• #1

Wie bewerten Frauen Männer, die ihre Emotionen offen zeigen ? Vielleicht eine Frage der Generationen?

Ich habe schon häufiger Aussagen von Männern gehört wie „ Ich brauche viel Zärtlichkeit .“ „ Ich bin sehr verschmust.“ oder Ich mag Umarmungen und Körperkontakt sehr .“
Irgendwie fand ich das merkwürdig und konnte damit wenig anfangen , fand es sogar etwas unmännlich und habe mich gleichzeitig über mich selber geärgert , weil ich doch eigentlich einen Mann gut finde , der auch Emotionen zeigt und nicht immer einen auf hart macht . Meine beste Freundin meinte wir seien einfach nicht mehr jung, die neue Generation von Männern und Frauen sei da viel offener.
 
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  • #2
Ich habe schon häufiger Aussagen von Männern gehört wie „ Ich brauche viel Zärtlichkeit .“ „ Ich bin sehr verschmust.“ oder Ich mag Umarmungen und Körperkontakt sehr .“
Hängt vom Kontext ab, in welchem das gesagt wird - "ich brauche..." finde ich bei einem erwachsenen Mann in der Frühphase des Datings eher unsexy/kleinkindhaft.
Kleine Kinder brauchen viel Körperkontakt und zumindest zum Lebensbeginn ist sogar die Person egal.

Das ein erwachsener Mann in einer guten Beziehung gern viel Köperkontakt möchte ist ein anderes Thema. Wenn ihm dann noch bewusst ist, dass das ein gewisses Partnerschaftsverhalten von ihm verlangt, damit die Frau es auch mit ihm möchte, dann ist alles ok.

Ich verstehe nicht, warum Mann ein Thema daraus macht statt einfach zu tun, was zu körperlicher Zuneigung führt.
Daraus leite ich ab: er macht ein Thema aufgrund von früheren Erfahrungen draus - er bekam die Zärtlichkeiten nicht mangels partnerschaftlichen Verhaltens und erkennt den Zusammenhang nicht, will aber die neue Frau verpflichten.

Meine beste Freundin meinte wir seien einfach nicht mehr jung, die neue Generation von Männern und Frauen sei da viel offener.
Glaube ich nicht. Bei Liebe ist die Zärtlichkeit da, ohne Liebe schwindet sie - egal ob jung oder alt.
 
  • #3
Aussagen von Männern gehört wie „ Ich brauche viel Zärtlichkeit .“ „ Ich bin sehr verschmust.“ oder Ich mag Umarmungen und Körperkontakt sehr .“
Ja, ich finde das auch merkwürdig und unmännlich. Zu mir hat das noch nie jemand gesagt und würde mich wahrscheinlich auch eher abschrecken.
Aber ich als Frau würde so etwas auch nicht sagen. Ich mag Umarmungen und Körperkontakt auch sehr, doch merkt man doch an der Körpersprache und am Verhalten, wie jemand ist. Das braucht man nicht zu sagen. Einfach tun, einfach zeigen wie man ist. Oder meinst du beim ersten Kennenlernen beim Café? Einem Fremden auf die Nase zu binden, dass ich verschmust bin und Zärtlichkeit brauche, passt für mich nicht. Das geht den doch nichts an.
 

Laleila

Cilia
  • #4
Mich spricht es an. Ich mag Menschen, die offen über ihre Gefühle sprechen, da mache ich keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen.
Meine Männer sind da sehr unterschiedlich. J. redet nicht allzuviel über seine Gefühle (außer über die für mich), aber er ist auch kein Mensch, der stark um sich selbst kreist. Er hat eine bewundernswert ausgeglichene emotionale Struktur.
R. spricht viel über seine Gefühle, was ihn, für mich, so gar nicht unmännlich macht. Er hat einfach ein bewegteres Seelenleben.
Einen Unterschied zwischen den Generationen sehe ich da nicht, wohl aber zwischen den verschiedenen Charakteren.
 
  • #6
Ich habe schon häufiger Aussagen von Männern gehört wie „ Ich brauche viel Zärtlichkeit .“ „ Ich bin sehr verschmust.“ oder Ich mag Umarmungen und Körperkontakt sehr
Wie und wo hörst Du solche Aussagen?
Liest Du sie im Profil oder geben die Männer es beim Chatten kund oder verbal beim ersten oder zweiten Date?

Meine beste Freundin meinte wir seien einfach nicht mehr jung, die neue Generation von Männern und Frauen sei da viel offener
Keine Ahnung. In Profilen liest man sowas manchmal. Und ja, stösst mich ab, obwohl ich überhaupt nichts gegen Kuscheln habe, ganz im Gegenteil. Klingt so beliebig. Als würden sie einfach nur einen Kuschelhasen benötigen, egal welchen.
Ich habe aber generell etwas gegen Verbalerotik bevor irgendwas läuft. Kann man sich natürlich drüber streiten, ob es sich bei Aussagen dieser Art bereits um Verbalerotik handelt.
W,57
 
  • #7
Ich habe schon häufiger Aussagen von Männern gehört wie „ Ich brauche viel Zärtlichkeit .“ „ Ich bin sehr verschmust.“ oder Ich mag Umarmungen und Körperkontakt sehr .“
Ich würde mich hier @Silly s Fragen anschließen, unter welchen Umständen wird dir das kundgetan? Bei "ich bin sehr verschmust" denke ich eher an eine Ebay-Kleinanzeige zur Vermittlung eines Katers ..

Ansonsten mag ich viel Körperkontakt und Umarmungen o. ä. aber das von einem Mann zu hören, den ich (noch) gar nicht kenne, fände ich auch eher befremdlich. Da bekäme ich Bilder im Kopf von jemandem, der mich ständig verfolgen, begrabbeln, umarmen und Zärtlichkeiten bis zum Erdrücken einfordern würde und bei Ablehnung meinerseits käme - hab ich doch voher gesagt/geschrieben - sozusagen als definierte "Anforderung".

Über Gefühle an sich zu reden, finde ich aber nicht unmännlich und hat für mich auch nichts mit Generationen zu tun.
Irgendwie fand ich das merkwürdig und konnte damit wenig anfangen , fand es sogar etwas unmännlich und habe mich gleichzeitig über mich selber geärgert , weil ich doch eigentlich einen Mann gut finde , der auch Emotionen zeigt und nicht immer einen auf hart macht . Meine beste Freundin meinte wir seien einfach nicht mehr jung, die neue Generation von Männern und Frauen sei da viel offener.
 
  • #8
Ich finde es an sich ansprechend, wenn Männer offen über ihre Gefühle reden.

Solche Aussagen (in der Kombination mit "Ich brauche", was fordernd-bedürftig wirken könnte) würde ich jetzt nicht in ein Online-Profil schreiben oder fremden Menschen einfach so mitteilen, nur augenzwinkernd vielleicht, aber wenn man schon ein Verhältnis hat, finde ich das völlig in Ordnung und sogar süß. Wenn mein Partner mir sagt, dass er Umarmungen und Zärtlichkeiten genießt und wichtig findet, oder einfach dann, wenn wir schmusen, sagt, "Das ist gerade soooo schön!", dann freut mich das und ich finde es schön und romantisch.

Liegt vielleicht auch daran, dass ich selbst sehr verschmust bin. Wenn ich so nachdenke, verwende ich selbst (allerdings in einer Beziehung!) die Formulierung "Ich brauche Kuscheln/Schmusen". Mein Kuschelbalken ist sogar zu einem running gag geworden: Wir haben beide in unserer Kindheit das Computerspiel "Sims 2" gespielt und da haben die Personen Bedürfnisbalken für ihre Bedürfnisse, die sich füllen und leeren können und dann rot, gelb oder grün sind. In Analogie dazu besitze ich einen Kuschelbalken, der manchmal schon ganz leer ist und dann unbedingt aufgefüllt werden muss, dann brauche ich Kuscheln und Schmusen. Manchmal fragt mein Partner beim Schmusen, ob mein Balken jetzt wieder im grünen Bereich ist, dann sage ich z.B.: "Schon besser, aber immer noch ganz unten, bin gerade erst aus dem roten Bereich raus, es wird langsam gelb." Manchmal kuscheln wir auch auf Vorrat, um meinen Balken zu füllen, oder ich hole mir kurze Intensiv-Kuschel-Shots oder -Booster ab, wir machen da relativ viele Witze drüber, ein anderer running gag ist mein Katzen-Verhalten, also dass ich beim Schmusen manchmal schnurre und sogar scherzhaft knattere wie eine Katze, die das Streicheln genießt, oder Köpfchen gebe, mich einrolle und miaue, außerdem habe ich mir ein neues Wort ausgedacht: "schmuseln" -- eine Mischung aus "schmusen" und "kuscheln" ...

Ich selbst finde so was witzig und spiele gerne damit herum. Wenn ich weiter darüber nachdenke, mag ich aber lieber einen Partner, der bei solchen Alltagsspielchen mitspielt und zeigt und sagt, dass er gerne mit mir schmust und zärtlich ist, aber er muss jetzt nicht unbedingt selbst sich solche Sprüche und Spielchen ausdenken, er soll das Kuscheln mit mir genießen, ja, aber muss nicht unbedingt selbst einen Kuschelbalken haben und wie eine Katze schnurren und miauen, das mache lieber ich, weil es mein Humor ist und ich es besser kann.
Also wenn er zwischendurch auch mal die Katze sein will, sich bei mir einrollt, ich ihn unter dem Kinn kraule und er dann zu schnurren und knattern versucht und sich das total komisch anhört, finde ich das unfassbar lustig und süß, aber nur aus Spaß, das ist ja nur verspieltes, scherzhaftes Verhalten. Einen Mann, der wirklich jeden Tag Kuscheln braucht und ernsthaft einfordert, fände ich seltsam. Es kommt also darauf an, wie augenzwinkernd man das sagt und zu wem.
w27
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #9
Ich mag Umarmungen und Körperkontakt sehr .“
Finde ich super, da würde er sofort positiv auf mich wirken.
Allerdings,
wobei denn? Ist er einer der den ganzen Tag wohlwollende Aufmerksamkeit benötigt, allerdings nur fordert.
So ganz allegemein finde ich Männer ok die ihre Gefühle nicht verbergen, aber bitte keine Memme.
 
  • #10
Ich habe schon häufiger Aussagen von Männern gehört wie „ Ich brauche viel Zärtlichkeit .“ „ Ich bin sehr verschmust.“ oder Ich mag Umarmungen und Körperkontakt sehr .“
In welchem Zusammenhang hörst du solche Aussagen?

Als ich Onlinedating gemacht habe, standen solche Sätze oft schon im Profil der Männer. Das hat mich abgeschreckt, denn ich habe "ich brauche viel Zärtlichkeit" und "Körperkontakt" verstanden als "es geht mir hauptsächlich um Sex, nur dafür suche ich nach einer Beziehung".

Sagt ein Partner in der Beziehung so etwas, wäre es eher ein vorwurfsvoller Wink mit dem Holzhammer, dass er sich vernachlässigt fühlt.

Beides irgendwie bedürftig und wehleidig, ich käme mir unter Druck gesetzt vor. Lieber ist mir, der Mann IST einfach zärtlich.

W37
 
  • #11
Meine beste Freundin meinte wir seien einfach nicht mehr jung, die neue Generation von Männern und Frauen sei da viel offener.
Ich habe die Erfahrung gemacht, das es zwei Sorten von Nähe gibt. Die körperlich und die emotionale. Die meisten Männer "verwechseln" körperliche Nähe mit Sex und mit emotionaler Nähe sind sie oft "überfordert" In Gesprächen (OD) wird das alles oft in einen Topf geworfen. Meistens synonym mit: ich habe gerne und viel Sex ;-)
Ich selber mag vor allem die emotionale Nähe. Darüber kann ich körperliche Nähe besser zulassen und genießen.
Ich wünsche mir einen Mann, der das alles klar hat und mit dem ich das dann auch leben könnte. Sex ist nochmals eine andere Nummer. Den könnte ich mittlerweile, in Abstinenz von den anderen beiden haben. Früher für mich undenkbar, dass man das trennen könnte ;-)
Ich finde Männer sexy, die mit sich und ihren Emotionen verbunden sind. Für mich ist das eher ein Zeichen von Stärke. Unmännlich ist etwas anderes. Ja, die jüngeren sind offener und haben ein breiteres "Rollenverständnis" Aber ich bin ja auch schon Mitte vierzig und fand schon immer die "weicheren" Männer anziehender.
Für mich ist das eine Frage der Polarität.
 
  • #12
Ich habe schon häufiger Aussagen von Männern gehört wie „ Ich brauche viel Zärtlichkeit .“ „ Ich bin sehr verschmust.“ oder Ich mag Umarmungen und Körperkontakt sehr .“
Ich habe es auch in meinen wenigen Dates, die ich hatte, beobachten können. Ich verstand es damals als irgendwie durch die Blume sagen wollen, wohin die Reise führen soll. Es hat mich aber nicht abgestoßen und die Männer habe ich auch nicht als unmännlich wahrgenommen, sondern es hat mir klar gemacht auf welcher Ebene die Konversation stattfindet und wie derjenige mich wahrnimmt und das hat immer dazu geführt, dass ich keine Lust mehr hatte mit diesen Männern weiterzureden. Ich weiß allerdings nicht, ob es gerecht war so zu denken.
 
  • #13
Ich mag es, warum sollen Männer ihre Gefühle und Bedürfnisse wegpacken?
Einen Mann respektiere ich nicht, wem er kein Rückgrat hat, wer Rückgrat hat, kann zu seinen Gefühlen stehen. Das gilt genauso für Frauen, da gibt es keinen Unterschied, zumindest für mich.
 
  • #14
Ich finde es schön wenn Männer Gefühle ZEIGEN können, wohl in erster Linie, weil mir das selber schwerfällt.

Ein darüber reden und Bedürfnisse diesbezüglich zu artikulieren, finde ich hingegen irgendwie befremdlich und fordernd.
 
  • #15
Einerseits ist es schon gut zu wissen, wie jemand tickt. Ob er eher der nüchterne Typ ist der wenig Gekuschel mag und einem höchstens aus der Entfernung mal ein Luftküsschen zuwirft, oder ob man ihn immerzu an sich dran hat mit dem Ziel, dann auch Sex zu haben.

Ein Zwischending finde ich gut. In manchen Situationen brauche ich meinem Körper für mich, etwa wenn ich krank bin oder auch beim Kochen, generell wenn ich an irgendwas "arbeite". Das sollte einfach respektiert werden, aber leider wurde es das bei mir nicht immer. Deshalb reagiere ich heute auf solche Aussagen sehr vorsichtig.
 
  • #16
„ Ich brauche viel Zärtlichkeit .“ „ Ich bin sehr verschmust.“ oder Ich mag Umarmungen und Körperkontakt sehr .“
Diese Äußerungen von Männern in Profiltexten oder zu Beginn einer Datingphase oder Beziehung würde ich fast immer als "ich will viel Sex" interpretieren, nur bewusst so hingedrechselt, dass es sanft und zärtlich klingen soll, denn so wollen Frauen es ja angeblich gerne hören.

Diese Sätze haben für mich auch absolut gar nichts mit dem Zeigen von Emotionen zu tun, also mit (den gerade gegoogelten 6 "Grundemotionen")
Freude, Trauer, Ärger, Furcht/Angst, Überraschung, Ekel oder (den auch gerade gegoogelten angeblich 27 Emotionen) Angst, Ekel, Schrecken, Besorgnis, sexuelles Verlangen, Romantik, Nostalgie, Trauer, Wut, Schmerz, Überraschung, Erleichterung, Aufregung, Interesse, Langeweile, Verwirrung, Verzückung, Gelassenheit, Verlangen (nach Essen), ästhetische Wertschätzung, Bewunderung, Verehrung, Freude, Staunen, Belustigung, Zufriedenheit und Befangenheit.
Irgendwie fand ich das merkwürdig und konnte damit wenig anfangen , fand es sogar etwas unmännlich und habe mich gleichzeitig über mich selber geärgert , weil ich doch eigentlich einen Mann gut finde , der auch Emotionen zeigt und nicht immer einen auf hart macht .
@justemoi: ich glaube, da hat dir dein Gefühl das Richtige gesagt (du brauchst dich also nicht ärgern😉); rein gefühlsmäßig hast du nämlich erkannt, dass solche Sätze eben gar nicht dabei helfen können, richtig einzuschätzen, ob der Sender seine Emotionen gut zeigen kann oder nicht.
 

Laleila

Cilia
  • #17
Ich finde gerade das darüber reden gut.
Also nicht unbedingt die Beispiele, welche die FS im Thread anbrachte.
Aber wenn jemand, beispielsweise, sich verletzt fühlt, durch Worte die ich sagte oder etwas was ich tat, ist es viel kostruktiver er sagt: " das verletzte mich gerade", als wenn er sich zurückzieht, es in ihm brodelt und gärt.
Denn mit der Äußerung kann man umgehen, dann kann ich mich aufrichtig entschuldigen, daraus lernen, demnächst umsichtiger sein, oder wenn die Verletzung auf einem Missverständnis beruht, dieses ausräumen.
Auch ein : "Ich liebe Dich", " ich könnte hier stundenlang mit Dir kuscheln" oder "Dein Lachen macht mich glücklich" bereichern Situation und Beziehung, in all den Fällen wird über Gefühle gesprochen, ohne damit fordernd zu sein oder 'jämmerlich'.
Diese Form der Offenheit ist es, was meine Beziehungen seit so langer Zeit so nah, frisch und intensiv halten.
Und ja, wenn jemand vor Glück gerade zerspringen möcht und mir das sagt, macht er einen gemeinsamen, verbindenden Glücksmoment daraus.

Dafür halten wir uns mit unbedachten, negativen Äußerungen zurück. Manche spontan empfundenen "Wahrheiten" sind nur ein akuter Emotionsschub, können aber langfristig viel Schaden anrichten. Besser ist es dann, statt den anderen Mal eben ' anzufahren' oder ihm etwas vor den Latz zu knallen, tief durchzuatmen und ruhig zu sagen, (......) verärgerte mich gerade, weil...(...).
Wenn man sich liebt, will man sich nicht verletzen.
Das ist die Grundannahme, die wir uns in solchen Situationen immer bewusst machen.

Manchmal nach einem Intensivkuschelmoment sagt er auch: " Das war so schön, genau das brauchte ich jetzt". Er redet über seine Gefühle, das ist so intim, so nah, so schön.

Beziehung ist fühlen, kommunizieren, agieren.
 
  • #18
Ich habe schon häufiger Aussagen von Männern gehört wie „ Ich brauche viel Zärtlichkeit .“ „ Ich bin sehr verschmust.“ oder Ich mag Umarmungen und Körperkontakt sehr .“
Allgemein gesehen wirken diese Sätze auf mich ganz normal und überhaupt nicht unmännlich.

Es kommt jedoch auf den Mann an, der das sagt und in welchem Kontext.
Wenn ein Mann allgemein eher kindlich, anhänglich, unsicher wirkt und dann sagt "ich bin sehr verschmust", möchte ich lieber davon laufen. Es wirkt dann, als bräuchte der emotional dauerhaft und übermäßig starke Fürsorge.

Bei einem gestandenen Mannsbild, der ansonsten sehr souverän auftritt, finde ich die Aussage sympathisch und attraktiv.
Bedeutet dann nichts weiter, als dass er gerne kuschelt.
Das ist mir eindeutig lieber, als Männer die gar nicht umarmen, kuscheln, streicheln, küssen, ohne dass es auf Sex hinauslaufen soll.
 
  • #19
Aber wenn jemand, beispielsweise, sich verletzt fühlt, durch Worte die ich sagte oder etwas was ich tat, ist es viel kostruktiver er sagt: " das verletzte mich gerade", als wenn er sich zurückzieht, es in ihm brodelt und gärt.
Das ist der Grund, warum ich mich zu "weicheren" Männern hingezogen fühle. Die können das oft besser. Männer die eine eher harte Fassade haben, fehlt oft die gesunde Verbindung zu ihrem emotionalen Kern. Ich schätze, wenn ein Mann über seine Emotionen sprechen kann. Für mich ein wichtiger Soft Skill für eine gelingende Beziehung. Auch in Freundschaften. So viele Menschen sind nicht mit sich und ihren Emotionen verbunden. Sie projizieren darum auf ihre Partner, interpretieren lieber als sich zu vergewissern.
Denn mit der Äußerung kann man umgehen, dann kann ich mich aufrichtig entschuldigen, daraus lernen, demnächst umsichtiger sein, oder wenn die Verletzung auf einem Missverständnis beruht, dieses ausräumen.
Genau so erlebe ich das auch! Das nenne ich aneinander wachsen. Man bekommt die Chance sich zu hinterfragen und sich zu reflektieren.
Diese Form der Offenheit ist es, was meine Beziehungen seit so langer Zeit so nah, frisch und intensiv halten.
Ich glaube das ist generell ein wichtiges "Geheimnis" gelingender Beziehung.
Dafür halten wir uns mit unbedachten, negativen Äußerungen zurück. Manche spontan empfundenen "Wahrheiten" sind nur ein akuter Emotionsschub, können aber langfristig viel Schaden anrichten. Besser ist es dann, statt den anderen Mal eben ' anzufahren' oder ihm etwas vor den Latz zu knallen, tief durchzuatmen und ruhig zu sagen, (......) verärgerte mich gerade, weil...(...).
Ich bin auch ein Mensch der seine Emotionen auf der Zunge trägt. Nicht immer gut! Ich kann mich aber sehr gut entschuldigen und dem anderen mitteilen, dass es gerade nicht um ihn geht, sondern das es etwas ist, das in mir brodelt.
Wenn man sich liebt, will man sich nicht verletzen.
Das ist die Grundannahme, die wir uns in solchen Situationen immer bewusst machen.
Das vielleicht nicht aber wenn man den anderen unbewusst triggert, dann ist es hilfreich darüber sprechen zu können. Selbstreflexion ist hier das Stichwort und leider rar. Nicht immer ist das was gesagt wird auch so gemeint oder wird so verstanden. Stark unterschiedliche Kommunikation ist immer eine große Hürde.
 
  • #20
„ Ich brauche viel Zärtlichkeit .“ „ Ich bin sehr verschmust.“ oder Ich mag Umarmungen und Körperkontakt sehr
Steht das im dating Profil? Dann würde ich das immer als „ich will viel Sex” interpretieren. Hat für mich nichts mit Sprechen oder Zeigen von Gefühlen zu tun, es sei denn man kommt im Gespräch auf das Thema und jemand sagt „Kuscheln ist mir wichtig“. Und ich mag Männer, die Emotionen zeigen und auch darüber reden können.
W, 38
 
  • #22
Es tut mir leid , meine Schulwoche war voll gepackt. Also in Profilen stand das nicht aber beim chatten habe ich das schon oft gehört und war irgendwie irritiert . Wohl aber auch weil es irgendwie bedürftig klingt . Ich finde auch darüber reden überflüssig denn ob jemand zärtlich ist wird man ja wohl merken . Würde ich doch auch nie von mir selber sagen . Andererseits beobachte ich an mir dass ich erstaunt / irritiert bin wenn meist jüngere männliche Kollegen emotional sind beispielsweise sagte mir ein Kollege , er hätte beim Elternsprechtag Tränen in den Augen gehabt als er einer Schülerin sagen musste , dass sie nicht versetzt wird . Ich kannte auch schon Männer , die bei jedem Film heulen müssen , es ist ja schön , aber es irritiert mich auch . Besonders doof war meine Reaktion letztens bei meinem älteren Sohn, der sich weigerte , eine Lebensmittelmotte zu töten , da habe ich mich sogar über ihn lustig gemacht . Der jüngere übernahm dann den Job und meinte ganz vorwurfsvoll : „Du hast seine Gefühle verletzt , er ist doch jetzt Veganer. „Da habe ich mich auch hinterfragt .
Ich denke letztendlich wünschen sich die meisten eine Mischung aus Sensibiliät und Stärke.
 
  • #23
Ich denke letztendlich wünschen sich die meisten eine Mischung aus Sensibiliät und Stärke.
Ja, ich finde es gut wenn man offen über das was man fühlt sprechen kann, ich denke auch wenn man dazu nicht in der Lage ist, lässt man seinen Gegenüber in Unwissenheit und vielleicht stört ihn etwas sehr, es bauen sich immer mehr Unzufriedenheiten auf, weil sich von Situation zu Situation mehr Gefühle aufgebaut haben, eben weil die Person nicht über die Dinge die sie empfindet offen sprechen kann und nicht offen kommunizieren kann was ihr gefällt und was nicht, erst wenn es dann zu spät ist und das Kind in den Brunnen gefallen ist, kommt dann ans Licht was alles gestört oder genervt hat.

Ich bin in manchen Punkten emotional nicht so einfach, ich weine eher aus großer Wut als aus Trauer weil mir in der Situation das Weinen eine Art Befreiung schafft, das ist nicht immer leicht aber ich habe das akzeptiert, dass ich einfach so bin und andere mich vielleicht in dem Punkt nicht verstehen können.
Manche Menschen sind wütend und sind vielleicht nach einem Spaziergang wieder „entladen“. Jeder hat doch seine Art seine Gefühle zu verarbeiten und empfindet/ bewertet bestimmte Situationen unterschiedlich.

wenn meist jüngere männliche Kollegen emotional sind beispielsweise sagte mir ein Kollege , er hätte beim Elternsprechtag Tränen in den Augen gehabt als er einer Schülerin sagen musste , dass sie nicht versetzt wird
Für den einen ist es vielleicht der ganz normale Schulalltag und für den jüngeren Kollegen ist es eine andere Situation, er war vielleicht auch noch nicht in solche einer Situationen, hat solche Gespräche noch nicht so oft geführt und ist daher mehr berührt als jemand der jedes Jahr einen dabei hat der nicht versetzt wird und das seit 20 Jahren.

Also ich finde es gut wenn Mann und Frau über ihre Gefühle sprechen können und klar zum Ausdruck bringen können was sie erwarten/ sich wünschen.

W 28
 
  • #24
Ich bin immer froh, wenn Männer weinen können, oder Tränen in den Augen haben können.
Ich hatte eine Zeit, als ich das selbst nicht konnte, obwohl es allen Grund gegeben hätte. Kein schöner Zustand.
Nicht aus Schamgefühl, sondern weil der Schrecken zu groß war.
Ich wünsche jedem Mann, dass er weinen kann, wenn er sich danach fühlt und sich nicht schämt.
Finde es auch nicht unmännlich oder schwach, sondern einfach normal. Entsprechend tröstend wäre ich.
Es gibt da für mich einen Unterschied dazu, wenn Mann oder Frau "weinerlich" sind. Das ist dann eher so ein Dauerzustand.

vorwurfsvoll : „Du hast seine Gefühle verletzt , er ist doch jetzt Veganer.
Süss 😅 <3

Jetzt wird es etwas morbide und degoutant:

Ich habe natürlich auch schon Männer erlebt, die z.B. kein Blut sehen können und dann in Anatomie beim Schlachten eines Tieres den Raum verlassen mussten. Schon gar nicht konnten sie selbst Hand anlegen. Es wird ihnen schwindlig und schlimmstenfalls schwarz vor Augen.
Irritiert mich nicht und finde ich auch in Ordnung, solange ich nicht darauf angewiesen bin, dass jemand das kann.
Finde ich es unmännlich? Nein. Ich finde das normal.

Auf der anderen Seite sah ich auch Männer, die das zwar durchziehen, jedoch z.B. jedes mal geknickt waren, wenn Rinder zu Schlachtung abgeholt wurden.
Das ist schon sehr süss. 🥰 Und natürlich auch für mich verständlich, obwohl es mich selbst so gut wie gar nicht tangiert.

Frauen sind oft pragmatischer. Das bilde ich mir aber öfter ein, dass Frauen mit z.B. solchen Angelegenheiten besser umgehen können. Zum Beispiel wenn das Kind das Auto vollkotzt. Das ist aber sicher auch sehr unterschiedlich.
Schließlich haben wir z.B. jede Menge männliche Chirurgen und noch viel mehr weibliche Krankenschwestern und Pflegerinnen.
Es gibt natürlich auch jene pikierte Damen, die z.B. niemals einen Stall betreten würden, wegen des Geruchs usw.
Das wiederum finde ich z.B. irritierend.
 
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  • #25
Besonders doof war meine Reaktion letztens bei meinem älteren Sohn, der sich weigerte , eine Lebensmittelmotte zu töten
Ich denke letztendlich wünschen sich die meisten eine Mischung aus Sensibiliät und Stärke.
Es ist halt eine Frage der Definition. Was bedeutet Sensibilität und was symbolisiert Stärke?
Zum Mottenproblem hilft besseres Lebensmittel-Management in der Küche, was ich auch mühsam und durch viele YT-Videos lernen dürfte. Sensibilität ist für mich ein kluges Handeln und Stärke ist für mich etwas, was in mir nur negative Assoziationen hervorruft. Deshalb mag ich auch eigentlich eher moderate und gütige Männer wie mein Vater.
 
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  • #26
Diese Äußerungen von Männern in Profiltexten oder zu Beginn einer Datingphase oder Beziehung würde ich fast immer als "ich will viel Sex" interpretieren, nur bewusst so hingedrechselt, dass es sanft und zärtlich klingen soll, denn so wollen Frauen es ja angeblich gerne hören.
Finde ich auch zu verdruckst.
Warum nicht einfach schreiben, was man meint - mein Favorit wäre vielleicht „Sexualität ist mir wichtig“.
„Viel Sex“ hört sich so nach „Hauptsache, die Frequenz passt, Qualität ist egal“ an.

Je nachdem könnte „Zärtlichkeit“ und „Kuscheln“ sogar als „asexuell“ oder in Richtung „impotent“ interpretiert werden.
 
  • #27
Das fände ich völlig befremdlich. Auf mich würde das sehr fixiert wirken, wenn das jemand extra erwähnen muss.
Ich bin der Meinung, man muss die gewünschte Sexfrequenz nicht in einem Profil abbilden. Man lernt sich ohnehin noch besser kennen im Fall des Falles.
Je nachdem könnte „Zärtlichkeit“ und „Kuscheln“ sogar als „asexuell“ oder in Richtung „impotent“ interpretiert werden.
Als "impotent" würde ich das nicht interpretieren. Jedoch finde ich solche Angaben In einem Profil ebenfalls befremdlich.
Das ist wie der fünfte Schritt vor dem Ersten. Bei Angaben im Profil merkt man eben doch sehr, wo die Prioritäten liegen.
Es wirkt dann, als gäbe es beim Profilschreiber ein starkes Defizit in dem Bereich, was durch die neue Partnerin ausgeglichen werden soll. Man müsste sich direkt "verpflichtet" fühlen, wenn man dann tatsächlich daten würde.
Genau wie bei der Sex-Angabe. Das wirkt abschreckend, denn man will sich vielleicht nicht direkt Sex mit einer wildfremden Person vorstellen, bevor man auch nur ein Wort miteinander gesprochen hat.
 
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Laleila

Cilia
  • #28
Ich bin immer froh, wenn Männer weinen können, oder Tränen in den Augen haben können.
Wir wurden als Kinder schon angehalten unsere Gefühle zu kommunizieren.
Gestern hatte mein jüngerer Neffe Jugendweihe, meine Schwägerin brauchte zwei Taschentücher. 😊 Danach sagte ich zu meinem Bruder, seine Frau habe Tränen in den Augen gehabt und er meinte: "Ja, ich auch." Für uns ist es völlig normal mit solchen Emotionen offen umzugehen.
Auf der anderen Seite sah ich auch Männer, die das zwar durchziehen, jedoch z.B. jedes mal geknickt waren, wenn Rinder zu Schlachtung abgeholt wurden.
Das ist schon sehr süss. 🥰 Und natürlich auch für mich verständlich, obwohl es mich selbst so gut wie gar nicht tangiert.
Ja, bei uns leben Hühner Laufenten und Gänse, die Hühner dürfen bis zum natürlichen Tod glücklich in Rente leben, wenn sie nicht mehr legen, von den Hähnen und Gänsen wird immer mal eine/r geschlachtet, mein Mann macht das zwar, aber es nimmt ihn jedesmal mit und unser Fleischkonsum sank auf ein Minimum. 🙂

Ich weiss auch nicht was daran männlich sein soll, diese und andere Gefühlsregungen zu unterdrücken, mich stößt so ein pseudomaskulines Gehabe eher ab. Genau wie püppchenhaftes Verhalten und Geziere bei Frauen.
 
  • #29
Besonders doof war meine Reaktion letztens bei meinem älteren Sohn, der sich weigerte , eine Lebensmittelmotte zu töten , da habe ich mich sogar über ihn lustig gemacht . Der jüngere übernahm dann den Job und meinte ganz vorwurfsvoll : „Du hast seine Gefühle verletzt , er ist doch jetzt Veganer. „Da habe ich mich auch hinterfragt .
Ich finde deine Söhne beide sehr sympathisch. Ich bringe auch jede Spinne raus, hat mir schon meine Mutter beigebracht. Bei Motten helfen wirklich dichte Gefäße, nichts offen lassen, übrigens mehr als die bereits geschlüpften plattzuhauen ^^
 
  • #30
Wie schon von mir gesagt, hat das mit dem Alter und mit der Generation nichts zu tun! Die meisten Menschen tun sich damit sehr schwer und verursachen nicht selten, jede Menge Verunsicherungen, Probleme, Missverständnisse in Freundschaften und Beziehungen. Gerade, wenn nicht kompatible "S" Werte und nicht passende Charaktertypen aufeinandertreffen, die unterschiedlich mit ihren Gefühlen nach außen hin umgehen, dann wird es oft so kompliziert, dass es nur noch eine Trennung geben kann, das ist doch das Haupthema und gleichzeitig Verursacher vieler Probleme, die hier im Forum auf und ab, endlos diskutiert werden! Dabei ist es eine ganz tolle Eigenschaft, die eigenen Gefühle, ehrlich, aufrichtig und authentisch zeigen zu können, das geht jedoch nur dann, wenn man mit sich selber auch so umgeht, da sehe ich den Angelhaken!
 
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