• #1

Wer ist schon mal zweigleisig gefahren?

Liebe Männer,

wer ist schon mal zweigleisig gefahren? Was waren Eure Erfahrungen und Motivationen damit? Warum tatet Ihr es und wie habt Ihr mit zwei Frauen gleichzeitig "jongliert"?

Ich würde mich freuen über total ehrliche Meinungen von Männern zu der oberen Frage. Es geht mir NICHT um moralische Bewertung davon. Sondern ich möchte es einfach für mich verstehen.

Ich weiß bis heute nicht, wie es genau war bei mir und würde gerne Eure Erfahrungen dazu lesen. Ich glaube der Mann hatte sein Herz an eine andere Frau schon verschenkt, war aber nicht mit ihr zusammen und "wartete" auf sie, bis sie bereit ist. Zu mir sagte er widersprüchliche Dinge, die bei mir von Anfang an ein schlechtes Gefühl hervorriefen, aber ich hab mich trotzdem drauf eingelassen (mein "Fehler", vielleicht). Mal sagte er, er wolle vielleicht doch eine Beziehung, obwohl er vor unserem Kennenlernen nur eine Frau für Sex gesucht hatte. Er nannte immer wieder viele schöne, positive Dinge an mir. Wichtig zu sagen ist, dass er ein sehr ehrlicher Mann ist (kein Narzisst, der einem anderen nur schmeichelt zur Manipulation), aber er ist auch ein teilweise schwacher Mann, dem Direktheit / Konfrontation unbewusst Angst macht, der daher indirekt kommuniziert - und dadurch habe ich es, als ich drin steckte, nicht verstanden.

Auch bleibt die Frage nach dem Motiv offen. War wirklich sein Herz besetzt oder hat es mit mir einfach nicht gereicht / bzw. er fühlte sich zu beiden Frauen hingezogen, aber mehr zu der anderen? Wie oft kam es vor, dass Ihr Euch dann doch in die "zweitbeste" Frau verliebt habt, die da war?

Es gibt sicher viele Männer da draußen, vermute ich, die entweder noch Trennungsschmerz verarbeiten mussten oder die in eine unerreichbare Frau verliebt waren und die sich dann eine Affären-Frau suchten, die sich dann in sie verliebte. Wie war das? Wie seid Ihr damit umgegangen?

Ich suche vorwiegend Männer-Erfahrungen dazu. Ohne zu verurteilen! Danke!
 
  • #2
Der alte Tom natürlich ... wer sonst.
Allerdings war bei mir immer eine Art der Offenheit vorhanden. Ganz am Anfang eher nicht - also in den Teeniejahren. Dann nur ONS - danach feste Freundin und halbwegs exklusiv dabei. Danach wieder ONS, Affairen, eine Zeit lang neben informierter Freundin. Nun eine Freundin, die derart klasse ist, dass ich keinerlei Lust auf andere Frauen habe .....
Mehrgleisig zu fahren ist auch ein Spiel, das Spass macht. Zumindest mir. Und ja, es macht auch Freude, wenn Mann mal wieder .......
Naja, auch ein Tom wird älter.
Ich weiss, dass einige Foristinnen nun wieder Schaum vor dem Mund haben. Aber hey , es ist mein Leben. Und ich bereue nichts.
 
  • #3
Es kostet zu viel Kraft es zu tun rein praktisch aber auch emotional - nein, dafür war ich immer zu gradlinig und wohl zu bequem.

Wenn frau einen Job hat und noch promoviert, wie sollte sie dann Zeit finden für 2 Liebhaber? Sie wollen doch Dates haben/ Sextreffen......

wie sollte das ablaufen. Immer hin und her fahren? Zwei Handys bei sich tragen?

Wenn frau/man zweitgleisig fahren das impliziert für mich immer einen gewissen Mangel:

beim Mann: Mangel an Aufmerksamkeit/Bestätigung

bei der Frau: Mangel an Selbstliebe/Angst vorm Alleinsein
 
  • #4
Ich antworte als Frau trotzdem, warum interessieren Dich Charakterschweine? Warum interessiert Dich nicht die Denkweise eines ehrlichen Mannes ohne Allüren? Ein Mann ohne Allüren hat Selbstwert er muss sich nichts beweisen. Männer die mehrgleistig fahren brauchen Bestätigung, weil sie sich in ihrem Innern unwichtig fühlen. Spruch: Wer sich unwichtig fühlt, muss sich wichtig machen - das geht mit Frauengeschichten eben am besten.
 
  • #5
Es gibt sehr viele Männer die müssen ihr Ego damit aufpolieren. Die müssen auch nicht ihren Trennungsschmerz verarbeiten und nein, sie hatten auch keine schlimme Kindheit. Sobald das Alter bei den Herren anklopft lässt das nach, das Zweigleisig fahren, weil die Potenz auch so laaaangsam schwindet, ebenfalls das Aussehen. Das bekommt der Mann auch zu spüren, auch sie haben Konkurrenz, geben es nicht so gerne zu. Also nehme deine Erfahrung nicht zu persönlich.
 
  • #6
Es gibt sicher viele Männer da draußen, vermute ich, die entweder noch Trennungsschmerz verarbeiten mussten oder die in eine unerreichbare Frau verliebt waren und die sich dann eine Affären-Frau suchten, die sich dann in sie verliebte.
Denke ich auch. Ich kenne auch eine Frau, die mit ihrem Partner zusammen bleibt, obwohl sie ihn nicht mehr als erste Wahl ansieht. Also als sie zusammenkamen, war es noch sowas wie erste Wahl, aber im Laufe der Jahre stellte sich für sie raus, dass sie gern was anderes hätte, aber "das" war selbst schon "verpartnerint".

Es muss auch keine Affärenfrau sein, es kann auch einfach eine "zweite Wahl Partnerin" sein, weil die Frauen, die man als erste Wahl immer wollte, sich nicht für einen interessierten. Man ist nicht verliebt in sie, aber sie übernimmt die Führung, nimmt die Zügel in die Hand, kämpft um den Mann, er ist beeindruckt und denkt sich, was anderes kommt sowieso nicht mehr. Es stellt sich dieses Liebesgefühl ein, das aus der Aneinandergewöhnung kommt, aber da man anfangs nicht verliebt war, ist da immer noch so eine Traumfrau.

Zu mir sagte er widersprüchliche Dinge, die bei mir von Anfang an ein schlechtes Gefühl hervorriefen
Das finde ich am wichtigsten. Denn es kann ja auch was anderes sein, warum sich einer mit Dir nicht sicher ist, seine oder Deine Religion, seine Mutter, Dein Status, Deine Bildung, irgendwas, das ihn ausdrücken lässt, dass er nicht hundertprozentig DICH will.

aber er ist auch ein teilweise schwacher Mann, dem Direktheit / Konfrontation unbewusst Angst macht, der daher indirekt kommuniziert - und dadurch habe ich es, als ich drin steckte, nicht verstanden.
Kann ich verstehen. Bei solchen Menschen kann man nie sicher sein, ob sie nicht irgendwas nur sagen aus Berechnung oder weil die Stimmung gerade so nett ist und sie sie nicht mit der Wahrheit kaputt machen wollen. Vielleicht empfinden sie aber auch tatsächlich so wankelmütig, dann täte man ihnen Unrecht, wenn man ihnen Berechnung unterstellte. Nur kommt einer, der auf das Wort bauen will, dann auch nicht klar damit, wenn der andere wieder anders ist als kurz vorher, weil irgendwelche gefühlsmäßigen Unterströmungen ihn gerade wieder woandershin leiten.

Keine Männererfahrung, aber vielleicht bringt es Dir doch was zum Nachdenken.
 
  • #7
Ich bin seit Anfang der 2000er Jahre immer wieder zweigleisig gefahren. Damals war ich noch verheiratet und die sexuelle Abwechselung hat das Sexleben in der Ehe in Schwung gehalten. Monogam wäre das längst eingeschlafen gewesen. Angefangen hat das mehr unbeabsichtigt. Sie wollte sich an sich scheiden. Da habe ich mir was anderes gesucht und auf den Scheidungsantrag gewartet. Der kam und kam aber nicht ... Wahrscheinlich war es nur eine taktische Finte von ihr ursprünglich. Der Schuss ist aber nach hinten losgegangen.

Seit ich auch formell frei bin habe ich immer auch monogame Phasen von bis zu 2 Jahren gehabt. Dann Parallelgeschichten von bis zu 3 Frauen gleichzeitig. Das Mehrgleisige ist aber kaum zu stabilisieren. Ich lüge nicht und mache keinen Hehl daraus. Manch eine lässt sich darauf ein, aber springt dann doch bald wieder ab, weil es emotional nicht ihr Ding ist. So ist es eben eine Drehtür.

Also Fazit: emotional kaum stabil zu halten, aber sexuell ein Schlaraffenland - so ist das Mehrgleisige.

Interessanterweise hatte ich bei der Frau, die anfangs von sich aus gesagt hatte, ich könne auch ab und zu was anderes haben, solle nur Bescheid sagen, nie das Bedürfnis. Das Mehrgleisige hat offenbar auch etwas mit der Behauptung von Freiheit zu tun.

Meine Französischlehrerin sagt zu dem Thema: "On le droit de rêver." (Man hat das Recht, zu träumen.
 
  • #8
Ich habe ähnliches umgekehrt erlebt und sage mir heute, kein Wunder das ich Single geblieben bin. Dieser Mann hatte sehr starkes Interesse an mir, es war eine berufliche Begegnung, wo lernt man sich am besten kennen? Eben...meist dort. Wir sahen uns häufig. So richtig konnte ich mich aber nicht begeistern und trat bei seiner Werbung auf die Bremse.
Nach einiger Zeit war dann Funkstille und plötzlich sah ich ihn zufällig Hand in Hand mit einer für mich Durchschnittsfrau in der Stadt, will sagen, Jeans-T-Shirt, Krauselhaare, klein, dicke Beine, kein Wow-Hingucker, aber Männer haben meist eine Trostfrau welche eben so trostlos aussieht.
Nach einiger Zeit der Abstinenz baggerte er wieder an, er wusste nicht, dass ich ihn mit dieser Frau gesehen hatte, mir wurde geradezu übel und ich wusste warum ich nie auf sein Werben einging.
Wenn ich ihn heute sehe, gehe ich ihm mit kurzem Gruss aus dem Weg und lass ihn einfach blöd dastehen.
 
  • #9
Insofern war ich nie betroffen, aber nach langjähriger Leküre in diesem Forum glaube ich, dass eine Frau, die im Begriff ist, sich zu verlieben, trotz allem versuchen sollte, den Verstand beisammen zu halten.Im Rausch der Gefühle auf rosa Wolken rückt schon mal die Realität in den Hintergrund. Damit meine ich vor allem: Nicht von schönen Worten, die viel zu schön sind, um wahr zu sein, einlullen lassen. Sich selbst dazu zwingen, ihn nicht ständig wie ein verliebtes Kalb anzusehen (nicht böse und keineswegs persönlich gemeint; viele verliebte Frauen gucken so), sondern zwischendurch auch mal wie eine Frau wirken, mit der man ehrlich reden kann. Die trotz allem noch ihre Sinne beisammen hat.

Das "Unmoralische" - um es mal so zu nennen - ist nicht unbedingt der Wunsch, nicht monogam leben zu wollen/zu können. Sondern die Unehrlichkeit, die fast immer damit einhergeht. Einen lieben gutgläubigen Menschen zu verar..... Das ist es, was ich als zutiefst niederträchtig empfinde. Sensible Menschen können an so etwas zerbrechen. Wenn ihr Männer mit offenen Karten spielt - okay. Dann hat Frau die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie so leben will. Aber die wenigsten Männer spielen mit offenen Karten. Weil sie sich denken können, dass die meisten Frauen darauf keine Lust haben.
 
  • #10
... plötzlich sah ich ihn zufällig Hand in Hand mit einer für mich Durchschnittsfrau in der Stadt, will sagen, Jeans-T-Shirt, Krauselhaare, klein, dicke Beine, kein Wow-Hingucker, aber Männer haben meist eine Trostfrau welche eben so trostlos aussieht.
Oh je, ist das böse! Kannst du dir gar nicht vorstellen, liebe @Reality, dass es Frauen mit einem »inneren Leuchten« gibt? Frauen, die Charme haben, der einer neidischen Dritten entgeht?

Und es soll Männer geben, die gerne mit einer geistreichen, lustigen Frau unterwegs sind - und die »dicken Beine« überhaupt nicht bemerken ...

Zurück zur Hauptfrage nach der Zweigleisigkeit: Ich kenne das aus der Vergangenheit, sie spielte einige Male eine Rolle und zwar immer dann, wenn der gerade aktuelle Mann nicht so ganz zu passen schien, mir etwas bei ihm fehlte.
Deckt(e) er aber einen Großteil meiner Wünsche ab, sehn(t)e ich mich nie nach einem anderen.
 
  • #11
Ich finde es sehr schlimm wenn jemand zweigleisig fährt, kein Mensch möchte dass der Partner zweigleisig fährt, da gehe ich von mir aus und deswegen könnte und wollte ich das niemals tun. Die Frauen und Männer die das tun, führen ein falsches Leben mit sich selber und für andere. ich wünsche diesen Menschen, dass es ihnen genauso passieren wird, wie der Bumerang, der zurück kommt. Ich glaube auch nicht an lockeren Kontakt, diese Leute haben parallel Sex mit anderen, ich würde mich sofort trennen mit Kontaktabbruch, Ende!
 
  • #12
Ich antworte als Frau trotzdem, warum interessieren Dich Charakterschweine?

Ich sehe den Mann differenzierter. Nicht als Charakterschwein. Während er mit mir was hatte, hatte er nichts mit der anderen, glaube ich. Eher als wir off waren. Er war unbewusst, verstand seine Reaktionen selber nicht auf einer tieferen Ebene. Ich mochte ihn ehrlich als Mensch und seine empathische Art und vieles andere hat mich zu ihm gezogen. Ich habe ihn sehr vermisst, was viel Schmerz in mir ausgelöst hat, trotzdem haue ich da jetzt nicht drauf. WEIL ich seine Prägungen und Defizite im Nachhinein psychologisch erkannt und verstanden habe zu großen Teilen, so dass ich die verschiedenen Gefühle durcharbeiten konnte.

Was mir jetzt noch fehlt sind verschiedene Perspektiven und Erfahrungen, daher addressiere ich hier meine Frage in einer größeren Runde.

Und nochmal: Bitte keine moralische Verurteilung. Ich glaube, da gibts schon genug Beiträge. Das hier ist kein Ventil zum Wut ablassen. Das muss jeder für sich richtig durcharbeiten gefühlsmäßig.
 
  • #13
Der alte Tom natürlich ... wer sonst.
.... Nun eine Freundin, die derart klasse ist, dass ich keinerlei Lust auf andere Frauen habe .....

Danke für das offene Teilen. Das würde ich dann so interpretieren, dass es mit den früheren Frauen "einfach nicht gereicht hat". Kann es sein, dass Du in jungen Jahren einfach Deine eigene Identität und tieferen Bedürfnisse/Ziele noch nicht gefunden hattest und daher auch immer nur Frauen kennengelernt hast, die eben nur die "unklaren Vorstellungen Deiner eher unterbewussten Suche" gespiegelt haben im Außen? Und als Du älter wurdest und Dich selbst mehr gefunden hattest, bist Du dann dieser Klasse Frau begegnet?

Das würde dann weiterhin für die Frauen in der Situation früher heißen, dass wenn das der Grund ist, sie dann mehr oder weniger gar keine Chance gehabt hätten.

Ich glaube, das wäre eine wichtige Erkenntnis für mich.
 
  • #14
Es gibt sehr viele Männer die müssen ihr Ego damit aufpolieren.

Ego aufpolieren, Sturm und Drang Jahre oder vor dem Heiratswunsch sich nochmal ausleben oder vielleicht in der Umbruchphase.....

Das mögen vielfältige Gründe sein. Ich versuche eine etwas "engere Nische" zu beleuchten: Die Männer, die es NICHT wegen Ego etc tun, sondern weil sie wirklich suchen - aber sich selbst nicht ganz verstehen, warum sie so fühlen, denken und reagieren.
 
  • #15
Nach einiger Zeit der Abstinenz baggerte er wieder an, er wusste nicht, dass ich ihn mit dieser Frau gesehen hatte, mir wurde geradezu übel und ich wusste warum ich nie auf sein Werben einging.
Yep, mir ist das auch passiert. Als ich ihn in der Stadt mit seiner 'Ersatzfrau' sah die nicht einmal durchschnitt sondern eher abgewrackt daher kam. Nach einiger Zeit war sie wohl wieder langweilig und er versuchte es wieder bei mir. Er hat mich regelrecht angewiedert bei dem Gedanken, dass er mit ihr Sex hatte. Heute ist mir der Gedanke auch nur im Geringsten mit ihm in Verbindung gebracht zu werden, zuwider und ich ignoriere ihn komplett. Auch bei ihm hat die Zeit zugeschlagen. Eingleisig ist jetzt schon schwer, geschweige denn Zweigleisig.
 
  • #16
@Amytan
Im Grunde ist es mir egal mit wem er rumgelaufen ist, es hätte auch ein Model sein können, aber gestört hat mich sein Verhalten.
Und da Du gerade die Vorzüge einer "Trostfrau" beschreibst, hätte sie ein inneres Leuchten warm macht er mich dann weiter an?? Hm...was nu?
 
  • #17
Das würde dann weiterhin für die Frauen in der Situation früher heißen, dass wenn das der Grund ist, sie dann mehr oder weniger gar keine Chance gehabt hätten.
Kaum eine Chance könnte stimmen, ja. Kaum deshalb, weil ich davon ausgehe, dass es immer eine Minichance gibt.
Ich wusste wohl zu gut, was ich will. Und daher hatte die erste wirklich ernsthafte Freundin alle Chancen. Durch Unfalltod ihres Bruders, einem seelischen Knaacks als Folge bei ihr (leider jahrelang), einer zu grossen Ähnlichkeit zwischen ihrem Bruder und mir hat es nicht geklappt. Noch heute haben wir ein gutes Verhältnis, für ihre Familie bin ich noch immer der "Ersatzsohn". Und ja, sie hat schwer geschluckt, als sie V kennen lernte. Jetzt weiss sie, dass wir nur noch Bruder und Schwester sin werden .... (Nein, seit damals waren wir nie mehr sexuell zusammen - aber eine gewisse Erotik war dennoch zwischen uns).
Ja, sie war der Prototyp. Keine kam an sie ran.
V kannte ich schon sehr lange. Nie war etwas zwischen uns - ich war mal mit ihrer Schwester ein halbes Jahr liiert. Mit dieser habe ich mich auch immer sehr gut verstanden - auch als wir auseinander waren. Und dann hat die Schwester mal gesagt : Im Grunde seid ihr beiden das Traumpaar .... Naja, manchmal hat die Schwester recht. V hat eines intuitiv völlig richtig gemacht - sie hat nie gegen meine Vergangenheit gekämpft, sondern in die Zukunft geschaut und die Gegenwart genossen. Auf ihre sanfte Art hat sie die Schatten besiegt und den Thron bestiegen.
Manche Männer bekommt frau nur, wenn sie die Gegenwart geniesst und dafür sorgt, dass sie die tolle Zukunft ist.
Vielleicht ist es wirklich so - wir Männer brauchen den richtigen Schlüssel für euer Herz - ihr Frauen den zu unserem Bauch.
 
  • #18
Er war unbewusst, verstand seine Reaktionen selber nicht auf einer tieferen Ebene. Ich mochte ihn ehrlich als Mensch und seine empathische Art und vieles andere hat mich zu ihm gezogen. Ich habe ihn sehr vermisst, was viel Schmerz in mir ausgelöst hat
Ich kann mir sowas gut vorstellen. Menschen, die unbewusst sind, mit ihren Gefühlen nicht gut in Kontakt sind bzw. sie nicht begreifen, stoßen andere automatisch vor den Kopf, ohne dass sie es wollen. Habe ich selbst auch schon gemacht.
Um sich emotional eindeutig zu verhalten, muss man mE innerlich im Gefühlsbereich wirklich mit sich im Reinen sein. Keine Verletzungen mehr aus der Vergangenheit mit sich rumschleppen, keine Abwehr mehr aus Angst usw..

Ich denke, dass Menschen, die emotional noch mit einem anderen zu tun haben, der die Stelle besetzt, die der neue Mensch auch besetzen will (also nicht ein Kind oder ein Elternteil, der emotional gerade belastend ist), meist gar nicht anders können, als uneindeutig zu sein. Ihre Gefühlswelt ist nicht frei für die Aufnahme des neuen Menschen. Sie können sich nicht voll einstellen auf ihn, weil sie immer noch an jemand anderen denken, weil sie noch Hoffnungen woanders haben oder ein schlechtes Gewissen mit sich tragen. Oder einfach nur sich selbst bemerken, wie sie wieder falsch in einer Beziehung reagieren, genau wie in der Exbeziehung, und auf komplette Abwehr gehen, statt zu unterscheiden, wo sie Grenzen verteidigen müssen und wo nicht.

Aber ich denke auch, dass jemand, der sich auf so viel Gefühlsunsicherheit einlässt, sich selbst nicht genügend schützen kann. Das ist keine Kritik, ich verstehe, dass man sich Hoffnungen macht usw., aber es bedeutet doch eine Menge Schmerz.
 
  • #19
Als Frau darf ich sagen: Auch ich bin im Laufe der Jahrzehnte manchmal zweigleisig gefahren.

Und ja, es war in diesen Zeiten gut und richtig für mich, in jungen Jahren habe ich es verborgen, in späteren nach einigem Zögern offen kommuniziert, was verständlicherweise beim Partner nicht gut ankam und ihn, ja, auch verletzt hat.

Das tut mir heute sehr leid.
Die Verletzung, nicht dass ich zweigleisig gefahren bin, es musste zu dieser Zeit aus verschiedenen Gründen sein.

Den Vater meiner Kids habe ich nie betrogen, das war einfach kein Thema. Meinen jetzigen Partner auch nicht.

Ich möchte meine Erfahrungen niemals missen, aber kann durchaus sein, dass ich anders dächte, wenn ich jemals umgekehrt die Erfahrung gemacht hätte.

So ist es gut für mich.
Das Leben ist ein bunter Strauß voller Möglichkeiten. Einige davon lassen einen fliegen, andere tun weh.

w, 52
 
  • #20
sie hat nie gegen meine Vergangenheit gekämpft, sondern in die Zukunft geschaut und die Gegenwart genossen. Auf ihre sanfte Art hat sie die Schatten besiegt und den Thron bestiegen.
Manche Männer bekommt frau nur, wenn sie die Gegenwart geniesst und dafür sorgt, dass sie die tolle Zukunft ist.

Sie konnte Deine Schatten bekämpfen, weil sie zuvor ihre eigenen bekämpft hat - oder vielleicht das Glück hatte, weniger Schatten zu haben und ein sehr gesundes Selbstvertrauen und Intuition....d.h. Deine Vergangenheit war für sie weniger die Vorlage, um ihre eigenen Verletzungen durch Wut zu entladen und Dir Vorwürfe zu machen.

Was meinst Du mit "wenn sie die Gegenwart genießt"? Hattest Du da eine parallele Geschichte am Anfang noch (bevor sie "den Thron bestieg")?
 
  • #21
Was meinst Du mit "wenn sie die Gegenwart genießt"? Hattest Du da eine parallele Geschichte am Anfang noch (bevor sie "den Thron bestieg")?
Nein, hatte ich damals nicht .....
Allerdings habe ich ihr gesagt, dass ich keine "sexuelle Exclusivität" vereinbare.
Das war nicht wirklich ihr Wunsch - aber sie hat es angenommen. Wir leben quasi bewusst, dass wir uns täglich neu füreinander entscheiden. Ohne Angst, dafür ohne Fesseln in Freude und Freiheit. Sie konnte eben verstehen, dass es mit mir nur so geht. Die trügerische Sicherheit einer Ehe gibt es bei uns nicht. Dafür 2 Menschen, die zusammen sein wollen - nicht müssen.
Mag sein, dass dies keine Basis für eine Familie ist - aber aus dem Alter sind wir beide raus. Sicher bin ich ein Sonderfall - aber ich habe das grosse Glück , mit der Frau zusammen zu sein, die versteht, dass ich wie ein wildes Tier bin - allergisch gegen jede Art von Leine.
 
  • #22
.....
Allerdings habe ich ihr gesagt, dass ich keine "sexuelle Exclusivität" vereinbare.
Das war nicht wirklich ihr Wunsch - aber sie hat es angenommen. Wir leben quasi bewusst, dass wir uns täglich neu füreinander entscheiden. ...... - allergisch gegen jede Art von Leine.

Genau so ähnlich war die Situation bei mir auch! Ich hab's nicht geschafft, ich hatte zu viel Angst vor Verletzung. Er hat da schon ziemlich heftige Dinge von sich gegeben aus seinen eigenen Verletzungen heraus. So entstand die Dynamik, die uns immer mehr auseinander gebracht hat über on/off und dann ganz off.

Wie hat Deine Freundin das geschafft, hat sie ein so starkes Urvertrauen? Hat sie Dich indirekt durchschaut (dass Du eigentlich das gleiche suchst, aber eine lange Leine brauchst)? Oder war sie am Anfang weniger emotional / verliebt und dadurch weniger anfällig für Verletzung, d.h. hat sie es am Anfang einfach auch locker gesehen?
 
  • #23
Sie konnte Deine Schatten bekämpfen, weil sie zuvor ihre eigenen bekämpft hat - oder vielleicht das Glück hatte, weniger Schatten zu haben und ein sehr gesundes Selbstvertrauen und Intuition....d.h. Deine Vergangenheit war für sie weniger die Vorlage, um ihre eigenen Verletzungen durch Wut zu entladen und Dir Vorwürfe zu machen.

Vielleicht spielen die zwei einfach in der gleichen Liga, d.h. Tom hat inzwischen Angst vor Verlust wenn er untreu werden würde, weil sie hohes Ansehen oder sonst was hat, was ihr einen Trophäenstatus einräumt und sie ist so zielstrebig und weiß wie sie es macht einen Löwen zu bändigen ohne dass er es merkt (...so sanft, Frauen die sanft rüberkommen sind mir inzwischen nicht mehr geheuer, können ganz schön die Krallen ausfahren, meine Erfahrung als Frau) ...Sternzeichen würde mich von beiden interessieren...Danke;-)

Ich bin nie zweigleisig gefahren, am Anfang einer Beziehung gab es manchmal mehrere Kandidaten ich hab mich da immer sehr schnell, auch oft zu schnell für einen entschieden, ich mag Offenheit in Beziehung sonst brauch ich keine. Und da ich die Verletztheit kenne, möchte ich da auch niemanden zumuten. Beim Richtigen kommt man gar nicht auf die Idee...
 
  • #24
Wie hat Deine Freundin das geschafft, hat sie ein so starkes Urvertrauen? Hat sie Dich indirekt durchschaut (dass Du eigentlich das gleiche suchst, aber eine lange Leine brauchst)?
Das war wohl ein Mix
- wir kannten uns lange, ihre Schwester hat ihr wohl Gutes von mir erzählt. Sie wusste also, dass ich auf meine Art ein sehr loyaler Mensch bin.
- Vertrauen hatte sie wohl schon - und dadurch, dass ich offen und ehrlich beschrieben habe, was ich denke, hat sich dieses Vertrauen eher verstärkt.
- durchschaut hat sie mich wohl auch ein wenig - und nein, es gibt keine Leine. Sie hat nämlich auch eine hohe Wertschätzung für die Freiheit ... schon immer.
Sternzeichen würde mich von beiden interessieren...Danke;-)
V ist Waage, ich bin Fisch
Klar hat sie Krallen und kann diese ausfahren, ist auch gut so. Prinzipiell ist sie eher die Diplomatin, aber ohne sich dabei selbst zu verraten. Und mir macht Konkurrenz, Kampf, Kräftemessen und mit dem Kopf durch die Wand einfach Spass. Und ich kann das.
Sicher will ich sie nicht verlieren - und sie weiss, wie sie mit mir umgehen muss, damit das so bleibt.
 
  • #25
Vielleicht spielen die zwei einfach in der gleichen Liga, d.h. Tom hat inzwischen Angst vor Verlust wenn er untreu werden würde, weil sie hohes Ansehen oder sonst was hat...

Das ist sowieso meine Hypothese. Dass Menschen mit gleichem Thema / Problem sich anziehen, nur dass sie umgekehrt gepolt sind. Also dass das Kernproblem bei beiden z.B. Verlustangst ist und wenn jemand wie Tom26 auf eine Frau trifft, und es metaphorisch ein Band zwischen ihnen gibt und die Frau zieht in die andere Richtung, entdeckt plötzlich ein sehr freiheitsliebender Mann, dass dieses Verlustangstgefühl auch in ihm ist - was dann wiederum auch ihm signalisiert, dass die Frau was Besonderes sein muss....usw in der Dynamik....

Übertragen auf mein "Zweigleisigkeits-Problem" könnte es bedeuten, dass ein Mann das als Flucht nutzt, um seine Verlustangst nicht zu spüren - gleichzeitig aber damit die Primärbeziehung zerstört, weil er die Frau triggert und quasi das Seil zu sehr in seine Richtung zieht, bis es reißt....?

(das war jetzt sehr abstrakt - ich würde mich lieber über ein paar weitere Erfahrungsberichte von Männern freuen)
 
  • #27
@Amytan
Und da Du gerade die Vorzüge einer "Trostfrau" beschreibst, hätte sie ein inneres Leuchten warm macht er mich dann weiter an?? Hm...was nu?
@Reality
Ich habe den Strang jetzt erst gelesen und über Deine Frage nachgedacht.
Möglicherweise ist bei Dir das Äußerliche schön? Er kann sich nicht zwischen ihrem inneren Leuchten – und Deiner äußeren Attraktivität entscheiden, weil er ein wankelmütiger Mann ist?
 
  • #28
Dann liegt es vielleicht sowohl an ihrem Charakter, Vertrauen und es locker sehen sowie ähnlichem Bindungsstil und Nähe/Distanzbedürfnis? Es hat wohl einfach gut gepasst?!
Wahrscheinlich ......
Wir sind auf eine ganz andere Art ähnlich glücklich wie Aries mit seiner Frau. Oder wie Frei mit ihrem Freund ....

Widersprechen möchte ich der Annahme, dass Männer wegen Verlustängsten "fremdgehen" - richtiger dürfte sein, dass Männer dann, wenn etwas fehlt dieses Defizit durch eben eine 2. Frau ausgleichen.
Zumindest einige Männer denken anders - nicht eine Person muss alles bieten, sondern jede Person in unserem Leben ist auf ihre Art wertvoll.
 
  • #29
Wahrscheinlich ......
Wir sind auf eine ganz andere Art ähnlich glücklich wie Aries mit seiner Frau. Oder wie Frei mit ihrem Freund ....

Widersprechen möchte ich der Annahme, dass Männer wegen Verlustängsten "fremdgehen" - richtiger dürfte sein, dass Männer dann, wenn etwas fehlt dieses Defizit durch eben eine 2. Frau ausgleichen.
Zumindest einige Männer denken anders - nicht eine Person muss alles bieten, sondern jede Person in unserem Leben ist auf ihre Art wertvoll.

Und genau darin besteht auch die Doppelmoral! Die Absolution erteilst du dir selbst, weil du es vorher ankündigst, nicht monogam sein zu werden. Immerhin! Warum ist das "besser"? Wie du selbst schreibst, deine Lebensgefährtin hat es hingenommen. Naja! Die andere Dame hat "geschluckt". Ich möchte nicht wissen, wie vielen Damen du mit deiner Haltung - ich finde sie manipulativ - weh getan hast. Welche ethischen Standards sind denn nun richtig/richtiger? Nur weil du eloquent deinen Standpunkt darlegst, ist er dennoch nicht der richtigere.
 
  • #30
Es fahren ja nun nicht nur Männer sondern auch Frauen zweigleisig. Als ich noch jung in den 20ern war, hatte ich neben meinem Freund noch einen zweiten. Das war nur möglich weil der erste 400 km weg wohnte und wir uns leider nur selten sahen. Es hat einerseits Spaß gemacht mit Nummer 2, aber irgendwann wurde es emotional zu stressig, 2 wusste von 1, aber 1 nichts von 2. Schlussendlich hatte ich mich dann für 1 entschieden, was aber wegen meines Lebensdrangs, so möchte ich das mal nennen, scheiterte und was mir wirklich 25 Jahre sehr leid tat. Rückblickend betrachtet war 1 nie der Richtige für mich, auch 2 nicht, aber sie standen sozusagen am Wegesrand und wir reisten eine Weile gemeinsam. Es gab noch einige Wegbegleiter, und hätte ich die Verwicklungen damals als Wegbegleitung gesehen, wäre mir einiges an Schwere gar nicht aufs Gemüt geschlagen. Heute kann ich das total relaxed sehen und habe viele, viele Anekdoten, mit denen ich meine Freunde unterhalten kann.
 
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