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  • #91
Das hat gar nichts mit Gutmenschentum zu tun sondern mit Tatsachen. Wenn du einen Mann heiratest und eigene Familie gründest, ist das wahrscheinlich das Schönste, was du erleben kannst. Falls aber einmal die Scheidung anstehen sollte und Kinder da sind, dann wären deine Kinder - deiner eigener Logik folgend - auch Ballast für einen neunen Mann.
Das ist sogar Gutmenschentum in reinster Form. Du willst verbieten das man die Sache beim Namen nennt weil es unschön klingt.
Wenn Kinder den neuen Partner belasten dann sind sie selbstverständlich Ballast für ihn.

Schulden sind ein grosses Ballast aber bitte doch nicht unschuldige Kinder, die nichts für die gescheiterte Ehe der Eltern können. Die Eheleute haben auf ganzer Linie versagt und so könnte man polemisch sagen ihr Unvermögen, Schwächen, Fehler sind der eigentliche Ballast. Perfekt sind nicht mal Erwachsene ganz zu schweigen von Kindern - so sehe ich die ganze "Problematik".
Was spielt es denn bitte für eine Rolle ob die Kinder was dafür können. Die Schulden können als eine Sache ja auch nichts dafür das sie gemacht wurden.
Alles was belastet ist Ballast, was soll also diese schön Rederei? Sollen wir einen neuen Begriff erfinden nur damit du glücklich bist?
 
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  • #92
Die FS hat Ihren Freund als sehr liebevoll beschrieben und ist gerne mit ihm und dem Kind zusammen. Nun hat sich die Mutter trotz der elterlichen Verantwortung für ein kleines Kind von ihm getrennt und obwohl er so ein guter Kerl ist. Das steht doch in krassem Widerspruch zu den Ausführungen der AE Mütter hier, die sich wegen angeblich sehr mieser Typen trennen mussten und das harte Los der alleinerziehenden Mutter auf sich nehmen mussten.

Im Falle der FS liegt also der Verdacht nahe, dass nicht er als Vater sondern seine Ex diese miese Type ist. Rücksichtslos und egoistisch. Wahrscheinlich ein seltener Sonderfall. Nun muss sich die FS aber folgerichtig fragen, ob sie sich die nächsten 20 Jahre in den engen Einflussbereich von so einer miesen Frau stellen möchte. Denn sie wird als Mutter dauernd präsent sein. Die FS kann das ja schon erleben und findet das richtigerweise unangenehm. Nur sie kann nichts dagegen tun. Außer sich trennen. Leider.
 
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  • #93
Ob nun Kinder Ballast oder eine Last sind? Ich würde sagen, dass alles wofür ich Verantwortung in höherem Masse trage, und dazu zählen Kinder ganz bestimmt, enorme Einschränkungen und Verpflichtungen mit sich bringt. Dem stimmen sicher alle Eltern zu. Das Leben belohnt das mit Vater- und Mutterglück. Verantwortung macht eben auch Spaß.
Die FS ist da aussen vor, denn sie ist nicht die Mutter, sie ist nicht erziehungsberechtigt. Sie trägt auch nicht wirklich Verantwortung denn alle wichtigen Entscheidungen treffen natürlich die Eltern. Sie ist bestenfalls eine gute (und kostenlose) Betreuerin für das Kind.

Ihr die Betreuung und Rücksichtnahme aufzubürden ohne die Freude der Verantwortung der Mutterschaft und das Mutterglück finde ich eine Zumutung. Sie hat keinerlei Rechte sondern nur Pflichten. Und sie ist der Willkür der Mutter ausgesetzt die den Umgang jederzeit sabotieren kann. Wenn das Kind größer ist, wird auch dieses ein Wörtchen mitreden.
 
  • #94
Der Ausdruck "Ballast" ist einfach nur ungeschickt gewählt, gemeint war wohl eher Last, Belastung oder Einschränkung. Das trifft natürlich zu, egal wie man es nun nennt. Diskutiert nichtn zu sehr über Worte, sondern lieber über Inhalte.

Ihr die Betreuung und Rücksichtnahme aufzubürden ohne die Freude der Verantwortung der Mutterschaft und das Mutterglück finde ich eine Zumutung. Sie hat keinerlei Rechte sondern nur Pflichten.
Der letzte Satz ist doch das Entscheidende: Pflichten, Last und Einschränkungen, aber keine Rechte.

Vicky hat oben auch einige wichtige Punkte in diesem Zusammenhang genannt: Was ist, wenn man die Kinder wirklich ins Herz schließt und sich dann trennt? Dann hat die Stiefmutter exakt Null Rechte und wird sie nicht wiedersehen. Was ist, wenn sie Erziehungsaufgaben ausüben muss, zum Beispiel beschützen, beaufsichtigen, trösten, aber letztlich weder wirklich das Recht hat noch von den Kindern anerkannt wird?

Hier findet viel Träumerei der "idealen Wunschwelt" statt, in der Kinder toll erzogen sind, ihre Stiefmutter schätzen und respektieren und eine Patchworkfamilie funktioniert. In der Praxis ist das jedoch leider nur selten der Fall: Die Kinder rebellieren oder stören absichtlich, empfinden die neue Stiefmutter nicht als Bereicherung, sondern Eindringling, leibliche Mutter und Stiefmutter zanken sich oft und in der Erziehung hat die neue Partnerin gar nichts mitzureden, sol aber bitte trotzdem aufpassen, trösten und beim Alltag helfen.
 
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  • #95
Ich denke es könnte eine grosse Chance für alle sein.
Die FS mag sein Kind, ist verliebt in den Mann, der vielleicht aus dem letzten Scheitern lernen konnte.Sie selbst ist jung genug noch ein Kind zu haben, und damit dem Stiefkind, sich und dem Mann eine schöne Lebensbasis zu erreichen.-
Von der Ex Frau , der Mutter des Kindes würde Ich versuchen mich gut ab zu grenzen, sie nie herabsetzen, es ist die Mutter des Kindes.
Alles Gute
w 51 Jahre
 
  • #96
Das ist sogar Gutmenschentum in reinster Form. Du willst verbieten das man die Sache beim Namen nennt weil es unschön klingt.
Wenn Kinder den neuen Partner belasten dann sind sie selbstverständlich Ballast für ihn.
Nicht für alle Menschen sind Kinder Ballast. Nicht für meinen damals ledigen, kinderlosen Schwager, der meine allein erziehende Schwester heiratete. Und für viele andere auch nicht. Na ja, wenn du so willst, dann sind diese Männer und Frauen, die fremde Kinder in ihr Herz schliessen, wunderbare Menschen. Eigene Kinder zu lieben ist leicht und selbstverständlich. Ich denke sogar, dass Männer, die eine AE-Frau nehmen per se kinderlieb sind und werden auch nicht während die Frau das gemeinsame Kind erwartet fremdgehen.

<MOD: Bitte bleiben Sie beim Thema! Keine Nebenthemen!>
 
  • #97
Hier findet viel Träumerei der "idealen Wunschwelt" statt, in der Kinder toll erzogen sind, ihre Stiefmutter schätzen und respektieren und eine Patchworkfamilie funktioniert.

Das "Stief" und das "Patchwork" lassen sich problemlos aus obigem Satz entfernen, ohne dass er seine Gültigkeit verlöre. Diese Welt ist tatsächlich nicht ideal, sondern real, und das gilt sowohl für "klassiche" Familien wie auch für Patchworkfamilien. Die Begründung hast Du einige Beiträge zuvor gleich selbst geliefert: Die Menschen sind die gleichen und werden durch Trennung und neue Partnerschaft nicht über Nacht zu besseren oder schlechteren Menschen.

Und weil das so ist, weil es auf die jeweiligen Menschen, auf das jeweilige Paar und seine Lebensumstände, ankommt, ob eine Partnerschaft -- egal ob ohne oder mit "Patchworkkind(ern) -- funktioniert oder nicht, ist es völlig legitim und in Ordnung für sich festzulegen, dass man ein Lebensmodell als Patchworkfamilie für sich ausschließt. Ebenso legitim ist es, sich darauf einzulassen.

Die Absolutheit, mit der hier bisweilen von beiden Seiten Argumentiert wird, "Patchwork ist Murks" auf der einen gegen "Patchwork abzulehnen ist egoistisch und bestraft die Kinder" auf der anderen Seite, geht völlig fehl. Es gibt in dieser Frage kein absolutes "richtig" oder "falsch", sondern höchstens ein "für mich richtig" oder "aus meiner Sicht falsch". Die Argumente für und wider kann und muss jede und jeder, hier insbesondere die Fragestellerin, für sich selbst abwägen, diese Aufgabe kann und darf ihr und uns allen niemand abnehmen.
 
  • #98
Die Menschen sind die gleichen und werden durch Trennung und neue Partnerschaft nicht über Nacht zu besseren oder schlechteren Menschen.
Natürlich haben normale Familie auch Probleme, aber diese Probleme haben Patchworkfamilien sowieso. Bei Patchwork und Stiefeltern kommen einfach zusätzliche Probleme hinzu, die intakte Familien eben nicht haben. Vielen dieser Punkte hast Du doch weiter oben bereits zugestimmt.

Die Absolutheit, mit der hier bisweilen von beiden Seiten Argumentiert wird, "Patchwork ist Murks" auf der einen gegen "Patchwork abzulehnen ist egoistisch und bestraft die Kinder" auf der anderen Seite, geht völlig fehl. Es gibt in dieser Frage kein absolutes "richtig" oder "falsch", sondern höchstens ein "für mich richtig" oder "aus meiner Sicht falsch".
Nun, Absolutheit wollte ich damit auch nicht andeuten, aber doch schon, dass Patchwork nich nur für mich ganz übel ist, sondern auch generell bei sehr vielen anderen zu Problemen führt, die eben nicht schöngeredet werden sollten. Wenige Ausnahmen halbwegs funktionierender Patchworkfamilien werden da schnell hochstilisiert zu Beweisen, wie toll es klappen kann. Klar, jede Woche gewinnt jemand im Lott, meist sogar mehrere. Man kann ganze Bildbände und Sachbücher mit Lottogewinnern füllen und dennoch ist die Chance auf einen Lottogewinn deswegen keinen Deut besser als "minimal".

Die Argumente für und wider kann und muss jede und jeder, hier insbesondere die Fragestellerin, für sich selbst abwägen, diese Aufgabe kann und darf ihr und uns allen niemand abnehmen.
Genau darum geht es mir doch auch. Wenn ich meine Punkte aufführen, woran Patchwork auf scheitert oder warum Patchwork für kinderlose, ledige Single extrem unattraktiv ist, dann will ich niemanden bekehren, sondern ihm nur die Fakten aufzeigen und ihm zum Nachdenken und Abwägen bringen. Abwägen und Entscheidungen muss jeder selbst treffen. Wir können ihm hier nur die unterschiedlichen Perspektiven, die Gefahren, Risiken und Probleme schildern.

Genau deswegen aber wundert es mich, mit welcher Vehemenz hier bei offensichtlich richtigen Argumenten widersprochen wird. Natürlich treten nie alle Gefahren immer ein. Logisch. Man muss sich der Risiken und Probleme aber bewusst sein, bevor man sich auf solche Wagnisse einlässt.
 
  • #99
@96 SineNomine wie wahr und weise dein Beitrag ist, es ist ein individueller Lebensentwurf und jeder entscheidet für sich selber, welchen Weg er gehen will.
Ich kenne jetzt nicht dutzende Patchworkfamilien aber doch einige. Ich bestreite ausdrücklich nicht, dass es nicht auch Patchworkfamilien gibt, die tatsächlich so toll zusammen halten, wie es in den Medien so oft propagiert wird.(...) Diese Probleme resultieren aus der Patchworkkonstellation und strapazieren die Nerven und die Gefühle aller Beteiligten. Nun kann man dagegen halten, dass auch in normalen Familien nicht immer eitel Sonnenschein herrscht. Ganz klar, ich würde nie etwas anderes behaupten.
Na wenn sich Eheleute scheiden lassen, dann sind massive Probleme in der Ehe passiert. So Unverzeihliche, denn sonst hätten sie ihre Ehe zu retten versucht und sich aufgerafft und bräuchten sie nicht vor den Scheidungsrichter gehen. Manchmal ist eine Scheidung tausendmal besser auch für die Kinder - als ein liebloses, zerrüttetes und von ständigen Streitereien geprägtes Alltagsleben.
So ist für meine Schwester die zweite Ehe fast ein Paradies, verglichen mit der ersten.
Ihr neuer Mann war mit 29 ledig und kinderlos. Keine klassische Patchworkfamilie - wie bei der FS-in. Er hat Kinder, sie nicht - das ist auch hier das Thema und nicht Patchworkfamilien. .
Ex-Ehepartner gehen nach der Scheidung eigene Wege, alles ist gerichtlich geregelt und deshalb wundere ich mich, warum so viel Panikmacherei, um ein allein erziehender Elternteil - gleich ob Mann oder Frau - geschürt wird.
Bei jenen Patchworkfamilien, die ICH kenne, bestehen viele, vor allem aber schwerwiegende Probleme.
"Probleme sind dafür da, dass man sie löst" - sagte immer mein Vater. Wer nicht bereit ist nach Lösungen zu suchen, wird er auf den Problemen sitzen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Gerade bei Patchworkfamilien ist der Wille gross, es gut bzw. es besser zu machen. Sie wollen die 2. Chance besser nutzen als die 1. weil sie daraus Lehren gezogen haben.

Aber die Patchworkfamilien haben ja nicht nur die Probleme, die aus der Patchworkkonstellation resultieren, sondern zusätzlich auch die Probleme, die jede andere Familie auch hat.
Kommt sehr drauf an, wie reif, besonnen und wie gesund ihr Menschenverstand ist Probleme zu lösen. Es gibt Probleme, die können, weil in der Persönlichkeit eines Menschen begründet, nie gelöst werden.
Einerseits können, je nach dem welche Charaktereigenschaft alle Erwachsenen in beiden Patschworkfamilien haben, die Probleme schnell erkennen und Lösungen suchen, damit der Alltag möglichst reibungslos funktioniert.
Andererseits können klassische Familien schwerwiegende, unüberwindbare Konflikte haben und sich regelmässig in die Haare geraten (z.B. unterschiedlicher Erziehungsstill der Mutter und des Vaters, Umgang mit Finanzen).
 
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  • #100
Das "Stief" und das "Patchwork" lassen sich problemlos aus obigem Satz entfernen, ohne dass er seine Gültigkeit verlöre. Diese Welt ist tatsächlich nicht ideal, sondern real, und das gilt sowohl für "klassiche" Familien wie auch für Patchworkfamilien. Die Begründung hast Du einige Beiträge zuvor gleich selbst geliefert: Die Menschen sind die gleichen und werden durch Trennung und neue Partnerschaft nicht über Nacht zu besseren oder schlechteren Menschen.

Und weil das so ist, weil es auf die jeweiligen Menschen, auf das jeweilige Paar und seine Lebensumstände, ankommt, ob eine Partnerschaft -- egal ob ohne oder mit "Patchworkkind(ern) -- funktioniert oder nicht, ist es völlig legitim und in Ordnung für sich festzulegen, dass man ein Lebensmodell als Patchworkfamilie für sich ausschließt. Ebenso legitim ist es, sich darauf einzulassen.

Die Absolutheit, mit der hier bisweilen von beiden Seiten Argumentiert wird, "Patchwork ist Murks" auf der einen gegen "Patchwork abzulehnen ist egoistisch und bestraft die Kinder" auf der anderen Seite, geht völlig fehl. Es gibt in dieser Frage kein absolutes "richtig" oder "falsch", sondern höchstens ein "für mich richtig" oder "aus meiner Sicht falsch". Die Argumente für und wider kann und muss jede und jeder, hier insbesondere die Fragestellerin, für sich selbst abwägen, diese Aufgabe kann und darf ihr und uns allen niemand abnehmen.

Es geht auch nicht um richtig oder falsch. Es geht nur um die Frage was funktioniert und was nicht. Und da sind die Patchworks und AEs und so weiter natürlicherweise wesentlich belasteter und disfunktionaler. Es geht der FS ja auch nicht um eine Affäre sondern um eine längerfristige Partnerschaft mit Kinderwunsch. Das was getrennte Eltern ihren neuen Partnern auf einer echten partnerschaftlichen Ebene anbieten ist wirklich arg dürftig mit Hinweis auf die schuldlosen Kinder oder die Unterhaltsverpflichtung und sonstiger Zwänge. Wenn sich jemand damit zufriedengibt ist das unbestritten jedermanns Freiheit. Für mich ist das nichts. Ich möchte eine richtige Partnerschaft.
 
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  • #101
Natürlich haben normale Familie auch Probleme, aber diese Probleme haben Patchworkfamilien sowieso. Bei Patchwork und Stiefeltern kommen einfach zusätzliche Probleme hinzu, die intakte Familien eben nicht haben.

Ich will Patchworkfamilien keineswegs das Wort reden, aber es gibt durchaus auch Vorteile von Patchwork, die normale Familien nicht haben!
Ein wichtiger Vorteil ist, dass die einzelnen Eltern bei Patchwork viel mehr Zeit für sich selbst, Hobbies, Freunde, eigene Freizeit haben, weil nämlich das Kind auch mal, z.T. erheblich viel Zeit beim anderen Elternteil verbringt.
Ich sah das regelmäßig bei befreundeten Familien: Als das Elternpaar noch zusammen lebte, haben beide kaum noch an Treffen jeder Art im Freundeskreis teilgenommen, weil der, der beim Kind geblieben wäre, während der andere z.B. auf die Party geht, immer irgendwie neidisch auf seinen Partner gewesen wäre. Also blieben meistens beide zu Hause. Sich abzuwechseln, haben die wenigsten hinbekommen, Babysitter zu nehmen, auch eher selten.
Nach der Trennung hatte sowohl Vater, als auch Mutter, plötzlich ganze Wochenenden, z.T. ganze Wochen lang, "frei" und konnten sich auch mal wieder um andere Dinge im Leben kümmern, als immer nur Familie! Das fanden die dann auch, bei allem Trennungsleid, richtig vorteilhaft und lebten auf eine Art ganz neu auf!

Der zweite Vorteil ist, dass sich in einer Patchworkfamilie mehr als nur 2 Erwachsene um die Kinder kümmern, vor allem auch FINANZIELL!
Ich kenne zufällig zwei Familien, die beide 5 Kinder haben. Das eine ist eine "intakte" Familie, das andere eine Patchwork, beide leben auf etwa gleichem sozialen Niveau.
In der intakten Familie geht die Mutter mit 5 Kindern verständlicherweise nicht arbeiten. Der Vater muss also alleine mit seinem Einkommen 7 Personen ernähren!
In der Patchworkfamilie haben beide Partner Kinder aus früheren Beziehungen mitgebracht und außerdem zusammen noch Kinder gezeugt. Dort geht die Ehefrau arbeiten, weil einige Kinder auch Zeit beim anderen Elternteil verbringen, sie also mit Familienarbeit nicht ganz so belastet ist. Weiterhin zahlen dort zwei weitere Erwachsene Unterhalt für die Kinder.
In die Patchworkfamilie fließen also, bei gleicher Kinderzahl wie in der intakten Familie, die Gehälter von insgesamt 4 Erwachsenen ein! Fazit: Der Patchworkfamilie geht es finanziell wesentlich besser und auch die Belastungen der Kindererziehung und -betreuung usw. werden auf mehr erwachsene Schultern verteilt, während in der intakten Familie das alles die beiden Eltern allein leisten müssen!

Ich (kinderlos) habe da schon mal gedacht: Eigentlich clever, so eine Patchworkfamilie!

w45
 
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Vicky

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  • #102
Ein Paar, das sich jeden Tag streitet und beleidigt, das sich nur noch anschweigt, einander gleichgültig ist oder bei dem Gewalt, seelische Grausamkeit, eine Suchtkrankheit o.ä. existiert, ist gewiss kein Vorbild für Kinder und die Kinder werden auf diese Art kein schönes Familienleben erleben. Es ist gut, dass es für solche Fälle eine Scheidung gibt.

ABER: nicht alle Fälle sind so schlimm. Es gibt auch viele Paare, die glauben, etwas Routine sei gleich tote Langeweile, oder man hat seltener Sex als früher, man streitet sich auch mal aber im Prinzip ist nichts Schlimmes passiert. Aber es ist eben nicht mehr neu, nicht mehr aufregend und manchmal sogar so harmonisch, dass es schon wieder spießig erscheint. Und dann fällt einem auf, dass das Gras auf der anderen Seite viel saftiger und grüner zu sein verspricht... Diese Fälle gibt es nicht nur auch - ich behaupte sogar, sie bilden einen recht großen Teil der heutigen Scheidungen.

Er hat Kinder, sie nicht - das ist auch hier das Thema und nicht Patchworkfamilien.

Patchworkfamilie heißt nach meiner Definition nicht, dass sowohl der Mann wie auch die Frau Kinder aus früheren Beziehungen haben müssen, sondern dass Patchwork auch vorliegt, wenn nur er oder sie ein Kind hat und dies in die neue Beziehung mit einbringt. Ist die allgem. Definition anders?
.
"Probleme sind dafür da, dass man sie löst" - sagte immer mein Vater.

Der Spruch ist schön, aber nur teilweise wahr. Es gibt einfach Probleme, die nicht zu lösen sind bzw. bei denen allein der Versuch des Lösens schon sehr viel Leid verursacht - das kennen wir alle.

Gerade bei Patchworkfamilien ist der Wille gross, es gut bzw. es besser zu machen. Sie wollen die 2. Chance besser nutzen als die 1. weil sie daraus Lehren gezogen haben.

Und ich kenne eben mehrheitlich Patchworkfamilien, wo entweder kein großer Wille vorhanden ist oder der Wille nicht reicht, um die Probleme zu lösen. Ich kenne Fälle, in denen Leute zusammen wohnen müssen, die sich aus freien Stücken niemals so dicht zusammengetan hätten und wo alle nur darauf warten, dass die Kinder groß genug sind, um auszuziehen.

Andererseits können klassische Familien schwerwiegende, unüberwindbare Konflikte haben und sich regelmässig in die Haare geraten (z.B. unterschiedlicher Erziehungsstill der Mutter und des Vaters, Umgang mit Finanzen).

Gewiss, gewiss. Aber genau die von Dir genannten Beispiele sind doch nun wirklich keine Probleme, die es nur in klassischen Familien gibt! Diese Probleme kommen doch auch in Patchworkfamilien vor. Ich wage sogar zu behaupten, dass sie hier noch häufiger auftreten dürften, denn hier müssen sich ja nicht nur Vater und Mutter auf einen Erziehungsstil einigen, sondern auch der neue Partner der Mutter und die neue Partnerin des Vaters - also insgesamt 4 Erwachsene.
 
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  • #103
Ich hätte kein Problem mit einem Mann mit Kind, wenn ich mich aufgrund seiner Person in ihn verlieben würde und keine deutlichen Probleme in dem individuellen Fall vorhanden wären. Ich möchte positiv an die Dinge herangehen, denn jedes positive Gefühl, dass man für seine Mitmenschen entwickeln kann ist ein Gewinn. Es müssen schon ein paar Dinge stimmen, damit man sich in einen Menschen verliebt. Gegen so ein Gefühl würde ich mich nicht wehren, nur weil Randbedingungen nicht so sind, wie ich es mir zurechtmale - zumal ich ein Kind nicht als so großes Problem betrachten würde, ich kenne viele Patchworkfamilien.

Wenn ich mal ein paar Jahre älter bin, würde es den Partner vielleicht sogar interessanter machen, dass er in seinem Leben schon ein Kind zur Welt gebracht hat. Ich persönlich möchte jedenfalls nicht, wenn ich auf die 40 zugehe, noch kinderlos sein, nur weil ich vor lauter Pessimismus und Anspruchsdenken nicht mehr zu dem normalsten der Welt in der Lage bin: Sich verlieben und Kinder zu bekommen - gerne auch mit jemandem, der bereits Kinder hat.
 
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  • #104
Nicht für alle Menschen sind Kinder Ballast. Nicht für meinen damals ledigen, kinderlosen Schwager, der meine allein erziehende Schwester heiratete. Und für viele andere auch nicht.
Weder ich noch irgendjemand anders hat hier behauptet das jeder Mensch Kinder als Ballast empfindet, aber wenn es jemand tut dann hat er halt das Recht das auch beim Namen zu nennen.

Na ja, wenn du so willst, dann sind diese Männer und Frauen, die fremde Kinder in ihr Herz schliessen, wunderbare Menschen. Eigene Kinder zu lieben ist leicht und selbstverständlich. Ich denke sogar, dass Männer, die eine AE-Frau nehmen per se kinderlieb sind und werden auch nicht während die Frau das gemeinsame Kind erwartet fremdgehen.
Kinderlieb sind diese Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher, aber das ist eine Aussage als würde man sagen jemand der viel Schokolade isst mag Schokolade.
Das mit dem Fremdgehen ist wohl eher Wunschdenken, kinderlieb sein und den Hang Fremdzugehen stehen in keinem Zusammenhang zueinander.
 
  • #105

Und genau die kann es, mit gewissen bereits zur Genüge diskutierten Einschränkungen, und, quasi als Ausgleich dafür, einigen zusätzlichem positivem Mehrwert, selbstverständlich auch in einer Patachwork-Familie geben. Es ist mitnichten so, dass ein solches Lebensmodell nur Nachteile mit sich brächte, es gibt auch etliche Vorteile.
 
  • #106
Patchworkfamilie heißt nach meiner Definition nicht, dass sowohl der Mann wie auch die Frau Kinder aus früheren Beziehungen haben müssen, sondern dass Patchwork auch vorliegt, wenn nur er oder sie ein Kind hat und dies in die neue Beziehung mit einbringt. Ist die allgem. Definition anders?

Das geht in unserer Diskussion hier vermutlich ein wenig durcheinander, ist aber für den Kern der Diskussion eigentlich eher unerheblich. Die Konstellation der Fragestellerin war jedenfalls die, die Du beschrieben hast und die wurde hier bisher widerspruchslos als "Patchworkfamilie" diskutiert.
.
Und ich kenne eben mehrheitlich Patchworkfamilien, wo entweder kein großer Wille vorhanden ist oder der Wille nicht reicht, um die Probleme zu lösen.

Wenn kein Wille vorhanden ist gemeinsame Probleme gemeinsam zu lösen, dann ist "Familie" eine ziemlich unzutreffende Beschreibung dieses Zustands. Davon abgesehen können wir jetzt ad infinitum Fallbeispiele austauschen. Oder eben festhalten, dass es sicher Probleme gibt, dass diese aber mitnichten prinzipiell nicht lösbar wären.
Insofern kommt es eben immer ganz auf den Einzellfall an, darauf, wer damit wem in welchem Umfeld eine gemeinsame Familie aufbauen will. Das kann passen, muss aber nicht. Es kann dauerhaft funktioneren, muss aber aber nicht. Ganz so, wie bei jeder "richtigen" Familie auch.
 
  • #107
Vielen dieser Punkte hast Du doch weiter oben bereits zugestimmt.

Ja. Und gleichzeitig festgestellt, dass es für diese zusätzlichen Probleme auch so manchen Ausgleich gibt, beispielsweise indem einige der Probleme in normalen Familien entfallen. Auch das wurde bereits diskutiert.

[..], sondern auch generell bei sehr vielen anderen zu Problemen führt, die eben nicht schöngeredet werden sollten.

Mit Verlaub, aber das gilt letztlich für jede Form des Zusammenlebens von Menschen. Wenn wir uns keinen Problemen aussetzen wollen, dann bleiben wir besser Singles, am besten solche mit möglichst wenig sozialen Kontakten. Wollen wir aber aus guten Gründen nicht, und also müssen wir die Probleme des Miteinander schlicht annehmen und gemeinsam angehen.

Wenige Ausnahmen halbwegs funktionierender Patchworkfamilien werden da schnell hochstilisiert zu Beweisen, wie toll es klappen kann.

Da diese Behauptung ja immer wieder kommt:Hat jemand Zahlen?
Wie lange hält die durchschnittliche Patchworkbeziehung nach dem Zusammnziehen der Partner im Vergleich zu einer "normalen" Beziehung?
Wie lange hält die durchschnittliche Patchworkbeziehung nach Geburt des ersten gemeinsamen Kindes im Vergleich zu einer "normalen" Beziehung?

Mein Tipp wäre, dass die Patchworkbeziehung für beide Fragestellung die stabiliere, langlebigere ist, den Vergleich allerdings nur recht knapp "gewinnt".

Klar, jede Woche gewinnt jemand im Lott, meist sogar mehrere.

Der Vergleich hinkt gewaltig. Wenn ich mit meinem Lotto-Tipp falsch gelegen habe, ist mein Einsatz komplett weg und ich erhalte nichts. Lag ich mit meiner Beziehung daneben, die Gefahr besteht bekanntlich bei jeder Beziehung, so kann dennoch eine "Auszahlung" in Form von bisweilen vielen schönen Jahren und reichlich Zugewinn an Erfahrungen und Fähigkeiten erfolgen.

Hand aufs Herz: Wenn Du alle Deine bisherigen Partnerschaften "aufsummierst", dann kommt vermutlich dabei raus, dass Du zwar viel gegeben, aber, wenn Du bei Deiner Partnerwahl nicht häufig völlig danebengelegen hast, mindestens ebensoviel bekommen hast, weil "Ich" und "Du" im Zweifel zusammen eben mehr sind als die reine Summe aus beidem. Warum sollte das bei einem Patchworkmodell deutlich anders sein?

Genau deswegen aber wundert es mich, mit welcher Vehemenz hier bei offensichtlich richtigen Argumenten widersprochen wird.

Die ist durchaus gegenseitig und resultiert letztlich aus dem, was ich zuvor als beidersetige Absolutheit der Wertungen kritisiert habe. Die Schärfe, mit der bisweilen von beiden Seiten gewertet wird verstellt offenkundig den Blick auf die Fakten.
 
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  • #108
Sehr gut 102, das spricht mir voll aus dem Herz , und Ich möchte es unterstützen.
Wenn man theoretisch über eine Situation nachdenkt, wie viele hier, aber selbst keine Kinder hat, dann wird man anders sprechen.
Das ist o.k., es spricht für hohe Ideale, eine Partnerschaft, eine intakte Familie und das lebenslang....so wäre es am schönsten. Wenn nur das Wörtchen wenn nicht wäre....
häufiger Mal ist es nicht so.Mein Ideal ist es aber auch.-
Und selbst wenn es so war, oft hat es einen Preis, was nach außen sehr gut wirkt, das muss innen erarbeitet , erlitten , erduldet werden.Dann geht vieles.
Ich habe dieses Jahr 2 beste Freundinnen aus der Jugend, Abiturzeit gesprochen.Beide aus guten Familien , Väter beide Juristen, Mütter nicht berufstätig gewesen. Eine Familie 5, die andere 3 Kinder.
Beide Freundinnen erzählten mir etwas über Ihre Mütter , was mich schockierte. Ich konnte das nicht wissen , da Ich lang keinen Kontakt hatte, wir sehr entfernt wohnen, .-Eine Mutter abhängig von Alkohol, derzeit in der Psychiatrie, nachdem sie 5 Kinder gross zog, alle Eltern pflegte-die andere Mutter Tablettenabhängig über sehr lange Zeit.-Es hat mich sehr traurig gemacht, diese Paare waren in der Kindheit meine Ideale.
w 51 Jahre
 
  • #109
Pro und Kontra haben für jede Seite ihre Berechtigung und ich denke, es ist gut, wenn jeder seiner Einstellung nach handelt. Das verringert bzw. schließt Folgeprobeleme einfach einmal aus.

Ob ich die Position anderen Menschen nachvollziehen, das ist eine andere Sache. Ich sehe diese Patchworkproblematik von einem anderen Blickwinkel aus.

Zuerst sind da die Erwachsenen, die einfach eine gemeinsame Basis brauchen und ich rede hier von angestrebten echten Beziehungen und keinen Affairen.

Wenn die Basis stimmt, dann ist es mit dem Kinde/den Kindern ebenso wichtig, dass man sie annehmen kann. Seien wir ehrlich: Wir können nicht mit jedem Erwachsenen, und das ist mit Kindern auch so. Selbst der kinderliebste Mensch kann nicht mit jedem Kind!

Bei den eigenen Kindern hat man keine Wahl, man muss sie lieben. Dass das lange nicht immer so ist, zeigen die vielen Straftaten und Zerüttungen in unendlich vielen Familien, die blutsverwandt sind. Auch das sind Tatsachen, die man einfach einmal sehen muss.

Das Alter des Kines/der Kinder ist sicher auch wichtig. Wann trifft man auf das fremde Kind, in welcher Entwicklungsphase befindet es sich gerade? Wie weit bin ich bereit, mich darauf einzulassen? Das ist doch entscheidend!

Kann ich die gleiche (natürlich anders geartete) Zuneigung für das fremde Kind aufbringen, wie für den Partner?

Im Idealfall geht das, manchmal geht das eben nicht. Persönlich finde ich es nicht gut, wenn Menschen einfach theoretisch und pauschal sagen, kann ich nicht. Natürlich haben sie jedes Recht dazu, aber es blockiert auch jedes ungezwunge Kennenlernen und vorurteilsfreien Umgang mit diesen Kindern im Vorfeld.

Vergessen sollte man auch nie, wieviele Ehen/Beziehungen auch mit und an leiblichen Kindern zerbrechen oder quavoll sind, weil eben die, so heißgeliebten, eigenen Kinder nicht so werden oder sind, wie die Eltern sich das vorgestellt haben. Es sind ja nicht immer Erziehungsfehler (wenn auch sicher meistens).

Mein Fazit:
Wenn ich ein fremdes Kind annehmen kann, mit seinem Wesen, Verhalten usw. zurecht komme, dann kann ich auch eine Patchwork-Beziehung führen. Voraussetzung sind gleiche Ziele und Werte des erwachsenen Paares und immer eine altersgemäße Sicht und Einstellung zu dem Kind. Kinder haben ein Recht darauf, ernst genommen und akzeptiert zu werden. Im besten Fall lernt man sie zu lieben.

Dazu muss aber jeder erst einmal bereit sein. Wer Kinder als Ballast sieht, als nur störend empfindet, als Kostenfaktor etc., der sollte auch keine Kinder um sich haben. Das würde den Kindern nur schaden. - Und das gilt für fremde Kinder ebenso, wie es für leibliche Kinder gilt.

Wenn Patchwork nicht funktioniert, liegt das selten an den Kindern, sondern - wie in jeder missglückten Beziehung - an den Erwachsenen. Das ist und bleibt meine, ganz persönliche Meinung zu diesem Thema.
 
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  • #110
Hand aufs Herz: Wenn Du alle Deine bisherigen Partnerschaften "aufsummierst", dann kommt vermutlich dabei raus, dass Du zwar viel gegeben, aber, wenn Du bei Deiner Partnerwahl nicht häufig völlig danebengelegen hast, mindestens ebensoviel bekommen hast, weil "Ich" und "Du" im Zweifel zusammen eben mehr sind als die reine Summe aus beidem. Warum sollte das bei einem Patchworkmodell deutlich anders sein?

Das stimmt ganz sicher. Ich kann dazu direkt aus dem Innenverhältnis berichten.

Als ehemals junger Mann mit mehrern Beziehung mit (meist älteren) AEs habe ich von den Frauen sehr viel bekommen. Viel mehr, als mir z.B. von gleichaltrigen Singlefrauen je hätte gegeben werden können. Eine AE ist mit Sicherheit eine sehr gute Wahl für einen Mann, der Geliebter sein möchte, aber ansonsten nicht groß in die Pflicht genommen werden will. Alles was er gibt ist freiwillig, und er darf jede Menge Aufmerksamkeit einfordern, weil er ja über die normale Beziehung zu einer Frau auch ein einen Einsatz für die Kinder bringt. Die AE-Singlefrau ist niemals in der Situation sich zurücklehen zu können, und und selbst groß Forderungen zu stellen. Sie ist dankbar, dass der Freund trotz Kindern zu ihr steht, und sie freiwillig unterstützt. Dafür legt sie sich nach Kräften als Geliebte ins Zeug, und lässt ihrem Freund regelmäßig die noch viel wichtigere Bewunderung und Anerkennung zukommen. So gesehen ist eine Beziehung zu einer AE-Single ein Schlaraffenland für das männliche Ego. Von echter Verpflichtung ist da keine Spur, von aufrichtiger Bewunderung und ständigem Umsorgtsein umso mehr. Wenn man es darauf anlegt, kann man es sich als Freund einer AE sehr, sehr gut einrichten.

Die Sache dreht sich erst dann, wenn man eigenen Nachwuchs möchte. Dann würde man als Mann das 5. Rad am Wagen werden. Deshalb ist für die Familienplanung mit einer kinderlosen Singlerfrau die bessere Wahl mit sehr viel kleinerem Risiko.

Je nachdem in welchem Lebensabschnitt man ist, kann eine Beziehung zu einem AE-Single, oder zu einem kinderlosen Single die bessere Wahl sein. Dabei ist für manche der Weg das Ziel, und andere sehen das Ziel, und versuchen des besten Weg dafür einzuschlagen. Mit AE-Singles kann man eine sehr gute Zeit haben, Familienplanung geht man besser mit kinderlosen Singles an.
 
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  • #111
rSie soll sich vom Kind alles gefallen lassen - sie hat keinerlei Erziehungsberechtigung.

Auch ohne Erziehungsberechtigung, kann man einem Kind seine eigenen Grenzen klar machen und muss dies auch. Keiner braucht sich auf der Nase herumtanzen lassen. Jeder Mensch hat andere Grenzen, Mutter, Vater und auch jeder Mensch, dem man sonst noch so in seinem Leben begegnet
 
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  • #112
Ich wage sogar zu behaupten, dass sie hier noch häufiger auftreten dürften, denn hier müssen sich ja nicht nur Vater und Mutter auf einen Erziehungsstil einigen, sondern auch der neue Partner der Mutter und die neue Partnerin des Vaters - also insgesamt 4 Erwachsene.

Nein, die jeweiligen neuen Paare müssen sich nur auf einen Erziehungsstil einigen. Die Kinder kapieren schon, in der Familie läuft es so, in der anderen so, bei Oma und Opa wieder anders und im Kindergarten oder Schule gelten wieder andere Regeln. Man man sich nicht zu viert auf einen Erziehungsstil einigen. Mein Ex-Mann und ich gehen grundsätzlich total anders mit den Kindern um. Und wenn ich einen neuen Partner habe, wird der einen ähnlichen Erziehungsstil haben wie ich, das werde ich herausfinden, bevor meine Kinder ihn kennen lernen.
 
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  • #113
Ich finde Deine Theorie etwas unlogisch. Wenn ein Mann ab 40 noch Kinder möchte, ist das Zeugen an sich ja der zeitunaufwendigste Akt und zusätzlich auch ein schöner. Warum soll er sich diesen entgehen lassen, aber die Verpflichtungen, die eine Vaterschaft abverlangt eingehen, darüberhinaus noch für ein fremdes Kind?
m, 38

Online haben mir einige Anfang 40jährige gesagt, dass sie keine Lust mehr auf Windeln wechseln hätten, auf alles andere aber schon!
Ich frag die Männer immer, wieso sie ne Frau mit Kind daten - gleich am Anfang.
Manche sagen auch, dass es ihnen erst einmal egal ist, ob die Frau Kinder hat oder nicht, sie können sich Kinder gut vorstellen.
Manche scheuen evtl. aber auch die komplette Verantwortung für eine eigene Familie, wer weiß?

Ich frage mich, wieso sich einige ohne Kinder hier so ins Zeug legen und rumwettern, dass man als Alleinerziehende keine erfüllende Partnerschaft mehr haben kann!? Was ist denn das für ne seltsame Theorie?

w, 38
 
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  • #114
@Frederika
Du hast in allen Punkten Recht und natürlich ist eine Beziehung mit einem Partner ohne Kind viel einfacher und unbeschwerter.
Realistisch gesehen und theoretisch betrachtet- NUR, was würdest du machen Frederika, wenn du dich trotz aller Bedenken und klarer Vorsätze nun doch in einen Mann MIT Kind verlieben würdest?
Bei der Partnersuche ist doch auch das Herz ganz wesentlich mit beteiligt und nehmen wir mal an, du würdest dich verlieben und hinterher erst erfahren, dass der Mann deiner Träume ein Kind hat. Oder wenn du dir zwar vornehmen würdest, dich nicht in einen Mann zu verlieben, von dem du weißt, dass er ein Kind hat, aber du dich gegen deine Gefühle für ihn doch nicht wehren könntest.
Was würdest du dann tun Frederika? Das würde mich brennend interessieren!

Habe bisher nämlich auch immer so gedacht, wie du.
Doch letztes Jahr lernte ich einen Mann kennen, der auch bereits ein Kind hat. Am Anfang habe ich mich gegen ein näheres Kennenlernen gewehrt und ihm auch gesagt, dass ich mir das nicht vorstellen könnte.
Da wir uns aber sehr oft sahen, super verstanden, viele Gemeinsamkeiten und ähnliche Vorstellungen von einer Beziehung haben und er einfach ein toller, lieber Mann ist, sehr aufmerksam und um mich bemüht war, habe ich mich trotz aller Bedenken doch in ihn verliebt.
Ich konnte das nicht mehr steuern und habe auch gedacht, dass es in meinem Alter (36) auch nicht mehr ganz einfach ist, einen netten Mann zu finden, der noch keine "Altlasten" hat oder nicht beziehungsgestört, egoistischer Karierretyp oder kein Familienmensch ist.
Dann lieber einen, der zwar leider schon was hinter sich hat und gescheitert ist, aber ein Familienmensch ist und jetzt weiß, was er will.
Auch hat doch jeder Mensch irgendwelche Dinge, die einem nicht immer zusagen und selbst ist man doch auch nicht perfekt.
Der eine hat Allergien, der andere nervige, unpassende Hobbys (z.B. extremer Fußballfan) , ein anderer ist vielleicht finanziell nicht so flüssig oder hat einen weniger lukrativen Job, es gibt Männer, die mit ihrer Familie nicht gerade den besten Kontakt haben, etwas kräftiger gebaut oder nicht gerade die gewünschten 1, 90m groß sind etc. Irgendwas ist immer.
Würdest du diese Männer trotz vieler anderer positiven von dir erwünschten Eigenschaften, gegenseitiger Sympathie usw. alle als potentielle Partner kategorsich ausschließen, nur weil 1 Sache nicht gerade wünschenswert ist, du aber ansonsten vielleicht total begeistert von dem Menschen bist und du bei ihm auch Schmetterlinge im Bauch hast?

Könntest du das mit deinem Kopf steuern und dich auf "nicht verlieben" programmieren?

Danke, liebe Frederika für deine Antwort!
 
G

Gast

Gast
  • #115
w/47
Liebe FS
deine Frage finde ich sehr berechtigt. Es ist schwe darauf eine gute Antwort zu geben, denn ich glaube, dass jede familiäre Konstellation so individuell ist, wie jedes Kind, jeder Partner, jeder Ex-Partner, jede Ex-Beziehung, jede verwandschaftlichen Beziehungen.
Das Alter der Kinder spielt außerdem eine Rolle, deine Einstellung zu Erziehungsfragen etc.
Daher müsste man eine Studie nach diesen Kriterien aufstellen, um zu einem einigermaßen wegweisenden Ergebnis zu kommen.
Ich habe hier mehrfach gepostet mit meinem Partner, der mich wegen seines Jobs einfach verlassen hat und 300 km weit weg gezogen ist. Angeblich haben ihm seine Kinder immer so sehr gefehlt und der Kontakt zur Ex-Frau, die heute noch amtlich seine Frau ist, da keine Scheidung erfolgte, wurde mir viel viel zu nah. Komisch, trotzdem wohnt er nun 165 km von seinen Kindern entfernt.

Ich habe den falschen Mann erwischt, nicht gut auf mich geachtet, mein Bauch hat immer gewarnt, ich bin über 100 rote Ampeln gefahren. Bitte halte an bei GELB und warte nicht zu lange. Du fühlst dich heute schon nicht gut und du darfst diese Gefühle haben. Dein Mann muss Rücksicht darauf nehmen, gutes Verhältnis zur Ex hin oder her. Sie ist die Ex.
 
  • #116
Wäre "kinderloses, unbelastetes Kennenlernen" und ausschließlich gemeinsame Kinder" ein Garant für Glückseligkeit in, und dauerhaftem Bestand von Ehen, dann gäbe es nur verschwindend wenig Patchwork-Familien. Denn genau so haben alle Erstehen mal begonnen.

Beziehungen (alle, egal, ob mit oder ohne Kinder, egal ob es sich bei den Kindern um eigene oder die des Partners handelt) scheitern an Egoismus, Engherzigkeit, Dummheit und Engstirnigkeit. Wenn zwei intelligente, großzügige, herzliche Menschen aufeinandertreffen und sich lieben, wird deren Beziehung sicherlich nicht an einem oder auch an fünf Kindern scheitern!

[Mod.= Der Thread ist geschlossen. Die Fragestellerin hat ausreichend Antworten bekommen.]
 
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