• #1

Wie erreichen mein Mann und ich eine bessere Kommunikation?

Hallo an Alle,

ich schreibe diesen Forenbeitrag, weil ich nicht mehr weiter weiß.

Es geht um meinen Ehemann und mich. Wir sind beide Ende Zwanzig und seit 12 Jahren ein Paar.

Mittlerweile läuft bei uns, so glaube ich, einiges schief. Seiner Meinung nach bin ich Schuld. Ich stelle, so sagt er, Ansprüche, die nicht zu erfüllen sind.

Ich fühle mich unglücklich und innerlich zum Bersten angespannt. Und das eigentlich schon seit Jahren. Ich habe immer Angst, wieder etwas falsch zu machen und dafür mit Streit, Schweigen und/oder Liebesentzug gestraft zu werden.

Seit Jahren bin ich der Meinung, dass wir, jeder für sich und wir zusammen als Paar, an unserer Kommunikation arbeiten müssen. Ich weiß nicht, wie viele Gespräche wir schon darüber geführt haben und wie oft wir deswegen schon gestritten haben. Das Ergebnis ist eigentlich immer dasselbe: Ich bin Schuld. Ich bin psychisch krank. Ich verhalte mich falsch, bin egoistisch und unlogisch. Er ist mein Opfer, es ist logisch und ich mache ihm das Leben schwer.

Vor einigen Wochen hatten wir wieder ein Streitgespräch. Ich hatte ein Buch zum Thema Kommunikation innerhalb einer Beziehung gekauft („Lieben heißt wollen“), er hatte es gefunden und sprach mich dann abends darauf an. Er war, zu meiner Überraschung, tatsächlich bestürzt und wir redeten über die Dinge, die sich bei mir angestaut hatten. Über fehlende emotionale Nähe, fehlende Gespräche über Essen und Einkauf hinaus, fehlende liebevolle Atmosphäre usw.. Er hat dann von sich aus angeboten, das Buch auch zu lesen.

Im Buch selbst habe ich auch Dinge über mich gelernt und ich bin der Überzeugung, dass in den seltensten Fällen nur ein Partner Schuld an einer Schieflage ist. Auf jeden Fall hatte er das Buch Wochen später immer noch nicht gelesen, es verschwand in der Schublade. Als ich ihn darauf ansprach meinte er, ich hätte ihm ja wohl noch nicht genug Zeit gegeben (Wochen für ein einfaches Buch!). Ich müsste schon bis zu den Weihnachtsferien warten. Er arbeitet tatsächlich sehr viel, aber ich habe mir ja auch Zeit genommen, um theoretisch über uns nachzudenken und praktisch Hilfe in Form eines Buches zu besorgen, zu lesen und in Bezug auf mich und uns zu reflektieren. Kann es wirklich sein, dass er dafür keine Zeit findet? Kann er sich nicht aktiv Zeit nehmen? Ist es ihm nicht wichtig genug?
 
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C

Charline

Gast
  • #2
Ich habe immer Angst, wieder etwas falsch zu machen und dafür mit Streit, Schweigen und/oder Liebesentzug gestraft zu werden.
Bist du absolut sicher, dass eure Beziehung noch erhaltenswert ist?
Ihr seid sehr früh zusammen gekommen, noch als Teenager:
Wir sind beide Ende Zwanzig und seit 12 Jahren ein Paar.
Da ist es normal, dass man sich auseinanderlebt bzw. sich unterschiedlich entwickelt. Ihr habt ja beide auch kaum Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht. Euch fehlen die Vergleichsmöglichkeiten. Wenn du schon seit Jahren unglücklich und angespannt bist, dann passt es eben nicht. Anstatt alleine daran herumzudoktern (er will ja nicht, sonst würde er mehr auf dich eingehen), solltest du besser die Konsequenzen ziehen.
 
  • #3
Es geht eigentlich nicht wirklich um das Buch und darum, ob oder wann er es liest. Kann schon sein, dass er keine Zeit oder Lust hat, es ihm nicht wichtig ist oder er allgemein nicht gerne liest.
Ich glaube, nur das Lesen des Buches wird ihn nicht komplett verändern und alles wieder toll machen; ihr habt ein paar grundsätzliche Probleme, die ihr lösen müsst. Eure Beziehung hört sich etwas abgenutzt und ausgebrannt an, nicht gerade liebevoll. Ist er von dir genervt oder gelangweilt? Ihr seid sehr jung zusammen gekommen. Mal aus Interesse: Hattet ihr davor schon andere Beziehungen/Partner oder ist es jeweils eure erste? Vielleicht fehlt ein bisschen die Frische, Aufregung, der Spaß und das Feuer, und gleichzeitig habt ihr nicht so viel Beziehungserfahrung, im Umgang mit Partnern und im Lösen von partnerschaftlichen Konflikten. Es kann auch sein,dass eure Beziehung abgestumpft und nur noch Gewohnheit ist und er eigentlich gerne noch mal was Neues erleben würde, er dich zunehmend als Last empfindet und einen Unabhängigkeits- und Freiheitsdrang verspürt.
 
  • #4
Du bist seit zwölf Jahren in dieser Beziehung, es lief jahrelang was schief. Ausserdem hast du dir schon lange Gedanken gemacht und versucht zu handeln. Dein Gatte stellt erst jetz fest, dass was schief läuft. Du kannst doch von ihm nicht erwarten, dass innerhalb von paar Wochen er das Buch liest und sich zum Mustergatten entwickelt. Er muss sich mit dem Thema erst befassen und das kann dauern. Sorry, wenn es dir zulange dauert, aber du hast es such sehr lange schleifen lassen.
Stell dir mal vor, deine Beziehung ist Übergewicht. Es muss Erkenntnis her, dass ein Problem da ist. Dann muss man Sport machen, Ernährung umstellen, die ganze Lebensweise. Man hat nicht sofort Erfolg, gelegentlich wird man rückläufig oder man gibt gar auf. So ist das auch mit den verfahrenenen Situationen von heute auf morgen passiert gar nichts. Ausserdem hat jeder Mensch das Recht, mit der Situation umzugehen, wie er will. Du dagegen verhältst dich wie eine Mutti, die dem Buben sagt, was er machen muss.
 
  • #5
Wenn mir was wirklich wichtig ist und ich es mit Familienmitgliedern teilen will, lese ich vor ;-) und dann entspinnt sich meistens ein Dialog über das Sujet. Mein Mann hat auch wenig Zeit zum Lesen, aber wir diskutieren dann über das Vorgelesene. Mit ner Tasse Tee daneben . Oder Gläschen Sekt. LG
 
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  • #6

Scheint so.
Das Ergebnis ist eigentlich immer dasselbe: Ich bin Schuld. Ich bin psychisch krank. Ich verhalte mich falsch, bin egoistisch und unlogisch. Er ist mein Opfer, es ist logisch und ich mache ihm das Leben schwer.

Naja, das zeigt doch, dass er alle Probleme bei dir sieht und keinerlei Änderungsbedarf bei sich sieht. Für dich heisst das, friss oder stirb.

Du bist noch jung, willst du wirklich noch Jahre so vergeuden? Trenn dich und schau erstmal nur auf dich. Du brauchst keinen Partner, dem die Beziehung nicht halb so wichtig ist wie dir.
 
  • #7
Warum hast du ständig Angst, irgendwas falsch zu machen? Die Angst kannst du ablegen, denn du machst doch in seinen Augen sowieso (fast) alles falsch. Wenn er wirklich der Meinung ist, dass du psychisch krank bist, kannst du ja nichts dafür (Ironie off).

Arbeite an deinem Selbstwergefühl, hör auf, ihm Beziehungsgespräche aufzudrängen, leb dein Leben so gut es geht mal bis Weihnachten ohne ihn. Und nach seinem Weihnachtsurlaub kannst du ihn ja nochmal fragen, ob er das Buch gelesen hat und bereit ist, mit dir über eure Probleme zu reden.

Seit Jahren bin ich der Meinung, dass wir, jeder für sich und wir zusammen als Paar, an unserer Kommunikation arbeiten müssen. Ich weiß nicht, wie viele Gespräche wir schon darüber geführt haben und wie oft wir deswegen schon gestritten haben.

Das klingt wahnsinnig anstrengend. Wenn mein Partner seit Jahren der Meinung wäre, wir müssten an unserer Kommunikation arbeiten und schon zahlreiche Streits deswegen gehabt hätten, würde ich jedes weitere Gespräch abblocken. Vielleicht versetzt du dich mal in seine Lage.
 
  • #8
Das Ergebnis ist eigentlich immer dasselbe: Ich bin Schuld. Ich bin psychisch krank. Ich verhalte mich falsch, bin egoistisch und unlogisch. Er ist mein Opfer, es ist logisch und ich mache ihm das Leben schwer.
Na ja, er wird sich selbst nicht sonderlich gut kennen, weil er ja sich selbst nur in Verbindung mit dir kennt. Aber das ist einfach nur respektlos und super unreflektiert von ihm.

Ich war auch mit meiner Jugendliebe direkt 12 Jahre liiert - wir hatten uns mit 15 kennengelernt. Wenn man sich so jung kennenlernt, dann ist man in seiner eigenen Persönlichkeit noch nicht vollständig entwickelt.

Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass man irgendwann an einen Punkt kommt, wo man feststellt, dass es nicht mehr passt und dass man sehr unterschiedliche Vorstellungen von Partnerschaft und einem gemeinsamen Leben hat.

Ich glaube nicht, dass euer Problem eure Kommunikation ist. Aus deinen Schilderungen entnehmend, würde ich eher sagen, dass es die mangelnde Wertschätzung und die Unachtsamkeit ist.

Du kannst ihn leider nicht dazu nötigen, etwa dazu tun, was er nicht tun möchte. Selbst wenn er nachgeben würde, würde er es nur sehr halbherzig machen.

Wenn er dir Notwendigkeit zur Beziehungsarbeit nicht anerkennt, dann bleibt dir nur übrig ihn so zu akzeptieren, wie er ist und dich um dein Wohlbefinden selbst zu kümmern, oder ihn zu verlassen.

Wir haben uns nach 12 Jahren auch getrennt und ich muss rückblickend sagen, dass dies das Beste war, was mir passieren konnte :)
 
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  • #9
Was hält Euch denn noch zusammen? Liebst Du ihn noch? Er Dich noch?

Das Thema "dieses Buch lesen" würde ich nicht überbewerten. Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Das ganze bei Euch ist schon Jahre in der Schieflage. Ok, das Buch kann einen kleinen (weiteren) Anstoß geben.

Wie wär´s mit einer Ehe-Therapie... Da du ja in seinen Augen eh psychisch krank bist und er ja somit der Co-Kranke. : - )

Hattet Ihr eigentlich in den 12 Jahren schon mal eine längere Auszeit voneinander? Kann manchmal auch einen Anstoß geben, den anderen zu vermissen, gerade für Männer ist dieser Aspekt manchmal wichtig.
 
  • #10
Ich kann mich @Ina2020 #7 anschließen.
Sorry, aber du klingst anstrengend. Einerseits nicht authentisch, wenn du immer alles recht machen willst, andererseits willst du die Probleme durch Reden beseitigen.

Damit wirst du bei den meisten Männern nur erreichen, dass sie genervt sind . Ganz besonders solche Psycho-Gespräche.

Mein Tipp: handele. Sei authentisch, sag was du willst und denkst und setze das konsequent durch.

Und für die psychologischen Problemgespräche suchst du dir besser einen guten Freund.

Wenn du Romantik von deinem Mann willst, musst du dich so verhalten, dass er von sich aus den Wunsch danach verspürt.

Oder hast du jemals von einem Prinzen gehört, der die jammernde und fordernde Prinzessin hofiert hat? 😉
 
  • #11
Kann es wirklich sein, dass er dafür keine Zeit findet? Kann er sich nicht aktiv Zeit nehmen? Ist es ihm nicht wichtig genug?
12 Jahre zusammen mit dieser negativen und destruktiven Kommunikation, wenn du mich fragst, die Suppe ist ausgelöffelt, keine Wertschätzung, keine Liebe, kein Vertrauen, keine Reflektion, ich an deiner Stelle würde diese Beziehung beenden, da ich keine Chance für dich sehe, dass es besser wird, er ist nicht zugänglich für dich, was willst du da noch tun? Wärst du ihm wichtig und würde er dich lieben, er würde sich total anders verhalten, er hat Zeit, wie jeder andere auch, jedoch interessiert es ihn nicht! Punkt.
 
  • #12
Ich fühle mich unglücklich und innerlich zum Bersten angespannt. Und das eigentlich schon seit Jahren. Ich habe immer Angst, wieder etwas falsch zu machen und dafür mit Streit, Schweigen und/oder Liebesentzug gestraft zu werden.
Zu eurer Kommunikation kann ich nur sagen, was die anderen Foristen auch schon schrieben, Kommunikation ist beidseitig und Du willst daran arbeiten, er nicht, also änderst nur Du Dich. Ich glaube aber, dass es bei Euch andere tieferliegende Probleme gibt, außer Missverständnisse am Laufenden Band zwischen Sender & Empfänger.
Wenn Du in seinen Augen alles falsch machst, Du die Schuldige, dann überlege Dir, ob Du Dir wirklich jeden Stiefel anziehen willst, den er dir hinstellt. Du hast unerfüllbare Ansprüche an ihn, da fällt sicherlich eure Kommunikation miteinander für ihn damit rein und auch dein Wunsch, dass er das Buch liest. Damit hat er das Thema fertig. Ist unbefriedigend für Dich, doch erreichen wirst Du ihn mit Reden, Streit und Druck nicht.
Ich möchte Dir empfehlen, nicht um ihn zu kreisen, sondern um Dich. Mache dich frei von seiner negativen Meinung und wenn er Dir Liebe entzieht, liebe Dich umso mehr, tue dann dir gerade was gutes. Suche Dir Freude in einem Hobby, nur für Dich und lass Dir dort nicht von ihm reinquatschen, es ist deines und schafft Dir Stolz (über die erreichten Ziele) und die nötige Entspannung. Und suche Dir Halt und Zuspruch in deiner Familie und bei Freunden, plane mit ihnen was Schönes, wenn er mal wieder seine negativen Momente hat. Du musst das Schöne und Glück in Dir selbst finden, bei Menschen, die dir wohlgesonnen sind und dadurch selbst für Dich wieder ein stückweit zufrieden und glücklich werden. Auch schaffe Dir deine liebevolle Atmosphäre für Dich selbst, deine kl. Wohlfühlecke. Werde auch ein Stück gelassener. Du hast ihm ein Angebot gemacht, das Buch lesen zu können, er enttäuscht Dich, ärgere Dich nicht darüber, es war dein Angebot zur Verbesserung, dass er nicht nutzt. Ums Grenzen setzen, kommst Du nicht herum. Wenn er Dich kritisiert, steige nicht gleich auf jede vermeintliche Provokation oder Diskussion ein, gehe erstmal aus der Situation, wo Du Dich verletzt fühlst und betrachte mit einigen Abstand die Situation und bewerte für Dich (neutrale, weniger emotionsgeladen), ob er überreagiert oder doch wahres dran sein könnte. Und nimm dir ein Buch und schreibe deine Gefühle und Gedanken auf, Du fühlst dich unglücklich oder missverstanden weil... die einzelnen Vorfälle nur für Dich, aber auch täglich mindestens 3 gute Erlebnisse. Das schafft ein Ventil und ordnet die Gedanken. Vielleicht siehst du dann klarer, ob der Mann, der Dich mit Streit, Liebesentzug und Schweigen straft, der richtige Partner für Dich ist.
 
  • #13
Zeit ist immer eine Frage von Prioritäten. Aber lesen alleine bringt ja dazu nichts und zum Verarbeiten muss ich beim Lesen Zeit und die richtige Stimmung haben. Ich bin auch nicht sicher, ob Bücher in eurer Situation helfen. Klingt auch von Deiner Seite her anstrengend. Wenn ihr alleine keine konstruktiven Gespräche hinbekommt, dann vielleicht unter Anleitung?
An Problemen in Beziehungen sind natürlich immer beide beteiligt, beide müssen bereit sein, daran zu arbeiten und einen gemeinsamen Weg dafür finden.
 
  • #14
Eine gute Kommunikation funktioniert nur, wenn beide eine ähnliche Sprache reden, beide miteinander mit Wertschätzung und Respekt begegnen, beide zuhören und beide reden dürfen und wollen. Es geht immer um beide Seiten, und beide müssen reden/zuhören wollen.

Du kannst Kommunikation nicht einfordern, wenn dies über Jahre nicht passt, ändert es nicht, wenn Du regelmäßig verlangst das man reden muss.

Wenn er sich regelmäßig so über Dich äußert, klingt es zumindest nach fehlenderWertschätzung, und Respekt -
Ich stelle, so sagt er, Ansprüche, die nicht zu erfüllen sind
Ich bin Schuld. Ich bin psychisch krank. Ich verhalte mich falsch, bin egoistisch und unlogisch. Er ist mein Opfer, es ist logisch
Aber, warum äußert er sich so? (Bitte wertfrei verstehen)
Was stellst Du für Erwartungen? Wie ist Euer Zusammenleben? Wie sieht es mit Eifersucht aus?
Du hast ein Buch gelesen und Erkenntnisse über Dich gezogen, Punkte, die Du ändern möchtest - was war das?
Das wären ein paar Fragen, um auch als Schreibende den Hintergrund zu versuchen zu verstehen.

Nun hattet ihr mal ein anderes Gespräch
. Er war, zu meiner Überraschung, tatsächlich bestürzt und wir redeten über die Dinge, die sich bei mir angestaut hatten. Über fehlende emotionale Nähe, fehlende Gespräche über Essen und Einkauf hinaus, fehlende liebevolle Atmosphäre usw..
Wobei es zentral um Dich ging, wo ging es auch um ihn?
Zu guter Kommunikation gehören beide Seiten, es wäre eine Chance gewesen, dass auch ER sagt, was ihm fehlt.
Du hast gesagt, was nicht passt - und eine Forderung gestellt. Das ist kein Gespräch, auf das man aufbauen kann.
Im Fazit die Wiederholung Eurer vorherigen Gespräche - Du sagst, Du willst reden, er hört diesmal mehr zu? Und wieder geht es um mehr Reden, so wie Du es Dir vorstellst. Hast Du mal gefragt,, wie er sich miteinander reden vorstellt?

Er wird sich danach sich gedacht haben, ich habe genug gehört, damit reicht es, und er hat genug anderes zu tun, als ein Buch zu lesen - das, wenn man es so mit dem Titel "Liebe muss man wollen" seinem Partner gibt, den Vorwurf enthält - Du liebst mich nicht, Du willst nicht genug...

Kommunikation könnte man moderiert lernen, das wäre der Weg, statt ein Buch.

Oder Du ziehst das Fazit, dass man auch mit reden nicht alles lösen kann, die besten Gespräche machen Unpassendes nicht passend.

W, 51
 
  • #15
Er hat dann von sich aus angeboten, das Buch auch zu lesen.
Kann es wirklich sein, dass er dafür keine Zeit findet? Kann er sich nicht aktiv Zeit nehmen? Ist es ihm nicht wichtig genug?

Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus allem. Und nein, er kann sich offenbar aktiv keine Zeit dafür nehmen.

Für mich stellt sich der Sachverhalt so dar:
DU hast irgendwann vor Jahren mal für dich beschlossen, dass DIR in eurer Beziehung irgendetwas fehlt. Seitdem bist du am Jammern, Fordern und Beschweren (ich übertreibe etwas). Dein Mann hört sich das seit Jahren an. Er selbst hat wahrscheinlich seit damals die Welt nicht mehr verstanden, denn ER sah offenbar kein Problem. Deswegen hat er es auch nicht geändert bisher. Und weil er auch genervt und überfordert von deinen permanenten Gesprächs- und Änderungsversuchen ist, reagiert er immer weniger wertschätzend, denn ständig gesagt zu bekommen, dass man in der Beziehung zu blöd zum Kommunizieren (ja ich drücke mich aus Gründen der Veranschaulichung sehr salopp aus) ist, nagt schon auch ganz schön am Selbstwertgefühl deines Mannes.

Nun kommst du mit immer neuen Forderungen, bringst sogar (Umerziehungs-)Bücher mit, und nach einer erneuten Diskussion über den Änderungsbedarf in eurer Beziehung lenkt er ein, und sagt halbherzig "okay, okay, ich lese das Buch". Damit hat er dich für den Moment beruhigt und beschwichtigt. Hat doch super funktioniert für ihn :D .
Eigentlich sieht er den Bedarf nicht. Denn DU bist diejenige, die ein Problem hat, und dieses über Jahre hinweg zu seinem macht. Ich denke mal, wenn diese Spirale so weitergeht, dann hat die Beziehung sowieso ein Ablaufdatum.

Ich bin da ein wenig bei @realwoman, die sagt, dass du ein wenig Erziehungsversuche startest, wie eine Mutti. Lass dir gesagt sein: Motivation zur Veränderung ist intrinsisch, und nicht extrinsisch. Wenn du ihm weiterhin in den Ohren liegst, macht er nur weiter zu.

Handle selbst, verändere was für dich, und wenn du feststellst, dass ihr nicht mehr zusammenpasst, weil du andere Ansprüche entwickelt hast, dann trenn dich.
 
  • #16
Kann er sich nicht aktiv Zeit nehmen? Ist es ihm nicht wichtig genug?
Lohnt es sich darüber nachzudenken?
Weil er jetzt nicht liest, sondern sich das in Ruhe zu Gemüte führen will, fühlst du dich vernachlässigt. Da bastelst du eine Forderung daraus.
Das was ich aus deinem Text herauslese ist, du brauchst ständig Liebesbeweise. Deshalb diese "Streits". Danach wirst du mit Nichtbeachtung bestraft. Das bedeutet, dein Partner zieht sich von dir zurück. Er hat offensichtlich keine Lust auf diese Diskussionen, die offenbar du anleierst.
Du bist unzufrieden. Er soll es ausbaden.
Es gäbe da eine einfache Lösung. Nicht streiten.
Außerdem kann man versuchen, weniger enttäuscht zu sein vom Anderen. Du wirfst ihm in diesen Diskussionen, die offenbar regelmäßig stattfinden, dieses "Nicht genug" vor.
Das kann für ihn auch sehr belastend sein.
Dein Partner ist auch nur ein Mensch. Vielleicht bist du darüber enttäuscht. Diese Vorstellung "aufschauen" zu können, dass der Mann alles regelt usw., ist zu viel der Erwartung.
Versuche dich von dieser Fixierung zu lösen.
Schaue in dich hinein und versuche herauszufinden, warum du so unglücklich bist. Womöglich ist dein Partner gar nicht die Ursache für das Gefühl deiner innere Leere/Einsamkeit usw.
Wenn man den Anderen nicht nach seinen Vorstellungen ändern kann, dann kann man versuchen seine eigene Einstellung zu ändern.
Sollte das nicht gelingen, bleibt nur noch, das eigene Leben zu verändern.
Da hat man diese Eigenverantwortung für sein Leben als Erwachsener.
 
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  • #17
Ihr könnt mich gerne steinigen, aber dein Mann hat meiner Meinung nach narzisstische Züge. Dieses Verhalten dass Du Schuld bist, physische Probleme hast usw. kenne ich aus meiner geschiedenen Ehe.
Ich war immer an allem Schuld, sein Seelenleben war aus dem Gleichgewicht wegen mir, Liebesentzug, keinerlei Aufmerksamkeit und wenn, dann nur wenn ich etwas 'geleistet hatte. Er hat nie auch nur in Erwägung zu ziehen, das doch meistens 2 an Problemen beteiligt sind.
War das schon immer so? Wie lange willst Du dieses Verhalten noch mitmachen? Er versucht noch nicht mal etwas zu verändern, weil er wahrscheinlich der Meinung ist, nichts falsch zu machen. Wie lange willst Du alleine noch kämpfen?
 
  • #18
Ich kann aus deiner Schilderung alles und nichts rauslesen.
- Er sagt, du hast zu hohe Ansprüche - welche sind denn das genau? Wenn du jeden Tag ein Geschenk haben willst, dass er dich alle zehn Minuten anruft - dann kann er recht haben. Wenn du gern im Monat zumindest einen Tag mit ihm allein verbringen möchtest, nicht. Verstehst du, was ich meine?
- Ebenso, wenn er dir sagt, du seiest Schuld und psychisch krank. Ist er Narzisst? Will er dich mit solchen Aussagen manipulieren oder erniedrigen? Oder sagt er das aus Verzweiflung, weil du ihn so mit überhöhten Forderungen überhäufst und dich immer aufregst? Oder ist da irgendwas dran, hast du psychische Probleme? Kann also auch beides sein.

Generell: Ihr seid seit der Jugend zusammen, da ändern sich Leute eben oft noch stark und ein Großteil der Partnerschaften geht auseinander, aber häufig erst nach sehr viel unglücklichen Jahren, weil es eben die erste Liebe ist und man einfach nicht aufgeben will. Wenn du mit ihm unglücklich bist, liegt es vielleicht einfach daran, dass ihr nicht mehr zusammen passt (auch von der Kommunikation), nicht daran, dass einer von euch beiden explizit irgendwie Schuld ist. Ich würde mir an deiner Stelle überlegen, wenn ich schon Jahre unglücklich bin und sich nichts ändert, wäre für beide eine Trennung besser und aussichtsreicher, als zu versuchen, den anderen umzuerziehen. Wie hier schon gesagt wurde, WENN er da wirklich Probleme hat bei Kommunikation, dann muss er das von sich aus auch ändern wollen, nicht, weil du ihm sagst, was dich alles stört und er macht das um des lieben Friedens Willen.
Übrigens kann ich mir auch gut vorstellen, dass er vielleicht schon immer jemand war, der wenig über Tieferes reden kann oder reden will, über "Essen und Einkauf" hinaus. Ich habe schon einige Frauen erlebt, die sich so einen Schweiger als Partner nehmen, dann aber immer unzufriedener sind und ihn versuchen zu ändern. So funktioniert das aber nicht und das wäre auch nicht fair dem anderen gegenüber. Also, das muss bei dir nicht der Fall sein, aber wie gesagt, ich hab das im Umkreis schon manchmal miterlebt. Wenn einem gute Gespräche wichtig sind, dann sollte man das bei der Partnerwahl beachten und dann ändert sich das auch nicht tiefgreifend, jedenfalls bei Freunden nach zehn Jahren, bei mir nach über fünf und auch bei meinen Eltern nach 50 Jahren nicht, die unterhalten sich jeden Tag ziemlich ausgiebig über alles mögliche.
w, 37
 
  • #19
Liebe FS,

ihr habt ausführlich über deine Bedürfnisse gesprochen und er hat von sich aus angeboten, das Buch zu lesen. Mal außen vor gelassen, ob das für euch tatsächlich der richtige Weg zu besserer Kommunikation ist, hat er somit erstmal guten Willen gezeigt.

Das würde ich an deiner Stelle nicht damit torpedieren, dass du nun durch Nachfragen Druck auf ihn ausübst. Du magst das Buch einfach finden, das Problem ist aber komplex und besteht bei euch schon lange. Da finde es legitim, dass er bei aktuell sehr hoher Arbeitsbelastung nicht gleich die Zeit oder Muse findet, um sich damit auseinanderzusetzen. Er hat dir gesagt, wann es so weit ist: in den Weihnachtsferien, die ja nun bald sind.

Solange würde ich an deiner Stelle ihm Zeit geben und das Thema ruhen lassen. In entspannterer Urlaubsstimmung lässt es sich auch leichter miteinander ins Gespräch kommen.

Wenn er es aber auch in den Weihnachtsferien nicht schafft, das Buch zu lesen oder in anderer Form einen Schritt auf dich zu zu machen, um das Problem zu lösen, würde ich das als ernstes Zeichen sehen. Dann solltest du darüber nachdenken, Konsequenzen zu ziehen. Alleine wirst du auch mit noch so viel gutem Willen keine Veränderung herbeiführen können.

W, 27
 
  • #20
Wie erreichen mein Mann und ich eine bessere Kommunikation?

Meiner Meinung nicht so, wie Ihr es bisher versucht (Stress, Opferdenken, Erwartungshaltungen, Vorschriften, vorwurfsvoll, aufrechnend, abwertend, vergleichend, wenig Nachsicht, Drohungen,...).

Schlecht behandeln tun sich Menschen dann, wenn das Zusammensein nicht mehr als etwas Positives wahrgenommen wird, sondern als eine Belastung, Freiheitseinschränkung oder Stressfaktor. Wenn Du daher möchtest, dass ein Gegenüber Dich besser behandelt, dann erreicht man das gewöhnlich nicht mit dem Verbalisieren von negativen Stimmungen (z.B. Krisengesprächen).

Denn "Stimmungen" sind idR "ansteckend". Macht man das Negative zu einem großen Thema, werden die negativen Stimmungen idR nur weiter verfestigt. Der Gegenüber wird dann auch weniger Hemmung haben, ebenfalls negative Stimmungen zu erzeugen und oft nimmt dann die Negativspirale ihren Lauf. Durchbrechen kann man diese Negativspirale idR nicht das Einfordern von Verhaltensänderungen vom Gegenüber, sondern nur indem man selber andere Grundlagen schafft (und zwar auch dann, wenn der Gegenüber die angebliche Hauptschuld trägtf). Denn auch positive Stimmungen sind idR (irgendwann) ansteckend.

Wenn ich selber eine freundschaftliche, wohlgesonnene, entspannte, positive Stimmung verbreite und zwar auch dann, wenn der Gegenüber das weniger tut, dann macht man es dem Gegenüber nämlich verdammt schwer, alleine der negative Miesepeter zu sein. Wenn der Gegenüber das Zusammensein wieder als etwas Stressfreies und Positives empfindet und wertschätzen kann, wird er idR irgendwann auch wieder positiver werden und sein Verhalten ändern. Und zwar nicht, weil es vorwurfsvoll von ihm erwartet wird, sondern weil es sich für ihn dann selbstbestimmt und richtig anfühlt.

Wichtig bzw. die Kunst ist aber, dass man dabei ebenfalls als ein selbstbestimmter Partner auf Augenhöhe und nicht als unterwürfiger Diener wahrgenommen wird. Denn gegenüber einem Unterwürfigen fühlt kaum jemand einen wertschätzenden Respekt, um deren Gunst man sich gerne auch umgekehrt bemühen möchte. Es geht also nicht darum, dass der Gegenüber sich positiver fühlt, weil man ihm alle seine Wünsche erfüllt. Sondern es geht um das Verbreiten einer stets freundschaftlichen, entspannten und wohlgesonnenen Stimmung, insb. auch dann, wenn man völlig unterschiedliche Wünsche hat. Man bemüht sich zwar um Gemeinsames ("Ich hätte Lust, gemeinsam zu kochen"), bleibt aber "gelassen, wenn der Gegenüber andere Wünsche hat ("Kein Problem, vielleicht ein anderes Mal"). Viel bringt auch, wenn man das Positive wertschätzend verbalisiert ("Das hat Spaß gemacht"). Hilfreich ist auch wertschätzender Körperkontakt (schafft Vertrauen und Nähe), z.B. ohne Anlass und Intention einfach mal wie selbstverständlich kurz anschmiegen ("Ich hab Dich lieb"). Einfach ohne Erwartungsdruck die Grundlagen setzen, damit eine positive Spirale in Gang kommen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #21
Liebe Fs,
Du fragst, wie Du eine bessere Kommunikation erreichst. Die erreichst du, indem Du besser kommunizierst.
So einfach oder schwer ist es.

Du hast Dich zum Thema eingelesen. Du hast Dinge über Dich selbst bei der Lektüre gelernt. Jetzt geht es ums Umsetzen ins Praktische.

Gelingt es Dir, neue Kommunikationstechniken einzusetzen? Magst Du dazu etwas schreiben?

Fast vermute ich, dass Du sein Verhalten verändern willst. Er soll anders kommunizieren. Er soll ein Buch lesen, aber nicht irgendein Buch, sondern Du gibst das Thema und den Titel vor usw.

Warum soll er das Buch lesen? Warum der Umweg. Warum setzt Du das Gelesene nicht einfach in die Praxis um?

Du kann andere nicht verändern. Du kannst nur Dich selbst verändern.

Ich fühle mich unglücklich und innerlich zum Bersten angespannt. Und das eigentlich schon seit Jahren. Ich habe immer Angst,

Eigentlich hast Du genug Gründe, dass Du Dich um Dich selbst kümmerst und Dich selbst veränderst von angespannt, unglücklich, ängstlich zu mutig, locker und glücklich.
Verändere erst Dich selbst, dann mache bei anderen weiter.
 
  • #22
Ich müsste schon bis zu den Weihnachtsferien warten. Er arbeitet tatsächlich sehr viel, aber ich habe mir ja auch Zeit genommen, um theoretisch über uns nachzudenken und praktisch Hilfe in Form eines Buches zu besorgen, zu lesen und in Bezug auf mich und uns zu reflektieren.
Genau das ist der Ansatz!
Offensichtlich arbeitet er so viel, um Dir und sich ein wirtschaftlich abgesichertets Leben zu ermöglichen.
Es wäre an der Zeit, ihm ein wenig von dieser Last abzunehmen.

Dein Ziel für dich sollte sein, mindestens genau soviel Geld durch Erwarbsarbeit nach Hause zu bringen, wie er. Dann kann er seine Arbeitszeit reduzieren und dadurch Zeit gewinnen, das Buch zu lesen.
Außerdem hätte er dann Zeit, mehr Hausarbeit zu übernehmen, wenn du länger arbeiten würdest. Denn schließlich könntest du nicht Haushaltsarbeiten erledigen, während du einer Erwerbstätigkeit nachgehst.
Das würde dich in der Hausarbeit entlasten und gleichzeitig müßtest du nicht mehr versuchen, deinem derzeit stark arbeitenden Mann zu Hause den Rücken zu stärken, sondern hättest viel mehr emotionale Energie für dich, wenn er weniger arbeiten müßte.

Ich denke, ihr werdet generell glücklicher werden, wenn ihr beide dieselbe Zeit an Stunden in der Erwerbsarbeit verbringt UND genausoviel Geld, wie der Partner nach Hause bringt. Das verringert den Druch für jeden von euch, länger arbeiten zu müssen, um das Familienauskommen zu ermöglichen.

Toller Nebeneffekt: wenn er weniger arbeiten muß, weil du einen Teil seiner Last trägst, wird er dankbarer sein und schon allein deswegen häufiger mit dir reden (kommunizieren) wollen.

mMenschÜ50
 
  • #23
Toller Nebeneffekt: wenn er weniger arbeiten muß, weil du einen Teil seiner Last trägst, wird er dankbarer sein und schon allein deswegen häufiger mit dir reden (kommunizieren) wollen.
Ich glaube daran nicht, viele Männer in einer negativen Beziehung sind lieber bei der Arbeit als zu Hause, das ist meistens die Begründung von solchen Männer, stimmt aber in Wirklichkeit nicht! Wenn eine Beziehung von innen emotional nicht stimmig ist, nicht mehr stimmig ist, nützen solche Vorschläge gar nichts! Es ist immer schnell und leicht gesagt, weil er zuviel arbeitet, wegen der Arbeit etc.pp., ich glaube daran nicht, für mich sind das fadenscheinige Vorwände! Ein Mann dem die Beziehung wichtig ist, der seine Frau liebt, geht dieses Thema anders an!
 
  • #24
Eine gute Kommunikation funktioniert nur, wenn beide eine ähnliche Sprache reden, beide miteinander mit Wertschätzung und Respekt begegnen, beide zuhören und beide reden dürfen und wollen. Es geht immer um beide Seiten, und beide müssen reden/zuhören wollen.
Richtig - und ich ergänze:
- Keiner sollte den anderen überfordern
-ausreichend Pausen, um Nachzudenken ......
- ergebnisoffen sprechen
- die persönlichen Grenzen akzeptieren

Er sagt, er möchte an den Feiertagen lesen, da könne er sich konzentrieren, habe Zeit .......
Sieh du das doch mal als Teilerfolg .... und leg ihm das Buch ruhig nochmal raus.
Er sagt, du wärst unlogisch .... hat er vielleicht recht ?
Er knallt dir einiges an den Kopf - und du ihm ?

Du willst viel auf einmal - er arbeitet viel, vielleicht auch für eine schöne Zukunft. Redet doch mal ganz normal miteinander, ohne Forderungen. Wann hast du ihn zuletzt gefragt, wie es beruflich läuft, ob er müde ist, ob es Probleme in seiner Firma gibt ......

Du willst Kommunikation ? Lies du das Buch nochmals ... es wäre nötig. Denn eines hast du nicht begriffen - du willst etwas, also beginne du damit. Und achte dabei darauf, ihn nicht auf dem falschen Fuss zu erwischen.
 
  • #25
Mittlerweile läuft bei uns, so glaube ich, einiges schief. Seiner Meinung nach bin ich Schuld. Ich stelle, so sagt er, Ansprüche, die nicht zu erfüllen sind.
Wenn einer immer allein schuld sein soll, stimmt was nicht. Aber: Welche Ansprüche stellst Du, ist die Frage. Wenn er ein ganz anderer werden soll, als er eigentlich ist, weil Du ne eierlegende Wollmilchsau willst, KANN er niemals Deine Ansprüche erfüllen.

Ich fühle mich unglücklich und innerlich zum Bersten angespannt. Und das eigentlich schon seit Jahren. Ich habe immer Angst, wieder etwas falsch zu machen und dafür mit Streit, Schweigen und/oder Liebesentzug gestraft zu werden.
Provokant formuliert: Bist Du ein kleines Kind, das sich noch mit Liebesentzug bestrafen lassen muss? Oder verlangst Du bedingungslose Liebe, obwohl Du Dich wirklich manchmal daneben verhältst, überzogene Forderungen stellst wie "sei doch mal mehr mein Papi", und erwartest, dass alles so läuft, dass Du satt, in Sicherheit und zufrieden leben kannst?
Du fühlst Dich unglücklich, aber bleibst. Und versuchst vermutlich zu erreichen, dass Dein Partner sich so ändert, dass Du glücklich sein kannst. Der denkt aber an sich und wie er glücklich sein kann. Also er versucht das gleiche in eurer Beziehung zu erreichen, entweder, indem er Dich ändern will oder indem er sich entzieht. Anscheinend kann auch er sich nicht trennen, obwohl er vermutlich auch nicht glücklich sein wird. Aber er ignoriert es oder fühlt sich vielleicht als Dein Opfer. Vielleicht guckt er längst woanders und würde sich trennen, wenn er was geeignetes sähe.

Seit Jahren bin ich der Meinung, dass wir, jeder für sich und wir zusammen als Paar, an unserer Kommunikation arbeiten müssen.
DU bist der Meinung und vermutlich hast Du recht. Aber er nicht. Wenn nur einer von beiden mehr Interaktion miteinander will, scheitert das.
 
  • #26
Ich bin Schuld. Ich bin psychisch krank. Ich verhalte mich falsch, bin egoistisch und unlogisch. Er ist mein Opfer, es ist logisch und ich mache ihm das Leben schwer.
Harte Brocken. Ich denke, Du siehst einfach Beziehung anders als er und willst ihn dahingehend bearbeiten, weil Du sonst die Bez. beenden musst. Und er rafft nicht, dass Du es ernst meinst, bevor Du nicht "oder sonst" gesagt hast.
Also Du musst mE schon bereit sein, Dich zu trennen, und das auch sagen, statt wie eine Abhängige bewirken zu wollen, dass er dies und das und jenes tut, damit Du glücklich werden kannst. Und Du musst bereit sein, Dich zu trennen, BEVOR Du wirklich alles hinschmeißen willst. Schwierige Sache, aber anscheinend geht es bei unbewussten Leuten wirklich nicht anders, als dass man "androht" sich zu trennen. Von allein können sie nicht sehen, dass Handlungsbedarf besteht, auch mal bei sich zu gucken, was man falsch macht.
Klingt für mich so, als ob ihr beide im anderen ein Elternteil seht. Du denkst, er müsse Deine Welt glücklich machen wie ein liebender Vater, er sieht Dich als ewig nörgelnde Mutterfigur, die irgendwas von ihm will, für die er sich ändern soll, sonst ist sie ganz traurig und enttäuscht. Und dagegen wehrt er sich.

Aber ihr führt eine Beziehung, also was, dem ihr auch ein Ende setzen könnt, statt unter dem anderen zu leiden. Soll heißen, dass man sein eigenes Interesse am Erhalt der Beziehung erkennen muss, um sich selbst für den anderen zu ändern im Verhalten.
Wenn es aber hieße: Ändere dich als Persönlichkeit, ändere deine Lebensziele, ändere deine Lebensrichtung, die du einschlagen willst, dann hemmt ihr euch nur und solltet euch wirklich trennen. Vielleicht will einer auch weiter das Kind bleiben, während der andere erwachsen werden will, was dann auch nicht funktioniert. Ich seh das hier bei Dir, dass Du mehr begriffen hast, dass man eine Beziehung gemeinsam gestalten muss, statt zu erwarten, dass er andere das Leben heil und glücklich macht ganz von selbst. Denn immerhin hast Du angefangen, das Problem lösen zu wollen durch dieses Buch.

Er hat bislang nur Absichtsbekundungen gemacht, obwohl ich nun überhaupt nicht einschätzen kann, wieviel er arbeitet und ob er wirklich keine Zeit und Muße hat, das zu lesen. Aber wenn Du jetzt drängelst, lädst Du dieses "Projekt: er liest ein Buch zur besseren Beziehungsführung" schon wieder mit Erwartungen auf, was bei ihm Abwehr erzeugen wird.
Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder, sein mangelndes Engagement zeigt Dir nun endlich, dass der Mann nicht beziehungsgeeignet für Dich ist, oder Du wartest, ob er wirklich in der Weihnachtszeit liest, weil ihm was an euch liegt.
 
  • #27
ich glaube daran nicht, für mich sind das fadenscheinige Vorwände! Ein Mann dem die Beziehung wichtig ist, der seine Frau liebt, geht dieses Thema anders an!
wie das so ist mit dem Glauben...
wo kein Wissen ist, muß der Glaube herhalten.
Und überhaupt:
Ein Mann dem die Beziehung wichtig ist, der seine Frau liebt, geht dieses Thema anders an!

Eine Frau, dem die Beziehung wichtig ist, die ihren Mann liebt, geht dieses Thema anders an!

Sie wird nämlich versuchen, sich in die Lage des Partners zu versetzen und diesen nachzuempfinden. - Wo ist diese sagenhafte, vielbeschworene, spezielle und unübertroffene Empathie der Frauen (die nur sie der Sage nach haben), wenn man sie mal braucht?

Mir scheint, die einzige Leistung von ihr, ist ein Buch zu lesen vone einem Autor, den sie nicht kennt, der ihre Situation nicht kennt, um daraus auf ihren Partner zu schließen.
Dieses ganze Ratgeber-Unwesen hat mehr Beziehungen vernichtet, als Exemplare seiner selbst verkauft worden.

Aber, ja du hast Recht, wenn eine Beziehung nicht läuft, hat sich der Mann nur zu wenig angestrengt.

mMenschÜ50
 
  • #28
Ich habe eine Ausbildung zur Meditatorin gemacht und in meinem Job ist es sehr hilfreich.

Im privaten auch...manchmal aber verspätet, denn wenn die Gefühle kochen, kochen sie.
Und der andere muss mitmachen

Ich würde also selbst wenn es nicht mehr geht, Hilfe holen und zu einer Meditation gehen

Ginge mein Partner nicht mit dann denke ich. ..das war es für mich
 
  • #29
Es tut mir leid, dass deine Ehe nicht gut funktioniert, aus deinem Beitrag kann man aber nicht erkennen, was genau eure Probleme sind. Die Geschichte mit dem Buch ist aus meiner Sicht nichts, worüber man sich aufregen sollte. Immerhin hat dein Mann Interesse daran gezeigt, sich nach deinen Sorgen erkundigt und die Absicht geäußert, das Buch selber zu lesen. Ich würde seine Reaktion positiv werten und keinen Fass deswegen aufmachen, weil er es bisher doch nicht gelesen hat. Was genau läuft bei euch schief, warum kommt es zu Schuldzuweisungen, warum bist du der Meinung, dass eure Kommunikation schlecht ist? Kannst du konkrete Situationen und Konflikte beschreiben? Sonst kann man dir leider nicht wirklich helfen.
 
  • #30
Kommunikation wird häufig stark überbewertet! Insbesondere in diesem Forum.
Lass es sein mit deinen ständigen Versuchen mit ihm zu reden. Er will nicht über deine Themen reden. Er will nicht auf die Art mit dir kommunizieren wie du es möchtest.
Du nervst ihn.
Ich halte gemeinsame Erlebnisse für den Kit einer Beziehung.
Plant für das Ende der Coronazeit etwas Großes. Wie wäre es mit einer Sahara-Expedition oder etwas kleiner, mit einer Alpenüberquerung zu Fuss.
Ihr könnt auch aus euren Problemen ein Theaterstück machen. Ihr seit dann Autoren, Regieseure und Schauspieler eures Stückes / Lebens. Oder studiert einfach Clownstricks ein. Macht was!
Dann erlebt ihr etwas und dann werdet ihr auch wieder kommunizieren können. Immer nur wieder die gleiche Suppe auslöffeln wird auf Dauer sehr anstrengend. Also raus in die große weite Welt.
Nicht reden sondern erleben.
 
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