• #1

Wie geht man am bestens mit einer Trennung um?

Hallo zusammen,
Nachdem ich lange still mitgelesen habe, möchte ich nun auch mal schreiben. Ich habe mich vor ein paar Monaten von meinem Mann getrennt. Es fiel mir nicht leicht, wir haben 2 gemeinsame Kinder. Ich habe schlussendlich die Trennung veranlasst. Hauptgrund für die Trennung war die fehlende emotionale Nähe und kaum Unterstützung im Alltag. Wir hatten nichts Gemeinsames mehr und Haushalt, Kinder und Organisation des Alltages hingen an mir. Ich bin 6h pro Tag berufstätig und irgendwann habe ich all das nicht mehr unter einen Hut bekommen. Aber Hilfe von ihm? Fehlanzeige. Soweit so gut. Bin froh, dass ich es geschafft habe, mich zu trennen. Doch nun falle ich immer öfter in ein emotionales Loch. Fühle mich dann einsam und allein. Viele vermeintliche Freunde haben mir den Rücken gekehrt. Die pflegen weiter den Kontakt mit meinem Ex. Ich habe ja schließlich die Familie kaputtgemacht. Das macht mir sehr zu schaffen. Meine Familie wohnt sehr weit weg. Wir können nur telefonieren und sehen uns 3-4x im Jahr. Habe hier keinen mehr. Ein paar neue Kontakte konnte ich knüpfen. Aber sobald ich allein bin, geht das Grübeln los. Kann das Alleinsein schwer ertragen.
Ich weiß, der Text ist lang und ziemlich wirr und durcheinander.
Habt ihr Tipps für mich, mit dieser Situation umzugehen? Danke fürs "Zuhören".
 
  • #2
Du hast einen Job, zwei Kinder und neue Kontakte gibt es auch. Allein muss nicht einsam bedeuten. Genieße diese Stunden doch. Was machst Du gern, was tut Dir gut? Lesen, ein Bad nehmen, Sport, Shopping, etwas Ausgefallenes kochen, Spaziergänge, Yoga. Es gibt so viele Sachen, um neue Energie zu tanken. Dein Problem scheint zu sein, dass du Dir selbst nicht genug bist. Sorge verantworungsvoll für Dich. Bleibe nicht in einer negativen Spirale hängen, sondern genieße das Leben. Triff Dich mit den neuen Kontakten zu Kurztrips, zum Kaffee, zum gemeinsamen Kochen, zu Spaziergängen, geht ins Kino, macht einen Tanzkurs. Es gibt doch so viele Möglichkeiten, seine Freizeit angenehm und abwechslungsreich zu gestalten.
 
  • #3
Ein paar Monate sind noch nicht lange.....aber erfahrungsgemäss bekommt man über Job und Kinder Kontakte und hat einen Rahmen / wird gebraucht. Sei glücklich darüber! Die Bedingungen sind eigentlich sehr gut, meinst du nicht?

Es gibt immer im Leben Situationen, in denen Freunde abspringen. Dann waren es keine guten Freunde. Insofern kannst du auch da zufrieden sein, dass du sie richtig kennen gelernt hast. Dass du nun nach dieser ganzen Anstrengung in ein Loch fällst, ist auch verständlich. Aber da kommst du auch wieder raus. Du bist ja nicht alleine, sondern hast Kinder. Zusammen werdet ihr das schaffen. Macht was Schönes zusammen. Und gib dir Zeit! Nicht so ungeduldig mit neuen Freundschaften. Das muss doch alles wachsen.

Ja, und überlege, was du neues in deiner Freizeit anfangen willst.Du stehst wie jeder, der einen Ortswechsel macht, vor einem Neuanfang. In einer neuen Stadt würdest du jetzt auch irgendetwas tun, um rauszukommen....Vergleiche deine Situation mal damit (denn es ist völlig unabhängig von deinem Ex wie es mit dir weitergeht).
 
  • #4
Ich würde auch sagen, sei stolz auf dich! Toll das du nicht in deiner unglücklichen Situation verharrt bist sondern daran was verändert hast. Deine Vorstellung und Wünsch war ja bestimmt auch anders und die Angst vor der Veränderung groß. Du bist mutig. Nun sorge genauso weiter um dich. Willst du dort bleiben wo du bist oder mit Sack und Pack eine neue Heimat finden? Womit willst du dein Leben füllen ? Womit Geist und Seele ? Welche Dinge willst du mit deinen Kindern erleben, bevor sie irgendwann außer Haus sind?
Lebe es. Dein Leben. Lebe die Angst. Die Einsamkeit. Die Familienzeit. Die Momente alle in Einzelnen und gehe einfach deinen Weg. Ich kann nur noch einmal sagen, du bist mutig, dass du aus der Ehe gegangen bist, wenn er dir nicht gut tat und nimm dir jetzt deinen mut und deine selbstfürsorge nicht.
 
  • #5
Bin froh, dass ich es geschafft habe, mich zu trennen. Doch nun falle ich immer öfter in ein emotionales Loch. Fühle mich dann einsam und allein. Viele vermeintliche Freunde haben mir den Rücken gekehrt.

Zunächst einmal kannst Du wirklich stolz sein, dass Du Dich getrennt hast - hier schließe ich mich meinen Vorrednern an. Denn: Nicht wenige Paare bleiben zusammen und leben nebeneinander ein giftiges Leben, weil ihnen der Mut fehlt oder sie Angst haben vor der Veränderung. Eine Veränderung tut im ersten Moment weh, aber sukzessive, Schritt für Schritt wendet sich das Blatt.

"Vermeintliche Freunde" hast Du bereits richtig formuliert - es sind und waren keine Freunde. Wertlose Menschen für Dein Leben also, über diese solltest Du Dir keinen Kopf zerbrechen. Menschen, die Dir nicht gut tun, solltest Du meiden - einfache und konsequente Lösung.

Alleine bist Du nicht, Du hast Kinder. Auch darauf kannst Du stolz sein! Neue Menschen werden in Dein Leben treten.

Ganz wichtig ist der Klassiker Sport: melde Dich bspw. im Fitnessstudio an, in dem es schöne Gruppenkurse gibt. Mittlerweile ist das Angebot an unterschiedlichsten Kursen ja riesig! Das macht zum einen Spaß, bietet Kontaktmöglichkeiten, ist gesund, sorgt sukzessive für einen richtig geilen Körper und steigert Dein Selbstbewusstsein. Gönn Dir das!

Neben dem Sport wirst Du sicherlich ein anderes Hobby finden, was Du auch Zeitgründen / Verpflichtungen bisher noch nicht angegangen bist. Jetzt hast Du die Gelegenheit, hauptsache es tut Dir gut und macht Dir Spaß.

Und falls Dir eine unverbindliche Beziehung gut tun sollte, dann gönne Dir auch das. Du bist frei.
 
  • #6
Puh, vermutlich hast du geglaubt du machst Schluss und alles ist gut. Aber jetzt geht es erst richtig los-vorher war dein Ex an allem Schuld, jetzt bist du gefragt!
Jetzt hast du die Chance, dein Leben neu gestalten!
 
  • #7
Wie alle Wieder-Singles musst Du Dir Dein eigenes Leben wieder aufbauen. Das kostet Zeit und Mühe. Dass es mit zwei Kindern nicht leicht ist, war Dir sicher vorher klar und die Anfangseuphorie weicht dann eben der Realität.
Also: Hobbies suchen, unter Leute gehen,neue Freunde suchen. Jetzt gestaltest Du frei ohne Deinen Exmann. Das bietet Chance, aber Du hast eben auch selbst die Verantwortung, sie zu nutzen.
 
  • #8
Vielen Dank für eure lieben Worte. Ihr habt Recht. Ich wollte die Trennung und das bereue ich auch nicht. Aber es tut trotzdem weh. Das es nicht einfach werden würde, war mir ja auch klar. Aber ich habe wirklich gedacht, ich schaffe das. Daran zweifele ich gerade. Regelmäßige Vereins- oder Sportaktivitäten sind schwer möglich. Das meiste findet abends statt. Da habe ich niemanden, der auf die Kids aufpasst. Und einen Babysitter kann ich mir finanziell nicht als Dauerlösung leisten.
Mein größtes Problem ist tatsächlich gerade das Alleinsein mit mir selbst. Kann mich schwer aufraffen, etwas anzufangen bzw. die Zeit für mich zu genießen. Weiß nicht, wie ich da rauskomme.
Wegziehen und woanders komplett neu anfangen ist nicht wirklich eine Option. Ich teile mir mit dem Vater das Sorgerecht und er müsste einem Umzug ab einer gewissen Distsnz zustimmen. Er hat bereits deutlich gesagt, dass er das nur tun wird. Außerdem würde ich die Kinder dann aus ihrem Freundeskreis und ihrem gewohnten Umfeld reißen. Das würde Ihnen sehr schwerfallen. Sie kämpfen ja noch mit der Trennung.
 
  • #9
Liebe FS,
sei froh, Dich aus einer schlechten Beziehung getrennt zu haben.

Du hast keine sozialen Kontakte vor Ort nach der Trennung? Man grenzt Dich aus? Wieviel davon liegt an ihm (Manipulation), wieviel am Dir?
Wie ist es denn defacto (nicht idealisierend) in Deiner alten Heimat? Wenn da alles super und unterstützend ist, dann such' Dir dort einen Job und geh' dahin zurück. Besorg' Dir ein entsprechendes ärztliches Attest (Depression), damit Du den Wohnort der Kinder verlagern darfst.
 
  • #10
Ich verstehe dich so gut, weil ich es kenne..alleine mit 4 Jährigen und bei mir nach der Entscheidung nicht betrogen werden zu wollen.
Ich kann Dir auch gratulieren, diesen Schritt gegangen zu sein..Ohne Dir jemanden zum warmwechseln zu suchen.
Das erste was Du lernen musst ist aber stolz zu sein um dir egal was kommt, ein positives Gefühl zu bewahren.
Mir gelingt das heute noch schlecht und habe immer dazu geneigt, mich negativ zu sehen. Nicht 100% im Job und dadurch auch keine Karriere und fehlte trotzdem bei vielen Schulfeiern etc, neben dem nicht perfekten Haushalt und von sorgenfreiem Bankkonto träume ich bis heute.
Ich kann Dir wirklich kein Rezept geben, was Dich sofort glücklich macht...Ich habe immer mal wieder auf der Treppe gesessen und geweint. ( doch ich habe Möbel). Sich einsam fühlen, wenn die kids im Bett sind, man nicht weg kann und kein Telefon klingelt...sch... Gefühl.
Vorallem wenn man sich einredet, das selbst verschuldet zu haben.
Aber in der Ehe war ich verzweifelter und neben dem falschen Partner fühlt man sich alleingelassen, was schlimmer ist als alleine zu sein, auch wenn der gemeinsame Bekanntenkreis einen verlässt, weil man ja nicht weg kommt.
Aber es gibt neue Türen, zb andere Alleinerziehende! Ich habe die Augen offen gehalten zb im Kindergarten und der Schule und nette AEs gefunden. Denen geht's nicht anders und wir haben ein Netzwerk aufgebaut. Ich hatte einen Nachmittag frei und an einem anderen nachmittag 4 Kinder, genauso am Wochenende.
Eine tolle Freundin traf ich wirklich im Karneval in einer Kneipe vor vielen Jahren.
Und ich bin irgendwann zu einem Psychologen gegangen. Das tat gut mal nicht nur mit sich selbst zu reden und das noch in einem negativen Kreislauf.
Ich drück Dich und drück die Daumen auf deinem weg, der nicht immer leicht wird aber der auch für Dich Blumen, Sonne und glückliche Momente hat.
 
  • #11
Und liebe FS,
von deinem Mann hast du soweit Unterstützung bekommen, dass du weiterhin fast in Vollzeit arbeiten gehen konntest! Das wäre sonst wohl nicht möglich gewesen bei zwei Kindern... Und jetzt machst du eine kleine Bauchlandung, weil er nicht mehr da ist und der Support auf einen Schlag wegfällt! Wenn dein Freundeskreis zum Vater deiner Kinder hält, wird das Gründe haben. Meist sind es doch Familien, also Mütter von Freunden der Kinder, und die halten in der Regel zu gar niemandem, eher zur Mutter, sondern pflegen weiter die Kinderfreundschaften. Über die Kinder sind Frauen meist gut sozial eingebunden. Hattest du eine Affäre in der Ehe? Mein Vorschlag: Reduziere deine Arbeitszeit, sonst kommt die Kindererziehung und deine Freizeit und dein Haushalt zu kurz. Unterhalt für die Kinder bekommst du ja reichlich!
 
  • #12
Liebe FS,

wenn Dein Ex sich halbwegs kümmert, würde ich den Kindern den Vater nicht nehmen, bleib doch vielleicht besser in der Nähe.

Ich selbst bin extrem gerne alleine, das sind aber nur wenige Leute. Vielleicht können Dir neue Rituale helfen? Ein altes Hobby, das verschüttet war und jetzt Kontakte vor Ort oder übers Internet ermöglicht?

Oder Du bietest einer alten Dame Hilfe mit ihrem Garten an? Oder es ergibt sich etwas über die Schule der Kinder?

Teilweise ist es aber auch einfach nur Gewohnheit - Du hattest eine lange Beziehung, jetzt musst Du Dich umgewöhnen. Lass Dir Zeit dafür, gestehe Dir das Recht zu traurig zu sein und Dich alleine zu fühlen. Mach Dir keinen Druck, das blockiert nur, und verwöhne Dich selbst immer mal wieder mit einer geliebten Kleinigkeit. Du wirst sehen, Du schaffst das. Viel Glück.
 
  • #13
Dieses Loch hat jeder einmal bei einer Trennung. Wichtig ist nur, da wieder früher oder später rauszukommen. Vorweg, du darfst traurig sein! Du darfst weinen! Du darfst alles sein, was du brauchst, um diese Beziehung besser zu verarbeiten.

Klassisch sagt man immer, man solle sich ablenken und neue Hobbies suchen. Finde ich grundsätzlich nicht schlecht, geht aber meiner Meinung nach schwer wirklich umzusetzen. Ich persönlich löse es so, dass ich die Zeit, die ich brauche traurig und niedergeschlagen bin und mich selbst auch etwas verkrieche und wenn es mir reicht, vertiefe ich mich in die Arbeit oder etwas anderem.
 
  • #14
Es fiel mir nicht leicht, wir haben 2 gemeinsame Kinder. Ich habe schlussendlich die Trennung veranlasst. Hauptgrund für die Trennung war die fehlende emotionale Nähe und kaum Unterstützung im Alltag. Wir hatten nichts Gemeinsames mehr und Haushalt, Kinder und Organisation des Alltages hingen an mir.
Du hast es schon richtig gemacht.

So wie Du schreibst, mußtest Du bisher ALLES im Haushalt und Alltag allein machen. Damit dürftest Du jetzt nach der Trennung genauso viel oder wenig freie Zeit und genausoviel Arbeit im Haushalt haben, wie vorher, da Dein nisher nicht unterstützender Exmann Dich nun aufgrund der Trennung im Alltag nicht unterstützen wird.
Vom Arbeitspensum hat sich also nichts durch die Trennung geändert.

Du hast Deinen Mann verlassen und damit einen Menschen, der Dir zumindestens emotional nahe stand. Das hast Du jetzt nach der Trennung nicht mehr.
Das hat sich also durch die Trennung verschlechtert.

Alles in Allem kann man also schlußfolgern, daß es genau richtig für Dich war, Dich zu trennen, denn abgesehen von fehlender emotionaler Nähe, die Du beklagst, geht es Dir unverändert gut.

Ich würde Dir empfehlen, Dich auf einer Partnerbörse (z.B. elitepartner) aktiv nach Neuem umzuschauen, um das emotionale Loch zeitnah durch einen Ersatz für Deinen Exmann zu schließen.
Das beschert Dir neben Arbeit, Kindern und Haushalt viele interessante Begegnungen und vor allem neue Erfahrungen, die Du in einer Ehe nicht machen konntest.

Alles Gute auf Deinem Weg.

m47
 
  • #15
Mein größtes Problem ist tatsächlich gerade das Alleinsein mit mir selbst. Kann mich schwer aufraffen, etwas anzufangen bzw. die Zeit für mich zu genießen. Weiß nicht, wie ich da rauskomme.

Ich denke, die meisten fallen nach einer Trennung erstmal in ein Loch. Auch wenn Dein Exmann wenig geholfen hat, war er doch da und jetzt bist Du eben alleine verantwortlich. Mit kleinen Kindern abends weggehen, geht eben kaum. Versuche, dass er die Kinder mindestens mal an jedem zweiten Wochenende nimmt und zur Hälfte in Ferienzeiten, sonst kannst Du Freundschaften im Grunde nur noch bei Dir zu Hause pflegen oder die Kinder mitnehmen. Vielleicht suchst Du gezielt nach Gelegenheiten, bei denen Du die Kinder mitnehmen und doch andere Alleinerziehende kennenlernen kannst? Vielleicht gibt es entsprechende Spielgruppen, Sportvereine oder sonstige Aktivitäten?
 
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