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Gast

  • #1

Wie gut kennt ihr euch wirklich?

Selbst ein Mensch der sehr lange gebraucht hat zu wissen wer er ist und was er demnach braucht und will, - damit auch noch immer nicht abgeschlossen hat: wie geht es euch damit?
Wisst ihr genau wer ihr seid, was ihr wollt, was euch glücklich macht?

Lebt ihr das Leben das ihr euch erträumt oder wünscht, sucht ihr Wege dahin zu gelangen, oder kennt ihr euch zumindest so gut, um zu wissen, dass der Weg dort hin euch mehr Kraft kosten würde, als dass das erreichen dieses Zieles euch letztendlich glücklich machen würde?

Kennt ihr Muster eurer Exbeziehungen könnt sie durchbrechen und habt aus fast allen Fehlern gelernt?
Ist der Mann, die Frau, mit der ihr vor 5, vor 10, vor 15 Jahren zusammen ward ein(e) gänzlich andere(r) als ihr heute an eurer Seite habt bzw. wünscht?

Habt ihr euch über die Jahre verändert, weil ihr bewusst an euch "gearbeitet" habt, das Leben euch geprägt hat, oder vor allem weil ich euch von anderen Menschen dazu habt formen lassen?

Bleibt man auch nach Schicksalschlägen, Traumatas ein und der selbe Mensch, oder verschiebt sich da viel - gar alles?
Ist "sich kennen" und "sich verstehen" ein (grosser) Unterschied?

Bin gespannt!
w38
 
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Gast

  • #2
Selbst ein Mensch der sehr lange gebraucht hat zu wissen wer er ist und was er demnach braucht und will, - damit auch noch immer nicht abgeschlossen hat: wie geht es euch damit?
Wisst ihr genau wer ihr seid, was ihr wollt, was euch glücklich macht?

Lebt ihr das Leben das ihr euch erträumt oder wünscht,
Natürlich nicht. Wenn es danach ginge, was ich mir (noch) wünsche oder wünschen könnte, würde ich im Lotto gewinnen, den Traummann (oder mehrere) kennenlernen und nebenbei eine Affaire mit Cristiano Ronaldo haben. Schade nur, dass die Umstände das nicht zulassen. ;-)
Davon abgesehen bin ich zufrieden. Denn ich bin gesund, habe Herz und Hirn und auch sonst so ziemlich alles was ich brauche. Und außerdem sehe ich für mein Alter auch noch super aus. ;-)

w (Mitte 40)
 
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Gast

  • #3
Ich finde die Frage merkwürdig, so als hättest du mit deinen 38 Jahren noch rein gar nichts erlebt!

Ja, ich habe aus alten Beziehungen gelernt, aber ich bin auch daran interessiert, an mir zu arbeiten. Ich liebe Veränderungen und Erneuerungen und verändere mich ständig, weil es Spaß macht. Ich habe auch starkes Interesse, an meinen Defiziten zu arbeiten. Ich habe nach meinen Trennungen Selbsthilfekurse besucht. Z.B. um mir das Stottern abzugewöhnen, dann einen Kurs um freier vor Menschen sprechen zu können, ích habe Kurse besucht in Tantra, um mich sexuell fortzubilden und unverklemmter zu werden, ich habe mir einen Personal Trainer geleistet, um abzunehmen, Usw. Aber nicht jeder hat das Interesse und die Motivation dazu, etwas für sich selber zu tun. Für mich selber ist das enorm wichtig. Ich bin ein echt unruhiger Geist und brauche ständig neue Herausforderungen und Projekte. Meist mehrere gleichzeitig.

Schicksalsschläge sind doch wichtig und machen einem zu dem, der man ist. Ich finde, nur aus negativen Erfahrungen gewinnt man Reife. Vielleicht bin ich selbst auch etwas pessimistischer/realistischer eingestellt, aber das Leben ist nun mal kein Fröhlichland. Und Sinn des Lebens ist es nicht, nur die rosa Seite im Leben zu haben.
 
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Gast

  • #4
Ganz viele Fragen auf einmal. Der Versuch einer Antwort: Ja! Aber nur zum Teil. Bedürfnisse ändern sich über die Jahre, man selbst ist aktiv an der Wandlung beteiligt und mal geschehen Dinge einfach und man reagiert nur. Manchmal stellt man für sich fest, dass die alten Ziele vielleicht noch nicht alles waren und andere Dinge noch reizvoller sein können.

Kurz: das Leben ist ein Prozeß, es ist in Bewegung - auch mit Zeiten des Stillstandes und der Besinnung. Aber all das ist nichts Neues oder Besonderes, den meisten Menschen geht es wahrscheinlich so. Was mir sicher bewußt ist, ist der Umstand, dass die eigene Nabelschau nur beschränkt etwas bewirkt. Das soll nicht bedeuten, nur an der Oberfläche zu leben, aber nur zu zerdenken bringt ab einen Punkt nichts mehr, im Gegenteil scheint es zu schaden. Die Frage nach dem Glück? Ja, im Großen und Ganzen schon, wenigstens zu 4/5 der erlebten Zeit.
 
  • #5
Das Wichtigste: Sich selber akzeptieren. Mit allen Stärken und Schwächen.
Und psychisch im Gleichgewicht bleiben.

Das ganze Leben ist ein ständiger Lern- und Entwicklungsprozess. Das ist gut und wichtig, und m.E. der Sinn des Lebens.

Man kann sich nicht aussuchen wann man geboren wird, und in welcher Zeit man lebt. Und nur tlw. was dafür tun, wie lange man lebt. Aber dazwischen machen wir das Beste daraus.
Und müssen akzeptieren (lernen), daß wir es nicht besser machen können - als es halt ist.

Ich lebe nicht ganz das Leben, was ich mir wünsche. Aber meine Umstände sind so groß, daß ich noch das Beste daraus mache. Andere wären bei so einem Leben nicht so stark.
Und ich erlebe viele Leute, mit weit größeren Problemen, weil sie m.E. Manches falsch gemacht haben. Aber ich sowas nicht.

Ich denke fast jeden Tag daran, wie ich mein Leben besser nutzen und gestalten kann.
d.h. ich lebe "nicht in den Tag hinein" Oder jeden Tag das Gleiche. d.h. ich lebe bewußter.
Kennt ihr Muster eurer Exbeziehungen könnt sie durchbrechen und habt aus fast allen Fehlern gelernt?
Ist der Mann, die Frau, mit der ihr vor 5, vor 10, vor 15 Jahren zusammen ward ein(e) gänzlich andere(r) als ihr heute an eurer Seite habt bzw. wünscht?
Ja !
Habt ihr euch über die Jahre verändert, weil ihr bewusst an euch "gearbeitet" habt, das Leben euch geprägt hat,
Vor allem das Leben und die Erfahrungen haben mich geprägt. Menschen weniger. Denn ich behalte bei mir die Oberhand, und lasse mich nicht so leicht beeinflussen.

Hätte mir vor 20,30,40 Jahren Jemand mein Leben voraus gesagt - ich hätte es nicht geglaubt.
Das Leben ist m.E. schwerer geworden als damals - ich beneide die Jugend nicht.
Aber was ich die ersten 30 Jahre meines Lebens durchmachte, wolle ich tlw. nicht nochmal erleben müssen.
Aber ich wäre gerne mit meinem Erfahrungsschatz 20 Jahre jünger. Also 32 statt 52.
Bleibt man auch nach Schicksalschlägen, Traumatas ein und der selbe Mensch, oder verschiebt sich da viel - gar alles?
Es prägt Einen, und man lernt daraus. Schon aus Selbstschutz, damit Einem das Gleiche ggf. nicht nochmal passiert. Und man wieder zurück ins psychische Gleichgewicht findet. Ja, es verändert Einen. Beim Einen vielleicht mehr, wie bei Anderen.
Ist "sich kennen" und "sich verstehen" ein (grosser) Unterschied?
Oh ja !
Manche Leute kennen sich selber - und das ist schon ein großer Gewinn.
Aber können dabei nicht Alles verstehen. z.B. warum es so ist ?

Man sollte sich stets sein eigenes Leben einrichten. Sich also nicht von Anderen abhängig machen.
Auch emotional nicht. Denn Alles kann vergehen, oder man kann es verlieren.
Aber die eigene Kraft und Gleichgewicht sollte man stets schützen und bewahren. Auch um stets einen Neuanfang zu schaffen, wenn nötig.
 
  • #6
Ich denke aber auch an Schicksalsschläge, die Jedem passieren könnten.
z.B. Krankheit oder Unfall, die mich dauerhaft verändern könnten, z.B. Behinderung.
Wie würde ich mit was zurecht kommen ? Wo wäre meine Kraft überfordert ?

Ich staune über Andere, wie sie mit ihren Schicksalsschlägen zurecht kommen.
Und Andere staunen über mich, was ich Alles meistere.

Insgesamt schätze ich mein Leben, obwohl es nicht leicht ist.
(Aber es könnte noch viel schwerer sein. Siehe raus in die Welt)
Ich schätze die Optionen, die ich noch habe. Und verabschiede mich von anderen Optionen, die ich nicht mehr habe. Diese "Lücken" fülle ich mit neuen Interessen und Möglichkeiten.

Man sollte sein Leben so führen, daß man am Ende zufrieden sein kann.
Und Alles genutzt und Alles kennengelernt, was man sich vor nahm. So gut man es schaffen und sich dabei entwickeln konnte. So das man mit diesem Leben und dieser Erde abschließen kann.

Und mit seinem Entwicklungsstand eintritt, in sein Leben nach dem Tod. Denn unser Leben hier in dieser Welt, ist die "Schule" für das Leben nach dem Tod. Und z.B. Schicksalsschläge oder Veränderungen nur "Schulaufgaben" um daran zu lernen und sich weiter zu entwickeln.
 
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Gast

  • #7
Hier die FS

Meine Frage sollte schlichtweg zum allgemeinen Sinnieren anregen. Danke für eure Gedanken.

Ich denke auch, dass sich Bedürfnisse über die Jahre verändern (#3), - man entwickelt sich ja weiter. Wenn mir jemand vor 5 Jahren gesagt hätte was ich in den nächsten 5 Jahren alles erlebt haben werde, hätte mich das zwar nicht besonders überrascht, genau so gut wie die Wege die ich gegangen bin, hätte ich aber auch 100 andere Wege gehen können die mich nicht minder glücklich gemacht hätten.
Meine beste Entscheidung war vor vielen Jahren meine Entscheidung für meinen Beruf, auch wenn ich ihn im letzten Jahr gänzlich verflucht habe. Ich durfte so viel erleben, er stillte meinen grossen Erlebnishunger, war trotzdem Ruhepol - die grösste Sicherheit in meinem turbulenten Leben, und erlaubt mir den Luxus wenig bis nichts planen zu müssen.
Ich war schon immer vorübergehend äußerst anpassungsfähig und genügsam, dafür aber weniger ausdauernd bei nur einer Sache. Das ist eines der Dinge von denen ich mir erhoffte, dass sie sich mal ändern. Tun sie aber wohl nicht.
Lottogewinn und Ronaldo (#1) sind Dinge die ich niemals haben werde & möchte. Ich würde mich langweilen mit so viel Geld - und wenn ich es noch nicht mal selbst erwirtschaftet hätte wäre es gar gänzlich reizlos. Für mich zählt Herausforderung mehr als Wohlstand. Aktivität mehr als Ausruhen. Gutes Aussehen so viel weniger als eine Verbindung auf geistiger Ebene. Gute Freunde mehr als bisher jeder Mann in meinem Leben.
Die Schicksalschläge die ich erlebt habe sind verschwindend gering gegenüber einem dauerhaften Leben im Rollstuhl #5 trotzdem haben sie mich dauerhaft geprägt auch wenn sie vordergründig selten erkennbar waren. Und Schicksalsschläge formen und sind genau aus diesem Grund auch irgendwie "wichtig" #2. Das sehe ich so, obwohl ich ein sehr optimistischer Mensch bin, und das Leben als grosse Wundertüte betrachte.
"You only live once, but if you do it right, once is enough."
w38
 
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Gast

  • #8
Wenn wir alles schon richtig kennen und einschätzen könnten hätten wir ja schon ausgelernt..

Haben wir aber nicht..Das Leben ist ein ständiger Lernprozess bis zum Schluss und das ist gut so.

Was wir kennen, wissen, erkennen usw..sind eher die Rahmenbedingungen..

m47
 
  • #9
Ich habe Schlimmes in Kindheit und Jugend erlebt (mehrere Traumatisierungen) und habe sehr schwere Zeiten hinter mir, im vorletzten Jahr die schwerste meines Lebens. Um auf Deine vorletzte Frage zu antworten: ja, es verändert Alles. Mein Blick auf`s Leben und die Menschen.
Ich empfinde sehr viel Glück, Dankbarkeit, bin unglaublich gelassen geworden, weil mich nichts mehr erschüttern kann. Ich weiß, wie mein Leben aussieht und was mir wirklich wichtig ist. Ich genieße mein Leben und kann mir kein Schöneres vorstellen.
 
G

Gast

  • #10
Ich empfinde es als schwierig wirklich ehrlich zu sich selbst zu sein. Um einen herum sind viele Erwartungen, Vorstellungen, von den Eltern, die zumindest bei mir im Leben immer eine zentrale Rolle gespielt haben, meine gesamte Wertevorstellung von ihnen geprägt und das Idealbild meiner Selbst von ihnen vorgegeben worden ist.

Oft ist mir nicht klar, ob das, was ich sein möchte, was ich bin, das Idealbild von meiner Eltern ist oder mein eigener Wunsch. Ich ertappe mich dabei, für etwas zu schwärmen, in eine Richtung zu gehen, ohne den Grund zu kennen und dann denke ich zurück und erinnere mich, dass das immer Sachen sind, die meinen Eltern gefallen.

Was mir selbst gefällt, wer ich selbst bin? Ich weiß es nicht genau. Manchmal komme ich dem näher. Manchmal kristallisieren sich Gedanken heraus, wo ich weiß - genau, das ist es. Das bin ich. Die meiste Zeit jage ich instinktiv das Bild von meinen Eltern von mir nach.

Meine Eltern sahen mich erfolgreich, mit Status und einem Mann mit starkem wirtschaftlichen Background an meiner Seite. Sie wollten, dass ich gesellschaftlichen Veranstaltungen besuche, mit den verschiedensten Leute Konversation führe, über Kunst und Kultur rede und teure Designersachen trage. Aber ich bin sentimental, still, romantisch veranlagt. Ich schaue mir Kunst nicht nur an oder höre klassische Musik, damit ich mit jemand anderes darüber reden kann. Oder lerne die Geschichtsbücher auswendig, um andere zu beeindrucken. Ich bilde mir ein, ich hätte Verständnis dafür, es berührt mich. Und ich glaube wirklich an die Liebe.

Die meiste Zeit meines Lebens, mein Studium in erster Linie, gehe ich den Weg meiner Eltern. Ich setze bewusst/unbewusst die Dinge um, die meine Eltern von mir verlangen. Von meiner Fächerwahl bis zu meinem Freundeskreis. Ich versuche nicht so viel mit meinen Eltern zu kommunizieren, weil ihr Einfluss auf mich mir sehr unangenehm ist. Am Schwersten fällt es mir, weil von den vielen Dinge, die ich tue, die mir gefallen, ich garnicht so genau sagen kann, ob das meine Gedanken sind, oder die meiner Eltern. Aber im Alltag spielt diese Frage eigentlich auch nie die Rolle. Ich habe nur Angst, dass wenn ich eines Tages alt bin und im Sterbebett liege, es mir dann klar wird, dass ich mich eigentlich immer nach einem anderen Leben gesehnt habe, aber nie fähig war das zu erkennen.

Danke FS für das Thema und dieser anonyme Plattform darüber zu reden.
 
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Gast

  • #11
Hier die 1 [mod]

Ich denke, Freiheit ist mit die wichtigste Basis für Glück. Da wir in einer Welt leben, in der es ohne Geld nicht geht, bedeutet Geld Freiheit. Es wäre auch eine andere Welt denkbar, in der jeder frei und glücklich leben könnte. Nur leider wollen die meisten Menschen das ja nicht - schuld daran ist leider auch das Geld bzw. die Profitgier - daher wird die Welt sich wohl nicht ändern.

Wisst ihr genau wer ihr seid, was ihr wollt, was euch glücklich macht?
Selbstverständlich. Wie kann man das denn nicht wissen?
 
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