Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  • #1

Wie damit umgehen, dass nach dem Tod des Ehemannes herauskam, dass dieser ständig fremdging?

Ich bin seit kurzer Zeit Witwe und ich meinte, vor Trauer nicht weiter existieren zu können. Beim Ordnen der finanziellen Angelegenheiten habe ich feststellen müssen, dass er seit Jahren einschlägige chats besucht und auch immer wieder Hotelzimmer im Umkreis von 50 km gebucht hatte. Entsprechenden Mailverkehr mit Verabredungen gab es auch und natürlich kostenpflichtige Mitgliedschaften. Ich bin fassungslos. Ich bin wütend, ich schäme mich für meine Naivität. Witwen müssen, wenn man googelt, offensichtlich immer traurig sein und haben immer ihre große Liebe verloren. Mir ist zweimal der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Wie kann ich damit umgehen?
 
  • #2
Hallo, das erinnert fast schon an Hollywood :). Sag dir einfach, dass er deine Liebe nicht wert war, das relativiert ein wenig den Schmerz über seinen Tod. Und mach dir klar, dass es einem an Mukoviszidose leidenden 25jährigen vielleicht noch viel schlechter geht als dir.
 
  • #3
Ich bin fassungslos. Ich bin wütend, ich schäme mich für meine Naivität.
Da stehst du nicht alleine da, da gibt es viele Frauen in derselben Situation, die hier über ihr Schicksal schreiben und dann noch den Mann am Ende in Schutz nehmen!
Bei vielen hoch angesehenen Politiker kam das nach dem Tod heraus, anscheinend reicht eine Frau für viele Männern nicht aus! Was kannst du da machen, gar nichts, nur hinnehmen!
 
  • #4
sieh doch mal den positiven Aspekt:
Dein Mann ist nicht nur ein toller Ehemann für dich gewesen, sondern offensichtlich auch ein großer Betrüger.
Den bist du jetzt ein für alle mal los.
Es ist glaube ich eine Gefahr den Verstorbenen zu glorifizieren und sich möglichen neuen Kontakten gegenüber zu versperren, da man immer denkt dem Verstorbenen kann keiner das Wasser reichen.
Alles Gute für dich
 
  • #5
Tröste Dich mit zwei Dingen. Erstens ist er trotz des Fremdgehens immer bei Dir geblieben. Du warst die Hauptfrau. Zweitens lebst Du noch und kannst nun nach der Trauerphase, die Du trotz der Entdeckungen haben wirst, Dein Leben zu geniessen und bist frei, zu tun, was Du möchtest.
Versuche vorwärts zu schauen und nicht zu hadern. Alles Gute.
 
  • #6
Es ist bitter, dass du erkennen musst mit einer Lebenslüge gelebt zu haben. Aber schämen brauchst du dich dafür ganz bestimmt nicht. Du hattest Vertrauen und das wurde missbraucht. Darüber bist du wütend. Das Bild, das du von deinem Mann hattest,
wurde zerstört und du brauchst jetzt Zeit, um damit und mit dem Andenken an ihn fertig zu werden. Versuche zu akzeptieren, dass du ihn falsch gesehen hast. Sprich mit guten Freunden oder in der Familie über ihn. Die trauernde Witwe brauchst du nicht zu spielen.
 
  • #7
Was du tun sollst? Dich freuen, dass du diesen Betrüger los bist und - im besten Fall - von deiner Witwenrente und etwaigen Versicherungen von ihm gut leben kannst. ;) Jetzt beginnt ein neues Leben. Freu dich und genieß deine Freiheit! Alles Gute dir!

w,.33
 
  • #8
Lass dir die Erkenntnis helfen mit der Trauer fertig zu werden.
Er hat dich über die Jahre betrogen, er würde es noch immer tun, noch jahrelang, wenn er noch leben würde.
Du hast keinen guten Mann verloren, sondern einen Lügner und Betrüger. Und jetzt musst du dich nicht mehr für blöd verkaufen lassen oder die Nachteile einer Scheidung in kauf nehmen, zusehen wie er mit einer anderen durchbrennt. Das Karma hat ihn erwischt. Aber du bist frei für etwas besseres!
 
  • #9
Erst einmal danke ich Euch allen für Eure Antworten; diese helfen mir sehr, meine eigene Antwort zu finden.
Ergänzen möchte ich noch: Vor gut einem Jahr erhielt er eine Krebsdiagnose. Ich meinte, wir seien uns danach besonders nah gekommen und haben auch sehr schöne Tage gehabt. Seitdem habe ich ihm viel abgenommen, meinen Beruf hintangestellt und die letzten Monate zuhause gepflegt und ein Sterben zuhause ermöglicht. Die letzte Zimmerbuchung war im Sommer. Dates gab es sogar noch später. Egoistische Züge hatte er natürlich schon immer, nur war er nach außen sehr ehrbar.
 
  • #10
Ich könnte niemand raten wie man damit am besten klar kommt.
Aber auch niemanden verurteilen, der einen verstorbenen verflucht.

Du fühlst wie Du fühlst und das wahrscheinlich auch im Wechsel.
Und gute Freunde lassen es auch zu, dass Du sein Andenken demolierst und eben nicht nur trauernde Witwe bist, sondern eine betrogene Frau mit all dem Schmerz der dazu gehört.

Nur wenn Du langfristig Probleme bekommst, kann ich raten Hilfe anzunehmen
 
  • #11
Witwen müssen, wenn man googelt, offensichtlich immer traurig sein und haben immer ihre große Liebe verloren.
Nicht immer. manche sind auch erleichtert, weil z.B. der Mann streng und kalt war. Es ist schwierig, weil du deinen Mann ja auch geliebt haben wirst und es auch sicher auch gute Seiten an ihm gab?
Ich denke aber ggü. guten Freunden und engen Angehörigen solltest du auch ehrlich sein dürfen, nicht um sein Ansehen zu beschmutzen, sondern wie es eben war. Alles mit dir selbst auszumachen, halte ich für keine gute Idee. Das Leben ist halt nicht schwarz und weiß.
Und du hast die Möglichkeit, jetzt nochmal neu anzufangen. Das hat deine verstorbener Mann nicht. Also trauere, hadere, sei wütend,-trotzdem-du bist am Leben!
 
  • #12
hallo scaldo,

das tut mir wahnsinnig leid für dich, dass du in so einem gefühlsmässigen Zwiespalt steckst. Trauer, Wut, Enttäuschung, Vermissen, Liebe, Hass... alles auf einmal. Lass einfach alles zu. Alles ist richtig, nichts ist falsch.
Wenn dir das Gefühlschaos zu viel wird, dann lass dir dabei helfen.
Denn solche zwiespältigen Gefühle können auch krank machen.

Die Liebe ist oft Idealisierung des Anderen. Oft ist es auch die eigene Vorstellung vom Anderen die wir lieben. Ich vermute, dass es sehr viele Menschen mit zwei Gesichtern gibt. Vor einer solchen "Naivität" ist niemand gefeit, denn täuschen kann jeder jeden. Du musst wissen, dass viele Menschen Masken tragen. Selbst wenn jemand fröhlich wirkt, kann jemand tief traurig sein. Selbst wenn jemand agil wirkt, kann er sich erschöpft fühlen. Oft will Schwäche verheimlicht werden, gerade von Männern. Vermutlich hat aber jeder Mensch seine Herz-Seite und seine dunkle Seite. Oft will die dunkle Seite vor der Herzdame verborgen werden.
Ich vermute, du warst seine Basis im Leben. Sein Zuhause und sein Hafen. Die Reinheit. Gleichzeitig lebte er eine andere Seite aus. Sein heimliches Verlangen, welches in dieser Reinheit keinen Platz hatte.

Begriffe wie "Hauptfrau" oder "Lebenslüge" sind schrecklich.
Diese würde ich ausklammern. Die Begriffe sind zu einfach um Kompliziertes treffsicher zu benennen.

Alles Gute.
 
  • #13
Also schämen müsste sich Dein Mann. Nicht Du, die Vertrauen hatte.
So von außen gesagt zum Thema, wie man damit umgehen kann ... Also erstmal würde ich sagen: Wut zulassen und richtig böse werden. Dein Mann hat Dich verarscht die ganze Zeit. Und alle Gefühle, die eine betrogene Frau hat, solltest Du auch haben dürfen, ohne dass Dir jemand auf die Finger haut und einen Satz sagt mit "nur Gutes".
Dann vielleicht an den Punkt kommen, an dem Du triumphieren kannst: Du bist lebendig.
Und dann würde ich mich damit befassen, welche Männer fremdgehen und warum. Das ist nicht DEIN Manko, also dass DU als Frau nicht gut genug warst und nicht gereicht hättest. Ihm hat eine Frau nicht gereicht, er brauchte Bestätigung. Und von einer "Metaebene" aus würde ich sagen: Er hatte ein kurzes Leben und hat vielleicht versucht, eine Art Ausgleich zu schaffen. Du kannst noch viele Liebhaber haben, wenn Du willst. Seine Zeit war begrenzt.

Ich wünsche Dir viel Kraft. Vielleicht kannst Du irgendwann sogar verzeihen. Aber zunächst mal wäre ich richtig enttäuscht, wütend und würde mich auch fragen, was für ein Mensch das war und warum ich das nicht sehen konnte.
 
  • #14
Wichtig ist, dass Du Frieden schließt und Deinem Mann vergibst. Groll hilft Dir nicht weiter, denn er ist gestorben und da kann man nichts machen. Warum er das wohl gemacht hat? Weil Sex heute noch leichter und freier verfügbar ist denn je. Manche Männer entwickeln eine regelrechte Sucht. Waren da auch bezahlte Damen darunter? Stell ihn mental zur Rede. Vielleicht würde er sich maßlos schämen. Vermutlich war er Dir gegenüber seelisch loyal, er hat nur den Versuchungen nicht widerstehen können.
 
  • #15
mehr Frauen als Männer haben einen Fremdgänger als Partner
Nein, @INSPIRATIONMASTER, Du weißt, ich schätze die meisten Deiner Beiträge, aber hier irrst Du komplett:

Ich muss hier aus einem anderen Tread meine Antwort wiederholen:

Eine seriöse, signifikante Langzeit-Studie für Sexualforschung hat bewiesen: gerade mal 38 % aller Männer gaben an, ein oder mehrmals in ihrem Leben fremdgegangen zu sein. Dagegen gaben dies 42 der Frauen an.

Das heißt: 62 % aller Männer sind NICH NIE in ihrem ganzen Leben fremdgegangen. Das können dagegen "nur" 58 % der Frauen sagen! Es sind deswegen mehr Männer als Frauen, weil Frauen eher "nur mit einem Mann" fremdgehen, sich oft sogar richtig heftig in den verlieben, während Männer eher zur Selbstbestätigung mit mehreren Frauen Fremd-Sex pflegen.

Unter den Fremdgängern waren auffällig viele, die dies nur einziges Mal in ihrem Leben taten, bei durchschnittlich acht Sexualpartnern (fünf davon Langzeit-Beziehungen) im Leben eines Menschen und einem Zeitraum von 70 Jahren Beziehungs-Zeit!

Und hier irrst Du leider nochmal: 80 % (!) aller Frauen, die von einem Seitensprung ihres Partners erfahren, trennen sich SOFORT und unwiderruflich.
19,98 % der Betrogenen verzeihen ihrem Partner nachdem dieser heftigst um sie wieder geworben hat. Sie vertrauen ihrem Partner aber nicht mehr richtig, sind oft auch unglücklich mit ihrer Entscheidung, ihm verziehen zu haben.
Und nur 0,02 % (also gerade mal 2 von 10.000!) leben glücklich damit, dass ihr Partner nebenbei noch andere Damen beglückt!
 
  • #16
Die Erkenntnis ist sicherlich schlimm ...
und dennoch bringt es dir Hilfe & Klarheit.
Oft fühlen Menschen die betrogen werden, sich diffus oder emotional - aber sie können die Ursache nicht erkennen.
War das bei dir auch so?

Das Leben hat dir nur das gezeigt, was wirklich war.
Danke dem Leben!
Es trägt dich!
Vielleicht findest du nun schneller in die Stabilität & Klarheit - weil du die Wahrheit gefunden hast.

Ja was noch wichtig wäre: Das du dich gründlich untersuchen lässt.
Weil Fremdgeher tragen oft verdeckte Keime weiter. Die merken das selber nicht mal, und glaubten sie wären resistent.
Beispiel: Chlamydien können u.a. auch Gelenkprobleme verursachen.
Sprich mit deiner Ärztin - oder lege ihr einfach deine Threadfrage hin.

Vorteil:
Vielleicht musst du sogar weniger trauern - und kannst dir ohne schlechtes Gewissen dann in absehbarer Zeit wieder einen echten neuen Partner oder körperliche Nähe gönnen, früher als anderen Witwen das möglich ist. Versumpfe nicht - weder in Trauer - noch in Groll.
Wende dich dir zu - endlich dein eigenes Leben!
Bleibe ganz bei dir selber.
Verurteile ihn nicht unnötig - damit meine ich, gesunde Wut mal rauslassen, aber nicht drin steckenbleiben.
Und besinne dich ganz auf DICH. Auf DEIN Leben.
Weil: Du hast überlebt
Lebe DEIN Leben - ohne Scham oder Groll in Bezug auf deinen vergangenen Ehemann ...
Alles Gute!
Samtina
 
  • #17
Männer können sehr gut Sex von Liebes-Gefühlen trennen! Ich denke, Dich hat er geliebt, die anderen hat er lediglich für sein Ego gebraucht so wie andere vielleicht Koks nehmen, kaufsüchtig sind oder in Spielhallen glänzen wollen.

Ich denke nicht, dass er Dich verletzen wollte mit seiner wahllosen Fremdgängerei. Eher, dass ihm seine "Sucht" peinlich vor Dir war, er Dich davor schützen und Dich keinesfalls verlieren wollte! Seih ihm DANKBAR DAFÜR! Verzeihe ihm, auch Dir selbst zuliebe!

Schlimmer fände ich es, wenn Du herausgefunden hättest, dass er jahrelang eine andere Frau geliebt hat! Und der erzählt hat, dass er Dich nicht liebt, sondern nur aus niederträchtigen Gründen "behält".
 
  • #18
Ich meinte, wir seien uns danach besonders nah gekommen und haben auch sehr schöne Tage gehabt. Seitdem habe ich ihm viel abgenommen, meinen Beruf hintangestellt und die letzten Monate zuhause gepflegt und ein Sterben zuhause ermöglicht.
Genau diese Gedanken solltest du zulassen und in Erinnerung behalten! Keine Ahnung, wie lange ihr zusammen gelebt habt, vergiss dabei nicht, dass ihr einmal aus Liebe zusammen gekommen seid!

Mag sein, dass es manchen Menschen hilft, nach einer ähnlichen Entdeckung in erster Linie Wut zu verspüren. Ich bin mir nicht sicher, ob dir das wirklich hilft. Lass dir nicht »den Boden unter den Füßen wegziehen«, versuche, Stabilität zu gewinnen. Wem sollst du jetzt noch grollen? Er ist nicht mehr da, du kannst ihm nichts mehr an den Kopf werfen und du solltest keine schmerzlichen Nachforschungen mehr stellen. Es ist, wie es ist!

Dein Mann war schwach, wie viele Männer (aber auch Frauen!) manchmal sind. Er war ein Mensch, kein unfehlbarer Gott. Wenn du kannst, sieh ihn nur so und nicht als »Fremdgeher«, wie er in einigen Antworten hier bezeichnet wird. Er muss dich geliebt haben, sonst wäre er längst ausgebrochen.
Er hat einmal dich ausgesucht - nicht DU warst die weniger wichtige Affäre, die anderen Frauen waren es. Du kannst nicht mehr herausfinden, was ihn dazu bewogen hat, ab und zu in fremde Betten zu steigen, grüble nicht ständig darüber und fühle dich nicht »beschämt«, weil es dir nicht aufgefallen ist.
Wäre er in eine seiner Affären wirklich verliebt gewesen - du hättest es gemerkt, glaube mir. Ein verliebter Mann kann sich nicht über einen längeren Zeitraum verstellen. Also warst DU ihm wichtig!

Traure um ihn, denn nur so kannst du wieder in den Spiegel gucken. Irgendwann lässt der Schmerz nach und je weniger du ob deiner Entdeckung haderst, umso schneller geht das. Behalte ihn so in Erinnerung, wie er für dich war: ein dich liebender Mann, für den DU an erster Stelle gestanden hast!
 
  • #19
Es fällt dir nun sicherlich leichter, Dinge aus dem Haus oder der Wohnung zu sortieren, welche dir eigentlich nie wirklich gefallen haben ... frischer Boden & Wände neu streichen oder umziehen ...
Verharre nicht in einem Mausoleum - so wie viele Witwen/Witwer es tun.
Es ist DEIN Leben !!
Das Leben hat es so bestimmt dass du einigermaßen gesund geblieben bist in all diesen riskanten Jahren - und dass DU ihn überlebt hast.
Er war mal deine Wahl.
Er spiegelte dir vielleicht auch Bereiche die du selber verdrängt hast ... Lust Trieb waren offensichtlich ein wichtiges aber geheimgehaltenes und risikobefangenes Thema in eurer Ehe. Irgendwann liest du diesbezüglich Bücher oder machst mal eine Therapie für deine verdrängten Anteile.
Weil du hast es ja nicht 'gesehen' ... obwohl es ständig präsent war.
Aber in jedem Fall musst du nicht an ihm kleben bleiben.
Als kleine Strafe, könntest du bereits morgen einen Gärtner beauftragen für eine preiswerte Grabpflege.
Anstatt dort allzuviel zu investieren oder täglich am Friedhof Gießkannen zu schleppen - gönnst du dir paar neue Kleider & Wäsche ... er hat sich ja auch so einiges gegönnt, gell.
Nicht übertreiben - damit dir immer genug übrig bleibt.
Aber mache dich frei - belaste dich nicht mit Dingen die dich ständig erinnern. Die Eheringe einfach in eine Schachtel legen - in Notzeiten kannst du damit jederzeit mit bestem Gewissen was zu essen oder ein Ticket kaufen ...
Lebe DEIN Leben !!
Samtina
 
  • #20
Liebe FS,
es ist nachvollziehbar, dass es Dir erstmal die Schuhe auszieht, zu erkennen wie sehr Du Dich in Deinem Mann geirrt hast, insbesondere wenn Du glaubst, dass ihr euch in seiner Krankheit besonders nahe gekommen seid.

Nimm Dir alle Zeit, die Du brauchst, um die Erkenntnis sacken zu lassen und mach vor allen Dingen nicht den Fehler, Dich wegen Deiner vermeintlichen Arglosigkeit zu schämen.
Du hast nunmal anders als er keinen schlechten Charakter und kannst Dir nicht vorstellen, Deinen Partner so zu hintergehen. Darauf solltest Du stolz sein, statt mit Dir zu hadern.
Wenn sich jemand zutiefst über sein Verhalten schämen sollte, dann ist es Dein Mann. Selbst wenn er leben würde, würde er es nicht tun, denn er ist nunmal ein verlogenes A****l*** und hat einen schlechten Charakter.

Es ist schmerzlich, zu erkennen, dass man sich so im Partner geirrt hat, aber es geht nach einer gewissen Zeit auch vorbei.
Und dann siehst Du den Vorteil seines Todes: Du bist ihn los, ohne Dich mit Streit, Trennung, Scheidung, finanziellen Themen rumschlagen zu müssen.

Er hat eine Menge Geld für seine sexuellen Abenteuer dem Familieneinkommen entzogen, sodass Du mit der Witwenrente finanziell nicht schlechter dastehen kannst, als mit seinem Beitrag zum Familieneinkommen. Wenn er eine Lebensversicherung hatte, dann nimm sie als Dein Schmerzensgeld für sein Verhalten Dir gegenüber und mach Dir damit eine schöne Zeit.

Auch dass Du beruflich zu seinen Gunsten zurückgetreten bist (Teilzeit?) muss kein Nachteil sein, denn dadurch könntest Du Anspruch auf Witwenrente haben, d.h. musst nicht mehr voll in den Beruf zurück, wenn Du nun erstmal eine Pause für Dich und die Verarbeitung des Schocks brauchst.

Denk einfach daran, wieviel schlimmer es hätte sein können, wenn nun noch uneheliche Kinder aus seinen Seitensprüngen unterhalts- und erbberechtigt wären und Dich Haus und Hof kosten könnten. Dann wirst Du finden, dass Du gestraft mit so einem Ehemann noch gut davongekommen bist und froh sein, dass es für Dich so gut ausgegangen ist. Solche Gedankenspiele um die maximal denkbare Katastrophe reduzieren die Trauerzeit enorm.
 
  • #22
Vielleicht hilft es, sich daran zu erinnern, wie er sich Ihnen gegenüber als Ehemann verhalten hat, was alle positiven Aspekte betrifft. War er Ihnen in Liebe zugetan, gab es viele positive Verhaltensweisen, gemeinsame schöne Erlebnisse? Dann könnten Sie sich sagen, dass die Affären Ihnen de facto nichts weggenommen haben. Das ist meine Idee dazu, ob es funktioniert, können nur Sie wissen.
Es gibt nun mal Menschen, die meisterhaft lügen können. Alles Gute Ihnen.
 
  • #24
Eine schlimme Situation. Ich kann nur empfehlen, zu Hause die Wut und die Trauer rauszulassen. Das brauchst du, das ist ganz wichtig. In der Öffentlichkeit sei damit lieber etwas sparsam, aus Rücksicht auf andere, die eventuell auch um ihn trauern, und die sich nicht auf eurer Beziehungsebene befinden.
Dann gehst du zu guten Freunden, besprichst das alles mit denen, die helfen dir, deine Gedanken dahingehend zu sortieren und eine Umgehensweise zu finden.

Ein gutes Beispiel, an dem man erkennen kann, was vom Leben eigentlich übrig bleibt.
Es sind immer die Taten und der Charakter des Menschen, welche darüber Entscheiden, ob wir uns gerne oder ungerne an den Verstorbenen erinnern.
Dies sollten wir zum Anlass nehmen, unsere eigenen moralischen Vorstellungen immer wieder zu hinterfragen und uns jeden Tag neu zu entscheiden, ob wir ein Arschloch sein möchten oder ein aufrechter Mensch mit dem Herzen am rechten Fleck.
Meine Wahl ist zumindest recht klar, wobei die Umsetzung dessen viel Arbeit an sich selbst bedeutet.

In diesem Sinne, nachträglich frohe Weihnachten und ein glückliches 2020.
 
  • #26
nur wenige sagen die Wahrheit! ich weiß es aus der Praxis!
Die hunderttausenden Männer die zu Prostituierten gehen, verheiratet sind und in Beziehungen leben, auch z T. in hohen Positionen sind, sind die mitgezählt oder ist das kein Fremdgehen?
Die Studie ist seriös und wurde anonym, auf signifikanter Daten-Basis durchgeführt.

Bei seriösen Untersuchungen werden von der Gesamtbevölkerung mindestens 1.000 Personen durch ein Zufallsverfahren ausgewählt. Diese bekommen einen Fragebogen zugeschickt, die Auswertung erfolgt zu 100 % anonym. Die Ausgewählten wissen, dass die Antworten absolut anonym behandelt werden. Sie können die Fragebögen mit der bereits mitgelieferten Briefmarke ohne Absender-Adresse anonym zurückschicken, oder im dazugehörigen Internet-Portal anonym und zugleich bequem die Fragen beantworten, auch per Fax kann der Bogen zurückgeschickt werden, notfalls von einem anonymen Internetshop aus. Eine Gegen-Studie zu "wahrhaften Antworten in Studien" hat belegt, dass solche seriösen, anonymen Studien einen sehr, sehr, sehr hohen Warheitsgehalt haben. Ganz anders als zum Beispiel Face to face-Befragungen in der Fußgängerzone. Außerdem wurde in einer anderen Studie nachgewiesen, dass der bei solchen Untersuchungen sehr geringe Anteil an Lügnern zu gleichen Anteilen auf Frauen wie auf Männer fällt.

Es ist somit BEWIESEN, dass Frauen mehr fremdgehen als Männer. Frauen merken einen Seitensprung nur eher als Männer dies tun. Und Männer prahlen auch eher mit ihren Fremd-Eroberungen, erzählen es durchschnittlich 11 Personen, während Frauen es maximal ihren engsten Freundinnen und ihrer Mutter erzählen, durchschnittlich vier Personen.

Und ja, Gänge zu Prostituierten sind mit eingerechnet. Ein verschwindend geringer Anteil am Fremd-Sex gesehen im Gegensatz zu den Ehefrauen, die sich jahrelang eine Parallel-Affaire halten (in die sie sich meist irgendwann verlieben und ihre Ehe daran letztendlich zerbricht).
 
  • #27
Liebe FS,

für mich wirft das Verhalten Deines Mannes durchaus ein paar Fragen auf - wenn Dich die Vergangenheit nicht mehr interessiert, lies es einfach nicht.

Aber: Dein Mann ist in keiner Weise überraschend gestorben, er war lange krank und wußte, dass das Ende kommen würde.

Weshalb hat er die Spuren nicht verwischt? Alle Informationen verschwinden lassen, sein Extra-Konto (ich vermute, dass es das gab) gekündigt? Zeit genug dafür hatte er ja sicherlich, er kann diese Spuren ja wohl auch nicht vergessen haben - er hat es also absichtlich nicht getan und wollte Dich sein zweites Leben finden lassen.

Wenn ich über mögliche Gründe dafür nachdenke, ist das natürlich sehr spekulativ, wir kennen euer Leben nicht. Aber ich empfinde diese Handlungen Deines Mannes als sehr aggressiv, fast noch fieser als sein langjähriges Fremdgehen. Wollte er Dein Vertrauen in Männer zerstören? Wollte er es Dir unmöglich machen, wieder frei und unbefangen in eine neue Beziehung zu starten? Mein unbefangenes Vertrauen in Männer wäre nachhaltig gestört, ich befürchte, dass es Dir ähnlich gehen könnte.

Wie ist eine solche posthume Gemeinheit zu erklären? Hat er sich irgendwann einmal stark zurück gesetzt gefühlt? Warst Du die viel Stärkere in eurer Beziehung - was auch zu dem Fremdgehen passen würde?

Ich muss immer verstehen, was weshalb passiert ist - ich hätte fürchterlich zu arbeiten an dieser Geschichte. Ich wünsche Dir sehr, dass Du es schneller schaffst - hol Dir bitte Hilfe, wenn Du spürst, dass es zu schwer wird. Alles Gute für Dich!
 
  • #28
Google weiß nicht alles. Alle Witwen gibt es nicht. Es ist manchmal eine große Liebe. Manchmal können sich Hinterbliebene friedlich verabschieden und für die Zeit dankbar sein.
Manchmal ist es anders. Manchmal sind die Hinterbliebenen froh, dass es ein Ende hat.

Lass alle Gefühle zu.
Trauer um Dich selbst. Enttäuschung, Wut, und vielleicht kannst Du ihm eines Tages vergeben. Es ihm geben, in seine Verantwortung. Nicht verzeihen, nicht entschuldigen, sondern vergeben.

Schreib ihm Briefe. Das, was Du ihm heute sagen würdest. Ohne Zensur. Oder nimm eine symbolische Stoffpuppe, schrei sie an, hau drauf.
Die Briefe / die Puppe kannst Du dann verbrennen. Das reinigt. Verabschiedung.

Tu Dir parallel Gutes.
Was wolltest Du schon immer machen? Was ging nicht mit ihm? Jetzt geht es ohne ihn.

Gib Dir die Zeit.

Wenn Du es nicht alleine schaffst, dann suche Dir Unterstützung. Es ist viel. Lass Dir nicht Dein Leben vermissen. Es war vieles gut.

M, 54
 
  • #29
Ich möchte dir Trost spenden und es ist grauenvoll und entsetzlich, was du entdeckt hast. Sei froh, dass es nach seinem Tod herausgekommen ist. Mindestens brauchst du dich nicht scheiden zu lassen. Aber wenn es ein kleiner Trost für dich sein sollte: Hier schreiben viele Männer, dass sie Sex und Liebe voneinander trennen können. Ich kann es mir zwar nicht vorstellen und du sehr wahrscheinlich auch nicht aber fast jeder Mann, der hier schriebt, bestätigt diese These, dass sie Sex mit Menschen haben können/hatten ohne diesen zu lieben.
Ich denke, dass dein Mann dich sicherlich geliebt hat und Ihr wart zusammen. Deine Entdeckung ist zwar sehr unromantisch und nicht schön aber das gehört auch zu ihm. Er hat sicherlich viele gute Seiten gehabt. jetzt nach seinem Tod ist alles herausgekommen und ich verstehe dich, dass du schockiert und entsetzt darüber bist. Das darfst du auch. Aber ich versichere dir, dass er dich bestimmt geliebt hat, sonst hätte er sich von dir getrennt und sich wie viele andere Männer eine andere Frau genommen und dich zurückgelassen.
 
  • #30
Liebe FS, ... Dein Mann. Selbst wenn er leben würde, würde er es nicht tun, denn er ist nunmal ein verlogenes A****l*** und hat einen schlechten Charakter. ...
Es ist keine Hilfe, bei jemandem, der in einer Krise ist, die Aggressionen anzuheizen. Es gibt manche Leuten, die eine Moral pflegen, in der sich Aggressionen immer wieder melden. Zu einer Krise gehören Wut, Trauer, Aggression u. a. All diese Gefühle gilt es, bald hinter sich zu lassen. Dann ist die Krise Vergangenheit.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.