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Lionne69

Gast
  • #31
Ich kann @Lunghin s Gefühle gut nachvollziehen.

Mit ginge es eben genauso, und ich würde es auf Dauer nicht akzeptieren.

@Joggerin, nein 4.000€ sind sicherlich keine Peanuts, aber es reduzierte sich für jeden auf den halben Betrag. (Und unser Streitwert war relativ hoch)

Ich finde es spannend, dass als Grund für die Nicht-Durchführung einer Scheidung die Kosten genannt werden ebenso wie der Aufwand.
Bei einer Eheschließung / Hochzeit wird sehr selten über den Aufwand und die Kosten debattiert - als Grund für die Nicht-Durchführung habe ich das da noch nie gehört.

Wenn es solche Kostenthemen sind und Ehe nur ein Papier ist, also wert- und aussagelos, dann sollte man vorher schon den Aufwand lassen, wozu dann Heiraten.

Oder es sind doch andere Motive für die Eheschließung, Motive, die eine Scheidung dann verhindern - und die dem FS Bauchschmerzen machen.

Notarielle Regelungen gibt es übrigens genauso wenig umsonst, je nach Wert des zu Regelnden.
 
  • #32
Wir hatten mittlerweile ein Gespräch. Sie will nun die Scheidung einreichen. Doch die Diskussion driftete schnell ins Thema Loyalität und wem diese gebührt ab. Ich spüre seit Beginn der Beziehung, dass meine Partnerin dem Vater des Kindes immer alles recht machen will. Er bestimmt beispielsweise, wann er das Kind nimmt und in welchem Zeitrahmen. Sie zeigt, obwohl sie dadurch auch eingeengt ist, immer Verständnis für sein mühsames Verhalten.

Ich spüre und spürte auch immer latent, dass sie mich zwar liebt, aber trotzdem mehr Vertrauen und Verständnis ihm gegenüber hat. Dies begründete sie oft damit, er sei der Vater und sie hätten halt eine gemeinsame Zeit hinter sich (4 Jahre, was auch nicht so viel ist..) Im ersten Jahr der Beziehung wollte sie kaum was gemeinsam mit dem Kind unternehmen, an einen gemeinsamen Urlaub war nicht zu denken. Sie hatte Gewissensbisse, weil sie meinte, so dem Ex die Rolle als Vater streitig zu machen.

Gestern in der Unterredung gab es interessante Aussagen ihrerseits. Auf meine Frage, wer für sie wichtiger sei, der Ex oder ich, erwiderte sie: „Du, aber er ist der Vater des Kindes“. Du, aber...

Offenbar gewichtet sie die Rolle des Vaters höher als die Rolle des Lebenspartners, oder irre ich mich da? Sie machte dann noch folgende Aussage: „Ich verstehe, dass du unsere gemeinsamen Ferien sehr genossen hast, dass nur wir drei auf uns schauen konnten. Das war auch wunderbar für mich. Wir sind nun jedoch wieder im Alltag zurück, wo es nicht nur uns drei gibt.“

Wie seht ihr das? Muss ein neuer Partner einer AE sich solche Dinge anhören und sich oftmals hintenanstellen? Wohlverstanden nicht hinter die Ansprüche des Kindes, welches ich sehr mag, sondern hinter jene des Vater des Kindes?
 
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endrana

Gast
  • #33
Die Antwort gibst du dir doch selbst schon: Nein, ein neuer Partner muss sich nicht nur hintenanstellen. Im Prinzip musst du auch gar nichts in einer Beziehung.

Dass du Rücksicht auf die Situation von ihr mit Kind und Vater dazu nimmst und dich selber auch mal zurücknehmen kannst, spricht für dich.
Die aufgeschobene Scheidung scheint hier symptomatisch zu sein für einen Loslösungsprozess, der noch nicht ganz geglückt ist.

4 Jahre Beziehung sind ja nun auch nicht viel mehr gemeinsame Zeit, als ihr schon zusammen hattet. Ich mag dieses Aufwiegen von Beziehungsdauer gegeneinander sowieso nicht... wenn es danach ginge, müsste man sich bei "gebrauchten" Partnern noch über Jahre oder Jahrzehnte hinweg anhören, dass es diese "tolle gemeinsame Zeit" gab, was impliziert, dass der/die Ex im Zweifel Vorrang hat. Das ist doch absurd. Die Vergangenheit hat einen geprägt ja, aber was zählt, ist: die Beziehung kann gar nicht ach so toll gewesen sein, sonst hätte sie nicht geendet, und: was zählt, sind nunmal Gegenwart und Zukunft, und die eben mit neuem Partner!

Für mich klingt das alles so, als würde sie dich auf Distanz halten wollen und so, als entstünde gerechtfertigt über das Kind ein ungesundes Dreiecksverhältnis, in dem sich dann immer einer der beiden Männer im Nachteil fühlt.
Interessant wäre noch: hat eigentlich der Kindsvater eine neue Partnerin? Und aus welchem Grund ist diese Beziehung in die Brüche gegangen bzw was und wieviel hat sie dir darüber erzählt? Hat sie sich getrennt und deshalb ein schlechtes Gewissen?
 
  • #34
Ich bin selber so eine Frau, die schon jahrelang ohne Scheidung getrennt lebt. Es ist mir egal...es ist ja alles geregelt...Eines Tages wird er sich schon darum kümmern...also kann ich das doch in Ruhe abwarten.
Ohne Scheidung ist nichts geregelt. Das wirst Du merken wenn er mit einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder nach einem Unfall ein Pflegefall bist. Dann findest Du Dich unvermittelt in der Rolle der Unterhaltspflichtigen wieder (außer er ist Beamter) - aufs Existenzminimum zurückgeschraubt bis ans Ende seines Lebens. Seine aktuelle nicht-eheliche Partnerin ist nämlich fein raus aus den Pflichten und Du bist voll drin.
Kaum jemand ist für diese Fälle richtig abgesichert, erst recht nicht die Menschen, denen eine Scheidung zuviel Aufwand und zu teuer ist.

ich wollte nicht abwarten. Ich war immer für klare Verhältmnisse - eine n eue Beziehung erst, nach der Scheidung, denn das war ein Wendepunkt im Leben, der einen sehr großen Unterschied ausmachte.

Es ist für die meisten ein auf Dauer belastendes Gefühl, den Partner noch mit jemand anderem verheiratet zu wissen. Belastend und ein Gefühl der Ungewissheit bleibt immer...
Eben, wie will ich unbelastet eine neue Beziehung leben, wenn so ein Damoklesschwert immer über der Beziehung hängt. Natürlich kann keine Ahnung haben sehr entlastend sein, bis der Katastrophenfall eintritt.
Die wenigsten Menschen haben so ein Einkommen, dass sie das finanziell mal eben nebenbei wuppen. Dann soll der neue Partner, der nicht wichtig genug war um eine Scheidung umzusetzen mit einem Mal das gewohnte Lebensniveau für alle finanzieren.
Ich würde mal sagen, dass an diesem Punkt die meisten Beziehungen über kurz oder lang scheitern und das zu Recht wegen der Langzeitfolgen.
 
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Lionne69

Gast
  • #35
Lunghin -
@endrana hat es für mich sehr präzise auf den Punkt gebracht.

Dein Verständnis ehrt Dich.
Aber - Dein Bauchgefühl bestätigt sich.
Nein, müssen tust Du nichts, was für Dich nicht stimmig ist, Du Dich unwohl fühlst.

Deine Position hat sie klar formuliert, die Kinder (absolut legitim), der Ex und dann - Du?

Ich würde für mich in einer vergleichbaren Situation meine Konsequenz Beenden ziehen. Mir wäre es zu vage, zuviel Bindung zum Ex, eben nicht nur als Vater der Kinder.
Und ich denke, dass, würdest Du als Frau einen analogen Thread verfassen, Du durchgängig den Tipp zum Beenden bekommen würdest.

Also Klarheit von ihrer Seite her hast Du, Du musst für Dich entscheiden, ob es für Dich passt oder nicht.
Was für Dich Beziehung ist, welche Position Du bei Deiner Partnerin haben möchtest, wieviel Verbindlichkeit.
Es können Dir noch so viele Meinungen und Lebensentwürfe genannt werden, letztendlich ist es Dein Leben, sind es Deine Bedürfnisse und Grenzen und Deine Verantwortung, da für Dich zu sorgen.

Nur eine Frage - was, denkst Du, würde sie machen, wenn er heute käme, und würde einen Neuanfang wollen?

Du zögerst? - Dann ist Deine andere Frage schon sehr eindeutig beantwortet.

Pass auf Dich auf.
Alles Gute.
 
  • #36
„Wir sind nun jedoch wieder im Alltag zurück, wo es nicht nur uns drei gibt.“

Wie seht ihr das? Muss ein neuer Partner einer AE sich solche Dinge anhören und sich oftmals hintenanstellen?

Nein, das muss niemand. Es ist natürlich legitim, sich nicht vollständig von ihrem Mann zu trennen, mit dem sie ein Kind hat. Die hier klar erkennbare Konsequenz ist, dass sie nicht offen ist für eine neue Beziehung. Im Zweifel wirst Du immer die 2. Geige spielen, egal, ob sie formal geschieden ist oder nicht.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, sich nach klarem Ende einer Beziehung nicht scheiden zu lassen, wenn man nach der Trennung eine neue Beziehung haben möchte. Auch wenn die Getrennten und nicht Geschiedenen sich das schönreden.

Auch würde eine Scheidung letztlich nichts an dem Verhältnis ändern, wie es ist - es würde nur den Status auf dem Papier ändern.

Das ist wohl auch hier so. Im Grunde drängt der FS auf Scheidung. Das bringt wenig. Die Partnerin des FS ist nicht frei für eine Beziehung. Welche Konsequenz er daraus zieht, muss er entscheiden.
 
  • #37
Auf meine Frage, wer für sie wichtiger sei, der Ex oder ich, erwiderte sie: „Du, aber er ist der Vater des Kindes“. Du, aber...
Was sie wirklich denkt und ob sie insgeheim noch an ihrem Ex hängt, weiß wohl niemand.
Ich würde mal einen anderen Aspekt einbringen. Für mich klingt es so, als würde sie auf Biegen und Brechen versuchen, dem Kind die Trennung von seinem Vater zu erleichtern.
Sie ist sich darüber im Klaren, dass Kinder unter Trennungen leiden. Das Sehen des Kindes beschreibst du von Seiten des Kindsvaters als mühsam, also wenig zuverlässig. Sie bemüht sich, dass diese Treffen trotzdem stattfinden, damit das Kind Zeit mit dem Vater verbringen kann und nimmt sich dafür zurück.
Sie war außerdem anfangs zurückhaltend, was deine gemeinsame Zeit mit dem Kind anging. Ich habe schon häufig von AE gehört, dass sie dem Kind den neuen Partner erst präsentieren, wenn sie sich sicher sind, dass das Kind nicht bald unter einer erneuten Trennung leiden muss.
„Ich verstehe, dass du unsere gemeinsamen Ferien sehr genossen hast, dass nur wir drei auf uns schauen konnten. Das war auch wunderbar für mich. Wir sind nun jedoch wieder im Alltag zurück, wo es nicht nur uns drei gibt.“
Heißt für mich: sie hat die Zeit sehr genossen, ist sich aber klar, dass es nun wieder Verpflichtungen für sie einzuhalten gibt. Für das Kind bleibt er zeitlebens der leibliche Vater.

Vielleicht gilt ihre Loyalität in erster Linie ihrem Kind, dann erst dir, und gar nicht dem Ex.
Frag sie doch mal danach, bevor du dich weiter in Ungewissheit über ihre Gefühle versteigst. Ich kenne einige AE, die sich alles mögliche von den Ex-Männern gefallen lassen, nur dem Kindswohl zuliebe, damit es zwischen den Ex-Partnern keinen Stress gibt, der zu Lasten des Kindes gehen würde.
 
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