G

Gast

  • #1

Wie erhält man eine Beziehung ein Leben lang?

Mein Partner sagt oft, dass unsere Beziehung/Liebe unzerstörbar ist. Im Grunde sehe ich das auch so, aber ich habe dennoch - gerade weil so viele Beziehungen/Ehen früher oder später scheitern - Angst davor, eines Tages aufzuwachen und festzustellen, dass ich nicht (mehr) glücklich bin oder dass wir uns in einer Sackgasse befinden. Wie kann man dem entgegenwirken?
 
G

Gast

  • #2
Um eine erfolgreiche Beziehung zu führen, gibt es ein paar grundsätzliche Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, aber offenbar vielen Frauen nicht bewusst sind:
- man klebt nicht dauernd aneinander, jeder hat auch seinen Freiraum
- jeder der Partner widmet sich nebst gemeinsamen Hobbys auch eigenen Interessen
- man telefoniert nicht ständig (gilt auch für SMS und WhatsApp)
- man fragt den Partner nicht dauernd, ob er/sie einen liebt (das weiss man)
- man ist unbeschwert, umgänglich, unabhängig
- man stellt die eigenen Interessen nicht hinter diejenigen des Partners
- man legt Wert auf sein Äusseres und seine Gesundheit und lässt sich nicht gehen (auch Kinder sind dafür keine Ausrede)
- sich für Zweisamkeit auch Zeit nehmen, wenn Kinder da sind
Und speziell für Frauen:
- Verstand ist kein Nachteil, ihn zu gebrauchen auch nicht
- Beziehungen nicht zu Tode analysieren und den Partner nicht zwingen, darüber zu reden
- Nörgeln ist keine Tugend, wenn etwas nicht passt, sucht man nach Lösungen
- Eifersucht hat in einer tragfähigen Beziehung nichts zu suchen
Und letztlich: nie, gar nie versuchen, den Partner zu ändern, das klappt niemals. Rechtzeitig reflektieren, ob man wirklich aus Liebe zusammen ist und die Liebe auch seine Schwächen verzeiht.
 
G

Gast

  • #3
Dafür gibt es kein Patentrezept.

Meiner Erfahrung nach gibt es Menschen, die sich sehr gut binden können und immer sehr lange Beziehungen haben. Sie stehen einfach 100% hinterm Partner und schauen auf seine positiven Seiten und blenden das Negative eher aus. Außerdem haben sie einfach ein "Händchen" für gute Leute.

Außerdem muss eben einfach viel Liebe da sein. Das habe ich auch schon oft von Päärchen gehört, die ich nach ihrem Geheimnis gefragt habe und wie sie denn an der Beziehung "arbeiten". Die meinten dann sie wüssten es auch nicht, sie würden sich einfach lieben.

Solche Listen wie #1 aufgeführt hat kommen ziemlich "kalt" rüber und auch nicht sonderlich einfühlsam. Menschen sind nun mal nicht perfekt und unkompliziert, sondern können auch mal sehr anhänglich sein, eifersüchtig oder sind beschwert weil sie großen Stress haben. Wenn man sich als zuverlässiger und stabiler Partner erweist, dann geben sich solche Verhaltensweisen oftmals schnell.
 
G

Gast

  • #4
Einfach indem man zu lieben lernt. Als Anregung sei der Klassiker von Erich Fromm empfohlen.

Leider läßt sich die Kunst des Liebens nicht von heute auf morgen erlernen. Und die Konditionierung auf serielle Monogamie und Mitnahme von Seitensprüngen erschwert es umso mehr. Wenn einmal verinnerlicht ist, daß der schnelle Seitensprung/OneNightStand etc das Ego umschmeichelt, dann dauert es lange Zeit, bis solch ein Verhalten wieder abgewöhnt ist - selbst wenn der feste Wille dahintersteht. Der Konsum von Partnern hat mit Liebe nichts zu tun.

Weiterhin helfen: offene Kommunikation, Rituale zu Aufrechterhaltung der körperlichen und geistigen Verbindung sowie gegenseitiges Vertrauen. m 36
 
G

Gast

  • #5
Es gibt nicht viel aber Wesentliches zu beachten:
1. Immer aufrichtig sein und bleiben
2. Immer authentisch sein und bleiben
3. Emotionale Intelligenz haben, einsetzen und behalten, sich einbringen und teilen in Partnerschaft, in Partnerschaft leben heißt - gemeinsam leben -
4. Offene und ständige Kommunikation umsetzen
5. Immer und überall ist der Partner die Nr. 1, niemand anders sonst, erst danach kommen die andern, hier werden viele unbewusste und bewusste Fehler gemacht, gerade Frauen, wenn sie Kinder bekommen! Wenn anderes wichtiger ist und wird, geht meist die Beziehung in die Brüche...die Beziehunjg bricht förmlich auseinander
6. den Partner entsprechend als Partner beachten, schätzen und lieben...m
 
  • #6
Betrachten wir es mal aus folgender Perspektive: angenommen, die Beziehung ist an sich gut. Was kann sie dann gefährden?

1. Anziehung: Ein Mensch, der einem noch näher kommt als der Partner schon ist, deswegen "verführen" kann!
2. Abstoßung: Dauerhafte Probleme, die nicht gelöst werden.

Meine Meinung: ich glaube, dass es zwei wesentliche Punkte sind, die eine Beziehung dauerhaft aufrecht erhalten können:

1. Gemeinsamkeiten
2. Lösungsorientierung: Vertrauen, Offenheit und Ehrlichkeit

Zu den Gemeinsamkeiten:

Zur Zeit läuft der Film Jury auf Kabel 1: der Held ist Anwalt und wird überraschend von einer intelligenten Frau unterstützt. Wenn Mann und Frau Seite an Seite kämpfen, gemeinsame Werte und Interessen haben, dann hat das einen bestechenden Zauber. Das kann in meinen Augen jede andere an sich gute Beziehung in den Schatten stellen. Ein reales Beispiel, was ich damit assoziiere ist der Fall Lafontaine und Wagenknecht. Auch bei Ehepaaren, die bereits lange zusammen sind und ernsthaft glücklich erscheinen, gibt es oftmals große Gemeinsamkeiten. Literatur, Wissenschaft, Sport, Reisen etc.

Zu der Lösungsorientierung:

Wie #1 es schreibt, es kann sein, dass es Leute gibt, die es nicht aushalten, dass eine Beziehung "analysiert" wird. Es gibt Leute, die es übertreiben. Beide haben schlechtere Chancen auf dauerhafte Beziehungen!

Beziehungen, die es auf Dauer nicht schaffen, Probleme zu lösen, können nicht gut bleiben. Zur wahren Lösung müssen die wahren Probleme analysiert werden. Die wahren Probleme können beliebig tief in kleinsten logischen Fehlern der Psychologie liegen, genauso, wie ein Automotor an beliebiger Stelle einen Wackelkontakt in einem Kabel oder Stecker haben kann, der eine Steuersignalübertragung verfälscht und den Motor unrund laufen lässt. Wer sich zur Analyse nicht öffnen kann mit oder ohne dritte Person/Berater/Psychologen etc. verschlechtert die Chancen, das Problem zu erkennen, zu verstehen und zu lösen. Auch die Lösung korrekt erkannter Probleme benötigt viel kreative Lösungsfähigkeit, die nicht selbstverständlich und einfach ist. Und nicht alle Probleme lassen sich tatsächlich innerhalb der Beziehung lösen, z.B. ein einseitig vorhandener Kinderwunsch und eine anderseitig vorhandene Unfruchtbarkeit.

Garantien gibt es keine und diese beiden Punkte, sind auch nicht die einzigen Punkte, die eine Beziehung gefährden. Es gibt z.B. diverse Schicksalsschläge etc., die unabhängig von diesen beiden Punkten sind, aber diese sind vermutet nicht diejenigen, die die Beziehungen am Häufigsten zerstören.
 
G

Gast

  • #7
Das würde ich Menschen fragen, die schon ihr Leben lang glücklich mit einem Partner zusammen sind ;-)
 
  • #8
Das würde ich Menschen fragen, die schon ihr Leben lang glücklich mit einem Partner zusammen sind ;-)
Und die sagen z.B.

- nie mit Streit abends zu Bett gehen
- nicht ständig aneinander hängen, wenn Jede/r eigene Freiräume will.
- Jede/r schätzt, respektiert und akzeptiert den Anderen, so wie er ist. Egal in welchem Alter.

Ich sehe sommers im Schwimmbad fast jede Woche ein älteres Paar.
Er bringt seine Frau mit Auto und im Rollstuhl, damit sie (ohne Rollstuhl) schwimmen kann.
Beide sind sehr froh und dankbar, daß sie die Möglichkeit dazu haben. Mit vollem Respekt und Diskretion der anderen Badegäste.
Das ist Liebe - "bis das der Tod uns scheidet"
 
G

Gast

  • #9
Nr 4

Perfekt!

Es kommt zum eq hinzu eine gewisse reife und verstand und feingefühl. Man muss sich selbst äußerst gut kennen um darauf jemanden auswaehlen zu koennen, der passt. Zur reife nochmal: ein mindestmaß an weltbild-basics: psychologie, ethik, philosophie. Wer bin ich wer bist du, ich bin alleine gluecklich, ich hege keine erwartungen, ich bin in allem großzügig usw..

Oft herrscht hierbei ein ungleichgewicht. Ich hatte mal jemanden, der nahm alles, ein absoluter nehmer... Niemand haette das von ihm gedacht... Das hat paar wochen gedauert da wurde ich hellhörig, 6 monate spaeter wurde er entsorgt und da hat er sein gesicht direkt iffenbart, widerlichste trennung meines lebens,

W
 
G

Gast

  • #10
Ich habe beizeiten „festgelegt“, dass meine Partnerin - das schließt natürlich die Ehe-Frau ein- für mich die wichtigste Person in meinem Leben ist und gleichzeitig den Anspruch gehabt (und auch erhoben), auch für meine Frau der wichtigste Mensch in deren Leben sein zu wollen.

Es wäre mir beispielsweise nicht recht gewesen, wenn sie bestimmte Probleme (vielleicht sogar noch unsere ureigenen, z.B. zu den Themen Familie, Gesundheit, Sex, Verhütung, Finanzen…!!!) mit einer besten Freundin bespricht statt mit mir.

Folglich habe ich mich immer bemüht und bemühe mich noch immer, ihr gegenüber meinem eigenen Anspruch gerecht zu werden und in jeder Lebenslage die erste Wahl zu sein. Wir arbeiten seit bald 29 Jahren ständig und hartnäckig daran, als Paar ein Team zu sein.

Ich bin überzeugt, die wesentlichsten Bausteine einer langen Beziehung sind Achtung und Respekt vor dem Anderen, völliges Vertrauen, eine uneingeschränkte Kommunikation sowie der ausgeprägte Wille und die vorhandene Fähigkeit, die Interessen des Anderen immer mindestens auf dieselbe Ebene zu stellen wie die eigenen.

Die meisten Paare scheitern nach meiner Meinung an der mangelnden Fähigkeit oder/und dem fehlenden Willen, in jeder Hinsicht und Dauerhaft ein Paar sein zu wollen. Zu oft und wohl auch zu schnell wird Kompromissbereitschaft mit „Verbiegen“ und „Verleugnen“ des eigenen Ichs verwechselt und als unannehmbar abgelehnt.

Diese unseligen Mann/Frau-Diskussionen á la Mario Barth gibt’s bei uns nicht. Wir akzeptieren, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, sonst bestünde bei heterosexuellen Menschen ja keine Anziehungskraft.

Diese Unterschiede sind aber nicht so groß, dass Männer und Frauen generell nicht und auch nicht dauerhaft zusammenpassen. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau legen vielmehr nahe und empfehlen, dass sie sich verbinden sollten, um zusammen besser und schöner durch das Leben gehen können.

Konkret: wir konkurrieren nicht miteinander, welches Geschlecht nun das Überlegene ist (und versuchen daher nicht, dem Partner die vermeintlich bestehende Überlegenheit immer und immer wieder unter die Nase zu reiben), sondern sind bestrebt, die jeweiligen Vorteile zum Wohl/Vorteil des Teams (also des Paares) einzusetzen.

Das hat bis jetzt sehr gut funktioniert. Ich bin sicher, in wenigen Wochen die silberne Hochzeit feiern zu können.

m, 46
 
G

Gast

  • #11
Das kommt auch immer auf die Ansprüche des Partners an.

Ich hatte mal eine Beziehung, wo ich echt keine gute Beziehungspartnerin war. Ich fühlte mich nicht zu ihm körperlich hingezogen und wir hatten deshalb viele Jahre keinen Sex. Außerdem habe ich ihn oft respektlos behandelt. Er hätte mich trotzdem nie verlassen.

In meiner letzten Beziehung war es anders: Ich fand ihn bis zum letzten Tag begehrenswert und es gab nie Streit. Respektlosigkeit war auch kein Thema. Eigentlich war diese Beziehung meine Beste. Zudem bin ich total tolerant und klammere nicht. Ihm genügte das nicht und er hat sich getrennt.

w