• #1

Wie definieren Mann und Frau "eine Beziehung haben"?

Hallo, liebes Forum,

aufgrund einer Diskussion eines anderen Threads habe ich mir die Frage gestellt, ob Männer und Frauen ganz unterschiedliche Dinge erwarten in einer Beziehung und jeder davon ausgeht, der andere wüsste das.
Ich habe es oft in meinem Umfeld gesehen und hier oft gelesen, dass Männer sich so verhalten, als liefe die Beziehung von allein, während Frauen mit vielen Ansprüchen und Bedürfnissen kamen, z.B. gemeinsam mehr Zeit verbringen, die nicht mit Sex oder zusammenwohnen zu tun hat, oder Engagement in der Beziehung, mehr Umwerben, statt ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch hinnehmen usw. Nur sahen die Männer entweder keinen Bedarf oder sie taten es, weil Widerstand zwecklos war (als müssten sie in dieser Beziehung bleiben).
Ich habe es bei nur einer Beziehung nicht gesehen, dass die Männer froh waren, mal Zeit für sich zu haben, allein was zu machen oder wenn Wochenende ist, ihrem Hobby zu frönen, das natürlich entweder mit Kumpels oder allein zu machen ist, aber nur nicht mit der Frau.
Ich kenne auch Beziehungen, wo sich nie unterhalten wird aufgrund des Mannes. Interessanter Gedankenaustausch findet wenn dann mit anderen statt.

Also meine Frage: Wieviel Zeit wollt ihr mit dem Partner verbringen, wenn es nicht um Sex, man-begegnet-sich-in-der-Wohnung, man fährt zur Familie oder nebeneinander sitzen und fernsehen geht? Und was wollt ihr dann mit ihm/ihr machen? Seht ihr eine Notwendigkeit darin, ein gemeinsames Hobby zu haben, vielleicht in einer Gruppe mit Gleichinteressierten, oder reicht euch, wenn ihr höchstens den Haushalt gemeinsam macht? Vielleicht nicht mal das, weil einer das eine macht und der andere das andere.
Sollte ein Partner/eine Partnerin auch wie ein bester Freund sein, mit dem die freundschaftliche Basis und die Gleichberechtigung bewirkt, dass man sich näher kommt als nur in den Beziehungen, wo es die traditionelle Rollenverteilung gibt oder der Partner nur Ausstattung ist?
Wie seht ihr die Sache mit der Arbeit an der Beziehung? Mein Eindruck ist, dass die Männer, mit denen hier Schreiberinnen zu tun haben, das meist so sehen, dass die Frau entweder "mitmacht", wie der Mann es laufen haben will, oder sie passt nicht - wird natürlich auch umgekehrt von manchen Frauen so gesehen, aber ich frage halt als Frau. Oder die Ansicht: Beziehung ist, wenn man das so gesagt hat. Dh. das Single-Leben geht wie vorher weiter, nur dass man nicht mehr "weitersucht".

Vielen Dank für eure Antworten.
 
W

wahlmünchner

Gast
  • #2
Tatsächlich ist es so, dass für viele Männer eine Frau Hintergrund vor allem vorhanden sein soll. Irgendwie da und heimelig, aber sonst wollen sie komplett ihren Stiefel durchziehen. Schließlich war es früher oft so: die Mütter waren zu Hause und haben gekocht, geräumt , Sozialkontakte der Familie gepflegt...während der Mann Reperaturen, Rechnungen und Arbeit erledigt hat. Hobbys waren in der Generation meiner Großeltern ein Fremdwort..doch schon meine Eltern verkünsteln sich in Freizeitbeschäftigung en, die so verschieden waren, das es keine Basis gab.
Ich glaube pauschalisieren sollte man nichts . Dennoch leben viele unbewusst nach was sie gesehen haben. Wenn in den Eltern und Großelternbeziehungen viele Alleingänge und wenig Kommunikation herrschte, braucht es anscheinend den Willen das ausgerechnet nicht so zu leben.
Andererseits gibt es auch Paare , die sind so verschieden, dass zu viel Zeit miteinander für mindestens einen eigentlich eine Qual ist. Schade für beide
 
  • #3
Ich habe es bei nur einer Beziehung nicht gesehen, dass die Männer froh waren, mal Zeit für sich zu haben, allein was zu machen [...]
Wieviel Zeit wollt ihr mit dem Partner verbringen, wenn es nicht um Sex, man-begegnet-sich-in-der-Wohnung, man fährt zur Familie oder nebeneinander sitzen und fernsehen geht?
Moin,

bei mir war und ist das "alleine was machen wollen" kein Motiv. Es geht mir also nicht darum, meine Partnerin regelmäßig auch mal los zu sein, sie nicht zu sehen etc.. Die einzige Ausnahme sind - alle paar Wochen - Abende mit meinen besten Freunden, bei denen ich z.B. auch mal unter vier Augen über meine Beziehung jammern will....
Meine Hobbies sind mir sehr wichtig, aber keines davon kann man nur alleine ausüben, keines ist ein reines Männerhobby, und ich würde sie prinzipiell gerne mit meiner Partnerin betreiben.
Betonung auf "würde" - meine persönliche Erfahrung geht dahin, dass es eher die Frauen sind, die ihrem Partner Ausgang verordnen, die Wert auf regelmäßige "Mädelsabende" legen, und die sich nicht besonders drum reißen, in seine Hobbies reinzuschnuppern. Dagegen ist die Sache mit den Schwiegermonstern eher ein weibliches "Hobby", das gerne mal ohne Rücksicht auf Paarzeit ausgelebt wird.

Ich glaube aber, dass der Wunsch nach möglichst viel Paarzeit - sei es nun im gemeinsamen Hobby oder vor dem Fernseher - von der Intensität der Beziehung abhängt - und nicht so sehr umgekehrt. Wenn die Beziehung kriselt, suche ich mehr Zeit für mich alleine, bzw. ist es mir dann eher gleichgültig, ob wir etwas gemeinsam unternehmen oder nicht. Da scheint mir eine starke Parallele zu Sex&Zärtlichkeit zu liegen - eher Symptom als Ursache.
Simpel ausgedrückt: wenn ich jemanden liebe, möchte ich ihn möglichst viel um mich haben bzw. wünsche ich mir eine Beziehung, in der ich viel Zeit mit einem Partner verbringe, weil ich ihn liebe. Ich will weder jemanden lieben, mit dem ich keine Zeit verbringe, noch Zeit mit jemandem verbringen, den ich nicht liebe...

manchmal
 
  • #4
Mal fernab von aller romantischer Verklärtheit, wenn eine Beziehung nach erster Verliebtheitsphase zur Zweckgemeintschaft verkommt- Nein, danke!
Niemand muss rund um die Uhr alles gemeinschaftlich machen und selbstverständlich ist es normal und gesund, eigenen Interessen nachzugehen. Aber eine "Beziehung" ohne Austausch und gegenseitiger Neugier? Wenn man nicht freiwillig und gerne Zeit miteinander teilt? Dann lieber Single.
 
  • #5
Eine Beziehung haben ist von Vielen hier meiner Meinung nach sehr starr festgelegt .
Die habe ich doch auch zu einem Menschen,mir mit welchem ich beispielsweise nur die schönsten Stunden im Leben teile ,genauso wie zum besten Freund,mit welchem ich Radtouren oder andere schöne Dinge erlebe.Warum nur sind wir so fixiert auf eine Person,die so viele Dinge für uns leisten soll?
Gibt es sicher,hab ich auch schon er-und gelebt ,den einen Menschen,den man umsorgt und der für einen da ist,gerade wenn man in der Lebensphase ist,wo es gilt,eine Familie zu gründen.Da ist das sicher Voraussetzung.
Aber gerade wenn dies alles schon hinter einem liegt,kann man es doch sehr genießen ,die vielen verschiedenen Facetten des Lebens auch mit unterschiedlichen Menschen zu genießen ?
Geht mir jedenfalls so.
Ich möchte niemanden mehr mit überzogenen Erwartungen überfrachten ,und erfreue mich einfach daran,wenn Menschen freiwillig und gern Zeit mit mir verbringen .
 
  • #6
Guten Morgen,

ich glaube, dass sich sehr wenig Menschen wirklich Gedanken darüber machen, wie sie eine Beziehung leben möchten. Es geht ganz oft um Äußerlichkeiten, weniger um wie und welches Gefühl sie gemeinsam mit ihrem Liebsten erleben möchten. Die allerschönsten Vorstellungen von der Liebe werden im Keim erstickt, denn man liest und hört es ja immer wieder. Die Beziehungskisten bedeuten Arbeit, Kompromisse und Verzicht. Als I-Tüpfelchen obendrauf werden die chemischen Prozesse genannt, deren wir hoffnungslos ausgeliefert sind und von denen wir gesteuert werden. Dazu die vielen Weissagungen von Menschenskindern, die enttäuscht wurden und bei jeder Gelegenheit ihren Seelenunrat dem andeen überstülpen und Rundumschläge verteilen.
Besser für die Liebe wäre es, sich auf das Verstehen wollen des anderen zu konzentrieren und wie man es selber anders und besser machen könnte.

Für mich bedeutet Beziehung das Leben miteinander teilen und sich gegenseitig bereichern. Das Leben mit jemanden teilen, kann ich nur, wenn meine Ohren auf Empfang stehen, meine Augen auf meinen Liebsten gerichtet und mein Kopf und Herz dabei ist, um zu erfassen, was meinem Liebsten bewegt. Den anderen erreichen können, indem ich mich öffne und klare Aussagen mache. Das Tun und Handeln aus mir selbst heraus, ohne überlegen zu müssen, ob ich eman(n)zipiert genug handele, oder das Jagdfieber aufrechterhalten kann. Geben und nehmen können und mich schenken, ohne in eine Opferrolle zu verfallen. Die Frage nach der Zeit, die man miteinander verbringen möchte, erübrigt sich damit, wie viele viele anderen Dinge auch, die als Kleinkram nicht erwähnenswert sind, aber zu einer Lawine werden, wenn man keinen Faden zu dem jeweils anderen findet und diese Leere durch Äußerlichkeiten kompensieren muß.
 
  • #7
Niemals könnte und wollte ich (m) eine solche beschriebene Beziehung unterhalten, da bleibe ich 1000 x lieber Single!
Stimme ich voll zu!

Natürlich gibt es verschiedene Nähemenschen und das muss natürlich passen!
Nur sehe ich einen Unterschied zwischen, von Natur aus so zu sein oder aus Angst nur noch in den festen Strukturen zu bleiben.

Und da landet man letztendlich immer in der Freundschaft +...egal wie man es definiert!
Keine Änderung der Struktur des Singlelebens und keine Verantwortung. Feste Zeiten für: wir spielen Beziehung! Aber mit der Sicherheit....Es würden im Notfall nur diese Stunden wegfallen und ansonsten das Leben nicht aus den Fugen geraten.

Ich bin sicher ein Nähemensch aber mit einem großen Freiheitsdrang!
Mich auf Dauer in eine solche Struktur zu pressen ist für mich Freiheitsberaubung.
Denn auch Emotionen brauchen ihre Freiheit!
Für mich heißt Beziehung...Ich liebe dich, du bist mir etwas wert und ich bin für Dich da!
Bei mir sollte ein Mann schwach sein dürfen und wenn er krank und traurig ist, dann bin ich da und nicht erst wenn mein Termin ist.
Und ein : Wie war Dein Tag...Ist einer der wichtigsten Sätze überhaupt!

Dieses: In guten wie in schlechten Tagen ist eben nicht nur schnulzig, sondern die Grundlage zu einer Beziehung und der Unterschied zu einer " Affäre mit Exklusivität ".

Vielleicht fällt mir es leichter so zu denken, da ich mit meinen Söhnen lebe. Kompromisse an der Tagesordnung sind und ihre Veränderungen mich flexibler machen.
Und weil ich Familie und Freunde habe wo man füreinander da ist.

Ich habe auch Ängste aber vielleicht bin ich viel mutiger, weil ich mich trauen würde!
 
  • #8
Mein Partner ist auch einer meiner besten Freunde. Jeder hat auch sein eigenes Leben und eigenen Freundeskreis. Jeder macht auch was allein. Mein Partner macht jedes Jahr eine Motorradtour mit seinen Kumpels und ich eine Woche Urlaub mit meinen Mädels. Aber auch wenn wir räumlich getrennt sind, ist er mir näher als mein Ex wenn er neben mir auf dem Sofa war. W55
 
  • #9
Für mich gibt es in einer festen Beziehung irgendwann auch Haushaltskram, warum nicht. Wichtig: gute Gespräche. Gern auch ein Hobby teilen. Aber was nutzen einem Erwartungskataloge - ich hatte in meiner langen Beziehung diese Dinge auch und trotzdem habe ich mich getrennt, denn was fehlte, war ein guter, gemeinsamer Umgang mit alltäglichen Problemen und Schwierigkeiten. Was jede meiner zukünftigen Beziehungen leisten muss - oder ich bleibe lieber allein: konstruktiver und verlässlicher Umgang mit Streitpunkten, Problemen, Konflikten und Dingen, die nerven.

In meiner alten Ehe, in der ich (leider) eh schon für die meisten Problemlösungen zuständig war, haben wir beide bei bestimmten Dingen gern schnell den Kopf in den Sand gesteckt. Im Rückblick empfinde ich es so, dass wir aufgrund eines ausgeprägten Harmoniebedürfnisses beide recht konfliktscheu waren, und dann alles irgendwie unterschwellig seinen Gang ging.

Ich habe mich nicht wirklich wohl gefühlt in meinem Leben, auch Arbeitstörungen bekommen, und hatte gar nicht geahnt, wie sehr mich auch diese Beziehung eigentlich belastet hatte - WEIL ein gemeinsames Lösen von Problemen gar nicht möglich war. Ich hatte immer gedacht, wenn ich nur lange genug nach der Lösung suche, kriegen wir es schon hin. Ich habe dabei über vieles hinweggesehen, um die Familie zu halten - mir dabei aber geschadet - und leider auch meinen Kindern.

Ich habe jetzt gar keine konkreten Vorstellungen davon, wie und was ich mit dem Partner machen möchte, wie er beschaffen sein soll - wann es Beziehung ist usw. Bei jeder Begegnung mit Menschen, egal welchen Geschlechts, achte ich jetzt darauf, wie ich mich mit ihnen fühle. Wenn ich einen Konflikt spüre, spreche ich ihn an und erwarte dann auch gemeinsame Lösungen, es sei denn, es ist allein mein Problem. Ich kann das jetzt besser unterscheiden und merke immer besser, wann jemand konfliktfähig ist und wann nicht.

Eine gute Liebesbeziehung wächst m. E. nicht entlang konkreter Vorstellungen in eine bestimmte Richtung.

Ich stelle mir meine zukünftige Beziehung eher so vor: ein Mann interessiert mich, und ich fühle mich gut mit ihm. Ich treffe ihn wieder und fühle mich gut. Liebe wächst zwischen uns, wie sie es möchte, und nicht, wie ICH sie haben will. Verletzt er aber je die Möglichkeit, dass ich mich mit ihm gut fühlen kann, dann kann auch keine Liebe wachsen und ich bin lieber allein.
 
  • #10
Wieviel Zeit wollt ihr mit dem Partner verbringen
Ich glaube nicht, dass es um Zeit als Mengeneinheit geht, sondern darum, echte tiefe Verbindung zu spüren und zwar auf Gegenseitigkeit.
Das ist nicht an die Zeit gebunden, die man miteinander verbringt. Ich seh das bei langjährigen Paaren, die beide beruflich stark eingebunden sind und relativ wenig Zeit miteinander verbringen. Sie haben bessere Partnerschaften, als diejenigen, die viel mehr Zeit miteinander verbringen, diese aber in Form von Hausarbeit, zusammen vorm Fernseher hocken o.ä. inhaltslos miteinander teilen.

Sollte ein Partner/eine Partnerin auch wie ein bester Freund sein, mit dem die freundschaftliche Basis und die Gleichberechtigung bewirkt, dass man sich näher kommt
Unbedingt und damit ist die Masse der Männer raus aus dem Geschehen (Beziehungsoption), die Freundschaft mit Frauen nicht können sondern nur mit ihren Kumpels. Diese freundschaftliche Basis ist für mich das gemeinsame und geteilte Leben und somit Beziehungsgrundlage.

Wie seht ihr die Sache mit der Arbeit an der Beziehung?
Entweder sind beide gleichermaßen an der Beziehung interessiert (siehe Partner als bester Freund) und tun auch was dafür oder es wird nichts Erfreuliches, d.h. Bezeihungsansatz verliert sich wieder, weil bede nichts dafür tun und ihren sonstigen Interessen nachgehen - wird oft als "Spielchen spielen" missverstanden, wenn Frauen sich in einer späteren Lebensphase in der Beziehungsanbahnung/-gestaltung ähnlich unengagiert verhalten wie Männer.

Beziehung ist, wenn man das so gesagt hat. Dh. das Single-Leben geht wie vorher weiter, nur dass man nicht mehr "weitersucht".
Für mich definitiv nicht. Mein Singleleben ist total anders als mein Beziehungsleben. Glücklicherweise hatte ich beides ausreichend in verschiedenen Lebensphasen, um es erkennen und entscheiden zu können.
 
  • #11
keines ist ein reines Männerhobby, und ich würde sie prinzipiell gerne mit meiner Partnerin betreiben. ... Betonung auf "würde"
Ja, dieses Phänomen kenne ich, allerdings etwas anders, als es im Beitrag des Vorschreibers weitergeht.
Ich glaube aber, dass der Wunsch nach möglichst viel Paarzeit - sei es nun im gemeinsamen Hobby oder vor dem Fernseher - von der Intensität der Beziehung abhängt - und nicht so sehr umgekehrt.
Tut er nicht. Der Wunsch nach möglichst viel Paarzeit hängt vor allem auch vom Wunsch und von der Bereitschaft ab, das Leben so zu gestalten, daß sowohl die Realisierung der eigenen Träume als auch die ausgiebige (auch emotionale) Nähe des Partners darin vorkommen. Hierzu mal ein Beispiel: dem einen gibt es wahnsinnig viel, zu früher Morgenstunde draußen in der Natur zu sein, die Erhabenheit der erwachenden Natur zu genießen, die ersten Sonnenstrahlen auf glitzernden Tautropfen. Und dem anderen gibt es wahnsinnig viel, in den Armen des Partners morgens möglichst lange auszuschlafen.

Und nun? Für den einen wäre es ein besonders intensives Erlebnis, den anderen mit dabei zu haben auf diesem Frühtau-Trip. Für ihn ist die Beziehung deutlich weniger intensiv, wenn dergleichen nie stattfindet. Und langes Kuscheln im Bett mitnichten ein gleichwertiger Ersatz. Für ihn handelt sich also um eine Beziehung von limitierter Intensität. Und für den anderen ist es genau umgekehrt.
 
  • #12
Oh, eine tolle Frage, bin schon neugierig auf die Antworten.

Bei mir war und ist das so: Die anfängliche Verliebtheitsphase ist sehr intensiv, aber eben nur temporär, deshalb zähle ich die nicht mit. Die rosarote Brille ist aber ganz wichtig, um sukzessive den Alltag zu meistern, sich auf ein exklusives, fast tägliches Zusammenleben einlassen. Da gehört die ausgewogene, passende Verteilung von Rechten und Pflichten genauso dazu, wie die Highligts im Alltag als Freunde und Geliebte. Ich freue mich, wenn wir uns bei den Pflichten ergänzen, wer kauft was ein, macht was sauber, wie kommt man mit dem Rhytmus, des anderen klar. einer ist vielleicht Frühaufsteher, der andere hält dafür abends länger durch. Im Alltag zu harmonieren ist viel wert, reicht aber nicht. Die Highlights sind für mich tatsächlich gemeinsame Aktivitäten. Egal ob ich zu den Spielen seiner Mannschaft mitkomme oder er mir zuliebe Inlineskaten, Skifahren, Tanzen lernt oder es zumindest versucht- Das sind die Dinge, die Input in die Beziehung bringen, Freundschaft, Kommunikation und Spaß fördern. Zusammen oder für den anderen Kochen, Tisch decken, Essen, Freunde einladen- Ebenfalls eine Möglichkeit und die Grundlage für regelmäßige Sexualität. Wenn ich gern mit meinem Partner zusammen bin, den ich als Mann ja ohnehin toll fand, ist körperliche Nähe immer schön und es kommt von allein zu Begehren. Lieber "nur" ein- bis zweimal in der Woche prickelnden Sex, als Pflichtprogramm. Ein bisschen umwerben, Komplimente/ Aufmerksamkeiten, eigene Lust zeigen - dann klappt das auch nach Jahren.

Wenn die Basics stimmen, Zufriedenheit aber auch Offenheit und Vertrauen auf beiden Seiten herrscht, würde ich es gut oder okay finden, wenn mein Partner -genau wie ich- einige Wochenenden im Jahr und einige Tage in der Woche mit seinen Freunden unterwegs ist bzw. für seine Hobbies verplant. Umsomehr freue ich mich, wenn wir gemeinsam Zeit verbringen, eine Radtour machen, gemeinsam Freunde besuchen und ja auch mal nur vor der Glotze abhängen und kuscheln.
 
  • #13
Ich denke, es ist nicht pauschal zu beantworten, wie Menschen gerne Beziehungen haben. Sie haben unterschiedliche Nähebedürfnisse und die Bedürfnisse ändern sich mit der Zeit und mit der Art der Beziehung.
Es mag sein, dass das Nähebedürfnis bei Frauen generell größer ist als bei Männern. Solange Familiengründung im Vordergrund steht, wird sich der Mann der Frau anpassen. Im mittleren Alter nicht mehr. Da schätzen Männer eher die "Freiheit" und entsprechend auch eine Frau, die ihr Leben nicht nur über den Mann definiert. Mit 25 nimmt man die verliebte "Klette" noch in Kauf oder schätzt sie vielleicht sogar, mit 45 nicht mehr.
Ich habe in meinem Umfeld (45+) keine einzige Beziehung mehr, in der nicht beide ihre eigenen Hobbies und Freunde haben und auch getrennt etwas unternehmen. Für mich ist das auch eine wichtige Grundlage, damit eine Beziehung dauerhaft funkionieren kann.
 
  • #14
Beziehung = Partnerschaft
(Beziehungen habe ich zu sehr vielen Menschen. )

Die Frage geht weniger in die Richtung, ab wann würde Mann / Frau die Beziehung Partnerschaft nennen - und nicht Affäre, Freundschaft plus - sondern als verbindlich?
Die Frage bezieht sich auf die Ausgestaltung der Partnerschaft?

Beides ist individuell interpretierbar.
Für einige ist eine Zweckgemeinschaft durchaus ausreichend und eine verbindliche Partnerschaft - ich sehe viel zu viele solche Konstrukte gerade bei langjährigen Ehen. / Partnerschaften, wo sich beide kaum mehr anschauen, wenn man sie überhaupt noch zusammen sieht.
Im Forum werden wir auch regelmäßig mit dieser Variante konfrontiert.

Ansonsten sind es Schattierungen im Nähe- Distanz Thema und vor allem sehr unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen an eine Partnerschaft, den "optimalen" Partner.
Das hängt oft außerdem mit der Lebensphase zusammen, bei manchen steht z.B. der Nestbau so im Vordergrund, dass der / die Partner/in als Person Nebensache ist.

Ich für mich bin ein Nähe - Mensch, brauche die Gefühlsebene, das warme, gute Gefühl, wenn ich den anderen anschaue, fühle, etc.
Ich möchte mein Leben teilen, möglichst viel an Gemeinsamen erleben, gestalten.
Wobei man jetzt nicht permanent aufeinander sitzen muss, oder man gegenseitig zur Dauerbespaßung da ist.
Ich brauche auch meine Freiräume, mal alleine sein, Freundinnen, eigende Interessen, Hobbys, gerade jetzt zur Zeit genieße ich es, sehr früh meine Walkingrunde zu drehen, zum Schwimmen zu gehen. Und hoffe, dass ein Partner seinen eigenen Bereich genauso hat und pflegt.

Aber - Essentielle Interessen möchte ich gerade mit einem Partner teilen, mich mit ihm zusammen freuen, genießen. Seine Interessen kennen lernen und teilen, neue Interessen entwickeln, Spaß am Entdecken haben.
Gegenseitiges Geben und Nehmen, Halten und gehalten werden, Vertrauen, gebraucht werden und brauchen dürfen, sich gegenseitig ergänzen.

Ganz unbescheiden - ich möchte das Prinzip leben, geteilte Freude doppelte Freude, geteiltes Leid halbes Leid.
Er soll mein Leben bereichern, und ich seines.

Die gut funktionierende WG, sogar mit ausreichend gemeinsamen Interessen und sehr identischem Hintergrund, hatte ich, nie wieder.
Zu wenig Gefühle, keine Leidenschaft, keine Paarqualität, und oft genug, Einsamkeit.
 
  • #15
...Der Wunsch nach möglichst viel Paarzeit hängt vor allem auch vom Wunsch und von der Bereitschaft ab, das Leben so zu gestalten, daß sowohl die Realisierung der eigenen Träume als auch die ausgiebige (auch emotionale) Nähe des Partners darin vorkommen...
Hm,

"Wunsch" und "Bereitschaft" sind aber schon sehr verschiedene Paar Schuhe. Bereitschaft, Offenheit, Interesse, Flexibilität etc. im Dienste der Beziehung setze ich eigentlich voraus. Dass das Ergebnis aber dann so ist, wie man es sich "wünscht", dass die Beziehung durch viel gemeinsam verbrachte Zeit auch wirklich gedeiht, ist noch lange nicht gesagt.

Ich hatte mich darüber z.B. mal mit einem Freund unterhalten, den ich fast schon beneidete, weil er so viele Hobbys und Urlaubszeit mit seiner Frau teilte, dessen Ehe aber trotzdem kriselte und kriselt. Ich argumentierte damals auch wie @Apfeldieb, dass die Krise meiner eigenen Ehe vielleicht vor allem durch mangelnde Gemeinsamkeiten verursacht würde. Seine Argumentation war "...naja, diese ganzen schönen Aktivitäten kann ich ja auch mit einem Freund teilen, dazu brauche ich meine Frau nicht...." .

Aber ich kenne auch Paare, die offenbar vor allem durch Hobby, Hausbau, gemeinsame Vorlieben etc. zusammengehalten werden, und die wie gute Kumpels, aber nicht wie Liebende miteinander umgehen. Das kommt mir immer recht... fremdartig?... vor, scheint aber durchaus langfristig zu funktionieren. Vielleicht ist das wirklich eine Typfrage.

manchmal
 
  • #16
Aus meiner Sicht sollte der Partner den Lebensmittelpunkt darstellen, und zwar auch dann noch, wenn man das Zusammenwohnen an sich nicht mit einbezieht.
Ob man gemeinsamen Hobbys nachgeht oder dann doch öfter mal einen Gemütlichen vorm Fernseher bei einem schönen Film und einem Glas Wein macht ist nicht wichtig, solange man die Zeit mit dem Partner genießt.
Zeit mit Freunden auch ohne Anhang ist wichtig, dennoch möchte ich auch irgendwie der beste Freund meines Partners sein. Ich würde an der Beziehung zweifeln, wenn mein Freund etwas viel lieber mit seinen Freunden machen würde als mit mir (vom Zocken mal abgesehen).

Was für mich gar nicht geht ist ein Partner, der seine Hobbys über alles stellt und dadurch die gemeinsame Zeit dauerhaft erheblich einschränkt. Aus einer kurzen Beziehung zu einem unglaublich sportlichen Typen weiß ich wovon ich rede.
 

Laleila

Cilia
  • #17
Danke für die Frage void, auch mich beschleicht hier häufig das Gefühl, für viele User, nicht nur Männer, ist eine Beziehung nur wertvoll, solange man nicht an ihr arbeiten muss.
Muss man aber, wie man sein Fahrzeug warten und pflegen muss, wenn es pannenfrei laufen und dabei auch noch gut aussehen soll.
Nur Wegwerfprodukte bedürfen keiner Pflege. Daher kann ich mir eine solche Haltung nur bei überzeugten Verpfechtern der seriellen Monogamie erklären.
Lehnt man Beziehungsarbeit ab, gibt man der Partnerschaft von vornherein ein kurz- bis mittelfristiges Verfallsdatum.

Mir persönlich ist Paarzeit wichtig. Dazu brauche ich kein gemeinsames Hobby. Es gibt so viele Dinge die man miteinander tun und erleben kann. Aber genauso brauche ich meine Freiräume. Bei mir sind dies eigene Freunde, eigene Interessen, Kurzreisen ohne Partner, oder mein persönliches Rückzugsgebiet im Haus, welches respektiert wird.
Mein Mann würde mich nur zu gern für seine Hobbies begeistern, um diese mit mir gemeinsam auszuüben. Er verbringt seine Zeit lieber mit mir, dem Hund, radfahrend oder seinen Hobbies als mit Freunden.
Intellektuell und emotional nehmen wir Anteil an den bevorzugten Freizeitbeschäftigungen des anderen, beziehen uns in diesbezügliche Pläne und Ideen ein und unterstützen uns hin und wieder bei der Umsetzung derselben.
Ich schätze mal grob.... etwa 65 - 70% der (gleichzeitig) freien Zeit verbringen wir gemeinsam.
 
Zuletzt bearbeitet:
T

Toi et moi

Gast
  • #18
Hm, eine gute Frage. Es war mir immer wichtig authentisch bleiben zu dürfen. Ich hatte immer aufgrund meiner Erfahrungen im Leben eine andere, vielleicht sozialere Einstellung und mir war es wichtig, gedanklich unabhängig bleiben zu dürfen. Wir haben immer geredet und das tun wir immer noch. Einmal sagten wir uns, dass wir die coolsten Ex-Partner der Welt seien. Trotzdem haben wir uns getrennt. Ich will damit sagen, dass gute Gespräche allein nicht reichen, um eine Ehe oder Eheähnliche Beziehung aufrecht zu erhalten. Die Wahrheit ist, dass ich ihn immer um mich haben wollte und er war auch gerne da und auch noch heute kommt er zu uns und sagt, wie schön es ist wieder da zu sein und das empfinden Kinder und ich genauso. Deswegen glaube ich, dass dieser Faktor auch nicht entscheidend ist. Notwendig schon aber nicht entscheidend. Auch gute Sex ist nicht entscheidend. In meiner Beziehung war die persönliche Entwicklung entscheidend und irgendwann kam ich nicht mehr mit. Seine Geschwindigkeit passte nicht mehr zu meiner und das war der Grund unserer Trennung und natürlich auch die Tatsache, dass eine andere bessere potentielle Partnerin da war.
Fazit: Für mich ist eine gute Beziehung eine Mischung aus füreinander da zu sein, miteinander Zeit verbringen wollen, trotzdem seelisch und gedanklich unabhängig bleiben zu dürfen, sexuelle Kompatibilität muss da sein und beide sollen sich weiterentwickeln können aber trotzdem Verständnis dafür da sein muss, dass vielleicht eine von den beiden mal nicht auf Überholungsspur ist.
 
  • #19
Eigentlich kann man schon eine gute Beziehung abseits des Bettes erkennen.
Bsp. Ich möchte jetzt im Juni schon das Ziel für den Winterurlaub festsetzen, dann macht man dies gemeinsam und nicht einer alleine.

Oder bei dem Umgang miteinander in der Öffentlichkeit.
Meine Freundin könnte z.B. den größten Fehler betreiben und ich würde sie dann dafür verteidigen und nicht öffentlich kritisieren. Wer eine Oper sehen möchte, der sollte dann ins Theater gehen und dafür Eintritt bezahlen. Ich liefere dies nicht zum Nulltarif.:)
Wie ich dann innerhalb den eigenen 4 Wände reagiere, steht auf einen anderen Blatt Papier.

Nur guter Sex ist kein Indiz für eine Beziehung und den könnte man auch woanders ohne Beziehung erhalten, wenn man(n) es möchte.
 
  • #20
Seine Argumentation war "...naja, diese ganzen schönen Aktivitäten kann ich ja auch mit einem Freund teilen, dazu brauche ich meine Frau nicht...."
Na, dann soll er mal zuerst mit seinem Kumpel und dann mit seiner Frau eine Nacht unter freiem Himmel verbringen, er wird den Unterschied merken.
Aber ich kenne auch Paare, die offenbar vor allem durch Hobby, Hausbau, gemeinsame Vorlieben etc. zusammengehalten werden, und die wie gute Kumpels, aber nicht wie Liebende miteinander umgehen.
Zweifellos haben auch diese Menschen eine Beziehung. Allerdings keine, die dem Idealbild einer solchen auch nur ansatzweise gerecht wird. Und sie würde, wenn der Kitt mal bröckelig wird, auch sofort auseinander fallen.

Was ich von einer Beziehung erwarte ist gemeinsames Empfinden, und zwar in allen emotionalen Dingen, und nicht nur auf den Körperkontakt beschränkt. Hier zählt nicht Quantität (also möglichst viel Zeit, egal womit), sondern Qualität: die Nacht im Zelt auf der schottischen Insel bei strömendem Regen bleibt unvergeßlich, die Nacht zuhause im eigenen Bett war halt irgendeine Nacht.
 
  • #21
Meine Freundin könnte z.B. den größten Fehler betreiben und ich würde sie dann dafür verteidigen und nicht öffentlich kritisieren.
Richtig. Das nennt man Loyalität, und sie ist essentieller Teil einer Beziehung, führt aber, wenn sie von der anderen Seite nicht als solche verstanden wird, zum Auseinanderbrechen derselben. Ich habe das auch jahrelang so gehalten, aber von ihr niemals so etwas wie „danke, daß du mich vor den anderen nicht bloßgestellt hast” gehört. Und irgendwann ging es dann einfach nicht mehr.
 
  • #22
Muss man aber, wie man sein Fahrzeug warten und pflegen muss, wenn es pannenfrei laufen und dabei auch noch gut aussehen soll.
Nur Wegwerfprodukte bedürfen keiner Pflege.

Letztlich eine Definitionsfrage. Für mich gilt: Wartung und Pflege gehören selbstverständlich dazu. Gelegentliche Reparaturen auch. Wenn ich dauernd mit Reparaturen beschäftigt bin und mich nur noch über die Karre ärgere, kaufe ich mir eine neue.
Das ist aber auch Geschmackssache. Es gibt Menschen, die schrauben mit dem größten Vergnügen an ihrem heißgeliebten Auto herum und könnten sich unter keinen Umständen vorstellen, es wegzugeben.
Ich bin da wohl Pragmatiker. Für mich muss die Nutzen/Aufwand-Relation grundsätzlich stimmen. Wenn ich ein gravierenderes Probem nicht in einer angemessenen Zeit in den Griff bekomme, beende ich die Beziehung. Ich stelle letztlich ganz klar mein Lebensglück in den Vordergrund. Wenn ich hier manchmal lese, bei welch gravierenden Problemen meine Mitmenschen noch Beziehungen aufrechterhalten, kann ich nur staunen...
 
  • #23
Ich finde, dass die Männer in deiner Frage schlechter wegkommen als sie sind. Also meine Freunde haben GERADE auch die Gespräche mit mir sehr genossen und fanden den Gedankenaustausch sehr wichtig. Ich war oft Psychologin, Beraterin, ernstzunehmender Gesprächspartner usw..
Aber es gibt gewisse Männer, die brauchen neben dem Pärchending noch ihr eigenes Leben und die verabreden sich frecherweise einfach mit einem Freund zum Sport oder auf ein Bierchen, ohne ihre Freundin vorher um Erlaubnis zu fragen;-)
Und es ist ja auch erwiesen (da gab es mal mehrere Studien dazu), dass Männer weniger Zeit mit ihrer Freundin verbringen müssen um glücklich in der Beziehung zu sein als Frauen.
Ich war früher auch genervt, wenn mein Freund oder Mann das Wochenende lieber mit Freunden oder Sport verbringen wollte - heutzutage unternehme ich dann eben etwas Anderes - da ich keine 30 mehr bin, sind auch nicht mehr alle liiert oder zu symbiotisch zusammen, dass ich keine Chance hätte, mich mit Anderen zu verabreden.
Allerdings ist es auch wichtig, in einer Beziehung gemeinsam schöne Erlebnisse zu haben - ein guter Freund nennt das immer "Beziehungserhaltende Maßnahmen"
Finde das ganz treffend. Nur nebeneinander herleben ist schlimmer als alleine zu sein.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #24
Moin,

die Eingangsfrage war, wie man eine (gute) Beziehung definiert... ich denke da natürlich an ein Produkt aus inneren und äußeren Faktoren, also in etwa
Gefühl x gemeinsame Aktivität = Beziehungsqualität.
Das hört sich einleuchtend an, allerdings darf - und da muss ich eben einigen Vorschreibern leicht widersprechen - in dieser Formel die gemeinsame Aktivität gegen Null gehen, aber nicht das Gefühl. Wie stark dann z.B. Verliebtheit zählt, ist wohl typabhängig. Die Formel wäre vielleicht - Mathematiker bitte helfen - eher:
Gefühl x persönlicher Romantikwert x (gemeinsame Aktivität +1)

Soll sagen: Große Verliebtheit kann wenig gemeinsame Aktivität recht gut ausgleichen, aber eben nicht umgekehrt, wenn man ein entsprechender Romantiker ist (besser "Amour fou" als "Zweckbeziehung").

manchmal
 
  • #25
...gemeinsame Aktivität gegen Null gehen, aber nicht das Gefühl. ...Mathematiker bitte helfen - eher:
Gefühl x persönlicher Romantikwert x (gemeinsame Aktivität +1)

In der Formel darf nichts gegen Null gehen, das könnte nämlich nur kompensiert werden, indem einer der anderen Faktoren rasant steigt. Dass das Gefühl nach oben schießt, die gemeinsame Aktivität gleichzeitig runtergeht, funktioniert so nicht. Ich denke, Ausgewogenheit ist hier wichtig und vor allem gleiche Bedürfnisse auf beiden Seiten.
 
  • #26
Für mich ist eine Beziehung im guten Sinne ein unsichtbares Band, welches zwei Menschen gerne spüren, mal stärker, mal schwächer, und sich dadurch nicht angehängt, sondern verbunden fühlen. (Naja-meistens.Jede/r, den ich schätze, darf auch ab und zu nerven. Ich bin auch nicht perfekt). Beide können sich geborgen fühlen und dadurch noch besser weiterentwickeln.
Die wichtigste Basis ist gegenseitige Wertschätzung und Wohlwollen.
Das nenne ich dann auch Freundschaft oder Liebe.
Einen Freund begehre ich nicht; daher gibt es für mich keine "Freundschaft Plus".
Eine Beziehung im negativen Sinne ist eine ungesunde Verstrickung, die einem oder beiden Parteien Leid zufügt (Abhängigkeit, Blockierung, Deformation, Verletzung).
Soweit meine persönliche Sicht als Frau.
 
  • #27
Vielen Dank für eure interessanten Beiträge bislang.

Ich finde, dass die Männer in deiner Frage schlechter wegkommen als sie sind.
Kann sein, dass es so aussieht, aber es geht nicht um schlecht oder nicht schlecht, sondern darum, was beide Geschlechter als "Beziehung haben" ansehen und welche Folgen daraus entstehen. Wenn Frauen mit demselben Interesse an eine Beziehung herangingen, gäbe es viele Konflikte nicht und ich bin dabei, für mich rauszufinden, ob Männer aber genau dieses "Klammerverhalten" der Frauen brauchen, sonst ist ihnen die Frau zu distanziert und die Beziehung zerfällt. Das ist z.B. auch so, wenn es darum geht, wer zu wem zieht. Ich kenne keine einzige (!) Beziehung, in der der Mann zur Frau gezogen ist, obwohl das beruflich gegangen wäre oder sogar besser gewesen wäre. Die Beziehung wäre zerbrochen, wenn die Frau sich nicht bewegt hätte und dadurch verhindert wurde, dass die Beziehung distanzierter statt dichter wurde. Es gibt eine Beziehung, in der nach zig Jahren endlich ein Umzug stattfand, weil der Mann mitbekommen hatte, dass seine alten Kumpels auch langsam Familie hatten und keine Zeit mehr hatten oder haben durften für die Klicke (der Ü30-Männer des Dorfes).

Es ist in meinem Umfeld so, dass mehr Frauen was zusammen machen woll(t *)en, gemeinsame Zeit verbringen wollen, interessante Gespräche führen wollen, während deren Männer ihren Sport machen wollen, in Ruhe gelassen werden wollen, nicht über den Alltag reden wollen, nichts über andere Themengebiete reden wollen usw. Es liegt auch viel am Rollenverhalten, also dass z.B. Männer die Haushaltsführung der Frau überlassen und sich hier nicht (mehr) einbringen, weil sie doch kein Mitspracherecht haben. Der Ton den Männern gegenüber ist tw. sehr unpassend muttihaft, aber das wird nicht moniert.

*) Bis ein Kind da war. Dann ergab sich bei der Mehrheit folgendes Bild: Die Frauen blieben zu Hause. Wenn der Mann von der Arbeit kam und am WE wollte er auch mal Zeit für sich. Die Frau aber auch, denn sie hatte die ganze Zeit das Kind.
 
  • #28
FS

Diese beiden Punkte möchte ich verbinden:
Entweder sind beide gleichermaßen an der Beziehung interessiert (siehe Partner als bester Freund) und tun auch was dafür oder es wird nichts Erfreuliches, d.h. Bezeihungsansatz verliert sich wieder, weil bede nichts dafür tun und ihren sonstigen Interessen nachgehen - wird oft als "Spielchen spielen" missverstanden, wenn Frauen sich in einer späteren Lebensphase in der Beziehungsanbahnung/-gestaltung ähnlich unengagiert verhalten wie Männer.

Solange Familiengründung im Vordergrund steht, wird sich der Mann der Frau anpassen. Im mittleren Alter nicht mehr. Da schätzen Männer eher die "Freiheit" und entsprechend auch eine Frau, die ihr Leben nicht nur über den Mann definiert. Mit 25 nimmt man die verliebte "Klette" noch in Kauf oder schätzt sie vielleicht sogar, mit 45 nicht mehr.

Was aber macht der 45-Mann, wenn er mit der Klette verheiratet ist, dh. wegen der Familiengründung es anfangs toll fand, dass die Frau sich so abhängig und interessiert zeigte? Denn ich bin nicht der Ansicht, dass er das hingenommen hat, sondern dass es für ihn eine normale Notwendigkeit war, dass sich die Frau so verhielt. Außer, er selber wollte die Familie noch gar nicht, hat sich aber nicht getrennt, weil er alles der Frau überlassen hatte und innerlich mit den Schultern zuckte. Mein Eindruck ist, dass

- viele Frauen davon ausgehen, dass Männer irgendwie Deppen sind, die man sich für eine Beziehung hinbiegen muss. Dh. der desinteressierte Mann kann erzogen werden, dass er ein Guter in der Beziehung wird. Halte ich für ein Märchen, denn man kann in niemandem Interesse erzeugen, es kommt (früher o. später) von selbst oder nicht.

- viele Männer wirklich nichts mit Frauen anfangen können außer Sex haben. Es sind für sie ganz andere Wesen, man kann mit Frauen nicht reden, sie können bestimmte interessante Dinge gar nicht (einfaches Bsp. die weibliche Kommentation des Fußballspiels und der folgende Shit- storm im Netz - 1A Vorurteil). Sie versuchen aber nicht, die Frauen hinzubiegen, sondern sie entziehen sich. Sie verhalten sich, als gingen sie weder die Kinder noch die Beziehung irgendwas an.

Wird es von Frauen als Desinteresse an der Beziehung interpretiert, dass viele Männer die Frau nicht umerziehen wollen, sondern "zu viel hinnehmen", oder sich bei zu viel Unpassung anderweitig orientieren?
 
  • #29
Was aber macht der 45-Mann, wenn er mit der Klette verheiratet ist, dh. wegen der Familiengründung es anfangs toll fand, dass die Frau sich so abhängig und interessiert zeigte?

Der Mann passt sich anfangs an und vermisst irgendwann seine "Freiheit" und entfernt sich wieder etwas von der Frau. Die Frau empfindet das dann als plötzlich nicht mehr vorhandenes Interesse an ihr. Daran scheitert dann vermutlich so die eine oder andere Beziehung.

- viele Frauen davon ausgehen, dass Männer irgendwie Deppen sind, die man sich für eine Beziehung hinbiegen muss.

Das hat zwie Seiten. Frauen unterliegen dem Irrtum, dass sich erwachsene Männer ändern lassen. Sie haben da offensichtlich ein "Erziehungsgen", aber auch bei Kindern funktioniert die Erziehung ja nicht immer so, wie Frau sich das vorstellt. Frauen meinen öfter mal, vorgeben zu können, wie die Beziehung zu laufen hat. Vielleicht auch, weil Männer da mehr hinnehmen.

- viele Männer wirklich nichts mit Frauen anfangen können außer Sex haben.

Das ist übertrieben formuliert, zeigt aber die grundsätzliche Denkweise. Weil Männer weniger für die Beziehung tun, mag es so erscheinen, dass ihnen Sex wichtiger ist. In meinen bisherigen Beziehungen war das Interesse an Sex beiderseitig ausgewogen. Ich lese hier auch oft, dass Beziehungen daran scheitern oder dass speziell Frauen ihr Sexbedürfnis an andere Aspekte der Beziehung knüpfen. Ich halte das für fatal.

Wird es von Frauen als Desinteresse an der Beziehung interpretiert, dass viele Männer die Frau nicht umerziehen wollen, sondern "zu viel hinnehmen", oder sich bei zu viel Unpassung anderweitig orientieren?

Ich kann nicht sagen, ob das so interpretiert wird. Tatsache ist aus meiner Sicht, dass ich das Interesse an einer Beziehung langsam aber sicher verliere, wenn sie nur noch "Arbeit" ist. Oder gerade auch, wenn die Frau meint vorgeben zu müssen, was an der Beziehung sich wie zu ändern hat und wie ich daran zu "arbeiten" habe. Es gibt viele tolle Frauen auf der Welt. Warum soll ich mich mit einer übermäßig herumärgern? Dafür ist das Leben mir zu kurz. Was sollte mich so an eine Frau binden?
 
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