• #1

Wie damit umgehen?

Meine Frage passt eigentlich nicht so ganz in keine der Rubriken hier.
Ich möchte sie aber trotzdem stellen.
Folgende Situation: Mein Chef gestern kurz vor Feierabend kommt zu mir, um mir mal wieder ins Gewissen zu reden, was ich mit einem ehemaligen Arbeitskollegen (der mich regelmäßig anruft und der jetzt ein Treffen vorgeschlagen hat) reden "darf" bzw. was ich nicht erwähnen sollte.
Für mich an sich kein Problem, obwohl er das öfter macht. Einmal sollte eigentlich reichen.
Aber jetzt zu gestern Abend: Er sagte den Satz: Der will doch nur was erfahren, "warum sonst sollte er sich denn mit Dir treffen wollen?" und das "mit DIR" war sehr betont, es ist ihm wohl so rausgerutscht und es hörte sich so an, als würde er es auch genauso denken. Das habe ich mir keinesfalls eingebildet.
Mir ist die Luft weggeblieben, hab meine Sachen zusammengepackt, meinen Hund geschnappt, hab noch "Bis morgen" gerufen (er war mittlerweile wieder in seinem eigenen Büro) und bin gegangen.
Da liefen die Tränen auch schon und seitdem ununterbrochen.
Man muss dazu sagen, dass ich Single und AE bin und ein Partner mittlerweile schon fehlt. Mit dem ehem. Kollegen will ich gar nichts anfangen, ich kenne ihn nur schon seit 30 Jahren und das ist eine lange Zeit.
Jetzt sitze ich hier zuhause, mache Home Office, hab ihm kurz ne Mail geschrieben (dem Chef), dass ich mich nicht gut fühle.
Hab ich über reagiert?
Danke für Eure Gedanken
W54
PS: mein Chef rief mich dann noch im Auto an und hat sich entschuldigt...
 
  • #2
Hi Lucy!
Fühl dich gedrückt!
Sachliche Ebene: Hat dein Chef Angst vor Machtspielchen deines Kollegen oder sowas wie Ideenklau?
Beziehungsebene: Hm, wir kennen ihn ja nicht. Ist er grundsätzlich ein Holzklotz, der auf Gefühlen anderer rumtrampelt? Also offensichtlich scheint er ja doch gemerkt zu haben, wie blöd das war, sonst hätte er sich nicht entschuldigt.
Ich hätte wie du auch erstmal keine Lust, ihn zu sehen, einen Tag Homeoffice finde ich völlig ok. Aber morgen mach bitte Schwamm drüber und weiter wie gehabt, man sollte ja doch professionell auftreten im Job.
Ich denke bei dir kam viel zusammen und das Fass lief über, und vielleicht denkt dein Chef, dass Männer nicht an AE interessiert sind, nur weil es für ihn gilt. Er denkt nicht über seinen Tellerrand hinaus.

Ich las neulich einen coolen Spruch:

Nur Prinzesschen richten ihr Krönchen. Königinnen ziehen ihr Schwert.

Aber er ist dein Chef, also machst du morgen weiter, als wenn nix wäre, und denkst dir, immerhin hat er sich entschuldigt. Wäre jetzt mein Weg, denn der Chef muss kein guter Kumpel sein. Wurscht.
Wenn möglich, würde ich übrigens mit dem Kollegen telefonieren und treffen, ohne dass dein Chef es mitbekommt, aber im Nachbarbüro hört er wohl alles. Nervig!
w35
 
  • #3
Ich verstehe das Problem nicht.......warum telefonierst du privat in deinem Büro?
Wenn du zu Hause deine Privatgespräche führst....bekommt das Niemand mit.
Sag ihm doch einfach, er soll dich nach Büroschluss anrufen.
 
  • #4
Liebe Lucy. Da wurdest Du wohl massiv getriggert. Ich versuche mir anzugewöhnen, erst einmal tief Luft zu holen und nachzudenken, wenn ein wunder Punkt bei mir getroffen zu sein glaubt.

Nach eingehender Prüfung muß ich im Nachhinein sehr oft zu dem Schluss kommen, dass mein Verfolgungswahn sehr kreativ ist, wenn es darum geht beleidigt sein zu müssen. Da kann man selbst harmlose Situationen voll und ganz auf sich beziehen.

Deinem Chef dürfte es sehr egal sein, ob Du Dates hast oder nicht. Aber es ist nicht unüblich, dass man keine Infos an ehemalige Mitarbeiter geben will. Und schon gar nicht, wenn die bei der Konkurrenz arbeiten. Das ist vermutlich der wunde Punkt Deines Chefs.

Und nun hattet Ihr beiden den Supergau: Er wurde durch Dein Treffen mit dem ehemaligen Kollegen getriggert und hat dann Deinen wunden Punkt getriggert. So entsteht großes Kino. Auf beiden Seiten.

Also: tief Luft holen. Alles halb so schlimm.
 
  • #5
Meine beiden Chefs wurden nach einiger Zeit auch verbal intim und missbrauchend und meinten, private Dinge über mich in Erfahrung bringen zu können, um sich eine Meinung über mich zu bilden. Ich habe einmal einen ziemlich schlimmen Ton angeschlagen und sowas gesagt wie: "Halte dich aus meinen Angelegenheiten raus! Ab morgen will ich ein Einzelzimmer oder ich bin weg."

Ab dann war ich auf dem Absprung vom Job, denn bis dahin war das Fass längst am Überlaufen.

Ganz einfach: Weg von solchen Männern. Such dir einen neuen Job! Alles andere macht schwer krank!

Alternative ist Angriff die letzte Methode: Stell dir vor deinen Chef und schlage einen deutlichen Ton an, dass er aufhören soll, dich zu belästigen. Er soll sich nicht in deine Privatangelegenheiten mit Kollegen einmischen und aufhören, dir Emails zu schreiben.

Glaub mir, ich hab das alles schon gemacht. Wenn man vor Chefs nicht schlagfertig ist, heißt deine Endstation Krankheit.

Ich finde, du bist auch ziemlich selbstverunsichert. Was spielt es eine Rolle, ob du dich mit dem Kollegen triffst? Sage deinem Chef doch, du würdest gerne die Kollegen privat kennenlernen oder das Treffen kam von dir aus. Will dein Chef dir unter die Bettdecke gucken?
 
  • #6
Als erste Maßnahme würde ich auf keinen Fall nochmal mit dem Kollegen in Hörweite des Chefs telefonieren, war etwas ungeschickt von dir, finde ich. Notfalls halt schreiben. Andererseits hört es sich so an, als würden du und dein Chef einen lockeren Umgang pflegen, das würde ich mit dem heutigen Tage ändern und zwar so, dass er von mir GAR NICHT MEHR privat mitbekommt. So machst du dich unangreifbarer.

Dass dich seine Bemerkung so fertig macht, zeigt ja, dass dein Selbstwertgefühl nicht das Allerbeste ist, sonst hättest du ihm (im übertragenen Sinn) den Vogel gezeigt. Hast du dich in den ehemaligen Kollegen ein bisschen verguckt und erhoffst dir mehr? Dann war das natürlich eine kalte Dusche.

w 55
 
  • #7
warum sonst sollte er sich denn mit Dir treffen wollen?" und das "mit DIR" war sehr betont
Das ging sicher nicht gegen Dich persönlich, da dürfte es wohl noch mindestens eine weitere Person weiblichen Geschlechts in der Firma geben, der der Ex-Kollege so auffallend zugeneigt war, daß es auch dem Chef nicht entgangen ist. Mit der Folge, daß er die Intention des Ex-Mitarbeiters besser durchschaut als Du.
 
  • #8
@Lucy aus dem Süden
Nein, du hast nicht überreagiert! Dein Chef scheint ein arrogantes Trampeltier zu sein. Wie viele Männer. Er ist eben nur ein Mann... Und einer mit Paranoia. Es sollte klar sein, dass du keine Firmeninterna weiter tratscht. Offensichtlich vertraut er dir da nicht und hält dich für naiv und inkompetent oder leicht manipulierbar. Frage zurück, ob er dir nicht vertraut! Stelle klar, dass er sich auf deine Loyalität und Diskretion immer verlassen kann. Und dass du mit dem Ex Kollegen einfach in Kontakt bist, so wie das unter Kollegen üblich ist. Ihr habt Euch immer gut verstanden. Ich kenne es nur so, dass man sich ein Netzwerk aufbaut und in Kontakt bleibt. Dein Privatleben geht deinen Chef schließlich nichts an. Er hat zwanghaft Angst davor, dass der Ex Kollege von dir Firmeninterna erfahren will. Und ja, offenbar fehlt ihm völlig das Verständnis dafür, dass man mit früheren Kollegen in Kontakt steht. Er möchte ihn wohl nicht besonders. Vielleicht hat er Sorge, dass er dich abwerben will? Wer weiß, er klingt sehr verunsichert. Und hat bei dir einen wunden Punkt getroffen. Manche Mitmenschen sind sehr unsensibel. Da hilft nur, eine schnippische Antwort geben. Und sich was Gutes tun, eine Runde zum Friseur, Gassigehen an der frischen Luft oder abends Pizza mit Rotwein oder mit einer Freundin eine Pyjama Party machen! Lade dich irgendwo spontan ein! Das bringt dich auf andere Gedanken. Und im Job wieder etwas distanzierter und seriöser auftreten und weniger privat vertraulich sein. Nicht soviel von sich erzählen. Auf die Arbeit konzentrieren und den Computer ein paar Wochen um Punkt 6 rigide herunterfahren... Das hat der jetzt Chef davon! Und das nächste Mal sofort zurück fragen, wie er denn das meint "mit dir" etc. oder zurück schimpfen oder schnippisch sein. Dann bekommt der Mann wieder mehr Respekt! Oder du zeigst deine Gefühle und weinst einfach, wenn dir danach ist. Dann muss er sich entschuldigen. Das hat er ja getan. Immerhin. Nimm die Entschuldigung einfach an oder fordere eine kleine Wiedergutmachung on top, z.B. einen Adventskalender. Du fühlst dich als Frau angegriffen oder klein gemacht, bist verletzt.
 
  • #9
Das ist wirklich hart. Ich wäre auch
Ich verstehe das Problem nicht.......warum telefonierst du privat in deinem Büro?
Wenn du zu Hause deine Privatgespräche führst....bekommt das Niemand mit.
Sag ihm doch einfach, er soll dich nach Büroschluss anrufen.
Das ist doch total am Thema vorbei. Es geht darum, dass es verletzend ist, wenn andere Leute durchblicken lassen, dass sie die FS gar nicht als mögliche Partnerin für irgendwen ansehen. Der Chef gibt zu verstehen, dass es ja wohl nicht sein kann, dass der alte Kollege Interesse an ihr hat, sondern dass er sie natürlich nur aushorchen will, sonst würde er sich nicht um Kontakt bemühen.

Klar wunder ich mich generell auch etwas darüber, dass der Chef da immer reinquatscht und woher er das weiß, dass ihr überhaupt Kontakt habt, aber keine Ahnung, was da speziell vorgefallen ist (ich habe mit ehemaligen Kollegen Kontakt und niemand würde da je sagen, das und das darfst du nicht erzählen, es gibt hier keine extremen Geheimnisse im Betrieb; vielleicht, wenn jemand zur direkten Konkurrenz wechseln würde, aber das weiß doch jeder selbst).

Liebe FS, es tut mir sehr leid. Ich kann mir vorstellen, dass das sehr verletzend ist für dich. Aber erstmal ist das ja nur ein einziger Mensch, der so denkt, und das hat nicht zu bedeuten, dass das die Realität ist. Immerhin hat er es wohl gemerkt und hat sich entschuldigt. Je nachdem, wie gut dein Verhältnis ist, würde ich das schon nochmal in Ruhe mit ihm besprechen, dass dich das verletzt hat, muss aber nicht sein, wenn du das nicht willst. Ich denke, du hast aber ein Problem mit deinem Selbstwertgefühl und gibst ihm innerlich irgendwie recht, sonst hätte dich das nicht so extrem getroffen. Dagegen kann man was tun. Kümmere dich um dich und deine Liebe zu dir selbst, dein Selbstbewusstsein!

w, 36
 
  • #10
Der will doch nur was erfahren, "warum sonst sollte er sich denn mit Dir treffen wollen?
Du überbewertest diesen Satz in eine Richtung.
Was du raushörst ist "Mit dir will keiner was anfangen, weil du zu hässlich bist". Du projizierst auf den Satz was du selbst über dich denkst und was deine grösste Angst ist, das andere von dir denken könnten.

Es gab aber eine Motivation hinter dem Satz.
Am Anfang steht Misstrauen.
Er äußert den Verdacht, dass dieser ehemalige Kollege etwas herauszufinden versucht, um dem Unternehmen zu schaden.
Dein Chef ist diesem ehemaligen Kollegen gegenüber misstrauisch.
Der Verdacht "Der will doch nur was erfahren".

Hinter dem "Warum sonst sollt er sich mit DIR treffen wollen", steht der Verdacht, dass er sich mit Dir treffen will, weil so leichter etwas zu erfahren sein könnte. Anstatt sich der ehemalige Kollege mit Ihm trifft, wo er nichts "rausbekommen" könnte.
Im Endeffekt traut dir dein Chef keine Verschwiegenheit zu. Er fantasiert darüber, dass sich der Kollege mit DIR trifft, weil dort "leichter" etwas zu erfahren sei.

Das passt auch damit zusammen, dass dein Chef meint, dich nun zuquatschen zu dürfen, wie du dich zu verhalten hast.
Insgesamt ist das Mansplaining. Ganz sexistisch schreibt er dir die Eigenschaft der "Quasselstrippe" zu, mit der einfachen Begründung, weil du eine Frau wärst. Dieser müsse man erst sagen, wie sie sich zu verhalten habe und müsse seine Angst ausbreiten, dass sie die undichte Stelle wäre in der Firma, weil WEIBLICH. Das ist auch verletzend. Als Chef traut er dir nicht zu, richtig mit der Situation zu verfahren.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #11
Nun ja. Solange du keine Interna ausplauderst, geht es deinen Chef nichts an, was du erzählst und mit wem du dich triffst.
Ansonsten ist es für Betriebsklima relevant , welchen Chef man hat. Wenn du schon öfters innerlich an die Decke gehst, dann hast du jetzt gute Gelegenheit, den Job zu wechseln. Sag ihm nichts und fange an zu suchen. Kein Geld ist es wert, sich täglich den Schikanen aussetzen zu müssen.
Und ich gebe Foristen recht - du bist aufgelöst, weil dein Chef dich nur darauf aufmerksam gemacht hat, was du tatsächlich über dich denkst. Du sorgst für deinen Lebensunterhalt und bist AE. AE zu sein ist ein harter Job, du packst es trotzdem, also kannst du stolz auf dich sein. Arbeite an deinem Selbstwertgefühl.
 
  • #12
Was geht es deinen Chef an, ob du potentielles Interesse an deinem Kollegen hast oder er an dir und was ihr beredet, den du seit 30 Jahren kennst? Du bist doch keinem Rechenschaft schuldig, wen du hintenrum triffst oder redest!

Ich würde den Chef zurecht weisen und sagen, dass du deinen Kollegen 30 Jahre länger kennst als ihn und sehr genau weißt, was er will und nicht will. Bzw. es ihn nichts angeht und das Privatsache ist.

Was ist das für ein ominöser Job, wo du nichts reden "darfst"?
Allein das würde mich in die Flucht schlagen.

Dein Chef ist reichlich naiv, wenn er denkt, jeder ist so loyal, dass er ein schmutziges Betriefgeheimnis nicht ausplaudert.

Vermutlich hast du noch nicht oft genug durchscheinen lassen, dass du deinen Kollegen sehr gut und sehr lange kennst. Aber vermutlich wärst du da auch den Job los, weil dieser gekündigte Kollege wohl irgendwelche Geheiminfos vom Chef über dich rausfinden will. Also evtl. spielst du mit deinem Job, wenn du was verrätst.

Wer mir allerdings sagen will, was ich "darf" hätte mich das letzte Mal gesehen, auch mein Chef.
 
  • #13
Offenbar weiß dein Chef, dass der Kollege etwas von dir über den Betrieb wissen will und du bist eine einfache Zugangsquelle, die alles ausplaudern könnte. Du bist dagegen in einer völlig anderen Blase gerade. Du willst und brauchst einen Partner und weinst jetzt, weil du denkst, dein Chef will dir deine Hoffnungen auf den Kollegen madig machen, darum geht es aber gar nicht. Der Kollege möchte etwas über dich rausfinden.

Du siehst dieses "nicht reden dürfen" als persönliche Einsschränkung, dabei geht es offenbar lediglich um Betriebsverträge. Dein Chef will und kann dir den persönlichen Kontakt zu deinem Kollegen nicht untersagen, aber dir sehr wohl verbieten, über Betriebsgeheimnisse zu reden.

Also ja, du hast in meinen Augen etwas naiv überreagiert, weil das Thema Partnersuche gerade ein empfindliches Thema bei dir ist. Dem Chef ging es aber sicher nicht darum, dich zu verletzen, sondern ihm ging es ganz um sich und sein Geschäft und viel Geld oder Kunden, und dass der andere Kollege was für sich davon einheimsen will.

Es ist nicht unüblich, dass linke Mitarbeiter den Betrieb verlassen und die besten Kunden mitnehmen und sich Zugang über Daten und Quellen verschaffen, um sich selbst zu bereichern.
 
  • #14
Aber jetzt zu gestern Abend: Er sagte den Satz: Der will doch nur was erfahren, "warum sonst sollte er sich denn mit Dir treffen wollen?" und das "mit DIR" war sehr betont, es ist ihm wohl so rausgerutscht und es hörte sich so an, als würde er es auch genauso denken. Das habe ich mir keinesfalls eingebildet.
Irgendwie lese ich nirgendwo eine Entschuldigung des Chefs, aber mal so am Rande wofür eigentlich auch?

Liebe TE,

da muss Dein Selbstbewusstsein ganz schön am Boden sein um diesen Satz auf Dich als potentielle Partnerin für wen auch immer zu beziehen. Jetzt reagierst Du auch noch mit zu Hause Dich im Gekränktsein zu baden.

Glaubst Du wirklich Deinen Chef interessiert es ob Du attraktiv auf Männer wirkst? Mich würde eher stören, wenn er mich für illoyal und unzuverlässig halten würde.

Also tu Dir was Gutes, lass Dich aufbauen, geh auf den Weihnachtsmarkt und flirte mit roten Wangen, aber lass Dein Kind zu Hause.

w/36
 
  • #15
Liebe Lucy, stumpf gesagt der Chef vertraut dir nicht. Frage dich doch mal woher das kommt. Wie verhälst du dich denn am Arbeitsplatz, welchen Eindruck vermittelst du? Erzählst du denn viel über andere Personen. Warum machst du das denn so das der Chef das mitbekommt das du dich mit dem Kollegen triffst. Fühlst du dich an deinem Arbeitsplatz sehr untergeordnet, ich empfinde deine Situation eher alltäglich und nicht so dramatisch. Ich hätte da als Mitarbeiterin kurz genickt und dann wär das Thema durch.
 
  • #16
Da wurdest Du wohl massiv getriggert. Ich versuche mir anzugewöhnen, erst einmal tief Luft zu holen und nachzudenken, wenn ein wunder Punkt bei mir getroffen zu sein glaubt.
Ja das denk ich auch.
Es geht gar nicht unbedingt um die FS, sondern darum , dass sich der Chef offenbar für wichtiger hält, als er ist.
Wenn er misstrauisch ist, heißt das nicht, dass du nicht vertrauenswürdig bist, das Misstrauen ist sein Problem.

Er kann doch denken was er will, du musst dich nicht so verhalten damit er das Richtige denkt, macht er im Zweifelsfall sowieso nicht.

Ich würde es ihm ungefiltert zurückgeben, ihn von oben nach unten anschauen und sagen: "was sollte jemand denn hier ausspionieren wollen?! Mir ist meine Verschwiegenheitsverpflichtung bekannt."


Ansonsten würde ich ihn eiskalt abblitzen lassen und grundsätzlich dafür sorgen, dass mein Chef kein Einblick in mein Privatleben hat.

Ebenso würde ich es vermeiden, irgendwelche Gefühle vor meinem Chef zu zeigen, egal wie wütend oder verletzt ich bin. Ich denke damit macht man sich angreifbar, wird nicht ernst genommen und entsprechend respektlos behandelt.
 
  • #17
Liebe Lucy, die Frage, ob du überreagiert hast, ist müssig. Wichtiger ist die Frage, wie du dich weiterhin verhältst.

Dein Chef hat - bestimmt unabsichtlich, der ist in seiner eigenen Geschichte - einen superwunden Punkt von dir getroffen. Er hat es bemerkt und sich bei dir entschuldigt.

Mein Rat: Lass gut sein. Vergiss die Geschichte. Geh morgen völlig normal zur Arbeit, sprich die Geschickte NIE mehr an. Generell empfehle ich dir mehr Distanz bei der Arbeit. Keine privaten Telefonate. Keine Gespräche über dein Privatleben und dein Befinden mit dem Chef.

Mir fällt grad eine Situation vor vielen vielen Jahren ein. Mein damaliger Chef zitierte mich in sein Büro und warf mir - ungerechtfertigt - vor, ihn zu konkurrenzieren. Ich heulte einfach los, ich klärte sein Missverständnis unter Tränen auf. Ich war von der Rolle an diesem Tag, am Tag vorher musste ich meine sehr junge und sehr geliebte Katze einschläfern lassen, ich hatte die Nacht durchgeweint, und meine Tage hatte ich auch. Ich schlich zurück in mein Büro und hätte im Boden versinken können vor Scham und mich verohrfeigen für meine Unprofessionalität. Eine Stunde später stürmte mein Ex-Chef (ein sehr distanzierter Mensch, so Typ englischer Lord) in mein Büro, knallte mir einen Blumentopf auf den Tisch, nuschelte etwas Unverständliches und raste wieder davon. Mein superpeinlicher Auftritt hat unserem Verhältnis nicht geschadet.

Frau 53
 
  • #18
Du hast recht heftig reagiert. Eine Psychologin in einem anderen Forum schrieb mal, dass es kein ÜBERreagieren gibt. Der Mensch reagiert halt so, wie er reagiert. Aber - ja, für die Außenwelt sieht es manchmal so aus, als sei die Reaktion nicht "angemessen". Ich denke, weil Du Dir einen Partner wünschst, wiegt die Bemerkung des Chefs besonders schwer. Und Du hast Dir sicher nie drüber Gedanken gemacht, dass er sich Gedanken über Dich als Frau macht und eine Einschätzung Deiner Attraktivität im Kopf hat.

Ja, wie nun damit umgehen, wenn man erfahren hat, dass man als "Sowieso-nicht-in-Frage-kommend" gesehen wird von Leuten, die über einen nicht in dieser Weise nachdenken sollten?
Erstmal: Seine Bemerkung ist extrem anmaßend. Was weiß denn er, was Dein Kollege über Dich denkt. Was denkt er, dass seine Meinung über Dich als Frau hinsichtlich der Attraktivität wichtig wäre. Was maßt er sich an, eine BEURTEILUNG abzugeben. Gut, die war nun im Zuge seiner Hysterie, Du könntest dem Kollegen irgendwas Internes erzählen, er hat nicht "einfach mal so" seine Meinung geäußert. Der Chef hat kein Vertrauen, und nein, ich frage Dich nicht, warum. Denn es gibt genügend Paranoide, die sich reinsteigern ganz ohne Grund. Sie können mit dem Risiko nicht leben und halten denjenigen, vor dessen Verrat sie Angst haben, für einen Deppen, der nicht kapiert hat, wie wichtig es ist, nicht über die gewissen Themen zu reden. Nicht, weil der Mensch wirklich ein Depp wäre, sondern weil der Chef einfach nur Panik schiebt und anderen Menschen nichts zutraut.

Naja.
Der Spruch mit den Prinzesschen und den Königinnen ist super.
Dass Dein Chef Dich nicht attraktiv findet - geschenkt, oder? Ich denke nicht, dass er Deine Zielgruppe ist. Ich denke mal, Du hättest ihm antworten können "Na ich will MIT IHNEN auch nicht ins Bett". Er ist auch nicht das Attraktivitätsweltgericht, das Daumen rauf oder runter gibt und das Urteil würde dann auch gelten.
Was sein Vertrauen in Dich angeht, würde ich mal eine klare Ansage in Erwägung ziehen. Nicht aggressiv, sondern freundlich, klar und sachlich. Dass Dir klar ist, dass dies und das nicht ausgeplaudert gehört, dass Du Dir selbst ein Urteil bildest, wer Dich warum datet und dazu seine Meinung nicht wissen willst. Er hat sich ja nun entschuldigt, also das letzte würde ich dezent formulieren. Aber ich würde doch mal was sagen, weil das auch dem Chef zeigt, dass Du seine Angst ernst nimmst, die er bzgl. Geheimnisausplauderei hat.

Ansonsten kannst Du Dich ja nur um Dein Leid mit dem Nichtvorhandensein eines Partners kümmern. Vielleicht ist die doofe Bemerkung des Chefs ein Kick in Richtung, Dich mehr um Dein Äußeres zu kümmern, falls Du das nicht schon machst. Manchmal ist das ja so, dass so eine unbedachte Äußerung, die weh tut, einen Anstoß gibt und man das Ganze in was Positives verwandeln kann.
 
  • #19
Hier die FS:
vielen Dank für die zahlreichen Ideen und Meldungen von Euch, jede hat mir auf seine Art weitergeholfen!
Auch der Hinweis auf mein momentan angeknackstes Selbstbewusstsein hat genau ins Schwarze getroffen. Sonst hätte ich sicher nicht 1 Nacht und 1 Tag lang geheult. Danke also auch für diesen speziellen Hinweis.
Auch dass ich meinem Chef morgen eine klare Ansage machen werde, in Bezug auf unser zukünftiges Arbeiten (keine privaten Sachen, und mehr Respekt für mich (er hat es immer wieder gesagt, dass ich keine Interna's weitergeben darf, ich bin kein Kindergarten-Kind...).
Ich habe übrigens in keiner Weise etwas mit dem ehemaligen Kollegen vor, es ging lediglich um normalen gesellschaftlichen Kontakt. Mit ihm, seiner Tochter und seiner Lebensgefährtin.

Das mit meiner Partner-Suche weiß der Chef natürlich gar nicht.
Es ging lediglich um diese von mir empfundene Beleidigung und wie ich in Zukunft am besten mit ihm (dem Chef) umgehe.
Übrigens könnte ich gleich im nächsten Monat einen neuen Job (oder mehrere) haben, das weiß er auch. Meine Fähigkeiten (technischer Vertrieb Elektronik) sind im Münchner Raum momentan SEHR gefragt. Ich bekomme jede Woche Angebote.

Deshalb werde ich morgen ihm eine ganz klare Ansage geben, damit so etwas nicht mehr passiert.
Am Freitag ist Weihnachts-Feier, ich tendiere dazu, nicht teilzunehmen, was denkt Ihr darüber? (wir sind nur 20 Mitarbeiter, also wenn einer fehlt...)
 
  • #20
Übrigens könnte ich gleich im nächsten Monat einen neuen Job (oder mehrere) haben, das weiß er auch. Meine Fähigkeiten (technischer Vertrieb Elektronik) sind im Münchner Raum momentan SEHR gefragt. Ich bekomme jede Woche Angebote.
Sch... auf die Weihnachtsfeier, nimm eines dieser Angebote an! Ist sicher sowieso auch lukrativer, bist ja in einer guten Position, Dir was entsprechendes auszuverhandeln.
Und: Immer professional bleiben im neuen Job!
ErwinM, 50
 
  • #21
Schauen wir doch mal die Fakten an:
Am Arbeitsplatz private Verabredungen so zu treffen, dass der Chef das mitbekommt IST unprofessionell.
Bei uns in der Kanzlei wird jeden Monat eine Belehrung über die Verschwiegenheitspflicht versandt - den Erhalt müssen vom Partner bis zur Putzfrau alle bestätigen.
Ein Ex Kollege gehört eben nicht mehr dazu und hat keine Interna mehr zu erfahren.

Der Chef hat also mitbekommen, dass ihr euch privat trefft. Vielleicht hat er von anderer Seite auch noch mitbekommen, dass der Ex Mitarbeiter versucht, dies oder jenes herauszubekommen. Also hat er reagiert. Zum Wohle der Firma.
Wer nun meint, sie solle ihren Arbeitsplatz wechseln, krankfeiern oder Streit mit dem Chef anfangen - dem sei gesagt, dass durchaus nicht überall Hunde mitgebracht werden dürfen, privat telefoniert werden darf etc. Privilegien können auch entzogen werden - und Mitarbeiter können auch nach 30 Jahren entlassen werden. Und ja, Lucy, anstatt nun beleidigte Leberwurst zu spielen würde ich mir an deiner Stelle eher Gedanken machen, warum der Chef der Ansicht war, dich explizit an deine Pflichten zu erinnern. Mach ein riesiges Theater um nichts und du schiesst dich selbst ins Off.
 
  • #22
Liebe FS,
Du bist eine ältere, berufstätige Frau und solltest als solche über ausreichend Lebenserfahrungen verfügen, um bestimmte Fehler nicht mehr zu machen.

Mein Chef gestern kurz vor Feierabend kommt zu mir, um mir mal wieder ins Gewissen zu reden, was ich mit einem ehemaligen Arbeitskollegen....
Warum telefonierst Du mit diesem Mann immer von Deinem Arbeitsplatz aus, wenn Du weißt, dass es Deinem Chef der Kontakt zwischen den Exkollegen missfällt?
Du hättest schon nach der ersten Ansage dieser Art merken müssen, dass es besser ist, dem Chef die Fortführung des freundschaftlichen Kontaktes zu verheimlichen.
Warum also kannst Du dem Mann nicht klarmachen, dass er Dich ausserhalb der Arbeitszeit und nicht an Deinem Arbeitsplatz anzurufen hat.

Für mich an sich kein Problem, obwohl er das öfter macht. Einmal sollte eigentlich reichen.
Nein, es reicht offensichtlich nicht. Wenn Du etwas Vernunft hättest, dann hättest Du nach seiner ersten Ansage dieser Art erkannt, dass Du Privatleben und Beruf strikt trennen solltest.

Wenn Du aber Beruf und Privatleben nicht trennen kannst, am Arbeitsplatz ausgiebig Privatgespraeche führst und dabei in der Art, dass Dein Chef erkennt, mit wem Du über was redest und dass er Dich einbremsen muss, dann darfst Du nicht damit rechnen, dass er Dich für klug und professionell hält. Also wiederholt er sich, weil er es für erforderlich hält.
Du möchtest einen respektvolleren Umgang? Dann verhalte Dich wie eine Respektperson. Stell die privaten Telefonate sowie Gespräche über Dein Privatleben auf der Arbeit ein.

"warum sonst sollte er sich denn mit Dir treffen wollen?".... PS: mein Chef rief mich dann noch im Auto an und hat sich entschuldigt...
Ok, er hat es also so geringschätzig gemeint, wie er es gesagt hat, sonst hätte er sich nicht entschuldigt.
Jetzt ist es an Dir, Dich zu fragen was für ein Bild Du auf der Arbeit abgibst, dass er so über Dich denkt. Dieses geringschätzige Denken ist lange und tief in ihm verankert, sonst würde ihm das nicht so rausrutschen.
Und wenn Du weißt, was für ein Bild Du abgibst, dann solltest Du Dir überlegen, was für ein Bild Du abgeben willst und durch welches Verhalten im Job Du das erreichen kannst.

hab ihm kurz ne Mail geschrieben (dem Chef), dass ich mich nicht gut fühle.
Ja, unprofessioneller geht wohl nicht. So einen Hysteriekram kannst Du im Privatleben machen, aber nicht im Job.
Du bist 54 Jahre alt. Verhalt Dich wie eine gereifte Frau und nicht wie eine 18-jahrige, für die Kritik an ihrer Person einem Weltuntergang gleichkommt.
Wenn es Dir nach seiner Ansage richtig schlecht geht, belästige ihn damit nicht, sondern lass Dich krankschreiben, bis Du ihm wieder stabil entgegentreten kannst.
 
  • #23
Am Freitag ist Weihnachts-Feier, ich tendiere dazu, nicht teilzunehmen, was denkt Ihr darüber? (wir sind nur 20 Mitarbeiter, also wenn einer fehlt...)
Bis dahin vergehen noch ein paar Stunden...gehe ruhig hin, du weißt Königinnen nehmen das Schwert mit:) Amüsier dich mit den anderen Kollegen und Kolleginnen, lass dich das nicht von ihm nehmen! Zeige Contenance. Lass das Problem schrumpfen auf Würfelgröße! Du kannst ihn ja mit Ignorance etwas strafen, aber zeig ihm nicht wie sehr dich das persönlich trifft, Du bist Profi!

Und die anderen Angebote, könntest du bei Zeit vielleicht doch etwas genauer prüfen!

Alles Gute!
 
  • #24
Liebe Vikky, und auch an die anderen, die aus meinem Text angenommen haben, ich würde mit dem Ex-Kollegen von der Arbeit aus telefonieren. Das ist absolut nicht der Fall!
Mein Chef kam völlig unvermittelt mit diesem Thema mal wieder zu mir, ich habe noch NIE mit dem Ex-Kollegen während der Arbeit telefoniert. Das wollte ich nur mal klarstellen, bevor mich noch mehr Leute hier als unprofessionell darstellen, liebe Vikky.
 
  • #25
Auch dass ich meinem Chef morgen eine klare Ansage machen werde, in Bezug auf unser zukünftiges Arbeiten (keine privaten Sachen, und mehr Respekt für mich (er hat es immer wieder gesagt, dass ich keine Interna's weitergeben darf, ich bin kein Kindergarten-Kind...).

Deshalb werde ich morgen ihm eine ganz klare Ansage geben, damit so etwas nicht mehr passiert.
Am Freitag ist Weihnachts-Feier, ich tendiere dazu, nicht teilzunehmen, was denkt Ihr darüber? (wir sind nur 20 Mitarbeiter, also wenn einer fehlt...)
Also, ich glaube, du stehst immer noch ein bisschen neben dir, denn du klingst echt nach Drama Queen. (So kenn ich dich von deinen sonstigen Beiträgen gar nicht.) Sag ihm, du willst mehr Respekt, und er rollt innerlich mit den Augen, da bin ich mir sicher. Denn wenn er dich respektieren würde, hätte er sich eine solche Bemerkung erst gar nicht getraut zu machen. Ansonsten reicht es doch, wenn er den Umgang mit deinem Ex-Kollegen nicht mehr mitbekommt. Sollte er dann irgendwann nochmal zum Thema "Internas ausplaudern", kannst du ihm immer noch sagen, dass du deine Ansage verstanden hast und er sich das zukünftig schenken soll.

Und dass du jetzt überlegst, nicht zur Weihnachtsfeier zu gehen, finde ich kindisch. Dann weiß nicht nur dein Chef, was los ist, sondern bald auch deine Kollegen. Bei 20 Leuten setzt du dich halt woanders hin und gut ist.

w 55
 
  • #26
Für mich ist das auch maximal unprofessionell.
Da wird während der Arbeitszeit soviel privat telefoniert und mit dem Ex-Kollegen rumgeschäkert, bis es der Chef mitbekommt.
Der Fiffi wird mit ins Büro gebracht und bei der kleinsten Spannung durchgeweint und krank gespielt.

Dein Chef toleriert dieses Verhalten, das ist jedoch nicht allgemein üblich.

Dein Chef denkt, dass der Ex-Kollege sich an Dich ran wanzt, um von Dir Betriebsgeheimnisse zu erfahren. Gerade wenn der Ex-Kollege erst jetzt plötzlich Kontakt zu Dir sucht und noch dazu ausschließlich während der Arbeitszeit, ist doch auch was an der Vermutung dran.
 
  • #27
Liebe Lucy. Wenn ich einen wunden Punkt habe, dann versuche ich, diesen auf gar keinen Fall anderen zu zeigen. Das bedeutet, dass ich anderen auch nicht zeige, wenn sie ihn getroffen haben. Zumindest versuche ich es.

So Kinkerlitzchen wie "mir ist heute nicht gut" würde ich mir tunlichst verkneifen, weil ich gar nicht einsehe, dass ich anderen zeige, wie viel Macht sie über mich haben. Das hat etwas mit meinem Stolz zu tun.

Und jetzt versetze Dich mal in Deinen Chef. Er konnte bei Dir ein völlig irritierendes Verhalten beobachten. Der fragt sich vielleicht sogar, ob Du einen an der Waffel hast. Und dann noch beleidigt von der Weihnachtsfeier fernbleiben. Das ist unprofessionell.
 
  • #28
Das halte ich als richtig und vernünftig, der AG sollte kein Beziehungsverkuppler sein, wann kapieren das die letzten Leute, die sich immer noch nicht daran halten wollen? Es gibt doch 1000 und mehr Chancen außerhalb des Arbeitsplatzes jemand kennen zu lernen, warum muss der AG dafür hinhalten? In jedem Arbeitsvertrag sollte das drin stehen. Der Vermieter einer Whg. kann auch bestimmen keine Hunde in der Whg. zu halten. Die Konsequenz ist der Arbeitsplatzverlust!
Man verbringt ein Drittel seines erwachsenen Lebens auf der Arbeit. Es ist also durchaus so, das es für viele auf der Arbeit mehr Chancen gibt, jemanden kennenzulernen, als beim Rest des Tages. Das habe ich schon mal geschrieben. Ich verstehe, dass eine Firma ein Problem damit hat, dass Chef und Untergebener was miteinander anfangen, oder direkte Kollegen. Aber in großen Firmen finden sich ständig Paare, ohne, dass das die Arbeit irgendwie beeinflusst. Bei uns in der Firma kenne ich zwei sehr glückliche Ehepaare mit Kindern, die sich hier kennengelernt haben. Ich seh überhaupt nicht, warum das so schwierig ist. So eine Regelung, dass das nicht sein darf, führt nur dazu, dass die Leute das heimlich machen. Menschen sind emotional und lassen sich nicht von Firmenrichtlinien davon abhalten. Es gibt hier ja genügend Fragen, die sich sogar auf total ausweglose Affären am Arbeitsplatz beziehen, wo jeder klar denkende Mensch von außen sagen kann, das ist eine absolut dumme Idee, das ausgerechnet noch da zu machen, wo man arbeitet. Klar gibt's da eben Drama, aber so ist das Leben.
Ganz klar: Rechtlich sind Regelungen wie keine Beziehung am Arbeitsplatz nicht haltbar und man kann dagegen klagen, wenn man aus so einem Grund seinen Arbeitsplatz verliert. Da hat der Chef gar nichts zu sagen, sofern es sich nicht um ein Chef-Angestellten-Verhältnis handelt. Die Firma darf jemanden nur versetzen o.ä., wenn es Spannungen gibt, die die Arbeit beeinflussen. Nicht einfach, weil sich da zwei gefunden haben.
 
  • #29
@Lucy aus dem Süden
Liebe Lucy, dein Chef wird sicher noch mehr paranoid, wenn du nicht zur Weihnachtsfeier kommst. Dann denkt er, da ist was im Busch mit dem ExKollegen. Irgendein Komplott, ein Versuch dich abzuwerben oder geheime Infos werden ausgetauscht. Schau' doch auf dein Bauchgefühl und wie es dir an dem Tag spontan geht, ob du nach dem Zwischenfall bereit bist zum Feiern. Wenn nicht, ist das in Ordnung. Ich bin früher auch viele Jahre nicht zur Jahresfeier gegangen. Sie lag in meiner Urlaubszeit und ich hatte einfach keine Lust, mich zu überwinden. Bei der Weihnachtsfeier geht's ja mehr um deine Kollegen. Wenn du die gut findest, sei einfach 1-2 Stündchen anwesend und verdrücke dich dann! Aber ich denke auch, niemand kann dich dazu zwingen! Ich würde aber die Entschuldigung deines Chefs annehmen und jetzt wieder einlenken. Zeige dich versöhnlich. Es ist Weihnachtszeit! Im neuen Jahr siehst du weiter. In der Vorweihnachtszeit ist ja immer viel los und es wird viel gestritten. Kümmere dich gut um dich und dein Privatleben und geh' mal auf den Weihnachtsmarkt.
 
  • #30
Ich habe übrigens in keiner Weise etwas mit dem ehemaligen Kollegen vor, es ging lediglich um normalen gesellschaftlichen Kontakt. Mit ihm, seiner Tochter und seiner Lebensgefährtin.
Das ist doch eine sehr relevante Hintergrundinformation. Wenn der ehemalige Kollege eine feste Lebensgefährtin und Tochter hat und Ihr Euch sogar alle zusammen trefft, dann ist doch relativ klar ersichtlich, dass der ehemalige Kollege wohl kaum Flirtmotive bei Dir verfolgt.

Wenn Flirtmotive ohnehin relativ offenkundig gar nicht in Betracht kommen, dann steht die Frage, warum der Kollege sich denn ansonsten mit Dir treffen möchte, doch in einem sehr viel harmloseren Licht dar.

Es ging Deinem Chef somit offenkundig gar nicht darum, Dir jede sexuelle Attraktivität auf Männer abzusprechen, sondern ersichtlich nur um seine eigene Furcht, der ehemalige Mitarbeiter könnte an betriebsinterne Informationen gelangen.

Natürlich könnte der ehemalige Mitarbeiter auch nur freundschaftliche Motive für das Treffen haben, was aber nach 30 Jahren bloßer Bekanntschaft eben auch nicht unbedingt das Naheliegenste ist.

So ist das leider mit der Psyche. Wenn man sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, dann interpretiert man die Sachverhalte leider oft als Bestätigung seiner Denkmuster und sieht andere Möglichkeiten überhaupt nicht mehr. Du zweifelst an Deiner Attraktivität und interpretierst daher seine Betonung so, dass es zu Deinem Denkmuster passt. Und ähnlich macht es Dein Chef. Er hat sich in den Kopf gesetzt, dass andere an Geschäftsgeheimnissen interessiert sind und sieht daher ebenfalls kaum noch andere Möglichkeiten, die nicht zu seinen Denkmustern passen. Da die Lebensgefährtin des ehemaligen Angestellten beim Treffen dabei ist, fühlte Dein Chef sich eben in seiner Furcht bestätigt, dass Spionage der Hauptgrund sein müsse, weil seine Furcht andere (bloß freundschaftliche) Gründe und Denkmuster kaum mehr sehen können.

Ich glaube auch nicht, dass er Dir gegenüber besonders misstrauisch ist. Er hat halt Angst vor Spionage. Und es ist auch völlig normal, dass ehemalige Mitarbeiter bei Treffen mit gegenwärtigen Mitarbeiter irgendwann auch mal über den ehemalig gemeinsamen Arbeitgeber sprechen werden und dann in vertrauten Gesprächen oft auch Dinge besprochen werden, die eigentlich betriebsintern bleiben sollen, wenn man eben nicht besonders darauf aufpasst. Und vermutlich wollte Dein Chef (getrieben von seiner Furcht) auch nur das bei Dir erreichen, dass Du aufpasst, eben weil es so völlig menschlich ist, dass man in vertrauten Gesprächen oft auch zu viel erzählt.