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  • #1

Wie alt sind wir eigentlich mit Ende 30 ?

Ich bin 39. Frau für Kinder nicht in Sicht (wie bei vielen Leuten hier bei EP - auch wenn sie vielleicht irgendwo bei EP rumläuft oder vielleicht sogar eine von denjenigen ist, die nicht die Profile nachlesen, die man hier postet) - egal. Dieser Tage starb meine Großmutter im Alter von 90 Jahren. Sie war 70 Jahre Mutter und fast 40 Jahre Großmutter. Wenn ich sage: Kind bald, wird im Alter von 20 Jahren wieder Vater, muß ich 80 werden, um zu erleben, wie es als Großvater ist, erwachsene Enkel zu haben - ein Zustand, den meine Oma 20 Jahre lang kannte. Wir sind also alle uralt. 7E2176FE - m, 39
 
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  • #2
Mit Ende 30 bin ich um die 39
 
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  • #3
w,41
Die Frage ist eher, wieso besinnen wir uns nicht früher darauf, was wir wirklich als wichtig und erstrebenswert finden und wieso meinen wir, wir hätten noch alle soviel Zeit....

Wer ist denn noch bereit, Anfang 20 die Verantwortung für Kinder zu übernehmen, wer geht denn Anfang 20 schon einer Arbeit nach, die ein Einkommen erziehlt, um für eine Familie zu sorgen?
Unsere Bedürfnisse haben sich geändert. In der Phase, wo die Generation unserer Eltern und Großeltern die Familien gegründet haben, wollen wir uns jetzt ausleben, wollen wir jetzt Erfahrungen sammeln, wollen wir die Welt erobern, denn für alles andere haben wir später noch Zeit.
Nur irgendwann wachen wir auf und merken, dass wir eben keine Zeit mehr haben, dass die Zeit uns durch die Finger geglitten ist und dass wir zwar viele tolle Sachen erlebt haben, aber dass unser Herz doch einsam geblieben ist und wir uns nach Familie und den alten Lebensformen sehnen.
Ich will damit nicht sagen, dass die Beziehungen unserer Großeltern und Eltern immer glücklich waren, die hatten oft gar nicht die Wahl, sondern waren wirtschaftlich abhängig und haben sich in ihr Leben gefügt und ihr Leben "ausgehalten".
Meine Eltern 71 und 79 Jahre alt, genießen die Zeit mir ihren 4 Enkeln (die Kinder meiner Geschwister) und für sie ist es eine große Freude und Erfüllung zu sehen, wie hier die übernächste Generation heran wächst. Es erfüllt sie mit Stolz und manchmal beneide ich sie um dieses Gefühl, weil ich dieses Gefühl wahrscheinlich nie haben werde.
 
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  • #4
Deine Rechnung wird nicht aufgehen, da dein Kind außer "als Unfall" nicht mit 20 Vater/Mutter werden wird. Nun könnte man den Zeigefinger heben und frage: Warum hast du deine Partnerinnen während du zwischen 25 und 35 warst nicht geschwängert und du hättest jetzt eigene Kinder?

Man kann ein Alter nicht an der Kinderzahl oder überhaupt am Kinderhaben festhalten. Ich bin 40, meine Tochter 9 - war also der "richtige" ZeitKorridor für die Schwangerschaft - und ich hoffe, sie wird noch lange warten, bis sie mich zur Oma macht, da ich in keinster Weise als klassische Oma fungieren möchte, weil ich mich, im Gegensatz zu dir, noch viel zu jung dafür fühle.

Wünsche dir Glück beim Finden - es gibt doch genug Frauen, die gerade +/- 35 sind und nun die Uhr ganz laut ticken hören. Die Frage ist nur, ist das so eine Frau, die du haben willst?!?
 
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  • #5
#2 beschreibt das sehr gut und auch ich bedaure übrigens, keine Kinder zu haben.

1. denke ich, dass viele Vertreter der Eltern- und Großelterngeneratio häufig tatsächlich (via sich ergebender Schwangerschaft mit einem der Menschen, die halt in nächster Umgebung "da waren") früh in die Familiengründung "hineingeschliddert" sind - und sich arrangiert/gefügt haben. Was manchmal tragisch war, manchmal vielleicht auch nicht das Schlechteste.

2. Wenn ich das heute sehe: Da wird geplant (Studium, Karriere, Haus, Van, dann Kinder) und bundesweit (mit Nogo- und Wunschlisten) im Netz bis zum St. Nimmerleinstag nach dem "optimalen" Partner gefahndet... :-O


Aber - 3. - was wäre gewesen, wenn ich eine meiner Ex-Freundinnen geschwängert hätte?

Gut, ich hätte Familie - mit 50% Wahrscheinlichkeit eher gehabt, weil die schon wieder geschieden wäre. Ich hätte 20 Jahre lang wie blöde (abwesend) malocht, um genügend Geld ranzuschaffen. Ich müsste jetzt das Studium der Kinder finanzieren, auf dass diese künftig überhaupt noch eine Zukunft haben in der Zeit der nahenden globalen Auseinandersetzungen um Energie- und Trinkwasser..

Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre auch, sollte die Beziehung noch bestehen, von dieser dank jahrelangem Alltag nicht mehr viel übrig?

Und das alles, damit ich dann irgendwann sagen kann, ich habe Kinder, die irgendwo in der Weltgeschichte Praktikas und Jobs nachjagen, ihr eigenes Leben leben und mich alten Knacker mit ein paar Pflichttelefonaten und -besuchen bedenken?

Aber trotzdem: Natürlich vermisse ich die Familie, die ich mir in meiner Phantasie ausmale! Schmerzhaft sogar! Ich fürchte nur, die Realität sieht in vielen tatsächlich gegründeten Familien anders aus, als ich es gerne hätte? ;-)

Die sehr stark zurückgegangenen Geburtenziffern lassen zudem evtl. vermuten, dass wir momentan in einer (neoliberalen, renditeoptimierten) Phase leben, die bei allem (fragwürdigen und fragwürdig verteiltem) materiellen Reichtum nicht gerade "einladend" ist (für Männer schon gar nicht), Familien zu gründen?
 
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  • #6
Ich glaube, wir müssen uns eingestehen, dass wir die hochgejubelte Selbstverwirklichung und ´in-die-Welt-hinausgeh-Manie´ zu hoch geschätzt haben. Nochdazu haben wir den Job und die Selbstverwirklichung im Job über alles gestellt. Das war vielleicht falsch, hat uns aber ein teils sehr schönes Leben mit vielen wunderbaren Eindrücken geschenkt. (Ich habe auch schon in zwei anderen Ländern gelebt)
Nun muss jeder mit sich klar machen, ob das besser oder schlechter anzusehen ist, als ´zwangsweise´ ab 20 mit jemandem 50 Jahre zusammen zu leben, wie unsere Großeltern, nicht so viel ausprobieren zu lönnen, keinen Berufswechsel, keinen Ortswechsel..
Vielleicht muss man es auch gar nicht werten. Es war einfach so. Wir haben was bekommen, was unsere Großeltern nicht hatten, uns wir müssen was dafür geben.
 
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  • #7
@4: ....Natürlich vermisse ich die Familie, die ich mir in meiner Phantasie ausmale! Schmerzhaft sogar! Ich fürchte nur, die Realität sieht in vielen tatsächlich gegründeten Familien anders aus, als ich es gerne hätte? ;-)

Ja genau!!! Die Familie ist nicht der Herd der allgemeinen Glückseligkeit mit Friede, Freude, Eierkuchen. Und obwohl es mir gut geht und meine Problemchen überschaubar sind, wünschte ich manchmal, ich hätte kein Kind! Doch das kannst man erst erkennen, wenn man das Kind hat, sich kümmern muss und für sich fefststellt, diese Haus/Garten/Kind-Idylle ist nicht mein Leben! Doch dann ist es zu spät und man muss schauen, das Beste für alle Beteiligten daraus zu machen!
 
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  • #8
Meine Uroma wurde 97 , Meine Oma ist 76, mein Mutter 58, ich bin 36, mein Sohn ist 18-
so geht es auch...
 
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  • #9
Ich würde sagen, viele Menschen überlegen zuviel, wollen alles im Leben bis ins kleinste Detail planen, um eine vermeintliche Sicherheit zu schaffen. Dabei kann man sich sehr schnell selbst im Wege stehen.

@Fragesteller
"... du hättest eine 50 % ige Wahrscheinlichkeit gehabt ..."
Stimmt, Du hättest eine 50%ige Wahrscheinlichkeit gehabt, dass Deine Beziehung glücklich geworden und geblieben wäre und Du als Vater Seiten an Dir entdeckt hättest, die Dir so verborgen blieben.


".Ich müsste jetzt das Studium der Kinder finanzieren,.......
Und das alles, .....mich alten Knacker mit ein paar Pflichttelefonaten und -besuchen bedenken?..."

Du müßtest .....? Richtiger wäre es zu wollen, dass die Kinder glücklich werden - egal, ob mit oder ohne Studium, dafür müssen sie dass sie das ihnen innewohnende Potential ausprägen dürfen und nicht das leben müssen, was ihre Eltern für sie vorsehen oder selbst nicht erreicht haben.

Das Glas ist entweder halb voll oder halb leer :)
oder: Wer entscheidet - Kopf oder Gefühl? oder:

Alles eine Frage der Prioritäten! :)
 
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  • #10
Wenn Du Dich beeilst, wirst Du mit 40 Vater, wenn sich Deine wunderschöne und möglichst völlig unaufgeklärte ;-) Tochter dann bei zunehmenden Teenagerschwangerschaften mit 15 Jahren schwängern läßt, bist Du ein knackiger Opa mit 55 Jahren und hast bei der momentanen Lebenserwartung immerhin ca 35- 40 Jahre (die Gene in Deiner Familie lassen auf ein langes Leben schließen) Großvater: It´s up to you. (W41)
 
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  • #11
Einerseits gebe ich dem Fragesteller recht mit seiner zweifelnden Frage.
Andererseits:
Unsere Großeltern und Urgroßeltern hätten vermutlich sehr gerne das Leben gehabt, daß Ihr jetzt habt. Ich wage zu behaupten, sie hätten sich sogar dafür die rechte Hand abgehackt! Wie viele von denen, deren Leben wir nicht kennen, waren in lieblosen Ehen zu früh gefangen, hatten eine große Kinderschar - doch eigentlich wollten sie was ganz Tolles werden, Arzt vielleicht und die Welt sehen... und ich bin mir ganz sicher, wenn es damals die Pille schon gegeben hätte, wäre die Mehrheit der hier Lesenden nicht auf der Welt.
Also freuen wir uns an dem, was wir haben und machen das Beste draus.
Constanze
 
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  • #12
Lieber Fragesteller,
Schau Dir Deine Ex-Frauen mal an und stell sie Dir alle der Reihe nach mit einem oder zwei Kindern von dir vor.
Kriegst du jetzt das grosse Grausen?

Unsere Grosseltern hatten nicht wirklich die Wahl, im Rausch der Hormone entstand so manche Ehe wegen Schwangerschaft. Du hast genau das richtige Alter, um hier eine Frau mit Kinderwunsch zu treffen.
Viel Glück!
 
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