.....denn bei ihm war das größste Thema GELD! Nach 2 Jahren unserer Beziehung lebte ich nur noch neben ihm. Für ihn war es okay....mir fehlte Zärtlichkeit! Als ich mit ihm darüber reden wollte, wendete er sich immer ab. Und als ich ihm dann die Trennung vorschlug, obwohl ich ihn so sehr geliebt habe, tu ich immer noch, log er mich an. Er hätte Krebs und deswegen ist er so abweisend....nach 6 Monaten stellte es sich als Lüge raus. Er wollte mich damit nur halten. w.50
 
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  • #4
Hallo,

ich war sehr jung liiert, 16 Jahre lang, zwei Kinder.
Das wir als Paar nicht harmonieren zeigte sich erst als die Kinder kamen, dazu muss ich erwähnen das wir auch erst zusammengezogen sind als ich hochschwanger war. (Rückblickend ein großer Fehler) Wir haben eine Paartherapie gemacht, ich habe gekämpft und am Ende doch verloren.
Als der Leidensdruck für mich am größten war habe ich zu Ihm gesagt das ich nicht mehr kann, das ich mich aber auch noch nicht trennen kann. Schon allein nach der Entscheidung: Ich nehme mich aus der Beziehung heraus, bin nicht mehr für Ihr gelingen, für Ihre Weiterentwicklung verantwortlich - ging es mir besser. Letztendlich habe ich mich 2 Jahre nach besagter Entscheidung getrennt. Für mich war es ein Abschied auf Raten. Danach haben wir noch ein weiteres Jahr zusammengelebt (ging nicht anders). Wir haben einen normalen Umgang miteinander, eine freundschafliche Basis.
Gründe warum ich mit der Trennung so gezögert habe:
Ich selbst bin nicht in einer intakten Familie aufgewachsen und ich habe mir FAMILIE sehr gewünscht - es ist auch ein schmerzvolles eigenes Scheitern - das man sich eingestehen muss.

Wir kamen beide aus dem selben Dorf unsere Familien sind eng verzahnt - das führt zu einer Art Abhängigkeit.

Und natürlich auch die Erfahrungslosigkeit, wir waren soetwas wie eine Sandkastenliebe, er war mein erster Mann, und auch meine erste Trennung - da fragt man sich schon: was kommt jetzt? Werde ich jemals wieder einen Partner finden und wie lernt man Männer kennen?

Dennoch bin ich im Nachhinein froh das es so war, ich hatte quasi Zeit mich an den Gedanken zu gewöhnen, wir haben die Beziehung langsam ausschleifen lassen. Auch das Jahr nach der Trennung, in dem wir noch gemeinsam gewohnt haben - war sehr sinnvoll. Wir hatten Gelegenheit wieder und wieder über unsere Beziehung, Fehler, Changen etc. zu reflektieren und wenn bei mir doch mal der Gedanke kam...und wenn Du nur länger gekämpft, durchgehalten hättest - so zeigte doch der gemeinsame Alltag immer wieder das wir miteinander nicht funktionieren.

Mittlerweile bin ich wieder in einewr Beziehung, weil mir mit diesem Mann etwas quasi unvorstellbares passiert ist, wir sind gleich zusammengezogen und haben eine völlig andere Ebene. Mit dem Vater meiner Kinder besteht nach wie vor guter (fast täglicher) Kontakt, die Kinder teilen wir uns 50/50.
 
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  • #5
Ich war derjenige, der sich getrennt hat. Für die Trennung habe ich mehr als drei Jahre gebraucht, obwohl ich immer wusste, dass ich meine Frau nicht mehr liebe. Ich habe wegen der Angst, meinen Sohn zu verlieren (viel zu lange) gewartet, habe sogar eine Paartherapie gemacht. Geld kann man besser ausgeben. Immerhin war mir nachher noch klarer, dass ich sie nicht liebe und habe erfahren, dass sie mich nie geliebt hat. Es ist nicht Langeweile, die einen zur Trennung führt, eine gewisse Langeweile ist bei großer Vertrautheit vielleicht vielfach auch normal. Aber man merkt, wenn die Liebe weg ist, nämlich dann, wenn das sexuelle Verlangen so gut wie nicht mehr vorhanden ist.
 
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  • #6
Wir waren 17 Jahre zusammen, die letzten zwei Jahre vielleicht dreimal Sex gehabt und unser Leben im Haus und in der Freizeit komplett getrennt gelebt. Wir konnten uns wirklich nicht mehr sehen, riechen etc. Dann habe ich Sie betrogen(also hatte eine Geliebte). Sie schmiss mich raus. Die Beziehung zu der anderen Frau ging dann recht schnell den Bach runter. Meine Frau wollte mich mit allen Mitteln zurück. Bettelte ca 2,5 Jahre. Aber für mich war der Rauswurf die ultimative Befreiung, wenn auch teuer aber ich habe nie einen Gedanken daran verschwendet wieder zurückzukehren. Die Liebe war komplett erloschen. Bei Ihr war es komischerweise anders obwohl ich Sie ja betrogen hatte.
 
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  • #7
Ich bin heute seit 18 Jahren mit meinem Mann verheiratet, und verfluche diesen Tag auf's Bitterste.
Er arbeitet nicht, und lebt nur auf meine Kosten. Ich habe ihm dummerweise immer geholfen wo ich nur konnte, weil ich dachte es würde sich etwas ändern. Ein Trugschluss! Ich wollte mich schon mehrfach trennen, dann kamen bei ihm Versprechungen und bittere Tränen, aber geändert hat sich nichts. Ich hätte schon lange die Reißleine ziehen sollen, habe es aber nicht getan - aus Mitleid? Liebe? Gewohnheit? der Angst alleine zu sein?
Ich verstehe mich selbst nicht. Jeder normale Mensch hätte schon lange einen Schlussstrich gezogen.

Ich habe jedes Jahr auf's neue gehofft, wurde aber immer und immer wieder nur enttäuscht.
Wenn ich ihn rausschmeiße muss ich für ihn Unterhalt zahlen, da er ja nicht arbeitet.- vom Amt würde er auch kein Geld sehen, da er ja nie gearbeitet hat , also wäre er ein sozialfall
Wenn ich mich scheiden lasse weis ich nicht was aus ihm wird - er hat kein Geld, kein Eigentum - Nichts - nur das nackte Leben.

Ich bin sehr 'altmodisch' und hatte bei der Eheschließung immer den Satz im Kopf:
wie in guten so in schlechten Tagen, aber die schlechten Tage (Jahre) überwiegen bei weitem die guten.

Ich weis, dass Ihr jetzt sagt: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende....
Ja das sagt sich so einfach.....ich denke ich habe eine Art 'Helfersyndrom', nur gibt es hier glaube ich keine Hilfe mehr...
 
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  • #8
Also eins ist sicher: Mann kann keinen Liebesschwüren glauben, wenn diese mit anderen Lügen einher gehen.

Als Beschleuniger empfehle ich das offene direkte Gespräch. Sag Deinem Mann, dass Du darüber nachdenkst, Dich zu trennen und höre, was er sagt. Wenn der Impuls nicht reicht, dass beide in die Beziehung investieren, dann hast Du Grund zur Trennung. Wenn da nur Liebeschwüre kommen ohne irgendeine Verhaltensänderung, hast Du auch Grund.

Dir alles Liebe und sein mutig, das Leben zu gestalten - es ist kurz genug - mit Mann oder ohne

w
 
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  • #9
Hallo lieber FS,
langweilige Partnerschaft? Dann bist Du ja selber daran schuld. An einer Beziehung MUSS man(n) arbeiten, ein Leben lang. Wie in anderen Lebensbereichen auch. Daß man da Durchhänger hat ist normal, aber deshalb Alles hin zu schmeissen ist schon übertrieben. Wo sind die Kämpfernaturen? Ist es nicht besser, die Energie in die Beziehung zu stecken als in den Kampf um Unterhalt, Besuchszeiten, Aufenthalsbestimmung der Kinder usw. usf.? Und glaubst Du, mit der nächsten Flamme hält das Herzklopfen ein Leben lang? Und die nächste Beziehung wird besser? Wenn es so ist, warum sind die Partnerbörsen voll von Meschen die drei, vier und mehr gescheiterte Beziehungen hinter sich haben? Sind sie gescheitert, weil sie so toll waren? Gerade die, die aus langjährigen Beziehungen kommen haben da ihre Probleme. Kenne in meinem Umfeld niemanden, der danach in einer langen Beziehung geblieben ist. Es ist eher ein "bedskipping". Die wenigen Ausnahmen die es vielleicht gibt, bestätigen nur die Regel. Liebe ist nicht nur, daß ich einen "harten" bekomme, wenn ich nur meine Partnerin ansehe. Das kann im laufe der Jahre tatsächlich nachlassen. Liebe ist aber auch: Vertrauen, Zuverlässigkeit, Verantwortung für den Partner in guten wie in schlechten Zeiten, Aufrichtigkeit ihm gegenüber. Zugegeben, das kann auch langweilig erscheinen, ist aber unbezahlbar! Gegen Langeweile kann man was tun. Ob man das O.G.noch mal im Leben uneingeschränkt geschenkt bekommt, ist sehr unwahrscheinlich. Wer da also gleich das Handtuch wirft, hat diese Beziehung nicht verdient. m,53
 
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  • #10
Hier DIE FSin:
# 7: Genau das dachte ich mir am letzten WE! Habe ich getan. Habe meinem Mann die rote Karte gezeigt!
Er meinte, wir schaffen das, hat aber doch zweimal gelogen. Diese Woche ist die Woche der Wahrheit. Danke dir!

#8: Schuld bin ich sicher auch, aber nicht allein. Ich sehe das "Langweilige" in einer Partnerschaft jetzt erst, nachdem mein Mann nicht glücklich zu sein scheint. Mir war nie langweilig. Sicher, wir haben unterschiedliche Hobbies. Hatten aber immer gemeinsame Ziele und er erschien mir auch immer zufrieden. Nach seiner Aussage hat er die Unzufriedenheit/das ihm etwas fehlt nie bemerkt, erst jetzt und das nur, weil er festgestellt hat, dass es auch andere nette Frauen gibt.

Vertrauen, Zuverlässigkeit und Verantwortung, wie du es beschreibst, da gebe ich dir vollkommen recht. Das sind die Dinge, die auch für mich eine zuverlässige, zukunftsorientierte Partnerschaft ausmachen. Nicht ich!, sondern er hat diese Dinge gebrochen! Er lügt und ist in meinen Augen damit nicht mehr zuverlässig! Daher habe die o.gen. Buch gelesen, um meinerseits auf eine eventuelle Trennung gefühlsmäßig vorbereitet zu sein. Ich mache dies Spiel jetzt seit 3 Jahren mit! Habe immer Entschuldigungen für ihn gesucht. Ihm immer wieder geglaubt, aber jetzt natürlich auch kontrolliert und hinterfragt! Andererseits ist er sehr liebevoll. Spielt er mit mir, weiß er nicht was er will? Machen das alle, die sich trennen wollen so? Ich habe da keine Erfahrung!

Ergebnis: Keins! Bleibt er aus Liebe, aus Gewohnheit? Will er mich nicht verletzen? Oder wie in den Buch beschrieben: Auch der Trennungswillige leidet und es fällt ihm schwer! Ich geh daran kaputt und bereite mich mit Hilfe dieses Buches auf eine Trennung vor! Um es mit dem Verstand zu verarbeiten, um nicht zusammenzubrechen! Habe jetzt etwas das Gefühl, bei einer Trennung aufatmen zu können. Kennt das jemand?
Muss ich mir sagen lassen, durch unser Zusammenleben: Kochen, Wäsche waschen, gemütlich machen, Aufmerksamkeit, was der Partner sich wünscht u.ä. kann ich keine Liebe beweisen, dass ist alles selbstverständlich. Nur durch Aussagen, wie: Ich liebe dich, ohne dich ist alles nichts u.ä. (hat er gesagt, dass er das erwartet), beweise ich meine Liebe? Worte sind doch so schnell gesagt, die Taten zählen für mich mehr, denn diese sind doch mit Aufwand, dem eigenen Hergeben von Freizeit/Freiheit verbunden!

Vll. lernt er bei einer anderen Frau das Hemdenbügeln!

Danke euch allen, hoffe auf noch mehr Stellungnahmen.

w50
 
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  • #11
Ja, es ist schwer sich zu trennen. Man schwärmt für alte Zeiten. Früher sind wir regelmäßig zum Essen gegangen oder ins Kino oder an besondere Orte. Als ich mich getrennt habe, war das alles nicht mehr da. Das vermisst man irgendwann. Auch nach 1 oder 2 Jahren hat man nochmal an die schöne Zeit zurück gedacht und darüber geredet, wenn man sich mal "Hallo" sagte.

Ich habe aber eins nie gemacht: zurückgegangen! Ich wußte, das ist nur ein Schwärmen für alte Zeiten, wenn man in der aktuellen Lage nicht ganz zufrieden ist, und hat nichts mit Zuneigung oder Liebe für den Menschen zu tun. Denn den Menschen liebte ich definitiv nicht mehr. Ich wußte, wäre ich zurückgegangen, hätte er mich nach 2 Wochen wieder genervt und die alten Probleme wären wieder die selben wie vorher. Die Trennung ging damals von mir aus.

Es hat einen Grund, wenn man sich getrennt hat und den sollte man sich immer wieder vor Augen führen. Der Partner ändert sich nicht (Männer noch weniger als Frauen). Betrug ändert sich nicht, Sex ändert sich nicht, Rücksicht und Respekt ändert sich nicht, Marotten ändern sich nicht. Ich habe dann den Kontakt nach 1, 5 Jahren komplett abgebrochen.

Vielleicht ändern sich solche Menschen nach 10 Jahren und man kann langsam wieder aufeinander zu gehen, wenn jeder mal neue Lebenserfahrungen sammelt, die nichts miteinander zu tun haben.
 
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  • #12
liebe FS, hier noch mal die #8.
Ich habe nur allgemein geschildert, wie ich die Liebe verstehe, und zwar Liebe, die allen Wüdrigkeiten des Lebens stand hält. Dich wollte ich weder verletzen noch beleidigen und auch keine Schuldgefühle in Dir wecken. Wenn das so rüber gekommen ist, dann sorry, war nicht meine Absicht. Ich wollte nur Denkanstösse geben zu Deinen Überlegungen im Eingangspost. Dein zweiter Post läßt Deine Überlegungen in einem ganz anderen Licht erscheinen. Einen einmaligen Ausrutscher kann eine Liebe verzeihen, eine fortwährende Demütigung wird auf die Dauer niemand ertragen können. Handeln ist angesagt. Dir wünsche ich alles Gute. m,53
PS: Mein Post in #8 wäre eigentlich für Deinen Partner geeignet. Er begreift scheinbar nicht, was Liebe ist.
 
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