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Gast

  • #1

Wie geht Ihr allgemein mit Trennungen um?

Hallo und guten Abend..mich würde einfach mal interessieren ob ihr eine Trennung schon mal wirklich bereut habt..also nach ein paar Jahren immer noch dachtet es könnte ein Fehler gewesen sein(ich weiss,eine Trennung sollte wohl überlegt sein aber der Mensch ist nicht immer so rational wie er es sich wünschen würde...und von der Reue mal abgesehen..wie geht ihr danach mit der Person um?Also ausgehend von einer Trennung in beiderseitigen Einvernehmen nach einer langjährigen Beziehung ohne Kinder..wenn ihr jetzt z.B durch Zufall mitbekommen würdet der Ex-Partner ist unheilbar krank,oder -noch extremer,sogar schon gestorben..ist es euch "egal" weil ihr bis dato auch keinen Kontakt hattet und der Mensch nicht mehr zu eurem Leben "gehört"?Oder würdet ihr(insofern die aktuelle Nummer/Mailadresse vorliegt)ihn kontaktieren und z.B.Genesungswünsche aussprechen?Oder im extremen Fall das Grab besuchen?

Ich bin nicht in solch einer Situation,aber ich frage mich wie ich mich verhalten würde...bitte macht deutlich ob ihr männlich oder weiblich seid..vielen Dank :)
 
  • #2
Ich selbst habe noch keine Trennung bereut. In jedem Falle war es richtig, weil es so, wie es war, nicht mehr erfüllend oder zielführend war.

Ich habe keinen Kontakt mehr zu meinen Expartnern und finde das auch richtig so. Eine unheilbare Krankheit oder gar der Tod würden mich sicherlich dennoch betroffen machen, wenn ich davon erführe. Gewiss wäre es mir nicht emotional gleichgültig, immerhin stand ich diesen Männern mal sehr nahe und habe sie sehr gemocht. Ich würde aber keinen Kontakt aufnehmen und gewiss auch nicht das Grab besuchen. Genesungswünsche halte ich für unangebracht. Da kommen allenfalls noch emotionale Probleme hinzu, wenn sie sich an Expartner oder Trennungen erinnern müssen. Das wird keineswegs helfen. Im umgekehrten Falle würde ich ganz gewiss nicht ausgerechnet meine Expartner sehen wollen. Das halte ich gar für ziemlich bizarr.
 
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Gast

  • #3
Lieber FS,

ich bin weiblich und habe bereits mehrere Trennungen er- und durchlebt. Selbst Jahre danach habe ich keine einzige bereut. Es waren meistens spontane Entscheidungen aus dem Bauch heraus, denen jedoch mehrere Monate Überlegungen voraus gingen.
Ich habe zu allen ehemaligen Partnern keinen Kontakt mehr und wünsche dies auch nicht. Vorbei ist vorbei. Demzufolge möchte ich auch gar nicht wissen ob es dem Ex schlecht geht, ob er krank ist oder gar schon gestorben ist. Dies würde mich nur unnötig emotional belasten und erinnern und mein aktuelles Leben durcheinander bringen.
Nein, ich will nichts wissen vom Ex, denn jede Trennung hat mich Jahre meines Lebens gekostet, um die Enttäuschung und den Schmerz zu verwinden!
 
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Gast

  • #4
In einem Fall habe ich den Kontakt gesucht und sehr positive Resonanz erhalten. Es war natürlich eine Art Updating, und gleichzeitig konnten wir uns für unsere heutigen Problemen mit neuen Partnern noch gegenseitig "beraten". Auch schwangen die Konflikte mit hinein, die es zwischen uns gab, und nach einer Weile konnten wir das sogar unbefangen thematisieren, um festzustellen, dass wir uns deswegen nicht mehr böse sind. Shit happens und irren ist menschlich... Es war einfach nur schön, dieses "Wiedersehen"!

Meiner Meinung nach hat man die Trennung nicht wirklich konstruktiv abgeschlossen oder war zu voreilig, wenn man sich danach nicht freundlich in die Augen sehen und sagen kann: es hat weh getan, aber es war im Grunde die richtige Entscheidung. Und: ich wünsche Dir Glück.

Die Beziehung zu Ex-Partnern ist generell für meinen Geschmack zu tabuisiert - ich könnte mir gut vorstellen, die Kontakte nach einer Pause auf freundschaftlicher Ebene weiterlaufen zu lassen, wenn es Sinn macht. Schließlich hat man mit diesen Menschen intimste Erlebnisse geteilt, und sie können einen aus den gemeinsamen Erfahrung heraus besser verstehen als neue Bekanntschaften. Ausnahme sind natürlich derbe Grenzüberschreitungen.
Die Berührungsängste mit Exen kommen wohl daher, dass die Menschheit erst dabei ist zu lernen, mit den neuartigen Problemen umzugehen, die die größere Freiheit in der Partnerwahl heute mit sich bringt.
Aber auch das werden wir alle noch meistern - spätestens, wenn wir unter dem Status Quo jämmerlich leiden.
 
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Gast

  • #5
Zu keinem meiner Expartner habe ich Kontakt, ich weiss nicht, wie es ihnen geht, und es interessiert mich auch nicht.
Bereut habe ich noch nie eine Trennung.

Wenn ich mir vorstelle, dass ein Ex an meinem Kranken- oder gar Sterbebett erscheint - das wäre das Allerletzte, was ich mir wünschen würde. Wahrscheinlich wäre ich vor Schreck gleich wieder kerngesund ...
 
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Gast

  • #6
Ich habe keine Trennung bereut und würde mich auch bei schlechten Nachrichten aus dem Leben des anderen heraus halten.
Das klingt für mich nach Pilcher Drehbuch - Frau erfährt, dass ihrem Ex, den sie sehr liebte aber die Umstände dagegen sprachen, ein schleichender Tod bevorsteht und nach einigen schlaflosen Nächten entschließt sie sich ihm zu schreiben. Das Wiedersehen wird herzerwärmend nostalgisch und zufällig kennt sie den Professor, der die Krankheit heilen kann....
Hüstel. Kicher.
 
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Gast

  • #7
ich könnte mir gut vorstellen, die Kontakte nach einer Pause auf freundschaftlicher Ebene weiterlaufen zu lassen, wenn es Sinn macht. Schließlich hat man mit diesen Menschen intimste Erlebnisse geteilt,...
Ja, eben, das hat man. Und eben deswegen will erstens ich selbst keinen Kontakt und fände es zweitens für den neuen Partner unzumutbar.

Da bin ich ausnahmsweise mal völlig Frederikas Meinung!

Es gibt eine Ausnahme in meinem Leben: die Ex meines Mannes.
Die beiden sind seit einem Vierteljahrhundert geschieden, sie ist auch längst wieder verheiratet,
mein Mann und sie pflegen keine enge persönliche Freundschaft, treffen sich nicht zu zweit und führen keine vertraulichen Gespräche. Der Kontakt beschränkt sich auf gelegentliche gegenseitige Hilfe, wenn sie nötig und angebracht ist, die Innigkeit zwischen beiden ist etwa so wie zwischen entfernten Verwandten: man kennt sich schon lange, man ist irgendwie verbandelt, und das war's dann auch.

Im Übrigen mag ich sie, schon deshalb, weil sie sich ganz unzweideutig und korrekt verhält. Wenn sie uns anruft, dann normalerweise auf m e i n e m Telefon, nicht auf dem meines Mannes. Der Kontakt läuft eher über mich, weshalb wir sie auch hier intern spaßhaft als "meine Freundin" bezeichnen (O-Ton Göttergatte: "Ich glaube, deine Freundin hat auf deinen Anrufbeantworter gesprochen, als du nicht da warst. Ruf doch mal zurück und frag nach, was es gibt.")
 
  • #8
die Kontakte nach einer Pause auf freundschaftlicher Ebene weiterlaufen zu lassen, wenn es Sinn macht. Schließlich hat man mit diesen Menschen intimste Erlebnisse geteilt
Genau das ist der Grund, warum solche Kontakte nicht funktionieren. Man kann nach intimsten Kenntnissen eben nicht wieder auf völlig normale Ebene kommen. Zudem sind solche Kontakte für den aktuellen Partner absolut unzumutbar. Etwas mehr Empathie bitte!
 
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Gast

  • #9
Naja, Frederika, einmal im Jahr kann ich das schon zulassen. Ausserdem finde ich es gut den anderen in seinen Veränderungen zu sehen, dann erkenne ich auch meine Veränderungen besser.
Bei mir sind es konkret zwei Männer mit denen das klappt, der Rest nicht.
Schön finde ich es schon. Ich würde aber nicht extra herbei eilen, wenn einer von ihnen krank ist, dafür sind sie zu weit weg und sie würden es mir auch nicht erzählen.
 
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Gast

  • #10
Ich bin weiblich und habe zu keinem meiner Expartner Kontakt. Selbst zum Kindesvater nicht. Ich würde aber das Grab besuchen gehen. Bei einer schweren Krankheit, wo ich wüßte, dass er sterben würde, würde ich ggfs. den Kontakt suchen. Das aber auch nur, wenn er Todkrank wäre. Ansonsten ist Ex Ex und soll auch so bleiben. Ich strebe keinen Kontak an, da er sich evtl. noch Hoffnungen machen könnte und wenn eine Beziehung zwar mal schön gewesen ist, aber trotzdem außeinander gegangen ist, so soll man die schönen Erinnerungen so lassen, wie sie eins waren.
 
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Gast

  • #11
Ich (m/29) hab nur ganz selten Kontakt zu Exfreundinnen. Wenn, dann geht das von denen aus, dass sie per Handy o.ä. danach fragen, wie es mir geht. Manchmal hat das Ganze auch Züge von mal wiedersehen wollen, alte Verbundenheit (freundschaftlich) aufleben lassen etc. Da ich daran allerdings kein Interesse habe und entweder - je nach Laune - garnicht, sehr ruppig oder auch nur kurz angebunden antworte, bleibt das ein seltenes und niederfrequentes Phänomen.

Wer mir auf dieser Ebene egal ist, bleibt es auch im Härtefall. Da bin ich vielleicht nicht immer höflich, aber immerhin berechenbar. Gräber besuche ich generell nicht, dafür fehlt mir jeder Glaube an ein Jenseits.
 
  • #12
Ich habe meinen Ex-Mann selbstverständlich besucht, als er mit Krebs im Krankenhaus lag. (Er hat übrigens 4 Schübe überlebt und gilt jetzt als geheilt... Obwohl ich keinen Arzt kannte.)
Als ich wiederum 3 Monate in einer Klinik war, um meinen Burnout zu kurieren, war er auch zur Stelle und hat mir Hilfe angeboten.
Der soziale Vater meiner Tochter war mit mir und meinen Eltern beim Abiball meiner Tochter, obwohl wir schon 6 Jahre nicht mehr zusammen waren, er mittlerweile verheiratet ist und zwei eigene Kinder hat. Er hat sie schließlich lange Zeit begleitet. Ich habe ihn an diesem Abend für seine Hilfe und Unterstützung gedankt und ihm die Wahrheit gesagt: daß ich bereut habe, daß vor der Trennung nicht an der Beziehung mit ihm gearbeitet habe. Sondern alles zwei Jahre sorgfältig für mich selbst geklärt hatte, um ihn dann vor vollendete Tatsachen zu stellen und eine Paartherapie abzulehnen.
Genauso habe ich mich fast 18 Jahre nach der Scheidung mit meinem Ex-Mann noch einmal über unsere Ehe unterhalten. Es ergab sich einfach, bei einem Treffen in einer Kneipe, mit Bratäpfeln und Glühwein Wir redeten über unsere Fehler und Jugendsünden, über das, was danach passierte. Es war wichtzig, mit großem Abstand Dinge noch einmela aus seiner Sicht zu hören.
Ich brauche keinen ständigen Kontakt und melde mich auch nicht mehr zu Geburtstagen oder so. Aber ab und zu gibt es einen Grund, voneinander zu hören und wir haben auch Interesse daran.
Diese Männer waren lange Zeit meine Weggefährten. Wir haben sehr viel miteinander geteilt und waren uns sehr nahe. Dafür gebührt ihnen Achtung und Respekt, auch wenn wir nun getrennte Wege gehen.
Wenn ich diesen Teil meines Lebens ins schwarze Loch des Kontaktverbotes sperren würde, würde ich einen großen - und glücklichen - Teil meiner Biografie verleugnen und meine Fehler, die ich gemacht habe, gleich mit verstecken. Ich stehe zu meinem Leben und den Menschen, die es begleitet haben.
 
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Gast

  • #13
Von der Fragestellerin an die #10 Bäärbel....ich ziehe meinen Hut für Deinen wundervollen Beitrag..absolut groß und bewundernswert Deine Haltung..vielen Dank dafür,ich bin erleichtert doch noch zu lesen dass nach einem Stück gemeinsam gegangenen Weges nicht gezwungenermaßen mir das Leben das Anderen am A**** vorbeigehen muss..
 
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Gast

  • #14
Es ist absolut selten, dass eine Trennung im gegenseitigen Einvernehmen geschieht! Einer verlässt den anderen weil eine gemeinsame Basis fehlte. Wer hintergangen, benützt und belogen wurde hat in der Regel kein Interesse daran zu erfahren, wie es dem Ex zwischenzeitlich ergangen ist. Bei gemeinsamen Kindern ist es zwangsläufig anders.
Ich persönlich möchte gar nicht wissen was aus den ehemaligen Partnern geworden ist. Es würde mich lediglich an vertane Lebenszeit erinnern, an unerfüllte Hoffnungen und Zeiten des Schmerzes.
Genesungswünsche schickt man nur an Menschen die eine gewisse Bedeutung im eigenen Leben haben. Menschen von denen man sich getrennt hat haben alle Bedeutung verloren. Selbst ein Grab würde ich niemals besuchen. Ich meine, jede(r) erleidet das Schicksal das er/sie sich verdient hat. Es wäre mir unmöglich Anteilnahme zu heucheln die ich für Ex-Partner nicht empfinde!
Ich wurde einmal verlassen und habe zwei mal verlassen. Viele Jahre später war ich mir sicher, dass diese Entscheidungen richtig waren.
 
  • #15
@13 warst du wirklich immer nur das Opfer? Oder fühlst du dich auch verantwortlich für das Scheitern der Beziehung?
Ich habe die Beziehungen gewollt. Daß ich so lange, manchmal zu lange darin verblieben bin oder nichts getan habe, das Ruder noch rumzureißen, als alles den Bach runter ging, liegt auch in meiner Verantwortung. Also ist die Lebenszeit nicht verloren.
 
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Gast

  • #16
Es gibt einen Menschen in meinem Leben, da würde es mir schon am Herzen liegen ihm alles Gute zu wünschen wenn ich erfahren würde, dass er schwer erkrankt ist.
 
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Gast

  • #17
An @14
In der Tat, in den letzten beiden Beziehungen war ich das Opfer! Die beiden Herren hatten, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und Gefühle, ihre Altlasten nicht aufgearbeitet!
Ich war sowohl emotional als auch real absolut frei. Meine Partner nicht. Ob jemand trotz Scheidung oder Tod in vergangene Beziehungen emotional verflochten ist, bemerkt man erst im Laufe der Zeit. Da ich weder als Seelenklempner noch als Betthupferl zur Verfügung stehen will, habe ich beide Beziehungen konsequent beendet.
Aus diesem Grund habe ich keinerlei Interesse daran wie es Lügnern, Blendern, Heuchlern und Warmwechslern in Zukunft ergehen wird, daraus folgt, dass hier auch kein Mitgefühl in schwierigen Lebenssituationen angemessen erscheint.
 
  • #18
Wenn eine Beziehung auseinander geht, dann ist es doch für Beide richtig so. Und Beide sorgen mit ihrem Verhalten die Trennung zu forcieren. Wenn eine Beziehung scheitert, dann sind Beide beteiligt, daher kann ich die Haltung vieler sich in einer Opferrolle zu sehen wenn man verlassen wurde. In den meisten Fällen geht es bei der Trennung dann doch nur daraum, dass einer eine von Beiden gesehene Tatsache ausspricht. Und wenn ein Partner scheinbar nicht gemerkt hat, dass die Beziehung nicht mehr glücklich ist, dann ist das ja oft Ursache des Problems.