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  • #1

Wie haltet Ihr es mit der Wohnsituation, wenn beide ortsgebunden sind und selber ein Haus haben?

Es ist doch ein grosser Unterschied, ob man sich mit 25 kennenlernt und dann gemeinsam eine Wohnung mietet oder ob man sich im bereits "gestandenen" Alter zwischen ca. 50 - 60 Jahren lieben lernt, aber beide selber ein Haus haben, das sie nicht verlassen möchten?
 
  • #2
Ja, im Alter spielen Vermögensverhältnisse, insbesondere auch Wohneigentum, eine viel größere Rolle.

Ich sehe es zweigleisig:

a) Im Alter unbedingt viel vorsichtiger und allmählicher angehen lassen. Einfach mal oft nacheinander übernachten, sich allmählich zuhause fühlen, aber nichts überstürzen, nichts eigenes aufgeben. Wenn jeder sich sein eigenes Haus leisten kann, dann muss er es ja auch nicht aufgeben, nur weil er fast immer beim anderen übernachtet. Es besteht keinerlei Eile, eine Entscheidung herbeizuführen. Einfach leben und fertig.

b) Wenn man sich dann irgendwann wirklich innig liebt, auch beim gemeinsamen Wochen miteinander harmoniert, dann kann man immer noch ganz pragmatisch entscheiden, zusammenzuziehen, entweder in ein neues Objekt oder eines der beiden. Vielleicht wollen ja auch die Kinder schon das eine oder andere Haus übernehmen -- warmes Erbe ist doch viel, viel schöner für alle Beteiligten.
 
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  • #3
Ich bin 56 und habe mir gerade erst eine Eigentumswohnung gekauft. So gebaut und eingerichtet, wie es mir gefällt, also ganz speziell auf meine Wünsche zugeschnitten.
Ich hätte schon meine Probleme, dieses Heim nun wieder aufzugeben, weil ein Mann auch ein Haus hat und dieses nicht aufgeben möchte.
Ich persönlich tendiere daher ganz stark zu getrennten Wohnungen trotz harmonischer Beziehung. Ich weiß, gerade Männer wollen das oft nicht. Aber ich möchte nicht in ein Haus ziehen, das vielleicht noch die Spuren einer früheren Frau an sich hat.
Also lange getrennt wohnen und falls dann doch einmal zusammen, dann in einem neuen Heim, das für Beide neu ist.
 
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  • #4
Als ich noch bei EP suchte (habe meinen Liebsten vor knapp 2 Jahren hier gefunden), habe ich meine Wunschsituation in einer der 3 Fragen (sinngemäß) so formuliert: "Kannst Du Dir eine funktionierende Beziehung unter Beibehaltung von 2 getrennten Wohn-Möglichkeiten vorstellen?"

Ich hatte (und habe) ein 2-Familien-Haus, das nach meinen Vorstellungen/ Zeichnungen/ Ideen von einem Architekten geplant und erbaut worden war und in dem ich eine geräumige Maisonettenwohnung bewohne (160 qm) und meine Schwester mit ihrer Familie die andere Wohnung bewohnt. Dieses Haus war erst 8 Jahre vorher erbaut worden, ich war bereits 57 Jahre alt, als ich mir hier anmeldete.

Für mich kam es nicht infrage, dieses Haus aufzugeben. Mein jetziger Lebensgefährte wohnte ca. 40 km von mir entfernt in einer Mietwohnung, in der er auch sein Büro hat. Wir haben gut 1 Jahr in getrennten Wohnungen gelebt, haben dann aber festgestellt, dass wir uns sehr vermissten, wenn wir in einigen Nächten getrennt schliefen, so dass er nunmehr ganz bei mir eingezogen ist, aber seine Wohnung beibehalten hat. Er nutzt diese jetzt nur noch als Büro und gemeinsam nutzen wir sie zur Übernachtung, wenn wir mal in der Landeshauptstadt ausgehen und der Weg zu mir weiter ist als zu ihm.

Mein Schatz ist von meinem Wohnstil total begeistert und fühlt sich hier absolut wohl. Natürlich haben wir eine Komplett-Renovierung aller Räume vorgenommen und einen Großteil der Möbel, ebenso wie Matratzen und Bettwäsche, die wir zusammen ausgesucht haben, neu gekauft, so dass er sich und seinen Geschmack auch hier "wieder findet".
 
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  • #5
Es stimmt mann sollte es ganz langsam angehen,wir mein Partner 60 und ich 50 haben nach drei Jahren unsere Häuser sehr gut verkauft und bauen uns jetzt ein kleines Haus für uns und richten es gemeinsam ein,ein tolles Gefühl,so ein Neuanfang kann ich nur jedem empfehlen.Auch wenn mann nicht mehr 20 ist,es macht viel Spaß und Freude,hätte ich nicht gedacht.
 
  • #6
Zuerst einmal die Frage: Ist es nur das Haus/Immobilie dass man Ortsgebunden ist oder gibts noch andere- wirklich wichtige- Faktoren?

Wir stehen gerade vor dieser Situation, für ein gemeinsames Leben können noicht beide weiter bewohnt werden, dafür ist die Entfernung zu gross. Beide hängen wir an unseren Immos und fühlen uns im jeweils anderen Ort ebenfalls sehr wohl.

Was nun?

Die Lösung ist ganz einfach: Wir sind uns beide einig dass wir wichtiger sind als Steine. Wäre es anders wäre m.E. die Beziehung eh nicht viel wert.
Es wird darauf hinauslaufen dass entweder eine oder beide Immos vermietet werden. Ist ja auch eine gute Altersvorsorge. Welche das sein werden liegt einzig und alleine davon ab wo die zukünftigen Arbeitsorte liegen werden. Wir beweren und jeweils in der Gegend des anderen.

Wenns dann in einigen Jahren immer noch so gut läuft werden wir wohl verkaufen und ein gemeinsames Domizil kaufen/bauen.

Wieso sollte man so an der Vergangenheit hängen?
 
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  • #7
@ Kalle - klasse Aussage oben! Alles Gute für Euch. Sie zumindest hat einen Partner mit Rückgrat, Herz und Verstand auf ihrer Seite.
 
  • #8
Vielen Dank für Eure interessanten Antworten und Anregungen!

@Kalle: Sehr gute Frage, WESHALB ist man denn ortsgebunden?

Bei mir ist es nebst dem Haus noch Tierhaltung, die ich aber bestimmt auch in einem anderen Haus aufbauen könnte.
Da ist man eben häufig etwas "blockiert", weil man glaubt, nur im eigenen Haus so alles so ideal gelöst und gut eingespielt.

Ich tendiere auch viel eher zur Meinung, dass man weder das eine noch das andere Haus als gemeinsames Domizil wählen sollte, sondern wohl besser gemeinsam etwas Neues aufbauen sollte, wenn wirklich alles stimmt.

Aber das erfordert natürlich Energie und Tatkraft, so etwas dann auch umzusetzen. Die Idee mit der Vermietung des eigenen Hauses finde ich auch sehr gut. Es ist wohl auch eine Frage des Vertrauens, wie sicher man sich fühlt in einer neuen Partnerschaft in "höherem Alter", was man bereit ist aufzugeben.

Aber ich glaube, da müssen dann auch beide daran arbeiten.
 
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