• #31
Und genau darin besteht auch die Doppelmoral! Die Absolution erteilst du dir selbst, weil du es vorher ankündigst, nicht monogam sein zu werden. Immerhin! Warum ist das "besser"? Wie du selbst schreibst, deine Lebensgefährtin hat es hingenommen. Naja! Die andere Dame hat "geschluckt". Ich möchte nicht wissen, wie vielen Damen du mit deiner Haltung - ich finde sie manipulativ - weh getan hast.

Ich sehe keine Doppelmoral.
Tom teilt seine Haltung mit, die Frau hat die Wahl.
Jede Frau, die sich einen Partner aussucht, der bekennend polygam lebt, weiß worauf sie sich einlässt.
Da ist keine Manipulation.
Ein erwachsener Mensch muss mit der Konsequenz seiner Entscheidungen leben. Eigenverantwortung.

Tom geht weiter, er würde es auch seiner V. zugestehen.
Dass es beide nicht tun, ist etwas anderes.

Es gibt nicht richtig / richtiger.
Es gibt Vorstellungen, die zusammen passen, und welche, die nicht passen.
Für mich Unpassendes lebe ich nicht.

M, 54
 
  • #32
Ich kann es zwar nicht aus eigener Erfahrung sagen aber von den Männern, die ich kenne. Aus deiner Schilderung vermute ich jetzt es ging auch um sexuelle Zweigleisigkeit.

Grds. muss man feststellen - auch viele Frauen fahren zweigleisig, vor allem jüngere. Hätt ich auch nicht so gedacht, wird mir aber immer wieder von jüngeren Bekannten bestätigt.
Zu deiner Frage - es gibt verschiedene Gründe, warum Männer zweigleisig fahren. Man kennt die Umstände bei dir nicht im Detail.
Grds. bestätigt sich aber m. E. die alte Feststellung, dass Männer und Frauen einfach verschieden sind und deshalb auch verschieden denken. Bei dir liegt das sehr auf der emotionalen Ebene und du machst dir viele Gedanken darüber.
Soweit ich das mitbekomme gibts folgende Gründe bei Männer, auch wenn sie dir vielleicht nicht gefallen:

- Sexuelle Abwechslung, ihm fehlt einfach was und man spricht nicht drüber bzw. er denkt, du kannst es ihm nicht geben
- Eine Art von Sicherheit und Komfort bei dir, den er nicht aufgeben wollte aber emotional/sexuell jemand gesucht hat, der ihm mehr gibt
- Selbstbestätigung - viele Männer fühlen sich einfach großartig und begehrt wenn sie zwei Frauen + x am Laufen haben. Oder anders- viele können das Jagen nicht lassen, denke es liegt oft in der Natur des Mannes
- Zweigleisig kann auch aufregend und prickelnd sein, der Reiz des Verbotenen
- er ist einfach grds. nicht monogam eingestellt (hätte er aber fairerweise dann vorher mit dir besprechen sollen)

Generell denke ich, dass Männer das Thema nicht so auf der emotionalen Ebene wie Frauen erleben sondern körperlich und emotional trennen (können). Andersrum glaube ich, dass viele Frauen nicht nachvollziehen können, wie wichtig Sex für Männer ist.

Frag ihn doch einfach mal direkt bevor du dir ewig den Kopf zerbrichst. Ob er ehrlich antwortet weiß man natürlich nicht.
Mein Eindruck - es klingt, als ob du das schon eher vermutet hast.
Ich hätte ihn einfach früher direkt gefragt.
 
  • #33
Wenn der Mann jetzt die Stimmung verbreitet, grundsätzlich bin ich nicht monogam, bei dir könnte ich es aber sein, wenn du du mir gut genug bist und meinen Thron besteigen darfst, das hat schon etwas gönnerhaftes. Und auch bei anderen Vorgängerinnen, die Haltung, ich bin nicht monogam bei dir, weil du mir nicht reichst. Da ist doch viel Wertung drin. Der Mann sitzt da und hebt den Daumen oder senkt ihn.
 
  • #34
Hallo @Butterfly888 ,
hier antwortet dir ein Mann mit Erfahrung. Ich bin sogar eine Zeit lang dreigleisig gefahren.

Auch bleibt die Frage nach dem Motiv offen. War wirklich sein Herz besetzt oder hat es mit mir einfach nicht gereicht / bzw. er fühlte sich zu beiden Frauen hingezogen, aber mehr zu der anderen? Wie oft kam es vor, dass Ihr Euch dann doch in die "zweitbeste" Frau verliebt habt, die da war?

Für dich ist mehrgleisig fahren eine Abweichung vom 'Normalen'. Du meinst, ein Herz wird 'besetzt'.
Denk doch einfach mal anders.
Die Monogamie ist die in der westlichen Welt vorherrschende Form der Paarbeziehung. Aber ist das die 'natürliche Ordnung' oder ist es nur ein gesellschaftliches Konstrukt?
Muss man monogam sein?
Kann ein Herz nur einmal besetzt sein?
Kann man nur eine Frau lieben?

Ich beantworte die letzten drei Fragen mit einem eindeutigen NEIN.

Vieles wird klarer wenn man es mal hinterfragt.

Okay auch ich lebe im hier und jetzt und muss mit den herrschenden Vorstellungen klar kommen. Das ist für mich manchmal wirklich schwierig, weil ich möchte möglichst ehrlich sein.

Als ich noch jung war, war der Grund für Mehrgleisigkeit, dass ich mich einfach nicht entscheiden konnte. An F. fand ich ihre Natürlichkeit toll, mit M. hat der Sex am Meisten Spass gemacht (sonst war sie kompliziert und anstrengend) und an R. hat mir ihre Zielstrebigkeit (als Kontrast zu meiner Beliebigkeit) gefallen. Ich könnte jetzt noch mehr Frauen aufzählen.
Irgendwann habe ich mich dann gefragt 'warum' musst du dich eigentlich entscheiden. Ich bin dann zu dem Schluss gekommen, ich brauche mich nicht entscheiden. Ich möchte das Leben und die Frauen mit allen Sinnen und Möglichkeiten genießen.
Nun bin ich alt und genieße mein Leben größtenteils allein.
 
  • #35
Irgendwann habe ich mich dann gefragt 'warum' musst du dich eigentlich entscheiden. Ich bin dann zu dem Schluss gekommen, ich brauche mich nicht entscheiden. Ich möchte das Leben und die Frauen mit allen Sinnen und Möglichkeiten genießen.
Das ist doch dein gutes Recht, wenn auch kommuniziert wird, dass man dieses mit mehreren so teilen möchte.
Worum es doch auch geht, ist, wenn dem Partner Monogamie vorgegaukelt wird. -
Oder wenn die Zweigleisigkeit deshalb vorliegt, weil die Frau von vorneherein für den Mann nicht ausreicht, weil sie für ihn Defizite aufweist, bis die "Richtige" kommt.
 
  • #36
Muss man monogam sein?
Kann ein Herz nur einmal besetzt sein?
Kann man nur eine Frau lieben?
Für einen erfahrenen Mann sind DAS sind nicht die entscheidenen Fragen.

Für mich:
- Wieviel "Frau" kann ich aushalten ?
- Was kann die eine, was die andere nicht kann (oder will) ?
- Welche Konseqeunzen drohen mir ?

Nach reiflicher und sehr gründlicher Überlegung bin ich vor ein paar Jahren daruf gekommen, dass alles, was mehr als eine Frau eine meinem Leben darstellt, einfach Schwachsinn sein muss;
und Männer die es im Sinne der Frage darauf anlegen, unter die Räder zu kommen, Vollidioten sind, zumindest zeitweise (ich war es eben auch mal).

Würden die ägyptischen Männer in ihrem Land das gleiche leisten wie die deutschen Männer hier (Einkommenerwerb+Unterhalt, Kinderbetreuung, Haushalt, Einkaufen, gesellschaftliche Verpflichtungen, aber trotzdem Führungsrolle z.B. bei Sex...etc), hätten sie auch alle nur eine Frau. Wenn überhaupt.

Wer mit seiner Frau nicht zufrieden ist, kann sie von mir aus in die Wüste schicken, aber mehre Frauen gleichzeitig: Niemals mehr!
 
  • #37
Einkommenerwerb+Unterhalt, Kinderbetreuung, Haushalt, Einkaufen, gesellschaftliche Verpflichtungen, aber trotzdem Führungsrolle z.B. bei Sex...etc), hätten sie auch alle nur eine Frau. Wenn überhaupt.
Ich glaube hier in diesem Thread geht es bei der Zweigleisigkeit gar nicht um richtige Partnerschaften mit Familie, Verantwortung und Kindern - siehe unser Vorreiter Tom, der mit diesen Frauen ja gar keine Kinder und Verantwortung hatte und wollte, sondern Fun, Sex usw. Das geht natürlich schon mehrgleisig.

Das von dir beschriebene Programm wie bei den Mormonen sieht ja wohl eher so aus, dass die Frauen unter einem Dach leben, sich gut verstehen müssen und sich die Hausarbeit z.B. teilen. Der Mann schläft dann mal bei/mit der einen oder anderen Frau, geht mit ihr aus usw.
Einkommenerwerb+Unterhalt, Kinderbetreuung, Haushalt, Einkaufen, gesellschaftliche Verpflichtungen, aber trotzdem Führungsrolle z.B. bei Sex...etc), hätten sie auch alle nur eine Frau. Wenn überhaupt.
Meinst du, die Mehrfachrollen gelten für berufstätige Mütter und Ehefrauen nicht? Abends noch die kreative Liebhaberin geben?
 
  • #38
Es fahren ja nun nicht nur Männer sondern auch Frauen zweigleisig.

Ja sicher. Ich wollte nur das Thema enger fassen, weil ich überlegt hatte, ob Männer vielleicht aus z.T. andere Gründen zweigleisig fahren als Frauen und ich wollte die (vielfältigen) männlichen Perspektiven / Hintergründe dazu kennenlernen. Ich wollte v.a. meine Erlebnisse besser verstehen anhand von Referenzpunkten, was da auf meine Situation passen könnte.

Womit die Zusatz-Frage auftaucht bei mir, welche Gründe sind fast schon rein Männer-spezifisch und welche eher weiblich (bzw. je nachdem wie stark der feminine Teil in einem Mann und vice versa ausgeprägt ist)?
 
  • #39
Hallo @Butterfly888 ,
Die Monogamie ist die in der westlichen Welt vorherrschende Form der Paarbeziehung. Aber ist das die 'natürliche Ordnung' oder ist es nur ein gesellschaftliches Konstrukt?

Ich habe Verschiedenes zur Polyamorie gelesen. Rein Kopf-mäßig klingt es nachvollziehbar für mich. Aber auf emotionaler Ebene funktioniert es für mich nicht. Das ist individuell und es gibt keine beste Form, die zu allen passt. Soll jetzt keine Wertung sein von mir!

In meinem Fall der Mann war kein "Poly", aber offen für den Austausch mit anderen Frauen, er hatte viele "gute Freundinnen", das war ok für mich, weil ich auch glaube, dass es sehr schwierig ist, dass ein einzelner Mensch einem anderen ALLES gibt, was er gerne erleben möchte. Daher kann ich das bis zu einem gewissen Grad zulassen, bis zu dem ich mich wohl fühle. Aber Liebe (was immer das ist) und Sex (das finge beim Küssen an) mit einer anderen Frau, überschreitet meine Grenzen, womit ich mich dann nicht mehr gut fühle.

Er hat sich das immer ein Stück weit offen gelassen, d.h. er hat nie gesagt, dass er 100% exklusiv mit mir ist. Ich wollte aber darauf zusteuern und habe seine "Schwammigkeit" nur hingenommen, bis (wie ich dachte, vielleicht naiv) wir uns gut genug kennen, um eine gemeinsame Entscheidung zu treffen, ob wir zukünftig "fest zusammen" sein wollen oder nicht. Es ist aber auf dem Weg dorthin gescheitert, weil ich nicht fähig bin, so eine Unsicherheit zu ertragen.

Wenn ein Mann mich sehr tief berührt, dann macht es mir was aus!

Ich glaube, wenn er mich tief berührt und es mir NICHTS ausmachen sollte, dann müsste ich zur BEDINGUNGSLOSEN Liebe fähig sein, altruistisch, nur sein Wohl an erste Stelle setzen. Und ehrlicherweise kann ich das nicht.


Daher ist für mich die einzige Antwort, wenn jemand sagt, er könnte das, dass er einfach nicht so tiefe Gefühle für den anderen hat. Denn ich glaube nicht, dass es viele Menschen gibt, die zur echten bedingungslosen Liebe fähig sind.
 
  • #40
Waren wir uns hier denn nicht einig, dass die Frauen mehrheitlich genau diese Rolle ablehnen , sondern eben "die traditionnelle Rollenverteilung im Bett die besser sei"?
Und ich glaube auch, dass die tatsächliche Umsetzung dieser Realität eben genau dazu führt, dass überhaupt Anreiz für mehrgleisiges Fahren bei Männern besteht.
Aber egal.

Ja sicher. Ich wollte nur das Thema enger fassen, weil ich überlegt hatte, ob Männer vielleicht aus z.T. andere Gründen zweigleisig fahren als Frauen und ich wollte die (vielfältigen) männlichen Perspektiven / Hintergründe dazu kennenlernen. Ich wollte v.a. meine Erlebnisse besser verstehen anhand von Referenzpunkten, was da auf meine Situation passen könnte.
Ganz genau.
Ich glaube, dass alle solche zweigleisig fahren, welche sich das zu dem Zeitpunkt mal gerade (unter maßgeblicher Beeinflussung ihres Triebes, was sie natürlich abstreiten würden) vorstellen können und die Möglichkeit (also das "zweite Gleis") dazu auch haben.

Ich wollte dazu sagen, dass die weitaus Meisten Männer das effektiv gar nicht können und es deshalb immer nur um einen kleinen Anteil handeln muss, der es eben glaubt, machen zu können.
Und wo es meist auch schiefgeht. Muss ja.
 
  • #43
Ich glaube, wenn er mich tief berührt und es mir NICHTS ausmachen sollte, dann müsste ich zur BEDINGUNGSLOSEN Liebe fähig sein, altruistisch, nur sein Wohl an erste Stelle setzen. Und ehrlicherweise kann ich das nicht.
Ich hab echt das Gefühl, du versuchst dir da eine Einstellung aufzuwängen, die nicht deine ist.
Meiner Ansicht nach heißt echte Liebe nicht, das Wohl des anderen an die erste Stelle zu setzen. - Außerdem wär das eine recht einseitige Geschichte, denn er müsste dann ja deines auch an die erste Stelle setzen.
An erster Stelle stehst du meiner Ansicht. D.h. jetzt nicht zum empathielosen Egoisten mutieren, aber dir soll es gut gehen.
Du kannst den anderen zu nichts zwingen. Wenn er sich nicht festlegen, ob er auch was mit anderen hat oder nicht, finde ich das auch schwierig. Liebe heißt nicht alles hinzunehmen, sondern auch zu schauen ob es passt. Wie gesagt, der andere muss sich nicht ändern. Deine Freiheit ist es, kann ich damit leben ohne dass ich mich total verbiege? Das wäre dann mal an erster Stelle Liebe für dich selber.
 
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