• #1

Wie grauen Eminenzen bei Vorträgen begegnen?

Liebes Forum

Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler haben oft einen schweren Stand. Müssen sie doch bei Fachtagungen ihre wissenschaftlichen Arbeiten einem akademisch kritischen Publikum vorstellen, darunter häufig Professoren kurz vor "Ordinarius-Status", die dann mal heftig wettern. Böse gesagt leben diese nicht gerade in der aktuellen Welt, wettern aber gern "haben Sie dies und das dazu rezipiert,.... wie kommen Sie zu der Erkenntnis dass,..." irgendwie drängt sich einem das Gefühl auf, dass diese Damen und Herren der Wissenschaft zwar hohe Verdienste haben, aber Mühe mit dem Zeitgeist.

Wie geht ihr als betroffene Nachwuchswissenschaftler an Tagungen mit diesen Kommentaren um? Beharrt ihr eher selbstbewusst auf euren Erkenntnissen oder haltet ihr euch zurück., damit Prof. xy das Gesicht nicht verliert?


Und liebe prüfende Professoren: welche Tipps könnt ihr (off the records) Jungwissenschaftlern geben?
 
  • #2
Nett sein. Fragen beantworten. Mit Belegen untermauern, oder dann halt über die Bücher gehen.
Manchmal haben die "Alten" ja auch recht.
 
G

Gast

  • #3
Was hat das mit dem Thema des Forums, also Partnersuche und Singles zu tun?

Thema verfehlt, setzen ...

m.
 
G

Gast

  • #4
Naja, man muss durch Kompetenz überzeugen oder eben feststellen, dass man noch seine Hausaufgaben zu machen hat. Schwierig wird es eigentlich erst, wenn persönliche Rivalitäten oder Intrigen gegen konkurrierende Denkschulen/Institutionen mit reinspielen...

m, bald letztes Jahr Doktorarbeit
 
  • #5
@Gast 2: aus meiner Sicht hat das recht viel mit Singledasein zu tun. Eine Doktorarbeit zu verfassen ist mit unter eine sehr einsame und mühsame Arbeit. Man verzichtet auf eine Beziehung, weil man keine Zeit hat, muss dann aber alles mit sich selbst ausmachen.

Begegnet dann "weltfremden Professoren", denen man sich stellen muss. EP ist eine "Elite-Forum". Ich gehe davon aus, dass viele User diese Problematik (als Singles kennen) und sich gern darüber austauschen. Eine Disseration zu schreiben ist, aus meiner Sicht, häufig Grund für ein Singledasein,..... insofern liegt das Ferne doch so nah...und auch auch in diesem Sinne... setzen 6...!
 
G

Gast

  • #6
@Gast 2: aus meiner Sicht hat das recht viel mit Singledasein zu tun. Eine Doktorarbeit zu verfassen ist mit unter eine sehr einsame und mühsame Arbeit. Man verzichtet auf eine Beziehung, weil man keine Zeit hat, muss dann aber alles mit sich selbtst ausmachen. Begegnet dann "weltfremden Professoren", denen man sich stellen muss. EP ist eine "Elite-Forum". Ich gehe davon aus, dass viele User diese Problematik (als Singles kennen) und sich gern darüber austauschen. Eine Disseration zu schreiben ist, aus meiner Sicht, häufig Grund für ein Singledasein,..... insofern liegt das Ferne doch so nah...
O.k., Begründung nachgereicht, akzeptiert, da plausibel. Wäre es Eingangs gleich kurz so umrissen worden, hätte ich (#2) auch nicht so patzig zwischenfragen können. Und genau so funktioniert es vielleicht auch bei den wissenschaftlichen Vorträgen. Am besten sich selbst auch immer mal in die Rolle des "Advocatus Diaboli" versetzen und nach Angriffspunkten suchen um diese gleich von vorneherein zu entkräften! Viel Erfolg und alles Gute!
 
G

Gast

  • #7
Das Bedürfnis Macht und Status auszuüben im Vergleich zu den erbrachten Leistungen ist bei der Nachwuchselite und den "grauen Eminenzen" leider genau entgegengesetzt.
 
G

Gast

  • #8
Nette, mit 40 Jahren solltest Du eine gereifte und in Dir ruhende Person sein, die souverän mit den von Dir aufgezeigten Situationen umzugehen weiss.

Und nebenbei: Kennt man die Professoren oder Doktoren privat, dann weiss man schon, dass diese Personen alles andere als weltfremd sindoder der Zeitgeist an ihren vorbeirauscht.

Lerne, bei den Wissenschaftlern deutlich zwischen den Zeilen zu lesen, wenn Du wirklich erfolgreich und kompetent rüberkommen möchtest.
 
G

Gast

  • #9
Und nebenbei: Kennt man die Professoren oder Doktoren privat, dann weiss man schon, dass diese Personen alles andere als weltfremd sindoder der Zeitgeist an ihren vorbeirauscht.

.
Da scheine ich wohl während meiner Promotion nur atypische Professoren kennengelernt zu haben.
Ich bin froh, dass ich das hinter mir habe und jetzt in der glücklichen Position bin, Forschungsarbeiten an sie zu vergeben.
Und weißt Du was? Auf Nachfragen zu ihren Forschungsergebnissen reagieren sie auch meist sehr unsicher:).
 
G

Gast

  • #10
Damit beginnen, diese Personen und ihr Wissen zu respektieren und vielleicht auch davon ausgehen, dass sie evtl. doch über Kenntnisse verfügen, über die Du (noch) nicht verfügst und Zusammenhänge sehen, die Dir entgehen.
Und bitte immer daran denken, dass diese Leute ihr Abitur etc. zu einer Zeit gemacht haben, als noch Altgriechisch und Latein dafür verlangt wurde, man unliebsame Fächer nicht einfach abwählen oder nach Hessen ziehen konnte (in meinem Bekanntenkreis sehr beliebt, wenn der Nachwuchs in BW am Abitur zu scheitern droht).

w/50
 
  • #11
Hier die FS:

Ich habe die Frage wegen den Kandidaten und Kandidatinnen gestellt, die von einigen meiner älteren wissenschaftlichen Kolleginnen und Kollegen übelsten zerpflückt werden. Auf deutschen Fachtagungen vielmehr als aus Schweizer Fachtagungen.

Mir ging es darum, wie Nachwuchswissenschaftler damit umgehen und welche Meinung Professoren dazu haben. Es wäre nützlich, wenn sich Professoren, die reviewen, sich hier auch als solche zu erkennen geben.

# 7 ja, ich bin eine gereifte und ruhige Person und zerpflücke daher keine NachwuchswissenschaftlerInnen aufs übelste, sonder stelle Fragen sachlich und freundlich.
 
G

Gast

  • #12
Ich bin weder Nachwuchswissenschaftler, noch gehöre ich zu den "grauen Eminenzen". Auch habe ich niemals eine wissenschaftliche Fachtagung besucht, weswegen die Gefahr, dass ich nun puren Kokolores schreibe, relativ hoch ist. Sei's drum - no risk, no fun! :-D

Das kritische Hinterfragen ist doch im Grunde tägliches Handwerkszeug der Wissenschaftler und damit Dreh- und Angelpunkt ihrer gesamten Arbeit. Das "Zerpflücken" eines Themas scheint mir dadurch essentiel für den Erkenntnisprozess. Das heißt, Nachwuchswissenschaftler müssen, wenn sie ihre Thesen vorstellen, darauf gefasst sein, diese vor kritischem Publikum verteidigen zu müssen. Je fundierter die Erkenntnisse untermauert wurden, desto weniger Angriffsfläche bieten sie. Im Grunde ist die Verteidigung der eigenen Arbeit eine sehr gute Übung für den Nachwuchs, sich in der Welt der Wissenschaft behaupten zu können. Dass dies auch mal unangenehm für den Vortragenden werden kann, glaube ich gerne, gehört aber doch irgendwo dazu, oder?

Zurückhaltung ist auch von Seiten der Nachwuchswissenschaftler nicht gefragt, handelt man doch im Interesse der Wissenschaft. D.h. auch Eminenzen können und dürfen widerlegt werden.
 
G

Gast

  • #13
Liebes Forum

Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler haben oft einen schweren Stand. Müssen sie doch bei Fachtagungen ihre wissenschaftlichen Arbeiten einem akademisch kritischen Publikum vorstellen, darunter häufig Professoren kurz vor "Ordinarius-Status", die dann mal heftig wettern. Böse gesagt leben diese nicht gerade in der aktuellen Welt, ...
Wieso leben die nicht gerade in der aktuellen Welt, bzw., was genau meinen Sie mit "aktuelle Welt"?
Wer länger Wissenschaft betrieben hat, hat auch gelernt, dass manches vermeintlich Neue schon lange, wenn auch manchmal mit anderer Bezeichnung, in der Welt war...

M50
 
M

Mooseba

  • #14
Also es gibt sicher Professoren, denen kann man nur untertänig begegnen, sonst ist man komplett unten durch. Die sind launisch, jähzornig und jede Kritik ist eine Beleidigung. Die habe eine vorgefertigte Meinung, auch wenn man merkt, dass sie nicht bei jedem Thema tief in der Materie stecken. Solche Typen sind sehr schwierig und irgendwie typisch Professor. Kleine Könige, Lehrstuhlinhaber oder gar Institutsleiter ohne irgendwelche Kompetenzen in Personalführung und Zwischenmenschlichkeit dafür haben zu müssen. Solche Typen Professoren erkennt man schnell, dass sie einen nicht ausreden lassen und sofort be- oder gar abwerten ohne es erklären zu müssen. Die Welt der Wissenschaft ist schon eine eigene Welt mit ihren ganz speziellen Eitelkeiten und Verletzungen.
 
G

Gast

  • #15
@Gast 2: aus meiner Sicht hat das recht viel mit Singledasein zu tun. Eine Doktorarbeit zu verfassen ist mit unter eine sehr einsame und mühsame Arbeit. Man verzichtet auf eine Beziehung, weil man keine Zeit hat, muss dann aber alles mit sich selbst ausmachen.

Begegnet dann "weltfremden Professoren", denen man sich stellen muss. EP ist eine "Elite-Forum". Ich gehe davon aus, dass viele User diese Problematik (als Singles kennen) und sich gern darüber austauschen. Eine Disseration zu schreiben ist, aus meiner Sicht, häufig Grund für ein Singledasein,..... insofern liegt das Ferne doch so nah...und auch auch in diesem Sinne... setzen 6...!
Hmmmm....also ich habe auch promoviert, trotz Beziehung. Die Professoren, die ich kenne, sind die meisten sehr nett und zugänglich, andere halten sich für etwas Besseres. Ich denke, mit etwas Menschenkenntnis und Selbstvertrauen kann man sich auf jeden ganz gezielt einlassen und auch mal freundlich und fundiert Widerworte geben. Im Endeffekt sind wir doch alles Menschen und 100 veröffentlichte Studien machen keinen "elitärer" oder unantastbar!
Das mit dem EP-Forum hast Du glaube ich falsch verstanden. Hier darf Hinz und Kunz schreiben, da kostenlos.
 
G

Gast

  • #16
Als Professorin kenne ich das Gefühl der wissenschaftlichen Angriffe von Konferenzen auf dem Weg zur Professur, und auch gelegentlich noch von Kollegen, die oft nicht fassen können, eine Mathematik-Professorin vor sich zu haben.
Hier meine rhetorische Schablone in drei Schritten auf solche Angriffe, die erfahrungsgemäß die Diskussion in fruchtbare, freundliche Bahnen leitet, und das Hirn weg von persönlicher Betroffenheit wieder frei macht für wissenschaftliche Diskussionen.

1.) Kompliment für die Frage, ohne sich selbst auch nur im geringsten betroffen zu zeigen. Das geht (auch und gerade auf aggressive Fragen wie "Haben Sie bei Ihren Untersuchungen etwa nicht bedacht, dass ...") wie folgt:
"Das ist eine sehr interessante Frage die Sie da stellen."
Dann ganz offen und mit voller Freundlichkeit anlächeln.

2.) Vorbereiten, dass der Angreifer selbst spricht. Das geht z.B. so:
"Sie (die Frage) führt aus dem engeren Themenkreis meines Vortrags hinaus. Sie berührt eher die Analysis / die Anwendungen / die theortischen Grundlagen / die Physik / die Soziologie / ..." (was auch immer, muss inhaltlich überhaupt nicht fundiert sein) . "Ich kann mir vorstellen, dass es da sehr interessante Querverbindungen gibt, ohne hier schon tiefer eingestiegen zu sein."

3.) Gegenfrage stellen. Das geht so:
"Welche Verknüpfungen sehen SIE denn da?"
Dann wieder erwartungsvoll anlächeln, voller Freundschaft und wissenschaftlichem Interesse.

Jetzt haben Sie das Publikum für sich gewonnen, und ihn auch, weil er eine Weile reden darf (alle Professoren hören sich selbst gerne reden), und Sie können sich, während er spricht, in Ruhe überlegen, wo spezielle Verbündete im Publikum sitzen, die Sie als nächstes ansprechen, wenn er fertig ist.

Viel Erfolg :)
w/52
 
G

Gast

  • #17
Also in der Regel sind die grauen Eminenzen aber nicht so bösartig, da sie sehr genau wissen, dass ein Jungwissenschaftler noch nicht so viel praktische Erfahrung hat. Diejenigen, die einen dann an die Wand pressen wollen, um sich selber zu profilieren, werden von den anderen grauen Eminenzen auch eher als Schaumschläger belächelt, glaub mir das mal!!
Zur Not bricht man sich auch keinen Zacken aus der krone, wenn man seine Sichtweise zum Besten gibt, dann einfach das Zepter mal weiterreicht und fragt: Was sind denn ihre Erfahrungen dazu?
Wichtigtuer gibts auf jeden Kongress, aber alte Hasen durchschauen das und die, die es nicht nötig haben, machen dich auch nicht fertig, nur weil die die Praxis oder Erfahrung noch fehlt!

So war es zumindest auf meinen Ärztekongressen bis jetzt!
w,40