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  • #61
Dass ihr jahrelang ein Partner Monogamie vorspielt, die FS für dumm verkauft.
Der Verstorbene hat der FS eine Scheinwelt vorgespielt.
Eine Partnerschaft auf einem Lügengerüst. Und das im Nachgang herauszufinden muss hart sein.
Schon klar, aber entwertet das jetzt das bis zur Kenntnisnahme glücklich geführte Leben?
Was soll die Witwe jetzt in Kenntnis dessen machen?
Ihren Verstorbenen verfluchen?
Ihr bisheriges Leben für unglücklich erklären?
Auch aus dem LEben scheiden in Hoffnung auf ein besseres Karma?

Das ist ein Kopfproblem.

Es ist wie mit meinen Kindern beim Essen früher:
Hat alles lecker geschmeckt und die Teller wurden abgeleckt - hätte ich danach nicht gesagt, daß auch Brokkoli drin gewesen ist, hätten die Kinder auch hinterher das Essen gelobt. So war es hinterher nur noch würg - kindisches Verhalten.

Die Witwe ist aber kein Kind mehr und kann daher differenzieren und selbst entscheiden, ob sie mit dem Wissen udn dem bisherigen Leben unglücklich sein will (eigene Entscheidung) oder die Erinnerung so behalten will (eigene Entscheidung).

Nicht umsonst heißt es: Über die Toten nur Gutes.
(De mortuis nil nisi bene .)

mMenschÜ50
 
  • #62
Wenn mein Partner gut zu mir ist, mir es an nichts in der Beziehung mangelt und ich glücklich bin, fehlt es mir an nichts, wenn er diskret sich heimlich sexuelle Wünsche erfüllt, die ich ihm vllt. gar nich erfüllen möchte.
Du baust einen Vorteil für sie aus seinem betrügerischen Handeln, das garantiert nur für seinen eigenen Vorteil von ihm so geschah. Wenn sie selbst sich einen Vorteil daraus bauen kann, dann mag sie schneller ihren Frieden damit machen. Aber was, wenn nicht? Was, wenn sie es als Nachteil empfindet und auch noch feststellt, dass er sich finanzielle Vorteile durch die Lügen verschafft hat, weil er wusste, dass sie sich trennen würde?

So, wie sie klingt, bedeutet ihr ja Treue was. Da leite ich draus ab, dass zumindest die Chance besteht, dass sie gern selbst entschieden hätte, ob sie mit einem treuen oder untreuen Mann zusammen ist.

Könntet ihr echt noch ein "ich liebe dich" glauben, wenn das eingebettet ist ein Netz aus anderen Lügen? Ich wüsste gar nicht mehr, mit wem ich da zusammen war und was von der Persönlichkeit nicht noch alles Fake war.

Aber gut, die einzige Frage, auf die es sich runterbricht ist:

Hätte ich anders gehandelt, wenn ich es gewusst hätte. Falls ja, dann würde ich mich schon um ein Stück Leben betrogen fühlen.
 
  • #63
Du scheinst zu den Menschen zu gehören, die alles im Nachhinein umzudeuten verstehen.
Mein Mitgefühl hast du.
Ach hör doch bitte auf so Läpsch zu sein.
Hier ist ein Mensch der nach dem Tod des Partners diese Dinge erfährt.
Neueinstellung Trennung ohne Tod hat Du die Chance sowas zu verarbeiten, egal sei es das du deinem Partner dein Leid um die ihren haust, eine Erklärung nach dem warum einforderst, oder was auch immer. Ob es nutzt oder nicht.
Aber du hast die Chance wütend zu sein, zu verarbeite und was weiß ich.
Die Chance hat die nicht. Sie muss alleine, ohne je eine Frage beantwortet zu bekommen damit nun leben.
Sie wird ihr restliches Leben damit zu tun haben, sich die Fragen selbst zu beantworten, wenn das überhaupt möglich ist.
Bitte tue nicht so oberschlau abgeklärt und so saucool.
Wenn du so sehr Empathiebefreit bist das dir sowas am arsch vorbei geht, gut!
Aber bitte mach andere Menschen doch nicht lächerlich, nur weil sie menschliche Verhaltensweisen aufzeigen.
Dein Verhalten nach Trennung in allen Ehren, so denke ich auch heute nach meiner Trennung.
Aber ich hatte in beiden Fällen, wie du vermutlich auch, die Chance mich irgendwie damit auseinanderzusetzen.
Aber bei Tod, stehst du da und fällst im freien Fall.
Den Fallschirm, dem anderen einfach mal zu sagen er/ sie ist ein arsch, den hast du nicht. Er ist Tod!
Ich glaube das ist noch mal eine ganz andere Hausnummer.
Denkst Du nicht?
M49
 
  • #64
das Leben ist also schön und glücklich - bis man herausfindet, daß andere noch glücklicher waren - schon ist das eigene Glück entwertet?
Du drehst in Deinem Zitat ein Missgunst-Ding draus.

Ich versuche noch mal eine andere Erklärung: Die FS hat das Gefühl, mit einem ganz anderen Mann zusammengewesen zu sein, als sie bislang annahm. Lies den Eingangsbeitrag.

Er hat sie belogen und betrogen. Wieviel von dem, das er noch gesagt hat an lieben Dingen kann sie jetzt noch glauben? DAS ist das Problem damit, das Leben mit ihm noch glücklich zu finden und sich geliebt zu fühlen.

Und was er getan hat, das sie glücklich machte, welche Motive wird das gehabt haben? Wenn es ein schlechtes Gewissen war und sie sich wie ein Kind gefreut hat, dass er so aufmerksam ist, wie blöd wird sie sich vorkommen. Alles, was er tat und sagte, ist vielleicht ein Fake und nur auf seinen Vorteil bedacht (ich würde ruhig mal durchspielen, wie er nach einer Scheidung hätte leben müssen und wer dann Vorteile davon hatte, dass sie sich nicht trennte).

Wenn Dir einer Brokkoli ins Essen mischt, Du es nicht merkst und es lecker findest - ok. Was ist mit Gammelfleisch, das laut Koch oder Köchin, die nicht gern was verschwendet, wegmusste. Macht den Koch glücklich, weil er in seiner Bilanz hat, nichts weggeschmissen zu haben, giftig ist es nicht und Du weißt es ja nicht und schmeckst es auch nicht raus, da es gut gewürzt ist. Und dann entdeckst Du, was Du da jahrelang gegessen hast. Auch ok für Dich? War nicht für Dich gemacht, nur für die Lebensphilosophie des Kochs, dass nicht weggeschmissen werden soll.

Nein, ich würde keinen schönen Urlaub umdeuten, nur, weil es zur Trennung gekommen ist. Ich würde nie sagen, dass meine Beziehung schlecht war, nur weil sie irgendwann am Ende war. Das wäre absurd.
Das ist aber was ganz anderes, als betrogen und belogen oder einfach gesagt: verarscht worden zu sein. Dafür, dass Du das nicht unterscheiden kannst und dafür, dass Du aufgrund Deines Sarkasmusses vermutlich ziemlich verbittert sein wirst, hast Du dann im Gegenzug auch mein Mitgefühl, und danke für Deins, aber es beruht auf einem falschen Vergleich und daraus abgeleiteten falschen Annahmen zu meiner Person. (Kann man sich echt nicht NORMAL ohne Sarkasmus, doofe Unterstellungen, Diffamierungen usw. schriftlich unterhalten, auch wenn der andere eine andere Meinung hat bzw. man sie nicht versteht?)

Was soll die Witwe jetzt machen? Sich nicht die Schuld geben, den Mann nicht durchschaut zu haben, nach Anzeichen suchen, wo sie es hätte erkennen können, und sich nicht verbieten, wütend auf den Mann zu sein. Vielleicht kann sie es sortieren, ob es was für sie Glaubhaftes gibt, was sie noch schön findet am Zusammensein mit ihm, und kann vielleicht auch doch einen Vorteil für sich entdecken, es nicht gewusst zu haben. Dann wird sie schneller ihren Frieden damit machen und es gut so finden, wie es jetzt ist.
 
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