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  • #31
Um die Gefühle zu ent-wirren wird es dir helfen,
wenn du dir immer wieder klar machst,
dass DEINE Liebe bzw. DEINE Solidarität zu ihm ECHT war.
Die Wahrheit zeigt:
DU bist zuverlässig.
DU kannst treu sein.
DU bist ehrlich.
DU hast keinen Grund dich zu schämen.

Die unguten diffusen Bereiche gehören offensichtlich zu diesem Mann der verstorben ist.

Die Trennung und somit das Sortieren, hat ohnehin längst begonnen durch seinen Tod.
Und Klarheit schaffen im eigenen Leben kann auch sehr viel Gutes hervor bringen.
Schaffe Klarheit - bezüglich dessen was zu dir gehört.
Offen+sichtlich gehören die oben genannten Charaktereigenschaften und Fähigkeiten zu DIR.
Das ist doch schon mal eine gesunde Basis.

Weißt du, als mein Ex-Mann mich nach der Scheidung systematisch
um mein Vermögen betrogen hat, da habe ich mich oft gefragt, ob der spinnt, ob der vielleicht einen Chip im Kopf hat und fremd gesteuert ist ... oder ob der schon immer so war und ich es nur nie gemerkt hatte ...
Ich schämte mich für alles, was sein Versagen war.

Irgendwann nach Jahren des Entsetzens, der Ver-zwei-flung da kam die Erkenntnis: Wer von uns beiden hat mehr verloren?
Eine tiefe Ruhe kam:
Ich habe ja viel weniger verloren als er.
Ich habe nur einen Betrüger verloren - er einen ehrlichen Partner.
Lebe die Liebe weiter.
Mit Tieren oder neuem Partner ... und mir selbst.
Die Liebe bleibt.
Weil sie bleibt immer bei demjenigen Wesen, welches geliebt hat.
Sie bleibt nicht bei demjenigen Wesen, das Liebe konsumiert hat
ohne selber zu lieben.
Es steht nicht uns zu, zu be-urteilen ob er liebenswert war.
Die Liebe selber weiß ganz genau, wo sie sich entfaltet und gedeiht.
Und echtes Vermögen ist was jemand vermag.

Auch ich habe mich gefragt, ob dein Mann absichtlich den Schwindel auffliegen ließ posthum ... nach ihm die Sintflut ... ??
Ob er dir weh tun wollte, weil er nicht bleiben konnte ... ??
Oder ob er einfach viel zu dumm war ... und in seiner Sucht nicht an die Löschung der Daten dachte ... ??
Oder ein gespaltenes Wesen war ... ??

NEIN, er hat keine Macht über dich.
Die hast du nur selber.
Aber dafür musst du dir zugestehen, dass du die Emotionen ent-wirrst und deine Kräfte zurückrufst, dich nicht mehr in ihm verlierst.
Lasse bei ihm das Gespaltene und den Schwindel.
Seine Scham geht dich nichts an.

Heilung dauert.
Bedenke: In den Zeiten, wo du durchhalten musstest und zwischen Tod und Leben dieses Menschen durchgehalten hast, da hat deine Psyche vieles in eine Schublade gepackt damit DU überlebst.
Diese Schubladen öffnen sich erst, wenn du wieder in Sicherheit bist - und dann kann immer noch mal was hochkommen, das gesehen und bearbeitet werden will.
Und deswegen gönne dir eine solide Kur und therapeutische Begleitung immer wieder mal in den kommenden Jahren.
Mache einen Treue-Vertrag mit DIR selber.

Samtina
 
  • #32
Mag sein, dass es manchen Menschen hilft, nach einer ähnlichen Entdeckung in erster Linie Wut zu verspüren. Ich bin mir nicht sicher, ob dir das wirklich hilft. Lass dir nicht »den Boden unter den Füßen wegziehen«, versuche, Stabilität zu gewinnen. Wem sollst du jetzt noch grollen?
Aber die Verletzung ist doch trotzdem da und sie gibt sich einen negativen Stempel (Schämen, da sie so gutgläubig war) statt ihm. Ich finde es normal, dass man nach Betrug wütend ist. Insofern würde ich sagen, wenn man gleich versucht, die Wut zu übergehen und die Sache ohne dieses Gefühl zu verarbeiten, dann bleibt was innerlich stecken, das sich in nichts Gutes verwandelt.
Es geht mir nicht darum, in erster Linie Wut zu verspüren, sondern sie auch zuzulassen und nicht wegzuzensieren, weil er tot ist.

Er muss dich geliebt haben, sonst wäre er längst ausgebrochen.
Dem will ich widersprechen. Sie war ihm durchaus auch nützlich. Er hat sie angelogen. Nicht mal, als sie ihn pflegte, hatte er ein so schlechtes Gewissen, dass er es ihr sagte, wie er sie verladen hat. Hätte ich erwartet, wenn es wirklich um Liebe gegangen wäre und er hätte gehen wollen mit dem Gefühl, nicht als Ausnutzer dazustehen. Reinen Tisch machen usw.. So sieht es nach Egoismus aus.
Gute Frage. Vielleicht wollte er immer beichten und konnte dann nicht, weil er auf ihre Pflege angewiesen war und ihre Liebe nicht verlieren wollte.
Wollte er Dein Vertrauen in Männer zerstören?
Nee, das würde ich nicht unterstellen. So viele Gedanken wird er sich nicht gemacht haben. Dazu hätte er sie auch hassen müssen, das glaube ich nun keineswegs.
 
  • #33
Er lässt Dich mit Deinen Fragen und Deiner Enttäuschung und Wut zurück. Keiner von uns hat Deine Ehe gelebt und kennt Euch. Für mich liest es sich auch so, als wollte er, dass Du nach seinem Tod darüber stolperst. Warum? Diese Frage kannst Du Dir nur selbst beantworten. Sicher ist es quälend für Dich, solch eine Info vor den Latz zu bekommen und damit fertig werden zu müssen. Vielleicht holst Du Dir professionelle Hilfe, um damit abschließen zu können und auch Deine Emotionen raus zu lassen. Friss das nicht in Dich rein, sondern stelle Dich den Tatsachen. Du lebst noch und hast das Recht in Zukunft wieder glücklich zu sein. Auch ohne Deinen Mann. Alles Gute.
 
  • #34
Hallo FS

Das ist einer der ganz wenigen Posts bei denen ich wirklich Mitleid empfinde. So oft sind die Fragesteller selbst schuld aber hier kannst du nichts mehr aktiv machen.
Sei wütend, traurig und verletzt!
Dann würde ich alles entsorgen, Haus verkaufen falls vorhanden und eine schicke, kleine Wohnung nehmen.
Weg von ihm, von den Erinnerungen. Es tut weh, das ist klar.
Aber sie mal ganz ehrlich zu dir selbst - hast du nie etwas bemerkt? Nie?????
Das glaube ich nicht ganz, vermutlich hast du eher bewusst weg geschaut und jetzt trifft es dich doppelt.
Aber er ist tot, da kannst du wenig machen ausser "entsorgen" im wahrsten Sinn und vorwäts schauen.

Kopf hoch, beschissener wird es nun nicht mehr werden!
 
  • #35
Weshalb hat er die Spuren nicht verwischt?... Zeit genug dafür hatte er.... er hat es also absichtlich nicht getan und wollte Dich sein zweites Leben finden lassen.... ich empfinde diese Handlungen... noch fieser als sein langjähriges Fremdgehen... Wie ist eine solche posthume Gemeinheit zu erklären?
Ich glaube, es ist weniger kompliziert und sicherlich keine bewusste, posthume Bosheit von ihm, um ihr Männer endgültig zu verleiden, indem er ihr auf diese Weise Kenntnis über sein Parallelleben zukommen ließ.
So weit hat er garnicht gedacht und denkt dieser Typ Mensch garnicht. Der denkt nur an sich, an seine Lust, daran keinen Stress zu haben, aber nicht ans Morgen und erst recht nicht an die Gefühle der Partnerin, wenn sie dahinter kommt - weder zu Lebzeiten und schon garnicht kurz vor dem Tod.

Wenn er seine Accounts/Konten gelöscht und die Spuren gründlich beseitigt hätte, dann hätte er akzeptieren müssen, dass er sterben wird.
Mit dem Thema, dass das Leben endlich ist will gerade ein Mensch, der nach dem Lustprinzip lebt sich selten auseinandersetzen. Frag mal Leute dazu, die in der Palliativmedizin arbeiten. Die werden Dir bestätigen, dass solche unruhigen Geister bis in ihre letzten Minuten keine Ruhe finden und den unausweichlichen Tod nicht akzeptieren wollen.
Er hat die Spuren nicht verwischt, weil er bis in den letzten Moment hoffte wieder gesund zu werden und sein Parallelleben nahtlos fortführen zu können.
 
  • #36
Euch allen sage ich Danke! Ihr habt mir viele Denkanstöße gegeben.

Dass er im Internet unterwegs war, hat mich nicht wirklich überrascht. Die Vielzahl der Internetplattformen allerdings. Dass er mal flirtet, war mir klar. Erschüttert hat mich vor allem, dass er im letzten jahr meine bedingungslose Unterstützung selbstverständlich angenommen hat und trotzdem diverse Treffen hatte und dann noch in Hotels in relativer Nähe. Angesichts der Diagnose. Angesichts der Diagnose meinten wir beide, egal was vorher war, in Hinblick auf die Krankheit sei das alles unwichtig. Es gab ja auch die allgmeinen Verletzungen und Kränkungen im laufe der Ehe. Auch er sagte mehrfach, wie dankbar er über die dadurch entstandene Nähe sei.

Heraus kam es, weil in seinem normalen Postfach eine Vertragsverlängerung und avisierte Abbuchung eines mir unbekannten Bezahldienstes erschien. Der Vertrag läuft jeweils für 2 jahre. Den hatte er wohl nicht im Auge. Darüber entdeckte ich dann 2 weitere email-accounts. Passwörter standen in seiner Datei mit Zugangsdaten. Im Oktober hatte er viele Dienste gekündigt. Die Anzahl der Damennamen im Adressverzeichnis war beeindruckend. Ach ja, auf Heilung hatte er, irrealistisch, bis zum Schluss gehofft.

Indem ich Euch hiervon erzählt habe, ist es für mich händelbar geworden. Hass empfinde ich nicht. Die Scham ist weniger geworden und die Wut habe ich halbwegs im Griff. Unschön ist das Selbstmitleid. Nützt nichts, würde meine Großmutter sagen.

Und: Ich bin am Leben!
 
  • #37
Ach warum ist Selbstmitleid immer so verachtenswert?
Er ist gestorben und war ein grosser Teil deines Lebens...Ich weiss überhaupt was das mit mir machen würde und dann kommt Betrug oben auf.
Wenn das nicht völlig normal ist da zu leiden.
Tut doch weh
Ist doch traurig
Und Du kannst keine Teller nach ihm werfen, ihn anschreien...nichts.

Nein ich finde Du darfst und sollst alles zulassen und zwar wie es gerade in Dir vorbei kommt.

Nur wenn man merkt, dass man sich auf Dauer reinsteigert und nicht mehr rauskommt...dann muss man auf sich achten.

Ich finde nachher erhobenen Hauptes aus Tiefen raus zu kommen gesund für einen selbst.
Im Tief ist es nur gut für die anderen, weil es ihnen keine Probleme macht
 
  • #38
Mir ist zu deiner Geschichte einen Film eingefallen. Der Film ist mit Jack Nicholson und Morgan Freeman. Es ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Krebskranken alten Männern. Sie lernen sich im Krankenhaus kennen und machen sich eine Liste, was sie alles noch erleben möchten, bevor sie sterben. Ich gehe davon aus, dass dein Mann auch diesen Wunsch hatte einmal im Leben es richtig krachen zu lassen. Das konnte er dir aber unmöglich sagen, denn das hätte dir wehgetan.
Die Wahrheit ist, dass jede Geschichte zwei Seiten hat. Es ist letztendlich deine Entscheidung, wie du etwas siehst. Sicher, du kannst dir sagen, dass er dich nicht geliebt hat, sonst würde er nicht diesen Frauen kontaktieren. Du kannst es aber auch anders sehen und zwar, dass er sein ganzes Leben seine Wünsche zurückgenommen hat, damit du glücklich bist und am Ende hat er eben sich diese Freiheit genommen. Das ist deine Entscheidung, wie du eine Geschichte sehen möchtest.
Man hat immer eine Wahl wie man die Welt sich anschaut.....

Wir lieben alle das Meer und der Geruch am Meer, was würdest aber denken, wenn man wissen würde wie dieses Geruch entsteht? Würdest du es immer noch schön finden?
Ich verrate es euch nicht, denn ich möchte euch die Illusion nicht kaputt machen......
 
  • #39
Mir ist zu deiner Geschichte einen Film eingefallen. Der Film ist mit Jack Nicholson und Morgan Freeman. Es ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Krebskranken alten Männern. Sie lernen sich im Krankenhaus kennen und machen sich eine Liste, was sie alles noch erleben möchten, bevor sie sterben. Ich gehe davon aus, dass dein Mann auch diesen Wunsch hatte einmal im Leben es richtig krachen zu lassen. Das konnte er dir aber unmöglich sagen, denn das hätte dir wehgetan.
Die Wahrheit ist, dass jede Geschichte zwei Seiten hat. Es ist letztendlich deine Entscheidung, wie du etwas siehst. Sicher, du kannst dir sagen, dass er dich nicht geliebt hat, sonst würde er nicht diesen Frauen kontaktieren. Du kannst es aber auch anders sehen und zwar, dass er sein ganzes Leben seine Wünsche zurückgenommen hat, damit du glücklich bist und am Ende hat er eben sich diese Freiheit genommen. Das ist deine Entscheidung, wie du eine Geschichte sehen möchtest.
Man hat immer eine Wahl wie man die Welt sich anschaut.....

Wir lieben alle das Meer und der Geruch am Meer, was würdest aber denken, wenn man wissen würde wie dieses Geruch entsteht? Würdest du es immer noch schön finden?
Ich verrate es euch nicht, denn ich möchte euch die Illusion nicht kaputt machen......
Das mit dem Meer hat mit dem davor überhaupt gar nichts zu tun. Oder soll man interpretieren, die Beziehung war so schön am Ende, weil er heimlich fremdging? Das passt nicht mit dem Vergleich.
Und es klingt ja eher so, als wäre er schon vor der Diagnose flirtend durch die Welt gezogen, nicht erst als er krank wurde. So oder so habe ich mit niemanden Verständnis, der so seine Partnerin belügt und ja quasi ausnutzt (denn sie hat sich um ihn gekümmert) und so hintergeht. Eine Liste vorm Tod ist ja gut und schön, aber gerade dann doch offen und ehrlich alles ausleben, nicht heimlich hinterm Rücken! Er wird außerdem die ganze Zeit gedacht haben, er stirbt nicht - hat die FS ja auch bestätigt.
Es ist für Partner maximal verletzend, wenn sich eine scheinbare enge emotionale Verbindung als eine Art Lüge herausstellt. Ob der andere tot ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Liebe FS, ich verstehe, dass dich das verletzt. Scham musst du wirklich nicht empfinden, und Wut wäre normal, vergeht aber sicher auch mit der Zeit. Du hast recht: du lebst und hast noch viel vor dir. Fühle, egal was es ist, und schaue nach vorn.
W, 36
 
  • #40
Liebe @scaldo, ich kann gut verstehen, wie zerrissen du dich grade fühlst.

Du trauerst um deinen geliebten Mann und dann entdeckst du sein Doppelleben. Das ist echt heftig.

Ich kann dir nichts raten, wie du damit fertig wirst. Aber schämen wegen Naivität solltest du dich sicher nicht. Du hast ihm vertraut, das ist normal und die Basis jeder Beziehung. Er hat dich betrogen, seine Schuld.

Zweifel jetzt aber nicht alles an, was ihr hattet. Versteh mich nicht falsch, ich will sicher nichts schön reden, aber du denkst jetzt grade vielleicht, dass euer ganzes gemeinsames Leben eine Lüge war. Das glaub ich aber nicht.

Er hat dich sicher geliebt, auch wenn er Bestätigung von außen gebraucht hat, aus Eitelkeit und als Egopush wie so viele.

Kümmer dich jetzt einfach um dich selbst, mach was für dich und verwirkliche Träume, die du immer vernachlässigt hast.

Du hast noch ein Leben vor dir, mach was draus. Alles Gute!
 
  • #41
Ich persönlich bin auch Witwer, kann daher etwas mitfühlen.
Auch bei meiner Frau war es die Diagnose Krebs, die letztlich zum Tode geführt hatte.
Ich hatte allerdings nicht das "Problem" das meine Frau fremdgegangen ist, verstehe aber den Konflikt, den du jetzt hast.
Das ihr euch angenähert habt, lag an der Demut, den diese Diagnose mit sich bringt.
Wenn man natürlich fair sein möchte, ist die Frage wichtig, warum er fremdgegangen ist. Waren es übertriebene Ansprüche deines Mannes, der Wunsch nach Abwechselung oder habt ihr weniger Gemeinsamkeiten gehabt, als man für eine Ehe haben sollte.
Das kannst praktisch nur Du beantworten, wenn Du Dich selbst reflektierst.
Du bist jetzt aber völlig frei für eine neue Beziehung und mit weniger Trauer belastet, als es andere Hinterbliebene sind. Das ist der Vorteil, den du aus dieser negativen Erfahrung ziehen kannst.

Ich wünsche Dir viel Glück.

M, 52

Übrigens, sehe ich unser "Gesundheitswesen" aufgrund der gemachten Erfahrungen und die Macht der Diagnosen mittlerweile sehr kritisch. Da könnte ich jetzt ein riesengrosses Fass aufmachen, ist aber hier das falsche Forum.
 
  • #42
Ich muss sagen dass ich schon ein wenig erschüttert bin wie hier teilweise über einen Verstorbenen geredet wird nach dem Motto "sei froh dass er gestorben ist so musst Du dich nicht scheiden lassen" oder ähnliches. Möchte vielleicht noch jemand anfügen dass er seinen frühen Tod ja verdient hatte?
 
  • #43
Habe den Thread gerade erst gefunden und hole ihn nochmals hoch.
Meiner Mama ist das gleiche passiert. Sie fand nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes die gesammelten Liebesbriefe oder man muss schreiben detaillierte Sexbriefe einer Frau über Jahre hinweg. Dieses Verhältnis begann vor ihrer Heirat und ging munter weiter. Es waren Gelegenheitstreffs da die beiden Ehebrecher knapp 700 km auseinander wohnten. Es begann ganz klassisch als Kurschatten. Meine Mama brauchte 3 Jahre Psychotherapie um den Schock zu verarbeiten. Sie wie wir alle dachten,dass sie einen guten Mann gefunden hätte.
Es ist sehr schwer damit klarzukommen. Denn der Betrüger kann einem nicht mehr Rede und Antwort stehen. Sie konnte mit der Erfahrung keine neue Beziehung mehr eingehen obwohl sich ein sehr netter Mann ( lernte ihn kennen) um sich bemühte. In dem Punkt war und ist sie innerlich tot.
 
  • #44
Liebe Scaldo!
Du hast dir nicht das Geringste vorzuwerfen! Auch warst du nicht naiv! Wer selbst sehr monogam ist geht in der Regel davon aus,dass der Partner genauso denkt und fühlt wie man selbst. Dies nennt sich Vertrauen! Dass dieses manchmal mit den Füßen getreten wird ist nur dem Fremdgeher anzulasten! Dein Mann hätte dich schützen,dass er alle ehebrecherischen Spuren hätte vernichten müssen. Spätestens als er wusste,dass er sterben wird. Er hat dir als Vermächtnis eine unermessliche seelische Pein hinterlassen. Deshalb meine grossen Zweifel ob er dich geliebt hat. Es gibt Menschen die Sex und Liebe fein säuberlich trennen können,aber dann auch dafür sorgen,dass der Lebenspartner nie vom Treuebruch nur den Hauch einer Ahnung bekommt. Blicke wenn du kannst nach vorne! Fühle dich gedrückt!
 
  • #45
Nein, @INSPIRATIONMASTER, Du weißt, ich schätze die meisten Deiner Beiträge, aber hier irrst Du komplett:

Ich muss hier aus einem anderen Tread meine Antwort wiederholen:

Eine seriöse, signifikante Langzeit-Studie für Sexualforschung hat bewiesen: gerade mal 38 % aller Männer gaben an, ein oder mehrmals in ihrem Leben fremdgegangen zu sein. Dagegen gaben dies 42 der Frauen an.

Das heißt: 62 % aller Männer sind NICH NIE in ihrem ganzen Leben fremdgegangen. Das können dagegen "nur" 58 % der Frauen sagen! Es sind deswegen mehr Männer als Frauen, weil Frauen eher "nur mit einem Mann" fremdgehen, sich oft sogar richtig heftig in den verlieben, während Männer eher zur Selbstbestätigung mit mehreren Frauen Fremd-Sex pflegen.
Wer diesen Umfragen glaubt wird selig! In keinem anderen Bereich des Lebens wird so viel gelogen, als im Bereich der Sexualität, selbst dann, wenn diese Umfragen anonym sind. Die Menschen machen das, um vor sich selber eine weisse Weste zu behalten, das image eines guten Menschen sich zu behalten. Für ihr Selbstbild und Selbstwertgefühl ist es am besten, sich selbst zu belügen. Andere Studien oder Umfragen zeigen ein anderes Bild, dass viel mehr Männer fremdgehen als Frauen.

Die Schweizer Paar-Therapeutin Julia Onken hat aus eigener Erfahrung und eigenen Fragebögen in ihrer Praxis evaluiert, dass weit mehr als 60 % der Menschen fremd gehen.

„Aufgrund meiner Feldstudien kann ich sagen: Zwei Drittel der Menschen, die in Beziehungen leben, gehen irgendwann einmal fremd. Dabei sind in diesem Prozentsatz die Frauen gleichermassen vertreten wie die Männer. Das steht im Zusammenhang mit der Pille und der zunehmenden wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frau.“

Aus „Kick oder Katastrophe“ in NZZ
 
  • #46
Die Schweizer Paar-Therapeutin Julia Onken hat aus eigener Erfahrung und eigenen Fragebögen in ihrer Praxis evaluiert, dass weit mehr als 60 % der Menschen fremd gehen.
Genau! Und da zum Fremdgehen sowohl Männer als auch Frauen »benötigt« werden, ist der Frauenanteil in etwa mit dem der Männer vergleichbar.
Meine Erfahrung: Frauen stellen sich geschickter an, sie müssen mit ihren Eroberungen nicht »prahlen«, sie werden seltener erwischt.
Andere Studien oder Umfragen zeigen ein anderes Bild, dass viel mehr Männer fremdgehen als Frauen.
Diese Aussage trifft eben nicht zu (s.o.).
 
  • #47
Vielleicht kannst du irgendwann an den Punkt kommen, ihn ls das zu sehen, was er vermutlich gewesen ist: Ein Mann mit den guten Eigenschaften xyz, ein Mann mit den Schwächen xyz, ein Mann, der große Fehler gemacht hat, fehlbar war. Ein Mann, der Dir gute Zeiten und Momente beschert hat und Dich hintergangen hat. - Ein rundum durchwachsene Bild, das wahrscheinlich wir alle am Ende irgendwo abgeben von unserer Lebensleistung her. Es wäre schön, wenn Du ihm irgendwann verzeihen könntest, um Deinen eigenen Frieden zu finden. Ob ich das könnte, weiß ich allerdings nicht.

W31
 
  • #48
Inzwischen sind zwei weitere Monate vergangen. Nach der ersten "Wut", dem Verletzungsschmerz fange ich an, auch das Gute an ihm wieder zu sehen. Es bleiben aber viele Fragen, auf die ich keine Antwort erhalten werde.
 
  • #49
Inzwischen sind zwei weitere Monate vergangen. Nach der ersten "Wut", dem Verletzungsschmerz fange ich an, auch das Gute an ihm wieder zu sehen. Es bleiben aber viele Fragen, auf die ich keine Antwort erhalten werde.
Ich denke, das ist auch das einzige, was weiterhilft. Vergangenheit kannst Du nicht mehr ändern, in Deiner Situation erst recht nicht. Mit endlosem Grübeln würdest Du nur Deine Zukunft schwerer machen. Die ganzen Statistiken hier sagen aus: es gibt Männer, die fremdgehen. Frauen auch. Du wirst vielleicht wieder einen von denen erwischen. Vielleicht "erwischt" es Dich auch selbst mal. Unbeschwert davon in die Zukunft zu starten, hilft eher weiter. Und dafür wünsche ich Dir alles Gute.
 
  • #50
Wenn ich das mal hart formulieren darf-zumindest läufst du nicht Gefahr, deinen Verstorbenen Mann ins Überirdische zu stilisieren, wie es manche tun. Sein Tod hat euch geschieden, also bist du frei. Klingt vielleicht pietätlos, aber du bist frei, andere Männer zu treffen.
 
  • #52
Ich bin fassungslos. Ich bin wütend, ich schäme mich für meine Naivität.
Stell dir mal diese Frage:

Was hast du vorher (ohne die jetzige Kenntnis) vermißt oder was hat dir wirklich gefehlt. Nicht was du jetzt denkst, daß du hättest haben können, sondern was hat dir vorher wirklich gefehlt aka was wurde dir vorenthalten an Zuwendung, Sex, Aufmerksamkeit etc oder warst du sogar glücklich in dem Zustand bevor du vom Erkenntnisbaum genascht hattest.

Alles andere ist hätte-hätte-Fahrradkette.

mMenschÜ50
 
  • #53
Was hast du vorher (ohne die jetzige Kenntnis) vermißt oder was hat dir wirklich gefehlt. Nicht was du jetzt denkst, daß du hättest haben können, sondern was hat dir vorher wirklich gefehlt aka was wurde dir vorenthalten an Zuwendung, Sex, Aufmerksamkeit etc oder warst du sogar glücklich in dem Zustand bevor du vom Erkenntnisbaum genascht hattest.
Hm ... Geht es darum? Ich finde eher, es geht darum, ob man sich nicht die ganze Zeit was vorgemacht hat. Denn das alles, was es Schönes vorher gab, ist für die FS vielleicht nichts mehr wert, wenn sie weiß, dass sie die ganze Zeit belogen oder drastischer: verarscht wurde.
Wenn man weiß, dass man belogen wurde, weiß man auch, dass man manipuliert wurde.
Und dann fühlt es sich für manchen so an, als würde er um ein Leben betrogen worden sein, das er hätte führen können, hätte er es gewusst. Vielleicht hat sogar sie Männer gekannt, mit denen sie geschlafen hätte, wenn sie gewusst hätte, dass ihre Beziehung "offen" ist. Oder es gab Krisen, in denen sie gegangen wäre, wenn sie sich nicht gedacht hätte, dass es was gibt zwischen ihnen beiden, für das es sich zu kämpfen lohnt, und hätte sie gewusst, dass er sich längst woanders "entspannt", hätte sie ihn losgelassen.
 
  • #54
Denn das alles, was es Schönes vorher gab, ist für die FS vielleicht nichts mehr wert, wenn sie weiß, dass sie die ganze Zeit belogen oder drastischer: verarscht wurde.
Soso,
In der Analogie:
das Leben ist also schön und glücklich - bis man herausfindet, daß andere noch glücklicher waren - schon ist das eigene Glück entwertet?

D.h. Glück ist es also nur solange, bis man merkt, daß man - was? - hätte unglücklich sein können, wenn man es gewußt hätte?

Sorry, aber ich denke, du würdest auch jeden Urlaub mit dem Partner und jede Stunde schön finden - bis zu eurer Trennung. Danach würde es in der Rückschau wie die Hölle vorkommen, oder?

Du scheinst zu den Menschen zu gehören, die alles im Nachhinein umzudeuten verstehen.
Mein Mitgefühl hast du.

mMenschÜ50 (für den der größte Teil der Ehe trotzdem in der Erinnerung schön war - trotz Scheidung)
 
  • #55
@awaken Ich glaube, es geht um den Lug und Trug.
Dass ihr jahrelang ein Partner Monogamie vorspielt, die FS für dumm verkauft.
Der Verstorbene hat der FS eine Scheinwelt vorgespielt.
Eine Partnerschaft auf einem Lügengerüst. Und das im Nachgang herauszufinden muss hart sein.
Unter Partnerschaft verstehe ich etwas anderes!
Die meisten erwarten Ehrlichkeit und Treue. Wenn das einseitig gebrochen werden soll, kein Problem, dann hilft reden.
HAT der Verstorbene der FS aber nicht.
 
  • #56
Dass ... jahrelang ein Partner ... die FS für dumm verkauft.
Eine Betrachtungsweise, die ich wohl nie nachvollziehen werde. Jede/r glaubt oder misstraut dort, wo er/sie es möchte, wird also nicht »für dumm verkauft«.

Dies erst zu erkennen, wenn eine Diskussion - oder eine darauf basierende Entscheidung - nicht mehr möglich ist, ist bitter. Sollte aber nicht dazu führen, hier sich noch jahrelang mit Selbstvorwürfen oder auch anstrengenden Schuldzuweisungen (die ins Leere treffen) zu quälen.

Da finde ich die Einstellung von @awaken sehr viel gesünder:
... für den der größte Teil der Ehe trotzdem in der Erinnerung schön war - trotz Scheidung
So geht es mir auch!
 
  • #57
Hast du die Frau auch bis zum Tod gepflegt und dann festgestellt, dass sie sogar während dieser Zeit deiner "Dienste" dich betrogen hat?
Es geht hier nicht um Scheidung.
Es ist eben nicht so leicht zu verkraften, einen Menschen bis zum Ende zu begleiten. Gerade dann nicht, wenn man diesen Menschen liebt und ein ganzes Leben an dem Menschen hing und sich dann verändert.
Ich weiss genau, was da für Gefühle dahinter stecken, wenn die FS sagt, er habe bis zum Schluss nicht wahrhaben wollen, dass er nicht wieder gesund wird. Das ist sicher für den Kranken eine Strategie das auszuhalten, jedoch für Angehörige ist es wiederum schwer dieses Spiel mitzuspielen. Natürlich machen sie das aus Liebe. Vielleicht muss man erst in diesen Schuhen gelaufen sein, um zu verstehen, wie extrem anstrengend eine solche seelische Belastung ist.
Man geht also mit diesem Menschen durch die schlechteste aller Zeiten, nur um danach festzustellen, das die Loyalität nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. Das ist dann nochmal extrem schmerzhaft.
Gefühle treffen dann aufeinander, die nicht zusammengehören.
Es ist dann nicht nur mehr Trauer, sondern dann eben auch noch Wut, Enttäuschung, usw. Auch über sich selbst.
Das ist eine Doppelbelastung bei der Trauerbewältigung, die ohnehin schon ein Kraftakt für die Seele darstellt.
Die FS wird wahrscheinlich nach einer Zeit feststellen, dass sie es immer wieder so gemacht hätte, weil es ihrer Art, ihrem treuen Charakter entspricht.
Aber ob sie nochmal einen Mann pflegen wird, bezweifle ich.

Ich persönlich könnte wohl besser mit so einer Situation umgehen, wenn der Mann das wirklich so gemacht hat, wie die FS erzählt. Denn das war eigentlich nur Sex auf Bestellung. Er hat keine jahrelange Affäre geführt. Der Sex bedeutete ihm nichts, ausser eben sexuelle Befriedigung durch "Abwechslung".
Anders sieht es aus, wenn plötzlich am Grab eine Nebenbuhlerin auftaucht. Man kann dann nur enttäuscht sein, dass der Verstorbene nie reinen Tisch gemacht hat zu Lebzeiten und das Geheimnis bis ins Grab mitnahm. Nach ihm die Sintflut.

LG
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #58
Ich habe heute Vormittag überlegt, ob ich mich mehr zu @awakens Sichtweise positioniere oder zu @voids. An beiden ist ja was dran.
Aber jetzt wird es mir klarer.


Man geht also mit diesem Menschen durch die schlechteste aller Zeiten, nur um danach festzustellen, das die Loyalität nicht auf Gegenseitigkeit beruhte
Ich bin doch eher bei @awaken. Einfach aus dem Grund, dass meine Loyalität oder meine Entscheidung zu pflegen nicht von einer Gegenleistung abhängig wäre.
Ich würde jemanden pflegen, wenn ich es will, derjenige es aus meiner Sicht 'verdient' hat. Nicht aus moralischer Verpflichtung.

Wenn mein Partner gut zu mir ist, mir es an nichts in der Beziehung mangelt und ich glücklich bin, fehlt es mir an nichts, wenn er diskret sich heimlich sexuelle Wünsche erfüllt, die ich ihm vllt. gar nich erfüllen möchte. Das wöllte ich eigentlich gar nicht mal wissen.
Also nein, ich würde mich nicht um mein Leben betrogen fühlen und würde auch nicht bereuen, ihn gepflegt zu haben. Zumindest nicht wegen bisschen außerhäusigem Sex.
 
  • #59
Also nein, ich würde mich nicht um mein Leben betrogen fühlen und würde auch nicht bereuen, ihn gepflegt zu habe
Es ging auch um das Gefühlschaos, welches sich daraus ergeben könnte und nicht, ob sich jemand um sein Leben betrogen fühlt.
Deshalb schrieb ich auch, dass die FS womöglich feststellen wird, dass sie immer wieder so gehandelt hätte, weil es ihre Art ist.

Wenn man Ehrlichkeit als Gegenleistung betrachtet, würde das zutreffen, dass man eine Gegenleistung erwartet. Allerdings sehe ich Ehrlichkeit nicht als Gegenleistung.
Ein bisschen ausserhäusigen Sex würde ich regelmäßige Inanspruchnahme von Sex-Dienstleistungen nicht bezeichnen.
Der Mann hat ein Doppelleben geführt hinter dem Rücken der Partnerin.
Zum Glück eben "nur" mit Dienstleisterinnen, anstatt eben mit einer Zweitfrau oder jahrelangen Affären.
Es ist ja hier nicht der Fall, dass der Verstorbene verlauten hat lassen, dass er die FS nicht geliebt hätte. Das fände auch ich weitaus schlimmer.
Dennoch könnte auch sie sich jetzt fühlen wie eine Art Dienstleisterin.
Das sind eben Dinge, die dann erstmal verarbeitet werden müssen, neben der allgemeinen Trauer.
 
  • #60
Wenn mein Partner gut zu mir ist, mir es an nichts in der Beziehung mangelt und ich glücklich bin, fehlt es mir an nichts, wenn er diskret sich heimlich sexuelle Wünsche erfüllt, die ich ihm vllt. gar nicht erfüllen möchte. Das wollte ich eigentlich gar nicht mal wissen.
Danke, Joggerin, genau so sehe ich das auch!
Sicher ist es nicht einfach, einen geliebten Menschen pflegen zu müssen. Doch schwierig wird das nicht erst durch die späte Erkenntnis seiner gelegentlichen Seitensprünge, schwierig wird es im Angesicht des bevorstehenden Verlustes.
Im Nachhinein mit »für dumm verkauft« zu lamentieren ist ein ziemlich billiges Gefühl. Hass verbessert gar nichts. Weder in der Gegenwart noch hinterher.
 
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