• #1

Wie gelingt eine faire und machbare Verteilung der Arbeitszeit in einer Ehe/Familie?

Hallo zusammen! Mich würde interessieren, wie Ihr in Eurer Partnerschaft die Arbeitszeit verteilt habt, speziell gerichtet ist diese Frage an Paare mit Kind/Kindern. Zum Hintergrund: Ich bin w. 49 J., mein Mann 51 J., unser Sohn ist 9. Mein Mann arbeitet Vollzeit (38 Std) und pendelt an 3 Tagen je Fahrtstrecke 45 Minuten, an 2 Tagen macht er Homeoffice. An 3 Tagen ist er von 8 bis 18.30 Uhr außer Haus, an den 2 Homeoffice-Tagen macht er um 16 Uhr Feierabend. Zu mir: Ich arbeite seit 4 Jahren Teilzeit, 20 Stunden, verteilt auf 5 Tage und habe auch einen Pendelweg von 45 Minuten je Fahrtstrecke. Ich stehe unter der Woche um 5,45 Uhr auf (mein Mann „darf“ bis um 7.15 Uhr schlafen und steht erst auf, wenn mein Sohn und ich das Haus verlassen) bring das Kind zum Schulbus, fahre zur Arbeit und bin ca. 14 Uhr wieder zu Hause. Um 15 Uhr hole ich dann meinen Sohn direkt von der Schule ab. Davor und danach heißt es Einkaufen, Kochen, mit dem Kind spielen, ihn zum Sport bringen, Freunde treffen, mal ein Eis essen gehen und einen Ausflug machen, Kinderarzt und der nervtötende Haushalt. Soweit unser Alltag. Nun stehen in meiner Firma Veränderungen an. Um meinen Arbeitsplatz halten zu können, muss ich die Stundenzahl aufstocken. Ich würde gerne 25 bis höchstens 27 Stunden machen, mein Mann plädiert zu mind. 30 Stunden. Er hat zum einen Sorge, dass ich den Arbeitsplatz verlieren könnte, wenn ich nicht genug Stunden aufstocken würde (die Sorge teile ich durchaus) und zum anderen hat er seit Jahren das Gefühl, er würde deutlich mehr leisten als ich. Er sieht das wie ein Rechenbeispiel und sagt, ich hätte trotz Job, Haushalt, Kind usw. mehr Raum für mich und weniger Anstrengung. Finanziell würden wir das Geld, was ich durch eine Aufstockung zusätzlich bekomme, nicht unbedingt brauchen, bzw. wir würden uns drüber freuen, bräuchten es aber nicht zur Existenzsicherung. Also: Wie habt Ihr eure Verteilung der Arbeitszeit und der Aufgaben geregelt?
 
  • #2
Rechne Deinem Mann doch mal vor, was Du durch die gratis Arbeit mit Haushalt und Kind an Rente im Alter verlierst. Plus die gratis Arbeit am WE, den Schlafmangel (unbezahlte 1,5h) weniger.

Ich bin immer wieder entsetzt wie Frauen sich ausbeuten UND ein schlechtes Gewissen machen lassen.

Ich sehr hier nur eine Option: Du stockst auf. Er stockt entsprechend ab (wahrscheinlich ist er zu feige dazu.. wie viele Männer seiner Generation. Die Jungen sind mutiger und fairer) und leistet dann genau diese Zeit gratis Arbeit für Haushalt und Kind.
Sonst trenn Dich. Als AE wärst Du fast besser dran..dann müsstest Du nämlich nicht für ihn waschen, kochen putzen. Das Kind betreuen und Dein eigenes Geld verdienen tust Du eh. Wozu brauchst DU dann noch einen Mann, der Dich und deine Leistung nicht wertschätzt, Dich die Drecksarbeit gratis machen lässt und dann noch will Du solltest mehr Geld verdienen.
Ist er wenigstens hübsch und gut im Bett?

(Gutes Buch zum Thema : ' ein Mann ist keine Altersvorsorge " von H. Sieck.
Im Fall der Trennung hast Du die A. Karte. Aber die hast Du ja jetzt auch...)
 
  • #3
...ich würde klar strukturieren und 2 x die Woche eine Putzfrau buchen, die auch die Wäsche mit erledigt. Da wird Dein Mehrverdienst nicht reichen und das Männchen muss sich finanziell mit einbringen. Du hast Dir damit mehr Lebenszeit und Lebensqualität geschaffen. Laut meiner Erfahrung bringt es nichts, dem Ehemann mehr Aufgaben zu übertragen, es gibt nur Streit und dem aus dem Weg zu gehen machst Du eh alles allein.
 
  • #4
Das ist die Gelegenheit für einen guten Deal.

Er findet also, dass er mit seinen 38 Stunden viel macht, obwohl er an keinem Arbeitstag euer Kind morgens oder nach der Schule betreut, bringt bzw. holt. Hmmm... da wird es höchste Zeit, mal in die Rolle des anderen zu schlüpfen. Mit 30 Stunden arbeitest du fast so viel wie er. Dann wird er es ja sicher schaffen, euren Neunjährigen zweimal morgens zum Schulbus zu bringen bzw. mit ihm aufzustehen, ihm essen zu machen/mitzugeben und zu Hause zu verabschieden. Du kannst dafür eine viertel Stunde länger schlafen, hast den Morgen nur für dich und kommst entspannt zur Arbeit. Gleiches gilt für das Abholen. Richte es so ein, dass du an diesen zwei Tagen deutlich länger arbeitest, also 8-9 Stunden und er dann Kind samt Haushaltsprogramm übernimmt. Für den "Rest" an Pflichten - leistet ihr euch einmal die Woche eine Putzhilfe und geht essen, statt Einzukaufen/zu Kochen. Da bleibt noch genug an Hausarbeit für dich (oder ihn?) übrig.

Die Zeit vergeht wie im Fluge, spätestens wenn dein Sohn 12 ist, braucht er keine intensive Betreuung mehr. Mit 30 Stunden hast du bessere Chancen für berufliche Entwicklungen, Unabhängigkeit und Altersvorsorge. Und dein Mann hat endlich mal die Möglichkeit, eine andere Perspektive einzunehmen und einen engeren/ anderen Kontakt zu seinem Sohn zu knüpfen, bevor dieser in die Pubertät kommt und sich abnabelt.
 
  • #5
Seit unser Kind jetzt mit 3 in den KiGa geht, arbeiten wir beide voll mit 35h. Derzeit hat er mehr Fahrzeiten, sodass ich unser Kind bringe und hole - dadurch mache ich momentan Minusstunden, die ich wieder aufhole, wenn er demnächst wieder flexibler in der Nähe arbeitet.
Haushalt versuchen wir fair zu teilen, 2h/Woche gönne ich uns eine Putzfrau.100% Fairness ist aber schwierig, da jeder immer ein anderes subjektives Empfinden haben wird. ZB macht er alles Handwerkliche und Elektro, und ich kümmere mich an den Wochenenden vormittags eigentlich immer uns Kind, weil er gern lange schläft und ich nicht.
Er macht Geschirrspüler, ich Wäsche, Erziehung im Alltag ist schon ca. halb - halb aufgeteilt. Trotzdem gibt es immer mal wieder ein bisschen Streit...
 
  • #6
Liebe FS,

stimmt es denn, was er sagt oder sieht er nicht, was du im Haushalt machst? Hilft er dir im Haushalt und mit eurem Kind?

Meiner Meinung nach sollten in einer Beziehung die Anteile etwa ausgeglichen sein. Ganz kommt es nie hin, aber wenigstens so in etwa.

Wäre ich du, würde mich schon nerven, dass ich bei 4 Stunden Arbeitszeit fast 2 Stunden Fahrtzeit jeden Tag habe. So eine Fehlkalkulation hat mich schon in meinem Studentenjob damals genervt, wenn sie damals von der Chefin angeordnet wurde.
Du verbringst sehr viel Zeit mit Fahrerei für das was dabei herauskommt. Die 5 Tage hätte ich daher sowieso schon auf 4 oder 3 aufgeteilt. 5 Tage Arbeiten ist allein schon vom Gefühl her viel mehr als nur 3 oder 4. Bei deiner Fahrtzeit sowieso.

Wäre ich an deiner Stelle, hätte ich daher kein Problem, auf 5 bis 6 Stunden pro Tag zu erhöhen. Allerdings nicht nur, damit der geehrte Herr sich besser fühlt. Wenn er der Meinung ist, er leistet mehr, kann man die Anteile doch gerne genau berechnen.

W33 (noch keine Kinder, aber mit mehr Fahrt- und Arbeitszeit als der Partner)
 
  • #7
So, nachdem hier munter geschrieben wird und alle davon ausgehen, dass Dein Mann zu Hause nichts tut (Kind/Wäsche/Kochen/Haushalt) kann ich mich dem Tenor hier nur anschließen ... arbeite 30 Stunden, das wird Deiner Altersvorsorge sehr gut tun, auch wenn Du es zum gegebenen Zeitpunkt noch nicht wirklich spürst wegen des Splittings, besorge eine Putzfrau und lass Deinen Mann an seinen Home-Office-Tagen ranklotzen
 
  • #8
Warum redest du nicht mit deinem Mann über diese Punkte?
Vielleicht solltest Du nicht immer nur reflexhaft den gleichen Sermon raushauen sondern einfach mal die Posts der FS gründlich lesen und Dir deren Inhalt erschließen und dann eineninhaltlich passenden Hinweis geben.
Die FS schreibt:
..... und zum anderen hat er seit Jahren das Gefühl, er würde deutlich mehr leisten als ich. Er sieht das wie ein Rechenbeispiel und sagt, ich hätte trotz Job, Haushalt, Kind usw. mehr Raum für mich....
Daraus kann ein denkender Mensch schlussfolgern, dass es mehr als ein Gespräch zwischen den beiden Protagonisten gegeben hat bei dem der Mann seine eigene Leistung deutlich überbewertet und die der FS runterrechnet.

Liebe FS,
Du hast Du viel zu lange hingenommen, dass er sich aus der Familienverantwortung zurückzieht und sich in seiner beruflichen "Auslastung" bequem einrichtet.

Weil er so ein großartiger Rechner ist, solltest Du Dich hinsetzen und Deine Fahr-, Arbeits- und Familienstunden auflisten - auch die am Wochenende geleisteten. Das gleiche machst Du mit seinen Stunden und dann legst Du die Listen nebeneinander und gehst mit ihm ins Gespräch.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Listen auf den ersten Blick zu Deinen Gunsten ausgehen. Aber Du musst damit rechnen, dass er viele Deiner Aktivitäten nicht für notwendig hält und daher die angesetzten Aufwaende reduziert oder streicht, weil er sie als Dein Hobby sieht, nicht als Familienarbeit.
Und vermutlich hat er in Teilen damit Recht, denn Du liest Dich wie viele Perfektionistinnen, die sich selber gezielt in den Burnout steuern oder mit 40+ (wenn die Kinder groß genug sind) ihre Männer zu nichtsnutzigen Energievampiren erklären und sich scheiden lassen.
- Warum kann Dein Kind nicht allein zum Schulbus gehen, macht er doch schon seit 3 Jahren? Mach' Dein Kind nicht so unselbststaendig.
Oder ist das ohnehin Dein Arbeitsweg?
- Warum muss Dein Kind von der Schule abgeholt werden und fährt nicht mit dem Schulbus?
- Wenn Dein Kind nicht selbstständig genug ist, um allein zum Sport oder zu Freunden zu kommen, dann kann er halt nicht in den Sportverein.
Dito muss er sich halt Freunde in der Nähe suchen, zu denen er allein hinkommt und mit zunehmender Selbstständigkeit seinen Aktionsradius ausdehnen.
Hör auf, die Übermutter zu geben. Eine berufstätige Muter kann nicht einen auf Cappuchinomama machen.

Deinem Mann solltest Du eine klare Ansage machen: ab sofort steht ihr täglich im Wechsel früh auf und macht Frühstück und Schulbrote. Dito holt und fährt er das Kind so wie es notwendig ist an seinen Homeofficetagen, kümmert sich mit um Einkaufen etc.

Wenn er monatelang bewiesen hat, dass er Dich von der Familienarbeit ausreichend entlastet, erhöhst Du Deine Arbeitsstunden überhaupt und gehst Du auf 30 Stunden.
 
  • #9
Daraus kann ein denkender Mensch schlussfolgern, dass es mehr als ein Gespräch zwischen den beiden Protagonisten gegeben hat bei dem der Mann seine eigene Leistung deutlich überbewertet und die der FS runterrechnet.
Anscheinend waren die Gespräche nicht intensiv genug und ein, zwei oder dreimal reden hilft in der Regel nicht immer, genau deshalb! Ein Thema was einen plagt, sollte man immer wieder ansprechen und mit Lösungsvorschlägen beenden und danach konsequent beobachten, ob sich was verändert, wenn nein bleibt einem nicht viel anderes übrig als hinzunehmen oder eben sich zu trennen. Übrigens, so wie ich deine Meinung respektiere, hast du auch meine Meinung zu respektieren!
 
  • #10
Deshalb bin ich niemals schwanger geworden. Dieses Theater würde ich keinen einzigen Tag aushalten.
Ich bin sicher, daß mich auch kein Mann unterstützt hätte, also nicht zu fairem aufgeteiltem Rhythmus..ich mit den Kindern die ganzen Jahre allein gelassen worden wäre und stehengelassen.

Selbst als kinderlose Frau wird man stehengelassen und Verabredungen werden nicht eingehalten und entsetzliche Wahrheiten wie Alkoholismus/Spielsucht/Drogensucht/Insolvenz etc. stellen sich nach kürzester Kennenlernphase schon heraus.
Die Typen bleiben eh nach kurzer Zeit weg, wenn kein Fernseher plus Couch vorhanden ist.
An Gesprächen und schönen Spaziergängen hat halt keiner Interesse.
Sie wollen nur TV glotzen, Playstation daddeln, Dart in Kneipe spielen....was soll ich mit solchen Typen?
Viele haben noch nicht mal eine Wohnung, sondern wohnen bei den Eltern wieder oder bei irgendwelchen Kumpels bzw. hängen in der Wohnung der Ex fest, sogenanntes Couchhopping, geben sich als Singles aus. (Ich spreche hier vom RL, von Männern ab Ende 30 aufwärts).

Und jetzt stelle ich mir vor, von solch einem Typen wäre ich vor 30/35 Jahren schwanger geworden...Gott steh mir bei. Und mir ist beigestanden worden in dem Falle, nämlich von mir selbst: Ich verhütete immer! Und bin heilfroh drum...
 
  • #11
Wie jetzt? Er arbeitet 38 Stunden und ihr zettelt eine solche Diskussion an.
Ich kann euch da keinen Rat geben, denn ich begreife es nicht, wie zwei Menschen die eine Ehe mit Kindern führen, gemeinsam 58 Stunden die Woche arbeiten und sich dann so beklagen. Lediglich das herunter rechnen der Leistung der Frau sehe ich als ziemlich unsportlich.
Aber ansonsten muss man das doch lösen können als Paar.
Mensch setzt euch nochmal an den Tisch und beendet eure Geschäftsbeziehung und beginnt endlich als Paar zu funktionieren.

M47
 
  • #12
Liebe FS,

ich sehe nicht so ganz das große Ungleichgewicht. Genaue Aufrechnungen sind m.E. sowieso nicht möglich und müssen in einer Familie mit Kind ohnehin flexibel gestaltet werden.
Was mir nicht gefällt, dass ihr nicht gemeinsam den Tag beginnt.
Gerade, wo ein Kind da ist, wäre das für mich ein Muss. Da dein Mann später zur Arbeit muss, könnte er das Frühstück bereiten.
Ich denke, das Übel ist vielleicht die fehlende Gemeinsamkeit, jeder macht auf seine Art, sein Ding und arbeitet mehr oder weniger ab, was abgearbeitet werden muss. Mann kann durchaus Alltäglichkeiten insgesamt mit in die Beziehung einbeziehen und Sohnemann lernt gleich mit dazu. Wie sieht es da mit Aufgaben aus, die er übernehmen kann.
 
  • #13
...ich würde klar strukturieren und 2 x die Woche eine Putzfrau buchen, die auch die Wäsche mit erledigt. Da wird Dein Mehrverdienst nicht reichen und das Männchen muss sich finanziell mit einbringen. Du hast Dir damit mehr Lebenszeit und Lebensqualität geschaffen. Laut meiner Erfahrung bringt es nichts, dem Ehemann mehr Aufgaben zu übertragen, es gibt nur Streit und dem aus dem Weg zu gehen machst Du eh alles allein.
Ich würde auch zur Putzfee raten und an deiner Stelle mehr Stunden arbeiten, denn für deine Rente ist das besser. Warum bringst du einen 9 Jährigen Jungen zum Bus und holtst ihn von der Schule ab?
 
  • #14
Ich würde ihm vorschlagen, dass ihr BEIDE auf 30 Stunden geht. Dann kann man nämlich auch wunderbar die Hausarbeiten gleichmäßig verteilen.

Ansonsten kann ich Vikky nur zustimmen - trau deinem Sohn mehr zu! Er ist schon neun und durchaus in der Lage, auf sich selbst zu achten. Ich bin mit sieben jeden Tag morgens allein 8 km mit dem Fahrrad durch einen unbeleuchtenen Wald zur Schule geradelt und mir hat es nicht geschadet. Im Gegenteil gibst du damit deinem Kind die Möglichkeit, selbstständig zu werden und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen. Ansonsten brauchst du dich nachher nämlich nicht zu beklagen, wenn er mit 35 noch bei euch wohnt und seine Hauptbeschäftigung im Playstationspielen besteht...
 
  • #15
Du hast Du viel zu lange hingenommen, dass er sich aus der Familienverantwortung zurückzieht und sich in seiner beruflichen "Auslastung" bequem einrichte
Genau so sehe ich das auch!

Liebe FS,
warum 'darf' er sich überall so raushalten?
Deine Arbeit/Leistung ist nicht weniger wert, wie seine!
Das so viele Frauen sich das heute immer noch antun, verstehe ich nicht.

Warum stehst Du auf und er darf ausschlafen?
Das klingt alles für mich nicht nach 2018, sondern eher nach 1950!

Aber das....

Aber Du musst damit rechnen, dass er viele Deiner Aktivitäten nicht für notwendig hält und daher die angesetzten Aufwaende reduziert oder streicht, weil er sie als Dein Hobby sieht, nicht als Familienarbeit.
Und vermutlich hat er in Teilen damit Recht,
-Warum kann Dein Kind nicht allein zum Schulbus gehen, macht er doch schon seit 3 Jahren? Mach' Dein Kind nicht so unselbststaendig.
Oder ist das ohnehin Dein Arbeitsweg?
- Warum muss Dein Kind von der Schule abgeholt werden und fährt nicht mit dem Schulbus?
- Wenn Dein Kind nicht selbstständig genug ist, um allein zum Sport oder zu Freunden zu kommen, dann kann er halt nicht in den Sportverein.
Dito muss er sich halt Freunde in der Nähe suchen, zu denen er allein hinkommt und mit zunehmender Selbstständigkeit seinen Aktionsradius ausdehnen.
...stelle ich ebenfalls in Frage!

Genau das kann ich weder bei der FS, noch bei anderen nachvollziehen.
Warum werden die Kinder praktisch entmündigt und so dermaßen zur Unselbstständigkeit erzogen?

Haben sie gesunde Beine, können sie auch zur Schule, Freund oder zum Sport laufen, resp. den Bus oder das Fahrrad benutzen.

Auch ein 9-Jähriger kann kleinere Arbeiten im Haushalt übernehmen, man muss sie nicht mehr rund um die Uhr betüteln und den Fahrdienst geben.

Sie lernen dadurch Selbstständigkeit!

Wenn Die FS sich weniger zum Sklaven von Mann, Haushalt und Nachwuchs machen würde, sondern jedem seine Verantwortlichkeiten klar zuschieben und überlassen würde, z.B. mit dem Mann im Wechsel aufstehen, 50% Haushalt an ihn, Kinder bewältigen ihre Wege selber und lernen auch einen Haustürschlüssel zu benutzen, dann hat Frau nicht nur weniger Probleme/Stress, sondern auch mehr Zeit zum Geldverdienen....

Das gibt dann auch mehr Sicherheit, wenn man sich z.B. auch wieder auf die eigenen Füsse stellen möchte/muss....denn wir leben schliesslich und Gott sei Dank, nicht mehr im Jahr 1950!
 
  • #16
Ich würde trotzdem mal über wenigstens 2 Wochen ein Protokoll führen und damit auch schauen, was auf den Prüfstand kann.

Braucht es jeden Fahrdienst, z.b. - Mir ist bewusst, dass es im ländlichen Raum schwierig ist, aber dass es nachmittags keinen weiteren Schulbus gibt?

Arbeitszeit aufstocken würde ich auf jeden Fall, es geht einerseits um die Jobperspektive, aber auch um die spätere Altersversorgung.
Allerdings, Reduktion der Tage auf 4, und einen ganz frei. Spart Dir schon mal Fahrtzeit.
Wie es dann mit Fahrdiensten aussieht, müsstest Du prüfen. Auch Dein Mann kann sicher mal fahren.

Ich würde anhand der Liste noch mal ein Gespräch suchen und dann auch seine Lösungsvorschläge hören wollen.
Natürlich sollte es ausgewogen sein und im Konsens, sollte Euch das Gespräch weiter keine Einigung bringen, solltet Ihr zumindest über eine Mediation nachdenken, oder über eine Paarberatung.

Solche Streitigkeiten sind meist ein Anzeichen, dass Grundsätzliches fehlt - fängt hier mit Wertschätzung an?

Was ist mit Euren Gefühlen zueinander, was macht Euch als Paar noch aus?
 
  • #17
Hier die FS: @lzumi. Danke für Deine Anregung und auch den anderen Danke. Ich bringe meinen Sohn morgens immer zum Bus, weil die Haltestelle direkt auf meinem Arbeitsweg liegt und wir zur selben Zeit aus dem Haus müssen. Er könnte zwar nach der Schule mit dem Bus nach Hause kommen, aber dann wäre er erst um 16.3o Uhr Zuhause und das Abholen geht bereits um 15 Uhr! Da haben mein Mann und ich unterschiedliche Standpunkte, jedoch halte ich hier an meinem Standpunkt fest: Solange mein Sohn noch auf der Grundschule ist, möchte ich möglichst viel von seinem Schulleben mitbekommen. Ich habe durch das tägliche Abholen guten Kontakt zu seinen Schulfreunden, Betreuern und andere Eltern und er selber ist einfach früher zuhause! Und wir könne so regelmäßig Freunde von ihm mit zu uns nach Hause nehmen - das ist mir auch ganz wichtig! Ansonsten noch zum besseren Verständnis: Sobald ich meine Arbeitszeit aufgestockt habe, wird mein Mann 1-2 x pro Woche früh aufstehen und sich um das Kind kümmern und ich habe vor 1 Tag in Vollzeit zu arbeiten, so dass ich erst nach 17 Uhr nach Hause komme. An diesem Tag wird er auch stärker involviert sein.
 
  • #18
@Undine: Wer hat denn gesagt, dass mein Mann ein Couch-Potato ist, der nur an der Playstation spielt? Unser Sohn ist ein Wunschkind und das Familienleben, so wie es ist, wollten und wollen wir beide. Immer wieder gibt es halt Veränderungen und da wollen wir alle durch und diese bewältigen und dann geht der Weg weiter. Ich bin sehr dankbar für meine kleine Familie und das es uns gut geht.
 
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  • #19
@berlinchen2018 Oft ist es so, dass frau deutlich weniger verdient als der Mann, dann rechnet sich jede Stunde, die er mehr arbeitet anstelle der Frau, einfach auf dem Bankkonto. Deswegen ist das Teilzeitmodell für Frauen einfach immer noch gängig. Wenn bei uns 40h als Vollzeit gälte, würden wir das zeitlich nicht mehr packen, dann würde er 100% arbeiten (weil es ihm sehr wichtig ist), und dann hätte ich auch weniger Stunden. Dann würde ich natürlich ein wenig mehr Hausarbeit übernehmen, aber eine Differenz von ein paar Stunden pro Woche kann nicht rechtfertigen, dass einer komplett die Erziehung übernimmt.
Vikky stimme ich hier allerdings zu - ein 9jähriger muss dann einfach selbstständiger werden, wenn es eure Umstände nicht anders erlauben, du bist doch kein Taxi. Das hat nix mit Rabeneltern zu tun.
 
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  • #20
Du stockst natürlich auf, auch wichtig für deine Rente usw.
Von dem Geld leistet ihr euch eine Putzfrau die einmal die Woche Oberflächen wischt, Bad gründlich reinigt plus je eine Stunde. In dieser Stunde kann sie dann abwechselnd eine Woche bügeln oder Fenster wischen oder Betten beziehen, dass muss nicht jede Woche gemacht werden.
Und ja, er darf auch helfen, bei Homeoffice kann man auch schnell mal Waschmaschine füllen, in Trockner geben, aufhängen oder sonst was.
Ich vermute du bist beim Baby daheim geblieben und hast alles gemacht, jetzt hat er sich an Mamas Service gewöhnt...
Putzfrau heisst die Lösung!
 
  • #21
Sinnvoll wäre die Aufstockung auf Vollzeit und die Übertragung der Hausarbeit (zumindest in großen teilen bzw. zumindest Wäsche und Putzen!) auf eine Haushaltshilfe! Sofern diese Damen dann noch Aufgaben der Kinderbetreuung übernimmt, ist es auch steuerlich absetzbar.
Jede Frau sollte allein schon zur Sicherung ihrer Altersvorsorge diesen Weg gehen!
 
  • #22
Es ist traurig, dass immer noch die Vorstellung in den Köpfen rumgeistert, klar, die Frau kann eh zu Hause bleiben, verdient weniger, wenn sie denn überhaupt arbeitet, nur ein paar Stunden, auf dem Bankkonto macht sich ja eh nur der Verdienst des Mannes bemerkbar, jaaa, jetzt vielleicht, später, viel später. Ihr Lieben, macht sich genau dieses kurzfristige Denken auf den Konten der Frauen bemerkbar! Geht also arbeiten, versucht den Haushaltskram zu organisieren und ja, man kann trotzdem für das Kind da sein, wir sprechen doch von einem Kind, oder?
 
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  • #23
Hier die FS: @Lionell59: Die Frage habe ich gestellt, weil mich interessiert, wie andere Paare die Sachen regeln und was bei Ihnen dabei gut klappt, was weniger. Mich interessiert auch sehr die Sicht der Männer: Wie wünscht Ihr Euch die Verteilung der Arbeitszeit in Eurer Ehe? Was sorgt bei Euch für Frust bzw. gegenteilig für Zufriedenheit und ein "faires Gefühl im Bauch"? In Bezug auf meinen Sohn bleibe ich übrigens bei meinem Standpunkt: Ich bin keine Helikopter-Mama, aber ich möchte ihn morgens (zumindest 3 x pro Woche) "in den Tag schicken", zum Bus bringen und von der Schule abholen. Und ja, ich fahre ihn zum Sport und zum Schwimmen. Wir wohnen auf dem Land. Freunde, Schule, Sport - das alles ist verteilt auf diverse Nachbardörfer... entweder ohne oder nur mit sporadischer Busanbindung. Aber auch das ist natürlich nur noch eine Frage der Zeit. Ab der weiterführenden Schule wird es sich oft auf sein Rad schwingen müssen und wollen!
 
  • #24
Hier nochmal die FS: @Frau43. Richtig, in den ersten 3 Jahren bin ich beim Kind geblieben und war die klassische Hausfrau und Mama. Es war wegen des kleinen Kindes extrem anstrengend, allerdings muss ich zugeben, dass der Haushaltskram wirklich nur "so lala" lief. Ich hasse Hausarbeit. Putzen, Wäsche, jeden Tag das Thema mit dem Essen, Einkaufen... grässlich. Auch heute noch, wenn es auch ein großes Stück besser geworden ist. Also so ganz kann ich nicht sagen, dass mein Mann sich an den "Rundumservice" gewöhnt hat, dafür war der Service teilweise "echt zu mies" von meiner Seite aus, Asche auf mein Haupt! Ich bin da keine Perfektionistin. Aber wie gesagt, es ist besser geworden. Und seit ich wieder arbeite, übernimmt mein Mann am Wochenende das Putzen des Bades und Einkaufen sowie Kochen und Kinderbetreuung teilen wir uns so einigermaßen auf.
 
  • #25
Liebe @berlinchen2018,

du sagst, du willst die Meinung der anderen hören, vor allem auch der Männer. In deinem letzten Post schreibst du aber, wie furchtbar du Hausarbeit findest.

Bitte sorge dich auch um DEIN Wohlergehen. Es geht nicht nur darum, was andere von dir denken oder wollen. Wenn man Hausarbeit nicht mag, sollte man nicht Hausfrau und Mutter werden. Es nützt doch keinem etwas, wenn du totunglücklich zu hause sitzt weil du mit deinem Leben nicht zufrieden bist.

Fair ist es nur, wenn beide einen Vorteil davon haben. Also überlege nicht, wieviel Hausarbeit du deinem Mann zumuten kannst, sondern auch wie viel du dir aufbürden magst.
 
  • #26
Ich hasse Hausarbeit. Putzen, Wäsche, jeden Tag das Thema mit dem Essen, Einkaufen...
Ich bin jetzt mindestens die Zehnte, die ins gleiche Horn bläst. Nehmt Euch doch um Gottes Willen eine Putzfrau! Du magst keine Hausarbeiten, Dein Mann wird sich auch nicht drum reissen...wo ist das Problem? Das tägliche Kochen würde ich auch sein lassen, vorausgesetzt Dein Sohn isst mittags in der Schule. Lass mich raten, ihm schmeckt das Essen dort nicht? Dein Mann ist eh nur 2 mal in der Woche den ganzen Tag zu Hause. Da geht auch mal der bekannte Tiefkosthersteller oder Ravioli aus der Dose. Es sei denn, Du bist eine begnadete Hobbyköchin. Klingt aber nicht so.
W, 53
 
  • #27
Wenn man Hausarbeit nicht mag, sollte man nicht Hausfrau und Mutter werden
Liebe Hanna, diese Einstellung finde ich jetzt auch krass. Wer mag denn schon Hausarbeit? Da fällt mir nur meine eigene Mutter ein und die hat auch genug darüber gejammert. Klar gibt es Frauen, die stellen ihre eigene Mayonnaise her, kochen mit Begeisterung die selbstgezogenen Kirschen ein und streichen nebenher noch, wenn sie Talent haben, die Hausfassade. Wenn das die Voraussetzung zum Kinder kriegen ist, wäre das Problem der Überbevölkerung auf diesem Planeten schnell gelöst. Ausserdem arbeitet die FS ja, wie die meisten Mütter.
W,53
 
  • #28
@berlinchen2018:

Ich habe mit meiner letzten Freundin und ihrem anfangs sechsjährigen Sohn für zwei Jahre zusammen gewohnt, bevor wir wieder auseinander gegangen sind. So ganz lässt sich das natürlich mit einer Ehe und gemeinsamem Kind nicht vergleichen, aber ich gebe dir trotzdem mal eine Übersicht, wie wir es gemacht haben:

Erziehung, Bespaßung sowie Fahrdienste, wenn sie denn unbedingt notwendig waren (wir wohnten auch eher ländlich und der Kleine musste ab Schulbeginn viel selbstständig Fahrradfahren), haben wir uns geteilt. Meine Freundin hat 35 Stunden gearbeitet, ich bin von 40 Stunden erst auf 35 und dann auf 33 Stunden runter gegangen.

Putzen war ihr Part, weil a) ich Putzen hasse und b) sie nicht kochen konnte. In der Praxis sah es dann so aus, dass sie 1 x pro Woche staubgewischt und -gesaugt hat und sonst halt mal das Bad zwischendurch sauber gemacht hat (obwohl ich das auch öfters mal tat). Ich hab dafür fast jeden Abend gekocht und abgewaschen. Eingekauft haben wir entweder gemeinsam oder jeder brachte halt nach der Arbeit selbst etwas mit.

Bei uns klappte das ziemlich reibungslos und wir hatten nie wirklich Streit darüber, wer wieviel macht - wahrscheinlich deshalb, weil wir uns gut ergänzt haben...

Zum Thema Teilzeit als Mann: Ja, als Kerl wird man im Betrieb schief angeguckt, wenn man in Teilzeit arbeiten möchte. Ging aber problemlos alles wunschgemäß durch und nach ein paar Wochen hatten sich auch die Kollegen daran gewöhnt. Zwei, die mich zuerst ausgelacht haben, haben's inzwischen nachgemacht... :)
Ansonsten gefällt mir die Teilzeittätigkeit selbst jetzt als Single immer noch super und ich habe ehrlich gesagt nicht die Absicht, jemals in meinem Leben wieder in Vollzeit arbeiten zu gehen.

m31
 
  • #29
Hier die FS nochmals:
@Silly: Danke für diese pragmatisch-trockene Einstellung! Ich kenn auch niemanden, der wirklich gerne putzt, einkauft und aufräumt. Aber selbst ein Single, muss das zwangsläufig irgendwie erledigt kriegen und mit Familie (und dem Anspruch, dass wir alle - nicht immer aber regelmäßig - leckeres und vernünftiges Essen auf dem Tisch haben und nicht im Staub versinken) wird's leider noch etwas mehr Mühe machen. Die Putzfrau ist schon lange mein Wunsch und mit der anstehenden Stundenehöhung werd ich mich nun endlich auf die Suche begeben! Das steht nun fest!
@lzumi: Danke für Deine "männliche Perspektive"! Eure Regelung hört sich fair verteilt an. Das könnte in 1-3 Jahren auch bei uns so laufen, mein Mann möchte dann auch seine Arbeitszeit reduzieren - soweit sind wir aber noch nicht ganz, er hat vor kurzem erst in eine neue Firma gewechselt, schlechter Zeitpunkt. Womit er dann aber kein Problem haben wird, wird die Meinung anderer über einen Papa in Teilzeit (bzw. reduzierter Vollzeit) sein. Dagegen ist er vollkommen immun.