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Gast

  • #1

Wie bereit seid Ihr tatsächlich, Liebe zuzulassen und sie zu leben?

Mich erinnern viele Kommentare hier an das Katalogverfahren: Ich bestelle ein Kleid. Der Gürtel hat ein Loch zu wenig (soll ich jetzt da ein Loch reinmachen, oder das Kleid zurückschicken?). Mist, das Kleid ist 2 cm zu lang. Soll ich mir jetzt die Mühe nehmen, es zu kürzen oder zurückschicken? Im Grunde genommen wollen wir doch in unserem So-sein bedingungslos angenommen werden, wie wir sind. Jedoch stellen wir mit unseren kopf- und egogesteuerten Werturteilen permanent Bedingungen, wie der Mensch, den wir zulassen wollen, zu sein hat. Über welche Schwächen kann ich hinwegsehen, über welche nicht? Hinwegsehen kann ich nur über etwas, das ich vorher - kopfgesteuert als Werturteil - als Schwäche definiert habe. Bauen wir uns hier Konstrukte, weil wir Angst vor Liebe haben, die wertfrei und eine Herzensangelegenheit ist? Ich stelle mir diese Frage tatsächlich auch immer wieder selbst mal, um nicht in meine eigene "Falle" zu laufen. Bin gespannt auf Euren Input. Ute
 
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Gast

  • #2
Ich bin da voll und ganz Deiner Meinung! Ich denke, dass viele Singles vor allem bei EP der oder die perfekte Partner(in) suchen und selbst erwarten, dass die eigenen Fehler und Schwächen akzeptiert werden. Viele suchen das Unmögliche, das Perfekte und sehen so nicht, dass das Gute meist schon sehr nahe ist und nur wartet, bis man reagiert
 
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Gast

  • #3
Ja, aber das bedingt natürlich, das die Person gegenüber das genauso sieht und das ist leider selten.
Liebe Ute wenn es paßt, paßt es halt und dann sinken die Ansprüche, die nicht erfüllt wurden auf null und man akzeptiert den Partner so wie er ist. Wenn es doch nicht so recht der richtige ist, mäkelt man halt rum. Nur Mut irgendwann klappt es schon.
 
  • #4
also ich gebe prinzipell jeder eine chance, die mich optisch nicht abschreckt. nur ob es dann funkt oder nicht, steht auf einem anderen blatt.
manchmal ist es auch so, das gewisse charakter eigenschaften mir leid verschaffen und auch wenn ich will, kann ich darüber nicht hinwegsehen, da es mir emotional nicht möglich ist das loszulassen.
 
  • #5
Ich fühle mich absolut bereit, mich wieder zu verlieben und eine enge, vertraute Partnerschaft zu führen. Ich bin auch keineswegs der Katalogmentalität verfallen, aber ich gebe natürlich auch zu, dass man in einem gewissen Alter mit den gewissen Vorerfahrungen natürlich schon einige konkrete Macker ablehnt und bestimmte andere Eigenschaften besonders sucht. Das ist aber auch legitim, finde ich.

Letztlich möchte ich mich wirklich verlieben, wirklich erleben, dass die Chemie stimmt, und nicht nur einen "passenden" Partner finden. Das Verlieben ist mein Hauptkriterium. Deshalb gebe ich auch vielen Profilen eine Chance, die eigentlich ein paar "Schwächen" (wie Du es nennst) aufweisen. Leider sehen das in der Tat häufig die Männer anders (also in meinem Falle; wahrscheinlich umgekehrt auch viele Frauen). Eine Online-Partnerbörse verführt zu besonders strenger Wahl.
 
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Gast

  • #6
"Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"
Wie wäre es, einen Partner mit verbundenen Augen zu finden....?Müsste man sich dann nicht viel emrh auf Herz und Gefühl verlassen?
 
  • #7
@#5: Mal ehrlich, dieser Spruch von Saint Exupery klingt auf den ersten Blick romantisch und tiefschürfend, aber auf den zweiten ist es eine eine hohle Platitüde. Alle Sinne sind wichtig: Sehen, Hören, Riechen, Fühlen. Natürlich kann man einen Partner nicht nur danach auswählen, ob man ihn riechen kann, aber falls nicht, wäre das schon richtig ungünstig. Natürlich ist die Stimme nicht alles, aber sie kann schon anziehend oder abstoßend sein. Und natürlich sollte das Aussehen nicht ausschlaggebend sein, ist aber doch halt wichtig. Ein Partner muß uns einfach mit möglichst vielen Sinnen wirklich gefallen, erregen, erfüllen.

Und zurück zu Saint Exupery: Woher will das Herz denn wissen, wenn es nicht sieht, hört, riecht und fühlt? Das geht doch gar nicht. Auch Empathie und Sympathie oder ob ein Kandidat kinderlieb, lustig, schlagfertig ist nehme ich doch mit meinen Sinnen wahr. Wie auch sonst? Nein, ich glaube und traue mir durchaus zu, auch viele "innere Werte" mit meinen Augen wahrzunehmen -- man muß nur ein wenig Beobachten und sich offen austauschen.
 
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Gast

  • #8
Mit zunehmenden Alter, stell ich fest, dass ich mich eigentlich gar nicht mehr verliebe. Das ist wohl auch das Hauptproblem für mich bei solchen Foren. Ich kann mich super unterhalten, scherzen und lachen virtuell. Auch wenn dann ein Kennenlernen ansteht, versteh ich mich meisten gut, aber verlieben kann ich mich nicht. Dazu braucht es sehr viel Zeit. Die meisten meiner letzten Partner kannte ich schon vorher, hab sie aber nicht als "Partner" wahrgenommen und irgendwann hat es dann bei mir gefunkt.
Deshalb seh ich die Chance eher gering über solchen Foren den Partner zu finden.
 
  • #9
#7: Das kann ich gut nachvollziehen. Bei mir funkt es auch meistens erst nach etlichen Treffen. Wenn ich dann lese, dann man spätestens beim dritten Treffen küssen muß, graust es mir. Entweder Liebe funktioniert bei anderen einfach anders oder sie sind viel oberflächlicher als ich. Ich weiß es wirklich nicht. Ich jedenfalls prostituiere mich nicht beim dritten Mal, nur um den Kontakt nicht zu gefährden.