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Wie geht es weiter, wenn der Sex Routine wird?

Nehmen wir mal ein Pärchen, A und B, beide Ende 30, seit vielen Jahren zusammen. Beide lieben sich, beiden würde ohne den anderen etwas fehlen und es sind viele Gemeinsamkeiten da; man ist zusammen durch dick und dünn gegangen und kann sich aufeinander verlassen. Potential für etwas lebenslanges.

Im Bett dagegen... alles etwas eingeschlafen. Es gibt noch einigermaßen regelmäßig Sex, auch mit Zärtlichkeit, aber einer der beiden (sagen wir mal er) fängt an, sich zu langweilen. Sie liegt gern da und genießt, gibt aber nur ungern etwas zurück. Es wird langsam etwas frustrierend, man denkt an die alten Zeiten, als die Verliebtheit das ganze leicht überspielen konnte und die Hoffnung da war, dass alles spannender wird und man zusammen die Welt der Erotik entdecken kann. Denkt vielleicht an die verrückte Ex, die einen mit außergewöhnlichen Ideen überrascht hat.

Was nun tun? Mir fallen spontan vier Möglichkeiten ein:
1) Reden. Versuchen, dem ganzen etwas Kick zu geben.
Kann funktionieren. Aber was ist, wenn die Partnerin keine Motivation hat, dem Sexleben etwas neues zu geben? Schließlich ist sie ja zufrieden mit dem was sie bekommt. Und mal angenommen, er schlägt ein paar Dinge vor, und sie reagiert mit Ablehnung darauf? Oder gar schockiert? Heult sich bei ihren Freundinnen aus, wie er nur so etwas vorschlagen kann? Warum er sie nicht mehr liebt, so wie sie ist?
Lust, noch einmal mit Reden die Situation zu verbessern, hat man so natürlich nicht mehr.

2) Schluss machen und etwas prickelnderes suchen.
Finde ich sehr oberflächlich. Nur wegen des Sex eine gute Partnerschaft aufgeben? Nach all dem, was man investiert hat an Zeit, Gefühlen, nachdem man gelernt hat, dass der andere so tickt, wie man es sich wünscht? Dass man ansonsten toll zusammen passt? Ne, oder?

3) Verdrängen und versuchen, auf andere Gedanken zu kommen. Es aushalten und versuchen, an das Gute zu denken.
Hm, das ist doch sehr sichere Weg, um ein frustriertes altes Ehepaar zu werden, das sich gegenseitig nur noch angiftet. Der Sex wird weniger, man hat ja nicht mehr wirklich Lust drauf... wenn man Glück hat, schieben Kinder die Krise noch etwas nach hinten, aber irgendwann wird man (unbewusst und ohne es zu wollen) dem Partner die Schuld geben, dass einem etwas sehr wichtiges im Leben fehlt-und der Partner der Erfüllung im Weg steht.

4) Hoffen, dass die Lust mit dem Alter sowieso abnimmt und andere Dinge wie die Erhaltung der eigenen Gesundheit, der Schrebergarten oder die Kegelrunde einen ablenken. Chemie, um die Lust zu reduzieren.
Der sichere Tod für die Beziehung.

Wie geht ihr, die ihr mehr als 5 Jahre in einer festen Beziehung/Ehe/... lebt und auch so etwas schon erlebt habt, damit um? Und bitte keine Antworten a la "wer sich wirklich liebt, kommt gar nicht auf solche Gedanken", das ist meistens nämlich nur einer der beiden Partner, der so denkt.
 
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Also ich finde das nur Variante 1 wirklich in Frage kommt, da die Beziehung ja sonst funktioniert.
Ich finde aber du machst 2 elementare Denkfehler 1. wenn deine Partnerin, auf eine für sie nicht verletzende Art von dir gesagt bekomm,t dass du nicht 100% zufrieden bist mit eurem Sex wird sie dieses ändern wollen, denn auch wir Frauen wollen das unser Partner Spaß hat und empfinden dies durchaus als Herausfoderung...hier ist es eben extrem wichtig das du sie nicht verletzt und sie dann "dicht" macht !!
Zweitens: Was sind das denn für Sachen die du ihr vorschlagen willst....und wie kommst du darauf sie könnte sie nicht wollen?
Aber ich bin selber 7 Jahre mit meinem Mann zusammen 4 davon verheiratet und sehr glücklich in allen Bereichen nur diesen "Kick" des Neuen wie er am Anfang einer Beziehung ist den hat man halt nach Jahren nicht mehr damit muss man sich anfreunden, weil es eben immer der gleiche Partner ist. Man kann aber die Lust aufeinander aufrecht halten indem man hin und wieder mal spontan ist und neues ausprobiert.

w
 
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Lieber FS

nein, die weibliche Lust steigt mit dem Alter sogar an.
Ihr hängt in der Freundschafts-Sex-Schleife fest, sonst scheint ja alles im Lot.

Routinen kann man durchbrechen: das musst du doch ohnehin auch im Job, beim Sport,
beim Brötchen holen, also das kann doch nicht so schwer sein. Mach mal etwas anders.

Deine Phantasien musst du selbst lebendig halten. Es kann sein dass die alten Phantasien
dich nicht mehr so reizen. Etwas hat sich verändert. Sei kreativer.

Verabredet euch im Hotelzimmer und sprecht nicht soviel (vorher und beim Sex).
Du verwöhnst sie mal nicht automatisch mit dem Üblichen, was sie gewöhnt ist:
Du liegst auch nur passiv da. Sie kommt dann schon drauf dass sie jetzt mal dran ist.
Wenn ihr sonst im erleuchteten Schlafzimmer seid macht ihr es mal tastend im Dunkeln.
Oder du gibst ihr einen Film, den sieht sie sich dann mal an...erstmal allein.
 
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Da hilft nur eines: reden, die Unzufriedenheit mitteilen. Permanente sexuelle Unzufriedenheit kann auch zur Trennung führen. Das finde ich ok, wenn das ändern nicht möglich ist. Fremdgehen ist keine Option, das ist die Lösung der Feiglinge. Warten ist auch keine Option, das löst kein Problem sondern verschleppt und verstärkt es nur.

Sexuelle Unlust/Passivität ist der Indikator, das was anderes in der Beziehung nicht stimmt, z.B. zuwenig redet und sich voneinander entfernt.
 
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Ich habe es noch nie, auch in über 5jährigen Partnerschaften nicht, erlebt, dass Sex zur Routine geworden wäre. Mit ein wenig Fantasie und Experimentierfreude, dazu neugierig und am Partner interessiert bleiben, hat man der Routine schon ein wenig das Wasser abgegraben...
 
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Der FS hier, danke euch schon einmal für den Input...
Es ist sonst tatsächlich alles in Ordnung, bis auf dass es eine Wochenendbeziehung ist. Und natürlich gibt es auch spannende Momente im Urlaub usw... Würde es sonst nicht in Ordnung sein, wäre ich schon längst weg, ich hätte keine Furcht, zu lange allein zu bleiben.

Trotzdem war mein Eindruck, dass die Kreativität sehr eingeschlafen ist, bzw. der Wunsch, sich weiterzuentwickeln. Warum denn auch, sie bekommt ja, was sie will und für sie scheint es spannend genug zu sein. Lust ist sehr viel da bei ihr, an der Menge mangelt es nicht...
Liege ich passiv da, wird so lange rumgezogen, bis ich nachgebe (mein Fehler, ok). Hab es mal mit Pornos probiert, nach ein zwei Minuten fand sie es zu langweilig und sie ist irgend was anderes machen gegangen. Wir hatten tolle Momente, wenn ich irgendwo etwas gelesen hatte und mit ihr ausprobiert habe (als aktiver Part). Sachen wie spannende Wäsche werden aber einmal ausprobiert und dann nie wieder, solange ich es nicht anspreche. Aber ich will auch nicht immer darum bitten müssen, sondern erwarte auch, dass von ihrer Seite aus etwas Kreativität und Verspieltheit kommt.

Zu viel verlangt? Vielleicht, nur leider scheinen andere Frauen durchaus von sich aus den Wunsch nach Neuem, Spannendem, Ungewöhnlichen, Verbotenen zu verspüren. Und daran möchte ich nicht denken müssen, wir kennen alle die Schlussfolgerungen, die sich daraus ergeben können.
Und ich finde auch nicht korrekt, dass weitergehende Ideen (wie zum Beispiel die Zahl der Mitspieler zu erhöhen ;) ) mit der besten Freundin durchgekaut werden, da vergeht mir auch die Lust, meine geheimen Wünsche preiszugeben.

Ich will mich nicht beschweren, ich habe mehr als die meisten anderen. Aber dieser Teil ist mir auch zu wichtig, um mich mit 70% zufrieden zu geben.
Sorry, falls ich hier wie ein Teenager rumheule, wenn ich hier meinen eigenen Text so lese, bekomme ich den Eindruck, dass ich die Sache in der Hand nehmen muss und den Weg vorgeben, auch wenn das am Anfang zu Irritationen und schlechter Stimmung führen kann.
 
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Hallo FS, bei mir ist es umgekehrt: Mein Partner scheint zufrieden zu sein, ich vermisse Kreativität, Eingehen auf meine Wünsche, das spielerische Element...Ich habe ihn mal nach seinen Wünschen gefragt, er scheint keine zu haben bzw. war irritiert, was ich denn nun erwarte. Von meinen Fantasien wage ich schon gar nichts zu erzählen. Ich bin auch ziemlich frustriert, habe am Anfang Weiterentwicklungspotenzial gesehen, war aber wohl eine falsche Einschätzung.
Ich kann dir auch keinen Rat geben, klebe selber in der Routine. Aber vielleicht hilft es dir zu wissen, dass das kein frauenspezifisches Problem ist.
w 50
 
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Liebe #6,
danke für den Hinweis-ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass das generell ein Frauenproblem ist, denn lustigerweise hat mir auch eine gute Freundin und ehemalige Bettgefährtin ähnliches aus ihrer Beziehung erzählt... Vielleicht sollte ich einfach tauschen mit ihrem Partner ;)
Ich habe hier im Forum auch den Eindruck gewonnen, dass es ein Problem für beide Geschlechter sein kann, und es tut mir leid, dass du das gleiche Problem hast.
Ich glaube auch, ein Problem ist, wenn sie (oder er) in dominanter Weise passiv sein will. Also nicht passiv im Sinne von Hingabe, sondern im Sinne von sich befriedigen lassen wollen. Man fällt dann in die Rolle des Dienstleisters, und das ohne anständigen Lohn ;) Das größere Problem ist aber, dass man einfach die Lust auf mehr verliert. Da kann sie nackt vor einem stehen und mit ihrer Oberweite wackeln, und es regt sich kaum noch etwas. Die berühmten anzüglichen SMS erscheinen dann einfach nur noch peinlich...
 
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@FS: hast du inzwischen mit dem Partner/der Partnerin gesprochen?
 
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Wir haben in unserer Beziehung darüber geredet, oft. Aber nicht im Bett. sondern auf Spaziergängen.Dabei haben wir gelernt, daß wir mehr wollen als wir hatten, endlich mehr Lautstärke, mehr Beschreibungen, was uns anturnt am Partner, ich habe ihr endlich gestanden, wie erregend ich dies und das finde, und sie hat mir erzählt, was sie braucht und will, um zum Höhepunkt zu kommen und zwar öfter, wiederholt, wie ich sie anfassen soll, mich bewegen solll, welche Zonen ihres wunderschönen Körpers ich mehr und anders verwöhnen soll, nichts haben wir ausgelassen und wir haben es auch probiert , alles haben wir probiert, und es hat uns gefallen.
Man muß eben reden, endlich sagen, daß man ganz zärtlich endlich den ausgiebigen Av will, das war uns beiden ein Wunsch, den wir wir vorher nicht offen mitgeteilt haben, weil wir beide etwas altmodisch erzogen waren.
Das ergibt sich nach unserer Erfahrung nicht im Bett, sondern indem man sich einfach mal darüber austauscht.
 
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