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  • #1

Wie habe ich das zu deuten?

Guten Morgen,
Meine Frage geht heute mal an die Männer in diesem Forum: mein Freund und ich habe derzeit eine ziemlich schwierige Beziehung. Nun ist es soweit, dass er überlegt auszuziehen. Er möchte das, um sich auf sich zu konzentrieren und sich neu sortieren zu können. Er sagt, dass er mich noch liebt und auch vermisst. Von seinem Verhalten her ist er zwar freundlich, aber sehr distanziert. Er sucht keine Nähe und im Moment auch kein Gespräch (wenn können wir aber noch gut miteinander reden). Meine Angst ist, dass er das vielleicht nur sagt, um es mir "leichter" zu machen. Was kann ich nun davon halten? Ich meine, wenn er mich noch liebt, warum ist er dann so distanziert? Ist es einfach, weil er Abstand will? Brauchen Männer das so, um sich eben sortieren zu können? Wie ist das bei Euch? Oder sagt ein Mann das nur, meint es aber ganz anders, also dass er eigentlich die Sache schon erledigt hat?
Ich hoffe, es ist rüber gekommen, was ich meine. Meine Gedanken sind derzeit auch ziemlich durcheinander .....
 
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  • #2
Als Mann kann ich Dir nur sagen :

für Ihn ist die Beziehung beendet und er versucht dies höflich so darzustellen , dass er ausziehen muß , damit Ihr euch entwöhnt und dann der Vollzug des Beziehungsende quasi ausläuft....

Ich denke , dass er schon noch Gefühle für Dich hat diese aber nicht mehr Liebe als Partnerin anzusehen sind sondern als Freund . Ferner ist eine Trennung ja auch für den der geht ein Entzug , da man die Partnerin jahrelang kannte und zusammenlebte und nun den Schritt als Single auch das aufgeben der Zweisamkeit bedeutet .

Der Auszug wird das Ende eurer Beziehung bedeuten und selbst wenn Ihr noch mal zusammenkommmt wird es nicht mehr so sein wie früher und dann über kurz oder lang scheitern .....

Sorry für Dich aber schau nach vorn - die Zeit hilft Dir - und vielleicht vermißt Du nicht seine Liebe sondern eure Zweisamkeit und auch dies ist ein Schmerz den Du überwinden wirst - dann kannst Du irgendwann nach vorne schauen und Ausschau nach dem Partner halten der Dich Liebt ....

Viel Glück
m-45
 
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  • #3
Für mich wäre die Frage, was genau ist denn schwierig an der Beziehung, wie lange läuft das schon so, und wie sehen du und er das jeweils? Da liegt doch wohl eher des Pudels Kern. Denn jede Aussage hat einen Kontext. Um seine Aussage vernünftig deuten zu können, bräuchte es m.E. mehr Kontext. Denn auch wenn du 'schwierig' sagst, muß das nicht zwangsläufig für ihn so aussehen, etcera. Könnte also auch sein, wenn ihr wirklich lange zusammen wart, er braucht eine Weile Freiraum, um seine Liebe zu dir zu prüfen. Auch wenn ich das für eher unwahrscheinlich halte, denn normalerweise wird man eher versuchen, enger zusammenzurücken, wenn man sich nicht verlieren will.
Aus dem Bauch raus würde ich sagen, für ihn ist die Beziehung durch, auch wenn es ihm noch irgendwo weh/leid tut, er möchte aber streßfrei ausziehen und alles in Ruhe geregelt kriegen mit dir, eben kein übles Trennungsszenario, wo man sich fetzt und Sachen durch die Gegend wirft aus enttäuschter Liebe...

m
 
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  • #4
Ich als Frau stimme #1 und #2.

Was mich vor allen Dingen stört, dass er es auf so eine feige Art macht, anstatt klare Ansage zu machen und mit der FS zu reden. Von daher sollte die FS froh sein, auch wenn jetzt erstmal großer Liebeskummer da ist, so einen Typen los zu sein.

w 50
 
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  • #5
#2: so hat er es zu mir gesagt. Er meinte, er wolle nicht, dass ich ihn hasse oder Rachegefühle hätte. Die habe ich aber auch nicht. Er meinte, er sei schwierig und stur und dadurch, dass er noch nie allein gelebt habe, hätte er mir immer zugemutet, mich um alles zu kümmern und das wolle er nun mal alleine auf die Reihe kriegen. Ich denke, er braucht irgendwie die Bestätigung auch ohne mich zurecht zu kommen und "ein Mann zu sein". Ich selbst verdiene wesentlich mehr als er und habe tatsächlich immer alles in die Hand genommen. Ich hatte ihn zwar mehrfach gebeten, seine Sachen auch mal selbst zu regeln, aber das hat er nie gemacht.
Er meinte auch, dass neben zu dem sich selbst finden, er nicht warten wolle bis der nächste hier einzieht("den schlage ich nur tot"). Dazu habe ich ihm immer gesagt, dass es keinen anderen gibt und ich sowas auch nie machen würde.
Ich habe natürlich auch viel falsch gemacht, aber ich denke, dass er erstmal lernen muss, wohin es im Leben geht und dass nicht immer jemand da ist der einem die Steine aus dem Weg räumt (auch als Partner nicht").
Wr haben viel über so dumme Kleinigkeiten/Alltäglichkeiten gestritten.
Ich denke, bei mir fehlt ihm einfach die Bestätigung "ein Mann" zu sein. Aber wie soll ich ihm die geben, wenn er mir alles überlässt. Er meint, ich bräuchte ihn nicht. Ja ok, ich krieg schon so ziemlich alles hin, aber mir bleibt ja auch nichts andres übrig, wenn er keine Verantwortung übernimmt.

Das war die FS
 
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  • #6
Liebe FS,
ich finde auch, dass der Grund Eurer Krise und der Wunsch Deines Freundes auszuziehen, nicht unerheblich ist. Gibt es vielleicht eine andere Frau? Damit meine ich jetzt nicht unbedingt was Sexuelles, sondern eine, die ihm schöne Augen macht, seinem Ego pusht, ihm zeigt, dass es noch was Anderes gibt?

Ich bin der Meinung, man sollte von allgemeingültigen Aussagen wie "für ihn ist die Beziehung beendet" absehen! Das ist Quatsch - vor allem, wenn man das Paar nicht kennt.

Ich selbst habe auch mal in dieser Situation gesteckt. Letzten Endes war sein Auszug zu erst ein Schock für mich, ab dann unsere große Chance! Wir haben uns wieder neu verliebt und ich bin nach einigen Monaten in "seine" neue Wohnung gezogen. :)

Liebe Grüße
 
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  • #7
Du sollst es gar nicht "deuten", sondern einfach wörtlich nehmen.

Leider schreibst Du nicht, WAS eure Beziehung gerade so schwierig macht und auch nicht, wo dein Freund die Schwierigkeiten sieht.
Ihr habt - wie jedes Paar mit Problemen - die Möglichkeit, diese zu lösen oder jeden Lösungsversuch sein zu lassen. Eine Lösung mit gleichzeitigem zusammen Wohnen scheint dein Freund nicht mehr zu sehen. Ich würde ihm zu Gute halten, dass er etwas ändern will (indem er auszieht), denn, das sollte doch euch beiden klar sein, auch dir: Damit es besser wird, muss es anders werden.
Vielleicht ist es erstmal eine Chance für euch, dass er auszieht.
Jedenfalls kann ich deiner Schilderung nicht entnehmen, dass Du konkret etwas änderst bzw ändern willst, damit es besser wird.

Abgesehen von alledem: ich würde euch zu einer Mediation raten.

Viel Glück!
 
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  • #8
Hier nochmal die #2

FS, allein die Tatsache, daß man einem Partner immer wieder Dinge hinterhertragen muß, die er selbst aus mangelnder Entwicklung (postpubertär) nicht auf die Reihe kriegen will, bedeutet, ein Gutteil der Beziehung ist eine Eltern-Kind-Beziehung. Also schiefe Beziehungssituation, deshalb auch immer wieder Streit über Kleinigkeiten. Wenn man das erst mal für sich auf die Reihe kriegen muß, das ist ein voller Entwicklungsschritt, da selbstständig zu werden. Das dauert. Und was glaubst du denn, was in der Zeit nebenher noch alles passieren kann? Der muß erstmal einen Lebensabschnitt für sich meistern. Sowas verändert einen Menschen, er macht andere Erfahrungen mit sich selbst... Da kann alles Mögliche passieren. An deiner Stelle würde ich mich nicht an die Vorstellung klammern, daß eure Beziehung wiederaufleben kann / wird / soll. Du weißt doch gar nicht, wohin er sich entwickelt. Versteh mich nicht falsch, daß er sich entwickelt, ist ja an sich gut. Nur, ob das (weiterhin) in deine Richtung geschieht, wissen die Götter. Und abgesehen davon, ist diese schiefe Beziehung auch ein Teil Gewohnheit für dich selbst. Auch wenn du es immer wieder gehaßt hast, frage dich einmal, weshalb du das alles so eingegangen bist. Unter Umständen läuft bei dir nämlich auch noch ein ganz anderer Film ab, der genau das wollte, daß du immer alles erledigen mußt. Das heißt, er ist nicht nur als Kind in die Beziehung eingestiegen, du wolltest auch den Eltern-Part spielen, eventuell. Dann müßtest du dir das auch ansehen und dich auch entwickeln, weshalb du da nicht von Anfang viel konsequenter gemeutert hast. Bei Frauen ist das oft eine ungelöste Vater-Problematik, nur als Hinweis. Muß nicht sein, kann aber durchaus...

Mein Rat an dich, sieh die neue Situation als Chance, alles noch einmal neu zu betrachten, auch ganz allein für dich. Es ist nicht nur ein Verlust, sondern auch die Möglichkeit für dich, dich selbst zu hinterfragen und alte Fehler auszumerzen, verdeckt Liegendes aufzuarbeiten. Weshalb soll nur er sich weiterentwickeln. Dann hast du das Beste draus gemacht. Und in die Zukunft blicken kann eh keiner. Aber wenn du deine Chance nutzt, wirst auch du die Dinge neu sehen können, und nicht zum Schlechteren. Weh tut erstmal nur, daß die gewohnte Struktur wegfällt. Versuche, offen zu sein, für alles, was da kommt. Aufhalten kann man eh nichts, nur sich selbst auch in Bewegung bringen.

Grüße
m
 
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  • #9
FS: Danke an die #6 und vor allem an #2 (hast du hellseherische Fähigkeiten ;-)?)

Ihr habt mit Euren Einwänden mir gegenüber vollkommen Recht. So wie ich es geschrieben habe, sieht es so aus, als würde ich nur als hoffnungsvolles Frauchen zuhause sitzen ;-). Einerseits bin ich das natürlich, anderes habe ich aber auch erkannt, dass es für mich selbst auch so nicht weitergehen kann und entschlossen, diese "alten Baustellen" anzugehen. Dahinter steht tatsächlich ein Vater-Tochter-Konflikt, den ich eigentlich schonlange kenne, aber immer tapfer ignoriert habe. Bis jetzt!!! Und jetzt muss sich hier was ändern, nicht nur wegen unserer Beziehung,sondern vor allem wegen mir selbst, denn ansonsten habe ich "meine" Probleme in der Zukunft wieder, mit wem auch immer!

Ich bin absolut der Meinung von #6: wenn sich was bessern soll, muss sich was ändern! Und deswegen finde ich die Idee mit dem Auszug auch gut. Für uns beide!

Mir war eigentlich mit meiner Eingangsfrage vor allem wichtig: ich muss eine klare Linie haben, sprich entweder wir sehen den Auszug als Chance oder wir trennen uns direkt. So ein Rumgeeier mag ich nicht. Wir haben aber gestern nochmal gesprochen und nun ist es Fakt, dass wir getrennt "zusammenbleiben". Was daraus wird, weiss keiner. Wie #2 schon richtig schrieb: keiner weiss, wohin wir uns entwickeln, vor allem er.

Aber zumindest die Chance ist da und das mir das wichtigste im Moment, denn ich liebe diesen Mann!!!!
 
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  • #10
Hier nochmal die #2.

Aha, siehste... ;-) Strenger, abweisender Vater? Mutter eher reine Hausfrau, tendenziell überfürsorglich? Wäre ein Klassiker.

Wenn ich ehrlich bin, wobei es mir so ein bißchen den Magen umdreht, ist deine absolut bedingslose, anscheinend in Stein gemeißelte Liebe zu diesem Mann. Extreme sind ja immer so Dollpunkte, oder besser gesagt, Hinweise. Ich versuche mal, dir ein Beispiel zu machen und würde gerne wissen, wie du dazu stehst? Also los. Wenn sagen wir mal dein Vater dir seine Liebe immer nur dann gewährt hat, wenn du in seinen Augen ein 'braves Mädchen' warst, und er dich ansonsten bei Fehlverhalten mit Mißachtung gestraft hat, so daß du irgendwann verinnerlicht hast, du mußt verdammt strampeln, um (seine) Liebe zu bekommen, dann suchst du dir als Frau auch solche abweisenden Männer (wo jeder normale Mensch sagen würde, sowas tu ich mir nicht an) und bist der Meinung, DAS ist Liebe. Weil das dein Rollenmodell für Beziehungsliebe (zu einem Mann) ist. Verstehst du? Sein für dich wiedererkennbares Verhaltensmuster und daß du wieder da rein fallen kannst, macht m.E. die Vorbedingung dafür aus, daß du so verliebt bist. Daß du eventuell dann noch die Rolle deiner Mutter an ihm übernimmst und dich - auf wundersame Weise - total 'zuhause' fühlst... na, merkst du was?

Du solltest dir also unbedingt ansehen, wie eure Beziehung aussieht, ohne daß er bei dir diese alten Muster triggert...! Und das kannst du du auch nur dann abgeklärter, wenn du deine Vater-Beziehung aufgearbeitet hast. Ich verspreche dir, da wird sich einiges ändern. Ob du dann weiterhin in der Intensität oder Art und Weise den besagten Mann lieben wirst, und zwar anders lieben als du vorher 'Liebe' verstanden hast, nämlich ohne Vaterproblematik, das weiß niemand. Und es wäre sicherlich grundfalsch, eine klärende Therapie anzufangen mit dem festen Ziel, DAS (also besagte starke Liebe / Liebesmodell zu diesem Mann) solle und dürfe, werde sich nicht ändern. So wird es nicht gehen, denke ich. Wenn er trotzdem nachher immer noch der Mann deiner Träume sein sollte, okay. Aber du wirst auch eine andere sein, verstehst du?

Deine Meinung / Einschätzung?

Grüße
m
 
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  • #11
Hallo #2,

richtig, ich hatte einen sehr dominaten Vater für den nur Leistung zählte. Sprich, du warst nur gut, wenn du super in was warst. Ja, ich bin so aufgewachsen, dass ich es meinem Vater eigentlich nie recht machen konnte. Zudem war er auch emotional sehr rationiert, also in den Arm nehmen oder so gab es nicht. Entweder du funktioniertest oder es wurde dir ( z. T. auch mit körperlicher Gewalt) regelrecht eingebleut.

Meine Mutter war zwar Hausfrau, aber nicht übertrieben fürsorglich. Eine sehr innige, liebevolle oder vertrauenvolle Beziehung gab es bei uns nicht. Bei uns ging es mehr darum, nach aussen die heile, tolle Familie zu spielen.

Da ich keine 20 mehr bin, habe ich begriffen, dass ich in der Vergangenheit (unbewusst) zumeist Beziehungen zu genau solchen Männern hatte, die gleichfalls dominant waren wie mein Vater.

Bei meinem jetzigen Freund ist das jedoch anders. Er ist das genaue Gegenteil von meinem Vater: nicht dominant, rechthaberisch, egoistisch oder was auch immer. Er ist sehr liebevoll, aufmerksam, zeigte mir immer wie sehr er mich liebt und lässt mich vor allem so sein wie ich bin.

Deine Wort haben mich zum Nachdenken gebracht und ich denke, dass er mir deswegen vielleicht zu "langweilig" war, weil es eben überhaupt nicht anstrengend war mit ihm zusammen zu sein. Und schliesslich bin ich es ja auch nicht gewohnt, so akzeptiert zu werden wie ich bin!

Wahrscheinlich habe ich deswegen angefangen, klassisch zu zicken: er konnte mir nichts recht machen und oftmals habe ich ihn auch nicht "für voll" genommen bzw. respektvoll behandelt. Tatsächlich habe ICH ihn nun so behandelt wie mein Vater mich.

Und das muss sich ändern. Ich habe es schon lange gespürt, aber nun begriffen, dass ich was tun muss. Sonst wird das nie besser.

Nun, nachdem ich mich so blöd ihm ggü. verhalten habe, zieht er sich zurück. Und je mehr er sich zurückzieht, umso interessanter wird er nun wieder für mich. Denn nun habe ich mein gewohntes "Vater-Tochter-Schema" zurück. Deswegen wohl auch diese vermeintlich "unendliche" Liebe zu ihm.

Schon dein erster Post hat mir einen sehr guten neuen Hinweis gegeben, den ich bis dato nicht so im Fokus hatte: er wird sich vielleicht anders entwickeln!!!! Das sehe ich mittlerweile auch so. Und wahrscheinlich werde ich mich nach der anvisierten Therapie auch anders entwickeln. Das ist mir mittlerweile bewusst, dass auch DIES dann zum Aus führen kann, wann auch immer.

Ich danke dir für deine ehrlichen und vor allem wahren Worte!
 
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  • #12
Nun, nachdem ich mich so blöd ihm ggü. verhalten habe, zieht er sich zurück. Und je mehr er sich zurückzieht, umso interessanter wird er nun wieder für mich. Denn nun habe ich mein gewohntes "Vater-Tochter-Schema" zurück. Deswegen wohl auch diese vermeintlich "unendliche" Liebe zu ihm.

hier nochmal die #2

Danke für die interessante Variante des Themas, da hab ich doch wieder was dazugelernt :)

Ja hey, ich wünsch dir alles Gute und drücke die Daumen!
 
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