• #1

Wie geht man mit der alte Liebe um?

Sehr oft trauern hier die Menschen einer Liebe hinterher und glauben dass es ein Unglück ist, diesen Menschen nicht mehr als seinen Partner zu haben.

Mir ist so ein Ereignis auch nicht erspart geblieben und glaubte auch dass er der Mann gewesen wäre für eine gemeinsame Zukunft. Dieser Mann hatte das Glück sich schnell wieder Binden zu können, während ich dachte nicht gut genug gewesen zu sein, gekoppelt mit Liebeskummer, war das eine für mich harte Zeit. Irgendwann war alles verarbeitet und die Zeit verging. Ich hatte bei der Trennung damals gedacht ihn nie wieder sehen zu können ohne ein emotionales Desaster zu erleben. Der Tag kam wo ich ihn erspähte. Zwar erst auf den zweiten Blick, aber er war es. Ich war so froh und dankbar diesen Menschen nicht mehr alltäglich um mich herum haben zu müssen. So eine negative Ausstrahlung die Art der Gang irgendwie war da nix mehr toll an diesen Mann. Das ganze habe ich eine Zeitlang beobachtet, war auf den Rückflug und hatte die knappe Stunde Flugzeit ein richtig gutes Gefühl gehabt. Sei es verspätete Rachegefühle oder sonst was. Es war für mich ein erhabenes Gefühl gewesen an diesem Wrack (Sorry) vorbeischweben zu können. Obwohl die Liaison schon etwas mehr als zwei Jahrzehnte zurücklag, gab es mir einen tollen Kick. Schämen werde ich mich für dieses Gefühl nicht, weil ich glaube dass einige dieses auch schon mal erlebt haben. Also, wer hat auch schon mal so eine Geschichte erlebt, wo man Jahre nach der Trennung froh war, diesen Menschen nicht mehr an seiner Seite zu haben.
 
  • #2
Hier, ich!

- wobei ich mich getrennt hatte, er es aber durch ein Verhalten, das jeglicher Beschreibung spottete, regelrecht provozierte.

Ich habe mit etwas Abstand den Mann, mit dem ich ein Leben aufbauen wollte, nicht mehr wieder erkannt und verspürte ein unendliches Gefühl der Erleichterung ihn nicht mehr sehen zu müssen. So schön......

Aber auch mein Jugendfreund hat bei späteren Kontakten 1 zu 1 bestätigt, dass wir niemals zusammen gepasst hätten. Sowohl er als auch meine Eltern haben mich für verrückt erklärt, dass ich mich getrennt habe, und zwar so lange, dass ich irgendwann so ein ganz klein wenig an mir und meiner Entscheidung gezweifelt habe. Diese Zweifel waren nach den Kontakten weg, ganz und gar.

Ich denke, man sollte sich eine Trennung nicht leicht machen und leichtfertig etwas weg werfen. Aber wenn das Bauchgefühl irgendwann nur noch "weg, weg, weg hier!" schreit, dann gibt es sehr gute Gründe und man sollte es beenden.
 
  • #3
So wie Du habe ich es nicht erlebt, also dass ich wirklich zusammen war mit dem Menschen. Aber ich war durchaus schon verliebt und habe gelitten, weil es keine Beziehung werden konnte (richtig, verheiratet) und dann mit etwas Abstand gedacht, dass das überhaupt nicht funktioniert hätte. Aber ich mochte den Mann immer noch irgendwo, nur waren seine negativen Eigenschaften dann so deutlich geworden, dass ich nicht mehr dachte, was verpasst zu haben.

Über Schamgefühl musst Du sowieso nicht nachdenken, ich finde, es gehört zum Menschsein dazu, dass erstmal eine Art "Ausgleich" im Gefühl ist, weil man ja sehr gelitten hat. Du baust ja die Häme jetzt nicht aus und ziehst Dich dran hoch, weil Du Dich immer noch klein fühlst. Dann würde ich denken, dass es was zu arbeiten gäbe an der Persönlichkeit, um ein glücklicherer Mensch zu werden. Aber so? Es scheint die Waage austariert worden zu sein, auf der die Kränkung von damals lag. Ich würde sagen, Du konntest jetzt abschließen damit.

Bei meinem Ex hätte ich nicht so ein Gefühl. Er würde mir leidtun, wenn es ihm so schlecht ginge, dass er verbittert wäre. Vielleicht würde ich ihm sogar helfen wollen und er würde es nicht annehmen. Es war eine runde Sache, auch das Ende kam "natürlich". Insofern blieben da keine Reste und gekränkt war auch keiner.
 
  • #4
Also, wer hat auch schon mal so eine Geschichte erlebt, wo man Jahre nach der Trennung froh war, diesen Menschen nicht mehr an seiner Seite zu haben.
Wenn ich mich getrennt habe oder mich trenne, dann bin ich getrennt, das war es dann auch und damit ist für mich die Sache auch in weiter Zukunft zu Ende und bin schon in der Gegenwart froh, diesen Menschen nicht mehr an meiner Seite zu haben, nicht erst in der Zukunft!
 
  • #5
Also, wer hat auch schon mal so eine Geschichte erlebt, wo man Jahre nach der Trennung froh war, diesen Menschen nicht mehr an seiner Seite zu haben.
Eine ähnliche Geschichte kenne ich von meiner Arbeitskollegin.

Nach überstandenem Liebeskummer sieht man die Dinge ohnehin meist klarer. Und mit dieser Klarsicht habe ich mich mindestens zweimal gefragt: Was hast du denn an dem mal gut gefunden? Die rosa Brille ist weg.

Und wenn jemand - wie in deinem Fall - dann auch noch irgendwie "runtergekommen" wirkt - da sind deine Gedanken, auch vor dem Hintergrund, dass er dir möglicherweise mal sehr wehgetan hat - absolut verständlich.

Obwohl du schon vor langer Zeit abgeschlossen hast, fühlt es sich an wie: Nun ist das Kapitel wirklich richtig abgeschlossen. Nun weiß ich genau, ich habe da gar nichts versäumt.
Nenne es ruhig für dich ganz persönlich "Genugtuung" - wenn es dir hilft.
 
  • #6
Meine Ex-Frau hat mir anlässlich der Bachelor-Feier unserer Tochter auf dem Weg dorthin und öfter den Tag über ausgiebig erklärt, was ihr an ihrem derzeitigen Lebensgefährten alles nicht passt. Der Duktus war nahezu identisch zu dem, was sie mir in Zeiten der Ehe so vorgehalten hat. Sie hat offenbar nur die Akteure getauscht und agiert sich nun in tradierter Weise an der neuen Person ab.

Der Höhepunkt war als sie beim gemeinsamen Mittagessen mit Tochter und dem Freund der Tochter lauthals lobte, endlich mal einen Mann neben sich zu haben, der nicht ständig zum Rauchen rausgeht. Ich bin Nichtraucher. Ihren derzeitigen Lebensgefährten hat sie aber schon als starken Raucher kennengelernt. "Endlich mal" - wir waren 22 Jahre verheiratet.

Da habe ich mir gedacht, Freundin der Sonne, für jeden Mann der sich feiert, dass er dich gewonnen hat, gibt es einen, der sich feiert, weil er dich los ist. Meine Haupt-Ex ist auch so ziemlich die einzige meiner Exen, mit der ich keinen inhaltlichen Austausch mehr habe, obwohl ich sie noch ab und an sehe. Letzteres ist aber nur den gemeinsamen Kindern geschuldet. Mit anderen bin ich noch in WhatsApp-Kontakt oder gehe mal essen. Gegenüber der Haupt-Ex habe ich auch keine erotischen Gefühle mehr, wohingegen die eine andere Exe hartnäckig in meinen Phantasien spukt.
 
  • #7
Ging mir genauso mit meiner ersten großen Liebe mit Anfang 20, allerdings habe ich ihn nach ein paar Wochen schon wiedergesehen. Er hatte seinen üblichen Pott-Haarschnitt von Mutti (er hatte durch Kindheitserlebnisse Angst vor Friseurbesuchen). Und da seine tollen Freunde sich mal wieder gedrückt hatten, schleppten seine zarte Schwester und ihre Freundin seinen sauschweren riesigen Röhrenfernseher aus meiner Wohnung. Er selbst hatte den Arm in Gips und konnte nicht mit anpacken, aber trotzdem hätte man den Transport auch anders lösen können. Mir gegenüber war er in der Beziehung genauso gewesen, rücksichtslos und nur auf seine Bedürfnisse bedacht. Da habe ich mich auch gefragt, was ich jemals an diesem Mann gefunden habe. Nicht mehr mit den Augen der Liebe betrachtet mochte ich ihn auch nicht mehr.
 
  • #8
Fahrschule damals, ich fast 19 und mein Fahrlehrer 39 ...
Die Geschichte nahm ihren Lauf, er trennte sich von seiner Frau, reichte die Scheidung ein.
Sie kam damit nicht klar. Es gab ein letztes Treffen vor einem Anwaltstermin, auf der Rückfahrt zu seinem Auto fuhr sie frontal auf einen LKW ...
Das ist der
Grund, warum ich mich niemals mehr auf einen gebundenen Mann einlassen würde. Diese Schuldgefühle kann Dir niemand nehmen.
 
  • #9
Also, wer hat auch schon mal so eine Geschichte erlebt, wo man Jahre nach der Trennung froh war, diesen Menschen nicht mehr an seiner Seite zu haben.
Ich war bisher bei jeder beendeten Beziehung sofort froh, die Frau nicht mehr an meiner Seite zu haben. Sonst würde ich die Beziehung ja nicht beenden. Gleichzeitig war ich irgendwie traurig, weil ich ja mit den Frauen mal eine Beziehung haben wollte und hatte, sie mal geliebt habe und sich halt schlicht herausgestellt hat, dass es nicht gepasst hat.

Als "Wrack" würde ich keine meiner Exfrauen bezeichnen. Für mich hat das so etwas von Schadenfreude, die ich in dem Zusammenhang noch nie empfunden habe. Meine Exfrau ist letztes Jahr an Krebs verstorben. Würdest Du dann froh sein, dass sie nicht mehr an Deiner Seite ist? Alleine schon bei dem Gedanken kann ich nur verständnislos den Kopf schütteln.
 
  • #10
Ich traf neulich einen Ex ( 5 Jahre zusammen, bis 2005, er trennte sich damals) auf dem Parkplatz vor dem Baumarkt. Er war schlechter Laune wie schon damals ständig. Damals habe ich mich permanent angestrengt, ihm gute Laune zu machen, ihm etwas Freundliches abzugewinnen.
Neulich auf dem Parkplatz motzte er erstmal irgendwen an, der suchend herumfuhr. Dann meckerte er über herumkrakelende Kinder und schließlich noch ein bisschen über seinen jetzigen Chef. Sein damaliger Chef war natürlich auch blöd.
Nach all den Jahren sah ich den, der er war: Ein unzufriedener Muffelpott.
Meine Güte, habe ich mich damals angestrengt, damit er mal nett ist.
 
  • #11
Ich war bisher bei jeder beendeten Beziehung sofort froh, die Frau nicht mehr an meiner Seite zu haben. Sonst würde ich die Beziehung ja nicht beenden. Gleichzeitig war ich irgendwie traurig, weil ich ja mit den Frauen mal eine Beziehung haben wollte und hatte, sie mal geliebt habe und sich halt schlicht herausgestellt hat, dass es nicht gepasst hat.
Das ist auch meine Erfahrung.

Und auch bei den beiden Männern, wo ich trotz Liebe beendete - weil es zuviele Komponenten gab, die gegen eine dauerhafte Partnerschaft sprachen, ist es mir nicht so gegangen.
Mit einem bin ich lose in Kontakt, beim Anderen wüsste ich gerne, wie es ihm heute geht, da befürchte ich nichts Gutes.

Es sollte nicht sein, man ist ein Stück Weg miteinander gegangen, und dann hat es sich auseinander entwickelt.
Da gäbe es auch kein Wiederanknüpfen.

Logisch, dass ich mit diesem Mann heute nichts mehr als Partner anfangen könnte.

Geht mir auch mit früheren Freunden so.
Wenn man nicht weiter zusammen geht, verlieren sich die Anknüpfungspunkte.

Deswegen ist für mich Ex immer auch Ex.

W,50
 
  • #12
Meine erste große Liebe habe ich zwei Jahre später nochmal freundschaftlich getroffen. Nachdem die rosarote Brille zu dem Zeitpunkt weg war, konnte ich ihn als das sehen, was er war. Ein durch Drogen mitgenommener, fast langweiliger Mensch. Gut, dass ich ihn nochmals gesehen habe, denn sonst hätte ich wohl heute noch Illusionen.
Der zweite, mein Exmann, hat mir dermaßen das Leben schwer gemacht, dass ich gottfroh bin, ihn seit 8 Jahren nicht mehr gesehen zu haben. Ich musste ihm aus Höflichkeit vor 10 Jahren die Hand geben , weil er meinte, mich zum Geburtstag gratulieren zu müssen. Danach habe ich mir sofort die Hände gewaschen....
 
  • #13
Prinzipiell gehe ich sehr entspannt mit Exen um .... sie hatten was, sonst hätte ich nie .... nun ja.
Mich freut es auch nicht, wenn eine krank wird oder was auch immer ....

Die erste Frau, die mir wirklich etwas bedeutet hat - nun ja, bis vor 2 Jahren habe ich gesagt: Schade. Wir haben Kontakt, sie kennt V auch .... und ganz ehrlich ... wäre V nicht, könnte es mit ihr nochmals klappen. Definitiv wäre sie eine sehr sehr gute Wahl gewesen.
 
  • #14
Ich hatte zwar Aha Erlebnisse aber nicht so krass wie Du;-)
Einen Exfreund aus der Jugend, der dieses Nähedistanzspiel spielte, hat eine Partnerin die ihn psychisch fertig macht.
Fair finde ich und auch irgendwie logisch.
Meinen Exmann seh ich durch die Kinder ja regelmäßig und hässlich ist er nicht geworden.
Gut war, dass er in Beziehungen die gleichen Kräche bezüglich seiner Art hatte, wie wir.... Da fühlte ich mich schon rehabilitiert und da er so viele Schulden angehäuft hat, dass er die Finger heben musste, bin ich froh da nicht mit drin zu hängen...ausser das es nie Kindesunterhalt gab.
Meinen Exfreund habe ich nie wieder gesehen und lange gelitten.
Er hat ja oft kritisiert, dass ich nicht so viel verdiene....
Da hab ich mir eine Begegnung oft vorgestellt, nachdem ich mit größeren Kindern nun voll arbeite und aufgestiegen bin.
Natürlich sah ich in der Vorstellung toll aus;-))
Aber auch das ist netterweise vorbei
 
  • #15
@Lebens_Lust ich glaube da hast Du mich nicht richtig verstanden. Es bezog sich nicht auf Ex Partner die erkrankt bzw. verstorben sind.
Es bezieht sich auf Ex Partner die immer glaubten das gelbe vom Ei zu sein und mit den Jahren festgestellt haben das dem nicht so ist und ebenfalls versuchten über einen zu stehen.
 
  • #16
Ich habe eine Liebe aus der Jugendzeit und die treffe einmal in x Jahren. Wenn wir uns treffen dann sehe ich nur ein Freund und freue mich das er mit seiner Frau glücklich ist.
Wenn ich mich mit meinem Ex-man treffe, was oft ist durch die Kinder, denke ich nur jedesmal wie naiv ich sein müsste und blind. Ich empfinde bei ihm auch keine negative Emotionen. Ich bin aber froh das er sich auch jetzt so verhält wie in der Ehe, weil jetzt kann er es nicht mehr auf mich schieben. Bin schließlich weg. Er hat mich in bestimmte Weise sehr verletzt und ausgenutz, aber ich wünsche ihm trotzdem nicht schlimmes.
Auch wenn ich offen zugebe, dass es mich gefreut hat als er bei mir in der Arbeit angerufen hat und mir vorgeweint, dass er die bester Frau gehen lassen hat. Er hat sich selbst bestraft.
 
  • #17
Meine erste große Liebe hatte ich in der ersten Klasse. Ich war fünf und er war neun. Unsere Familien waren Freunde und wir waren in der Selben Schule. Er hat mir am ersten Schultag einen Stuhl besorgt und verteidigte mich in der Pause vor einem Mädchen, das mich belästigte. Er war wie mein großer Bruder. Wir standen immer im Kontakt bis wir 20 und 24 waren. Er war ein bisschen eigen, sehr sensibel und super intelligent aber auch sehr schwierig. Heute würde ich sagen, dass er Hyper aktiv war oder ADHS hatte. Er konnte keine Sekunde richtig sitzen und schaukelte ständig mit dem Körper. Dann hatte er Phasen, wo er mit niemandem redete und wehe du sagtest ein falsches Wort. Da ist er immer explodiert und einen Streit angefangen. Er war dennoch unheimlich lieb und wunder schön und hatte eine sehr schöne Stimme. Irgendwann haben wir uns verloren bzw. ich habe ihn losgelassen. Ich konnte ihm nicht helfen und wußte nicht was ich machen soll, damit er normal wird. Er hat auch keinen Rat angenommen. Das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe, war auf ein Hochzeit-Video. Naja, er sah nicht mehr gut aus und hatte sehr stark zugenommen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was aus ihm geworden ist. Ehrlich gesagt, möchte ich es auch nicht wissen.
 
  • #18
@Lebens_Lust ich glaube da hast Du mich nicht richtig verstanden. Es bezog sich nicht auf Ex Partner die erkrankt bzw. verstorben sind.
Wer von einem "Wrack" schreibt, meint in der Regel keine Expartner, die vergnügt und lebensfroh an einem vorbeilaufen.

Es bezieht sich auf Ex Partner die immer glaubten das gelbe vom Ei zu sein und mit den Jahren festgestellt haben das dem nicht so ist und ebenfalls versuchten über einen zu stehen.
Ob die Expartner das wirklich festgestellt haben, sei dahin gestellt. Das "Wrack" hat man ja irgendwann mal als Partner gewählt und dem jetzt so viel Häme hinterherzuwerfen ist kein guter Charakterzug. Nach 20 Jahren schon gar nicht.
 
  • #19
@Lebenslust, ist es denn ein guter Charakterzug damals von ihm gewesen. Bestimmt nicht, deswegen sehe ich es nicht als schlechten Charakterzug von mir, den Du mir unterstellen willst. Die Geschichte dauerte auch nicht 20 Jahre, sondern wurde vor mehr als zwei Jahrzehnten erlebt.
 
  • #20
Ich habe nie eine alte Liebe wieder gesehen, weil EX ist EX.
Es war ein Zufall, dass die FS diesen Mann wiedergesehen hat. Offenbar hat er sie gar nicht mehr erkannt, es kam zu keinem Wortwechsel. Sie hatte die Möglichkeit, ihn zu beobachten. Da sind sicher alte Erinnerungen hervorgekommen. Auch alte Verletzungen. Wunden, die zum Glück schon lange verheilt sind, aber zufällige Treffen können auch nach Jahrzehnten aufwühlen.

Ich glaube, die Gedanken der FS haben nichts mit Häme zu tun, eher dieses befreiende Gefühl:
Es ist gut, dass es so gekommen ist, wie es kam. Vor langer Zeit habe ich wegen dem gelitten. Davon ist nichts mehr übrig. Und wenn ich ihn so sehe, wie er heute ist - ne, war schon richtig.

Ich sage es ganz ehrlich: Ich wünsche niemandem etwas Böses. Aber wenn mich einer hat leiden lassen - und dieser Jemand schlurft Jahre später als "Wrack" (die Worte der FS) an mir vorbei - was soll ich da fühlen? Ich würde höchstens denken: Okay. Wie war das damals? Wie oft habe ich wegen dem geweint? Wie viel Mitgefühl hätte ich von ihm erwarten können?
Ich bin ein sehr empathischer Mensch- aber wer mich leiden ließ ohne Mitgefühl - den muss ich nicht mehr mögen.
(Ich weiß nun aber nicht, inwiefern der besagte Mann der FS übel mitgespielt hat. Dem Eingangspost entnehme ich aber, dass die Trennung damals sehr schwer für sie war).