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  • #1

Wie fühlt sich Empfänger eines (ungewollten) Liebesgeständnis'?

Hallo zusammen,
Letzte Woche bin ich am Ende eines sehr schönen gemeinsamen Abends von einem guten Freund, Nachbarn, Kollegen (jawoll, gleich drei Sachen auf einmal) darauf angesprochen worden, dass er das Gefühl hätte, dass sich in den letzten Wochen etwas zwischen uns verändert hat und dass es wohl daran liegen würde, dass ich mich in ihn verguckt hätte (er - so hat er mir dann mitgeteilt - sieht unsere Beziehung allerdings nur rein freundschaftlich). Was soll ich sagen, ich musste leider bestätigen, auch wenn ich dieses Gespräch nicht angefangen hatte und eigentlich auch nicht führen wollte. Einmal darauf angesprochen, bestätigte ich ihm nicht nur, dass er mit seiner Vermutung Recht hat, sondern gab auch zu, dass das jetzt nicht erst seit ein paar Tagen so wäre, sondern dass das schon länger so sein würde. Sogar auch als ich noch einen Freund hatte (mit dem ist seit einem halben Jahr Schluss) und der Ex-Freund hatte sogar von diesen Gefühlen gewusst. Die Gesprächssituation hat sich nach diesem "Geständnis" keineswegs ins schlechte verändert. Er hat cool reagiert und ich war nicht am Boden zerstört (das kam erst danach). Wir haben beredet, wie wir damit umgehen, Fazit war, dass wir Abstand brauchen, aber eher ich zu ihm als er zu mir. Nun ist die Sache aber so, dass ich in den letzten Tagen nun doch das Gefühl hatte, dass er nun eben doch einen großen Abstand zu mir aufgebaut hat. Mehr als notwendig. Es gab bspw. keine Verabschiedung vor dem Weihnachtsurlaub, was sonst auf jeden Fall passiert wäre - wir sind wie gesagt sehr gut befreundet (gewesen). Und ich finde, dass sich zwei erwachsene Menschen auch nach so einer "Sache" Tschüss sagen können. Und jetzt frage ich mich, was seit meinem ungewollten Liebesgeständnis alles in seinem Kopf vorgegangen sein mag.
Kann ja sein, dass er das anfangs wirklich cool gesehen hat, aber dass er dann gecheckt hat "uups, xy ist schon länger in mich verguckt" und dass das jetzt zu irgendwelchem Fluchtverhalten geführt hat. Naja. Irgendwie voll die doofe Situation. Dieser Kontaktabbruch und Abstand fühlt sich an wie eine Bestrafung, dabei hat man ja nichts verbrochen, man mag den anderen halt nur n bisschen zu viel. So ist meine Perspektive. Seine ist aber sicher ganz anders.
Deswegen meine Frage "Wie fühlt sich der Empfänger eines (ungewollten) Liebesgeständnisses?" Danke für die Antworten.
 
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  • #2
Der macht das ganz richtig und es ist keine Bestrafung, sondern als Schutz für Dich gedacht. Dein Liebesgeständnis hat ein Ungleichgewicht erzeugt, dass er jetzt durch Abstand wieder ausgleicht. Er ist Dir nicht böse, aber er ist vernünftig. Du solltest diese Distanz jetzt auch selber wollen! m39
 
  • #3
Man fühlt sich sehr blöd, es ist irgendwie peinlich, man benimmt sich völlig verkrampft und unnnatürlich und es dauert längere Zeit, bis dieser Gedanke wieder ein bisschen nach hinten gerückt ist und man wieder "normaler" reden kann.

Mir ist das schon öfter passiert, dass Männer so etwas gestanden haben/ durchblicken ließen/ es ihnen rausgerutscht ist. Ich habe mich dann auch immer merklich zurückgezogen, mir tat der Mann dann Leid. So nach etwa ein bis zwei Jahren ist es dann aber wieder gut... Das willst Du jetzt nicht hören, aber so lange dauert es schon.
 
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  • #4
#1 hat völlig recht.Sein Verhalten ist keine Bestrafung und du darfst es auch nicht als solche sehen. Er macht dir nur richtig und unmissverständlich klar, dass es für ihn nur rein freundschaftlich ist (bei weiterem Treffen denkt Frau gern, na ja vieleicht ist ja da doch was...er will mich ja sehen). Er meint es gut mit dir. Wenn du das freundschaftliche Verhältnis dann mal aktzeptiert hast, kann der Kontakt wieder häufiger werden und es eine wahre Freundschaft zwischen Mann und Frau werden, aber keine Liebe.
Mir ging es mal genauso...mittlerweile ist diese Frau eine wunderbare Freundin und sagte mir, dass sie es ohne den Abstand damals wohl nicht gerafft hätte.

Alle Liebe
m 42
 
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  • #5
Ich finde es in den allermeisten Fällen ziemlich erbärmlich, wenn die Empfänger eines solchen Liebesgeständnisses plötzlich so tun als seien sie völlig davon überrascht und "peinlich berührt". Denn sie haben es ja selbst mit herbeigeführt! Einfach so verliebt man sich nicht in einen anderen Menschen. Dann hätten sie halt in der Vergangenheit schon dafür sorgen müssen, dass es gar nicht so weit kommt. So unbedarft kann niemand sein, dass er/sie nicht merkt, wenn da etwas im Busch ist. Diejenigen die sich unglücklich verlieben sind eigentlich das Opfer. Und Freundschaft zwischen Frau und Mann (die noch dazu Single sind und zueinander passen würden) ist ein Ammenmärchen.

m.
 
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  • #6
Er will dich testen. Er möchte herausfinden, wie lange du es ohne seine Nähe aushältst und wie du damit umgehen kannst. Mit den Sehnsuchtsgefühlen einer Frau zu spielen, gibt manchen Männern ein archaisches Gefühl der Überlegenheit über die Frau, welches sie heutzutage schon ziemlich vermissen. Besonders maskuline Männer sind oft der Meinung, sie würden besser wissen, was für eine verliebte Frau gut ist als diese selbst. Oft genießen sie eine solche Konstallation als Retourkutsche für eine andere Frau in ihrem eigenen Leben, von der sie nicht erhört wurden. Hinzu kommt, diese Hintergründe sind etwas, das er mit sich selber ausgemacht hat, und er wird darüber auch nicht reden, wie ein richtiger Mann eben *g*.

Wenn du dich in der Zeit der auferlegten Distanz ruhig verhältst, zusammenreisst und nicht durchblicken lässt, dass du ihn vermisst, dann nähert er sich vielleicht wieder - allerdings nur dann, wenn es ihm passt. Das kann Jahre dauern. Geht dir die auferlegte Distanz zu sehr ans Eingemachte, wirst du ihn nachher ohnehin nicht mehr sehen wollen. Wie es auch ausgeht, der Mann fühlt sich am Ende als Gewinner. Männer brauchen das, um ihr Ego zu stärken. Manche von ihnen können solche Spielchen fast als Leistungssport betreiben und - wenn sie das richtige Opfer gefunden haben - auch ziemlich auf die Spitze.

Was deine freundschaftlichen Gefühle betrifft: So gut ich diese nachvollziehen kann, glaub mir, er nimmt sie spätestens jetzt nicht mehr ernst. Sei also konsequent: Verhaltensweisen einer guten Freundin, die dich von ihr trennen würden, solltest du auch bei ihm nicht tolerieren. Wenn du merkst, dass du dir von ihm mehr gefallen lassen würdest, such dir schnell ein neues Liebesobjekt.
 
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  • #7
#5 Sorry, aber das was du schreibst ist hochgradiger Schrott. Meiner Meinung spricht/schreibt aus dir irgendein Frust und/oder unverarbeitetes aus deiner Vergangenheit und du projizierst das jetzt hier hinein.
Ich bin der Auffassung, dass es #1 und #3 richtig einordnen und beschreiben.

FS viel Glück von m 39
 
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  • #8
#5 sind völlig haltlose und bösartige Unterstellungen, die für die meisten Männer nicht in Frage kommen.

Das Problem, einseitig verliebt zu sein, trifft wohl fast jeden Menschen einmal. Man kann sich seine Gefühle nicht aussuchen und es ist natürlich sehr traurig für einen, wenn sie nicht erwidert werden. Ich hatte beide Varianten in der Vergangenheit. Zu deiner konkreten Situation macht dein Freund das, was Du machen müsstest und dir unendlich schwer fällt. Er stellt Abstand her, damit Du wieder zu dir kommen kannst. Wenn Du ihn ständig vor deiner Nase hast, wird dein Gefühl für ihn in der Regel stärker werden und ein Einsehen, dass es nichts wird, sehr viel schwerer. Ich finde, dein Freund handelt verantwortungsvoll und sehr freundschaftlich mit dir. Als Preis ist die Freundschaft erst mal auf Eis gelegt. Aber ihr befindet euch auf unterschiedlichen Ebenen und auch wenn Du rationell möchtest, dass ihr weiter befreundet seid, wird das gegenwärtig nicht klappen. Mit der Zeit wird sich das Gefühl hoffentlich bei dir verlieren und Du wirst dann mit ein bisschen Glück auf die Ebene zurückkehren können, das eine normale Freundschaft möglich ist.

Sei froh, dass Du den Abstand gewinnen kannst. Mir war das vor ein paar Jahren nicht möglich wegen Beruf und diese Zeit wurde für mich persönlich immer mehr zur Hölle. Nach einigen Jahren Abstand geht es mir wieder sehr gut und ich fühle mich wieder im Gleichgewicht. Ich habe aber keinen Kontakt mehr zu dieser Frau und möchte ihn auch gar nicht haben.

Was das Überlegenheitsgefühl betrifft, wenn man begehrt wird und es nicht erwidert: Für mich war es eher unangenehm und es machte sich eine gewisse Hilflosigkeit breit, wenn man den Menschen mag. Also von Überlegenheit wirklich keine Spur und es macht mich traurig, wenn jemand wegen mir leiden muss. Ich habe dann ähnlich gehandelt wie dein Freund. Eine unverkrampfte Beziehung ist einfach nicht möglich und es macht sicher auch deinen Freund traurig das es so läuft. Ist aber nicht zu ändern.
 
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  • #9
Ich finde es in den allermeisten Fällen ziemlich erbärmlich, wenn die Empfänger eines solchen Liebesgeständnisses plötzlich so tun als seien sie völlig davon überrascht und "peinlich berührt". Denn sie haben es ja selbst mit herbeigeführt! Einfach so verliebt man sich nicht in einen anderen Menschen. Dann hätten sie halt in der Vergangenheit schon dafür sorgen müssen, dass es gar nicht so weit kommt. So unbedarft kann niemand sein, dass er/sie nicht merkt, wenn da etwas im Busch ist. Diejenigen die sich unglücklich verlieben sind eigentlich das Opfer. Und Freundschaft zwischen Frau und Mann (die noch dazu Single sind und zueinander passen würden) ist ein Ammenmärchen.

m.

Selten so einen Blödsinn gelesen.
Nein, Mann merkt es nicht wenn eine Frau sich in einem verliebt. Insbesondere nicht wenn diese Frau so überhaupt nicht in das eigene Raster passt.
Und, Mann weiss doch überhaupt nicht warum sich diese Frau in einen verliebt hat. Liegt es daran, dass der Mann äusserlich der Traummann der Verliebten ist oder am Humor oder am selbstsichere Auftreten.
Beispiel: Ich habe mich mal sehr für eine Frau interessiert, habe viel mit Ihr und auch mit ihr und ihren Freundinnen unternommen. Nach einiger Zeit war klar, dass es nichts wird. Dann bekam ich Avancen von einer Freundin von ihr, die mir vorher kaum aufgefallen war. Sie war äusserlich und vorallem vom Wesen her überhaupt nicht mein Typ. Da ging bei mir gar nichts.
Wie hätte ich das verhindern sollen ?
 
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  • #10
Liebe FS, so eine Situation habe ich im Moment leider auch... Ich bin in einen sehr guten und langjährigen Freund verliebt, das auch schon länger. Wir sind beide Single und haben sehr viel Zeit miteinander verbracht, waren sogar zusammen im Urlaub diesen Sommer. Dort sind wir uns auch körperlich näher gekommen, was vorher nie passiert ist und ich habe gedacht, jetzt beginnt wahrscheinlich doch etwas zwischen uns.... Wir haben nie darüber geredet, was da passiert ist und haben es so normal wie möglich weiterlaufen lassen. Aber bei mir ging es nicht mehr so einfach und ich musste ihm sagen bzw schreiben, dass ich mehr für ihn empfinde. Er empfindet nicht so wie ich, weil er sich wundert, warum das nicht vorher passiert ist zwischen uns... Und das, obwohl ich vor kurzem erfahren habe, dass er früher in mich verliebt war und nie etwas gesagt hat. Wir sehen uns jetzt nicht mehr bzw sehr selten... Bin natürlich sehr traurig darüber, aber das ist vielleicht die einzige Lösung. Auch nicht einfach, weil wir einen Freundeskreis haben.

Ich denke auch, dass er dir damit nur einen Gefallen tut, weil er es bestimmt nachvollziehen kann, wie schmerzhaft es ist, einseitig verliebt zu sein und dann auch noch Zeit mit diesem Menschen zu verbringen, wo man doch schon weiss, dass er die Gefühle nicht erwidert. Und vielleicht ist es für ihn auch nicht einfach, weil er jedes Wort auf die Goldwaage legen muss, damit bei dir nicht der Eindruck entsteht, er könnte vielleicht doch wollen... Sieh es nicht als Bestrafung! Das ist es sicher nicht - du kennst ihn gut und Freunde bestrafen nicht! Lass die Zeit ihr Übriges tun, denn irgendwann werdet ihr beide dieselben Gefühle füreinander haben - freundschaftliche nämlich.

Alles Liebe!
w, 33
 
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  • #11
Gast #7
Es liegt mir fern, jemandem bösartige Absichten zu unterstellen. Oft geschehen Dinge unbewusst, und was Männer tun, können manche Frauen umgekehrt ja auch sehr gut ;).

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Berufsleben: Eine neue Mitarbeiterin erscheint auf der Bildfläche, ein Mitarbeiter fühlt sich zu ihr hingezogen, sie merkt es, es wird ein bisschen geflirtet siehe da: nach ein, zwei Jahren ist sie auf einmal für ihn eine Kollegin geworden wie alle anderen auch. Vielleicht eine, mit der er intensive Gefühle der Vergangenheit verbindet. Aber sie ist für ihn kein Lustobjekt mehr. Und das ganz ohne schmerzvolle Zwangs-Trennung. Und ganz ohne demonstrativ unfreundliches Verhalten oder Kränkungen von ihrer Seite.

Anfängliche Verliebtheitsgefühle sind bei Frauen genauso wenig beständig wie bei Männern. Das wirkliche Leben spielt nicht in "Vom Winde verweht" und auch nicht in "Der Terminator". Man muss nicht weglaufen sondern kann ruhig da bleiben wenn sich jemand in einen verliebt. Solange keine unwillkommenen Forderungen gestellt werden ist Verliebtheit nichts Schlimmes, sondern bereichert das Leben.
 
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  • #12
Interessante Sache, FS, die Du da erlebt hast!
Ich versuche es positiv zu sehen: Der Mann versuchte Dir eine goldene Brücke zu bauen, in dem er die Vermutung geäußert hat, Du könntest in ihn verliebt sein. Leider hast Du diese Brücke nicht überschritten und hast ihm nicht gesagt, Du seist nicht verliebt, er habe da etwas fehlinterpretiert. Damit hättest Du die Situation selber bereinigen können und die Freundschaft ginge weiter wie bisher. Leider hast Du diese Chance vertan. m44.
 
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tambourinist

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  • #13
Peinlich ist nicht dass Du dich verliebt hast, sondern dass ihr dieses Gespräch hattet. Und ihr hattet dieses Gespräch, weil er offensichtlich gespürt hat, dass da von Dir aus mehr ist und weil es ihn aus welchem Grund auch immer störte. Ob es uns gestört hätte spielt keine Rolle. Deine Verliebtheit stört ihn, deswegen verhält er sich so.
 
  • #14
Wieso soll ein Gefühl wie Verliebtheit peinlich sein? Oder dass zwei Menschen darüber sprechen?

Ich würde auch am Anfang etwas auf Abstand gehen. Lass ihm die Zeit und lass dir die Zeit. Wenn du meinst, du schaffst es wieder mit ihm in Kontakt zu sein, ohne mehr als Freundschaft zu wollen, schreib ihm eine SMS oder ruf ihn an und sag ihm, dass du die Freundschaft vermisst und dass du darauf nicht verzichten möchtest....dass du hoffst, dass ihr wieder mehr miteinander unternimmt...

...und betone bitte, dass du den neuerlichen Kontakt nur wegen einer platonischen Freundschaft suchst, und auch nicht mehr erhoffst.
 
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  • #15
@Gast#11

:D Und wieder so ein männliches Hirngespinnst. Daran sieht man sehr schön dass die meisten Männer keine Freundschaft mit einer Frau haben können. Es liegt wohl daran, dass Männer insgeheim überzeugt sind, für ev. auftretende weibliche Lustgefühle verantwortlich zu sein und diese stets befriedigen zu müssen. Hätten sie damit ein Problem, so halten sie zur Sicherheit lieber gleich die ganze Frau von sich fern :D

Aber ich kann dich, liebe FS, beruhigen, es gibt viele homosexuelle Männer, die Frauen auch ohne den ganzen Kram an sich heranlassen und Freundschaften mit ihnen haben können und wollen. Das sind die schönsten Freundschaften zwischen Mann und Frau, wo jeder so sein darf wie er ist und trotzdem keiner auf etwas verzichten muss.
 
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  • #16
Ich finde die Aussage von #5 gar nicht so abwegig, da ich es mit einem Mann mal genau so erlebt hatte. Dieser war selbst sehr verletzt worden und genoss es, mit meinen Gefühlen zu spielen, mir immer wieder die Mohrrübe vor die Nase zu halten und sie dann wieder weg zu ziehen. Der brauchte das regelrecht für sein Selbstbewußtsein.

Dass der Freund sich aus Wohlwollen von der FS zurück zieht
grenzt ja schon an Altruismus. Ich habe es dann in der Form auch eher so erlebt, dass die Männer die Freundschaft weiter platonisch aufrecht erhalten, ohne allerdings falsche Hoffnungen zu machen, aber sich trotzdem darin suhlen, so viel Aufmerksamkeit von der Frau zu bekommen. Das nenne ich mal "Unschuldslamm-Variante".

Ich glaube, für die "altruistische Variante" sind die meisten Männer viel zu egoistisch, insbesondere, wenn es zuvor eine angenehme Freundschaft mit positivem Nutzen war.

Die wahrscheinlichste Erklärung, warum sich der Freund zurückzieht, ist eher, dass er genervt ist, nicht damit umgehen kann oder sich der Erwartungshaltung entziehen will.

Die meisten machen doch z.T. unterbewußt eine sehr genaue Kosten-Nutzen-Rechnung auf. Der Altruismus wird nur vorgeschoben, um die wahren (kümmerlichen) Motive zu verschleiern. Was nicht verwundert, da das ja in vielen Lebens-bereichen so ist. Fakt ist, die meisten Menschen sind psychologisch sehr unreif und handeln wie Egoisten und kaschieren ihre wahren Motive mit schönen Bezeichnungen.
 
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  • #17
Liebe FS,
ich stimme auch 100%, #1 und #3 zu.
Zudem, wenn er Deine Gefühle in dieser Hinsicht nicht teilt, heisst das nicht, dass er Dich als Mensch nicht mag oder Du nicht Liebenswert bist.

Ich stecke in einer ganz ähnlichen Situation. Jedoch habe ich denn Mann gefragt ob es denn nicht möglich sei den Kontakt wie vorher beizubehalten.
Er sagte zu mir; dass ich mir erst etwas Zeit nehmen soll und mir sicher sein soll, dass ich damit klar komme, dass er mir nicht mehr als Freundschaft anbieten kann. Dass ich nicht darunter leiden dürfe! Sobald mich die Situation nicht mehr stresse, dann wäre es für ihn okey wenn ich mich wieder melde.

Er ist ein Freund und er meint es gut !!! Liebe FS, das kriegen wir zwei hin :) ja?
 
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  • #18
Interessante Sache, FS, die Du da erlebt hast!
Ich versuche es positiv zu sehen: Der Mann versuchte Dir eine goldene Brücke zu bauen, in dem er die Vermutung geäußert hat, Du könntest in ihn verliebt sein. Leider hast Du diese Brücke nicht überschritten und hast ihm nicht gesagt, Du seist nicht verliebt, er habe da etwas fehlinterpretiert. Damit hättest Du die Situation selber bereinigen können und die Freundschaft ginge weiter wie bisher. Leider hast Du diese Chance vertan. m44.
Das sehe ich auch so. Nie niemals und unter keinen Umständen hätte ich dem Mann eine Verliebtheit gestanden, auch nicht auf Nachfrage. Und seine Freundschaft kann er sich nun auch sonstwohin stecken, er täuscht dir gegenüber zur Zeit ja noch nichtmal Freundschaft vor.
 
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  • #19
Wenn sich jemand in mich verguckt hat, und ich empfinde nicht genauso, dann nehme ich selbstverständlich auch Abstand! Einfach um keine falschen Hoffnungen zu schüren! Ein verliebter Mensch interpretiert in jede Geste sonst gleich irgendwas hinein, das nicht stimmt. Das macht die Lage noch komplizierter und schmerzhafter. Das einzig Richtige für dich ist, dass er Abstand nimmt, damit du dich neu orientieren kannst und nicht zufällig an ihm hängen bleibst und die Gefühle sich zufälligerweise steigern.
 
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  • #20
Was Gast Nr. 5 schreibt, ist in der Tat nicht abwegig.

Es gibt Männer, die mit den Gefühlen verliebter Frauen spielen. Mal gehen sie den Frauen aus dem Weg, dann gibt es mal wieder ein nettes Lächeln. Wenn sich die Frau sichtlich darüber freut, zieht er sich wieder zurück, wendet ihr den Rücken zu. Das könnte immer so weiter gehen, wenn Frau sich das gefallen lässt. Ich habe es so erlebt. Nachdem er mir mal wieder die kalte Schulter zeigte, machte ich fortan dasselbe mit ihm. Genau so offensichtlich, wie er das bei mir gemacht hat. Ich glaube, das hat ihn irritiert...

Im Fall der Fragestellerin gehe ich davon aus, dass der "Freund" einfach nicht mit der Situation umgehen kann. Typisches Fluchtverhalten. Das hat der von mir zuvor beschriebene Mann auch schon gemacht.

Sehr schade, wenn man nach einem "Liebesgeständnis" nicht mehr normal miteinander umgehen kann. Wobei das scheinbar für den/die Nichtverliebte/n das größere Problem darzustellen scheint ... auch wenn ihm/ihr keinerlei Gefahr droht.

Als unglücklich Verliebte fühlt man sich durch das Fluchtverhalten tatsächlich bestraft. So als wollte der Flüchtende demonstrativ zeigen: Ich will dich nicht.

Ich werte so etwas auch als Ablehnung und bestimmt NICHT als Freundschaftsdienst, so nach dem Motto: Nicht dass du zu sehr leidest, wenn du mich siehst.

Das hört sich für mich eher als Ausrede an.
 
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  • #21
Freundschaften können nur funktionieren, wenn keiner mehr empfindet. Das ist bei euch nicht der Fall. Deshalb kann ich sein Verhalten vollkommen nachvollziehen.

Zudem solltest du auch mit dir ehrlich sein und dich fragen, ob du mit diesem Mann eine so enge Freundschaft willst, wenn du für ihn mehr empfindest.

Er jedenfalls hat sich von mir aus geradezu vorbildlich verhalten, er war ganz ehrlich zu dir und hat dir klar gesagt, dass er nur Freundschaft will. Eine Bestrafung ist das aber niemals, es ist einfach menschlich, dass man sich (vielleicht ungewollt) distanziert, wenn man merkt, dass der andere mehr will, selber aber nicht.
 
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  • #22
... darauf angesprochen worden, dass er das Gefühl hätte, dass sich in den letzten Wochen etwas zwischen uns verändert hat und dass es wohl daran liegen würde, dass ich mich in ihn verguckt hätte (er - so hat er mir dann mitgeteilt - sieht unsere Beziehung allerdings nur rein freundschaftlich). Was soll ich sagen, ich musste leider bestätigen, auch wenn ich dieses Gespräch nicht angefangen hatte und eigentlich auch nicht führen wollte. Einmal darauf angesprochen, bestätigte ich ihm nicht nur, dass er mit seiner Vermutung Recht hat, sondern gab auch zu, dass das jetzt nicht erst seit ein paar Tagen so wäre,...

Was für ein mieser Typ! Er hat sich ganz und gar nicht vorbildlich verhalten!

So wie ich das aus der Fragestellung lese, hatte sich die TE sehr gut in ihrer unerwiderten Liebe eingerichtet.

Plötzlich kommt ER auf ihre Gefühle zu sprechen (in dem Moment dachte sie bestimmt, er fühle dasselbe und würde dies jetzt verbalisieren, daher antwortet sie völlig offen) und beendet dann die Freundschaft.

Ich würde mich ziemlich hereingelegt fühlen.

Jetzt kann er die Freundschaft easy beendet, ohne dass ein Hauch von Schuld auf seinen Schultern lastet.

Ich sehe das auch so, dass sich eine Frau nicht grundlos verknallt.
Sein Ego konnte er sehr wohl in ihrer Aura der Sympathie sonnen - bis es langweilig oder unpassend wurde?

Er ist Single? Hat er eine neue Frau kennen gelernt?
 
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  • #23
Ihr geht alle davon aus, dass es mit den beiden nie was werden kann. Das verstehe ich nicht. Gefühle kommen und gehen. Wer sagt denn, dass nicht auch bei dem Mann noch etwas entstehen könnte. Sicherlich ist jetzt Abstand erst mal das richtige, wir sollten auch der FS keine großen Hoffnungen machen, aber ausgeschlossen ist nichts. Ich habe selber schon erlebt, dass Frauen, an denen ich erst überhaupt nicht interessiert war, ich eine ganze Zeit später wahnsinnig toll fand und mich in sie verliebt habe.
Auch generell, wenn man eine ehrliche und tiefsinnige Freundschaft lebt, kann daraus eine Liebe entstehen, die vielleicht dann so eine Basis hat, dass sie auch länger halten kann.
 
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  • #24
Ich finde es in den allermeisten Fällen ziemlich erbärmlich, wenn die Empfänger eines solchen Liebesgeständnisses plötzlich so tun als seien sie völlig davon überrascht und "peinlich berührt". Denn sie haben es ja selbst mit herbeigeführt! Einfach so verliebt man sich nicht in einen anderen Menschen. Dann hätten sie halt in der Vergangenheit schon dafür sorgen müssen, dass es gar nicht so weit kommt. So unbedarft kann niemand sein, dass er/sie nicht merkt, wenn da etwas im Busch ist. Diejenigen die sich unglücklich verlieben sind eigentlich das Opfer. Und Freundschaft zwischen Frau und Mann (die noch dazu Single sind und zueinander passen würden) ist ein Ammenmärchen.

m.

Dieser Aspekt verdient Beachtung::
ich als Frau finde den Beitrag so gut, dass ich ihn hier nochmal zitiere. Ich habe auch den Eindruck, dass manche Männer, Frauen wohl auch, es darauf anlegen den anderen "verliebt zu machen". In machen Fällen werden sie dann durch Worte bestätigt, in anderen Fällen glauben sie nur - und dann trifft ihr Glaube nicht immer zu, so dass sich der andere nur blöd fühlen soll. Dieses Verhalten, so zu tun als ob man aus allen Wolken fiele, ist Selbstverliebtheit, fair ist was anderes.
 
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  • #25
Gast Nr. 23:

Genau so sehe ich das auch.

Ich hatte mich (leider) in einen älteren Mann verliebt, der mich monatelang stumm mit den Augen und hin und wieder einem Lächeln angeflirtet hat. Als ich sein Lächeln nach langer Zeit und durchaus einiger Überwindung (ich bin sehr schüchtern) endlich erwiderte, zog er sich zunächst zurück. Da hatte ich schon immer überlegt, ob ich überhaupt hätte zurücklächeln dürfen (also erste Selbstzweifel).

Dann ein zufälliges Treffen, in denen er mich plötzlich auf Teufel komm raus anbaggerte mit Körperkontakt, zärtlichen Berührungen usw. Als ich auf seine Frage, ob ich ihn mag, positiv antwortete, zog er sich sofort wieder zurück. Seitdem geht er mir aus dem Weg, wo er nur kann.

Dabei hätte ich mich NIE in ihn verliebt, wenn er mich einfach von Anfang an in Ruhe gelassen hätte. Ich leide nun, während er das tolle Gefühl hat: Bei dieser jungen Frau hätte ich landen können - wenn ich gewollt hätte.

Der "Freund" der FS hat also offenbar bemerkt, dass sie mehr für ihn empfindet und besitzt die Frechheit, sie darauf anzusprechen. Als sie ihm ehrlich antwortet, geht er ihr fortan aus dem Weg. Insofern Parallelen zu meinem Fall. Obwohl ich allerdings nicht von Liebe gesprochen habe, sondern einfach nur gesagt habe, dass ich ihn mag. War wohl schon ein Fehler von mir.

Ich habe jetzt erst mal beschlossen, mich nicht mehr zu verlieben. Mir ist das ehrlich gesagt zu kompliziert, dass man Angst haben muss, mit ehrlichen und gutgemeinten Worten Menschen vergraulen zu können. Und sich selbst dabei mies und bestraft zu fühlen.

Liebe FS,
ärgere dich nicht zu sehr. Solche "Freunde" sind es einfach nicht wert.
 
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  • #26
hier nochmal die #8
an #4, #22 und #23:
Da hab ihr es ja mal wieder geschafft dem Mann den Schwarzen Peter zuzuschieben, Frauen sind ja perfekt und machen keine Fehler. Männer sind immer die Bösen.
Das Beispiel von #23 hat ausserdem wenig mit der Ausgangslage der FS zu tuen. Und mein Statement #8 wird natürlich überlesen.
So wird es nie was mit gleichberechtigten Partnerschaften.
Der Freund der FS hat sich vorbildlich verhalten. Ansprechen, Absagen und ein Stück zurückziehen. Das ist sowohl Selbstschutz als auch Schutz der FS.
 
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  • #27
@Gast#8

Sich ein Stück zurückzuziehen ist dann ok, wenn man nicht weiß, ob die Frau selbst Verantwortung für ihre Gefühle übernimmt. Verliebte Frauen sind nämlich keineswegs alle ferngesteuerten Idiotinnen, die es ständig in der Hose juckt, wenn sie "ihn" sehen, oder die im Geist bereits das zukünftige gemeinsame Kindlein in den Armen wiegen, nur weil sie mit ihrem Liebesobjekt weiterhin normalen zwischenmenschlichen Umgang haben. In jemanden verliebt zu sein, heißt noch lange nicht, etwas Bestimmtes von seinem Liebesobjekt zu erwarten.

Wenn der/die Verliebte die Verantwortung für ihre Gefühle zu übernehmen bereit ist, so gibt es in meinen Augen keinen Grund für solch ein Rückzugsverhalten. Wie oben schon beschrieben wurde: Die Frau hat sich in diesen Zustand bereits eingerichtet, sonst könnte sie nicht so offen darüber sprechen, der Mann hat nichts zu befürchten. Wo ist also das Problem? Das Allerschlimmste jedoch ist, jemanden deswegen nicht mehr wie üblich zu grüßen, wie es die FS beschreibt, ihn auszugrenzen, denn das ist einfach nur kränkendes und verletzendes, asoziales Verhalten. Früher hat man Aussätzige so behandelt, man hat sie auf eine Insel verbannt - mit allen denkbaren Folgen.
Ich finde es eine respektlose, anmaßende Denkweise mancher Männer, ungefragt die Verantwortung für die Gefühle der betroffenen Frauen übernehmen zu wollen damit sie diese nach ihrem Gutdünken möglichst rational händeln können, als wären es ihre eigenen.
Ich kann nur hoffen, dass die nachkommende Generation von Männern schon wesentlich weniger Angst vor völlig natürlichen menschlichen Regungen von Frauen haben, und damit umgehen können wie mit anderen Lebensdingen auch. Ich selbst habe da in letzter Zeit gute Erfahrungen gemacht und zumindest das gibt mir ein bisschen Hoffnung.
Frohe Weihnachten!
 
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  • #28
Ich bin Gast Nr. 24 (die sich NUR durch das massive monatelangen Anflirten eines Mannes in diesen verliebt hat und seitdem von ihm so auffällig gemieden wird, dass es fast schon beleidigend ist)

Ich glaube, es geht den Männern, die vor einer einseitig verliebten Frau davon laufen, in erster Linie um Selbstschutz und nicht um den Schutz der Frau.

Eine Frau leidet nämlich viel schlimmer, wenn sie bemerken muss, dass der Mann nicht mehr vernünftig mit ihr umgehen kann, wenn er im Grunde sogar wegen ihr sein bisheriges Leben ändert, also z. B. andere Wege nimmt, mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt, Umwege macht, nur um ihr nicht begegnen zu müssen.

Mir hilft es jedenfalls in keiner Weise, Abstand zu gewinnen, wenn ein Mann so etwas macht (ich habe das erlebt und erlebe es selbst jetzt noch). Eher komme ich mir vor wie eine besonders lästige Person, die Schuld daran ist, dass der arme Mann Umwege wegen ihr machen muss.

Ich wünschte wirklich, endlich mit diesem Thema abschließen zu können. Das wäre leichter gewesen, wenn er sich ganz normal verhalten hätte, normal gegrüßt, guten Tag und guten Weg. Aber dieses Weglaufen und Verstecken, als müsste der Mann Angst haben, dass die Frau jeden Moment liebeshungrig über ihn herfällt...fast könnte man lachen, wenn man nicht so traurig darüber wäre.
 
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  • #29
Ich fühle mich unwohl. A) weil ich nicht bereit bin für einen neuen Partner und B) auch keinen will - unter gar keinen Umstnden - und dann bitte auch nicht dazu überredet werden will (ich habe eine Affäre und genug Sex, da ist mein Bedarf leider gedeckt) C) aber trotzdem gerne Menschen kennenlerne.
Viele verlieben sich da natürlich gerne in meine offene Lockerheit und Ausstrahlung, die man vermittelt, wenn man glücklicher Single ist. Es zieht andere Leute magisch an, wenn man bißchen lacht, flirtet, amüsiert und sich freundlich gibt aus Höflichkeit.

Ich ziehe mich dann zurück, wenn ich merke, jemand steht auf mich. Das bekommt man sofort raus. Weil man wird ständig beobachtet. Der Verliebte sucht ständig Nähe, Kontakt und Blickkontakt oder verfolgt einen sogar bis zum Auto/Klo. Nutzt jede Gelegenheit, um ein Gespräch zu suchen, oder sich neben einen zu stellen.
Ich habe nicht die Nerven, mich mit so etwas auseinander zu setzen und ich denke, es ist für beide Seiten entspannter, wenn das Objekt der Begierde sich zurück zieht.
 
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  • #30
Ich glaube, es ist von all dem vorher Gesagten ein bisschen. Und dazu kommt, dass sich so etwas ja auch dynamisch verändern kann. Ist an dem einen Tag das Gefühl der Trauer eine Freundin verloren zu haben, übermächtig, kann es am nächsten Tag schon das sich-Gebauch-Pinselt-Fühlen sein oder auch das ich-werde-sie-jetzt-testen- oder das um-Himmels-Willen-ich-muss-ihr-jetzt-aus-dem-Weg-Gehen-sonst-springt-sie-mich-noch-an-Gefühl. Das heißt also, in der Geständnis-Situation ist er vielleicht noch ganz cool mit allem, wenn allerdings etwas Zeit ins Land gegangen ist, ist er vielleicht eben nicht mehr cool damit. Aber wenn ein paar Wochen vergangen sind, vielleicht dann eben wieder doch.

Ich denke vor allem, dass es primär Unsicherheit auf seiner Seite ist, mit der sich die jetzige Situation erklären lässt. Denn ich kann mir kaum vorstellen, dass ER die Situation ganz easy managt, während SIE nur von Unsicherheiten und Zweifeln geplagt ist und auf seine Hilfe angewiesen wäre, mit der Situation klarzukommen (nämlich indem er sich ihr aktiv entziehen muss). Zumal sich ja vor allem für ihn die Faktenlage geändert hat. Ihr war ja schon vor dem Gespräch klar, was Phase ist. Das einzige, was sich für sie geändert hat, ist, dass er nun auch um ihre Gefühle weiß (und dass sie eine Ablehnung bekommen hat, was sie ja aber, so wie ich es verstehe, schon geahnt hatte). Aber ich denke, er hat den durchaus größeren Batzen an Informationen zu schlucken (nicht nur Interesse an seiner Person wurde bestätigt, sondern auch, dass es schon länger geht und dass sogar die Ex-Beziehung Bescheid wusste). Die Unsicherheit darüber, wie man da richtig mit jemandem umgeht (vor allem wenn es eine gute Freundin, Kollegin etc. ist), ist halt einfach da, da kann der Mann noch so altruistisch und erfahren sein (was ich ihm ja auch nicht absprechen möchte). Ich will an dieser Stelle darauf hinaus, dass viele Gastbeiträge, dem Mann hier ein aktives "durch seinen Kontaktabbruch will er dich und sich schützen"-Verhalten an den Tag legt. Ich glaube aber nicht, dass das so ist. Ich glaube schlicht, er hat es nicht besser gewusst (und würde insofern Gast #15 und #19 zustimmen).

Zusammenfassend bedeutet das für mich, dass ich nicht glaube, dass er hier weder bewusst arschig und selbstverliebt (durch fieses Hereinlegen bei der Fragestellung) noch bewusst vernünftig / gönnerhaft / verantwortungsvoll / altruistisch ("ich gebe ihr durch meinen Entzug den Freiraum, den sie sich selber nicht nehmen kann") gehandelt hat, sondern dass sein Handeln einfach durch Unsicherheit geprägt ist. Er weiß jetzt einfach auch nicht, was richtig und was falsch ist. Und ich würde ich nicht ausschließen wollen, dass er gefühlsmäßig verwirrt ist und das mal überdenken muss. Letztlich weiß man ja auch nicht, wie (im Sinne von wie, und wie konsequent man damit wäre) man selbst in so einer Situation handeln würde. Oder?
 
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